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	<title>Moritz Hochschild - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Goesseln am 2. März 2026 um 19:25 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:1026470 F82658.png|mini|Moritz Hochschild (1962)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Moritz Hochschild&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch [[Don (Anrede)|Don]] &amp;#039;&amp;#039;Mauricio Hochschild&amp;#039;&amp;#039; (* [[17. Februar]] [[1881]] in [[Biblis]], [[Deutsches Kaiserreich]]; † [[12. Juni]] [[1965]] in [[Paris]], [[Frankreich]]) war ein deutsch-bolivianischer Bergbauunternehmer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und neben [[Simón I. Patiño]] und [[Carlos Victor Aramayo]] einer der drei [[südamerika]]nischen „[[Zinn]]-Barone“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alain Rouquié |Titel=Amérique latine – Introduction à l’Extrême-Occident |Sammelwerk=Points Essais |Nummer=373 |Auflage=2 |Verlag=Éditions du Seuil |Ort=Paris |Datum=1998 |ISBN=978-2-02-020624-2 |Seiten=124 f. |Kommentar=nouvelle édition revue et augmentée; der Ausdruck „mettre en coupe réglée“ ist nicht eindeutig übersetzbar, er könnte &amp;#039;&amp;#039;aussaugen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;abkassieren&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;absahnen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ausbeuten&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ausbluten&amp;#039;&amp;#039; oder auch nur &amp;#039;&amp;#039;bewirtschaften&amp;#039;&amp;#039; bedeuten}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die zusammen die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Rosca&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; bildeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Moritz Hochschild war ein deutscher [[Agnostizismus|agnostischer]] Jude, dessen Familie bereits seit mehr als einer Generation im Bergbau- und Metallwesen tätig war. Nach Abschluss seiner Schulzeit studierte er Bergbau und Ingenieurwissenschaften an der [[Technische Universität Bergakademie Freiberg|Bergakademie Freiberg]]. Im Jahr 1905 begann er seine berufliche Laufbahn bei der [[GEA Group|Metallgesellschaft]], einer Firma für Rohstoffhandel und Bergbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später ging er nach Spanien und Australien, bevor er schließlich nach Südamerika zog, um sich dort selbstständig zu machen. Von 1911 bis 1914 erwarb er in Chile ein beträchtliches Vermögen im Kupferhandel. Sein Bruder Salomon („Sali“) schloss sich ihm an. Beim Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] kehrte er nach Deutschland zurück, um einen „vaterländischen Beitrag“ zu leisten. Dies geschah insbesondere durch die Beschaffung von Metallen für die [[Kriegsrohstoffabteilung]].&amp;lt;ref&amp;gt;John Hillman: Rezension von Helmut Waszkis, &amp;#039;&amp;#039;Dr. Moritz (Don Mauricio) Hochschild&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;The Mining History Journal&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 10 (2003), S. 151–155, hier S. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919, nach Kriegsende, ging er erneut nach Südamerika, zusammen mit seiner Frau Käthe Rosenbaum, die er im Jahr vorher geheiratet hatte. 1920 wurde ihr Sohn Gerardo Hochschild geboren, vier Jahre später starb seine Ehefrau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden zwei Jahrzehnten baute er von [[Bolivien]] aus mit der Gewinnung und dem Handel von Zinn-Erzen ein Wirtschaftsimperium auf, das von [[Peru]] im Norden bis [[Chile]] im Süden reichte. Während dieser Wachstumsperiode folgten ihm weitere Familienmitglieder nach Südamerika und arbeiteten in seiner Gesellschaft, darunter auch sein Cousin Philipp Hochschild mit seiner Ehefrau Germaine. Moritz (oder Don Mauricio, wie er in Südamerika genannt wurde) hatte eine Affäre mit Germaine und heiratete sie nach ihrer Scheidung von Philipp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1930er Jahren befand sich die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Moritz-Hochschild-Gruppe auf dem Höhepunkt. In den Jahren 1939 und 1944 wurde er auf Anordnung der bolivianischen Regierung festgenommen und zum Tode verurteilt. Als er wenige Wochen nach seiner Freilassung 1944 zwei Wochen lang in der Hand von Kidnappern verbringen musste, verließ er nach seiner Befreiung Südamerika für immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1951 übertrugen die Hochschilds den Großteil ihres Vermögens der [[Hochschild Trust and Foundation]]. 1952 wurde die Moritz-Hochschild-Gruppe im Zuge der Bolivianischen Revolution enteignet. Sie überstand dies, verlor dabei aber 70 % des vorherigen Betriebsvermögens. Die Gesellschaft wuchs weiter und expandierte auch im Ausland. Moritz Hochschild starb im Jahr 1965 in Paris als angesehener Industrie- und Handelsunternehmer. Der Schriftsteller [[Augusto Céspedes]] kritisierte die &amp;#039;&amp;#039;Rosca&amp;#039;&amp;#039; öffentlich als „Gang“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; die das Land „aussauge“ (Rouquié: &amp;#039;&amp;#039;„mettre en coupe réglée“&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Der französische Diplomat und Buchautor [[Alain Rouquié]] berichtet daneben auch von [[Antisemitismus|antisemitischen]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Kontroversen seitens bolivianischer Nationalisten&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; gegen Hochschild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moritz Hochschild bedachte 1955 seine Geburtsstadt Biblis mit einer namhaften Geldspende (DM 5.000). Als Dank dafür benannte Biblis eine Straße nach ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Tode wurde bekannt, dass er einer großen Zahl von Juden zur Flucht aus dem „Dritten Reich“ verholfen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Waszkis: &amp;#039;&amp;#039;The Bolivian Case, 1938–1945. Haven for Thousands of Refugees. Remembering Dr. Moritz Hochschild&amp;#039;&amp;#039;, Beitrag zur Tagung der &amp;#039;&amp;#039;Latin American Jewish Studies Association&amp;#039;&amp;#039;, Princeton 1999 ([http://www.archive.org/stream/moritzhochschild03reel03#page/n639/mode/1up Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.theguardian.com/world/2022/aug/11/bolivia-tin-baron-moritz-hochschild-saved-thousands-of-jewish-refugees |titel=How Bolivia’s ruthless tin baron saved thousands of Jewish refugees |datum=2022-08-11 |sprache=en |abruf=2022-08-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „1938 rechnete Hochschild aus, dass er 2000 bis 3000 Juden hergeholt hatte, 1939 kam er auf 9000“, sagt ein Historiker, der an einer Biografie des bolivianischen Präsidenten [[Germán Busch Becerra]] arbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz-14928314&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle | autor= | url=https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/agenda/bergbauunternehmer-aus-biblis-rettete-tausende-juden-14927261.html | titel=Bergbauunternehmer aus Biblis rettete Tausende Juden | werk=[[Frankfurter Allgemeine Zeitung#FAZ.NET|FAZ.net]] | datum=2017-03-16  |zugriff=2021-05-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hochschild stand für Transportkosten, Einwanderungsformalitäten und die erste Aufnahme auf einem Bauernhof in der Region [[Yungas]] ein. Edgar Ramírez, Archiv-Direktor der bolivianischen Minengesellschaft [[COMIBOL]], und der Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Boliviens, Ricardo Udler, sehen weitreichende Parallelen zwischen Hochschild und dem Unternehmer [[Oskar Schindler]], der mehr als tausend Juden vor den Nazis rettete und dem der Regisseur [[Steven Spielberg]] mit seinem Film „[[Schindlers Liste]]“ 1993 ein Denkmal setzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
In seiner Heimatstadt Biblis gibt es eine ihm gewidmete Hochschildstraße.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Ismar: [http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.moritz-hochschild-tausende-juden-gerettet-boliviens-oskar-schindler.9e3d0d86-007f-4cd1-9ff7-417bfe5acd7e.html &amp;#039;&amp;#039;Tausende Juden gerettet: Boliviens Oskar Schindler&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Abendzeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 25. Juni 2017, abgerufen am 16. Januar 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hochschild heute ==&lt;br /&gt;
Im November 1984 verkaufte Luis Hochschild, ein Neffe Moritz Hochschilds, das lateinamerikanische Minengeschäft der Hochschild-Gruppe an das [[südafrika]]nische Bergbauunternehmen &amp;#039;&amp;#039;[[Anglo American|Anglo American Corporation of South Africa]]&amp;#039;&amp;#039;. Im Gegenzug gab dieses seine [[peru]]anischen Bergbauaktivitäten an die Hochschild Gruppe ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hieraus ging das an der [[London Stock Exchange|Londoner Börse]] (LSE) notierte Bergbauunternehmen &amp;#039;&amp;#039;[[Hochschild Mining|Hochschild Mining plc]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Internationale Wertpapierkennnummer|ISIN]]: GB00B1FW5029) hervor, welches sich auf den [[Untertagebau]] von [[Gold]] und [[Silber]] in Lateinamerika spezialisiert hat. Das [[Aktienkapital]] liegt mehrheitlich in den Händen von Moritz Hochschilds Nachfahren. Geführt wird es von Eduardo Hochschild, einem [[Großneffe]]n von Moritz Hochschild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben &amp;#039;&amp;#039;Hochschild Mining&amp;#039;&amp;#039; besitzt die Familie Hochschild in Peru noch Unternehmen in den Bereichen [[Zement]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Pacasmayo]]&amp;#039;&amp;#039;) und [[Phosphat]] (&amp;#039;&amp;#039;Fosfatos del Pacifico&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;!-- Beleg ? Stand wann ? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Paul Arnsberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang, Untergang, Neubeginn,&amp;#039;&amp;#039; Seite 69. [[Societäts-Verlag]] 1971, ISBN 3-7973-0213-4.&lt;br /&gt;
* Gerhard Goldberg: &amp;#039;&amp;#039;History of the Hochschild Group.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Helmut Waszkis: &amp;#039;&amp;#039;Dr. Moritz (Don Mauricio) Hochschild, 1881–1965. The man and his companies. A German jewish mining entrepreneur in South America&amp;#039;&amp;#039;. Vervuert, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-89354-164-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.quetzal-leipzig.de/lateinamerika/bolivien/aufstieg-und-fall-der-zinnbarone-patino-hochschild-aramayo-19093.html Zinnbarone - Ihr Aufstieg und Fall. Sven Schaller. In: Quetzal, Januar 2009]&lt;br /&gt;
* [http://findingaids.cjh.org/index2.php?fnm=MoritzHochschild&amp;amp;pnm=LBI Guide to the papers of Moritz Hochschild]&lt;br /&gt;
* [http://www.hochschildmining.com Homepage des Unternehmens &amp;#039;&amp;#039;Hochschild Mining plc&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/007947}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=123135214|LCCN=nr/2002/3706|VIAF=23041436}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hochschild, Moritz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unternehmer (Bolivien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Emigrant in Bolivien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1881]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1965]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hochschild, Moritz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hochschild, Mauricio&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Bergbauunternehmer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=17. Februar 1881&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Biblis]], [[Deutsches Kaiserreich]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. Juni 1965&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Paris]], [[Frankreich]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Goesseln</name></author>
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