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	<title>Mortarium - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T13:10:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mortarium&amp;diff=2347080&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: ISBN-Format, Links normiert</title>
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		<updated>2024-07-16T13:56:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;ISBN-Format, Links normiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Roman pottery mortarium.jpg|miniatur|Mortarium mit Herstellerstempel im [[British Museum]]]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mortarium&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch, „Reibschüssel“ oder „-schale“) wurden im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] Gefäße bezeichnet, die zum Zerreiben und Mischen von Milchprodukten, Kräutern und Gewürzen verwendet wurden. Später&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Wouter S. van den Berg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Sophie J. van den Berg. E. J. Brill, Leiden 1917, S. 242 (&amp;#039;&amp;#039;Mortarium&amp;#039;&amp;#039;: Im [[Antidotarium Nicolai]]: &amp;#039;&amp;#039;mortarium marmoreum cum pistello ferreo&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;mortarium aerum&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; und heute verwendet man in der Küche für diese Tätigkeit meist einen [[Mörser (Werkzeug)|Mörser]] aus härterem Material zusammen mit einem [[Pistill]] (Stampfer). Den schriftlichen Quellen zufolge konnten diese Gefäße aus sehr unterschiedlichen Materialien hergestellt sein, aber im archäologischen Fundgut lassen sich fast ausschließlich solche aus [[Keramik]] nachweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ware ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mortarium, Ludlow Museum - DSCF2095.JPG|miniatur|Innenseite mit Quarzkörnung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Dragendorff 43 Rheinzabern.jpg|miniatur|[[Terra Sigillata]]-&amp;#039;&amp;#039;mortarium&amp;#039;&amp;#039; Form Drag. 43 im [[Terra-Sigillata-Museum|Museum Rheinzabern]]]]&lt;br /&gt;
Die am häufigsten verwendeten grobkeramischen &amp;#039;&amp;#039;mortaria&amp;#039;&amp;#039; besitzen einen flachen Standboden, seltener einen Standring. Die Höhe ist meist geringer als der halbe Durchmesser der Öffnung. Sie benötigten einen breiten Steil- oder Kragenrand, damit man sie mit der Hand festhalten konnte. Beide Randformen besaßen an der Innenseite eine raue Reibefläche, die aus feinem [[Verwitterungsgrus|Quarz- oder Kalksteingrus]] bestand. Bei Stücken des ersten Jahrhunderts können sich dort auch feine Rillen befinden. Ein seitlicher Ausguss erleichterte die Entleerung des Gefäßes. Die Form der Gefäße änderte sich während mehrerer Jahrhunderte bis in die [[Spätantike]] kaum, weshalb sie als Mittel zur Datierung wenig geeignet sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dietwulf Baatz]]: &amp;#039;&amp;#039;Reibschale und Romanisierung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Rei Cretariae Romanae Fautores]] Acta.&amp;#039;&amp;#039; Band 17/18, 1977, S. 147–158, hier S.&amp;amp;nbsp;147.&amp;lt;/ref&amp;gt; Frühe Mortaria aus den Nordwestprovinzen besitzen auf dem Rand gelegentlich Herstellerstempel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Mortaria&amp;#039;&amp;#039; wurden im Gegensatz zu modernen Mörsern eher zum Mischen und Kneten von Teig, Käse und teigähnlichen Mischungen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Hilgers: &amp;#039;&amp;#039;Lateinische Gefässnamen. Bezeichnungen, Funktion und Form römischer Gefäße nach den antiken Schriftquellen.&amp;#039;&amp;#039; Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S.&amp;amp;nbsp;68.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die meisten Abnutzungsspuren weisen die Funde stets im unteren Bereich der Schüssel auf, was auf einen rührenden Reibevorgang schließen lässt. Gelegentlich sind die Böden aufgrund unsachgemäßer Behandlung durchstoßen. Zum Gebrauch der Schalen gehört ein Stößel (&amp;#039;&amp;#039;pistillum&amp;#039;&amp;#039;). Ein solcher ist aber nie in Verbindung mit einer Reibschale gefunden worden. Es liegt nahe, dass diese aus vergänglichem Material, wahrscheinlich Holz, bestanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietwulf Baatz: &amp;#039;&amp;#039;[[Kastell Hesselbach]] und andere Forschungen am Odenwaldlimes.&amp;#039;&amp;#039; Gebr. Mann, Berlin 1973, ISBN 3-7861-1059-X, S.&amp;amp;nbsp;106.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reibschalen der [[Raetische Firnisware|Raetischen Ware]] besaßen häufig einen Glanztonüberzug und einen bemalten Gefäßrand. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. kommen Reibschalen aus [[Terra Sigillata]] auf ([[Liste wichtiger Terra-Sigillata-Gefäßformen|Formen Drag. 43 und 45]]), die auf eine Änderung der Tischkultur hinweisen. Offensichtlich wurden die Saucen nun direkt am Tisch zubereitet, weshalb hochwertigere Ware bevorzugt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Reibschüsseln stammen ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Sie sind in [[Kleinasien]] seit dem 11. Jahrhundert v. Chr. bekannt, stammen möglicherweise aus orientalischen Einflüssen. Vereinzelt sind sie in Griechenland seit dem 7. Jahrhundert v. Chr., ab dem 5. Jahrhundert allgemein gebräuchlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu Mortaria in antiken Griechenland siehe Alexandra Villing: &amp;#039;&amp;#039;The daily grind of ancient Greece. Mortars and mortaria between symbol and reality.&amp;#039;&amp;#039; In: Athena Tsingarida (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Shapes and Uses of Greek Vases (7th–4th centuries B.C.).&amp;#039;&amp;#039; Proceedings of the Symposium held at the Université libre de Bruxelles 27–29 April 2006 (= &amp;#039;&amp;#039;Études d&amp;#039;archéologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). CReA-Patrimoine, Brüssel 2009, ISBN 978-90-77723-85-2, S. 319–333.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Italien sind sie vor dem 2. Jahrhundert v. Chr. kaum nachzuweisen. Der Gebrauch tönerner Reibschalen verbreitete sich schnell, sie sind schon im selben Jahrhundert im Fundmaterial der römischen Lager von [[Numantia]] nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Mortaria&amp;#039;&amp;#039; wurden wie der Großteil der groben Küchenkeramik in lokalen Werkstätten hergestellt und regional vertrieben. In Gallien gab es wenige Töpfereien, die ihre Produkte über eine weitere Entfernung exportierten.  Das häufige Vorkommen von &amp;#039;&amp;#039;mortaria&amp;#039;&amp;#039; in Mitteleuropa seit der Zeit der römischen Besetzung kann als Übernahme mediterraner Tischsitten gedeutet werden und somit als Indiz für die [[Romanisierung]] gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietwulf Baatz: &amp;#039;&amp;#039;Reibschale und Romanisierung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rei Cretariae Romanae Fautores Acta.&amp;#039;&amp;#039; Band 17/18, 1977, S. 147–158, hier S.&amp;amp;nbsp;155.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings sind die tönernen &amp;#039;&amp;#039;mortaria&amp;#039;&amp;#039; insgesamt sehr ungleich über das Reich verteilt, sodass das Fehlen dieser Fundgruppe nicht umgekehrt als Zeichen für eine geringe Romanisierung gelten kann. In einigen Regionen gehören Reibschüsseln zu den häufigen Typen von Keramikfunden auf römerzeitlichen Ausgrabungen, während sie aus anderen Regionen fast gar nicht bekannt sind. Eine Erklärung für dieses Phänomen steht noch aus, auch wenn die Verwendung von &amp;#039;&amp;#039;mortaria&amp;#039;&amp;#039; aus anderen Materialien in einigen Regionen eine mögliche Erklärung bieten könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Kay Hartley: &amp;#039;&amp;#039;The incidence of stamped mortaria in the Roman Empire, with special reference to imports to Britain.&amp;#039;&amp;#039; In: Joanna Bird (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Form and Fabric. Studies in Rome&amp;#039;s material past in honour of B.R. Hartley&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Oxbow Monograph.&amp;#039;&amp;#039; Band 80). Oxbow Books, Oxford 1998, ISBN 1-900188-35-X, S. 199–218, hier S. 213 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Moretum DSC 3303.jpg|miniatur|[[Moretum]] in Reibschalen-Replik mit nachgebildetem Holzpistillum]]&lt;br /&gt;
Tönerne Reibschalen wurden in erster Linie verwendet zum Anreiben oder Anrühren verschiedener Würzsaucen, die in der römischen Küche weit verbreitet waren. Im Kochbuch des [[Marcus Gavius Apicius|Apicius]] werden einige dieser Saucen erwähnt. Um diese zu servieren, gehörten kleine Näpfe und Schälchen zum üblichen Tischgeschirr. Besonders häufig werden &amp;#039;&amp;#039;mortaria&amp;#039;&amp;#039; zur Herstellung von [[Moretum]] verwendet worden sein. In dieser Verwendung werden sie in dem Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Moretum&amp;#039;&amp;#039; erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Parodie auf die Dichtung [[Vergil]]s aus der [[Appendix Vergiliana]] (1. Jahrhundert n. Chr.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Dietwulf Baatz]]: &amp;#039;&amp;#039;Reibschale und Romanisierung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Rei Cretariae Romanae Fautores]] Acta.&amp;#039;&amp;#039; Band 17/18, 1977, S.&amp;amp;nbsp;147–158.&lt;br /&gt;
* Erich Gose: &amp;#039;&amp;#039;Gefäßtypen der römischen Keramik im Rheinland.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1976, ISBN 3-7927-0293-2, S.&amp;amp;nbsp;39f.&lt;br /&gt;
* Kay Hartley: &amp;#039;&amp;#039;The incidence of stamped mortaria in the Roman Empire, with special reference to imports to Britain.&amp;#039;&amp;#039; In: Joanna Bird (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Form and Fabric. Studies in Rome&amp;#039;s material past in honour of B.R. Hartley&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Oxbow Monograph.&amp;#039;&amp;#039; Band 80). Oxbow Books, Oxford 1998, ISBN 1-900188-35-X, S. 199–218.&lt;br /&gt;
* [[Werner Hilgers]]: &amp;#039;&amp;#039;Lateinische Gefässnamen. Bezeichnungen, Funktion und Form römischer Gefäße nach den antiken Schriftquellen.&amp;#039;&amp;#039; Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969, S.&amp;amp;nbsp;68–70 u. Kat.-Nr.&amp;amp;nbsp;248.&lt;br /&gt;
* Constanze Höpken: &amp;#039;&amp;#039;Sonstige Keramik.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Thomas Fischer (Archäologe)|Thomas Fischer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die römischen Provinzen. Eine Einführung in ihre Archäologie.&amp;#039;&amp;#039; Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1591-X, S.&amp;amp;nbsp;293–300.&lt;br /&gt;
* [[Stefan F. Pfahl]]: &amp;#039;&amp;#039;Namenstempel auf römischen Reibschüsseln (mortaria) aus Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Augsburger Beiträge zur Archäologie.&amp;#039;&amp;#039; Band 8). Wißner, Augsburg 2018, ISBN 978-3-95786-153-5, besonders S. 13–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Mortaria}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Keramik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altrömische Küche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fachbegriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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