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	<title>Modalrhythmik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T02:38:21Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Modalrhythmik&amp;diff=1343888&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Format</title>
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		<updated>2025-06-29T23:00:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Format&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Modale_Rhythmen.jpg|thumb|300px|Die Rhythmen der sechs Modi]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Modalrhythmik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet diejenigen [[Rhythmus (Musik)|Rhythmen]], die sich bei der Verwendung von [[Modalnotation]] ergeben, sowie deren Verwendung in anders [[Notation (Musik)|notierten]] [[Musikstück]]en der entsprechenden Zeit (vor allem [[13. Jahrhundert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Rhythmen ==&lt;br /&gt;
Vor dem 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert war es in der europäischen Musik noch nicht üblich, den Rhythmus einer [[Komposition (Musik)|Komposition]] in Symbolen für Dauern zu notieren. Die Modalnotation des 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts führte dann entsprechende Zeichen ein – allerdings nur bei relativ einfachen Rhythmen und auch nur in bestimmten musikalischen Gattungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Musiktheoretiker]] unterschieden sechs verschiedene Modi. Diese entsprechen sechs verschiedenen, im Wesentlichen ausschließlich dreizeitigen [[Pattern (Musik)|ostinativen Dauernschemata]] (siehe Abbildung).&amp;lt;ref&amp;gt;Apel S. 241–247.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es kommen nur wenige unterschiedliche [[Notenwert]]e vor, die nicht beliebig unterteilt oder kombiniert werden und die stets im Verhältnis&amp;amp;nbsp;2:1 bzw.&amp;amp;nbsp;1:2 stehen (Pulsdauer vs. Längung). Binäre oder [[Synkope (Musik)|synkopen]]-ähnliche Rhythmen lassen sich noch nicht darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Modus-Begriff bezeichnet also eine nicht als Dauer symbolisierte Lesart von [[Tonhöhe]]n&amp;lt;nowiki/&amp;gt;symbolen, die der Ausführende kennen muss und bei der Ausführung pauschal auf den Text anwendet. Stücke in Modalnotation werden heute üblicherweise in einen [[6/8-Takt]] übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Modalrhythmik in der frühen Motette ==&lt;br /&gt;
Die Rhythmen der sechs Modi, insbesondere die des 1.&amp;amp;nbsp;und des 5.&amp;amp;nbsp;Modus, finden sich auch in der frühen [[Motette]] des 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts. Diese sind nicht mehr in der Modalnotation, sondern in einer Frühform der [[Mensuralnotation]] notiert. Dadurch wurde es möglich, auch andere Rhythmen als die der sechs Modi zu verwenden. Jedoch wurden die vertrauten Rhythmen offenbar weiterhin bevorzugt.&amp;lt;ref&amp;gt;Apel S. 318–341, besonders S. 322–324 sowie S. 334–335.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plausibel wird dieser Sachverhalt, wenn man bedenkt, dass die Motette eng verwandt ist mit der [[Klausel (Choral)|Clausula]]: Die gleiche Komposition kann in der einen [[Manuskript|Handschrift]] als Clausula ohne Text und in Modalnotation stehen sowie in einer anderen Handschrift als Motette mit Text und in früher Mensuralnotation.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise ist die Klausel &amp;#039;&amp;#039;Johanne&amp;#039;&amp;#039; aus der [[Notre-Dame-Schule|Notre-dame]]-Handschrift F fol. 164v musikalisch identisch mit der Motette &amp;#039;&amp;#039;Ne sai que je die&amp;#039;&amp;#039; aus dem Codex Montpellier fol. 235r. Faksimile-Ausgabe der Handschrift F: Firenze, Biblioteca Mediceo-Laurenziana, Pluteo 29,I, Faksimile Ausgabe der Handschrift, hrsg. von Luther Dittmer, New York 1966–1967, 2 Bände. Faksimile-Ausgabe des Codex Montpellier: Polyphonies du XIIIe siecle. Le manuscrit H196 de la Faculté de Médecine de Montpellier. Bd. 1: Reproduction phototypique du manuscrit, hrsg. von [[Yvonne Rokseth]], Paris 1935.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Modaltheorie und Pierre Aubry ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Modal-Theorie-Beispiel.jpg|thumb|400px|So hätten die beiden Musiktheoretiker vermutlich den Beginn des [[Palästinalied]]es von [[Walther von der Vogelweide]] übertragen:&amp;lt;br/&amp;gt;Zeile&amp;amp;nbsp;1) Übertragung nach Riemanns Methode&amp;lt;br/&amp;gt;Zeile 2) Übertragung nach Aubrys Methode von&amp;amp;nbsp;1905&amp;lt;br/&amp;gt;Zeile&amp;amp;nbsp;3) Übertragung nach Aubrys Methode von&amp;amp;nbsp;1907]]&lt;br /&gt;
Nur ein Teil der Musik des 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts ist entweder mit Hilfe der Modal- oder der Mensuralnotation rhythmisch genau notiert. Die frühe Mensuralnotation entstand nämlich erst spät im 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, und die Modalnotation lässt sich nur bei Stücken anwenden, die überwiegend [[melisma]]tisch sind, bei denen also sehr viele Töne auf eine [[Silbe]] kommen. Die Lieder der [[Trobador]]s, Trouveres und [[Minnesang|Minnesänger]] sind jedoch meist überwiegend [[Syllabik|syllabisch]], d.&amp;amp;nbsp;h. die meisten Silben haben nur einen Ton. Ähnliche Probleme ergeben sich beim [[Conductus]]. Der Musiktheoretiker [[Hugo Riemann]] hatte zwischen&amp;amp;nbsp;1896 und&amp;amp;nbsp;1902, von den [[Versmaß]]en im Minnesang ausgehend, eine Rhythmisierungsmethode für diese Stücke entwickelt: Jede Silbe bekam den Werte einer Viertelnote in einem {{Bruch|4|4}}-Takt, bei mehr Tönen pro Silbe wurde diese Viertelnote entsprechend unterteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Haines S. 90–92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Alternative dazu entwickelte der französische Musikgelehrte [[Pierre Aubry (Musikwissenschaftler)|Pierre Aubry]] ab&amp;amp;nbsp;1905 für die Lieder der Trouveres: Zunächst versah auch er alle Textsilben mit gleich langen Notenwerten. Anders als Riemann wählte er jedoch einen Dreier-Takt, so dass sich bei mehreren Tönen pro Silbe Rhythmen ähnlich denen in Modalnotation und früher Motette ergaben.&amp;lt;ref&amp;gt;Haines S. 93–94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre&amp;amp;nbsp;1907 erweiterte er seine Methode dadurch, dass nun auch der Text selbst rhythmisiert werden konnte,&amp;lt;ref&amp;gt;Haines S. 99–100.&amp;lt;/ref&amp;gt; den unterschiedlichen Versmaßen entsprachen dabei die unterschiedlichen Rhythmen der Modi. (1909 urteilte ein französisches Gericht, dass ihn dabei der Straßburger [[Romanist]] [[Jean Beck]] beeinflusst haben soll).&amp;lt;ref&amp;gt;Haines S. 100–108.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Modaltheorie hatte gegenüber Riemanns Methode den Vorteil, dass hier Rhythmen verwendet wurden, die in der entsprechenden Zeit selbst beliebt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung darüber, wie [[Musik des Mittelalters|mittelalterliche Musik]] rhythmisiert werden sollte, spielte noch bis in die Mitte des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts eine bedeutende Rolle in der [[Musikwissenschaft]]. Mittlerweile verwendet man für solche Stücke oft rhythmisch neutrale Übertragungen und überlässt die konkrete rhythmische Ausgestaltung den Ausführenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Willi Apel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Notation der polyphonen Musik.&amp;#039;&amp;#039; VEB Breitkopf &amp;amp; Härtel, Leipzig 1962, ISBN 3-7330-0031-5&lt;br /&gt;
* John Haines: &amp;#039;&amp;#039;The Footnote Quarrels of the Modal Theory: A Remarkable Episode in the Reception of Medieval Music&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Early Music History&amp;#039;&amp;#039; Jg. 20, 2001, S. 87–120&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Takt und Rhythmus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alte Musik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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