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	<title>Mutismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T17:08:16Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mutismus&amp;diff=138105&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-21441-09: /* Folgen und Komplikationen */ Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-07T21:26:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Folgen und Komplikationen: &lt;/span&gt; Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = F80&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache&lt;br /&gt;
| 02-CODE = F80.0&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = Artikulationsstörung&lt;br /&gt;
| 03-CODE = F80.1&lt;br /&gt;
| 03-BEZEICHNUNG = Expressive Sprachstörung&lt;br /&gt;
| 04-CODE = F80.2&lt;br /&gt;
| 04-BEZEICHNUNG = Rezeptive Sprachstörung&lt;br /&gt;
| 05-CODE = F80.3&lt;br /&gt;
| 05-BEZEICHNUNG = Erworbene Aphasie mit Epilepsie (Landau-Kleffner-Syndrom)&lt;br /&gt;
| 06-CODE = F94.0&lt;br /&gt;
| 06-BEZEICHNUNG = Elektiver Mutismus&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = MB23.D&lt;br /&gt;
| Data-01 = Mutismus&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mutismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;psychogenes [[Schweigen]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|mutitas}}&amp;#039;&amp;#039; „[[Stummheit]]“, &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|mutus}}&amp;#039;&amp;#039; „stumm“) ist eine [[Kommunikationsstörung]], wobei keine Defekte der [[Menschliche Stimme|Sprechorgane]] und des Gehörs vorliegen. Der Mutismus tritt mehrheitlich in Verbindung mit einer [[Sozialphobie]] auf. Im Jugend- und Erwachsenenalter ist das Schweigen häufig eingebettet in [[Depressionen]]. Man unterscheidet beim Mutismus zwischen dem [[Selektiver Mutismus|(s)elektiven Mutismus]], dem totalen Mutismus sowie dem [[Akinetischer Mutismus|akinetischen Mutismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Häufigkeit und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Mutismus ist eine sehr seltene und oft unbekannte Kommunikationsstörung, von der etwa zwei bis fünf Kinder von 10.000 Vorschul- oder Schulkindern&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert Goodman, Stephen Scott |Titel=Child Psychiatry |Verlag=Blackwell Science |Ort=Oxford; Malden, MA, USA |Datum=1997 |ISBN=978-0-632-03885-5 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; betroffen sind. Die Angaben zur Geschlechterverteilung (Mädchen:Jungen) sind unterschiedlich. Sie reichen von 1,6:1&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hans-Christoph Steinhausen]], Claudia Juzi |Titel=Elective Mutism: An Analysis of 100 Cases |Sammelwerk=[[Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry]] |Band=Vol. 35 |Nummer=5 |Datum=1996-05 |Seiten=606-614}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bis 2,6:1&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dummit, Klein, Tancer, Asche, Martin, Fairbanks |Titel=Systematic Assessment of 50 Children With Selective Mutism |Sammelwerk=Journal of the American Academy of Child &amp;amp; Adolescent Psychiatry |Band=Vol. 36 |Nummer=5 |Datum=1997-05 |Seiten=653-660}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Diese Ergebnisse sind unsicher, da sie anhand kleiner [[Stichprobe]]n gewonnen wurden (100 oder 50 Personen). Bemerkenswert ist, dass es sich beim selektiven Mutismus um die einzige Sprachstörung handelt, bei der mehr Mädchen als Jungen betroffen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurth und Schweigert unterscheiden den &amp;#039;&amp;#039;Frühmutismus&amp;#039;&amp;#039;, der zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr auftritt, und den &amp;#039;&amp;#039;Spätmutismus&amp;#039;&amp;#039;. Diese Form zeigt sich häufig bei Schuleintritt zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr. Eine alternative Bezeichnung ist daher der &amp;#039;&amp;#039;Schulmutismus&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=E. Kurth, K. Schweigert |Titel=Ursachen und Entwicklungsverläufe des Mutismus bei Kindern |Sammelwerk=Psychiatrie, Neurologie und medizinische Psychologie |Band=24 |Datum=1972 |ISSN=0033-2739 |Seiten=741–749}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterteilung des Mutismus ==&lt;br /&gt;
=== Selektiver Mutismus ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Selektiver Mutismus}}&lt;br /&gt;
Der Terminus &amp;#039;&amp;#039;„elektiver Mutismus“&amp;#039;&amp;#039; wurde von dem Schweizer Kinder- und Jugendpsychiater [[Moritz Tramer]] (1934) eingeführt und fand internationale Verbreitung. Er wird in der aktuellen Diskussion durch den Begriff des „selektiven Mutismus“ ergänzt. In der ICD-10 der WHO findet sich unter F94.0 der Begriff „elektiver Mutismus“. Die Termini „elektiver Mutismus“ bzw. „selektiver Mutismus“ beschreiben also ein und dasselbe Störungsbild. In der angloamerikanischen Literatur wird in der Regel die Bezeichnung „selektiver Mutismus“ verwendet. Früher wurde auch oft der Terminus &amp;#039;&amp;#039;Sprechverweigerung&amp;#039;&amp;#039; verwendet, der jedoch das Problem auf das Kind allein reduziert und suggeriert, das Kind habe die Möglichkeit, wenn es doch wolle, zu sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der selektive Mutismus ist eine Angststörung, die vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auftritt. Die Unfähigkeit zur Artikulation liegt nur in spezifischen Situationen vor. In vertrauten Umgebungen spricht der Erkrankte meist sogar überdurchschnittlich viel, als ob der versäumte Gesprächsstoff nachgeholt werden müsse. So bekommen Eltern die Krankheit ihres Kindes in vielen Fällen gar nicht mit und werden erst durch Lehrer und Freunde des Kindes darauf aufmerksam gemacht. Bei dieser Art des Mutismus liegen keine geistigen Einschränkungen vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Das-sind-die-neuen-Krankheiten-im-ICD-11-255342.html|titel=Das sind die neuen Krankheiten im ICD-11|hrsg=[[Ärzte Zeitung]]|werk=aerztezeitung.de|autor=Thomas Müller|datum=2019-05-23|zugriff=2019-12-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Totaler Mutismus ===&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;totale Mutismus&amp;#039;&amp;#039; ist im Gegensatz zum selektiven Mutismus leichter zu erkennen und zu definieren. Die betroffene Person kann in keiner Situation mit anderen Personen verbal kommunizieren. Der totale Mutismus kann durch Schockerlebnisse ausgelöst werden. Zur Häufigkeit möglicher Ursachen sind Quellen nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Akinetischer Mutismus ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Akinetischer Mutismus}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Akinetische Mutismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Neurologie|neurologisches]] [[Syndrom]], das durch eine schwere Störung des [[Motivation|Antriebes]] gekennzeichnet ist. Dabei ist der Betroffene wach und hat keine [[Lähmung]]en. Er bewegt sich aber selbst nicht (&amp;#039;&amp;#039;[[Akinese]]&amp;#039;&amp;#039;), spricht nicht (&amp;#039;&amp;#039;Mutismus&amp;#039;&amp;#039;) und zeigt auch keine Emotionen, da hierzu jeglicher Antrieb fehlt. Wahrnehmung und Gedächtnis sind meist nicht beeinträchtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome und Beschwerden ==&lt;br /&gt;
Der mutistische Patient spricht überhaupt nicht (&amp;#039;&amp;#039;totaler Mutismus&amp;#039;&amp;#039;) oder er schweigt nur bestimmten Menschen gegenüber bzw. in bestimmten Situationen (&amp;#039;&amp;#039;selektiver Mutismus&amp;#039;&amp;#039;, auch: &amp;#039;&amp;#039;elektiver Mutismus&amp;#039;&amp;#039;). Zudem finden Formen des Kontaktabbruchs auf der Ebene der nonverbalen Kommunikation statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Der Mutismus ist in der Regel durch eine [[Disposition (Medizin)|Disposition]] bedingt. So weisen z.&amp;amp;nbsp;B. in einer Studie von Kristensen 72,2 % der untersuchten Mutisten ausgeprägt schüchterne Familienangehörige auf, dagegen lediglich 17,6 % der Kinder der Kontrollgruppe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kristensen, H. |Titel=Selective mutism and comorbidity with developmental disorder/delay anxiety disorder, and elimination disorder |Sammelwerk=Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry |Band=Bd. 39 |Nummer=2 |Datum=2000 |Seiten=249-256}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim totalen Mutismus können Traumata eine Rolle spielen. Allerdings tritt diese schwerste Form des Schweigens auch häufig in Kombination mit endogenen Depressionen, Psychosen oder weiteren psychiatrischen Erkrankungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Psychische Störung|Störung]] ist oft mit [[Soziale Phobie|Sozialangst]], Rückzug oder Widerstand verbunden. Es kann sinnvoll sein, eine multifaktorielle [[Therapie]] anzubieten, die sich zwischen [[Logopädie|Sprachtherapie]], [[Psychotherapie]], [[Familientherapie]] und [[Psychiatrie]] bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich des selektiven Mutismus lassen sich in den Familien der Betroffenen gehäuft folgende Merkmale finden: Gehemmtheit, [[Kommunikation|kommunikativer]] und [[sozial]]er Rückzug, [[eigenbrötler]]isches Verhalten, [[Angst|Ängste]] und [[Depressionen]]. Hinzu kommen psychologische Faktoren der Aufrechterhaltung wie vermehrte [[Aufmerksamkeit]], Mittelpunktstellung in der [[Familie]], Sonderrollen und die Befreiung von Pflichten, die dazu führen können, dass die Betroffenen aus dem Teufelskreis des Schweigens nicht mehr alleine herauskommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist sprechen die &amp;#039;&amp;#039;selektiv oder elektiv mutistischen&amp;#039;&amp;#039; Kinder mit den Eltern und Geschwistern, in anderen definierbaren Situationen (mit Fremden, im [[Kindergarten]] oder in der [[Schule]] etc.) sprechen sie jedoch nicht. Bei Kindern ist ein &amp;#039;&amp;#039;totaler Mutismus&amp;#039;&amp;#039; äußerst selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen und Komplikationen ==&lt;br /&gt;
Die gesamte [[Entwicklungspsychologie|Entwicklung]] ([[Spracherwerb|sprachlich]], [[Kognition|kognitiv]], [[sozial]] und [[emotion]]al) kann von mutistischem [[Verhalten (Psychologie)|Verhalten]] betroffen sein. Dies kann Folgen für die [[Persönlichkeitsentwicklung]], die [[Identität#Ich-Identität nach Erikson und Habermas|Ich-Identität]] und das [[Selbstbewusstsein]] haben. Betroffene können unter Sozialangst, seelischem Rückzug oder Widerstand gegen andere oder unter einer [[Depression|depressiven]] Stimmungslage leiden. Es kann zu Schwierigkeiten in der Schule, der [[Berufsausbildung|Ausbildung]] oder im [[Beruf]] kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Kinder mit Mutismus leichter zu ignorieren sind als [[Hyperaktivität|hyperaktive]] oder [[Lernbehinderung|lernbehinderte]] Kinder, wird selten richtig [[Diagnose|diagnostiziert]] oder überhaupt bemerkt, dass eine Störung vorliegt. Von den Eltern werden Kinder mit Mutismus oft als [[Schüchternheit|schüchtern]] oder lustlos begriffen. Im Umfeld der Eltern, der Geschwister und enger Freunde reden die Betroffenen normal und gelöst; sobald jedoch der Verdacht besteht, dass jemand mithört, oder nur ein Dritter sieht, dass der Mund bewegt wird, kann ein Betroffener wieder ins Schweigen verfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Mutismus eine [[Kommunikationsstörung]] ist und in der [[Interaktion]] mit anderen Menschen auftritt, leiden auch die Kommunikationspartner unter dem Schweigen. Man kann Mutisten nicht zum [[Sprechen|Reden]] fordern, denn das „zwingt“ sie, immer stiller zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
Die Behandlung erfolgt [[Logopädie|sprachtherapeutisch]], [[Psychotherapie|psychotherapeutisch]] und/oder [[psychiatrisch]]. Bei mutistischen Jugendlichen und Erwachsenen kann eine zusätzliche pharmakologische Behandlung mit [[Antidepressiva]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Sertralin]]) stattfinden, wenn eine entsprechende medizinische Herangehensweise gewählt wird. Eine mutismusspezifische Behandlungskonzeption ist die &amp;#039;&amp;#039;Systemische Mutismus-Therapie (SYMUT)&amp;#039;&amp;#039; von Hartmann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hartmann, B |Titel=Die Behandlung eines (s)elektiv mutistischen Mädchens nach dem Konzept der Systemischen Mutismus-Therapie/SYMUT – Teil I |Sammelwerk=Forum Logopädie |Band=Bd. 18 |Nummer=1 |Datum=2004 |Seiten=20-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hartmann, B |Titel=Die Behandlung eines (s)elektiv mutistischen Mädchens nach dem Konzept der Systemischen Mutismus-Therapie/SYMUT – Teil II |Sammelwerk=Forum Logopädie |Band=Bd. 18 |Nummer=2 |Datum=2004 |Seiten=30-35}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie verbindet sprachtherapeutische und verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Eine weitere Verbindung von Psychologie und Kommunikationstherapie findet sich im Ansatz von Katz-Bernstein wieder.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Nitza Katz-Bernstein |Titel=Mut zum Sprechen finden – Therapeutische Wege bei selektiv mutistischen Kindern |Auflage=1. |Verlag=Reinhardt Verlag |Datum=2007 |ISBN=978-3-497-01894-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Entwürfe deuten das Schweigen als positive Fähigkeit des Kindes um.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Reiner Bahr |Titel=Wenn Kinder schweigen. Redehemmungen verstehen und behandeln |Auflage=4. |Verlag=Walter Verlag |Datum=2007 |ISBN=978-3-491-40135-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier geht es dann vielmehr darum, dass das Kind von sich aus Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen soll, was allerdings aufgrund der vorliegenden Ängstlichkeit nur äußerst selten gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
[[Diagnostik|Diagnostische]] Kriterien nach dem [[DSM-IV]] sind:&lt;br /&gt;
# Andauernde Unfähigkeit, in bestimmten Situationen zu [[sprechen]], (in denen das Sprechen erwartet wird, z.&amp;amp;nbsp;B. in der [[Schule]]), wobei in anderen Situationen normale Sprechfähigkeit besteht.&lt;br /&gt;
# Die Störung behindert die schulischen oder [[beruf]]lichen [[Arbeitsleistung|Leistungen]] oder die [[sozial]]e [[Kommunikation]].&lt;br /&gt;
# Die Störung dauert mindestens einen Monat und ist nicht auf den ersten Monat nach Beginn der Schule, der Ausbildung oder der Berufsausübung beschränkt.&lt;br /&gt;
# Die Unfähigkeit zu sprechen ist nicht durch fehlende Kenntnisse der gesprochenen [[Sprache]] bedingt, die in der sozialen Situation benötigt wird, oder dadurch, dass der Betroffene sich in dieser Sprache nicht wohl fühlt.&lt;br /&gt;
# Die Störung kann nicht besser durch eine [[Kommunikationsstörung]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Stottern]]) erklärt werden und tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer [[Tiefgreifende Entwicklungsstörung|tiefgreifenden Entwicklungsstörung]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Autismus]]), [[Schizophrenie]] oder einer anderen psychotischen Störung auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Differentialdiagnose ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur Schizophrenie bzw. [[Psychose]] treten beim Mutismus keine [[Wahn]]symptome auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Sozialverhalten]] und das Fehlen von [[Stereotypie (Medizin)|Stereotypien]] differenziert die [[Psychische Störung|Störung]] vom Autismus und Asperger-Syndrom sowie von Deprivationssyndromen ([[Hospitalismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mutismus kann nicht durch Stottern, [[Poltern (Sprechstörung)|Poltern]] oder [[Stammeln]] und auch nicht durch ein fehlendes [[Sprache|Sprachverständnis]] (z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Migration (Soziologie)|Migrationshintergrund]]) erklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zentral-organische Schädigungen ([[Schädel-Hirn-Trauma]], [[Aphasie]]), [[Sprachentwicklungsstörung]]en sowie [[Gehörlosigkeit]] müssen ausgeschlossen werden. Eine Sonderform, die mit hirnorganischen [[Läsion]]en und/oder Inhibitionsmechanismen einhergeht, wird als [[Akinetischer Mutismus]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Cairns, H., R. C. Oldfield, J. B. Pennybacker, D. Whitteridge |Titel=Akinetic mutism with an epidermoid cyst of the 3rd ventricle |Sammelwerk=Brain |Band=64 |Datum=1941 |Seiten=273-290}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zudem handelt es sich um keinen Mutismus, wenn Menschen aus [[Trotz]] ([[Selbsterhaltung]]), aus [[Trauer]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Verlust eines geliebten Menschen oder [[Scheidung]]) oder als bewusstes Vermeidungsverhalten bzw. [[Abwehrmechanismus]] (z.&amp;amp;nbsp;B. bei Vorträgen vor großem [[Publikum]]) [[schweigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ICD-10 Schlüssel ==&lt;br /&gt;
Die psychisch und nicht organisch bedingten [[Sprechstörung]]en (als Entwicklungsstörungen) wie der Mutismus sind in der Kategorie [[ICD-10]] F80 verschlüsselt. ICD-10 F80.0 beschreibt die [[Artikulation (Linguistik)|Artikulationsstörung]], ICD-10 F80.1 und ICD-10 F80.2 die expressive bzw. rezeptive [[Sprachstörung]]. ICD-10 F80.3 ist die erworbene Aphasie mit [[Epilepsie]] ([[Landau-Kleffner-Syndrom]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ICD-10 subsumiert den „selektiven“ Mutismus (ICD-10 F94.0) unter die Störung [[sozial]]er Funktionen mit Beginn in der [[Kindheit]] und [[Jugend]] (dazugehöriger Begriff: Selektiver Mutismus).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Posterior-Fossa-Syndrom]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Hildegard Brand&lt;br /&gt;
   |Titel=Mutismus – schweigende Kinder und Jugendliche im Gespräch. Erfahrungen mit Gruppen&lt;br /&gt;
   |Auflage=&lt;br /&gt;
   |Verlag=Pabst Science Publishers&lt;br /&gt;
   |Ort=Lengerich / Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=2009&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-89967-549-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Boris Hartmann, Michael Lange&lt;br /&gt;
   |Titel=Ratgeber: Mutismus im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter&lt;br /&gt;
   |Auflage=6.&lt;br /&gt;
   |Verlag=[[Schulz-Kirchner Verlag|Schulz-Kirchner]]&lt;br /&gt;
   |Ort=Idstein-Wörsdorf&lt;br /&gt;
   |Datum=2013&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-8248-0506-8}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Nitza Katz-Bernstein&lt;br /&gt;
   |Titel=Selektiver Mutismus bei Kindern. Erscheinungsbilder, Diagnostik, Therapie&lt;br /&gt;
   |Auflage=2.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Reinhardt Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=München / Basel&lt;br /&gt;
   |Datum=2007&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-497-01754-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Boris Hartmann&lt;br /&gt;
   |Titel=Gesichter des Schweigens. Die Systemische Mutismus Therapie/SYMUT als Therapiealternative&lt;br /&gt;
   |Auflage=2.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Schulz-Kirchner Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Idstein-Wörsdorf&lt;br /&gt;
   |Datum=2008&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-8248-0336-1}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Otto Dobslaff&lt;br /&gt;
   |Titel=Mutismus in der Schule&lt;br /&gt;
   |Auflage=&lt;br /&gt;
   |Verlag=Wissenschaftsverlag Spiess&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=2005&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-89776-008-0}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Boris Hartmann&lt;br /&gt;
   |Titel=Mutismus. Zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus&lt;br /&gt;
   |Auflage=5.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Wissenschaftsverlag Spiess&lt;br /&gt;
   |Ort=Berlin&lt;br /&gt;
   |Datum=2007&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-89166-196-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ornella Garbani Ballnik&lt;br /&gt;
   |Titel=Schweigende Kinder. Formen des Mutismus in der pädagogischen und therapeutischen Praxis&lt;br /&gt;
   |Auflage=&lt;br /&gt;
   |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht&lt;br /&gt;
   |Ort=Göttingen&lt;br /&gt;
   |Datum=2009&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-525-40201-6}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ornella Garbani Ballnik&lt;br /&gt;
   |Titel=Unser Kind spricht nicht. Ratgeber für Eltern schweigender Kinder&lt;br /&gt;
   |Auflage=&lt;br /&gt;
   |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht&lt;br /&gt;
   |Ort=Göttingen&lt;br /&gt;
   |Datum=2012&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-525-40215-3}}&lt;br /&gt;
* [http://www.mutismus.de/literatur-und-links Literaturangaben] des Vereins Mutismus Selbsthilfe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.mutismus.net Übersicht über die Formen des Mutismus] auf der Website des Mutismus Beratungs Zentrum&lt;br /&gt;
* [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/580710/Kein-Wort &amp;#039;&amp;#039;Kein Wort.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jetzt (Onlinemagazin)|Jetzt.de]]&amp;#039;&amp;#039;, 11. November 2013, abgerufen am 11. November 2013&lt;br /&gt;
* Sabine Laerum: &amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20190316224855/http://boris-hartmann.de/_Resources/Persistent/d3364b26fd472d66bf1f1c4757cde22e4a7674f1/Psychologie%20Heute%20August%202014.pdf Selektiver Mutismus: Das schweigende Kind.]&amp;#039;&amp;#039; Psychologie Heute, August 2014, S. 40–45 (PDF, 6 Seiten, 6,8 MB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychopathologisches Symptom]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4170886-6}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-21441-09</name></author>
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