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	<title>Muttergöttin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T04:45:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mutterg%C3%B6ttin&amp;diff=742898&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lothaeus: /* Abgrenzung zu „Magna Mater“ */ Link zum Autor erstellt</title>
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		<updated>2025-12-28T12:35:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Abgrenzung zu „Magna Mater“: &lt;/span&gt; Link zum Autor erstellt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Muttergöttin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Große Mutter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind in [[Archäologie]] und [[Religionsgeschichte]] Bezeichnungen für historisch belegte oder [[Hypothese|hypothetische]] [[Erdgöttin]]nen in [[Ur- und Frühgeschichte|ur- und frühgeschichtlichen]] Kulturen. Sie wurden als Lebensspenderin ([[Fruchtbarkeitsgottheit|Fruchtbarkeitsgöttin]]) oder auch als Mutter von [[Gott|Göttern]] oder als beides verehrt. Ihre Darstellung findet sich entweder in frühen schriftlichen Zeugnissen oder in Kunstwerken wie etwa [[antike]]n [[Wandmalerei]]en oder [[Venusfigurinen]]. Die Deutung der nichtschriftlichen [[Artefakt (Archäologie)|Artefakte]] als „Göttinnen“ hat oft spekulativen Charakter und ist daher umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee der Muttergöttin basiert auf der Vorstellung einer weiblichen Gottheit, die Macht über den Boden und seine Bewohner (menschliche, tierische, pflanzliche, aber auch ggf. deren innewohnende Geister) hat. Sie ist zuständig für die Fruchtbarkeit der Pflanzen, häufig auch der Tiere und damit entscheidend für das Wohlergehen der Menschen. Muttergöttinnen sind in erster Linie für [[Pflanzerkultur]]en belegt, bei denen die Erde als Ursprung der Pflanzen von zentraler ökonomischer und religiöser Bedeutung war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt&amp;quot;&amp;gt;Bettina Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Erdherr(in),&amp;#039;&amp;#039; Stichwort in: Walter Hirschberg (Begründer), Wolfgang Müller (Redaktion): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Völkerkunde.&amp;#039;&amp;#039; Neuausgabe, 2. Auflage, Reimer, Berlin 2005, S. 96–97.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unscharf ist die Trennung zu Gottheiten der [[Sex|sexuellen Lust]] und zu [[Liebesgottheit|Liebesgöttinnen]] – wie der römischen [[Venus (Mythologie)|Venus]], der griechischen [[Aphrodite]] oder den mesopotamischen [[Ištar]] und [[Inanna]]. Meist nicht zu den Muttergöttinnen gerechnet werden Gottheiten, die für den Schutz der [[Schwangerschaft|Schwangeren]] und [[Geburt|Gebärenden]] stehen, wie die griechische [[Artemis]] oder die altägyptischen [[Taweret]] und [[Bes (ägyptische Mythologie)|Bes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Bezeichnungen für die „Erdgöttinnen“ rezenter Völker und die „Muttergöttinnen“ historischer Kulturen werden häufig synonym benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung zu „Magna Mater“ ==&lt;br /&gt;
Einige Autoren verwenden den lateinischen Ausdruck „[[Magna Mater]]“ (Große Mutter) übergreifend für alle mit Muttergöttinnen assoziierten Vorstellungen, vor allem [[Manfred Ehmer]] in seinen populärwissenschaftlichen Schriften.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Weisheit des Westens.&amp;#039;&amp;#039; 1998 Düsseldorf, Patmos, ISBN 3-491-72395-7, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verwendung ist jedoch irreführend: Magna Mater ist die Bezeichnung der Römer für die Göttin [[Kybele]], deren [[Mysterienkult]] sie aus Kleinasien übernommen hatten. Insofern steht dieser Ausdruck korrekt &amp;#039;&amp;#039;nur&amp;#039;&amp;#039; für die altmediterrane Muttergöttin. Da es in der Volksreligiosität Kleinasiens immer schon die Verehrung der Kybele als Muttergöttin außerhalb eines Mysterienkultes gab, wird die Bezeichnung bisweilen auch darüber hinaus bis zu ihren in der Jungsteinzeit vermuteten Wurzeln verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Hanns Ch. Brennecke, Christoph Markschies, Ernst L. Grasmück (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Logos: Festschrift für Luise Abramowski zum 8. Juli 1993.&amp;#039;&amp;#039;, S. 33–34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Seated Woman of Çatalhöyük on black background.jpg|mini|„Göttin“ auf dem Leopardenthron, Darstellung aus Çatalhöyük (Türkei, 8. Jahrtausend v. Chr.)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten [[Neolithikum|neolithischen]] Darstellungen, die von einigen Autoren als Muttergöttinnen interpretiert wurden, zeigen sie zum Teil in Verbindung mit bestimmten Wildtieren, so dass Prähistoriker darin die Übergangsform von der [[Herr der Tiere|Tierherrin]] der älteren [[Jäger und Sammler|Wildbeuterkulturen]] zur [[Fruchtbarkeitsgottheit|Fruchtbarkeitsgöttin]] vermuteten. Der letztgenannte Aspekt bekam aufgrund der nunmehr zunehmend agrarischen Lebensweise eine immer größere Bedeutung. Heute haben Erdmütter-Göttinnen bei zahlreichen [[Traditionelle Gesellschaft|traditionellen Pflanzer- und Bauernkulturen]] eine nicht unerhebliche, teils sogar dominierende Rolle in der jeweiligen Religion.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus E. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Die bessere und die schlechtere Hälfte. Ethnologie des Geschlechterkonflikts.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main / New York 1984, ISBN 3-593-33360-0, S. 272–277.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Die bekannteste Muttergottheit ist die antike &amp;#039;&amp;#039;Mater Deum Magna Ideae&amp;#039;&amp;#039; – kurz [[Magna Mater]] –, die erstmals unter dem Namen [[Kybele]] für die mittlere [[Bronzezeit]] Kleinasiens belegt ist und deren mystischer Kult bis in die römische [[Spätantike]] reicht &amp;#039;&amp;#039;(siehe auch: [[#Abgrenzung zu „Magna Mater“|Begriffs-Abgrenzung zu „Magna Mater“]])&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theoriengeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Prof-Dr-Marija-Gimbutas-Copyright-Foto-Monica-Boirar-aka-Monica-Beurer.jpg|mini|Die litauische Archäologin [[Marija Gimbutas]] spielte eine herausragende Rolle in der Theoriegeschichte der „Großen Mutter“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schweizer [[Rechtshistoriker]] und Klassizist [[Johann Jakob Bachofen]] (1815–1887) behauptete als einer der ersten Forscher in seinen Untersuchungen zum „Mutterrecht“ (1861) die Existenz einer hypothetischen „Urreligion“, in deren Zentrum Muttergöttinnen standen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Meuli]] (Hrsg.), [[Johann Jakob Bachofen]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Mutterrecht.&amp;#039;&amp;#039; Erste Hälfte, Band 2, Schwabe, Basel 1948, S. 26 ff (1. Auflage 1861).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei bezog er sich vor allem auf die vorklassischen Kulturen in [[Griechenland]] und [[Kleinasien]]. Er sah den Übergang von [[Matriarchat|mutterrechtlichen]] zu [[Patriarchat (Soziologie)|vaterrechtlichen]] Gesellschaften als einen entscheidenden Fortschritt in der Menschheitsgeschichte. Bachofen wurde von bekannten Anthropologen – deren viele wie [[Edward Tylor]] (1871)&amp;lt;ref&amp;gt;Edward Burnett Tylor: &amp;#039;&amp;#039;Primitive Culture. Researches into the Development of Mythology, Philosophy, Religion, Language, Art, and Custom&amp;#039;&amp;#039;. J. Murray, London 1871; deutsche Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Die Anfänge der Cultur. Untersuchungen über die Entwicklung der Mythologie, Philosophie, Religion, Kunst und Sitte&amp;#039;&amp;#039;. Georg Olms, Hildesheim 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Lewis Henry Morgan|L.H. Morgan]] (1877)&amp;lt;ref&amp;gt;Lewis Henry Morgan: &amp;#039;&amp;#039;Ancient Society; or, Researches in the Lines of Human Progress from Savagery through Barbarism to Civilization&amp;#039;&amp;#039;. H. Holt, New York 1871.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Evolutionismus|Evolutionisten]] waren – unterstützt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Talalay&amp;quot;&amp;gt;Lauren Talalay: &amp;#039;&amp;#039;„The Mother Goddess in Prehistory. Debates and Perspectives“.&amp;#039;&amp;#039; In: Sharon L. James, Sheila Dillon (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;A Companion to Women in the Ancient World&amp;#039;&amp;#039;. Blackwell, Oxford 2012, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der schottische [[Ethnologe]] [[James George Frazer]] (1854–1941) beschrieb in seinem elfbändigen Werk &amp;#039;&amp;#039;Der goldene Zweig&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;The Golden Bough&amp;#039;&amp;#039;, veröffentlicht 1906–1915) als religiöses Grundmuster den [[König]] als [[Reinkarnation|Wiedergeburt]] des sterbenden und wiederauferstehenden Gottes, der in einer „[[Heilige Hochzeit|heiligen Hochzeit]]“ mit der Göttin, welche die andauernde Fruchtbarkeit der Erde darstellte und gewährleistete, immer wieder aufs Neue gezeugt wird, nachdem er mit der Ernte im abgelaufenen Jahr gestorben war. Frazer führte unter anderen die Paare [[Kybele- und Attiskult|Attis-Kybele]], [[Dumuzi]]-[[Inanna]], [[Tammuz (Mythologie)|Tammuz]]-[[Ištar]] und [[Adonis]]-[[Aphrodite]] an, deren [[Mythologie|Mythen]] alle diesem Grundmuster folgten. Bachofens und Frazers Annahmen führten zu großen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen und sind auch heute stark umstritten (vergleiche [[Gehörnter Gott]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der englische Schriftsteller [[Robert Graves|Robert von Ranke-Graves]] (1895–1985) erschloss aus der [[Griechische Mythologie|Mythologie Griechenlands]] und Kleinasiens den Kult einer „weißen Göttin“, einer Göttin der Liebe und der Weisheit, die auch die Dichtkunst beflügelte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert Graves|Robert von Ranke-Graves]]: &amp;#039;&amp;#039;Griechische Mythologie.&amp;#039;&amp;#039; Anaconda, Köln 2008, ISBN 978-3-86647-211-2, S. ??; derselbe: &amp;#039;&amp;#039;Die weiße Göttin, Sprache des Mythos.&amp;#039;&amp;#039; 1958, ISBN 3-499-55416-X, S. ?? (englisches Original: 1949).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seitenangaben?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schweizer [[Psychiater]] [[Carl Gustav Jung]] (1875–1961) griff die Vorstellung von einer [[Stammmutter|Ur-]] oder Allmutter in seiner [[Analytische Psychologie|Analytischen Psychologie]] auf, um den [[Mutterarchetyp]] zu bezeichnen. Forschung zu diesem Archetyp wurde vom Philosophen und Psychoanalytiker [[Erich Neumann (Mediziner)|Erich Neumann]] (&amp;#039;&amp;#039;Die große Mutter&amp;#039;&amp;#039;, 1956)&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Neumann: &amp;#039;&amp;#039;Die Große Mutter. Eine Phänomenologie der weiblichen Gestaltungen des Unbewussten&amp;#039;&amp;#039;. Rhein-Verlag, Zürich 1956.&amp;lt;/ref&amp;gt; und vom britischen Anthropologen [[E. O. James|E.O. James]] (&amp;#039;&amp;#039;The Cult of the Mother-Goddess&amp;#039;&amp;#039;, 1959)&amp;lt;ref&amp;gt;Edwin Oliver James: &amp;#039;&amp;#039;The Cult of the Mother-Goddess. An Archaeological and Documentary Study&amp;#039;&amp;#039;. New York, 1959.&amp;lt;/ref&amp;gt; fortgeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Talalay&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die litauische [[Archäologin]] [[Marija Gimbutas]] (1921–1994) nahm für Südosteuropa und den unteren Donauraum – von ihr als „[[Alteuropa (Sprachforschung)|Alteuropa]]“ bezeichnet – für die [[Jungsteinzeit]] die Verehrung einer einzelnen, abstrakten „Großen Göttin“ an und führte das in ihren Werken &amp;#039;&amp;#039;Göttinnen und Götter des Alten Europa&amp;#039;&amp;#039; (englisch 1974, deutsch 2010), &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache der Göttin&amp;#039;&amp;#039; (engl. 1989, dt. 1995) und &amp;#039;&amp;#039;Die Zivilisation der Göttin&amp;#039;&amp;#039; (engl. 1991, dt. 1996) aus. Ihre Annahme stützte sich vor allem auf zahlreiche weibliche [[Statue|Figurinen]] der Jungsteinzeit und der [[Kupfersteinzeit]], die sie als Darstellungen dieser einen Gottheit interpretierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation archäologischer Funde ==&lt;br /&gt;
Während [[Michael Dames]] den Kult der Muttergöttin mit dem der [[Magna Mater|Großen Mutter]] der [[Jungsteinzeit]] im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Landwirtschaft einhergehenden [[Sesshaftwerdung]] der Menschen gleichsetzt ({{&amp;quot;|Die Große Göttin und das Neolithikum gehören auf so natürliche Weise zusammen wie Mutter und Kind}}),&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Dames: &amp;#039;&amp;#039;The Silbury Treasure.&amp;#039;&amp;#039; Neuauflage. Thames &amp;amp; Hudson, London 1978, ISBN 0-500-27140-2, S. ??; vergleiche auch Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter. Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; Olms, Hildesheim / Zürich / New York 1996, ISBN 3-487-10163-7, S. 25–26.&amp;lt;/ref&amp;gt; gehen Autoren wie der Psychologe [[Erich Neumann (Psychologe)|Erich Neumann]] von einem archaischen Muttergöttinnenkult aus, der zehntausende Jahre zurückreiche.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erich Neumann (Psychologe)|Erich Neumann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Große Mutter. Eine Phänomenologie der weiblichen Gestaltungen des Unbewußten.&amp;#039;&amp;#039; Rhein, Zürich 1956, S. ??; A. T. Mann, [[Jane Lyle]]: &amp;#039;&amp;#039;Sacred Sexuality.&amp;#039;&amp;#039; Vega, London 2002, ISBN 1-84333-583-2, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seitenangaben?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altsteinzeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Venus of Willendorf frontview retouched 2.jpg|mini|Die berühmte [[Venus von Willendorf]] (Österreich) aus dem [[Jungpaläolithikum]]]]&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Religion im Paläolithikum}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Funde von 100 bis 200 maximal 15 cm großen [[Jungpaläolithikum|jungpaläolithischen]] sogenannten [[Venusfigurine]]n (Venusstatuetten) und anderen Darstellungen von weiblichen Körpern mit stark ausgeprägten Brüsten, übergroßen Hüften und anderen hervorgehobenen Geschlechtsmerkmalen werden als Beleg für diese These herangezogen. Die meisten stammen aus der Zeit zwischen 28.000 und 21.000 vor unserer Zeit ([[Gravettien]]) aus dem Gebiet nördlich der [[Pyrenäen]], dem südlichen Mitteleuropa, [[Italien]] und dem südlichen Osteuropa,&amp;lt;ref&amp;gt;Verbreitungskarte der Fundstellen von Venusstatuetten 34.000–24.000 BP; [[Siegmar von Schnurbein]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Atlas der Vorgeschichte. Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt.&amp;#039;&amp;#039; Theiss, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8062-2105-3, S. 28–29.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie die etwa 27.000 Jahre alte [[Venus von Willendorf]]. Man hat diese Figuren als Zeugnisse einer allgemeinen Verehrung der Mutter Erde und deren Fruchtbarkeit interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Göttin Erde. Kult und Mythos der Mutter Erde.&amp;#039;&amp;#039; Zerling, Berlin 1994, ISBN 3-88468-058-7, S. 22; [[Franz Sirocko]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wetter, Klima, Menschheitsentwicklung.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-22237-7, S. 79 (siehe dazu Gesine Hellberg-Rode: [https://hypersoil.uni-muenster.de/0/02/01/06/02.htm &amp;#039;&amp;#039;Mutter Erde in der Altsteinzeit.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Projekt Hypersoil.&amp;#039;&amp;#039; Universität Münster 2002–2004).&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben gibt es eine Anzahl männlicher [[Statue|Figurinen]], die deutlich weniger Aufmerksamkeit fanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Vergleiche [[Jan Jelínek (Anthropologe)|Jan Jelínek]]: &amp;#039;&amp;#039;Der große Bildatlas des Menschen in der Vorzeit.&amp;#039;&amp;#039; Artia, Prag 1980, S. ??.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seiten?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftlich gesehen geht man jedoch mittlerweile davon aus, dass es sich nicht um Göttinnen, Priesterinnen oder Fruchtbarkeitskulte handelt, die diese [[Statue|Figurinen]] verdeutlichen könnten. Dies wird unter anderem damit begründet, dass es in nichtstratifizierten Gesellschaften generell keine Götter gibt und die Fruchtbarkeit kein erstrebenswertes Gut für [[Jäger und Sammler|Jäger- und Sammlerkulturen]] darstellt. Aufgrund des hohen Pflegebedarfs von Kindern kennen solche Gesellschaften zumeist Verhütungsmethoden. Zudem gibt es auch keine Mutter-Kind-Darstellungen, die auf einen Mutterkult hinweisen könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Margaret Ehrenberg: &amp;#039;&amp;#039;Women in Prehistory&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Oklahoma Series in Classical Culture.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). University of Oklahoma Press, Norman u.&amp;amp;nbsp;a. 1989, ISBN 0-8061-2237-4, S. 74.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Brigitte Röder (Prähistorikerin)|Brigitte Röder]], Juliane Hummel, Brigitta Kunz: &amp;#039;&amp;#039;Göttinnendämmerung. Das Matriarchat aus archäologischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039; Röder, München 1996, S. 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neueste Fund am Fuße der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen Alb]] aus dem Jahr 2008, die [[Venus vom Hohlefels]], stammt mit einem Alter von 35.000 bis 40.000 Jahren aus dem [[Aurignacien]] zu Beginn des Jungpaläolithikums. In dieser Zeit wanderte der moderne Mensch ([[Mensch|Homo sapiens]]) als [[Cro-Magnon-Mensch]] nach Europa ein. In dieser figürliche Darstellung wird der weibliche Schoß durch eine übergroße Wiedergabe der [[Schamlippe]]n besonders betont, falls es sich nicht um eine anatomische Besonderheit handelt, die sich auch bei anderen paläolithischen Venusfigurinen findet&amp;lt;ref&amp;gt;[[Luce Passemard]]: &amp;#039;&amp;#039;Les statuettes féminines paléolithiques dites Vénus stéatopyges.&amp;#039;&amp;#039; Librairie Teissier, Nîmes 1938, S. ??.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seite?--&amp;gt; und im 19. und frühen 20. Jahrhundert als „[[Schamlippe#Hypertrophie im historischen Medizindiskurs|Hottentottenschürze]]“ beschrieben wurde. Andere Statuetten aus demselben Zeithorizont zeigen Tiere und Mischwesen („Löwenmensch“). Vom Archäologen [[Joachim Hahn (Prähistoriker)|Joachim Hahn]] werden sie als Zeichen von Kraft und Aggression interpretiert,&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Hahn: &amp;#039;&amp;#039;Kraft und Aggression. Die Botschaft der Eiszeitkunst im Aurignacien Süddeutschlands?&amp;#039;&amp;#039; Archaeologica Venatoria – Institut für Urgeschichte der Universität Tübingen, Tübingen 1986, S. ??.&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Martin Porr]] als Medien des sozialen Gedächtnisses.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Porr: &amp;#039;&amp;#039;Palaeolithic Art as Cultural Memory. A Case Study of the Aurignacian Art of Southwest Germany.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Cambridge Archaeological Journal.&amp;#039;&amp;#039; Band 20, Nr. 1, 2010, S. 87–108, hier S. ??.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seitenangaben?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jungsteinzeit und Kupfersteinzeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Muttergottheit Terrakotta.JPG|mini|Kupfersteinzeitliche [[Terrakotta]]figur einer südanatolischen Muttergottheit, Archäologisches Museum [[Alanya]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wandmalereien, Figurinen und Bestattungen in den von [[James Mellaart]] in den 1960er Jahren begonnenen und von [[Ian Hodder]] fortgeführten [[Ausgrabung]]en von [[Çatalhöyük]] in [[Anatolien]] wurden insbesondere im spirituellen [[Feminismus]] und von Anhängern einer [[Geschichte der Matriarchatstheorien|Matriarchatsidee]] seit den 1970er Jahren als Belege einer Verehrung von Muttergottheiten zu deuten versucht.&amp;lt;ref&amp;gt;Für kritische neuere Literatur zu Çatalhöyük siehe [[Lynn Meskell]], Twin Peaks: &amp;#039;&amp;#039;The Archaeologies of Çatalhöyuk.&amp;#039;&amp;#039; In: Lucy Goodison; Christine Morris, Ancient Goddesses: &amp;#039;&amp;#039;The Myths and the Evidence.&amp;#039;&amp;#039; British Museum Press, London 1998, S. 46–62; Lynn Meskell: &amp;#039;&amp;#039;Goddesses, Gimbutas and „New Age“ Archaeology.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Antiquity.&amp;#039;&amp;#039; Band 69 = Nr. 262, 1995, S. 74–86; Kathryn Houtitree: &amp;#039;&amp;#039;Archaeologists and Goddess Feminists at Çatalhöyük.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Feminist Studies in Religion.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, Nr. 2, 2007, S. 7–26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungsteinzeitliche und [[kupfersteinzeit]]liche Figurinen aus Südosteuropa und [[Ägypten]] wurden ebenfalls als Beleg für den Kult einer Muttergottheit herangezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Osbert Crawford]] verband in den 1950er Jahren [[Dschemdet-Nasr-Zeit|Ǧemdet-Nasr]]-zeitlichen Augenfiguren aus [[Tell Brak]] mit der Muttergöttin und konstruierte so eine weitere Verbreitung des Kults einer „Augengöttin“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Osbert Crawford|Osbert G. S. Crawford]]: &amp;#039;&amp;#039;The Eye Goddess.&amp;#039;&amp;#039; Phoenix House, London 1957, S. ??.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seite?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Theorien werden aber seit den 1960er Jahren fachwissenschaftlich überwiegend zurückgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter J. Ucko]]: &amp;#039;&amp;#039;Anthropomorph Figurines of Predynastic Egypt and Neolithic Crete, with comparative material from the prehistoric Near East and mainland Greece.&amp;#039;&amp;#039; Occasional paper of the Royal Anthropological Institute 24. London 1968, S. ??; Andrew Szmidla für Ägypten und Griechenland; umfassend für den Balkan: [[Douglass Whitfield Bailey]]: &amp;#039;&amp;#039;Prehistoric Figurines. Representation and Corporeality in the Neolithic.&amp;#039;&amp;#039; Routledge, Abingdon 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythologischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bonn Rheinaue matronen.jpg|mini|Drei [[Matronen]] (gallo-römisch-germanische Muttergottheiten), deren Kult zur Zeit der Römer weit verbreitet war]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorstellungen über einen Kult der Muttergottheiten beruhen auf Mythenkonstruktionen des 19. Jahrhunderts über die Große Göttin, die mit [[altsteinzeit]]lichen und [[jungsteinzeit]]lichen Statuetten in Verbindung gebracht wurden. Wie der britische [[Prähistoriker]] [[Andrew Fleming (Archäologe)|Andrew Fleming]] 1969 feststellte, verraten solche Theorien meist mehr über die Weltsicht ihrer Vertreter als über die Vorgeschichte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andrew Fleming (Archäologe)|Andrew Fleming]]: &amp;#039;&amp;#039;The Myth of the Mother-Goddess.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;World Archaeology.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Nr. 2: &amp;#039;&amp;#039;Techniques of Chronology and Excavation.&amp;#039;&amp;#039; 1969, S. 247–261, hier S. 247 ([https://www.stevewatson.info/readings/ancient_interests/Fleming-Mother_Goddess.pdf PDF-Datei; 977&amp;amp;nbsp;kB; 16&amp;amp;nbsp;Seiten] auf stevewatson.info): {{&amp;quot;|It is probable that such statements reveal more about the faith of prehistorians than about that of the megalith builders; there is in fact an urgent need to re-examine the whole hypothesis.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele so rekonstruierte Mythen verbinden entsprechend dem von Frazer behaupteten Grundmuster damit das Schicksal der Götter, die in „heiliger Hochzeit“ &amp;#039;&amp;#039;([[Hierogamie|hieros gamos]])&amp;#039;&amp;#039; von dem scheidenden Gott (Gemahl-Sohn-Geliebter) gezeugt wurden, von der Göttin mit dem jährlichen Wiederaufblühen der Natur geboren und zu ihrem Geliebten bestimmt, wodurch das Wachstum gewährleistet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joe J. Heydecker]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Schwestern der Venus. Die Frau in den Mythen und Religion.&amp;#039;&amp;#039; Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07824-1, S. 77 ([[Inanna]]), S. 87 f. ([[Ištar|Ischtar]]), S. 163 ff. ([[Demeter]]-[[Persephone]]), dazu auch [[Harald Haarmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und Ihre Töchter. Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; Olms, Hildesheim u. a. 1996, ISBN 3-487-10163-7, S. 138 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; So wird die Muttergöttin unmittelbar zur Mutter eines Gottes, der Gott selbst kam (durch Wiedergeburt) und schied durch Tod, nicht ohne Gewissheit, von der Göttin wiedergeboren zu werden. Hierdurch gewährleistete die Göttin die Fruchtbarkeit und den immerwährenden Kreislauf des Lebens. Von diesem Muster gibt es in den Mythen die verschiedensten Abweichungen, aber sie alle schließen den gleichen Kreislauf: Geburt-Wachstum-Reife-Tod und Wiedergeburt.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und Ihre Töchter. Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; Olms, Hildesheim u. a. 1996, ISBN 3-487-10163-7, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Muttergöttinnen verschiedener Kulturen ==&lt;br /&gt;
Viele [[Kulturvergleichende Sozialforschung#Der Kulturbegriff|Kulturen]], von denen oder über die es schriftliche Aufzeichnungen gibt, kennen weibliche Gottheiten, die teilweise mit einer Vorstellung von einer &amp;#039;&amp;#039;[[Mutter Erde]]&amp;#039;&amp;#039; und von [[Fruchtbarkeitsgottheit|Fruchtbarkeitsgöttinnen]] einhergehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nordeuropa ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Frau-Holle-Teich 17439.jpg|mini|Die Märchengestalt &amp;#039;&amp;#039;Frau Holle&amp;#039;&amp;#039; (hier Statue am Frau-Holle-Teich auf dem Hohen Meißner) verbindet Drewermann mit einer germanischen Muttergöttin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bei den [[Germanen]] wurde die mütterliche Erde unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;[[Nerthus]]&amp;#039;&amp;#039; verehrt, wovon [[Tacitus]] berichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tacitus]] &amp;#039;&amp;#039;[[Germania (Tacitus)|Germania]]&amp;#039;&amp;#039; Kapitel 40.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Eugen Drewermann]] interpretiert [[Frau Holle]] als Darstellung der Göttin [[Perchta]], die er als &amp;#039;&amp;#039;die große Göttin&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete.&lt;br /&gt;
* [[Sif]] war die Erntegöttin der [[Wikinger]].&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Wilkinson: &amp;#039;&amp;#039;Mythen &amp;amp; Sagen aus allen Kulturkreisen. Ursprünge, Überlieferung, Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; Dorling Kindersley, München 2009, ISBN 978-3-8310-1503-0, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Jörd]] die Erdgöttin der nordischen Mythologie.&lt;br /&gt;
* Unter dem Namen [[Brigid|Brighid]] wurde bei den [[Kelten]] in [[Irland]] eine Fruchtbarkeits- und Vegetationsgöttin verehrt, die als weibliche irdische Kraft angesehen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Göttin Erde, Kult und Mythos der Mutter Erde.&amp;#039;&amp;#039; Zerling, Berlin 1994, ISBN 3-88468-058-7, S. 68 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei den keltischen Stämmen in [[Noricum]] galt dasselbe für [[Noreia (Göttin)|Noreia]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernhard Maier (Religionswissenschaftler)|Bernhard Maier]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der keltischen Religion und Kultur&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 466). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5, S. 252.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die antiken Kelten und Römer wie auch die Germanen in den ersten Jahrhunderten nach der Zeitenwende verehrten auch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Matronen]]&amp;#039;&amp;#039; in Dreiergruppen als Muttergottheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Wilkinson: &amp;#039;&amp;#039;Mythen &amp;amp; Sagen aus allen Kulturkreisen. Ursprünge, Überlieferung, Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; Dorling Kindersley, München 2009, ISBN 978-3-8310-1503-0, S. 115.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;R. Deroletz: &amp;#039;&amp;#039;Götter und Mythen der Germanen.&amp;#039;&amp;#039; F. Englisch, Wiesbaden 1976, S. 171–177.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bei den [[Balten]] wurde nach [[Marija Gimbutas]] eine Fruchtbarkeits- und Vegetationsgöttin als [[Māra]], [[Laima]], [[Žemyna]] u. a. verehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Marija Gimbutas: &amp;#039;&amp;#039;The Language of the Goddess.&amp;#039;&amp;#039; London, Thames and Hudson 1989, S. ??.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seite?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[Slawische Mythologie|slawische]] Muttergöttin war die meist gestaltlose Mati Syra Zemlya (&amp;quot;Feuchte Mutter Erde&amp;quot;).&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Wilkinson: &amp;#039;&amp;#039;Mythen &amp;amp; Sagen aus allen Kulturkreisen. Ursprünge, Überlieferung, Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; Dorling Kindersley, München 2009, ISBN 978-3-8310-1503-0, S. 143.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als weitere Erdgöttin der Slawen ist [[Mokosch]] bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip Wilkinson 2009-110&amp;quot;&amp;gt;Philip Wilkinson: &amp;#039;&amp;#039;Mythen &amp;amp; Sagen aus allen Kulturkreisen. Ursprünge, Überlieferung, Bedeutung&amp;#039;&amp;#039;. Dorling Kindersley, München 2009, ISBN 978-3-8310-1503-0, S. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im [[Finnland|finnischen]] [[Kalevala|Kalevala-Epos]] wird ein auf die Urmutter [[Ilmatar]] gegründeter Schöpfungsmythos beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelmeerraum ===&lt;br /&gt;
* Die [[Altes Ägypten|altägyptische]] Göttin [[Hathor]] war in ihrer Erscheinung als Himmelskuh die herausragende Muttergöttin, bevor sie mit [[Isis]], der Mutter des [[Horus]], verschmolz. Sie wird häufig als säugend dargestellt und steht für die Fruchtbarkeit der Herden. In der ägyptischen Schöpfungsgeschichte wird Isis von [[Geb (Ägyptische Mythologie)|Geb]], dem frühen Erdgott, und [[Nut (Ägyptische Mythologie)|Nut]], der frühen Himmelsgöttin, gezeugt. Die Figuren von Hathor und Isis stehen mit dem mediterranen Magna Mater-Kult in Verbindung.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Göttin Erde, Kult und Mythos der Mutter Erde.&amp;#039;&amp;#039; Zerling, Berlin 1994, ISBN 3-88468-058-7, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Göttinnen [[Gaia (Mythologie)|Gaia]], [[Rhea (Mythologie)|Rhea]], [[Dia (Mythologie)|Dia]], [[Hera]] und [[Demeter]] sind Muttergöttinnen aus dem griechisch-kleinasiatischen Raum. Aus Vorderasien stammt auch [[Kubaba]], die später als [[Kybele- und Attiskult|Kybele]] verehrt wurde.&lt;br /&gt;
* [[Tanit]] war die [[Punier|punische]] Göttin der Fruchtbarkeit, eine Apotheose der phönizischen Göttin Astarte und Schutzgöttin von Karthago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorderasien ===&lt;br /&gt;
* Die deutsche Psychologin [[Gerda Weiler]] vertrat die Auffassung, im [[Altes Testament|Alten Testament]] Spuren weiblicher Gottheiten nachweisen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerda Weiler]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Matriarchat im Alten Israel.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-010773-9, S. ??.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seite?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In [[Mesopotamien]] existierte eine synkretistische Muttergöttin, die viele Namen hatte, so [[Sumerische Sprache|sumerisch]] Diĝirmaḫ, Nindiĝirene oder [[Ninḫursanga|Ninḫursaĝa]], [[Akkadische Sprache|akkadisch]] Bēlet-ilī, außerdem Nintur, Aruru, Mam(m)a/Mam(m)i, [[Ninlil]] und Damgalnunna/Damkina.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krebernik 2012-62-63&amp;quot;&amp;gt;Manfred Krebernik: &amp;#039;&amp;#039;Götter und Mythen des alten Orients.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-60522-2, S. 62–63.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Muttergöttin der [[Hethiter]] und [[Hattier]] war [[Ḫannaḫanna]], deren Helfer eine Biene war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krebernik 2012-62-63&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Volkert Haas]]: &amp;#039;&amp;#039;Die hethitische Literatur.&amp;#039;&amp;#039; Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-11-018877-5, S. 98, 106 ff., 116, 120, 198 und 205.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Uraš (Göttin)|Uraš]] – „die Erde“ – stammt aus der [[Sumerische Religion|sumerischen Mythologie]].&lt;br /&gt;
* Die [[Altarabische Gottheiten|altarabische]] [[Mondgöttin]] [[al-Lat]] war auch die Erdgöttin Arabiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Wilkinson: &amp;#039;&amp;#039;Mythen &amp;amp; Sagen aus allen Kulturkreisen. Ursprünge, Überlieferung, Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; Dorling Kindersley, München 2009, ISBN 978-3-8310-1503-0, S. 181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Süd- und Ostasien ===&lt;br /&gt;
* Für [[Indien]] wird das [[Atharvaveda]], eine Ende des 2. oder Anfang des 1. Jahrtausends zusammengestellte Hymnensammlung des [[Hinduismus]], als Beleg für die Verehrung einer weiblichen Urgöttin als Mutter Erde angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Göttin Erde, Kult und Mythos der Mutter Erde.&amp;#039;&amp;#039; Zerling, Berlin 1994, ISBN 3-88468-058-7, S. 31 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Prithivi]] war eine indogermanische Erdgöttin in Gestalt einer Kuh, die in Indien mit der [[Hinduismus|hinduistischen]] Erdgöttin Bhudevi gleichgesetzt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Philip Wilkinson 2009-110&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im heutigen Hinduismus gibt es eine Vielzahl von Göttinnen, die auch mütterliche Funktionen haben, so beispielsweise [[Mahadevi]], [[Durga]], [[Kali (Göttin)|Kali]], [[Lakshmi]] und [[Parvati]].&lt;br /&gt;
* [[Vietnam]] kennt drei Muttergöttinnen für die Reiche „Himmel“, „Wasser“ und „Wald / Erde“. Sie werden in täglichen Andachten und mit Ritualen und Feierlichkeiten wie &amp;#039;&amp;#039;Phủ Dầy&amp;#039;&amp;#039; verehrt. Diese Praktiken wurden 2016 in die [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit|UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ich.unesco.org/en/RL/01064 |titel=Practices related to the Viet beliefs in the Mother Goddesses of Three Realms |datum=2016 |abruf=2024-01-24 |hrsg=UNESCO Intangible Cultural Heritage |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neopaganismus ==&lt;br /&gt;
Anhänger [[Neopaganismus#Gottheiten im Neopaganismus|&amp;#039;&amp;#039;neuer Naturreligionen&amp;#039;&amp;#039;]] und der Idee eines [[Matriarchat#Matriarchat aus archäologischer Sicht|prähistorischen Matriarchats]] knüpfen an die Funde der Venusstatuetten aus der Zeit des [[Jungpaläolithikum]]s eine allgemeine Verehrung der [[Mutter Erde]] im Sinne einer anthropomorphen Muttergöttin.&amp;lt;ref&amp;gt;B. Marquardt-Mau: &amp;#039;&amp;#039;Mutter Erde.&amp;#039;&amp;#039; In: M. Schächter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mittendrin – die Erde hat kein dickes Fell.&amp;#039;&amp;#039; Mann-Verlag, Berlin 1988, S. 85–95. [https://hypersoil.uni-muenster.de/0/02/01/06/p/p02.htm Zusammenfassung einsehbar].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andrew Fleming (Archäologe)|Andrew Fleming]]: &amp;#039;&amp;#039;The Myth of the Mother-Goddess.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;World Archaeology.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Nr. 2: &amp;#039;&amp;#039;Techniques of Chronology and Excavation.&amp;#039;&amp;#039; 1969, S. 247–261 (englisch; [https://www.stevewatson.info/readings/ancient_interests/Fleming-Mother_Goddess.pdf PDF: 977&amp;amp;nbsp;kB, 16&amp;amp;nbsp;Seiten] auf stevewatson.info).&lt;br /&gt;
* [[Lucy Goodison]], Christine Morris (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ancient Goddesses: The Myths and the Evidence.&amp;#039;&amp;#039; British Museum Press, London 1998, ISBN 0-7141-1761-7 (englisch).&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Helck]]: &amp;#039;&amp;#039;Betrachtungen zur Großen Göttin und den ihr verbundenen Gottheiten&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Religion und Kultur der alten Mittelmeerwelt in Parallelforschungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Oldenbourg, München/Wien 1971, ISBN 3-486-43261-3.&lt;br /&gt;
* Annine van der Meer: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache unsrer Ursprungs-Mutter MA: Die Entwicklung des Frauenbildes in 40.000 Jahren globaler „Venus“-Kunst.&amp;#039;&amp;#039; Göttert, Rüsselsheim 2020, ISBN 978-3-939623-60-1 ([https://www.fembio.org/biographie.php/frau/empfehlungen/annine-van-der-meer-die-sprache-unsrer-ursprungs-mutter-ma-die-entwicklung-des-frauenbildes-in-40000-jahren-globaler-venus-kunst-2020/ Besprechung] von [[Veronika Bennholdt-Thomsen]]).&lt;br /&gt;
* Lynn Meskell: &amp;#039;&amp;#039;Goddesses, Gimbutas and “New Age” Archaeology.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Antiquity.&amp;#039;&amp;#039; Band 69 = Nr. 262, 1995, S. 74–86 (englisch; {{ISSN|0003-598X}}).&lt;br /&gt;
* Kathryn Rountree: &amp;#039;&amp;#039;Archaeologists and Goddess Feminists at Çatalhöyük: An Experiment in Multivocality.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Feminist Studies in Religion.&amp;#039;&amp;#039; Band 23, Nr. 2, 2007, S. 7–26 (englisch; {{ISSN|8755-4178}}).&lt;br /&gt;
* Maria Xagorari-Gleißner: &amp;#039;&amp;#039;Meter Theon: Die Göttermutter bei den Griechen.&amp;#039;&amp;#039; Rutzen, Mainz u.&amp;amp;nbsp;a. 2008, ISBN 978-3-938646-26-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Muttergottin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologisches Wesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überholte Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliche Gottheit| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lothaeus</name></author>
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