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	<title>Muthzettel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T06:34:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Muthzettel&amp;diff=1816510&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Freygangfreunde: /* Mutscheinerteilung für Gutsbesitz in Mecklenburg */</title>
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		<updated>2024-06-14T10:50:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Mutscheinerteilung für Gutsbesitz in Mecklenburg&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Muthzettel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mutschein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine bergrechtliche Bescheinigung, die einem [[Muter]] als Bewilligungsbrief vom [[Bergmeister (Beruf)|Bergmeister]] oder vom [[Bergvogt (Bergbau)|Bergvogt]] erteilt wurde. Durch den Muthzettel sicherte sich der Muter beim Bergamt den Erstanspruch an der Lagerstätte. Die Genehmigung wurde dem Muter jedoch nur dann erteilt, wenn dieser zuvor den Grundstückseigentümer über die vorhandene Lagerstätte informiert hatte und dieser keinen Anspruch erhob, die Lagerstätte selbst auszubeuten. Durch den Muthzettel wurde dem Muter bescheinigt, dass er das Recht hatte, die [[Lagerstätte]] bergmännisch zu bearbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formalitäten ==&lt;br /&gt;
Hatte ein [[Bergmann]] eine Lagerstätte [[Mutung|gemutet]], so musste er sich seine [[Fundgrube]] durch das Bergamt quasi beglaubigen lassen. Hierfür musste er einen Muthzettel erstellen, der dem Bergmeister übergeben wurde. Dazu legte er diesen dem Bergmeister auf seinen Amtstisch. Durch diesen Vorgang war der Bergmeister verpflichtet, den Muthzettel anzunehmen und zu bestätigen. Die Übergabe des Muthzettels an den Bergmeister nennt der Bergmann die „Muthung einlegen“.&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 1&amp;quot; /&amp;gt; Zur Sicherheit erstellte der Muter immer zwei identische Muthzettel, die von dem Bergmeister mit dem Einreichungsdatum und der Uhrzeit versehen wurden. Einen der beiden Muthzettel behielt der Bergmeister für seine Akten, den anderen erhielt der Muter als Bestätigung zurück.&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 3&amp;quot; /&amp;gt; Der zurückgegebene Muthzettel wurde dann als Muthschein bezeichnet. Die Angaben im Muthzettel waren vorgegeben. So musste im Muthzettel folgendes stehen:&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der Namen des Muters&lt;br /&gt;
* Der Namen des Grundbodenbesitzers auf dessen Eigentum die Lagerstätte war&lt;br /&gt;
* Die genaue Ortsbezeichnung&lt;br /&gt;
* Die Art der Bodenschätze (Erze)&lt;br /&gt;
* Das [[Streichen (Geologie)|Streichen]] des Ganges&lt;br /&gt;
* Die Anzahl der gemuteten Fundgruben, Maßen, Stollen und [[Längenfeld (Bergbau)|Längenfelder]]&lt;br /&gt;
* Das genaue Datum (Jahr, Monat, Tag und Stunde) an welchem gemutet worden war&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Meldung an den Bergbeamten musste spätestens vier Wochen nach der Muthung erfolgen. Nach der Vorlage des Muthzettels wurde die neu gemutete Lagerstätte vom [[Bergschreiber]] in das [[Bergbuch]] eingetragen. Damit sich die Bergbeamten schon im Vorfeld ein Bild von der gemuteten Fundgrube machen konnten, mussten die Angaben im Muthzettel so präzise wie möglich sein. Nach der Überprüfung des Muthzettels und der [[Freifahrung|Befahrung]] der Lagerstätte durch einen Bergbeamten erfolgte die [[Verleihung (Bergbau)|Verleihung]] der [[Berechtsame]]. Die verliehene Berechtsame wurde in das Verleihbuch eingetragen, und der [[Lehnträger]] erhielt als Legitimation eine [[Lehenbrief (Bergbau)|Bestätigungsurkunde]] oder einen [[Lehenschein (Bergbau)|Lehenschein]] ausgehändigt.&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 4&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderheiten ==&lt;br /&gt;
Obwohl der Grundstückseigentümer nach der erfolgten Mutung keinen vorrangigen Anspruch auf den Bodenschatz hatte, musste er vom Muter über die Lagerstätte informiert werden, die sich auf seinem Grundstück befand. Erhob der Grundstückseigentümer keinen Anspruch darauf Mitgewerke zu werden, konnte er auch keine Forderungen aus dem Verkauf der Bodenschätze ableiten. Für entstandene Schäden oder Nutzungseinschränkungen seines Grundstückes, die durch den Bergbaubetrieb entstanden, hatte er einen Anspruch auf Entschädigung.&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch wurde es, wenn bereits ein älterer Muthzettel im Bergbuch hinterlegt war. Dann musste der Muter nachweisen, dass er auch der Besitzer dieses älteren Muthzettels war. Dieses konnte er nur beweisen, wenn er eine, durch den Bergschreiber erstellte und beglaubigte, Abschrift des älteren Muthzettels besaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konnte der Muter den Bergmeister nicht in seiner Amtsstube antreffen, so hatte er die Möglichkeit, im Beisein eines Zeugen den Bergmeister in dessen Wohnung aufzusuchen und ihm den Muthzettel zu überreichen. Konnte er den Bergmeister auch dort nicht auffinden, hatte er die Möglichkeit, den Muthzettel bei einem [[Berggeschworener|Berggeschworenen]] oder bei einem Gericht abzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fehlerhafter Muthzettel ===&lt;br /&gt;
Der Muthzettel musste in seiner Form den Vorgaben der jeweiligen Berggesetzen entsprechen. Nur durch einen vorschriftsmäßig ausgefüllten Muthzettel konnte die Abbaugenehmigung einer gemuteten Lagerstätte beantragt werden. Fehlten in einem Muthzettel eine oder mehrere wichtige Angaben, so hatte der Muter dadurch ein Problem. Wurde z.&amp;amp;nbsp;B. anstelle der genauen Bezeichnung des Fossils nur allgemein Mineral eingetragen oder wurde die Begrenzung der Lagerstätte nicht genau angegeben, so war dieser Muthzettel vorschriftswidrig. Diese vorschriftswidrigen Muthzettel wurden von den Bergbeamten zurückgewiesen. Der Muther hatte die aus dieser Versäumnis der gesetzlichen Vorschriften entstandenen Folgen sich selbst zuzuschreiben.&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 6&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mutscheinerteilung für Gutsbesitz in Mecklenburg ===&lt;br /&gt;
Neben &amp;#039;&amp;#039;der Abnahme&amp;#039;&amp;#039; des Lehneides wurden in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz Mutscheine für Lehnsgüter seitens des Landesherrn an den jeweiligen Gutsherrn erteilt,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Großherzoglich Mecklenburg-Strelitzischer Officieller Anzeiger für Gesetzgebung und Staatsverwaltung 1906. Nr. 16&amp;#039;&amp;#039;., Hrsg. Großherzogliche Regierungs-Registratur, Hofbuchdruckerei H. Pohl etc., Neustrelitz, den 19. April 1906, [https://www.google.de/books/edition/Grossherzoglich_Mecklenburg_Strelitzsche/Y0YlAQAAIAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Dannenwalde+v.+Waldow&amp;amp;pg=RA4-PA110&amp;amp;printsec=frontcover S. 110.]&amp;lt;/ref&amp;gt; als gleichwertiger Lehenskonses bis zum Ende der Monarchie 1918.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin Nr. 37&amp;#039;&amp;#039;, Jahrgang 1910, Ausgegeben Schwerin, Montag, den 24. Oktober 1910, [https://www.google.de/books/edition/Regierungsblatt_f%C3%BCr_Mecklenburg_Schweri/ipmvAAAAMAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Mutschein+Mecklenburg&amp;amp;pg=PA290-IA24&amp;amp;printsec=frontcover S. 24.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Tradition ist bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts dort nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Henrich Clüver: &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung des Herzogthums Mecklenburg&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Sechster Theil&amp;#039;&amp;#039;, Druck Thomas von Wiering Erben, Hamburg 1742, [https://www.google.de/books/edition/Beschreibung_des_Herzogthums_Mecklenburg/ChlYAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Mutschein+Mecklenburg&amp;amp;pg=PA700&amp;amp;printsec=frontcover S. 700.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Brassert]]: &amp;#039;&amp;#039;Berg-Ordnungen der Preussischen Lande&amp;#039;&amp;#039;. F. C. Eisen’s Königliche Hof-Buch- und Kunsthandlung, Köln 1858.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 1&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Bergmännisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; Johann Christoph Stößel, Chemnitz 1778.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 2&amp;quot;&amp;gt;Carl Friedrich Richter: &amp;#039;&amp;#039;Neuestes Berg- und Hütten-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Zweiter Band, Kleefeldsche Buchhandlung, Leipzig 1805.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 3&amp;quot;&amp;gt;Heinrich Veith: [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11011485?page=7 &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen.&amp;#039;&amp;#039;] Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 4&amp;quot;&amp;gt;Christian Heinrich Gottlieb Hake: [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10292869?page=5 &amp;#039;&amp;#039;Commentar über das Bergrecht.&amp;#039;&amp;#039;] Verlag Kommerzienrath J. E. v. Seidel Kunst und Buchhandlung, Sulzbach 1823.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 5&amp;quot;&amp;gt;[http://www.ruhrkohlenrevier.de/verleihung.html &amp;#039;&amp;#039;Der frühe Bergbau an der Ruhr: Verleihung eines Abbaurechts&amp;#039;&amp;#039;], Ruhrkohlenrevier.de 2009; (zuletzt abgerufen am 14. Juni 2024).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name= &amp;quot;Quelle 6&amp;quot;&amp;gt;Carl Johann Bernhard Karsten: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Bergbau und Hüttenwesen.&amp;#039;&amp;#039; Dritter Band, verlegt bei G. Reimer, Berlin 1820.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Freygangfreunde</name></author>
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