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	<title>Molasse - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T12:21:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-12-27T02:48:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pénitents.JPG|mini|hochkant=1.8|Felsformation aus Alpen-Molasse „[[Les Pénitents]]“ („Die Büßer“), bestehend aus einem [[Konglomerat (Gestein)|Konglomerat]], das an der Wende vom [[Miozän]] zum [[Pliozän]] im Vorland der Westalpen durch Flüsse abgelagert wurde. Plateau de [[Valensole]], [[Département Alpes-de-Haute-Provence]], Südost-Frankreich.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Molasse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Bezeichnung für [[Sedimente und Sedimentgesteine]], die bei der [[Erosion (Geologie)|Abtragung]] eines [[Faltengebirge]]s (→&amp;amp;nbsp;[[Orogen]]) ab einschließlich der letzten Phase seiner Bildung (Hebungsphase) bis zu seiner weitgehenden Einebnung zu einem [[Rumpfgebirge|Gebirgsrumpf]] entstehen. Molasse wird unterschieden von [[Flysch]], der faktisch ausschließlich während der Gebirgsbildung zur Ablagerung kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortherkunft und Begriffsentwicklung ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Molasse&amp;#039;&amp;#039; wurde 1779 von [[Horace-Bénédict de Saussure]] in die wissenschaftliche Literatur eingeführt. Der Begriff leitet sich womöglich von dem gleichlautenden französisch-schweizerischen Wort für &amp;#039;&amp;#039;sehr weich&amp;#039;&amp;#039; ab (dieses wurde bereits im 14. Jahrhundert verwendet und geht seinerseits auf {{laS|mollis|de=weich, mild}} zurück).&amp;lt;ref&amp;gt;{{BibISBN|3827414458|Seite=146}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff wurde dann 1789 von Gregor de Razumowski auf feinkörnige weiche [[Sandstein]]e im Vorland der Alpen angewandt, die an der freien Luft bei der Trocknung rasch aushärten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ulg.ac.be/geolsed/sedim/lexique.htm &amp;#039;&amp;#039;Molasse&amp;#039;&amp;#039;, Lexique de géologie sédimentaire, Université de Liège (frz.)]&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Westschweiz wurden auch Sandsteine als &amp;#039;&amp;#039;Molasse&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, aus denen man [[Mahlgang|Mühlsteine]] (lateinisch: &amp;#039;&amp;#039;mola&amp;#039;&amp;#039;) herstellen konnte.&amp;lt;!-- Quelle?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde der Name auf gleichartige Gesteine im gesamten nördlichen Vorland der Alpen ausgedehnt. Heute wird der Begriff weltweit für [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimente]] verwendet, die sich überwiegend im Vorland des sich im Zuge seiner Gebirgsbildung ([[Orogenese]]) hebenden Gebirges (Orogen) ablagern und aus dem Erosionsmaterial des sich hebenden Gebirgskörpers herstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Gesteine ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Nagelfluh.jpg|mini|Miozäne Nagelfluh der Unteren Süßwassermolasse vom [[Speer (Berg)|Speer]] in den Schweizer Voralpen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:D-BW - Aachtobel - Molassefelsen.jpg|mini|Aufschluss mit Alpen-Molasse im [[Aachtobel|Tobel]] der [[Linzer Aach]] nördlich von [[Überlingen]], Baden-Württemberg. Es handelt sich hier um einen Sandstein der Oberen Meeresmolasse (Miozän).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Molassesedimente werden, im Gegensatz zum überwiegend tief[[Ablagerungsmilieu|marin]]en [[Flysch]], vorwiegend in [[terrestrisch]]en oder flachmarinen Ablagerungsumgebungen sedimentiert, im Vorland eines Gebirges (Außenmolasse) oder in seinem Innern (Innenmolasse). [[Geröll]], [[Sand]], [[Silt|Schluff]] und [[Tonminerale|Tone]] werden von den Flüssen aus Gebirgen ins Vor- und Rückland transportiert und dort abgelagert. Nahe dem Gebirgsrand herrschen Sandsteine und [[Konglomerat (Gestein)|Konglomerate]] vor (letztgenannte auch in der Geologie, bei Flussablagerungen der Schwäbischen Alb und insbesondere in den Schweizer Alpen als Nagelfluh bezeichnet). Falls die Ausgangsgesteine [[Calciumcarbonat|Kalk]] enthalten, bilden sich z.&amp;amp;nbsp;B. Ablagerungen von Juranagelfluh oder feinere Ablagerungen wie [[Mergel]]gesteine. In größerer Entfernung von Gebirgen herrschen feinere Ablagerungen wie Feinsand oder Schluff vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich einer Außenmolasse wechseln sich durch zeitweilige Meeresvorstöße vielfach Meeres- und Landsedimente ab. So bildeten sich im Vorland der Alpen durch [[Aussüßung]] die Süßwassermolasse mit [[fluvial]]en und [[Stillgewässer|limnischen]] Sedimenten und die Meeresmolasse mit mehr mariner [[Fazies]], die aufgrund von großräumigen Meeresvorstößen und -rückzügen in eine Untere und [[Obere Meeresmolasse]] aufgeteilt sind, welche jeweils von der Unteren und Oberen Süßwassermolasse abgelöst werden. Die Ablagerungen der Meeresmolasse zeichnen sich zum Teil durch Fossilienreichtum aus, wie es beispielsweise bei der [[Erminger Turritellenplatte]] bei [[Ulm]] der Fall ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesteine einer Innenmolasse sind vorwiegend rötlich gefärbt und mit [[Vulkan|vulkanischen]] Ablagerungen vergesellschaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Molassesedimente enthalten oft Reste von Pflanzen und anderen [[Fossilien]]. Vor allem in Sedimenten einer Außenmolasse kam es deshalb zur Bildung von [[Kohle]] ([[Ruhrgebiet]]) und biogenem [[Erdgas]] (etwa im [[Alpenvorland]] [[Oberbayern]]s und [[Oberösterreich]]s). Die tiefer liegenden [[Erdöl]]- und Erdgasvorkommen Südbayerns und Oberösterreichs entstammen dagegen aus dem unter den Alpen liegenden Fischschiefer des [[Oligozän]]s und gelangten erst durch [[Migration (Geologie)|Migration]] in die untersten, aus dem [[Eozän|Obereozän]] stammenden Sandsteinschichten des Molassebeckens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ablagerungsräume der Außenmolasse entstehen in der Regel durch das Einsinken der Erdkruste im Vorland eines [[Tektonische Decke|Decken]]stapels durch dessen hohes Eigengewicht – die entsprechende Senke heißt daher auch &amp;#039;&amp;#039;Vorlandsenke&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Vorlandbecken&amp;#039;&amp;#039;. Infolge stetiger Absenkung kann ein Vorlandbecken Sedimentstapel mit mehreren tausend Metern Mächtigkeit aufnehmen. Innenmolassen lagern sich in kleinräumigeren Becken ab, die sich direkt in den Deckenstapel einsenken. Die Bildung dieser Becken resultiert in der Regel aus Dehnungsvorgängen, die verschiedene Ursachen haben können. Die Dehnungsvorgänge sind oft auch ursächlich für den Vulkanismus, der die Innenmolassesedimentation begleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Drahomyrchany Carpathian molasse.JPG|mini|links|Miozäne Molasse, aufgeschlossen im [[Prallhang]] eines Flusses im Vorland der ukrainischen Karpaten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedauer Konglomerat im NSG Tatternsteine.jpg|mini|Dieses [[Karbon (Geologie)|oberkarbonische]] Konglomerat aus dem Aachener Revier, das sogenannte „Gedauer Konglomerat“, gehört zu den ältesten Molassesedimenten des [[Variszische Orogenese|Variszischen Gebirges]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schunemunk conglomerate and pine.jpg|mini|Ein [[Devon (Geologie)|mitteldevonisches]] Konglomerat, aufgeschlossen am Schunemunk Mountain in Orange County im US-Bundesstaat New York. Das sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Schunemunk-Konglomerat&amp;#039;&amp;#039; gehört zur Molasse des [[Akadische Orogenese|Akadischen Faltengürtels]], der heute ein Teil der Appalachen ist.]]&lt;br /&gt;
Bekannt ist das [[Tertiär (Geologie)|tertiäre]] [[Molassebecken]] im Vorland der [[Alpen]], eine Außenmolasse. Die Molassesedimente der Alpen sind verbreitet in den französischen Voralpen, im [[Mittelland (Schweiz)|Schweizer Mittelland]] sowie im deutschen und österreichischen [[Alpenvorland]]. Sie setzen sich in der karpatischen Vortiefe nach Osten fort und folgen dem Karpatenbogen. In den Alpen sind aber auch zahlreiche Innenmolasse-Vorkommen erhalten, so etwa im Plateau de [[Valensole]], im Plateau de [[Chambaran]] oder im [[Klagenfurter Becken]]. Die [[Poebene]] enthält die Innenmolasse der Alpen, gleichzeitig ist sie die Außenmolasse des [[Apennin]].&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Schönenberg, Joachim Neugebauer: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Geologie Europas.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, Verlag Rombach, Freiburg 1981, 340 S., ISBN 3-7930-0914-9. S. 259f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die [[Pannonische Tiefebene]] von [[Alpidische Orogenese|alpidischen]] Gebirgsketten eingeschlossen ist, sind ihre Ablagerungen aufgrund der Größe und der Entwicklungsgeschichte des Pannonischen Beckens nicht als Innen-, sondern als Außenmolasse anzusprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Gebirge des südlichen [[Balkanhalbinsel|Balkan]]s&amp;lt;ref&amp;gt;A. Vamvaka, A. Kilias, D. Mountrakis and J. Papaoikonomou: &amp;#039;&amp;#039;Geometry and structural evolution of the Mesohellenic Trough (Greece): a new approach.&amp;#039;&amp;#039; Geological Society, London, Special Publications. Bd. 260, 2006, 521–538, [[DOI:10.1144/GSL.SP.2006.260.01.22]], {{Google Buch | BuchID = R3m1XNShu7IC | Seite = 521}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie die Gebirgsinseln in der [[Ägäis]] haben ihre Molassesedimente.&amp;lt;ref&amp;gt;Adonis D. Photiadis: &amp;#039;&amp;#039;The Ophiolitic Molasse Unit of Ikaria Island.&amp;#039;&amp;#039; Turkish Journal of Earth Sciences. Bd. 11, 2002, S. 27–38 [http://journals.tubitak.gov.tr/earth/issues/yer-02-11-1/yer-11-1-3-0102-10.pdf online] (PDF; 408&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenmolasse der [[Pyrenäen]] findet sich im [[Aquitanisches Becken|Aquitanischen Becken]] in Südwestfrankreich sowie im [[Ebro]]-Becken in Nordspanien. Sie entstand ebenfalls im Tertiär (die Sedimentationsgeschichte des Aquitanischen Beckens beginnt allerdings bereits deutlich vor der Entstehung der Pyrenäen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für ein Molassebecken außerhalb Europas sind die Muree- and Siwaliks-Formation des Subhimalayas, die als Außenmolasse bereits vom [[Himalaya]] überfahren und auf die [[Quartär (Geologie)|quartären]] Sedimente überschoben werden, welche [[Ganges]], [[Indus]] und [[Brahmaputra]] als bisher jüngste Molasse des Himalayas ablagern.&amp;lt;ref&amp;gt;P. Molnar, P. Tapponnier: &amp;#039;&amp;#039;Cenozoic tectonics of Asia – effects of a continental collision.&amp;#039;&amp;#039; Science. Bd. 189, 1975, S. 419–426.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für Molassesedimente höheren Alters sind die Abtragungsreste des Variszischen Gebirges aus dem jüngeren Oberkarbon und dem [[Perm (Geologie)|Perm]] ([[Rotliegend]]) in Frankreich, Belgien und Deutschland, so etwa im [[Saar]]-[[Nahe (Rhein)|Nahe]]-Becken (Innenmolasse) und dem sich über das Becken von [[Namur]], das [[Aachener Revier]] und das Ruhrgebiet erstreckende Kohlebecken (Außenmolasse). Ähnliche Sedimente finden sich auch an und in den [[Appalachen]] in den [[USA]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vorlandmolasse]]&lt;br /&gt;
* [[Subalpine Molasse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Webarchiv |url=http://www.molasse.net/ |text=Website der wissenschaftlichen Molassevereinigung |wayback=20170902231058}} (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4170363-7|LCCN=sh85086543}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klastisches Sedimentgestein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebirgsbildung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erosion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-39401-75</name></author>
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