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	<title>Mrs. Dalloway - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mrs._Dalloway&amp;diff=436297&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-12T09:36:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Roman von Virginia Woolf. Für den gleichnamigen Film siehe [[Mrs. Dalloway (Film)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Mrs Dalloway 1925.jpg|mini|hochkant|Titelseiter der Ausgabe Hogarth Press, London 1925]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Hrsg=Klaus Reichert |Titel=Mrs. Dalloway |TitelErg=Deutsch von Walter Boehlich |Sammelwerk=Gesammelte Werke Prosa |Band=5 |Verlag=S. Fischer |Ort=Frankfurt a. M. |Datum=1997 |ISBN=3-10-092558-0 |Seiten=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist [[Virginia Woolf]]s vierter [[Roman]] und ihr zweiter „[[Experimentelle Literatur|experimenteller]]“, mit dem sie sich neue Darstellungsformen im Roman eroberte. Sie veröffentlichte ihr Werk 1925 in ihrem eigenen Verlag, der [[Hogarth Press]], in London.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2015 wählten 82 internationale Literaturkritiker und -wissenschaftler das Werk nach [[George Eliot]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Middlemarch (Roman)|Middlemarch]]&amp;#039;&amp;#039; und Virginia Woolfs &amp;#039;&amp;#039;[[Die Fahrt zum Leuchtturm]]&amp;#039;&amp;#039; zum [[BBC-Auswahl der 100 bedeutendsten britischen Romane|bedeutendsten britischen Roman]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;guardian&amp;quot;&amp;gt;[https://www.theguardian.com/books/booksblog/2015/dec/08/best-british-novel-of-all-time-international-critics-top-100-middlemarch The Guardian:The best British novel of all times - have international critics found it?], aufgerufen am 2. Januar 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Magazin [[Der Spiegel]] zählt &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039; zu den besten 100 auf der Welt zwischen 1925 und 2025 erschienenen Romanen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/kultur/literatur/literatur-die-besten-buecher-der-welt-zwischen-1925-und-2025-der-spiegel-literaturkanon-a-e138f11e-1302-48d2-8476-56840777d4dd |titel=Die besten Bücher der Welt |werk=Der Spiegel |datum=2025-03-23 |abruf=2025-10-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das informative Nachwort&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Hrsg= |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=201 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; des Herausgebers Klaus Reichert ergänzt den Roman mit Virginia Woolfs eigenen Kommentaren über ihr literarisches Projekt: Sie wolle „die Weltsicht des Gesunden &amp;amp; des Geisteskranken Seite an Seite“ darstellen, „Leben &amp;amp; Tod, geistige Gesundheit &amp;amp; Wahnsinn zum Ausdruck bringen; ich will Kritik am Gesellschaftssystem üben &amp;amp; es in Aktion vorführen, da wo es am intensivsten ist.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht ==&lt;br /&gt;
Die äußere Handlung des Romans umfasst einen Tag im Juni 1923 von etwa acht Uhr morgens bis drei Uhr nachts. Clarissa Dalloway, die 52-jährige Ehefrau eines [[Conservative Party|konservativen]] [[House of Commons|Unterhausabgeordneten]], plant, am Abend in ihrem Haus in [[Westminster (London)|Westminster]] eine Gesellschaft zu geben. Dafür besorgt Mrs Dalloway morgens Blumen und bessert dann ihr Abendkleid aus, als sie Besuch von Peter Walsh erhält, der gerade aus [[Britisch-Indien]] zurückgekommen ist. Sie waren in ihrer Jugend eng befreundet, bis sie seinen Heiratsantrag ablehnte. Beide erinnern sich an glückliche Tage im Landhaus ihrer Eltern in [[Bourton-on-the-Water]]. Auch die freigeistige Sally Setton war dabei, in die Mrs. Dalloway damals kurzzeitig verliebt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem Gefühlsausbruch geht Walsh in den [[Regent’s Park]] und beobachtet den Streit zwischen dem [[Psychische Störung|psychisch kranken]] [[Erster Weltkrieg|Weltkriegsveteranen]] Septimus Warren Smith und seiner Frau. Mrs Dalloways siebzehnjährige Tochter besucht mit ihrer privaten Geschichtslehrerin ein Kaufhaus, ihr Vater geht zum Lunch zu einer alten Bekannten – Mrs Dalloway ist nicht eingeladen, was sie kurzzeitig verstimmt. Septimus Warren Smith sucht mit seiner Frau den Psychiater Sir William Bradshaw auf, der Septimus stationär in einem seiner Sanatorien unterbringen will. Sie gehen nach Hause und erleben einen unbeschwerten Moment, bis Bradshaw auftaucht, um Septimus Warren Smith mitzunehmen. Der begeht Suizid, indem er sich aus dem Fenster wirft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Walsh kehrt in sein Hotel zurück, isst zu Abend, bevor er sich entschließt, an Mrs Dalloways Abendgesellschaft teilzunehmen. Diese wird ein großer Erfolg, auch Premierminister [[Stanley Baldwin]] ist unter den Gästen, ebenso wie Sally Setton, die nun Lady Rosseter heißt. Zu einem längeren Gespräch der Jugendfreunde mit Mrs Dalloway kommt es aber nicht. Da Peter Walsh den Streit Septimus Warren Smiths mit seiner Frau beobachtet und das [[Martinshorn]] der Ambulanz nach dem Fenstersturz gehört hat, wird der Todesfall Gesprächsthema auf Mrs Dalloways Abendgesellschaft. (Der der [[Mittelschicht]] angehörende Septimus Warren Smith ist persönlich nie Mrs Dalloway oder ihren Gästen begegnet.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erzählweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lady Ottoline Morrell - 10 Gower Street Bloomsbury WC1E 6DP.jpg|mini|Stadthaus von Lady [[Ottoline Morrell]], häufige Gastgeberin der [[Bloomsbury Group]] und nach einer Notiz von Virginia Woolf Inspiration für die Figur der Mrs  Dalloway (10 Gower Street, Bloomsbury/London) ]]&lt;br /&gt;
Der Roman beginnt mit Clarissa Dalloways morgendlichem Blumenkauf in der [[Bond Street (London)|Bond Street]] und ihren Beobachtungen, also mit äußeren Ereignissen, die den Eintritt in die verschiedenen inneren Welten der Figuren bilden. Der Blumenkauf erstreckt sich über die ersten zehn Seiten des Romans, aber nur zehn kurze verstreute Hinweise ermöglichen die räumlich-geografische Einordnung der Handlung als Spaziergang in Westminster – das Thema ist die innere, nicht die äußere Welt der Figuren:&amp;lt;ref&amp;gt;V. Woolf hat ihre Methode als &amp;quot;Tunnelverfahren&amp;quot; beschrieben, das Ausgraben von Höhlen hinter den Figuren und die dann portionsweise Erzählung der Vergangenheit. (Nachwort von Klaus Reichert {{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=203}})&amp;lt;/ref&amp;gt; „Die äußere Handlung wird fast ausschließlich durch die Reflexionen und Erinnerungen Mrs Dalloways und der übrigen Figuren perspektivisch gebrochen vermittelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kindlers neues Literatur-Lexikon. Studienausgabe&amp;#039;&amp;#039;, Kindler 1996, Band 17. Vb-Zz, siehe Literatur, S. 837.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Roman besteht zu weiten Teilen aus den Reflexionen dieser Personen, die zum Teil nur locker miteinander verbunden sind. Auch die Unterschicht ist durch die Gedanken der Dienstboten im Hause Dalloway präsent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang der von den Glockenschlägen [[Big Ben]]s geordneten Stunden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs Dalloway |Datum= |Seiten=8}} „Strukturiert wird das Geschehen durch die Glockenschläge des Big Ben, der das Motiv der verrinnenden Zeit versinnbildlicht.“ &amp;#039;&amp;#039;Kindlers neues Literatur-Lexikon. Studienausgabe&amp;#039;&amp;#039;, Kindler 1996, Band 17. Vb-Zz, siehe Literatur, S. 827.&amp;lt;/ref&amp;gt; dieses Tages werden unter anderem Spaziergänge durch [[Westminster (London)|Westminster]], das Flicken eines Abendkleides, der Entwurf eines Leserbriefes an die &amp;#039;&amp;#039;[[The Times|Times]]&amp;#039;&amp;#039; beim Mittagessen, eine Fahrt auf dem Oberdeck eines Busses oder die Rückkehr eines vor fünf Jahren in den [[Britisch-Indien|indischen Kolonialdienst]] eingetretenen Freundes von Clarissa Dalloway und ihre abschließende Abendgesellschaft beschrieben, die auch der Premierminister besucht. Die Erzählsituation bewegt sich fließend zwischen der Wahrnehmung der äußeren Begebenheiten durch die Figuren und den sich daran anknüpfenden Assoziationen und Erinnerungen. Die äußeren Begebenheiten sind gleichsam die Orte, an denen die Perspektivenwechsel zwischen den Figuren stattfinden. In diesem Gedankenroman bleibt „von der äußeren Handlung nur mehr ein Gerüst aus alltäglichen, manchmal sogar recht banalen Vorgängen und Verrichtungen, auf dem die Bewusstseinsbilder einzelner Charaktere aufgespannt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Franz K. Stanzel: Typische Formen des Romans, 12. Aufl., Vandenhoeck&amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1993, S. 48. ISBN 3-525-33464-8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Besondere an diesem Werk ist die Art und Weise, wie die inneren, psychischen Prozesse aus den äußeren, sichtbaren Ereignissen herausgeschält werden: Der Erzähler tritt hinter die ihre Gedanken fortspinnenden Charaktere zurück und trotz ihrer Unterschiede auch in der Schichtzugehörigkeit sind die Bewusstseinsströme der Figuren gleich tief, komplex und sprachlich ähnlich. Durch eine Kombination von [[Direkte Rede|direkter]], [[Indirekte Rede|indirekter]] und [[Erlebte Rede|erlebter Rede]] mit kurzen Passagen [[innerer Monolog]]e wird eine ungewohnte Intensität der Analyse psychischer Realitäten erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=124 und 145}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Indem die Figuren im zeitweiligen Mittelpunkt den Staffelstab der Erzählung an die nächsten weiterreichen, entwickelt sich der Roman nicht als ein Handlungs-, sondern als ein Gedankengeflecht: Er wird an einigen Stellen so sehr zu einer &amp;#039;&amp;#039;Gedankenerzählung&amp;#039;&amp;#039;, dass die Figuren nicht erst auf äußere Handlungen reagieren, sondern schon auf die sich noch ausformenden, noch nicht ausgesprochenen Bewusstseinsinhalte ihrer Gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=44, 123, 126, 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Netz der Gedanken, dieser [[Bewusstseinsstrom]] der Figuren, den kurz vorher auch [[James Joyce]] in seinem Roman [[Ulysses]] als Erzählprinzip angewendet hatte, zieht sich durch den Roman, mit dem Virginia Woolf einen ihrer wichtigsten Beiträge zur Entwicklung des [[Moderne#Literatur|Romans im 20. Jahrhundert]] geleistet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Motive der Vergänglichkeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lady Ottoline Morrell 1907.jpg|mini|Lady Ottoline Morrell, mondän mit  Calla (Zantedeschie)(Foto von Adolph de Meyer 1907)]]&lt;br /&gt;
Die Gedanken auch der Randfiguren zeichnen ein spannungsreiches Kaleidoskop der britischen Gesellschaft nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]. So alltäglich die sichtbaren äußeren Ereignisse auch sind, so grundsätzlich sind die sich hieran entzündenden Assoziationen, Fragen und Ängste, die gegenseitigen Wert- und Geringschätzungen der Figuren:  Lesbische und eheliche Liebe, Karrieren und ihr Scheitern, die Emanzipation der Frauen, Wahnvorstellungen eines Heimkehrers von den Weltkriegs-Schlachtfeldern des Kontinents, Hilflosigkeit der Psychiater, Wohlstand und Armut, das Leben im Herzen und am Rande des britischen Empires, die kritischen Blicke der Dienstboten auf ihre Herrschaften, gesellschaftliche Erstarrung und Auswanderung zu einem neuen Aufbruch nach Kanada... Schon beim Blumenkauf Clarissas in der Bond Street geben die Fehlzündungen eines Autos mit offenbar hochgestellten Fahrgästen Rätsel auf wie auch das Flugzeug, das allzu langsam die Buchstaben für &amp;#039;&amp;#039;Toffee&amp;#039;&amp;#039; in den Himmel schreibt – schon einfachste Beobachtungen lösen ein Nachdenken aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=17, 23 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Erinnerungen Clarissa Dalloways, die stets um ihre Abendgesellschaften kreisen, stoßen auf ihren mäandernden Wegen auf den frühen tödlichen Unfall ihrer Schwester, auf ihre eigene Oberflächlichkeit, ihre Krankheiten und auf ihren möglichen gesellschaftlichen Tod:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=12, 14, 120}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den warnenden, dann „unwiderruflichen“ Glockenschlägen Big Bens – der Roman sollte ursprünglich &amp;#039;&amp;#039;The Hours&amp;#039;&amp;#039; heißen – hat auch „die Furcht vor der Vergänglichkeit (…), ebenso wie die Hingabe an den Augenblick (…) leitmotivische Funktion.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kindlers neues Literatur-Lexikon. Studienausgabe&amp;#039;&amp;#039;, Kindler 1996, Band 17. Vb-Zz, siehe Literatur, S. 827.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf den letzten Seiten des Romans wird Clarissa während ihrer Abendgesellschaft durch die Nachricht vom Selbstmord des jungen Kriegsheimkehrers erschüttert: „Sie war davongekommen. Aber dieser junge Mann hatte sich umgebracht.&amp;#039;&amp;#039;“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=180}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden bisher verschachtelt erzählten und chronologisch parallel verlaufenden Erzählstränge berühren sich im Ende, werden Schicksalsmöglichkeiten: dicht neben dem eigenen Leben verläuft eine andere Schicksalsspur, in die hineinzurutschen und das Leben zu verschwenden oder zu verlieren nicht undenkbar ist. Die von der Autorin versammelten Charaktere spüren eine neue Verletzlichkeit und Unsicherheit – England ist im Wandel: &amp;#039;&amp;#039;„&amp;#039;&amp;#039;Aber war das Lady Bruton? (die sie doch gekannt hatte). War das Peter Walsh, grau geworden? fragte sich Lady Rosseter (die einmal Sally Seton gewesen war).&amp;#039;&amp;#039;“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Virginia Woolf |Titel=Mrs. Dalloway |Datum= |Seiten=176}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Kriegsveteran Septimus Warren Smith sowohl die Konflikte in Europa als auch die sozialen Verwerfungen der englischen Gesellschaft anklingen lässt, so erweitert die Figur Peter Walshs das Themenspektrum in eine andere Richtung: Walsh, der frühere Sozialist und Kritiker der Londoner Oberschicht, der vor dreißig Jahren fast Clarissa geheiratet hätte, kommt nach einem fünfjährigen Kolonialdienst überraschend zu den Dalloways, nicht nur um Clarissa wiederzusehen, sondern auch, um ihren Gatten nach den Plänen der Regierung für Indien zu fragen,&amp;lt;ref&amp;gt;„Er würde auf Clarissas Gesellschaft gehen, weil er Richard fragen wollte, was sie eigentlich in Indien trieben – diese konservativen Stümper. […] Was hatte die Regierung – und Richard Dalloway würde es wissen – in Indien vor?“ (Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs. Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, S. 156 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; wo der englische Kolonialismus es mit einem seit 1918 allmählich selbstbewussteren [[Indischer Nationalkongress|Indischen Nationalkongress]] zu tun hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Die 1885 gegründete [[Indischer Nationalkongress|indische Kongresspartei]], eine der ältesten demokratischen Parteien der Welt, ging in der ersten Phase ihrer Geschichte sogar noch mit Anfragen und Bitten auf die Kolonialbehörden zu, um sich an deren Regierung zu &amp;#039;&amp;#039;beteiligen&amp;#039;&amp;#039;: Erst nach dem [[Erster Weltkrieg|1. Weltkrieg]] stellte die Kongresspartei das britische Kolonialsystem infrage – auch unter dem Einfluss der russischen Revolution und der sich bald nach Osten orientierenden russischen Revolutionäre, die weitere Revolutionen in Europa nicht mehr erwarteten. ([[Peter Frankopan]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Licht aus dem Osten|Licht us dem Osten]].&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen von Michael Bayer und Norbert Juraschitz, 5. Auflage Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2018, S. 490 ff., 501 f.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben der titelgebenden Clarissa Dalloway und dem Kriegsveteran Septimus Warren Smith gehört damit auch Peter Walsh, er buchstäblich von der ersten bis zur letzten Seite, zum Dreigestirn der Protagonisten. Das mit diesen drei Figuren von Woolf aufgespannte sozial-politische Panorama ergänzt die kritische Sicht der Autorin auf ihre Herkunftsschicht um die wichtigsten politischen Fragen ihrer Zeit. Zu diesen  gehört nach dem Ersten Weltkrieg das revolutionäre Ende der Monarchien in [[Oktoberrevolution|Russland]] und [[Novemberrevolution|Deutschland]], die sich verschärfenden Klassenkämpfe in England mit massiven Streiks der Bergarbeiter, Eisenbahner und Hafenarbeiter, die Unruhen der demobilisierten und nun arbeitslosen Soldaten und die Einführung des [[Frauenwahlrecht im Vereinigten Königreich|Wahlrechts für Frauen]], sodass 1924, während der Niederschrift  von &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway,&amp;#039;&amp;#039; die [[Labour Party]] mit [[Ramsay MacDonald]] erstmals in ihrer Geschichte einen Labour-Ministerpräsidenten stellte. Die Unsicherheit Clarissa Dalloways über ihre Zukunft spiegelt die Sorgen der englischen Oberschicht über die Zukunft ihrer Klasse. &lt;br /&gt;
[[Datei:Lady Ottoline Morrell 1873-1938 literary hostess and patron of the arts lived here.jpg|mini|„Lady Ottoline Morrell 1873–1938 literarische Gastgeberin und Förderin der Künste lebte hier“ (Plakette an ihrem Haus in [[Bloomsbury (Camden)|Bloomsbury]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inspiration ==&lt;br /&gt;
Im Sommer 1909 machte Virginia Woolf die Bekanntschaft von Lady Ottoline Morrell, einer Aristokratin und Kunstmäzenin. Diese schloss sich dem [[Bloomsbury Group|Bloomsbury-Kreis]] an und faszinierte durch ihre extravagante Erscheinung. Ihr exotischer Lebensstil beeinflusste die Gruppe, sodass die Mitglieder gern der Einladung folgten, donnerstags um zehn Uhr in ihr Haus am &amp;#039;&amp;#039;[[Bedford Square]]&amp;#039;&amp;#039; zu kommen, wo sich Besucher wie [[D. H. Lawrence]] und [[Winston Churchill]], [[T.S. Eliot]], [[Henry Green]], [[Stephen Spender]], [[Bertrand Russell]], [[Leonard Sidney Woolf|Leonard Woolf]] und [[Virginia Woolf]] im Salon einfanden. Später wurde auch ihr Haus [[Garsington Manor]] bei [[Oxford]] zum Treffpunkt der „Bloomsberries“. Die Autorin setzte Ottoline Morrell in ihrem Roman &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, den sie als „Garsington novel“ bezeichnete, ein literarisches Denkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;Ursula Voss: &amp;#039;&amp;#039;Bertrand Russell und Ottoline Morrell. Eine Liebe wider die Philosophie&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Michael Maar]] gibt es Hinweise darauf, dass Woolfe mit Clarissa Dalloway und Septimus Warren Smith identisch sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Maar: &amp;#039;&amp;#039;Das violette Hündchen. Große Literatur im Detail&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt Verlag, Hamburg 2025, ISBN 978-3-498-00291-6, S. 104–114.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, London, Hogarth Press, 1925.&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Eine Frau von fünfzig Jahren&amp;#039;&amp;#039;, übers. von [[Theresia Mutzenbecher]], Leipzig, Insel Verlag, 1928.&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, übers. von [[Herberth E. Herlitschka]] und Marlys Herlitschka, Frankfurt/M., S. Fischer Verlag, 1955.&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, übers. von [[Walter Boehlich]], Frankfurt/M., S. Fischer, 2003. ISBN 3-596-14002-1.&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, übers. und mit einem Nachwort von [[Hans-Christian Oeser]], Stuttgart, Reclam-Verlag, 2012. ISBN 978-3-15-018886-6.&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, übers. von Hannelore Eisenhofer, Hamburg, Nikol, 2012. ISBN 978-3-86820-145-1.&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, zweisprachige Ausgabe englisch-deutsch, übers. von Kai Kilian, Köln, Anaconda Verlag, 2013. ISBN 978-3-7306-0059-7.&lt;br /&gt;
* Virginia Woolf: &amp;#039;&amp;#039;Mrs Dalloway&amp;#039;&amp;#039;, übers. von Melanie Waltz, mit einem Nachwort von Vea Kaiser, Köln, Manesse Verlag, 2022. ISBN 978-3-7175-2556-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sekundärliteratur ==&lt;br /&gt;
* [[Willi Erzgräber]]: &amp;#039;&amp;#039;Virginia Woolf: Mrs. Dalloway.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Horst Oppel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der moderne englische Roman – Interpretationen.&amp;#039;&amp;#039; Erich Schmidt Verlag, 2. überarbeitete Auflage, Berlin 1971, S. 160–200.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kindlers neues Literatur-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Walter Jens]], Studienausgabe, München: Kindler 1996, Band 17. Vb–Zz, ISBN 3-463-43200-5&lt;br /&gt;
* Hermione Lee: &amp;#039;&amp;#039;Virginia Woolf. Ein Leben&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main: Fischer, 2005.&lt;br /&gt;
* Mark Hussey: &amp;#039;&amp;#039;Virginia Woolf A to Z&amp;#039;&amp;#039;, New York 1995.&lt;br /&gt;
* [[Peter von Matt]]: &amp;#039;&amp;#039;Das verborgene Juwel – Virginia Woolf&amp;#039;&amp;#039;. In: Peter von Matt: &amp;#039;&amp;#039;Sieben Küsse. Glück und Unglück in der Literatur.&amp;#039;&amp;#039; Hanser, München 2017, ISBN 978-3-446-25462-6, S. 25–52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Adaptionen ==&lt;br /&gt;
1997 wurde der Roman von der niederländischen Oscar-Preisträgerin [[Marleen Gorris]] unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Mrs. Dalloway (Film)|Mrs. Dalloway]]&amp;#039;&amp;#039; verfilmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem bildete er die Grundlage für den Roman &amp;#039;&amp;#039;The Hours&amp;#039;&amp;#039; (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Die Stunden&amp;#039;&amp;#039;) von [[Michael Cunningham]], der 1999 mit dem [[Pulitzer-Preis]] ausgezeichnet wurde. Virginia Woolfs Tagebuchaufzeichnungen ist zu entnehmen, dass sie ursprünglich daran gedacht hatte, den Roman &amp;#039;&amp;#039;Die Stunden&amp;#039;&amp;#039; zu nennen. Der Roman von Cunningham wurde wiederum von [[Stephen Daldry]] unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit]]&amp;#039;&amp;#039; mit [[Nicole Kidman]] als Virginia Woolf verfilmt, die für diese Rolle den Oscar erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Mrs Dalloway|Mrs. Dalloway}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4316776-7|LCCN=no98043473|VIAF=174245841}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mrs Dalloway}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Englisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Roman, Epik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk von Virginia Woolf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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