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	<title>Murus Gallicus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T11:29:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>~2026-10580-17: Link</title>
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		<updated>2026-02-23T11:18:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Keltenmauer.gif|mini|Aufbau eines Murus Gallicus aus Steinen (grau), Holz (braun) und Erde (oliv)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Murus Gallicus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]] „gallische Mauer“) ist die Fachbezeichnung der [[Archäologie]] für eine bestimmte Konstruktionsweise von [[Gallier|gallischen]] (keltischen) Befestigungsmauern. Der Begriff geht auf eine zeitgenössische Beschreibung entsprechender Anlagen in „[[De bello Gallico]]“ von [[Gaius Iulius Caesar]] zurück (Caes. Gall. VII,&amp;amp;nbsp;23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konstruktion ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Murus Gallicus, Rittergasse 5 in Basel - 1.jpg|mini|Ausgrabungen 1971 am Baseler Murus Gallicus: Die verrotteten Holzbalken haben ein Gitter aus Hohlräumen im Boden hinterlassen; an ihren Kreuzungspunkten sind noch die Eisennägel (helle Punkte) erkennbar]]&lt;br /&gt;
Beim &amp;#039;&amp;#039;Murus Gallicus&amp;#039;&amp;#039; handelt es sich um eine architektonische Technik des Mauerbaus, die vorwiegend die [[Kelten]] in der Antike zum Aufbau von Verteidigungs-Anlagen verwendeten. Dabei wurde ein Fachwerk aus Holzstämmen und -balken aufgebaut und dessen Zwischenräume mit Steinen und Schutt verfüllt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vincent Guichard, Leiter des Archäologischen Zentrums Bibracte, in Minute 11:30 bis 13:30 von ZDFinfo. Synchronfassung ZDF 2021. Mythos Barbaren – Rom und die Gallier. Ein Film von Philippe Tourancheau, Richard Poisson und Cédric Harrang. Eine Produktion von Eclectic Presse. In Zusammenarbeit mit France Télévisions. Deutsche Bearbeitung media transform. Im Auftrag von ZDFinfo.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bauweise verlieh der Wehranlage Stabilität gegenüber Angreifern, die mit [[Ramme (Maschine)|Rammen]] die Anlagen aufbrechen wollten. Ein solches Fachwerk war zäher und stabiler als reine Steinanlagen. Bei Massiv-Steinmauern, die ohne [[Mörtel]] miteinander verbunden sind, werden die Steine wechselseitig auf kurze Reichweite stabilisiert, hingegen leiten die Balken innerhalb des Fachwerks des &amp;#039;&amp;#039;Murus Gallicus&amp;#039;&amp;#039; die Last auf längere Reichweite weiter, so dass auch bei größeren lokalen Schäden die Mauer nicht zusammenbrach. So wurden Breschen vermieden, durch die Angreifer in die Anlage eindringen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was auf der einen Seite die Stabilität der Festung ausmachte, führte auf der anderen Seite langfristig zum Verfall der Verteidigungsanlagen: Wo die Holzkonstruktion verrottete, fiel die Mauer in sich zusammen und löste sich in einen Steinwall aus den verfüllten Steinen und Schutt auf. Damit waren alle Wehranlagen der [[Kelten]], die auf dieser Technik beruhten, dem Verfall preisgegeben, weshalb heute kein intakter Murus Gallicus mehr erhalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Beispiele von Wehranlagen der [[Kelten]], die auf diese Weise erbaut wurden, sind der Nordwall des [[Oppidum (Kelten)|Oppidums]] Fossé des Pandours, der [[Ringwall von Otzenhausen]], die Wehranlage auf dem Titelberg in Luxemburg, die Keltenanlage von [[Oppidum von Manching|Manching]] und die Umwallung der Höhensiedlung [[Gräberfeld Sopron-Várhely|Sopron-Várhely]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Materialaufwand für die Ringmauer von Manching wird folgendermaßen geschätzt:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;11.800&amp;amp;nbsp;Festmeter Holz für das innere Rahmenwerk, zwei Tonnen Eisennägel zu dessen Vernagelung, 6.900&amp;amp;nbsp;m³ Kalksteine für die Mauerfrontverkleidung sowie 90.000&amp;amp;nbsp;m³ Erde und Schüttmaterial zur Füllung der Mauer.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Fischer (Prähistoriker)|Franz Fischer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Handwerk bei den Kelten zur Zeit der Oppida.&amp;#039;&amp;#039; In: Handwerk 1983, S.&amp;amp;nbsp;39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;200&amp;quot; heights=&amp;quot;180&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Murus Gallicus 1.jpg|Modell eines Murus Gallicus (Bauprinzip wie bei der Burgmauer in [[Kempfeld]])&lt;br /&gt;
Oppidum Milseburg 1.jpg|Rekonstruiertes Teilstück einer keltischen Befestigungsanlage an der [[Oppidum Milseburg|Milseburg]]&lt;br /&gt;
Bibracte Porte Rebout.jpg|[[Bibracte]], Porte du Rebout, Wiederherstellung eines &amp;#039;&amp;#039;Murus Gallicus&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Ringwall Otzenhausen 11.jpg|Die Überreste der Murus Gallicus der [[Ringwall von Otzenhausen|Anlage von Otzenhausen]], ehemals ca. 25&amp;amp;nbsp;m hoch und breit&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;#039;&amp;#039;Vitrified forts&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tap o&amp;#039; Noth - geograph.org.uk - 93164.jpg|mini|Vitrified fort auf dem Tap o’ Noth]]&lt;br /&gt;
Wurde diese Mauerkonstruktion in Brand gesteckt, war durch das Verbrennen des Holzfachwerks bei passendem Wind und entsprechender Austrocknung der Balken eine derartige Hitzeentwicklung möglich, dass die Steine der Frontverkleidung teilweise „verglasten“. Von Archäologen wird als unwahrscheinlich bezeichnet, dass dies immer durch Feindeinwirkung geschah; es wird eher eine dadurch erreichbare gezielte Verfestigung des Mauerwerks angenommen. Als Beispiele für diese sogenannten &amp;#039;&amp;#039;vitrified forts&amp;#039;&amp;#039; (verglaste Festungen) in [[Britannien]] werden [[Castlelaw]] bei Abernethy ([[Perth and Kinross]]) (10&amp;amp;nbsp;km südöstlich von [[Perth (Schottland)|Perth]]), [[Tap o’ Noth]] in [[West Lothian]] und Finavon in [[Angus (Schottland)|Angus]] genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Birkhan: &amp;#039;&amp;#039;Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;345&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Phänomen dieser &amp;#039;&amp;#039;vitrified forts&amp;#039;&amp;#039; oder irreführend auch „Schlackenwälle“ tritt nicht nur beim Murus Gallicus, sondern auch beim verwandten Typus der [[Pfostenschlitzmauer]] auf und findet sich über weite Teile Europas verteilt, ohne auf einzelne Regionen beschränkt zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Holger Baitinger]], Peter Kresten: &amp;#039;&amp;#039;Geoarchäologie zweier hessischer „Schlackenwälle“. Glauberg und Altkönig.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Archäologisches Korrespondenzblatt]].&amp;#039;&amp;#039; Band 42, 2012, S. 493–508, hier S. 493–494 ([https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/ak/article/view/18629 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Computersimulation eines Nachtbilds des nachglühenden Steinwalls auf dem Gipfel des Tap o&amp;#039; Noth ist im Bildband &amp;#039;&amp;#039;„Kelten. Bilder ihrer Kultur“&amp;#039;&amp;#039; zu sehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Birkhan: &amp;#039;&amp;#039;Kelten. Bilder ihrer Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2814-2, S.&amp;amp;nbsp;138, Bild&amp;amp;nbsp;73.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Pfostenschlitzmauer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Dehn]]: &amp;#039;&amp;#039;Einige Bemerkungen zum Murus Gallicus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Germania (Zeitschrift)|Germania]]&amp;#039;&amp;#039; 38, 1960, S. 43–55, [[doi:10.11588/ger.1960.41711]].&lt;br /&gt;
* Alex Furger-Gunti: &amp;#039;&amp;#039;Der Murus Gallicus von Basel&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; 63, 1980, S. 131–184.&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand Maier (Archäologe)|Ferdinand Maier]]: &amp;#039;&amp;#039;Ergebnisse der Ausgrabung 1984–1987 in Manching.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Die Ausgrabung in Manching.&amp;#039;&amp;#039; Band 15). 1992, S. 340–356.&lt;br /&gt;
* [[Helmut Birkhan]]: &amp;#039;&amp;#039;Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur.&amp;#039;&amp;#039; 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.&lt;br /&gt;
* Peter Litwan: &amp;#039;&amp;#039;Caesars Beschreibung des murus gallicus (Gall. 7, 23) und die Eisennägel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Museum Helveticum&amp;#039;&amp;#039; 68, 2011, S. 148–153.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Murus gallicus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=1067614672}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fachbegriff (Kelten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauform (Fachwerk)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mauer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teil einer Befestigungsanlage]]&lt;/div&gt;</summary>
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