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	<title>Musikwinkel - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;ChickSR: /* Egerländer Teil */</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Egerländer Teil&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Karte Musikwinkel.png|mini|Musikwinkel]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Musikwinkel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine historische Region des [[Musikinstrumentenbau]]s, die heute an der [[Grenze zwischen Deutschland und Tschechien]] liegt. Dazu gehören die Städte [[Markneukirchen]] (zusammen mit [[Erlbach (Markneukirchen)|Erlbach]] und [[Wernitzgrün]]) und [[Klingenthal]] (zusammen mit [[Zwota]], [[Sachsenberg-Georgenthal]] und [[Brunndöbra]]) sowie [[Schöneck/Vogtl.|Schöneck]], [[Adorf/Vogtl.|Adorf]] und [[Bad Brambach]] im [[Sachsen|sächsischen]] [[Vogtland]]. Die dortige Ansiedlung von Musikinstrumentenbauern geht auf die böhmische [[Exulanten]]bewegung Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Bis zum Zweiten Weltkrieg und der anschließenden [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei]] bildete die Region zusammen mit Graslitz (heute [[Kraslice]]) und Schönbach (heute [[Luby]]) im [[Egerland]] eines der weltweit größten Zentren des Musikinstrumentenbaus. Die Region ist Teil der [[Euregio Egrensis]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnungen ==&lt;br /&gt;
Der Begriff „Musikwinkel“ für diese Gegend geht auf den Zwotaer Heimatdichter [[Max Schmerler]] zurück, der sie in zwei Publikationen 1914 und 1923 als &amp;#039;&amp;#039;sächsischen Musikwinkel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete. In einer Neuausgabe des Buchs &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Musikwinkel&amp;#039;&amp;#039; (1914) schreibt Schmerler 1938: „Mein Büchel geht zum zweiten Male hinaus. Viele Jahre sind darüber hingezogen. — Aber der Name, den das Büchlein zuerst prägte, ist heut zum Sinnbild der Gegend geworden und in aller Munde.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Max Schmerler |Titel=Aus dem Musikwinkel: vogtländische Erzählungen |Verlag=Bastei-Verlag |Datum=1938 |Seiten=7 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Heute wird die deutsch-tschechische Region auch als &amp;#039;&amp;#039;sächsisch-böhmischer Musikwinkel&amp;#039;&amp;#039;  oder &amp;#039;&amp;#039;(ober-)vogtländisch-westböhmischer Musikwinkel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist außerdem die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;klingendes Vogtland&amp;#039;&amp;#039; gebräuchlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Joseph Kürschner]] |Titel=König Albert und Sachsenland: eine festschrift |Verlag=R. Schwarz |Datum=1898 |Seiten=217 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Russia Ministerstvo inostrannykh del |Titel=Sbornik konsulʹskikh donesenii |Datum=1899 |Seiten=318 f. |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vogtländischer Teil {{Anker|Vogtland}} ==&lt;br /&gt;
[[Datei:GeigenbauerdenkmalMuseumMNK.jpg|mini|Geigenmacherdenkmal von [[Franz Matuska]] im Garten des [[Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen|Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen]], 1970 aufgestellt]]&lt;br /&gt;
Die Geschichte des [[Musikinstrumentenbau]]s im [[Vogtland]] beginnt in der Stadt [[Markneukirchen]]. Hier siedelten sich böhmische [[Exulanten]] aus dem Grenzort Graslitz an, die im Zuge der [[Gegenreformation]] aufgrund ihres [[evangelisch]]en Glaubens ihre Heimat verlassen hatten. Sie brachten die Kunst des [[Geigenbau]]s in die Stadt. 1677 schlossen sich zwölf [[Meister]] in Markneukirchen zu einer [[Innung]] zusammen. Der von der Kanzlei auf der [[Schloss Moritzburg (Zeitz)|Moritzburg]] in [[Zeitz]] bestätigte [[Artikelbrief]] gilt als Geburtsurkunde des Musikinstrumentenbaus im Vogtland. Nach und nach siedelten sich im weiteren Verlauf der [[Bogen (Streichinstrument)|Bogenbau]] und die dazugehörige [[Saite]]nfabrikation in der Stadt an. Zeitgleich entwickelten sich auch [[Gitarre]]n- und [[Zither]]bau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Geschichte des Geigenbaus in Klingenthal|Geigenbau in Klingenthal]] begann ab 1659, ihr wichtigster Vertreter wurde [[Caspar Hopf]], der aus einer Graslitzer Exulantenfamilie stammte. Auch Handwerker, die die Kunst der Fertigung von [[Holzblasinstrument]]en und [[Horn (Instrument)|Waldhörnern]] verstanden, ließen sich um die Wende zum 18. Jahrhundert in der Region nieder. So konnte schon frühzeitig nahezu die gesamte Palette klassischer [[Orchester]]instrumente hergestellt und vertrieben werden. Später fasste die Kunst des Instrumentenbaus auch Fuß in den Nachbarorten, weshalb auch [[Adorf/Vogtl.|Adorf]] und [[Bad Brambach]] heute zum Musikwinkel gezählt werden. Der ab 1829 betriebene [[Geschichte des Akkordeonbaus in Klingenthal|Klingenthaler Harmonika- und Akkordeonbau]] kam durch das Wirken von [[Johann Wilhelm Rudolph Glier]] zur Blüte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Markneukirchener Gitarrenbauer Christian Friedrich Martin wanderte nach Konflikten mit der Geigenbauerinnung 1832 nach New York aus, wo er Gitarren der Marke [[C. F. Martin &amp;amp; Co.|Martin]] baute. Der Schönecker Emigrant [[Rudolph Wurlitzer]] gründete 1853 in Cincinnati die [[Rudolph Wurlitzer Company]], Namensgeber von Musikboxen und des [[Wurlitzer Electric Piano|Wurlitzer-Pianos]]. Sohn des 1854 nach Russland ausgewanderten Sachsenberger Blasinstrumentenmachers Ernst Moritz Glier war der Komponist [[Reinhold Moritzewitsch Glière]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration brachte im Laufe des 19. Jahrhunderts großen Reichtum in die Region. An der Wende zum 20. Jahrhundert hatten die Instrumente aus den Ortschaften im vogtländischen Musikwinkel in einigen Branchen wie dem Harmonikabau und der [[Streichinstrument]]enfertigung einen Weltmarktanteil von ca. 50 Prozent. Von 1893 bis 1916 bestand in Markneukirchen eine [[Konsul]]atsagentur der [[USA]]. Zu dieser Zeit lebten nicht weniger als 15 Millionäre in der Stadt, die damals, gemessen an der Einwohnerzahl, die reichste Deutschlands war. Zu Reichtum kamen jedoch weniger die Musikinstrumentenbauer als vielmehr die Händler, die so genannten „Fortschicker“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1884 gründete [[Paul Otto Apian-Bennewitz]] das Vogtländische Gewerbemuseum in Markneukirchen, das heute [[Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen|Musikinstrumenten-Museum]] heißt. In Klingenthal gibt es seit 1993 ein Musik- und Wintersportmuseum, im Ortsteil [[Zwota]] seit 1986 ein Harmonikamuseum. In Erlbach wird die Geschichte des Gewerbes im Obervogtländischen Dorfmuseum gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Einführung der Planwirtschaft in der [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]] verließen Hersteller die Region in Richtung Bundesrepublik (z.&amp;amp;nbsp;B. der Gitarrenbauer [[Hopf (Gitarrenbauer)|Hopf]] und der Signalhersteller [[Martinshorn|Martin]]). In der DDR-Zeit wurde ein hoher Anteil von Musikinstrumenten industriell in Großserienproduktion in [[Volkseigener Betrieb|volkseigenen Betrieben]] gefertigt. 1952 wurde in Markneukirchen der VEB [[Musima]] gegründet. 1949 wurde der [[VEB Klingenthaler Harmonikawerke]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Goldon]], [[Triola]], Weltmeister, Regent, Vermona, Bandmaster&amp;#039;&amp;#039;) gegründet. Darin gingen unter anderem die Betriebe [[F. A. Rauner]] und [[Alfred Arnold (Unternehmen)|Alfred Arnold]] im erzgebirgischen [[Carlsfeld (Eibenstock)|Carlsfeld]] auf, der Geburtsstätte des [[Bandoneon|Bandoneons]]. Vermona-Synthesizer werden seit 2001 in Erlbach hergestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Onkel Sigi |url=https://www.amazona.de/special-the-story-behind-vermona-hdb-electronic/ |titel=Special: The Story behind Vermona (HDB Electronic) |datum=2017-04-22 |sprache=de-DE |abruf=2024-01-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 1880 in Markneukirchen gegründeten Unternehmen für [[Jagdhorn|Jagdhörner]] und [[Kavallerie|Kavallerietrompeten]] namens &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin&amp;#039;&amp;#039; leitet sich das deutsche Wort [[Martinshorn]] ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gesellschaft für Deutsche Sprache (Wiesbaden Germany) |Titel=Der Sprachdienst |Verlag=Die Gesellschaft |Datum=1973 |Seiten=4 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Martin siedelte 1950 nach [[Philippsburg]] über. In Markneukirchen wurde 1953 der [[VEB Blechblas- und Signalinstrumentenfabrik]] (&amp;#039;&amp;#039;Akkord, Weltklang, [[Buffet Crampon#B&amp;amp;S, Hans Hoyer, Melton Meinl Weston, J. Scherzer|B&amp;amp;S]], [[Buffet Crampon Deutschland#Hans Hoyer|Meister Hans Hoyer]]&amp;#039;&amp;#039;) gegründet. [[Gerhard A. Meinl]] aus der Graslitzer Familie Meinl-Langhammer begann mit der Privatisierung 1991.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.freiepresse.de/vogtland/oberes-vogtland/30-jahre-privat-b-s-feiert-in-markneukirchen-seine-macher-artikel11861780 |titel=30 Jahre privat: B&amp;amp;S feiert in Markneukirchen seine Macher |sprache=de |abruf=2024-01-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1951 wurde in Zwota das [[Institut für Musikinstrumentenbau]] gegründet, das seit 2004 ein [[An-Institut]] der [[Technische Universität Dresden|Technischen Universität Dresden]] ist. Das Institut war ab 1981, zusammen mit einem Großteil der Musikinstrumentenhersteller im Musikwinkel, Teil des [[Kombinat Musikinstrumente|Kombinats Musikinstrumente]]. Ab 1954 erschien in Klingenthal die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Kulturbote für den Musikwinkel&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Deutsches Literaturarchiv, Bernhard Fischer, Thomas Dietzel |Titel=Deutsche literarische Zeitschriften 1945-1970: Ein Repertorium |Verlag=Walter de Gruyter |Datum=2011-08-02 |ISBN=978-3-11-097670-0 |Seiten=429 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die 1981 in den &amp;#039;&amp;#039;Vogtländischen Heimatblättern&amp;#039;&amp;#039; aufging.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias Werner |Titel=Im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik: 150 Jahre Landesgeschichtsforschung in Thüringen |Verlag=Böhlau |Datum=2005 |ISBN=978-3-412-17303-6 |Seiten=213 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Stadtgeschichtliches Museum Leipzig|Stadtgeschichtliche Museum Leipzig]] eröffnete 1954 die Sonderausstellung &amp;#039;&amp;#039;Klingendes Vogtland&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Instrumentenbau-Zeitschrift |Datum=1954 |Seiten=63 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1977 wurde der vogtländische Instrumentenbau als Teil der [[Musik der DDR|Musikkultur der DDR]] in einem Briefmarkensatz gewürdigt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten der großen Betriebe stellten nach der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|Wende]] die Produktion ein. Nicht zuletzt dadurch gewannen die kleinen und mittleren Meisterbetriebe wieder an Bedeutung. Einige der westdeutschen Betriebe verlagerten die Produktion in den Musikwinkel, darunter &amp;#039;&amp;#039;GEWA&amp;#039;&amp;#039; (von [[Mittenwald]] nach Adorf), [[Warwick (Unternehmen)|Warwick]] (von [[Pretzfeld]] nach Markneukirchen). Mundharmonikas werden von [[C. A. Seydel Söhne]] in Klingenthal gefertigt, Klarinetten von [[F. Arthur Uebel]] in Markneukirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Markneukirchen wurde die Marke &amp;#039;&amp;#039;Musicon Valley&amp;#039;&amp;#039; (Anspielung auf [[Silicon Valley]]) eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sandra Kaminski |Titel=Die regionale Clustermarke: Konzept strategischer Markenführung |Verlag=Springer-Verlag |Datum=2009-06-25 |ISBN=978-3-8349-1570-2 |Online= |Abruf=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der vogtländische Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung wurde im Dezember 2014 von der [[Kultusministerkonferenz]] offiziell in das [[Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes|Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes]] im Sinne des [[Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes|Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes]] der [[UNESCO]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/musikinstrumentenbau |titel=Vogtländischer Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung |hrsg=Deutsche UNESCO-Kommission |datum=2014 |zugriff=2017-06-23 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Egerländer Teil ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Luby socha houslaře říjen 2022 (1).jpg|mini|1927 enthülltes Denkmal des Geigenbauers im tschechischen [[Luby]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bubenreuth denkmal.jpg|mini|Nach 1947 enthülltes, ähnliches Denkmal im fränkischen [[Bubenreuth]]]]&lt;br /&gt;
Auf heute tschechischer Seite sind die historischen Zentren des Musikinstrumentenbaus Graslitz (heute [[Kraslice]]) mit den umliegenden Orten [[Stříbrná|Silberbach]], [[Valtéřov (Kraslice)|Waltersgrün]], [[Bublava|Schwaderbach]] und [[Smolná (Rotava)|Pechbach]] im [[Landkreis Graslitz]] sowie Schönbach (heute [[Luby]]) mit [[Opatov (Luby)|Abtsroth]]. Die Region gehörte zum [[Egerland]] (heute Chebsko) und ist heute Teil des [[Karlovarský kraj]]. Außerdem gab es Geigenbauer in Neukirchen (heute [[Nový Kostel]]) und Fleißen (heute [[Plesná]]) sowie Akkordeonbau in [[Oloví|Bleistadt]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei]] kamen die meisten Geigenbauer aus Graslitz und Schönbach nach Bayern und Hessen. Im fränkischen [[Bubenreuth]] entstand ab 1949 die [[Geigenbauersiedlung]] für die Geigen- und Gitarrenbauer aus Schönbach. Geschichtliche Aspekte sind im dortigen Stadtmuseum („Bubenreutheum“) zu besichtigen. Dort siedelten sich unter anderem die Schönbacher Gründer der Unternehmen [[Framus]], [[Höfner (Musikinstrumente)|Höfner]] und [[Klira]] an, außerdem der Klarinettenbauer und Sohn des Erlbacher Klarinettenbauers [[Fritz Wurlitzer]], [[Herbert Wurlitzer]], der 1959 aus der DDR floh. Ein weiteres Zentrum wurde das südhessische [[Nauheim]] ([[Buffet Crampon#W. Schreiber und Julius Keilwerth|Schreiber und Keilwerth]], [[Koestler (Musikinstrumente)|Koestler]]). Im dortigen Heimatmuseum wurde 2013 die Ausstellung „400 Jahre Musikinstrumentenbau in Graslitz“ eröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.heimatmuseum-nauheim.de/musik_graslitz/musik_graslitz.htm |titel=400 Jahre Musikinstrumentenbau in Graslitz |abruf=2023-12-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kraslice gründeten die verbliebenen Geigenbauer im Jahr 1945 die Genossenschaft [[Amati Kraslice|Amati]]. Die dort ansässigen Manufakturen wurden unter dem Dach der Firma Amati zusammengefasst, diejenigen in Schönbach unter dem Namen [[Cremona (Marke)|Cremona]]. Die Bezeichnung geht auf die historische Bezeichnung der Stadt als „Österreichs [[Cremona]]“ zurück. Nach der [[Samtene Revolution|Samtenen Revolution]] wurden die Unternehmen privatisiert. Cremona ging in das 1991 gegründete Unternehmen [[Strunal]] ([[Mischkurzwort]] von &amp;#039;&amp;#039;Strunné nástroje Luby&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;Saiteninstrumente Luby&amp;#039;&amp;#039;) über, das 2020 Konkurs anmeldete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=iDNES.cz |url=https://www.idnes.cz/ekonomika/podniky/strunal-konkurz-hudebni-nastroje-housle-kytary.A200622_090316_ekoakcie_fih |titel=Výrobce houslí Strunal jde do konkurzu. Kvůli covidu i levné konkurenci z Číny |datum=2020-06-22 |sprache=cs |abruf=2023-12-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Amati meldete 2019 Insolvenz an, setzte die Produktion jedoch fort. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1873 wurde in Graslitz eine Musikfachschule für den Bau von Musikinstrumenten gegründet, die bis 2009 bestand. Die wertvolle Musikinstrumentensammlung, die dort ausgestellt wurde, darunter eine seltene [[Subkontrabasstuba]], befindet sich heute im Besitz von Amati, ist aber nicht öffentlich zugänglich. Ein Musikinstrumentenmuseum (&amp;#039;&amp;#039;Muzeum hudebních nástrojů&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Studie der Stadt Kraslice, 2011, [https://www.kraslice.cz/evt_file.php?file=2961 PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt; war Anfang der 2010er-Jahre in Planung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jiří Drozdík |Titel=Unikátní sbírku hudebních nástrojů chtějí v Kraslicích vystavit |Sammelwerk=Deník.cz |Datum=2012-09-06 |Online=https://www.denik.cz/karlovarsky-kraj/unikatni-sbirku-hudebnich-nastroju-chteji-v-kraslicich-vystavit-20120906.html |Abruf=2023-12-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1873 gegründete Geigenbauschule von Luby wurde 2005 nach [[Cheb]] verlegt. 2013 wurde im [[Egerland-Kulturhaus]] in [[Marktredwitz]] die Ausstellung „Egerländer Geigenbau“ eröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.egerlandmuseum.de/egerlaender-geigenbau-140-jahre-schoenbacher-geigenbauschule/ |titel=Egerland-Museum Marktredwitz {{!}} Egerland-Museum Marktredwitz {{!}} Egerländer Geigenbau – 140 Jahre Schönbacher Geigenbauschule |abruf=2024-01-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Rathaus von Luby wurde 2019 eine Ausstellung mit historischen Musikinstrumenten eröffnet, die zum [[Museum Cheb]] gehört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Muzeum Cheb |url=https://muzeumcheb.cz/luby/ |titel=Historické hudební nástroje v Lubech |werk=Muzeum Cheb |sprache=cs |abruf=2023-12-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Lena Böhme: &amp;#039;&amp;#039;Elektrische und elektrifizierte Gitarren im Deutschen Reich bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs: (Eine organologische Spurensuche unter Einbeziehung musikalischer, historischer und gesellschaftlicher Faktoren sowie US-amerikanischer Einflüsse).&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Universität Leipzig, 2022, S. 188–218, [https://ul.qucosa.de/api/qucosa%3A87901/attachment/ATT-0/ PDF].&lt;br /&gt;
* [[Günter Dullat]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Musikinstrumentenbau und die Musikfachschule in Graslitz von den Anfängen bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; G. Dullat, Nauheim 1997, ISBN 3-00-001388-1.&lt;br /&gt;
* Rafael Engl: &amp;#039;&amp;#039;Österreichs Cremona: Ein kurzgefasster Überblick über die Entstehung, Weiter-Entwicklung, sowie über die gegenwärtige Bedeutung der Musikinstrumenten-Industrie in der Stadt Schönbach bei Eger in Böhmen&amp;#039;&amp;#039;. 1897, [https://www.digitalniknihovna.cz/mlp/view/uuid:17404a90-4633-11df-8084-0030487be43a?page=uuid:cf780530-4633-11df-b5ad-0030487be43a Digitalisat].&lt;br /&gt;
* Dieter Eßbach: &amp;#039;&amp;#039;Wanderführer durch den sächsisch-böhmischen Musikwinkel: mit Wanderkarten, Höhenprofilen und Ortsbeschreibungen ; [Vogtland/Böhmen ; 26 Wanderrouten]&amp;#039;&amp;#039;. Lenk und Meinel, 2001, ISBN 978-3-00-007926-9.&lt;br /&gt;
* [[Jaroslav Fiala]]: &amp;#039;&amp;#039;Několik pohledů na hudební kulturu západních Čech&amp;#039;&amp;#039;. Západočeská univerzita, 2001, ISBN 978-80-7082-830-4.&lt;br /&gt;
* Adolf Fuchs: &amp;#039;&amp;#039;Die Standortverlagerung der sudetendeutschen Kleinmusikinstrumenten-Industrie von Graslitz und Schönbach&amp;#039;&amp;#039;, Marburg: Elwert 1953.&lt;br /&gt;
* [[Hermann Golle]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Know-how, das aus dem Osten kam: wie das westdeutsche Wirtschaftswunder von der SED-Politik profitierte&amp;#039;&amp;#039;. Hohenheim, 2002, ISBN 978-3-89850-061-6, S. 138–140.&lt;br /&gt;
* Tim Hofmann, Andreas Wetzel: &amp;#039;&amp;#039;Weltweit!: Wie Sachsen und Vogtländer Musikinstrumente bauen&amp;#039;&amp;#039;. Chemnitzer Verlag, 2014, ISBN 978-3-937025-97-1.&lt;br /&gt;
* Alan van Keeken: &amp;#039;&amp;#039;Elektronische Orgeln aus dem Musikwinkel&amp;#039;&amp;#039;, in: Benjamin Burkhart, Laura Niebling, Alan van Keeken, Christofer Jost, Martin Pfleiderer: &amp;#039;&amp;#039;Audiowelten: Technologie und Medien in der populären Musik nach 1945 – 22 Objektstudien&amp;#039;&amp;#039;. Waxmann Verlag, 2022, ISBN 978-3-8309-9438-1, 65–88.&lt;br /&gt;
* August Heberlein: &amp;#039;&amp;#039;Von der Seßhaftigkeit und Wanderung der Musikinstrumentenbauer, alten Meisterwerken und Dokumenten aus den klingenden Tälern&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Familie und Volk&amp;#039;&amp;#039;, 9. Jahrg., Heft 6, 1960, S. 225–232.&lt;br /&gt;
* Jörn Peter Hiekel, Elvira Werner: &amp;#039;&amp;#039;Musikkulturelle Wechselbeziehungen zwischen Böhmen und Sachsen&amp;#039;&amp;#039;. Pfau, 2007, ISBN 978-3-89727-354-2.&lt;br /&gt;
* Karel Jalovec: &amp;#039;&amp;#039;The Violin Makers of Bohemia: Including Craftsmen of Moravia and Slovakia&amp;#039;&amp;#039;. Anglo-Italian Publication, 1959.&lt;br /&gt;
* Johannes Jaeger: &amp;#039;&amp;#039;Musikwinkel: Klingenthal, Aschberg, Markneukirchen, Schöneck&amp;#039;&amp;#039;. VEB Bibliograph. Inst., 1956.&lt;br /&gt;
* Kurt Kauert: &amp;#039;&amp;#039;Vogtländisch-westböhmischer Geigenbau in fünf Jahrhunderten. Entstehung – Standorte – Strukturen.&amp;#039;&amp;#039; Verlag der Kunst Dresden, Husum 2006, ISBN 3-86530-079-0 (&amp;#039;&amp;#039;Reihe Weiss-Grün&amp;#039;&amp;#039; 34).&lt;br /&gt;
* Sonja Neudörfer: &amp;#039;&amp;#039;Tradiertes Erfahrungswissen und arbeitsteilige Produktionsnetzwerke: der Schönbacher Geigenbau im 19. und 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Shaker, 2007, ISBN 978-3-8322-6285-3.&lt;br /&gt;
* Jiří Pátek (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aus der Geschichte des Egerländer Geigenbaus&amp;#039;&amp;#039;, Odborná houslařská škola / Integrovaná střední škola - Houslařská škola, Cheb 2014, ISBN 978-80-260-7712-1.&lt;br /&gt;
* Peter Päffgen: &amp;#039;&amp;#039;Die Wiege des Instrumentenbaus. Bericht über einen Besuch in der DDR.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gitarre &amp;amp; Laute.&amp;#039;&amp;#039; Band 9, Heft 5, 1987, S. 29–36.&lt;br /&gt;
* Andreas W. Petrak: &amp;#039;&amp;#039;Im Musikwinkel. Landschaften, Menschen und Eisenbahnen zwischen Vogtland, Elstergebirge und Egergraben&amp;#039;&amp;#039;, Goldkronach: edition bohemica, 2011, ISBN 978-3-940819-11-6.&lt;br /&gt;
* [[Max Schmerler]]: &amp;#039;&amp;#039;Aus dem Musikwinkel. Sächsische Dorfgeschichten.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig, Wien [1914]&lt;br /&gt;
* Max Schmerler: &amp;#039;&amp;#039;Druhm be runs. Ernste und heitere Geschichten aus dem sächsischen Musikwinkel.&amp;#039;&amp;#039; Dresden-Wachwitz 1923&lt;br /&gt;
* Manuel Schramm: &amp;#039;&amp;#039;Transnationale Wirtschaftsbeziehungen und symbolische Regionalisierungen. Die Musikinstrumentenindustrie im sächsisch-böhmischen Grenzraum 1870-1933&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Bohemia. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der böhmischen Länder&amp;#039;&amp;#039; 47 (2006/07), H. 1, S. 69–83, [https://core.ac.uk/download/pdf/322547688.pdf PDF].&lt;br /&gt;
* Enrico Weller: &amp;#039;&amp;#039;Der Blasinstrumentenbau im Vogtland von den Anfängen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts: Untersuchungen und Dokumentationen zur Geschichte eines Gewerbezweiges der Musikinstrumentenindustrie&amp;#039;&amp;#039;. Geiger, 2004, ISBN 978-3-89570-986-9.&lt;br /&gt;
* Bernhard Zoebisch: Vogtländischer Geigenbau: Biographien und Erklärungen ab 1850. Geiger, 2002, ISBN 978-3-89570-797-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Einmal ist keinmal (1955)|Einmal ist keinmal]]&amp;#039;&amp;#039;, Spielfilm, [[Konrad Wolf]], 1955, spielt im [[VEB Klingenthaler Harmonikawerke]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zwölf Tage in weiß,&amp;#039;&amp;#039; Dokumentarfilm, 1970, [[Deutscher Fernsehfunk]], Angela Gentzmer, 25 Min.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Klingendes Vogtland&amp;#039;&amp;#039;, Dokumentarfilm, Klaus Schulze, [[DEFA]]-Studio für Dokumentarfilme 1985, 24 Min.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Klingendes Vogtland&amp;#039;&amp;#039;, Dokumentarfilm, Britta Walter, Dokumentation, [[Mitteldeutscher Rundfunk|MDR]], 2020, 30 Min.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Instrumentenmacher – Weltklasse aus dem Vogtland&amp;#039;&amp;#039;, Dokumentation, MDR, 2021, 45 Min.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wie klingt Heimat?&amp;#039;&amp;#039;, [[Felix Räuber]], Dokumentarfilm und Ausstellung im [[Museum für Sächsische Volkskunst]], 2023&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nebe plné houslí&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Der Himmel voller Geigen&amp;#039;&amp;#039;), Dokumentarfilm über Luby, 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Die Fabrikation musikalischer Instrumente in Sachsen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Vogtland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikinstrumentenbau (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Markneukirchen)]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;ChickSR</name></author>
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