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	<title>Morbus Gaucher - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Morbus_Gaucher&amp;diff=311787&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;WikiHelper232: Infobox ergänzt.</title>
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		<updated>2025-09-09T11:14:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Infobox ergänzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = E75.2&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Sonstige [[Sphingolipidose]]n&amp;lt;br /&amp;gt;Gaucher-Krankheit&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 5C56.0Y&lt;br /&gt;
| Data-01 = Sonstige näher bezeichnete Sphingolipidose&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Morbus Gaucher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|goˈʃe}}], auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gaucher-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gauchersche Krankheit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine seltene [[Erbkrankheit]] und die häufigste der [[lysosom]]alen Speicherkrankheiten, einer Störung des [[Lipidstoffwechsels]]. Bei der [[autosom]]al-[[rezessiv]] vererbten Krankheit liegt eine Mutation im Gen der β-[[Glucocerebrosidase]] ({{EC|3.2.1.45}}; Chromosom 1; Genlocus 1q21; Gensymbol GBA) vor; bekannt sind über 400 Varianten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.hgmd.cf.ac.uk/ac/gene.php?gene=GBA |titel=HGMD® gene result |abruf=2020-08-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kommt dadurch zu einer verringerten Aktivität dieses in den [[Lysosom]]en lokalisierten [[Enzym]]s, so dass [[Glucocerebrosid]] (zuckerhaltige Fettstoffe) nur noch unzureichend in Glukose und [[Ceramide]] aufgespalten werden. Glukocerebroside sind z.&amp;amp;nbsp;T. selbst direkter Bestandteil von Zellmembranen (insbesondere der Erythrozyten) vor allem aber Zwischenprodukte beim Auf- und Abbau zahlreicher weiterer, komplexerer Glykolipide der Zellmembranen. Durch den gestörten Abbau reichern sie sich daher insbesondere in den Fresszellen des Körpers ([[Makrophage]]n) und in [[Monozyt]]en an, die in der Folge zu sogenannten Gaucherzellen werden. Diese setzen unter anderem zahlreiche [[Zytokine]] und Faktoren frei die letztlich die Krankheitssymptome bestimmen: Eine (zum Teil massive) Vergrößerung der Milz ([[Splenomegalie]]), eine Vergrößerung der Leber ([[Hepatomegalie]]), Störung der [[Blutbildung]] im Knochenmark mit einem Mangel an Blutplättchen ([[Thrombozytopenie]]), roten Blutkörperchen (Anämie) und weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie). Der Befall des Knochenmarks und des gesamten Skelettsystems (insbesondere der Hüfte und des Oberschenkels) führt zur Zerstörung des Knochens, die sich mitunter in Form fieberhafter schmerzhafter Schübe, sogenannter Knochenkrisen, manifestiert. Bisweilen sind auch weitere Organsysteme wie das Nervensystem oder die Lunge betroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft findet sich eine durch den körperlichen Befund allein nicht erklärbare Erschöpfbarkeit der Betroffenen, so dass diese zunächst als [[Simulant]]en oder [[Hypochonder]] verkannt werden. Patienten mit Morbus Gaucher haben ein deutlich erhöhtes Risiko in der Folge ein [[Malignom]] (vor allem des Blutes bzw. lymphatischen Systems wie [[Multiples Myelom]], [[Non-Hodgkin-Lymphom]]e und der Leber ([[Leberzellkarzinom]])) oder einen [[Parkinson-Krankheit|Morbus Parkinson]] zu entwickeln. Da die Erkrankung selten ist und das Spektrum der Symptome mit verschiedenen anderen, häufigeren Erkrankungen überlappt, dauert es auch heute noch oft viele Jahre, bis die korrekte Diagnose gestellt wird. Mit der [[Enzymersatztherapie]] (eine Infusionstherapie) und der [[Substratreduktionstherapie]] (orale Therapie mit Kapseln) sind zwei wirksame Behandlungsoptionen verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benannt ist die Erkrankung (lat.: [[Morbus]]) nach [[Philippe Gaucher]] (1854–1918), einem französischen [[Dermatologe]]n, der die vermehrten Speicherzellen in der Milz 1882 erstmals beschrieb. Seit 1934 ist bekannt, dass sie Glucocerebroside enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einteilung ==&lt;br /&gt;
In der Vergangenheit wurde der M. Gaucher sehr streng in drei Typen eingeteilt: Morbus Gaucher Typ&amp;amp;nbsp;1, Typ&amp;amp;nbsp;2 und Typ&amp;amp;nbsp;3. Diese Einteilung basierte auf dem Zeitpunkt des Krankheitseintritts, den jeweiligen Symptomen, der Mitbeteiligung des Nervensystems und der Lebenserwartung der Patienten. Diese Trennung wird zunehmend verlassen, unter anderem da es Übergangsformen gibt, die nicht eindeutig einem Typ zuzuordnen sind. Heute unterscheidet man zunehmend in eine neuronopathische und eine nicht-neuronopathische Verlaufsform, d.&amp;amp;nbsp;h. das Auftreten bzw. Fehlen von Nervenschädigungen entscheidet über die Zuordnung zu den beiden Hauptgruppen. Diese historische Klassifikation ist aber weiterhin sehr gebräuchlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Morbus Gaucher Typ I (auch nicht neuronopathischer M. Gaucher); ca. 94 % der Patienten ===&lt;br /&gt;
Dies ist die häufigste Form von Morbus Gaucher. Die Erstmanifestation kann in jedem Alter auftreten. Bei dieser Form ist das Nervensystem nicht involviert (nicht neuronopathisch). Der Verlauf der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein, einige Patienten haben kaum Symptome und führen ein weitgehend normales Leben, während andere unter vielfältigen und schweren Symptomen leiden. Die Genotyp-Phänotyp-Korrelation ist dabei nur sehr gering.&amp;lt;ref name=&amp;quot;omim-1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.omim.org/entry/230800 |titel=OMIM Entry – #230800 – Gaucher Disease, Type I |sprache=en-US |abruf=2019-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Morbus Gaucher Typ II (auch akut-neuronopathischer M. Gaucher); ca. 1 % der Patienten ===&lt;br /&gt;
Dieser Typ ist sehr selten und tritt nur im Kindesalter auf. Aufgrund der schweren neurologischen Beteiligung werden betroffene Kinder selten älter als 2 Jahre. Für diesen sind die verfügbaren therapeutischen Optionen ohne relevanten Einfluss auf den Verlauf. Manche Autoren grenzen hiervon noch eine perinatal letale Verlaufsform ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;omim-1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Morbus Gaucher Typ III (auch chronisch-neuronopathische Verlaufsform); ca. 5 % der Patienten ===&lt;br /&gt;
Dieser Typ ist ebenfalls selten und manifestiert sich meist in der frühen bis späten Kindheit, die Symptome sind mittel bis schwer, der Krankheitsverlauf ist progredient. Bei diesen Patienten kann die Lebenserwartung vermindert sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;omim-3&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.omim.org/entry/231000 |titel=OMIM Entry – #231000 – Gaucher Disease, Type III |sprache=en |abruf=2019-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterteilung in Subtypen ===&lt;br /&gt;
Manche Autoren unterscheiden hierbei noch Subtypen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;omim-3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Morbus Gaucher Typ IIIA: Charakterisiert durch Myoklonien und Demenz&lt;br /&gt;
* Morbus Gaucher Typ IIIB: Charakterisiert durch frühen Beginn einer isolierten supranukleären, horizontalen Blicklähmung und einen aggressiven Verlauf&lt;br /&gt;
* Morbus Gaucher Typ IIIC: Charakterisiert durch kardiovaskuläre Verkalkungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Häufigkeit ==&lt;br /&gt;
Die betreffende Gendefekte werden mit Ausnahme einiger Fälle des Typs&amp;amp;nbsp;2 [[autosom]]al-[[rezessiv]] vererbt. Die Erkrankung tritt in regional sehr unterschiedlicher Häufigkeit auf. In Westeuropa ist vermutlich 1 von 40.000–60.000 Menschen betroffen. Dagegen sind in der [[Aschkenasim|aschkenasisch-jüdischen]] Bevölkerung mit einer von 1.000 Personen relativ betrachtet deutlich mehr Menschen betroffen. Die Häufigkeit der heterozygoten Mutation wird dabei auf 1:30 geschätzt. Damit ist der Morbus Gaucher die häufigste lysosomale Speicherkrankheit. Auch innerhalb der [[Türken|türkischen]] Bevölkerung ergibt sich ein gegenüber Westeuropäern erhöhtes Auftreten dieser Mutationen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stallmach&amp;quot;&amp;gt;Th. Stallmach, G. Klöppel, J. Roth, G. A. Spinas: &amp;#039;&amp;#039;Stoffwechselerkrankungen.&amp;#039;&amp;#039; In: W. Böcker, H. Denk, Ph. U. Heitz, H. Moch: &amp;#039;&amp;#039;Pathologie.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. München 2008, S. 1126–1127.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herold&amp;quot;&amp;gt;Gerd Herold u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Innere Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Köln 2009, S. 111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursache ==&lt;br /&gt;
Der menschliche Körper benötigt das Enzym [[Glucocerebrosidase]] (im deutschen Sprachraum auch: Glukozerebrosidase), um gealterte Zellmembranbestandteile abzubauen. Ein Mangel wird daher besonders auffällig bei Zellen mit kurzer Lebenszeit, so den weißen und roten [[Blut]]zellen. Ohne ausreichende [[Katalysatoraktivität|Aktivität]] des Enzyms lagern sich die Membranbestandteile in den [[Lysosom]]en insbesondere der Makrophagen ab. Je nach Art der Mutation des für das Enzym kodierenden Gens kommt es zu mehr oder weniger starkem bis vollständigem Funktionsausfall des Enzyms.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stallmach&amp;quot; /&amp;gt; Mittlerweile sind mehr als 400 verschiedene Mutationen beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harrisons&amp;quot;&amp;gt;Robert J. Hopkin, Gregory A. Grabowski: &amp;#039;&amp;#039;Lysosomal Storage Diseases.&amp;#039;&amp;#039; In: Anthony Faucy u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Harrison’s Principles of Internal Medicine.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage. New York, 2008, S. 2452–2456.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.hgmd.cf.ac.uk/ac/gene.php?gene=GBA |titel=The Human Gene Mutation Database |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2019-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
Die Schwere des Enzymdefekts bestimmt das Alter bei ersten Symptomen und die Organe, an denen die Symptome vor allem auftreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim nicht-neuronopathischen Typ (früher Typ I) ist die Enzymaktivität noch relativ hoch. Erste Symptome können auch erst im Erwachsenenalter auftreten, der Verlauf kann milde sein. Es kommt zu Veränderungen vor allem an inneren Organen („viszeraler Typ“) in Form einer extremen [[Hepatomegalie|Vergrößerung der Leber]] und [[Splenomegalie|Milz]]. Durch die Milzvergrößerung resultiert ein [[Hypersplenismus|gesteigerter Abbau von Blutzellen]]. Dadurch kommt es zu einer [[Anämie|Blutarmut]] und einem [[Thrombopenie|Blutplättchenmangel]]. Daraus folgt ein erhöhtes Blutungsrisiko und eventuell Kreislaufprobleme. Häufig ist auch das Skelett beteiligt. Dies äußert sich in chronischen aber plötzlich auftretenden, schweren Schmerzen, insbesondere an den [[Hüftgelenk]]en, die von Fieber und Entzündungszeichen begleitet sein können. Im Rahmen der Knochenschädigung kann es auch zu [[Osteolyse]]n kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beck&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim akut-neuronopathischen Typ (früher Typ II) ist die Enzymaktivität besonders gering, schon Säuglinge zeigen schwere Störungen des Nervensystems mit geistiger [[Behinderung (Sozialrecht)|Behinderung]], [[Krampf|Krämpfen]] und ausgeprägten [[Gedeihstörung]]en. Die Kinder sterben meist vor Ende des zweiten Lebensjahres. Typ&amp;amp;nbsp;II kann zudem auch im dominanten Erbgang auftreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stallmach&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim chronisch-neuronopathischen Typ (früher Typ III) liegen die Enzymaktivitäten meist zwischen Typ&amp;amp;nbsp;I und Typ&amp;amp;nbsp;II. Es kommt etwa ab dem zweiten Lebensjahr zu Nervenschädigungen und [[Gedeihstörung]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herold&amp;quot; /&amp;gt; Diese Form tritt gehäuft in [[Schweden]] auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harrisons&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
Leitsymptome ist die Vergrößerung der Milz (meist mittels Ultraschalluntersuchung), die sich im Verlauf bei praktisch allen Patienten findet, oft gepaart mit einer Vergrößerung der Leber. Häufig finden sich mehr oder minder ausgeprägte Veränderungen des Blutbildes, insbesondere ist die Zahl der [[Thrombozyt]]en oft verringert. Der Befall der Knochen wird vor allem in der Kernspintomographie deutlich, wohingegen ein konventionelles Röntgenbild oft noch keine Veränderungen zeigt. Allerdings können sich auch hier typische Manifestationen wie die sog. Erlenmeyerdeformität finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Routinelabor findet sich oft eine Erhöhung des [[Ferritin]], des [[Angiotensin Converting Enzyme|ACE]] und der sauren nicht-tartrathemmbare [[Phosphatase]]. Dies ist jedoch sehr unspezifisch, so dass bei Verdacht oder zum Ausschluss ein gezielter Enzymtest zum Nachweis einer verringerten β-Glukozerebrosidase-Aktivität in Leukozyten (aus EDTA-Vollblut oder mittels Trockenbluttest (DBS)) – eventuell ergänzt durch die Bestimmung von Glucosylsphingosin (lyso-Gb1/lysoGL1) – erfolgen sollte. Die bisweilen durchgeführte Knochenmarkpunktion kann bei bis zu einem Drittel der Fälle falsch negativ sein. Sie ist daher zum Nachweis oder Ausschluss eines Morbus Gaucher heute obsolet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegt ein Verdacht auf Morbus Gaucher vor, wird im Labor die Enzymaktivität der beta-[[Glucocerebrosidase|Glukozerebrosidase]] im Blut bestimmt. Ist sie erniedrigt, so ist die Diagnose Morbus Gaucher gesichert. Zusätzlich wird heute fast immer auch eine genetische Analyse durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl für die Messung der Enzymaktivität als auch für die genetische Analyse steht heute ein einfach in den Praxisalltag zu integrierender Trockenbluttest (Dried Blood Spot, DBS) zur Verfügung: Dafür werden einige Tropfen Blut auf eine Trockenblutkarte aufgetropft. Nachdem sie getrocknet sind, wird die Karte per Post an ein spezialisiertes Labor geschickt. Dort wird das Blut wieder aus der Filterkarte herausgelöst und für die folgenden Tests aufbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Bestimmung der Enzymaktivität wird zu einer definierten Menge Blut eine definierte Menge Substrat dazugegeben. Nach einer bestimmten Zeit wird z.&amp;amp;nbsp;B. per [[Massenspektrometrie]] analysiert, wie viel Produkt durch die Enzymreaktion entstanden ist. Hieraus lässt sich schließen, wie aktiv das Enzym ist. Um die Verlässlichkeit der Messwerte zu gewährleisten, ist es wichtig, dass ein zertifizierter Assay verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die genetische Analyse wird das Gen der beta-Glukozerebrosidase sequenziert. Beide Tests – die Messung der Enzymaktivität und die genetische Analyse – kann – je nach Labor - aus dem Material einer Trockenblutkarte erfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite web|title = Gaucher-Krankheit|url = https://www.symptoma.com/de/info/gaucher-krankheit#workup|website = www.symptoma.com|accessdate = 2015-12-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
Durch den Mangel an Glucocerebrosidaseaktivität bei Morbus Gaucher kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Auf- und Abbau von [[Glucosylceramid]] (oft als GL1 oder Gb1 abgekürzt). Insbesondere beim Typ 1, der nicht neuronopathischen Verlaufsform, und zum Teil beim Typ&amp;amp;nbsp;3, kann die Einlagerung von GL1 und damit die Erkrankung mittels zweier unterschiedlicher Therapieprinzipien –&amp;amp;nbsp;Enzymersatztherapie und Substratreduktionstherapie&amp;amp;nbsp;– sehr gut behandelt werden. Daher wird die früher bisweilen eingesetzte [[Stammzelltransplantation]] –&amp;amp;nbsp;durch die [[Makrophage]]n ohne Enzymdefekt gebildet werden&amp;amp;nbsp;– aufgrund der damit verbundenen erheblichen Risiken kaum mehr eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Enzymersatztherapie]] (EET oder ERT)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursächliche Mangel an [[Glucocerebrosidase]]aktivität ({{EC|3.2.1.45}}) lässt sich durch lebenslange, in der Regel zweiwöchentliche [[Infusion]] [[Biotechnologie|biotechnologisch]] hergestellter Glucocerebrosidase ausgleichen. In Europa wurden [[Imiglucerase]] und [[Velaglucerase alfa]] zugelassen und verfügbar. Aufgrund der bereits 1994 in den USA erfolgten Zulassung lagen 2018 für Imiglucerase die meisten Daten und längsten praktischen Erfahrungen vor (Erstzulassung Velaglucerase alfa: 2010&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.accessdata.fda.gov/scripts/cder/daf/index.cfm?event=overview.process&amp;amp;ApplNo=022575 |titel=Drugs@FDA: FDA Approved Drug Products |abruf=2018-10-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;; In Europa nicht zugelassene Taliglucerase alfa: 2012&amp;lt;ref&amp;gt;{{DrugBank|DB08876|Taliglucerase alfa|Abruf=2018-10-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme erfolgt über terminale [[Mannose]]-Reste [[Glykosylierung]]en, wodurch das infundierte Enzym bevorzugt in (beim Morbus Gaucher auch hauptsächlich betroffenen) [[Makrophage]]n aufgenommen wird, so deren [[Lysosom]]en erreicht und dort die Speichersubstanz [[Glucosylceramid]] abbauen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beck&amp;quot;&amp;gt;M. Beck: [https://www.aerzteblatt.de/pdf/98/34/a2188.pdf Volltext-pdf &amp;#039;&amp;#039;Therapie lysosomaler Speicherkrankheiten.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 150&amp;amp;nbsp;kB) In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Ärzteblatt&amp;#039;&amp;#039;, Band 98, Nummer 34–35, S.&amp;amp;nbsp;2188–2192.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Substratreduktionstherapie]] (SRT)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das der Speicherung von [[Glucosylceramid]] zugrunde liegende Ungleichgewicht zwischen Auf- und Abbau lässt sich auch durch eine (partielle) Hemmung der Glucosylceramidsynthese bzw. des dafür verantwortlichen Enzymes [[Glucosylceramidsynthase]] kompensieren. Es wird weniger Glucosylceramid gebildet, es liegt also weniger Substrat für das bei M. Gaucher unzureichend vorhandene oder aktive Enzym Glucocerebrosidase vor, das diese abbauen müsste. Entsprechende Inhibitoren sind zumeist kleine Moleküle und lassen sich auch als oral als Kapsel verabreichen, wodurch dem Patienten die zeitaufwendigen Injektionen und die erforderliche Terminplanung erspart bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste zur Substratreduktiontherapie für Morbus Gaucher zugelassene Präparat war [[Miglustat]] (Erstzulassung: 2002). Miglustat ist ein [[Iminozucker]] und ein [[Analogon (Chemie)|Analogon]] der [[Glucose]]. Es bindet an dessen [[Bindungsstelle]] und verhindert so die [[Synthese]] von [[Glucosylceramid]]. Da Glucose an vielen Vorgängen im Körper beteiligt ist, werden auch weitere Enzyme durch Miglustat gehemmt. Dazu zählen unter anderem auch einige Zuckerspaltende Enzyme im Darm, was in der Folge zu belastenden [[Nebenwirkung]]en wie (osmotisch bedingten) [[Durchfall]] führen kann, aber auch [[zentralnervös]]e Symptome. Die Anwendung von Miglustat ist daher auf Patienten mit einem leichten bis mittelschweren, nicht-neuronopathischen Morbus Gaucher, für die die Enzymsubstitutionstherapie ungeeignet ist, beschränkt ([[Zweitlinientherapie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite, im Januar 2015 zugelassene, Präparat zur Substratreduktionstherapie [[Eliglustat]] ist ein [[Analogon (Chemie)|Analogon]] des [[Ceramide|Ceramids]]. Es ist wesentlich spezifischer und selektiver für die Glucosylceramidsynthase als Miglustat, so dass es wesentlich besser verträglich ist. Beispielsweise waren Magen-Darm-Beschwerden in den Zulassungsstudien in der Placebogruppe deutlich häufiger. Anders als Miglustat gelangt es kaum in [[ZNS-Gängigkeit|ZNS]], so dass auch hier kaum Nebenwirkungen beobachtet wurden. Die Wirksamkeit ist sowohl bei bisher unbehandelten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Pramod K. Mistry, Elena Lukina, Hadhami Ben Turkia, Suma P. Shankar, Hagit Baris |Hrsg= |Titel=Outcomes after 18 months of eliglustat therapy in treatment-naïve adults with Gaucher disease type 1: The phase 3 ENGAGE trial |Sammelwerk=American Journal of Hematology |Band=92 |Nummer=11 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2017-10-03 |Seiten=1170–1176 |DOI=10.1002/ajh.24877 |PMC=5656936 |PMID=28762527}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, wie auch mit Enzymersatztherapie vorbehandelten Patienten einer Enzymersatztherapie vergleichbar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lesley J. Scott |Titel=Eliglustat: A Review in Gaucher Disease Type 1 |Sammelwerk=Drugs |Band=75 |Nummer=14 |Datum=2015-09 |Seiten=1669–1678 |DOI=10.1007/s40265-015-0468-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Langzeitdaten über 8 Jahre belegen zudem, dass insbesondere schwer betroffene Gaucherpatienten in besonderem Maße profitieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Elena Lukina, Nora Watman, Marta Dragosky, Heather Lau, Elsa Avila Arreguin |Titel=Outcomes after 8 Years of Eliglustat Therapy for Gaucher Disease Type 1: Final Results from the Phase 2 Trial |Sammelwerk=American Journal of Hematology |Datum=2018-09-28 |DOI=10.1002/ajh.25300}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eliglustat wird über das [[Cytochrom P450|Cytochrom-P450-System]], insbesondere [[Cytochrom P450 2D6|CYP2D6]] und zu einem kleineren Teil auch über [[CYP3A4]], abgebaut. Die Aktivität dieser Enzymsysteme ist individuell verschieden, so dass vor der Verordnung eine einmalige genetische Bestimmung des entsprechenden Stoffwechseltyps erfolgen muss. Eliglustat ist für erwachsene Patienten mit Typ 1 zugelassen, die bezogen auf CYP2D6 langsame, intermediäre oder schnelle Metabolisiere sind&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://mein.sanofi.de/produkte/Cerdelga |titel=Cerdelga® |sprache=de |abruf=2018-10-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur [[Therapiekontrolle]] eignen sich neben klinischen Parametern, [[Magnetresonanztomographie|Kernspintomographie]], Ultraschall und [[Blutbild]] auch die Aktivität bzw. Konzentrationen von [[Chitotriosidase]], [[Glucosylsphingosin]] (= lyso-Gb1 oder lyso-GL1) bzw. [[Chemokin|CCL18]].&amp;lt;ref&amp;gt;I. Maire, N. Guffon, R. Froissart: &amp;#039;&amp;#039;[Current development and usefulness of biomarkers for Gaucher disease follow up].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;La Revue de médecine interne&amp;#039;&amp;#039;, Band 28 Suppl 2, Oktober 2007, S.&amp;amp;nbsp;S187–S192. PMID 18228687. (Review).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapiekontrolle ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Substratreduktion und Enzymersatz bei Morbus Gaucher.svg|alt=Reaktion des Glucosylceramidaufbaus und -abbaus sowie Einfluss der Substratreduktionstherapiepräparate Eliglustat und Miglustat bzw. Enzymersatztherapie|mini|Reaktion des Glucosylceramidaufbaus und -abbaus. Bei M. Gaucher ist die Aktivität der Glucocerebrosidase reduziert. Durch Hemmung der Glucosylceramidsynthase kann das Substrat der Glucocerebrosidase (also Glucosylceramid) reduziert werden und so der Aufbau wieder dem Abbau angepasst werden. Hierfür können die oral einsetzbaren Substanzen Miglustat und Eliglustat eingesetzt werden. Die jeweils zu Glucose (Miglustat) bzw. Ceramid (Eliglustat) homologen Strukturbestandteile der Inhibitoren sind farblich und fett hervorgehoben. Die Dicke der roten bzw. grünen Pfeile deutet die unterschiedlich hohe Wirksamkeit, bzw. Spezifität und Selektivität an. Bei der Enzymersatztherapie erfolgt der Ausgleich zwischen Auf- und Abbau mittels Zufuhr des fehlenden Enzyms per Infusion.]]Die Therapiekontrolle erfolgt – neben den klinischen Parametern – mittels Bildgebung ([[Magnetresonanztomographie|Kernspintomographie]], Ultraschall, ggf. Röntgen und Knochendichtemessung) und Laboruntersuchungen. Neben dem [[Blutbild]] gilt die Aktivität des Enzyms [[Chitotriosidase]] als Marker für die Speicherlast. Die Messung ist jedoch nicht wenig standardisiert und laborspezifisch. Zudem ist eine Erhöhung nicht Gaucher-spezifisch und etwa 5–10 % der Patienten verfügen über keine Chitotriosidaseaktivität. Daher etabliert sich zunehmend Glucosylsphingosin (=&amp;amp;nbsp;lyso-Gb1 oder lyso-GL1) als neuer Monitoringparameter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aussichten ==&lt;br /&gt;
Die [[Prognose]] hängt von Typ und Schwere der Erkrankung, von der Verfügbarkeit und vom tatsächlichen Einsatz der Behandlung ab: Endgültige Heilung kann nur eine Beseitigung des Gendefekts durch [[Gentherapie]] bringen. Bisher ist eine solche Lösung allerdings noch nicht in Sicht. Bis dahin ist das Ziel eine möglichst frühzeitige und vollständige Beseitigung der Folgen des Gendefekts und damit der Symptome. Beim Typ&amp;amp;nbsp;I gelingt das gut, solange die Behandlung konsequent durchgeführt wird. Auch bei Typ&amp;amp;nbsp;III ist dann die Prognose eher günstig: Es kommt dann nicht zu neurologischen Einschränkungen wie einer Verminderung der [[Intelligenz]]. Bei Typ&amp;amp;nbsp;II der Erkrankung droht dagegen oft noch ein tödlicher Ausgang. Dem medizinisch notwendigen Einsatz der Therapie stehen in vielen Ländern die hohen Kosten entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* O. Harmanci, Y. Bayraktar: &amp;#039;&amp;#039;Gaucher disease: new developments in treatment and etiology.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;World J Gastroenterol.&amp;#039;&amp;#039;, 2008 Jul 7;14(25), S. 3968–3973. Review. PMID 18609679&lt;br /&gt;
* J. Schmitz, L. W. Poll, S. vom Dahl: &amp;#039;&amp;#039;Therapy of adult Gaucher disease.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Haematologica]]&amp;#039;&amp;#039;, 2007 Feb;92(2), S. 148–152. Review. PMID 17296562&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gaucher&amp;#039;s disease|Morbus Gaucher}}&lt;br /&gt;
* [https://www.morbus-gaucher-oegg.at/ ÖGG - Österreichische Gaucher Gesellschaft]&lt;br /&gt;
* [https://www.ggd-ev.de/ Gaucher Gesellschaft Deutschland e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
* [https://www.lysosolutions.de/morbus-gaucher/ Lysosomale Speicherkrankheiten: Morbus Gaucher - Symptome, Diagnostik, Therapie]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lysosomale Speicherkrankheit|Gaucher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in Hämatologie und Onkologie|Gaucher]]&lt;/div&gt;</summary>
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