<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Mosche_Dajan</id>
	<title>Mosche Dajan - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Mosche_Dajan"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mosche_Dajan&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-03T00:04:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mosche_Dajan&amp;diff=96397&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Karlasor: /* Anfangsjahre */Wikilink</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mosche_Dajan&amp;diff=96397&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-29T06:57:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Anfangsjahre: &lt;/span&gt;Wikilink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Moshe Dayan, Chief of General Staff.jpg|mini|Mosche Dajan als Generalstabschef (1950er Jahre)[[Datei:Moshe Dayan signature - he.svg|rahmenlos|zentriert|hochkant|klasse=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift von Mosche Dajan]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mosche Dajan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [[Distinguished Service Order|DSO]] ({{heS|מֹשֶׁה דַּיָּן&amp;amp;lrm;|Moscheh Dajjan}}, [[Plene-Schreibung|Plene]]. Auch: {{he|דיין&amp;amp;lrm;}}; geboren am [[20. Mai]] [[1915]] im Kibbuz [[Degania|Degania Alef]]; gestorben am [[16. Oktober]] [[1981]] in [[Tel Aviv]]) war ein [[israel]]ischer [[General]] und [[Politiker]]. Von 1953 bis 1958 war er Generalstabschef &amp;#039;&amp;#039;(Ramatkal)&amp;#039;&amp;#039; der [[Israelische Verteidigungsstreitkräfte|Israelischen Verteidigungsstreitkräfte]]. Ab 1959 war er Abgeordneter in der [[Knesset]], zunächst für die linkszionistische [[Mapai]] bzw. [[Awoda]] (Arbeitspartei). Er war Landwirtschafts- (1959–1964) und [[Verteidigungsministerium (Israel)|Verteidigungsminister]] (1967–1974). Dajan verließ die Partei 1977, um [[Ministerium für auswärtige Angelegenheiten (Israel)|Außenminister]] unter [[Menachem Begin]] zu werden. In dieser Funktion führte er 1978 die Verhandlungen zum [[Camp-David-Abkommen]]. 1981 gründete er eine eigene Partei namens [[Telem (Partei, 1981)|Telem]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Anfangsjahre ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dvora and Moshe Dayan.JPG|mini|hochkant|Mit Mutter Devorah]]&lt;br /&gt;
Mosche Dajan wurde am 20. Mai 1915 im [[Kibbuz]] Degania Alef, unweit des [[See Genezareth|Sees Genezareth]] in [[Galiläa]], geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Nur Masalha]] |Titel=Palestine – A Four Thousand Year History |Auflage=2 |Verlag=I. B. Tauris |Ort=London |Datum=2024 |ISBN=978-0-7556-4942-6 |Seiten=328 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Region [[Palästina (Region)|Palästina]] war zum damaligen Zeitpunkt Teil des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reiches]]. Seine Eltern, der Schriftsteller und sozialistische Politiker [[Schmuel Dajan|Schmuel Kitaigorodski]] und seine Frau Devorah waren [[Geschichte der Juden in der Ukraine|ukrainische Juden]] aus [[Schaschkiw]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; die ihre Heimat auf Grund des wachsenden [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|Antisemitismus]] verlassen hatten und im Zuge der [[Alija|Zweiten Alija]] 1908&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; eingewandert waren. In Palästina hatten sie mit anderen [[Zionismus|zionistischen]] Pionieren den ersten Kibbuz gegründet und den [[Hebräische Sprache|hebräischen]] Nachnamen „Dajan“ (Richter&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;) angenommen. 1921 zog die Familie nach [[Nahalal]], einer genossenschaftlich organisierten Siedlung ([[Moschav]]) in der [[Jesreelebene]].&amp;lt;ref&amp;gt;Moshe Dayan: &amp;#039;&amp;#039;Leben mit der Bibel. Archäologie im Heiligen Land.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1981, S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort besuchte Dajan die Volks- und Landwirtschaftsschule.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Munzinger |00000005768|Abruf=2024-05-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben [[Ivrit|Hebräisch]] sprach er [[Arabische Sprache|Arabisch]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; und [[Englische Sprache|Englisch]]. Er hatte eine jüngere Schwester Aviva (Mutter von [[Yehonatan Geffen]]) und einen Bruder Sohar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] stand Palästina unter [[Völkerbundmandat für Palästina|britischer Mandatsverwaltung]]. Mit 14 Jahren trat Dajan in die paramilitärische Untergrundorganisation [[Hagana]] (hebräisch „Verteidigung“) ein, deren Aufgabe zunächst im Schutz jüdischer Siedlungen des [[Jischuv]] vor arabischen Übergriffen bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mosche Dajan heiratete 1935 [[Ruth Dajan]], geborene Schwartz.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.israelhayom.com/2021/02/05/moshe-dayans-wife-ruth-dayan-dies-at-103/ „Moshe Dayan&amp;#039;s widow, Ruth Dayan, dies at 103“] auf &amp;#039;&amp;#039;israelhayom.com&amp;#039;&amp;#039; vom 5. Februar 2021 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie zog zu ihrem Mann nach Nahalal. Dort wurden drei Kinder geboren, die spätere Parlamentarierin [[Jael Dajan]], der Schriftsteller [[Ehud Dajan]] und der 2014 verstorbene Schauspieler und Filmregisseur [[Assi Dajan]] (1945–2014). Ruth Dajan war die Schwester von Reuma, der Frau des späteren Luftwaffengenerals und israelischen Staatspräsidenten [[Ezer Weizman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militärische Karriere ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arabischer Aufstand 1936–1939 ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Sadeh 1938.jpg|mini|Dajan (links) mit [[Jitzchak Sadeh]] und [[Jigal Allon]] in [[Chanita]], 1938]]&lt;br /&gt;
Von der Hagana wurde er zu Beginn des [[Arabischer Aufstand in Palästina 1936–1939|Arabischen Aufstandes]] innerhalb der [[Jewish Settlement Police]] den britischen Streitkräften als Scout zur Verfügung gestellt. Er absolvierte 1937 ein britisches Ausbildungsprogramm zum Sergeant und wurde ein Anhänger von [[Jitzchak Sadeh]].&amp;lt;ref&amp;gt;Mordechai Bar-On: &amp;#039;&amp;#039;Moshe Dayan : Israel&amp;#039;s Controversial Hero.&amp;#039;&amp;#039; Yale University Press, 2017, ISBN 978-0-300-14941-8, S. 16 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1938 befehligte er mit [[Jigal Allon]] unter Sadeh die Sicherung der vorgeschobenen [[Turm-und-Palisaden-Siedlung]] [[Chanita]]. Im gleichen Jahr nahm er häufiger an Unternehmungen von [[Orde Wingate]] mit den [[Special Night Squads]] teil, ohne offiziell zu dieser Einheit zu gehören.&amp;lt;ref&amp;gt;Mordechai Bar-On: &amp;#039;&amp;#039;Moshe Dayan : Israel&amp;#039;s Controversial Hero.&amp;#039;&amp;#039; S. 18 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1939 war er mit Allon Instruktor bei einem heimlichen Offizierskurs für Hagana-Offiziere, bei dem auch Waffen vorhanden waren. Der illegale Waffenbesitz war nach den Ausnahmegesetzen mit der Todesstrafe zu ahnden und wurde entdeckt. Dajan und 42 weitere Offiziere wurden zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und wenig später zu fünf Jahren begnadigt. Nach eineinhalb Jahren im [[Gefängnis Akkon|Central Prison of Acre]] in [[Akko]] wurden die inhaftierten Offiziere vorzeitig entlassen, da die britische Mandatsmacht jüdische Unterstützung gegen die [[Achsenmächte]] suchte. Dajan und Allon schlossen sich der neu gegründeten [[Palmach]] unter Sadeh an.&amp;lt;ref&amp;gt;Mordechai Bar-On: &amp;#039;&amp;#039;Moshe Dayan : Israel&amp;#039;s Controversial Hero.&amp;#039;&amp;#039; S. 19–22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zweiter Weltkrieg ====&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kämpfte Dajan im [[Palmach]], der Eliteeinheit der Hagana, die aufseiten der [[Anti-Hitler-Koalition|Alliierten]] am Krieg teilnahm. Im Juni 1941 kommandierte er eine Palmach-Einheit unter dem Befehl der 7. [[Australian Defence Force|australischen]] Infanterie-Division. Die Alliierten rückten im Rahmen des [[Syrisch-Libanesischer Feldzug|Syrisch-Libanesischen Feldzuges]] zusammen mit von General [[Charles de Gaulle]] aufgestellten [[Forces françaises libres]] von Palästina aus in den vom [[Vichy-Regime]] besetzten [[Völkerbundmandat für Syrien und Libanon|Libanon]] ein, der dadurch zum ersten Stützpunkt des „Freien Frankreichs“ am Mittelmeer wurde und 1943 noch vor Israel der erste unabhängige demokratische Staat im Nahen Osten und Gründungsmitglied der [[Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] werden sollte. Während dieser Operation verlor Dajan sein linkes Auge (8. Juni 1941). Eine Kugel traf das Fernglas, das er gerade benutzte; Glas- und Metallsplitter verwundeten dabei sein Auge, das trotz späterer Behandlung nicht gerettet werden konnte. Auch das Tragen eines Glasauges konnte wegen der erheblichen Verletzung der [[Augenmuskeln]] nicht ermöglicht werden. Die leere Augenhöhle bedeckte er später stets mit einer schwarzen [[Augenklappe]], die zu seinem bekanntesten Merkmal wurde. Auf die Empfehlung eines australischen Offiziers erhielt er den Orden „[[Distinguished Service Order]]“, eine der höchsten Auszeichnungen des [[Britisches Weltreich|Britischen Empires]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Israelischer Unabhängigkeitskrieg und Sinaifeldzug ====&lt;br /&gt;
Nach der Gründung des Staates Israel kämpfte Dajan auf verschiedenen wichtigen Positionen im [[Palästinakrieg|Israelischen Unabhängigkeitskrieg]]. Zuerst war er der Kommandeur über die Verteidigungsbemühungen im Jordantal, später wurde ihm das Kommando über verschiedene Militäreinheiten an der zentralen Front übergeben. Im Januar 1949 übernahm er die Leitung der israelischen Delegation bei den [[Waffenstillstandsabkommen von 1949|Waffenstillstandsverhandlungen mit Ägypten]] auf [[Rhodos]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er in England einen [[Generalstab]]slehrgang absolviert hatte, wurde Dajan im Jahr 1953 [[Israelische Streitkräfte#Die Generalstabschefs|Generalstabschef]] und [[Oberbefehlshaber|Oberkommandierender]] der [[Israelische Verteidigungsstreitkräfte|Israelischen Verteidigungsstreitkräfte]] im Rang eines &amp;#039;&amp;#039;Rav-Aluf&amp;#039;&amp;#039; (bis 1958). In dieser Funktion befehligte er den israelischen [[Suezkrise|Sinaifeldzug]] gegen [[Ägypten]] von Oktober bis November 1956. Dajan beurteilte die [[Palästinenser]] nüchtern. Er war fähig, die Beweggründe des militärischen Gegners durchaus zu verstehen. So sagte er im April 1956 an der Beerdigung eines ermordeten Bewohners des Kibbuz [[Nahal Oz]]: „Verurteilen wir nicht die Mörder. Warum sollten wir ihnen ihren brennenden Hass auf uns zum Vorwurf machen? Seit acht Jahren hausen sie in den Flüchtlingslagern von Gaza, und wir haben unter ihren Augen das Land und die Dörfer, in denen sie und ihre Vorväter gewohnt haben, in unser Eigentum verwandelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Alain Gresh]] |Titel=Gaza – die alte Phantasie von der Vertreibung |Hrsg=Dorothee D’Aprile |Sammelwerk=[[Le Monde diplomatique]] |Nummer=03/31 |Verlag=[[Die Tageszeitung|TAZ]]/[[WOZ Die Wochenzeitung|WOZ]] |Datum=2025-03-13 |Seiten=1, 8}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Karriere ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Beginn der Karriere als Politiker ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Dan Hadani collection (990044326570205171).jpg|mini|Im August 1966 war Dajan mit US-Truppen im Vietnamkrieg unterwegs.]]&lt;br /&gt;
Ein Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Armee wurde er 1959 Mitglied der sozialdemokratischen [[Mapai]], die zu dieser Zeit vom ersten Ministerpräsidenten Israels, [[David Ben-Gurion]], geführt wurde. Von 1959 bis 1964 war Dajan Landwirtschaftsminister. Dieses Amt behielt er auch nach dem Rücktritt Ben-Gurions (1963) im Kabinett von dessen Nachfolger [[Levi Eschkol]], eines politischen Gegners innerhalb der eigenen Partei. Dajan stand in enger Verbindung mit Ben-Gurion und war zusammen mit [[Schimon Peres]] und anderen der „Jungen“ einer seiner wichtigsten Unterstützer. Dies gilt insbesondere für die Periode, als Ben-Gurion 1965 die Mapai verließ und die Partei [[Rafi (Partei)|Rafi]] gründete. Als [[Kriegsberichterstatter]] hielt sich Dajan 1966/67 in [[Vietnam]] auf. Nach seiner Rückkehr äußerte er: „Die Amerikaner gewinnen hier alles – außer den Krieg.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Tom Segev]]: &amp;#039;&amp;#039;1967 – Israels zweite Geburt.&amp;#039;&amp;#039; München 2007, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verteidigungsminister im Sechstagekrieg ====&lt;br /&gt;
Im Zuge der Spannungen im Mai 1967 zwischen Israel und den [[Arabische Staaten|arabischen Staaten]] ernannte Eschkol auf massiven Druck der Bevölkerung hin am 1. Juni 1967 Dajan zum Verteidigungsminister. Eschkol hatte diesen Posten, obwohl er niemals in der Armee gedient hatte, vorher selbst innegehabt. Vier Tage nach Dajans Amtsantritt begannen die [[Israelische Luftstreitkräfte|israelischen Luftstreitkräfte]] mit einem [[Präventivschlag]] gegen ägyptische Militärflugplätze den [[Sechstagekrieg]], der mit einem Sieg Israels endete. Obwohl er nicht an den militärischen Verteidigungsmaßnahmen vor dem Sechstagekrieg beteiligt gewesen war (dies fiel in den Verantwortungsbereich [[Ezer Weizmann]]s und [[Jitzchak Rabin]]s), wurde ihm wegen seines charismatischen Auftretens, das die Soldaten an der Front motivierte, und wegen seiner kurzfristigen Veränderungen an dem Plan eine wichtige Rolle zugeschrieben. Durch diese Verdienste erwarb sich Dajan ein hohes Ansehen in Israel und einen großen Bekanntheitsgrad in der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Fusion von Mapai und Rafi wurde Dajan 1968 Mitglied der Arbeitspartei [[Awoda]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jom-Kippur-Krieg ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Dan Hadani collection (990044351070205171).jpg|mini|Mosche Dajan mit Golda Meïr im Juli 1969.]]&lt;br /&gt;
Dajan blieb ab 1969 auch unter Eschkols Nachfolgerin [[Golda Meïr]] Verteidigungsminister. Wegen des beinahe verlorenen [[Jom-Kippur-Krieg]]es im Oktober 1973 musste er sein Amt aber 1974 aufgeben. Der „Held des Sechstagekrieges“ trug einen Großteil der Verantwortung dafür, dass die israelische Führung die Zeichen des aufziehenden Krieges im Vorfeld nicht erkannt oder ignoriert hatte. So stimmte Dajan im Herbst 1973 dafür, nicht komplett zu mobilisieren und auch keinen Präventiv-Schlag gegen die [[Streitkräfte Ägyptens|ägyptische]] und [[Streitkräfte Syriens|syrische Armee]] zu führen, denn er nahm angesichts der Erfahrungen von 1967 an, Israel würde einen Krieg auch dann mit Leichtigkeit gewinnen, wenn die Araber bereits angegriffen hätten. Er wollte damit vor allem verhindern, dass Israel, das sechs Jahre zuvor den Krieg begonnen hatte, als Aggressor vor der Weltöffentlichkeit dastünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den schweren Niederlagen der Israelis in den ersten zwei Tagen des Krieges änderte Dajan seine Meinung radikal, verlor zwischenzeitlich die Fassung und war nahe daran, bei einer Pressekonferenz den „Untergang des dritten Tempels“ zu erklären, doch er wurde zu seinem Glück von Meir daran gehindert. Im Laufe der Kampfhandlungen konnte er seine Selbstkontrolle und auch die Weisungsgewalt über die israelischen Truppen zurückgewinnen, denen es schließlich gelang, das Blatt zu wenden und die arabischen Angriffe abzuwehren. Obwohl der Bericht der [[Agranat-Kommission]] die Hauptverantwortung für die Krise nicht bei den politischen Führern sah, zu denen Dajan zu rechnen ist, führten öffentliche Proteste schließlich zu seinem und Meirs Rücktritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Außenminister im Likud-Kabinett Begins und Parteigründer von Telem ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Mosche Dajan.jpg|mini|hochkant|Außenminister Dajan in den USA (1978)]]&lt;br /&gt;
Die Arbeitspartei, die Israel seit seiner Gründung regiert hatte und für 15 Jahre Dajans politische Heimat gewesen war, verlor [[Parlamentswahl in Israel 1977|1977 erstmals die Wahl]] und der konservative [[Likud]]-Block unter [[Menachem Begin]] übernahm die Regierung. Begin bot Dajan das Amt des Außenministers an, was dieser annahm und dafür aus seiner Partei ausgeschlossen wurde. In diesem Amt hatte Dajan ab dem Treffen mit Hassan al-Touhami,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Philippe Martin |Titel=Sur les chemins de Jérusalem : Juifs, chrétiens et musulmans en pèlerinage vers la Ville sainte |Hrsg=Alexandre Maujean |Verlag=Éditions Tallandier |Ort=Paris |Datum=2024 |ISBN=979-1-02106163-7 |Seiten=288}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dem ägyptischen Vize-Premier bei einem Aufenthalt in Marokko im September 1977, eine wichtige Funktion bei der Ausarbeitung des Friedensabkommens mit Ägypten von 1979 ([[Camp David I]]). Im Oktober 1979 trat Dajan wegen Uneinigkeit über die Behandlung der besetzten Palästinensergebiete als Außenminister zurück. Ministerpräsident Begin hatte diese als innenpolitische Angelegenheiten eingeordnet und den Außenminister Dajan von diesbezüglichen Gesprächen ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1981 gründete Dajan zusammen mit zwei abtrünnigen [[Likud]]-Abgeordneten ([[Jigal Hurwitz]] und [[Zalman Shoval]]) die Partei Telem, die eine einseitige Trennung Israels vom [[Westjordanland]] und dem [[Gazastreifen]] befürwortete. Die Partei erreichte bei den [[Parlamentswahl in Israel 1981|Wahlen vom 30. Juni 1981]] zwei Sitze in der zehnten [[Knesset]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krankheit und Tod ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Keverdayan1.jpg|mini|Dajans Grab auf dem Friedhof Nahalal]]&lt;br /&gt;
Im Juni 1979 wurde Dajan wegen eines [[Kolorektales Karzinom|Kolorektalen Karzinoms]] operiert. Er starb am 16. Oktober 1981 an den Folgen dieses Krebsleidens und wurde im [[Moschaw]] [[Nahalal]] beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dajan war eine komplizierte und widersprüchliche Persönlichkeit, die auch heute noch umstritten ist. Er hatte wenige enge Freunde, seine geistige Brillanz und sein Charisma waren oft mit Zynismus und einem Mangel an Taktgefühl gepaart. [[Ariel Scharon]], der ihm oft Wankelmut und [[Apathie]] unterstellte, schrieb über Dajan:&lt;br /&gt;
: „Er wachte [jeden Morgen] mit hundert Ideen auf. 95 von ihnen waren gefährlich, 3 weitere waren schlecht, die letzten beiden jedoch waren brillant.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer seiner Söhne, der Romanautor Ehud Dajan, den Mosche Dajan enterbt hatte, schrieb Monate nach Dajans Tod ein kritisches Buch über seinen Vater, verspottete seine militärischen, schriftstellerischen und politischen Fähigkeiten, nannte ihn einen [[Frauenheld|Schürzenjäger]] und beschuldigte ihn der Gier. In seinem Buch beschuldigte Ehud Dajan seinen Vater, sogar mit seinem Kampf gegen den Krebs Geld verdient zu haben. Er beklagte auch, das [[Kaddisch]] für seinen Vater „dreimal zu oft für einen Mann rezitiert zu haben, der nicht einmal die Hälfte der [[Zehn Gebote]] befolgt hat“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dajan vereinte die säkulare Identität eines [[Kibbuz]]niks mit einer toleranten Wertschätzung der [[Tanach|Hebräischen Bibel]] und viel [[Pragmatismus]]. So befürwortete er einerseits nach dem Sechstagekrieg, einem [[Waqf]] (einer nach [[Muslimisch|muslimischem]] Recht begründeten Stiftung) den [[Tempelberg]] anzuvertrauen, andererseits betonte er in seinen Schriften das jüdische Erbe in &amp;#039;&amp;#039;„[[Heiliges Land|Eretz Israel]]“&amp;#039;&amp;#039; und die Bedeutung der biblischen Geschichten in seinem Leben.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise berichtet Dajan von einem Militäreinsatz im Jahr 1941: Dann „war das Haus rasch eingenommen. Wie Jonathan zu seinem Waffenträger sagte: &amp;#039;Es ist dem Herrn nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen&amp;#039; (1. Sam 14,6). Er hatte recht. Gott kann mit einigen wenigen helfen, aber diese wenigen müssen stark sein“.  (Moshe Dajan: &amp;#039;&amp;#039;Leben mit der Bibel. Archäologie im Heiligen Land.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1981, S. 147.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Er verfasste einige Bücher und war als Amateur-[[Archäologie|Archäologe]] bekannt. Er geriet mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt, weil er mit Unterstützung seiner Soldaten illegale Grabungen ausführte. Seine archäologische Sammlung wurde nach seinem Tod an den Staat verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Tochter [[Jael Dajan]] (1939–2024) war Schriftstellerin, Friedensaktivistin bei [[Schalom Achschaw]] („Frieden jetzt“) und folgte dem Vater in die Politik nach. Sie war Awoda-Abgeordnete in der [[Knesset]], später für die linksliberale [[Meretz]] im Stadtrat von Tel Aviv und stellvertretende Bürgermeisterin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied der [[Ehrenlegion]], Verleihung am 8. August 1954 in Paris, begründet mit seinen Aktionen gegen [[Vichy-Regime|Vichy]]-Soldaten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michel Abitbol |Titel=Histoire d’Israël |Auflage=2 |Verlag=Éditions Perrin |Ort=Paris |Datum=2024 |Reihe=Collection Tempus |NummerReihe=936 |HrsgReihe=Marguerite de Marcillac |ISBN=978-2-262-10643-0 |Seiten=432}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
* „Während der letzten 100 Jahre befand sich unser Volk in einem Prozess, das Land aufzubauen, die Nation aufzubauen, zu expandieren und weitere Juden herzuholen und weitere Siedlungen zu bauen, um die Grenzen hier auszuweiten. Kein Jude soll sagen, dass dieser Prozess abgeschlossen sei. Kein Jude soll sagen, dass wir am Ende der Straße angelangt sind.“ (&amp;#039;&amp;#039;During the last 100 years our people have been in a process of building up the country and the nation, of expansion, of getting additional Jews and additional settlements in order to expand the borders here. Let no Jew say that the process has ended. Let no Jew say that we are near the end of the road.&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Quelle: Interview in &amp;#039;&amp;#039;[[Maariw (Zeitung)|Ma&amp;#039;ariv]]&amp;#039;&amp;#039; vom 7. Juli 1968.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „Es gibt kein Palästina mehr. Erledigt…“ (&amp;#039;&amp;#039;There is no more Palestine. Finished . . .&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Quelle: Interview im &amp;#039;&amp;#039;TIME Magazine&amp;#039;&amp;#039;, 30. Juli 1973.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „Alles, was man braucht, ist ein (libanesischer) Offizier. Ein Hauptmann würde genügen, man muss ihn nur für uns gewinnen oder ihn mit Geld kaufen, um ihn dazu zu bringen, sich als Retter der maronitisch-christlichen Bevölkerung auszurufen. Dann marschiert die israelische Armee in den Libanon ein, besetzt die nötigen Gebiete, setzt ein christliches Regime ein, das sich mit Israel verbündet. Die Gebiete südlich des Litani-Flusses werden von Israel annektiert, und alles übrige wird sich in unserem Sinn ergeben.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Avi Shlaim]]: &amp;#039;&amp;#039;The Iron Wall. Israel and the Arab World.&amp;#039;&amp;#039; London 2000, S. 133; Besprechung mit Ben-Gurion vom 16. Mai 1955, [http://www.transatlantikblog.de/2011/11/23/moshe-dayan-angriff-plaene-libanon-ben-gurion-1955/ Übers.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* „Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Du redest mit deinen Feinden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Mission meines Lebens. Bericht über die ägyptisch-israelischen Friedensverhandlungen 1977–1979.&amp;#039;&amp;#039; Bertelsmann, München 1981, ISBN 3-570-01373-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte meines Lebens.&amp;#039;&amp;#039; Molden-Verlag, Wien/München 1978, ISBN 3-217-00834-0.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Leben mit der hebräischen Bibel&amp;#039;&amp;#039;, 1978 (hebräisch)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Leben mit der Bibel. Archäologie im Heiligen Land.&amp;#039;&amp;#039; (aus dem Englischen übersetzt von Götz Pommer). Molden-Verlag, Wien 1981, ISBN 3-217-01218-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Martin van Creveld]]: &amp;#039;&amp;#039;Moshe Dayan&amp;#039;&amp;#039;, Weidenfeld &amp;amp; Nicolson, London 2004, ISBN 0-297-84669-8.&lt;br /&gt;
* Shabtai Teveth: &amp;#039;&amp;#039;Moshe Dayan. Politiker, Soldat, Legende.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 1973, ISBN 3-455-07705-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Moshe Dayan|Mosche Dajan|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118524127}}&lt;br /&gt;
* [http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/biography/Dayan.html Englische Biographie]&lt;br /&gt;
* [https://main.knesset.gov.il/en/MK/APPS/mk/mk-personal-details/688 Mosche Dajan] auf der Webseite der [[Knesset]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|AMT=[[Israelische Streitkräfte#Liste der Generalstabschefs|Generalstabschef von Tzahal]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=1953–1958&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Mordechai Maklef]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=[[Chaim Laskow]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Außenminister Israels&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Verteidigungsminister Israels&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118524127|LCCN=n79099011|VIAF=22140607}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Dajan, Mosche}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Hagana)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenminister (Israel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verteidigungsminister (Israel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landwirtschaftsminister (Israel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generalleutnant (Israel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Palästinakrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person in der Suezkrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Sechstagekrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Jom-Kippur-Krieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Knesset-Abgeordneter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:HaMa’arach-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Großoffizier)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Companion des Distinguished Service Order]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Israeli]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1915]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1981]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Dajan, Mosche&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=israelischer General und Politiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. Mai 1915&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Degania|Kibbuz Degania]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. Oktober 1981&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Tel Aviv]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Karlasor</name></author>
	</entry>
</feed>