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	<title>Mutʿa-Ehe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Kolja21: +Normdaten</title>
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		<updated>2026-02-19T06:06:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+Normdaten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mutʿa-Ehe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|1=نكاح المتعة&amp;amp;lrm;|d=nikāḥ al-mutʿa|b=Ehe des Genusses}}) oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sigheh-Ehe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{faS|صیغه&amp;amp;lrm;|d=ṣīġe|b=Formel}}),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Junker/Alavi: &amp;#039;&amp;#039;Persisch-deutsches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig/Teheran 1970, S. 488.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;ṣīġeh&amp;#039;&amp;#039; („Formel“) geht auf die Formel des zugrundeliegenden Vertrages zurück; weitere Bezeichnungen: &amp;#039;&amp;#039;nikāḥ tamattuʿ, nikāḥ muwaqqat, nikāḥ munqaṭiʿ&amp;#039;&amp;#039;, wobei &amp;#039;&amp;#039;nikāḥ&amp;#039;&amp;#039; auch durch &amp;#039;&amp;#039;zawāğ&amp;#039;&amp;#039; ersetzt werden kann; vergleiche Nelson Müller: &amp;#039;&amp;#039;Mauqif aš-šarīʿa al-ġarrāʾ min nikāḥ al-mutʿa. Muhammad ʿAlī aṣ-Ṣābūnīs Beitrag zur innerislamischen Diskussion um die Zeitehe.&amp;#039;&amp;#039; Studienarbeit, Grin 2015, ISBN 978-3-668-11096-0, S. ?? ({{Google Buch |BuchID=Y7k3CwAAQBAJ |Seite= |Linktext=Leseprobe}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Book-on-Demand ist grundsätzlich KEIN Beleg! SEITE ?--&amp;gt; deutsch auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeitehe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine zeitlich begrenzte [[Ehe]], die von [[Zwölfer-Schia|zwölfer-schiitischen]] [[Muslim]]en als zulässig &amp;#039;&amp;#039;([[Halāl|Mubāh]])&amp;#039;&amp;#039; angesehen wird und für einen Zeitraum von einer halben Stunde bis 99 Jahre geschlossen wird. Die übrigen islamischen Gruppierungen lehnen diese Form der Ehe mehrheitlich ab (siehe auch [[Islamische Ehe]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ähnliche Ehe auf Zeit gibt bzw. gab es auf stammesrechtlicher Grundlage beispielsweise in [[Äthiopien]] bei den [[Amharen|Amhara]] und [[Tigray (Volk)|Tigrinya]] unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Dämoz&amp;#039;&amp;#039; ({{amS|ደሞዝ|de=Lohn}}).&amp;lt;ref&amp;gt;Giovanna Trento: [https://journals.openedition.org/cy/1878 &amp;#039;&amp;#039;Ethiopian‑Italians&amp;#039;&amp;#039;], in: &amp;#039;&amp;#039;Chroniques yéménites&amp;#039;&amp;#039; 17 (2012), Rn. 12; Zuzanna Augustyniak: [https://salc.uw.edu.pl/index.php/SALC/article/view/49/35 &amp;#039;&amp;#039;Marriages in Ethiopia&amp;#039;&amp;#039;], in: &amp;#039;&amp;#039;Studies of the Department of African Languages and Cultures&amp;#039;&amp;#039; 43 (2009), S. 102; Hatem Ellisie: &amp;#039;&amp;#039;Der zweite Band der Encyclopaedia Aethiopica im Vergleich&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Orientalistische Literaturzeitung&amp;#039;&amp;#039; 102 (2007), [https://www.eth.mpg.de/4098238/OLZ_Elliesie_2007.pdf#page=4 Sp. 403 f.] unter Hinweis auf eine Entscheidung des Amtsgerichts Stuttgart-Bad Cannstatt, Aktenzeichen 4 F 566/01&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!-- nicht-deutsche Begriffe kursiv im weiteren Artikelverlauf einheitlich hervorheben? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Unter (nikāḥ al-)mutʿa versteht man, laut dem Wörterbuch von [[Hans Wehr]], die Zeitehe bzw. die „Genußehe, die nur auf kurze Zeit ausschließlich zum Zwecke des geschlechtlichen Genusses geschlossen wird“.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Wehr: &amp;#039;&amp;#039;Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. 5. Aufl. Wiesbaden 1985, [https://archive.org/details/26387126HansWehrArabischesWorterbuch/page/n1173 S. 1183] f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Zwölferschiiten befürworten die mutʿa; [[Sunniten]], [[Zaiditen]], [[Ismailiten]], [[Alawiten]] und [[Drusen]] lehnen sie hingegen mehrheitlich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formal betrachtet können nach zwölfer-schiitischer Lehre ein Mann und eine unverheiratete ehrbare (ʿafīfa) Frau eine mutʿa durch einen unwiderruflichen (lāzim) Vertrag eingehen. Dieser Vertrag bedingt keinerlei Zeugen und muss nicht vor einem [[Qādī]] geschlossen werden. Notwendig sind aber genaue Angaben über den an die Frau zu entrichtenden Lohn (ağr/mahr) sowie über den Zeitraum (ağal), welcher mindestens eine halbe Stunde und höchstens 99 Jahre betragen darf und nach dessen Ablauf, der ohne Ausspruch von Scheidungsformeln erfolgt, keine Verlängerung möglich ist. Im Falle des beidseitigen Wunsches einer Verlängerung muss nach Ablauf einer Wartefrist (ʿidda), die zwei Menstruationsperioden bzw. 45 Tage dauert, ein neuer Vertrag geschlossen werden. Die Wartefrist gilt jedoch auch für die Schließung von mutʿa-Ehen mit anderen Partnern. Dies entspricht der ʿidda einer Sklavin, obwohl die Sklaverei in der islamischen Welt ab dem 19. Jahrhundert aufgrund des Drucks der Kolonialmächte weitgehend abgeschafft wurde. Für eine „gewöhnliche“ (Dauer-)Ehe (nikāḥ) gilt nämlich nach Koransure 2:234 eine ʿidda von 4 Monaten und 10 Tagen.&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch verpflichtet eine mutʿa den Mann nicht – im Gegensatz zur Dauerehe – der Frau Unterhalt und Wohnung zu gewähren. Außerdem besteht für die Vertragspartner keine Möglichkeit, im Falle des Ablebens eines Partners einander zu beerben.&amp;lt;ref group=&amp;quot;H&amp;quot; name=&amp;quot;H&amp;quot;&amp;gt;Heffening, S. 755–758.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sunnitische Rechtsliteratur unterscheidet zwei Arten von mutʿa-Ehen: die generelle und bisher beschriebene mutʿat an-nisāʾ und die Genussehe zur Wallfahrt (mutʿat al-ḥağğ). Diese Differenzierung beruht auf einem [[Hadith]], in dem es heißt: „Es existierten zwei mutʿa-Ehen zur Zeit des Gottgesandten“ („mutʿatāni kānatā ʿalā ʿahd rasūl allāh“).&amp;lt;ref&amp;gt;Arthur Gribetz: &amp;#039;&amp;#039;Strange Bedfollows: Mutʿat al-nisāʾ and Mutʿat al-ḥajj. A Study Based on Sunnī and Shīʿī Sources of Tafsīr, Ḥadīth and Fiqh&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1994, S. 1&amp;lt;/ref&amp;gt; Die mutʿat al-ḥağğ soll demzufolge zu Lebzeiten des Religionsstifters [[Mohammed]] zwischen der kleinen Pilgerfahrt (ʿumra) und dem Haddsch (ḥağğ) zur Entweihung (iḥrām) stattgefunden haben und wird daher, vor allem bei den Sunniten, im historischen Verlauf differenziert zur mutʿat an-nisāʾ betrachtet und gelegentlich sogar, insbesondere von den [[Hanbaliten]], akzeptiert. Damit birgt sie auch weniger Konfliktpotential zwischen Sunniten und Zwölfer-Schiiten als die mutʿat an-nisāʾ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innerislamische Kontroverse ==&lt;br /&gt;
=== Ursprünge ===&lt;br /&gt;
Nach [[Ignaz Goldziher]] (1850–1921) stellt die mutʿa {{&amp;quot;|die einschneidendste gesetzliche Streitfrage zwischen sunnitischem und schiitischem Islam}} dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ignaz Goldziher]]: &amp;#039;&amp;#039;Vorlesungen über den Islam.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Heidelberg 1925, S. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die genauen Ursprünge der mutʿa sind unklar, doch vermutlich ist sie ein aus dem spätantiken Arabien im Zusammenhang mit der altarabischen Stammesgesellschaft entstandenes, in den Islam übernommenes Rechtsinstitut. Hinweise hierfür gibt zum Beispiel eine Textstelle im „Buch der Lieder“ (kitāb alaġānī) des [[Abū l-Faradsch al-Isfahānī]] (gest. 967), in der es „mattiʿūnī bihā l-laila“ heißt.&amp;lt;ref group=&amp;quot;H&amp;quot; name=&amp;quot;H&amp;quot; /&amp;gt; Der Historiker Caetani sprach sogar der Ehe von [[Salma bint ʿAmr]] und [[Hāschim ibn ʿAbd Manāf]] (gest. um 510, Urgroßvater Mohammeds und Stammvater des Clans der [[Haschimiten]]) mutʿa-Charakter zu.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leone Caetani]]: &amp;#039;&amp;#039;Annali dell` Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Mailand 1905, S. 111 (italienisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung der Meinungsverschiedenheit zwischen Sunniten und Schiiten hingegen liegt erst in der Interpretation der&amp;amp;nbsp;– nach der [[Theodor Nöldeke|Nöldekeschen]] Chronologie medinensischen&amp;amp;nbsp;– Sure&amp;amp;nbsp;4 (&amp;#039;&amp;#039;[[an-Nisā&amp;#039;]]&amp;#039;&amp;#039; „Die Frauen“), Vers&amp;amp;nbsp;24:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Und (verboten sind euch) die ehrbaren (Ehe)frauen (al-muḥṣanāt mina n-nisāʾ), außer was ihr (an Ehefrauen als Sklavinnen) besitzt. (Dies ist) euch von Gott vorgeschrieben. Was darüber hinausgeht, ist euch erlaubt, (nämlich) daß ihr euch als ehrbare (Ehe)männer, nicht um Unzucht zu treiben, mit eurem Vermögen (sonstige Frauen zu verschaffen) sucht. &amp;#039;&amp;#039;Wenn ihr dann welche von ihnen (im ehelichen Verkehr) genossen habt, dann gebt ihnen ihren Lohn als Pflichtteil!&amp;#039;&amp;#039; Es liegt aber für euch keine Sünde darin, wenn ihr, nachdem der Pflichtteil festgelegt ist, (darüber hinausgehend) ein gegenseitiges Übereinkommen trefft. Gott weiß Bescheid und ist weise.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudi Paret]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Koran.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Stuttgart 1982, S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im Zitat kursive Passus, der auf Arabisch „fa-mā stamtaʿtum bīhī minhunna fa-ātūhunna uğūrahunna farīḍatan“ heißt, bildet hierbei die koranische Rechtfertigung der mutʿa.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudi Paret: &amp;#039;&amp;#039;Der Koran. Kommentar und Konkordanz.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Stuttgart 1977, S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Umstritten ist, ob nach „istamtaʿtum“ („genossen habt“) noch ein weiterer Textabschnitt stand, nämlich „ilā ağal musammā“ („für eine bestimmte Zeit“). In schiitischen Werken werden diese Worte hinzugefügt, in sunnitischen Kreisen gelten sie hingegen als Interpolation&amp;lt;!--???--&amp;gt;. Denn dieser zusätzliche Passus würde Männern erlauben sich mit ihrem Vermögen weitere Frauen – neben den Dauer-Ehefrauen – zu verschaffen, wenn sie ihnen nach dem Genuss den Lohn geben.&amp;lt;ref group=&amp;quot;H&amp;quot;&amp;gt;Heffening, S. 757.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Textabschnitt findet sich auch in den Koran-Kodizes &amp;#039;&amp;#039;(muṣḥaf)&amp;#039;&amp;#039; von [[ʿAbdallāh ibn Masʿūd]] und [[Ubaiy ibn Kaʿb]] sowie in der [[Koranexegese]] (Tafsīr) des [[at-Tabarī|Abū Ǧaʿfar aṭ-Ṭabarī]]. Auch [[ʿAbdallāh ibn ʿAbbās]], der in frühislamischer Zeit bedeutende Autorität der Koranexegese war, soll dieser Lesart wie viele weitere [[Sahāba]] gefolgt sein. Seine Position zur mutʿa war bei Zeitgenossen und auch danach geradezu berühmt, da er sie, trotz des Verbotes durch [[ʿUmar ibn al-Chattāb|ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb]], für erlaubt erklärte. ʿUmars Verbot gilt dabei für die Schiiten gewissermaßen als „unrechtmäßige Neuerung“ (bidʿa), für die Sunniten hingegen als Bekräftigung eines bereits durch Muḥammad geäußerten Verbotes der mutʿa.&amp;lt;ref&amp;gt;[[William Montgomery Watt]]: &amp;#039;&amp;#039;Muhammad at Medina.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 1956, S. 278–279 und 395 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Anlass für das Verbot von ʿUmar gelten nach einer Tradition verschiedene Fälle von Frauen, die durch mutʿa-Ehen schwanger geworden sein sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist es folglich meist Ziel der schiitischen Argumentation, die sunnitische Behauptung eines Verbots durch den Propheten Mohammed zu widerlegen, weil den Berichten über das Verbot durch ʿUmar alleine im schiitischen Milieu ohnehin keinerlei Bedeutung zukommen, da ʿUmar für sie nicht als religiöse Autorität gilt. Automatisch wäre dann auch der häufig formulierte Vorwurf der Sunniten, dass die mutʿa mit [[Zinā|Unzucht (zināʾ)]] gleichzusetzen sei, entkräftet, da der Prophet zināʾ gewiss nicht freigegeben hätte.&lt;br /&gt;
Umgekehrt versucht die sunnitische Seite zu belegen, dass Mohammed selbst die mutʿa verboten habe und dass dabei, wegen der früheren Erlaubnis dieser Praxis, ein Fall von [[Abrogation (Islam)|Abrogation (nasḫ)]] vorliegt.&amp;lt;ref group=&amp;quot;H&amp;quot; name=&amp;quot;H&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 6–7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zu Mohammeds Verbot zahlreiche &amp;#039;&amp;#039;aḫbār&amp;#039;&amp;#039; (vergleiche [[Achbārīya]]), die widersprüchlich sind. So verbot nach einer Überlieferergruppe der Prophet die mutʿa prinzipiell. Nach einer anderen Überlieferergruppe hingegen verbot der Prophet die mutʿa nur eingeschränkt, also zu bestimmten Anlässen, wie der Eroberung [[Mekka|Mekkas]] (fatḥ), der [[Abschiedswallfahrt]] (ḥiǧǧat al-wadāʿ) oder bei einem Feldzug für eine bestimmte Zeitdauer, wobei oftmals von drei Tagen die Rede ist.&amp;lt;ref group=&amp;quot;H&amp;quot; name=&amp;quot;H&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Arthur Gribetz: &amp;#039;&amp;#039;Strange Bedfollows: Mutʿat al-nisāʾ and Mutʿat al-ḥajj. A Study Based on Sunnī and Shīʿī Sources of Tafsīr, Ḥadīth and Fiqh.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1994, S. 6–105 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie sorgen allerdings dafür, dass zahlreiche Lehrmeinungen über die mutʿa entstanden sind und sie auch intrakonfessionell stets ein viel diskutiertes Thema darstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiterer Verlauf ===&lt;br /&gt;
Der „Gelehrte der [[Umma]]“ (ḥabr al-umma) Ibn ʿAbbas, der, wie sein [[Arabischer Name|Beiname]] &amp;#039;&amp;#039;laqab&amp;#039;&amp;#039; andeutet, von Schiiten und Sunniten als religiöse Autorität respektiert wird, war, wie oben erwähnt, eifriger Verfechter der mutʿa. Ebenso gelten auch viele andere Prophetengefährten (ṣaḥāba) oder diese noch Kennende (tābiʿūn) als Befürworter der mutʿa. Die sunnitische Seite versucht diese Tatsache immer wieder zu erklären oder zu beschwichtigen. Im Falle von Ibn ʿAbbas wird beispielsweise oftmals ein ḫabar von [[Muhammad ibn ʿĪsā at-Tirmidhī|Muḥammad ibn ʿĪsā at-Tirmiḏī]] verwendet, welcher besagt, dass sich Ibn ʿAbbas noch kurz vor seinem Tod zur gegenteiligen Ansicht, also zum Verbot der mutʿa, bekehrt habe.&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 5–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch trotz ihrer allgemeinen Ablehnung bei der Gruppierung, die sich später, im Angesicht der Schia und der theologischen Strömung der [[Muʿtazila]], als Sunniten herausbildete, war die mutʿa bereits in der frühislamischen Zeit Gegenstand von Konzessionen. So soll zum Beispiel [[Asch-Schāfiʿī]], der als Begründer der islamischen Rechtstheorie gilt, eine Ehe für auch dann gültig erklärt haben, wenn sie auf der „stillen“, also im Vertrag nicht formulierten, Absicht (niyāʾ) beruhe, nur für gewisse Zeit ausgeübt zu werden.&amp;lt;ref group=&amp;quot;H&amp;quot;&amp;gt;Heffening, S. 757–758.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der [[Abbasiden-Kalifat|abbasidische]] [[Kalif]] [[Al-Ma&amp;#039;mūn]], ohnehin für seine proalidische Politik bekannt, befürwortete die mutʿa und erlaubte diese den Muslimen mit Nachdruck, was als Zeichen des Einflusses der imamitischen Rechtsgelehrten &amp;#039;&amp;#039;([[Fiqh|faqih]])&amp;#039;&amp;#039; gewertet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt kennt aber auch die schiitische Tradition, trotz mehrheitlicher Befürwortung, prominente Ablehner der mutʿa. So sollen der fünfte und der sechste Imam, also [[Muhammad al-Bāqir|Muḥammad al-Bāqir]] und [[Dschaʿfar as-Sādiq]], als überzeugte Gegner der mutʿa gegolten haben. Über Muḥammad al-Bāqir wird beispielsweise berichtet, dass er auf die Frage, ob er einverstanden wäre, wenn die Töchter seiner Familie mutʿa-Verhältnisse eingehen würden, unwillig geschwiegen haben soll.&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit der Überlieferung der Missbilligung der mutʿa durch die Imame, zumindest was die weiblichen Angehörigen der Familie des Propheten (fāṭimiyāt) betrifft, festigte sich auch ein zweifelhaftes Ansehen der mutʿa innerhalb der schiitischen Tradition, so dass auch Familien der Mittel- und Oberschicht es seitdem vermieden, ihre Töchter mutʿa-Verhältnisse eingehen zu lassen.&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 10–11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich wurde mittels [[Hiyal|Rechtskniffen (ḥiyal)]] vielfach versucht, die Bedingungen der mutʿa, wie beispielsweise die ʿidda, zu umgehen, so dass die mutʿa generell unter den Verdacht legalisierter [[Prostitution]] geriet und wohl eine derartige Rolle schließlich teilweise auch tatsächlich einnahm.&lt;br /&gt;
Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Vorwurf, mutʿa sei gleichzusetzen mit zināʾ oder Prostitution, insbesondere seit der [[Osman (Dynastie)|osmanischen]] Polemik gegen die [[Safawiden]] von sunnitischer Seite häufig formuliert wurde und immer noch erhoben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Edward Granville Browne]]: &amp;#039;&amp;#039;A year amongst the Persians&amp;#039;&amp;#039;. 3. Aufl. London 1950, S. 506&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Eine wichtige Rolle im 20. Jahrhundert spielte auch eine Befürchtung, die von dem aus [[Bagdad]] stammenden sunnitischen Gelehrten [[Ibrāhīm Faṣīḥ al-Ḥaidarī]] erstmals formuliert wurde. Ihm zufolge sei die mutʿa besonders für die „oberflächlich islamisierten [[Beduinen]]“ attraktiv, was ihm eine Erklärung liefert, weshalb sich ab dem 18. Jahrhundert im Irak zahlreiche ehemals sunnitische Stämme der Schia angeschlossen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der einflussreiche Denker des Reformislams [[Raschīd Ridā|Rašid Riḍā]] machte in seiner Zeitschrift [[Raschīd Ridā#Die Zeitschrift al-Manār|al-Manār]] die schiitischen [[Mullah|Mullāhs]], welche die Vorzüge des zwölferschiitischen Rechtes vor allem anhand der mutʿa vermitteln und somit die Gelüste der Stammesoberhäupter instrumentalisieren würden, für die Verbreitung der Schia im Irak verantwortlich. Auf diese Anschuldigungen folgten eifrige Wortgefechte von sunnitischen und schiitischen Gelehrten.&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 28–30.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Sozialstatus lässt sich zudem auch erklären, weshalb unter den [[Libanon|libanesischen]] Schiiten zur Zeit des [[Libanesischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieges (1975–90)]] mutʿa-Ehen, verglichen mit Vorkriegszeiten, häufiger geschlossen wurden. Die wirtschaftliche Situation des Landes ließ für viele heiratsfähige Männer und Frauen keine reguläre Eheschließung zu. Der damals führende libanesische schiitische Geistliche (al-muršid ar-rūḥī) [[Muḥammad Ḥusain Faḍl Allāh]] (gest. 2010) trat zudem als Propagandist der mutʿa auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan Rosiny: &amp;#039;&amp;#039;Libanon. Sexualität im Diskurs schiitischer Islamisten&amp;#039;&amp;#039;. In: inamo. Band 19, 1999, S. 11 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stephan Rosiny erklärt durch die mutʿa in Folge sogar die Popularität der [[Hisbollah]] bei der libanesischen Jugend, denn insbesondere bei den unter 30-Jährigen sei die mutʿa-Ehe äußerst beliebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies spricht einen zweiten wichtigen Punkt beim Diskurs um die mutʿa an: die Angst sunnitischer [[ʿUlamā&amp;#039;]] vor einem „Abdriften der Jugend“ zu einer „dem sexuellen Genuss positiver eingestellten Schia“. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, seitdem die islamische Jugend auch verstärkt mit westlichen Sexualvorstellungen konfrontiert ist, scheint es für zahlreiche sunnitische Gelehrte unabdingbar zu sein, ihre ablehnende Position zur mutʿa zu erläutern. Diese Gelehrten sind meistens der schiafeindlichen [[Wahhabiten|Wahhābīya]] oder dem [[Salafismus]] nahestehend.&amp;lt;ref group=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Ende, S. 27 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings erschienen umgekehrt auch zahlreiche Werke von sunnitischen Denkern, welche die mutʿa zu verteidigen versuchten und im Zusammenhang mit der ideengeschichtlichen Strömung des [[Panislamismus]] stehen, welche versucht, die Zerrissenheit der Muslime durch Hervorhebung der innerislamischen Gemeinsamkeiten zu überwinden, oder auch im Lichte von Initiativen der Annäherung (taqrīb) der islamischen Konfessionen zu lesen sind. Als erster sunnitischer Autor der Gegenwart dieser Richtung gilt der Ägypter [[ʿAbbās Mahmūd al-ʿAqqād]] (gestorben 1964). Er versuchte, die mutʿa als gottgefällige Alternative zur „freien Liebe des Westens“ anzupreisen und durch sie die „Überlegenheit islamischer Rechtsvorschriften gegenüber westlichen Ehekonzeptionen“ zu belegen (vergleiche [[Islamische Ehe]]).&amp;lt;ref&amp;gt;ʿAbbās Maḥmūd Al-ʿAqqad: &amp;#039;&amp;#039;Al-falsafa al-qurʾānīya&amp;#039;&amp;#039;. Kairo 1947, S. 73–75&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ähnlich äußerten sich auch staatsnahe iranische schiitische Religionsgelehrte nach der [[Islamische Revolution|islamischen Revolution 1979]].&amp;lt;ref&amp;gt;Janet Afary: &amp;#039;&amp;#039;Sexual politics in modern Iran&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge 2009, S. 265 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Koranexegese|Tafsīr]]-Gelehrte [[Muhammad Ali Sabuni]] (geboren 1930) widmete der mutʿa eine eigene Abhandlung mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Mauqif aš-šarīʿa al-ġarrāʾ min nikāḥ al-mutʿa&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;!--deutsch? Jahr?--&amp;gt; in der er sich in vielen Punkten der Argumentation vorangehender sunnitischer Gelehrter gegen die mutʿa anschließt und kaum neue Gedanken hervorbringt. Stilistisch zeichnet sich diese Abhandlung allerdings dadurch aus, dass Sabuni die Schiiten fortlaufend durch zahlreiche polemische Ausdrücke diffamiert und sie sogar auf eine Ebene stellt mit den [[Muschrik|mušrikūn]] ([[Polytheismus|Polytheisten]], [[Henotheismus|Henotheisten]]).&amp;lt;!--BELEG ?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Nikāḥ al-misyār|Saudi-Arabien}} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nikāḥ al-misyār&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Zusammenhang muss auch das bei den Sunniten in den neunziger Jahren neu entworfene und in der Folge viel diskutierte Konzept der „Ehe des Durchreisenden“ &amp;#039;&amp;#039;(nikāḥ al-misyār)&amp;#039;&amp;#039; erwähnt werden,&amp;lt;!--[[:en:Misyar marriage]]--&amp;gt; da es gewissermaßen als Gegenkonzept zur populären mutʿa der Schiiten entstand. Als „Erfinder“ gilt der [[Saudi-Arabien|saudische]] ʿālim [[Fahad al-Ġanīm]], wobei sich die &amp;#039;&amp;#039;nikāḥ al-misyār&amp;#039;&amp;#039; wohl auf eine in der [[Nadschd|Nağd]]-Region bereits zuvor bekannte Art der „Vormittagsehe“ &amp;#039;&amp;#039;(aḍ-ḍaḥwīya)&amp;#039;&amp;#039; bezieht, bei welcher der Ehemann seine Ehefrau nur vormittags besuchte (im Unterschied zu einer [[Besuchsehe]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Khalid Sindawi: &amp;#039;&amp;#039;Temporary Marriage in Sunni and Shi’ite Islam: A Comparative Study.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2013, S. 86 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im traditionellen [[Islamische Ehe|islamischen Recht]] ist diese Eheform unbekannt. Sie wird aber mittlerweile von bedeutenden sunnitischen Autoritäten unterstützt, etwa vom ehemaligen [[Scheich der Azhar|Scheich al-Azhar]] [[Muhammad Sayyid Tantawi|Muḥammad Sayyid Ṭanṭāwī]] (gestorben 2010) oder von [[Yusuf al-Qaradawi]] (geboren 1926), der sich in seinem einflussreichsten Werk „Das Erlaubte und das Verbotene im Islam“ &amp;#039;&amp;#039;(al-ḥalāl wal-ḥarām fi l-islām)&amp;#039;&amp;#039; als entschiedener Gegner der mutʿa positionierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Sindawi, 88–92; [[Yusuf al-Qaradawi]] (übersetzt von: Ahamd von Denffer): &amp;#039;&amp;#039;Erlaubtes und Verbotenes im Islam&amp;#039;&amp;#039;. SKD Bavaria, München 1989, S. 162–163.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung im heutigen Iran ==&lt;br /&gt;
In der [[Iran|Islamischen Republik Iran]] ist die offiziell als „unterbrochene Ehe“ ({{faS|نکاح منقطع&amp;amp;lrm;}} {{lang|fa-Latn|nikāḥ-i munqaṭiʿ}}) bezeichnete mutʿa Teil des dortigen, schiitisch geprägten Rechtssystems, womit sie in diesem Land legal ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Zivilgesetzbuch ({{faS|قانون مدنی&amp;amp;lrm;}} {{lang|fa-Latn|Qānūn-i madanī}}), Art. 1075 ({{Webarchiv|url=http://rc.majlis.ir/fa/law/show/92778 |wayback=20201022115144 |text=persisch |archiv-bot=2022-12-18 03:01:01 InternetArchiveBot }}; [https://www.wipo.int/edocs/lexdocs/laws/en/ir/ir009en.pdf#page=106 englisch]; deutsch: [[Bergmann (Familienrecht)|Bergmann]], Iran S. 123).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Shahla Haeri: &amp;#039;&amp;#039;Law of desire: temporary marriage in Shiʿi Iran.&amp;#039;&amp;#039; Überarbeitete Ausgabe. Syracuse University Press, New York 2014, ISBN 978-0-8156-3381-5 (englisch; {{Google Buch |BuchID=_UXABAAAQBAJ |Seite= |Linktext=Leseprobe |Land=DE}}).&amp;lt;br /&amp;gt;Dieselbe: [http://www.iranicaonline.org/articles/mota &amp;#039;&amp;#039;Motʿa.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopædia Iranica]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Juli 2005 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland wird sie vom Schutzbereich des [[Artikel 6 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland|Art. 6 GG]] hingegen nicht erfasst;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Verwaltungsgericht Berlin|VG Berlin]], [https://openjur.de/u/279670.html Urteil vom 16. Februar 2009 – 24 A 273.08], Rn. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso verstößt sie in Österreich gegen den [[Ordre public]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[European Case Law Identifier|ECLI]]:AT:[[Verwaltungsgerichtshof (Österreich)|VWGH]]: [https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Vwgh&amp;amp;Dokumentnummer=JWT_2016010025_20161011L00 &amp;#039;&amp;#039;2016:RA2016010025.L00.1.&amp;#039;&amp;#039;] 11. Oktober 2016, abgerufen am 29. September 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ansicht von [[Großajatollah]] [[Ali as-Sistani]] ist sie für einen Muslim die einzige Möglichkeit, eine Nichtmuslimin von den „Leuten des Buches“ (&amp;#039;&amp;#039;[[ahl al-kitāb]]:&amp;#039;&amp;#039; Christin, Jüdin, eventuell [[Zoroastrismus|Zoroastrierin]]) zu heiraten, da eine Dauerehe im Sinne einer „verpflichtenden Vorsichtsmaßnahme“  abzulehnen sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Zeitehe schiitisch-islamisches Recht&amp;quot;&amp;gt;Großajatollah [[Ali as-Sistani]]: {{Webarchiv |url=http://www.najaf.org/lang/5/index.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Fiqh für Muslime im Westen.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20120516133400}} In: &amp;#039;&amp;#039;Njaf.org.&amp;#039;&amp;#039; Imam Ali Foundation, London 2016, abgerufen am 29. September 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere [[Ajatollah]]s wie Großajatollah al-Hakim erklären eine Dauerehe mit Frauen von den „Leuten des Buches“ für erlaubt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ehe/Zeitehe&amp;quot;&amp;gt;Großajatollah Mohammad Sayid al-Hakim: {{Webarchiv |url=http://english.alhakeem.com/quearchv/Marriage.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Questions &amp;amp; Answers: Marriage (29).&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20090710155203}} In: &amp;#039;&amp;#039;English.alhakeem.com.&amp;#039;&amp;#039; Stand: 10. Juli 2009, abgerufen am 29. September 2020 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Mardschaʿ-e Taghlid|religiösen Autoritäten &amp;#039;&amp;#039;(marāǧaʿ)&amp;#039;&amp;#039;]] kann die Zeitspanne einer mutʿa zwischen 1&amp;amp;nbsp;Stunde und 99&amp;amp;nbsp;Jahren betragen, wobei auch der Verkehr mit [[Prostitution|Prostituierten]] oder „[[Seitensprung|Seitensprünge]]“ nicht ausgeschlossen sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ehe/Zeitehe&amp;quot; /&amp;gt; In schiitischen Gebieten arbeiten viele Prostituierte illegal unter dem Deckmantel der Zeitehe, weil das schiitische Recht in Konsens eine Wartezeit &amp;#039;&amp;#039;(ʿiddah)&amp;#039;&amp;#039; von etwa 3&amp;amp;nbsp;Monaten vorsieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Regelwerk von Großajatollah [[Ali as-Sistani]]: [http://www.najaf.org/books/201/?id=152 &amp;#039;&amp;#039;Iddah of Divorce.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Najaf.org.&amp;#039;&amp;#039; Imam Ali Foundation, London, abgerufen am 29. September 2020 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeitehe kann heimlich vollzogen werden, wobei es für die Anzahl von Zeitehe-Frauen keine Beschränkung gibt. Die Beschränkung auf vier Ehefrauen gilt nur für unbefristete Eheverhältnisse. Auch muss der Mann seine erste Ehefrau nicht informieren, falls er eine Dauerehe führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Artikel in &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039; merkt 2015 an, dass die Zeitehe bei der iranischen Bevölkerung „verpönt“ sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Judith Balle: [https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/iran-ehe-auf-zeit/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Zeitehe in Iran: Willkommen im Heiratsclub!&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; 19. März 2015, abgerufen am 29. September 2020; Zitat: {{&amp;quot;|Zwar gestattet die iranische Regierung die Zeithehe ausdrücklich, in der Bevölkerung ist sie jedoch verpönt.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Odaliske]]&lt;br /&gt;
* [[Winkelehe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Francesco Castro:&amp;lt;!--[[:it:Francesco Castro]]--&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Materiali e ricerche sul Nikāḥ al-Mutʿa.&amp;#039;&amp;#039; Rom 1974 (italienisch).&lt;br /&gt;
* [[Dietrich von Denffer]]: &amp;#039;&amp;#039;Mutʿa – Ehe oder Prostitution? Beitrag zur Untersuchung des šīʿitischen Islam.&amp;#039;&amp;#039; In &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Band 128, 1978, S. 299–325 ([http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/titleinfo/116857 Downloadseite]).&lt;br /&gt;
* [[Werner Ende]]: &amp;#039;&amp;#039;Ehe auf Zeit (mutʿa) in der innerislamischen Diskussion der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; In: Stefan Reichmuth (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Welt des Islam.&amp;#039;&amp;#039; New Series, Band 20, Nr. 1, Brill, Leiden 1980, S. 1–43 ([https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:3267/datastreams/FILE1/content PDF: 4,2&amp;amp;nbsp;MB, 44&amp;amp;nbsp;Seiten auf uni-freiburg.de]).&lt;br /&gt;
* Shahla Haeri: &amp;#039;&amp;#039;Law of Desire: Temporary Marriage in Iran.&amp;#039;&amp;#039; I. B. Tauris, London 1989 (englisch).&lt;br /&gt;
* I. K. A. Howard: &amp;#039;&amp;#039;Mutʿa Marriage reconsidered in the Context of Formal Procedures.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Semitic Studies.&amp;#039;&amp;#039; Band 20, 1975, S. 82–92 (englisch).&lt;br /&gt;
* Sachiko Murata: &amp;#039;&amp;#039;Temporary Marriage in Islamic Law.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Al-Serat.&amp;#039;&amp;#039; Band 13, Nr. 1, ohne Jahr, ohne Seiten (englische Übersetzung aus dem Persischen; [https://www.al-islam.org/muta-temporary-marriage-islamic-law-sachiko-murata Downloadseite]).&lt;br /&gt;
* [[Yusuf al-Qaradawi]]: &amp;#039;&amp;#039;Erlaubtes und Verbotenes im Islam.&amp;#039;&amp;#039; SKD Bavaria, München 2003, S. 263–266.&lt;br /&gt;
* Stephan Rosiny: &amp;#039;&amp;#039;Libanon: Sexualität im Diskurs schiitischer Islamisten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;inamo – Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten.&amp;#039;&amp;#039; Band 19, 1999, S. 9–13 ({{Webarchiv |url=http://www.rosoricon.de/wp-content/uploads/2013/07/Rosiny_1999_sexualit.pdf |text=PDF: 2,9&amp;amp;nbsp;MB, 6&amp;amp;nbsp;Seiten auf rosoricon.de |wayback=20160304122450}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Mut&amp;#039;a-Ehe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Abstand:--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Judith Balle: [https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/iran-ehe-auf-zeit/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Zeitehe in Iran: Willkommen im Heiratsclub!&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; 19. März 2015.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Abstand:--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schiitische Hadith zur Zeitehe:&lt;br /&gt;
* [[al-Kulainī]]: {{Webarchiv |url=http://www.al-shia.com/html/ara/books/al-kafi-5/283.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Al-Kāfī (Al-Furūʿ, Kitāb al-nikāḥ, Abwāb al-mutʿah).&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20061112023357}} In: &amp;#039;&amp;#039;al-shia.com.&amp;#039;&amp;#039; Ohne Datum (arabisch; englische Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Übersetzung von Muhammad Sarwar – siehe Teil&amp;amp;nbsp;2, Buch&amp;amp;nbsp;10.&amp;#039;&amp;#039; {{Webarchiv |url=http://www.islamic-laws.com/pdf/Al-Kafi.pdf |text=PDF: 1,82&amp;amp;nbsp;MB, 763&amp;amp;nbsp;Seiten auf islamic-laws.com |wayback=20110409114844}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sunnitische Hadith zur Zeitehe:&lt;br /&gt;
* [[Sahīh al-Buchārī]]: [http://hadith.al-islam.com/Display/Display.asp?Doc=0&amp;amp;ID=43893&amp;amp;SearchText=%C7%E1%E3%CA%DA%C9&amp;amp;SearchType=root&amp;amp;Scope=0&amp;amp;Offset=20&amp;amp;SearchLevel=Allword &amp;#039;&amp;#039;Kitāb al-nikāḥ, Bāb nahy ʿan nikāḥ al-mutʿah.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;hadith.al-islam.com&amp;#039;&amp;#039; (arabisch; englisch: {{Webarchiv |url=http://www.usc.edu/dept/MSA/fundamentals/hadithsunnah/bukhari/062.sbt.html#007.062.050 |text=&amp;#039;&amp;#039;Translation of Sahih Bukhari, Book&amp;amp;nbsp;62: Wedlock, Marriage (Nikaah).&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20081201124207}} In: &amp;#039;&amp;#039;usc.edu.&amp;#039;&amp;#039; CMJE &amp;amp; University of Southern California, 2007–2009).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schiitische Fatwas zur Zeitehe:&lt;br /&gt;
* Großajatollah Mohammad Sayid Al-Hakim: {{Webarchiv |url=http://english.alhakeem.com/quearchv/Marriage.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Questions &amp;amp; Answers: Marriage (29).&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20090710155203}} In: &amp;#039;&amp;#039;english.alhakeem.com.&amp;#039;&amp;#039; (englisch).&lt;br /&gt;
* Großajatollah [[Ali as-Sistani]]: {{Webarchiv |url=http://www.najaf.org/lang/5/index.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Fiqh für Muslime im Westen&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20120516133400}} In: &amp;#039;&amp;#039;najaf.org.&amp;#039;&amp;#039; Imam Ali Foundation, London (deutsch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sunnitische Fatwa zur Zeitehe:&lt;br /&gt;
* [[Muhammad Salih al-Munajjid]]: [http://www.fataawa.de/Fatawaas/4.Fiqh/5.Familienrecht/Eherecht/0091.pdf &amp;#039;&amp;#039;Fragenummer: 0091: Mut’a-Eheschließung und eine Widerlegung der Raafidies die es für zulässig erklären.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF-Datei; 45&amp;amp;nbsp;kB, 4&amp;amp;nbsp;Seiten) In: &amp;#039;&amp;#039;fataawa.de.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
* (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;E&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) [[Werner Ende]]: &amp;#039;&amp;#039;Ehe auf Zeit (mutʿa) in der innerislamischen Diskussion der Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; In: Stefan Reichmuth (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Welt des Islam.&amp;#039;&amp;#039; New Series, Band 20, Nr. 1, Brill, Leiden 1980, S. 1–43 ([https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:3267/datastreams/FILE1/content PDF: 4,2&amp;amp;nbsp;MB, 44&amp;amp;nbsp;Seiten auf uni-freiburg.de]).&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;E&amp;quot; responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;H&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) [[William Heffening]]: &amp;#039;&amp;#039;Mutʿa.&amp;#039;&amp;#039; In: P. Bearman, Th. Bianquis, [[Clifford Edmund Bosworth]], E. van Donzel, [[Wolfhart Heinrichs]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopaedia of Islam|Encyclopaedia of Islam, Second Edition]].&amp;#039;&amp;#039; Band 7, 1993, S. 755–758 (englisch; erstveröffentlicht 1936 von [[Arent Jan Wensinck]] und [[Johannes Hendrik Kramers]]; Heffening, 1894–1944, war Bonner Bibliothekar und Orientalist; Leseprobe: [[doi:10.1163/1573-3912_islam_COM_0819]]).&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;H&amp;quot; responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sonstige Belege&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4238076-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mut a Ehe}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eheform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehe im Islam]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Art der Prostitution]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schiiten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnosoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexualität und Religion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kolja21</name></author>
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