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	<title>Mos teutonicus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T23:24:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mos_teutonicus&amp;diff=1799371&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Andim: Syntax</title>
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		<updated>2022-08-31T12:33:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Syntax&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mos teutonicus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;}} ([[latein]]isch für „deutsche Sitte“/„deutsche Art“) ist in mittelalterlichen Dokumenten der Verweis auf ein Verfahren nach deutschem Recht bzw. deutscher Gewohnheit&amp;amp;nbsp;– speziell die [[getrennte Bestattung]] {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;more teutonico&amp;#039;&amp;#039;}} („auf deutsche Art“), das im [[Hochmittelalter]] zeitweise praktizierte Verfahren, [[Leichnam]]e durch Abkochen in Fleischteile und Knochen zu zerlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendung ==&lt;br /&gt;
Das Verfahren des {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;mos teutonicus&amp;#039;&amp;#039;}} kam bei einigen hochgestellten Personen zur Anwendung, die fern von dem für ihre Grabstätte bestimmten Ort gestorben waren, und sollte es ermöglichen, die Gebeine an ihren Bestimmungsort zu überführen, ohne dass während der Reise noch Verwesung eintreten konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere während der [[Kreuzzug|Kreuzzüge]] versuchte man, die Leichname gefallener Ritter möglichst mit allen Ehren beizusetzen. Wenn die [[Kreuzfahrer]] in ihre Heimat zurückkehrten, wurden besonders hochgestellte Tote oft [[Exhumierung|exhumiert]], um ihre Überreste in die Heimat zurückzubringen. Bei Königsleichen wurde vor der Überführung ein Verfahren zur Haltbarmachung angewendet, das darin bestand, die Leiche „zu [[pökeln]] und fünf Stunden kräftig auszukochen, um das Fleisch von den Knochen zu trennen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BarbaraHartl&amp;quot;&amp;gt;[[Johannes Laudage]] nach {{Webarchiv | url=http://www.pm-magazin.de/a/sch%C3%B6n-f%C3%BCr-die-ewigkeit | wayback=20130313190028 | text=Barbara Hartl: &amp;#039;&amp;#039;Schön für die Ewigkeit&amp;#039;&amp;#039;}}, &amp;#039;&amp;#039;[[P.M. Magazin]]&amp;#039;&amp;#039; (Zugriff am 4. November 2012).&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach wurden die Knochen unter Bewachung in die Heimat überführt und dort erneut mit Gebeten bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Art der Bestattung wurde durch praktische Gründe erzwungen, da es oftmals unmöglich war, einen Leichnam intakt an einen weiter entfernten Bestattungsort zu überführen. Die [[Inneres Organ|inneren Organe]] wurden an besonderen Orten, zum Beispiel im Hof einer Kapelle, beerdigt. Der Aufbewahrung und Unversehrtheit der Knochen wurde bis ins Spätmittelalter große Bedeutung beigemessen, da nach christlichem Glauben zum [[Jüngstes Gericht|Jüngsten Gericht]] die Gebeine der Verstorbenen mit [[Auferstehung|auferstehen]] würden. Im Mittelalter war dazu die Vorstellung weit verbreitet, dass die Gebeine dazu vollständig erhalten sein müssten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachweis in Quellen ==&lt;br /&gt;
Eine kurze Beschreibung bietet [[Boncompagno da Signa]] († um 1240) in seinem &amp;#039;&amp;#039;Boncompagnus&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Teutonici autem eviscerant corpora excellentium virorum, qui moriuntur in provinciis alienis, et reliqua membra tamdiu faciunt in caldariis decoqui, donec tota caro, nervi et cartilagines ab ossibus separantur, et postmodum eadem ossa, in odorifero vino lota et aspersa pigmentis, ad patriam suam deportant.&lt;br /&gt;
 |Sprache=la&lt;br /&gt;
 |Übersetzung= Die Deutschen entnehmen die Eingeweide aus den Leichnamen hochgestellter Männer, wenn diese in fremden Ländern sterben, und lassen das Übrige so lange in Kesseln abkochen, bis alles Fleisch, die Sehnen und die Knorpel von den Knochen getrennt sind; diese Knochen, gewaschen in wohlriechendem Wein und bestreut mit [[Spezerei]]en, bringen sie dann anschließend in ihre Heimat fort.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Boncompagno da Signa, &amp;#039;&amp;#039;Boncompagnus&amp;#039;&amp;#039; 1, 27, 2; {{Webarchiv | url=http://scrineum.unipv.it/wight/bon127.htm | wayback=20160920114130 | text=elektronische Ausgabe von Steven Wright}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein früher, erst in jüngerer Zeit durch archäologische Forschung erschlossener Fall ist Kaiser [[Lothar III. (HRR)|Lothar&amp;amp;nbsp;III.]] Als dieser im Winter 1137 während seines Italienfeldzuges im Tiroler [[Breitenwang]] starb, wurde sein Leichnam&amp;amp;nbsp;– nach dem Befund einer 1989 veröffentlichten [[Aminosäuren]]analyse&amp;amp;nbsp;– etwa sechs Stunden lang gekocht, um anschließend die Gebeine in das niedersächsische [[Königslutter]] zu überführen und sie unterwegs auch zum Zweck öffentlicher Huldigungen zur Schau stellen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeff L. Bada, Bernd Herrmann, I. L. Payan, E. H. Man: &amp;#039;&amp;#039;Amino acid racemization in bone and the boiling of the German Emperor Lothar I&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Applied Geochemistry&amp;#039;&amp;#039; 4 (1989), S. 325–327.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteste quellenmäßige Erwähnung findet sich für das Jahr 1167.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roehricht&amp;quot;&amp;gt;[[Reinhold Röhricht]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des Begräbnisses more teutonico.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für deutsche Philologie&amp;#039;&amp;#039; 24 (1892), S. 505.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Eroberung Roms durch [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich&amp;amp;nbsp;I.]] kam es zu einer verheerenden Seuche, der ein großer Teil des Heeres und seiner Führung erlag. Die &amp;#039;&amp;#039;[[Historia Welforum]] Weingartensis&amp;#039;&amp;#039; nennt unter den Toten besonders den Erzbischof von Köln ([[Rainald von Dassel]]), die Bischöfe von [[Bistum Speyer|Speyer]] ([[Gottfried II. (Speyer)|Gottfried&amp;amp;nbsp;II.]]), [[Bistum Regensburg|Regensburg]] ([[Eberhard der Schwabe]]), [[Erzbistum Prag|Prag]] ([[Daniel I. (Prag)|Daniel&amp;amp;nbsp;I.]]), [[Bistum Verden|Verden]] ([[Hermann von Verden]]) und [[Bistum Lüttich|Lüttich]] ([[Alexander&amp;amp;nbsp;II. von Orle]]), ferner die Fürsten [[Friedrich IV. (Schwaben)|Friedrich&amp;amp;nbsp;IV. von Schwaben]], [[Welf&amp;amp;nbsp;VII.]], [[Berengar III. (Sulzbach)|Berengar&amp;amp;nbsp;III. von Sulzbach]] sowie einen Heinrich [[Pfalzgrafschaft Tübingen|von Tübingen]], und fügt hinzu:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Quorum omnia pene ossa carnibus per excoctionem consumptis, ad propria reducta sunt. Translata sunt autem et ossa Guelfonis nostri et in monasterio Staingadem a patre suo fundato reposita sunt.&lt;br /&gt;
 |Sprache=la&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Bei fast allen diesen wurden die Gebeine, nachdem sie durch Kochen vom Fleisch abgelöst worden waren, in ihre jeweilige Heimat zurückgebracht. Überführt wurden aber auch die Gebeine unseres Welfen und in dem von seinem [[Welf VI.|Vater]] gegründeten [[Kloster Steingaden]] bestattet.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Historia Welforum Weingartensis&amp;#039;&amp;#039;, [[Monumenta Germaniae Historica|MGH]], Scriptores XXI, S. 471 ([http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_SS_21_S._471 digitale Version]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Prominentestes Beispiel für die Anwendung des {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;mos teutonicus&amp;#039;&amp;#039;}} ist Friedrich&amp;amp;nbsp;I. selbst. Als dieser während des [[Dritter Kreuzzug|Dritten Kreuzzugs]] im Juni 1190 in Kilikien durch Ertrinken ums Leben kam, wurden sein Herz und seine Eingeweide in [[Tarsos]] beigesetzt, sein Fleisch Anfang Juli in der Peterskirche von [[Antiochia]], während die Knochen von seinem Sohn [[Friedrich VI. (Schwaben)|Friedrich&amp;amp;nbsp;VI. von Schwaben]] mindestens bis [[Tyros]] mitgeführt wurden, wohl um sie in Jerusalem zu bestatten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Knut Görich]], &amp;#039;&amp;#039;Die Staufer: Herrscher und Reich&amp;#039;&amp;#039;, 2. durchges. und aktual. Ausg., C.H.Beck, München 2006 (= C.-H.-Beck-Wissen, 2393; ISBN 3-406-53593-3), S. 67&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die [[Babenberger]]-Herzöge [[Friedrich I. (Österreich)|Friedrich&amp;amp;nbsp;I.]] (1198)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stift-heiligenkreuz.org/sehenswuerdigkeiten/unsere-babenberger/ stift-heiligenkreuz.org]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Leopold VI. (Österreich)|Leopold&amp;amp;nbsp;VI. von Österreich]] (1230)&amp;lt;ref name=&amp;quot;roehricht&amp;quot;/&amp;gt; sowie [[Römisch-deutscher Kaiser|Kaiser]] [[Lothar III. (HRR)|Lothar III.]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.watson.ch/wissen/history/987685737-der-gekochte-kaiser-was-mit-lothars-iii-leichnam-geschah &amp;#039;&amp;#039;Der gekochte Kaiser – was mit Lothars III. Leichnam geschah&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Watson (Nachrichtenportal)]]&amp;#039;&amp;#039; vom 28. August 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden auf diese Art bestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende der Praxis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bonifacius_VIII_-_Fresco_in_Lateran.jpg|miniatur|Bonifatius VIII. verbot den {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;mos teutonicus&amp;#039;&amp;#039;}}.]]&lt;br /&gt;
Mit der zuerst am 27.&amp;amp;nbsp;September 1299 und erneut am 18.&amp;amp;nbsp;Februar 1300 veröffentlichten Bulle {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;Detestande feritatis&amp;#039;&amp;#039;}} verfügte Papst [[Bonifatius&amp;amp;nbsp;VIII.]] ein kirchliches Verbot, Leichname für Zwecke der Bestattung zu zerteilen oder zu kochen, da er dies als „Missbrauch“ ansah. Das Verfahren blieb jedoch auch in der Folgezeit bei Feld- und Kriegszügen noch längere Zeit in Gebrauch,&amp;lt;ref&amp;gt;Elizabeth A. Brown, &amp;#039;&amp;#039;Death and the human body in the later Middle Ages: The legislation of Boniface VIII on the division of the corpse&amp;#039;&amp;#039;, in: Viator 12 (1981), S. 221–270, wieder in dies., &amp;#039;&amp;#039;The Monarchy of Capetian France and Royal Ceremonial&amp;#039;&amp;#039;, Variorum, Aldershot 1991 (= Collected studies series, 345; ISBN 0-86078-279-4), Kap. VI.&amp;lt;/ref&amp;gt; da man Wert darauf legte, die sterblichen Überreste der Vornehmen dort zu haben, wo man sich angemessen darum kümmern konnte. Schließlich begünstigte das päpstliche Verbot des {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;mos teutonicus&amp;#039;&amp;#039;}} die Suche nach geeigneten Verfahren zur wenigstens übergangsweisen [[Leichenkonservierung|Konservierung von Leichen]]. Die getrennte [[Herzbestattung]] nahm dabei institutionelle Formen an, die besonders bei den katholischen Herrscherhäusern bis in die Neuzeit weiterlebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Einen späten Widerhall findet diese Sitte im Märchen der [[Brüder Grimm]] vom [[Bruder Lustig]] (KHM 81), wo der heilige Petrus eine Königstochter wiederauferstehen lässt:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Da ward er zu ihr geführt, und dann sprach er: ‚Bringt mir einen Kessel mit Wasser‘, und wie der gebracht war, hieß er jedermann hinausgehen, und nur der Bruder Lustig durfte bei ihm bleiben. Darauf schnitt er alle Glieder der Toten los und warf sie ins Wasser, machte Feuer unter den Kessel und ließ sie kochen. Und wie alles Fleisch von den Knochen herabgefallen war, nahm er das schöne weiße Gebein heraus und legte es auf eine Tafel und reihte und legte es nach seiner natürlichen Ordnung zusammen. Als das geschehen war, trat er davor und sprach dreimal: ‚Im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Tote, steh auf.‘ Und beim dritten Mal erhob sich die Königstochter lebendig, gesund und schön.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bestattungsart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Todes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Mittelalter)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Andim</name></author>
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