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	<title>Modulo Sperimentale Elettromeccanico - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T13:56:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Modulo_Sperimentale_Elettromeccanico&amp;diff=1898930&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Perrak: gelöschte Kategorie raus</title>
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		<updated>2025-09-23T22:47:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;gelöschte Kategorie raus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Venedig-lagune.png|mini|Karte der Lagune von Venedig]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MOSE Project Venice from the air.jpg|mini|Luftaufnahme der Baustelle des MO.S.E.-Sperrwerks an der Porto di Lido, aufgenommen 2009]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Modulo Sperimentale Elettromeccanico&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (kurz MO.S.E.) ist ein [[Sturmflutsperrwerk]] aus beweglichen [[Fluttor]]en. Es ist an den drei Öffnungen (ital. &amp;#039;&amp;#039;bocche&amp;#039;&amp;#039;) der [[Lagune von Venedig]] installiert und schützt das historische Zentrum [[Venedig]]s seit dem Jahr 2021 vor Hochwasser (ital. &amp;#039;&amp;#039;[[Acqua Alta]]&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:10&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/wissenschaft/venedig-wie-das-unterwasser-bollwerk-mose-die-lagunenstadt-vor-dem-meer-schuetzt-a-7aa7448f-7387-4be8-9ba0-5e7792930e1e |titel=Der Pop-up-Deich |abruf=2023-01-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Apronym]] &amp;#039;&amp;#039;MO.S.E&amp;#039;&amp;#039; steht auch für das italienische Wort &amp;#039;&amp;#039;Mosè&amp;#039;&amp;#039;, das an den biblischen Propheten [[Moses]] erinnert, der beim [[Auszug aus Ägypten]] das Wasser des [[Rotes Meer|Roten Meeres]] geteilt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Almut Siefert: [https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.hochwasser-in-venedig-mose-soll-venedig-vor-fluten-schuetzen.93e53920-1de6-4fe1-83ab-9953b449a885.html Hochwasser in Venedig - Mose soll Venedig vor Fluten schützen], [[Stuttgarter Nachrichten]] vom 14. November 2019, abgerufen am 15. November 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sperrwerk mit 78 beweglichen Fluttoren ist das größte Infrastrukturprojekt der Nachkriegszeit in [[Italien]] und kostete über sechs Milliarden Euro (Stand 2020).&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Projekt wird von Beobachtern auch als Symbol für politische Gleichgültigkeit, [[Korruption]] und „bürokratischen Wahnsinn“ gesehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/der-buerokratische-wahnsinn-um-mose-warum-venedig-noch-immer-nicht-vor-hochwasser-geschuetzt-ist/25261380.html |titel=Warum Venedig noch immer nicht vor Hochwasser geschützt ist |abruf=2020-10-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Italienische Umweltschützer waren beim Testbetrieb im Jahr 2020 überzeugt, dass aufgrund des Anstiegs der Meeresspiegel in Folge des Klimawandels die Anlage schon bei Inbetriebnahme zu niedrig konzipiert sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Alluvione di Venezia del 1966.jpg|mini|Der [[Dogenpalast]] im November 1966]]&lt;br /&gt;
Am 4. November 1966 stand das Wasser in Venedig 194 cm über Normalnull. Ein kräftiger [[Scirocco]] trieb Meerwasser in die Lagune. Spätestens zu diesem Zeitpunkt erkannte man die dringende Notwendigkeit, das Weltkulturgut Venedig vor dem Hochwasser zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das laufende Ausbaggern der Kanäle in die Stadt für die immer größeren [[Kreuzfahrtschiff]]e dringt das Meerwasser inzwischen auch schon bei geringem Hochwasser weiter in die Stadt vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1984 wurden erste Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben, die neben der Minimierung der Hochwasserschäden auch die hydrogeologische Gesamtsituation der [[Lagune von Venedig|Lagune]] zu berücksichtigen hatten. Zu diesem Zweck entstand im Auftrag der venezianischen [[Wasserbehörde]] bei [[Padua]] ein Becken, in dem alle Inseln, alle Sandbänke, die [[Gezeiten]]verhältnisse und [[Fahrrinne]]n der Lagune detailgetreu nachgebaut wurden. Unter Beteiligung von [[Wasserbauingenieur]]en der [[Universität Padua]] wurden dort die Auswirkungen von MO.S.E. auf die Feinmechanik des [[Wasserkreislauf]]s erforscht. Der sozialistische Ministerpräsident [[Bettino Craxi]] kündigte den Bau des aufklappbaren Sperrwerks an. MO.S.E. sollte 1995 in Betrieb gehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;!---Im Jahr 1996 wurde das Projekt dann durch die Regierung in Rom verabschiedet. ---&amp;gt;Am 14.&amp;amp;nbsp;März 2003 startete Ministerpräsident [[Silvio Berlusconi]] mit einem symbolischen [[Spatenstich]] die Bauarbeiten. Doch der politische Alleingang und die wirtschaftliche Beteiligung Berlusconis am Projekt führten zu zahlreichen Diskussionen und einem nationalen Streitthema. Der Bau wurde durch vier Ermittlungsverfahren wegen Korruption verzögert. Dutzende lokale Politiker und Unternehmer, die sich an MO.S.E. unrechtmäßig bereichert hatten, wurden verurteilt. Schmiergelder in Höhe von 250 Millionen Euro sollen geflossen sein (Siehe Abschnitt Korruption).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der entschiedensten Gegner von MO.S.E. war der Philosophieprofessor [[Massimo Cacciari]], bis 2010 parteiloser [[Bürgermeister]] von [[Venedig]]. Selbst nach dem Beginn der Bauarbeiten gab er seinen Widerstand nicht auf und untersagte die kostenmindernde Nutzung von Teilen des [[Arsenal (Venedig)|Arsenals]] zur Fertigung von Bauteilen für das [[Sperrwerk (Wasserbau)|Sperrwerk]]. Er stand in Konfrontation mit Giovanna Piva, die bis zum 31.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010 Leiterin des &amp;#039;&amp;#039;Magistrato alle Acque&amp;#039;&amp;#039; war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund von Baustopps und Kürzungen hat sich die Fertigstellung um mehrere Jahre verschoben, ursprünglich war mit einer Inbetriebnahme im Jahr 2014 gerechnet worden. Nach abschließenden Tests sollte das Bauwerk Ende 2021 einsatzbereit sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ansa.it/english/news/general_news/2019/09/12/venice-mose-flood-barriers-to-be-handed_0897b900-8e45-43b4-9394-4e5470ef2f5e.html |titel=Venice MOSE flood barriers to be handed |werk=ANSA English Editions |datum= 2019-09-12|sprache=en|abruf=2019-11-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 10. Juli 2020 wurden offiziell und im Beisein von Ministerpräsident [[Giuseppe Conte]] und mehreren Ministern erstmals alle 78 Fluttore zugleich aufgerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;spiegel.de: [https://www.spiegel.de/panorama/venedig-flutschutzanlage-mose-erstmals-getestet-a-5040960b-49c7-45a6-bdfa-301016c7d7f6 „Mose“ soll Venedig schützen] (Video), 10. Juli 2020, abgerufen am 19. Juli 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Oktober 2020 wurde das System erstmals bei einem vom [[Alpenhochwasser 2020|Tiefdruckgebiet Brigitte]] verursachten Hochwasser mit einer prognostizierten Höhe von 130&amp;amp;nbsp;cm als tatsächlicher Schutz Venedigs eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/venedig-mose-hochwasser-100.html |titel=Venedig setzt erstmals Hochwassersystem „Mose“ ein - ZDFheute |werk=zdf.de |datum=2020-10-03 |abruf=2020-10-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeklärt blieb, warum am 8.&amp;amp;nbsp;Dezember 2020 trotz einer prognostizierten Hochwasserhöhe von 145&amp;amp;nbsp;cm und dem erfolgreichen Einsatz zwei Monate vorher das System nicht aktiviert wurde, so dass als Folge der Markusplatz und weitere Teile Venedigs wiederum unter Wasser standen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/venedig-steht-nach-unwetter-teilweise-unter-wasser,SIbh8rh |titel=Venedig steht nach Unwetter teilweise unter Wasser |werk=br.de |datum=2020-12-08 |abruf=2020-12-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erster Regelbetrieb war vom 1. bis 3. November 2021 aus Anlass einer mittelschweren Sturmflut; durch das Hochfahren der Barrieren konnte Venedig vor größeren Zerstörungen bewahrt bleiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Venedig Magazin |url=https://venedig-magazin.com/2021/11/01/venedig-aktiviert-mose-gegen-hochwasser/ |titel=Venedig aktiviert MOSE gegen Hochwasser |werk=venedig-magazin.com |datum=2021-11-01 |sprache=de-DE |abruf=2022-10-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sezione paratoia.jpg|mini|Querschnitt der Tore: 1. Tor, 2. Scharnier, 3. Caisson, 4. Zugangstunnel, 5. [[Gründungspfahl|Gründungspfähle]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Finanzierung ==&lt;br /&gt;
Die Baukosten betrugen nach dem Stand des Jahres 2013 mindestens 5,4 Milliarden Euro,&amp;lt;ref name=&amp;quot;handelsblatt&amp;quot;/&amp;gt; Experten befürchteten aber, dass sie bis 2014 rund 6 Milliarden Euro erreicht hatten. Die erwarteten jährlichen Wartungskosten liegen ab der Fertigstellung bei ca. 20 Millionen. Finanziert wird das Projekt überwiegend durch Gelder aus dem italienischen Staatshaushalt, einen 1,5-Milliarden-Euro-[[Kredit]] der [[Europäische Investitionsbank|Europäischen Investitionsbank]], Gelder Venedigs und der [[UNESCO]] sowie mehrerer [[Stiftung]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgeführt wird der Bau durch die Firmengemeinschaft &amp;#039;&amp;#039;Consorzio Venezia Nuova,&amp;#039;&amp;#039; einem Zusammenschluss der 30 größten Baufirmen Italiens. Sitz der [[Gesellschaft (Recht)|Gesellschaft]] ist der &amp;#039;&amp;#039;Palazzo Morosini&amp;#039;&amp;#039; im historischen Zentrum Venedigs. Zu dieser Firmengemeinschaft gehört auch die [[Finanzholding]] [[Fininvest]] [[S.p.A.]], die überwiegend Mitgliedern der Familie Berlusconi gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Korruption ==&lt;br /&gt;
Am 4. Juni 2014 wurden der Bürgermeister von Venedig [[Giorgio Orsoni]] und weitere 34 Politiker und Bauunternehmer wegen Geldwäsche, Veruntreuung und Erpressung im Amt im Zusammenhang mit MO.S.E. verhaftet. In den Korruptionsskandal war fast die gesamte politische Führung der Stadt Venedig und der Region Venetien verwickelt. Haft beantragt wurde auch für den ehemaligen Regionspräsidenten von [[Venetien]] [[Giancarlo Galan]], der aber als [[Senato della Repubblica|Senator]] Immunität genoss. Nachdem das Parlament die Immunität im Oktober 2014 aufgehoben hatte, wurde auch er inhaftiert. Insgesamt seien etwa eine Milliarde Euro veruntreut worden. Durch die Aufarbeitung der Fälle standen die Arbeiten auf der Baustelle fünf Jahre lang still.&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dlf&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionsweise und Technik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:03 movimento paratoie.jpg|mini|Funktionsprinzip der Tore]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Sturmflut]]en mit einer Hochwassermarke über 110&amp;amp;nbsp;cm sollen künftig die drei Lagunenzufahrten, die Bocca di Lido, die Bocca di Malamocco und die Bocca di Chioggia, mit aufschwimmenden Barrieren verschlossen werden. Das [[Sperrwerk (Wasserbau)|Sperrwerk]] besteht insgesamt aus 78 beweglichen Elementen, 18 bei [[Chioggia]], 19 bei [[Malamocco]] und 41 an der Bocca di [[Lido di Venezia|Lido]]. Dort jedoch sind sie zwischen dem jeweiligen Ufer und einer künstlich geschaffenen Insel in der Mitte der Lagunenöffnung auf zwei Linien verteilt. In der Öffnung Lido-Treporti wurden 20 und in der Öffnung Lido-San Nicolo 21 Fluttore montiert. Das Prinzip wurde von den Toren großer [[Dock (Schifffahrt)|Schiffsdocks]] übernommen. Die Klappen sind große Stahlkästen, die, wenn sie in ihren Schächten am Meeresboden liegen, randvoll mit Wasser geflutet werden. Sollen sie geschlossen werden, drückt [[Pressluft]] das Wasser heraus und die Tore richten sich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tore von MO.S.E. wurden mit aufwendiger Steuerungstechnik versehen. Die Tore sind 5 Meter stark, 20 Meter hoch und 30 Meter lang bei einem Gewicht von 250 t je Fluttor. Die Tore liegen mit nur 10&amp;amp;nbsp;cm Abstand nebeneinander in ihrer Verankerung.&amp;lt;!-- Um das Berühren oder Verklemmen einzelner Elemente zu verhindern, wird erst in ihre Spitze hinter einem von oben herunter ragenden [[Schott]] Luft gedrückt, damit sich dort eine Luftblase bildet. So lässt sich jedes einzelne Tor kontrolliert anheben. &amp;lt;&amp;lt; Inwiefern verhindert die Luftblase das Verklemmen? Was ist die Spitze der Elemente und von wo nach wo ragt ein Schott herunter? --&amp;gt; Beginnend vom Ufer aus werden die Klappen nacheinander angehoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MSE23&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.mosevenezia.eu/mose/?lang=en |titel=Mose System |titelerg=Technology, innovation and development for the environmental and coastal defence |hrsg= |werk=www.mosevenezia.eu |datum= |abruf=2023-02-26 |sprache=en |format= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang vom ersten Anheben bis zur endgültigen Positionierung aller Fluttore dauert 30 Minuten. Die optimale Position der Tore ist bei einer [[Schräglage]] von 45 Grad erreicht, wodurch eine Wasserdifferenz von 2 m zwischen Lagune und [[Adriatisches Meer|Adria]] aufrechterhalten werden kann. Nach den Planungen der Konstrukteure kann das [[Sperrwerk (Wasserbau)|Sperrwerk]] in der Regel nach 4–5 Stunden mit dem Rückgang der Flut wieder abtauchen. In den Grund der Lagune sind [[Caisson]]s aus [[Stahlbeton]] eingelassen, die 14 m hoch und jeweils 50 × 60 m groß sind. In jedem Caisson lagern 3 Schwimmklappen, die jeweils an 3,20 m hohen und 24 t schweren [[Scharnier]]en geführt werden. In der Ruhestellung tauchen die Klappen vollständig in die Caissons ein. Um den Schiffsverkehr in die Lagune auch während der Hochwasserphasen zu gewährleisten, wird der Einlass Malamocco mit einer [[Schleuse]] (370 m lang für Schiffe bis zu 280 m Länge und einem Tiefgang bis zu 12 Metern) ausgerüstet. Kleinere Häfen und Schleusen sind auch an den beiden anderen Einlässen vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der kleineren Häfen an der Bocca di Lido wurde zeitweise trockengelegt, im CSM-Verfahren ([[Cutter-Soil-Mixing]]) abgedichtet und als Docks für die Herstellung der Caissons genutzt. Das CSM-Verfahren stellte sich nach umfangreichen Versuchen als das beste Verfahren zum Abdichten des Lagunenuntergrunds heraus. Dieser besteht bis zu einer Tiefe von 28 m aus unverfestigten [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sedimenten]]. Dies sind über 95 % Komponenten aus [[Ton (Bodenart)|Ton]]- und [[Feinsand]]en mit einer Korngröße von 0,002&amp;amp;nbsp;mm bis 0,063&amp;amp;nbsp;mm (sogenannter [[Schluff]]). Beim CSM-Verfahren wird der Boden unter ständiger Zugabe geeigneter [[Suspension (Chemie)|Suspensionen]] (bei MO.S.E. im ersten Arbeitsschritt [[Bentonit]]) verflüssigt und in einer zweiten Phase durch die Zugabe von [[Zement]]suspension gebunden.&amp;lt;!-- In die CSM-Einheit eingebaute Neigungssensoren ermöglichten gleichzeitig die plane Ausrichtung des Bodens bei einer maximalen Abweichung von 0,2–0,3 %. &amp;lt;&amp;lt; Was ist eine CSM-Einheit? Warum muss der Boden so plan sein? Diese Angaben gehören vielleicht eher in einen separaten Artikel zur CSM-Technik. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Porto di Lido-San Nicolò.jpg|mini|Stand der Bauarbeiten an der Bocca di Lido mit neuem Wellenbrecher (2019)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Errichtung der [[Spundwand|Spundwände]] lieferte die [[HSP Hoesch Spundwand und Profil]] GmbH, eine Tochter der deutschen [[Salzgitter AG]], Formteile im Gewicht von 15.500 t. Diese wurden zur Aufnahme des [[Wasserdruck]]s mit Rohren im Gesamtgewicht von 7.700 t der [[Europipe (Unternehmen)|Europipe GmbH]] verstärkt. Bei der Abdichtung der Spundwände kam ebenfalls das CSM-Verfahren zum Einsatz. Für den Bau der Caissons entwickelten die Ingenieure ein besonderes Verfahren: Im späteren Schleusen- und Hafenbecken an der Bocca di Lido wurden große Stelenfelder angelegt. Auf den mannshohen Betonsäulen wurde die [[Schalung (Beton)|Schalung]] aufgebracht. Die fertigen Caissons wurden mit [[Hydraulik]]pressen angehoben und mit Hilfe von Rollen zur Verladung gezogen. Mit dem wohl größten Schwerlastaufzug Europas wurden anschließend die bis zu 20.000 t schweren Fertigbauteile am Rand des Hafens zu Wasser gelassen. Die Caissons erreichten schwimmend ihre späteren Liegeplätze, da sie als Hohlkörper gefertigt wurden. [[Schlepper (Schiffstyp)|Schlepper]] zogen die Segmente dann an Ort und Stelle, wo sie mit Hilfe von [[Global Positioning System|GPS]]-[[Navigationshilfe]]n ausgerichtet und durch Fluten der Luftkammern abgelassen wurden. Nach dem Absetzen wurde Schotter und Eisenschrott als Ballast in einzelne Hohlräume gefüllt, um die Caissons zu beschweren.&lt;br /&gt;
Entlang einer Seite wurden Inspektionsgänge eingerichtet, von denen aus Hebemechanismus und Pressluftanlage gewartet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umweltauflagen sahen vor, dass der natürliche Wasserkreislauf zwischen Lagune und Adria durch die Einbauten nicht behindert würde und diese komplett im Meeresboden verschwinden müssten. Dafür wurden quer zur Fahrrinne 14 m tiefe und 50 m breite Gräben ausgehoben. Die Aufstellflächen für die Caissons wurden durch 40 m lange Rammpfähle verstärkt. Links und rechts der Gräben wurden auf dem Meeresboden Geotextilbahnen aufgebracht, um den Sedimentabtrag durch die Strömung in den Laguneneinfahrten zu reduzieren. Bei Malamocco, der wichtigsten Zufahrt für Großschiffe in die Lagune, befindet sich die Sperranlage 14 m unter dem Meeresspiegel.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Bis 2020 benötigte Venedig keine technischen Hilfen, um Höhenunterschiede in den Fahrrinnen zu bewältigen. Dies änderte sich mit den Schleusensystemen grundlegend. Zu diesem Zweck wurde ein Fahr[[simulator]] entwickelt, mit die [[Lotse]]n auf die neuen Aufgaben vorbereitet werden. Nachdem im Bereich der Schleusen nur „Schrittgeschwindigkeit“ erlaubt ist, entsteht für die Groß[[tanker]] vor Malamocco eine gefährliche [[Abdrift|Drift]]. Schuld daran ist die [[Bora (Wind)|Bora]], ein kalter und böiger [[Fallwind]] aus Nordosten (Kroatien und [[Dalmatien]]) mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 250&amp;amp;nbsp;km/h, dem große Schiffe eine gewaltige Angriffsfläche bieten. &amp;lt;&amp;lt; Was für Höhenunterschiede? Was für technische Hilfen? Was änderte sich mit dem Schleusensystem? Tritt die Abdrift nur bei Schrittgeschwindigkeit auf? Warum? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Mehrere Bilder&lt;br /&gt;
 | align       = right&lt;br /&gt;
 | Richtung    = horizontal&lt;br /&gt;
 | Kopfzeile   = &lt;br /&gt;
 | Kopfzeile_align = center&lt;br /&gt;
 | Kopfzeile_Hintergrund = &lt;br /&gt;
 | Fußzeile    = &lt;br /&gt;
 | Fußzeile_align = center&lt;br /&gt;
 | Fußzeile_Hintergrund = &lt;br /&gt;
 | Breite      = &lt;br /&gt;
 | Hintergrund = &lt;br /&gt;
 | unten       = &lt;br /&gt;
 | center      = &lt;br /&gt;
 | Bild1       = 04a lido progetto.jpg&lt;br /&gt;
 | Untertitel1 = Einlass Lido &lt;br /&gt;
 | Breite1     = 200&lt;br /&gt;
 | Bild2       = 04b malamocco progetto.jpg&lt;br /&gt;
 | Untertitel2 = Einlass Malamocco&lt;br /&gt;
 | Breite2     = 200&lt;br /&gt;
 | Bild3       = 04c chioggia progetto.jpg&lt;br /&gt;
 | Untertitel3 = Einlass Chioggia&lt;br /&gt;
 | Breite3     = 200&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2020 wurde der Testbetrieb der Anlage gestartet. Die jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Projekt Megabau / Gigantisch. Venedigs Hochwasser-Barrieren.&amp;#039;&amp;#039; (OT: &amp;#039;&amp;#039;Venice Flood Gates.&amp;#039;&amp;#039;) Dokumentarfilm, Kanada, 2009, 45 Min., Buch und Regie: Karen Pinker, Produktion: Barner-Alper Productions, Discovery Channel Canada, Reihe: Projekt Megabau (OT: &amp;#039;&amp;#039;Mega Builders&amp;#039;&amp;#039;), deutsche Erstsendung: 3. Februar 2009 bei [[Discovery HD]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fernsehserien.de/die-groessten-projekte-der-welt/folgen/2x02-rettung-fuer-venedig-193380 12. Rettung für Venedig (Venice Flood Gates)], auf fernsehserien.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|MOSE Project}}&lt;br /&gt;
* [https://www.mosevenezia.eu/?lang=en Offizielle Website des MOSE-Projekts] (englisch)&lt;br /&gt;
* Dirk Schümer: [http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neue-deiche-venedig-wird-nicht-untergehen-199624.html &amp;#039;&amp;#039;Venedig wird nicht untergehen.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 26. April 2003, abgerufen am 1. Januar 2013&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/ingenieurplaene-wasser-soll-venedig-retten-a-386302.html &amp;#039;&amp;#039;Wasser soll Venedig retten.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spiegel Online]]&amp;#039;&amp;#039;, 22. November 2005.&lt;br /&gt;
* Josefine Fehr: [http://www.planet-wissen.de/laender_leute/italien/venedig/hochwasser.jsp &amp;#039;&amp;#039;Hochwasser in Venedig.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Planet Wissen]]&amp;#039;&amp;#039;, 1. Juni 2006.&lt;br /&gt;
* Hans-Jürgen Schlamp: [http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-85776611.html &amp;#039;&amp;#039;Vorboten des Untergangs.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spiegel Online]]&amp;#039;&amp;#039;, 30. Mai 2012.&lt;br /&gt;
* [https://taz.de/fileadmin/static/pdf/2012-05-22_grafik_venedig.pdf Grafik der Schleusentore – Ministerium für Infrastruktur und Transport] ([[taz]].de; PDF; 290&amp;amp;nbsp;kB) 22. Mai 2012, abgerufen am 1. Januar 2013&lt;br /&gt;
* [[Dirk Schümer]]: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/venedigs-geschaeft-mit-dem-untergang-der-tod-hat-jetzt-mal-pause-11976350.html &amp;#039;&amp;#039;Venedigs Geschäft mit dem Untergang. Der Tod hat jetzt mal Pause!&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 29. November 2012, abgerufen am 1. Januar 2013&lt;br /&gt;
* euronews: [https://de.euronews.com/2013/10/12/schwimmender-schutzwall-fuer-venedig „Schwimmender Schutzwall für Venedig“], [https://www.youtube.com/watch?v=3UVir3B9i0E YouTube-Video], 12. Oktober 2013, abgerufen am 19. Juli 2020&lt;br /&gt;
* (Video) Discovery Channel: [https://www.youtube.com/watch?v=sjWv6LSsvG8 „Rettung für Venedig: Die größten Projekte der Welt“], Dokumentation, YouTube, 26. August 2014, abgerufen am 19. Juli 2020&lt;br /&gt;
* Lou del Bello: [https://www.spektrum.de/news/venedigs-flutschutz-gefaehrdet-die-lagune/1613854 &amp;#039;&amp;#039;Venedigs Flutschutz gefährdet die Lagune.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spektrum.de]]&amp;#039;&amp;#039;, 15. Dezember 2018, abgerufen am 9. Februar 2019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;handelsblatt&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.handelsblatt.com/politik/international/korruption-festnahmen-wegen-deichprojekt-in-venedig/8491698.html | titel=Festnahmen wegen Deichprojekt in Venedig |hrsg=[[Handelsblatt]]|datum=2013-07-12| abruf=2016-02-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;dlf&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.deutschlandfunk.de/hochwasserschutzprojekt-mose-venedig-und-die-korruption.795.de.html?dram:article_id=288838 | titel=Venedig und die Korruption | autor=Karl Hoffmann | werk=Deutschlandfunk | datum=2014-06-11 | abruf=2019-11-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;faz&amp;quot;&amp;gt; Matthias Rüb: [https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/zweifel-am-projekt-mose-zum-hochwasserschutz-in-venedig-16855454.html &amp;#039;&amp;#039;Hochwasserschutz in Venedig: Mose gegen das Meer&amp;#039;&amp;#039;] in &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, faz.net, 10. Juli 2020, abgerufen am 3. Oktober 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;nzz2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.nzz.ch/newsticker/italiens-ex-kulturminister-galan-wegen-korruptionsaffaere-in-venedig-verurteilt-1.18405914 | titel=Ex-Kulturminister wegen Korruptionsaffäre in Venedig verurteilt | hrsg=[[Neue Zürcher Zeitung]] | datum=2014-10-17 | zugriff=2019-11-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;nzz&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/dutzende-von-verhaftungen-wegen-korruption-1.18315545 | titel=Bürgermeister von Venedig verhaftet | autor=Nikos Tzermias | hrsg=[[Neue Zürcher Zeitung]] | datum=2014-06-04 | abruf=2014-06-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:MOSE Projekt}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sturmflutsperrwerk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Venedig]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Perrak</name></author>
	</entry>
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