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	<title>Musica enchiriadis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T17:40:52Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Musica_enchiriadis&amp;diff=281304&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hnsjrgnweis am 3. August 2025 um 13:32 Uhr</title>
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		<updated>2025-08-03T13:32:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Musica enchiriadis Rex celi.png|mini|Darstellung eines Organums in &amp;#039;&amp;#039;Dasia&amp;#039;&amp;#039;-Notation. &amp;#039;&amp;#039;Musica enchiriadis&amp;#039;&amp;#039;, spätes 9. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Musica enchiriadis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; („Handbuch zur Musiklehre“) ist der Titel einer Lehrschrift zum Singen des [[Organum]]s aus dem 9. Jahrhundert. Dieses „Handbuch“ fällt in die Frühphase der abendländischen [[Mehrstimmigkeit]]. Organum bedeutete, dem einstimmigen [[Gregorianischer Choral|Gregorianischen Choral]] eine, später auch mehrere Stimmen hinzuzufügen. Es war ganz offensichtlich als praktische Anleitung für die [[Kloster|klösterliche]] Singpraxis gedacht, um sich im Singen des Organums zu üben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mehrstimmigkeit ==&lt;br /&gt;
Gemäß den Vorstellungen der frühmittelalterlichen Musikwelt kamen für die zum Gregorianischen Choral hinzukommenden Stimmen nur bestimmte Intervalle und Stimmführungen infrage. Die &amp;#039;&amp;#039;Musica enchiriadis&amp;#039;&amp;#039; beschreibt so ausschließlich das [[Quintorganum]] und [[Quartorganum]]. Diese Formen des Organum sind auch als Parallelorganum bekannt; das heißt, dass sich die Stimmen überwiegend in paralleler Bewegung stets im Quint- oder Quartabstand sowie der Verdopplung in der Oktave zueinander bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausnahmen bilden hier der Beginn und das Ende eines Gesangs. Die Stimmen kommen aus dem Einklang und bewegen sich auf die Parallelbewegung zu; zum Beenden des Gesanges „laufen“ die Stimmen wiederum aufeinander zu (&amp;#039;&amp;#039;occursus&amp;#039;&amp;#039;), um wiederum im Einklang zu schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dasia-Schrift ==&lt;br /&gt;
{{Anker|Dasia}}&lt;br /&gt;
[[Datei:DasiaNotation2.jpg|mini|400px|Darstellung des damaligen Tonsystemes in Dasia-Zeichen und moderner Transkription (der tiefste Ton entspricht einem großen G). Das Tonsystem besteht aus vier unverbundenen [[Tetrachord]]en und zwei oben angefügten Tönen (h und cis). Die Tetrachorde haben alle die gleiche Struktur (Ganzton-Halbton-Ganzton).]]&lt;br /&gt;
Zur grafischen Darstellung der Stimmenbewegung wurde in dieser Lehrschrift eine eigene [[Notation (Musik)|Notation]], die sich der sogenannten  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dasia-Schrift&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[Altgriechisch|altgr.]] &amp;#039;&amp;#039;daseia&amp;#039;&amp;#039;, „raues Atmen“ – in Bezug auf die [[Aspiration (Phonetik)|Aspiration]] eines Wortes in der griechischen [[Prosodie]]) zur Verdeutlichung der Tonhöhen bediente, entwickelt. Das [[Notation]]sbild gleicht einem [[Koordinatensystem]] (siehe Abbildung). Auf der [[Ordinatenachse]] sind die Tonhöhen in Dasia-Zeichen abgetragen und die Textsilben verlaufen entlang der [[Abszisse]]. Vermutlich aufgrund ihrer relativen Umständlichkeit fand in der weiteren Aufzeichnung der mehrstimmigen Musik die Notation der Musica enchiriadis keine Zukunft. Vielleicht war sie aber von Anbeginn nur zu [[Didaktik|didaktischen]] Zwecken gedacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Einordnung, Verfasserschaft und Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Ein Zusammenhang zu der von [[Alkuin]] verfassten [[Musica Albini]] besteht in inhaltlicher Hinsicht, denn beide Schriften weisen darauf hin, dass der Einzelton das kleinste Element der Musik sei. Dies sei mit dem Buchstaben als dem kleinsten Teil der Sprachlehre vergleichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die teilweise anonym überlieferte Schrift wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert meist dem Mönch [[Hucbald]] (* um 840; † 930) zugeschrieben. Die jüngere Forschung geht überwiegend davon aus, dass die Schrift um 900 in der [[Abtei Werden]] entstand. Dafür spricht, dass zwei noch aus dem 10. Jahrhundert stammende Abschriften den Werdener [[Abt]] [[Hoger (Abt)|Hoger]] († 906), dessen Abbatiat von 898 bis 902 datiert wird, als Verfasser nennen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Torkewitz: &amp;#039;&amp;#039;Das älteste Dokument zur Entstehung der abendländischen Mehrstimmigkeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Musikwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Beiheft 44). Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07407-4 , hier S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus Werden stammen auch zwei andere wichtige Textzeugen, nämlich das älteste bekannte Fragment ([[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf|Düsseldorf, Universitäts- und Landesbibliothek]], K3:H3) und die älteste vollständige Handschrift ([[Bamberg, Staatsbibliothek, Msc.Var.1]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Bamberger Handschriften des 10. und des 11. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;MGH. Schriften&amp;#039;&amp;#039; Band 39). Hahn, Stuttgart 1995, v.&amp;amp;nbsp;a. S. 15. [https://data.mgh.de/ext/reader/spc/hoba/#page/15/mode/1up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außergewöhnlich und auffällig ist der hohe Verbreitungsgrad der Musica enchiriadis: Europaweit wurden hunderte Exemplare, d.&amp;amp;nbsp;h. handschriftliche Kopien, gefunden – was nicht zuletzt für die Absicht, ein Lehrbuch zu schaffen, spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Günter Cziupka: &amp;#039;&amp;#039;Ein Problem im Fach Musik&amp;#039;&amp;#039;. In: Klaus Piller (Red.): &amp;#039;&amp;#039;400 Jahre Gymnasium Athenaeum Stade, 1588–1988&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben vom Landkreis Stade, Stade 1988, S. 67–78.&lt;br /&gt;
* Barbara Hebborn: &amp;#039;&amp;#039;Die Dasia-Notation.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1995, {{Falsche ISBN|3-922626-79-2}}. [https://books.google.de/books?id=ueWAS8_94K8C&amp;amp;pg=PA78&amp;amp;lpg=PA78&amp;amp;dq=dasia+hebborn&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=FfuSjBEGVl&amp;amp;sig=p0MC3U_t6n6pP__DDfg9kTyfKes&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiJtpDWtpDcAhWoM-wKHS0aDTwQ6AEIHzAE#v=onepage&amp;amp;q=dasia%20hebborn&amp;amp;f=false (books.google.de)]&lt;br /&gt;
* [[Dieter Torkewitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Das älteste Dokument zur Entstehung der abendländischen Mehrstimmigkeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Archiv für Musikwissenschaft]].&amp;#039;&amp;#039; Beiheft 44). Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07407-4.&lt;br /&gt;
* [[Michael Walter (Musikwissenschaftler)|Michael Walter]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom Beginn der Musiktheorie und dem Ende der Musik. Über die Aktualität des Mittelalters in der Musikgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Acta Musicologica]].&amp;#039;&amp;#039; Band 70, 1998, S. 209–228.&lt;br /&gt;
* Ernst Ludwig Waeltner: &amp;#039;&amp;#039;Das Organum bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Tutzing 1975.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Musik des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
* [[Organum]]&lt;br /&gt;
* [[Mehrstimmigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-sbb00000080-7 Digitalisat] der Handschrift [[Bamberg, Staatsbibliothek, Msc.Class.9]] (10. Jahrhundert).&lt;br /&gt;
* [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-sbb00000078-4 Digitalisat] der Handschrift Bamberg, Staatsbibliothek, Msc. Var.1 (um 1000).&lt;br /&gt;
* [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00002111-1 Digitalisat der Handschrift Clm 18914] (11./12. Jahrhundert) der [[Bayerische Staatsbibliothek|Bayerischen Staatsbibliothek]] in [[München]]&lt;br /&gt;
* [http://opac.regesta-imperii.de/lang_de/suche.php?qs=Musica+enchiriadis&amp;amp;ts=&amp;amp;ps=&amp;amp;tags=&amp;amp;sprache=&amp;amp;objektart=alle&amp;amp;pagesize=20&amp;amp;sortierung=d&amp;amp;ejahr= Veröffentlichungen zu &amp;#039;&amp;#039;Musica enchiriadis&amp;#039;&amp;#039;] im &amp;#039;&amp;#039;[[OPAC]]&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;[[Regesta Imperii]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gregorianik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (9. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiktheoretische Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Notenhandschrift]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hnsjrgnweis</name></author>
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