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	<title>Mittelniederdeutsche Sprache - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mittelniederdeutsche_Sprache&amp;diff=18143&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ralf Roletschek: /* Grammatik */</title>
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		<updated>2025-09-15T18:29:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Grammatik&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Sprache&lt;br /&gt;
| Sprache        = Mittelniederdeutsch&lt;br /&gt;
| Länder         = &lt;br /&gt;
| Zeitraum       = 1150 oder 1200 – 1600&lt;br /&gt;
| Klassifikation = * [[Indogermanische Sprachen|Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
*:[[Germanische Sprachen|Germanisch]]&lt;br /&gt;
*::[[Westgermanische Sprachen|Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
*::: [[Nordseegermanische Sprachen|Nordseegermanisch]]&lt;br /&gt;
| KSprache       = Mittelniederdeutsch&lt;br /&gt;
| ISO1           = &lt;br /&gt;
| ISO2           = &lt;br /&gt;
| ISO3           = gml (von englisch &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|German middle low}}&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;mittelniederdeutsche Sprache&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;mnd&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein historisches Entwicklungsstadium des [[Niederdeutsche Sprache|Niederdeutschen]] und wurde vor allem im Norden Deutschlands gesprochen, besaß aber auch überregionale Verbreitung, besonders im Ostseeraum als [[Hansesprache|Verkehrssprache der Hanse]]. Sie hat sich aus der [[Altsächsische Sprache|altsächsischen Sprache]] im [[Mittelalter]] entwickelt, ist seit dem 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert schriftlich belegt und wurde bis Mitte des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts geschrieben. Zu den frühen Schriftzeugnissen gehört der &amp;#039;&amp;#039;[[Sachsenspiegel]]&amp;#039;&amp;#039; (1225/34), zu den letzten die Gedichte von [[Johann Lauremberg]] (gest. 1658).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Mittelniederdeutschen ist das moderne [[Niederdeutsche Sprache|Niederdeutsche]] hervorgegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet des Mittelniederdeutschen umfasste [[Norddeutschland]] und den Nordosten der heutigen Niederlande. Insbesondere ist es vom Mittelniederländischen westlich der [[IJssel]] klar abzugrenzen, das nah verwandt ist und vereinzelt (aber fälschlich) zu einem „Mittelniederdeutschen im weiteren Sinne“ hinzugezählt wurde. Diese geographische Abgrenzung ist Grundlage der größeren Darstellungen des Mittelniederdeutschen (etwa [[Heinrich August Lübben|Lübben]] und [[Agathe Lasch|Lasch]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;goossens&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=Jan Goossens | Herausgeber=Jan Goossens | Titel=Niederdeutsche Sprache : Versuch einer Definition | Sammelwerk=Niederdeutsch : Sprache und Literatur | Verlag=Karl Wachholtz | Ort=Neumünster | Datum=1973 | Seiten=9–27 | ISBN=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung, Einfluss und Ausklang ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Extent of the Hansa-optimiert.jpg|miniatur|300px|Die Hanse um 1400]]&lt;br /&gt;
Die mittelniederdeutsche Sprache war in der [[Hanse]]zeit von etwa 1300 bis ca. 1600 die führende Schriftsprache im Norden Mitteleuropas und diente als [[Lingua franca]] in der Nordhälfte Europas. Sie wurde neben dem [[Latein]] auch für Zwecke der [[Diplomatie]] und für [[Urkunde]]n verwendet. So wurde der größte Teil des Schriftverkehrs der Hanse in Mittel- und Nordeuropa auf Mittelniederdeutsch durchgeführt. Mittelniederdeutsche Urkunden gibt es von [[London]] im Westen bis [[Weliki Nowgorod|Nowgorod]] im Osten und von [[Bergen (Norwegen)|Bergen]] im Norden bis [[Westfalen]] im Süden. Auch in [[Visby]] auf Gotland, [[Riga]], [[Tallinn|Reval]] und [[Tartu|Dorpat]] wurde mittelniederdeutsch kommuniziert. Es existiert noch ein handschriftliches Wörterbuch Mittelniederdeutsch-Russisch des [[Tönnies Fonne]] von 1607 in der [[Dänische Königliche Bibliothek|Dänischen Königlichen Bibliothek]] in Kopenhagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere aus dieser Zeit resultiert ein erheblicher Einfluss des Niederdeutschen auf die skandinavischen Sprachen [[Norwegische Sprache|Norwegisch]], [[Dänische Sprache|Dänisch]] und [[Schwedische Sprache|Schwedisch]], der durch zahlreiche Lehnwörter gekennzeichnet ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;KORLEN, G. (1977). [https://ids-pub.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/1435/file/Korlen_Niederdeutsch_schwedische_Lehnbeziehungen_1977.pdf Niederdeutsch-schwedische Lehnbeziehungen]. &amp;#039;&amp;#039;SPRACHWANDEL UND SPRACHGESCHICHTS SCHREIBUNG&amp;#039;&amp;#039;, 285.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierbei handelt es sich oft um Begriffe aus Verwaltung (schw. &amp;#039;&amp;#039;borgmästare&amp;#039;&amp;#039; „Bürgermeister“), Handel (schw. &amp;#039;&amp;#039;köpman&amp;#039;&amp;#039; „Kaufmann“), Handwerk (schw. &amp;#039;&amp;#039;skorstensfejare&amp;#039;&amp;#039; „Schornsteinfeger“) und Ritterwesen (&amp;#039;&amp;#039;fru, riddare&amp;#039;&amp;#039;), jedoch auch um Alltagswörter (schw. &amp;#039;&amp;#039;bliva&amp;#039;&amp;#039; „bleiben, werden“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; und sogar Funktionswörter wie Pronomen (dän. &amp;#039;&amp;#039;hvilken,&amp;#039;&amp;#039; schw. &amp;#039;&amp;#039;vilken&amp;#039;&amp;#039; „welcher“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Deutsch-nordischer Lehnwortaustausdi |Sammelwerk=Wortgeographie und Gesellschaft |Verlag=De Gruyter |Datum=1968-12-31 |ISBN=978-3-11-081796-6 |DOI=10.1515/9783110817966-022 |Seiten=607–623}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, schw. &amp;#039;&amp;#039;sådan&amp;#039;&amp;#039; „solch“ &amp;lt; nd. &amp;#039;&amp;#039;so dan&amp;#039;&amp;#039; „so getan“) oder Konjunktionen (schw. &amp;#039;&amp;#039;men&amp;#039;&amp;#039; „aber“).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Bis auf Schmied, Bäcker und Schornsteinfeger&amp;lt;!-- Aber Schornsteinfeger ist oben ausdrücklich als Lehnwort im Schwedischen genannt. --&amp;gt; gehen nach Korlen (1977) &amp;#039;&amp;#039;sämtliche&amp;#039;&amp;#039; schwedischen Handwerkerbezeichnungen auf mittelniederdeutsche Vorbilder zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Des Weiteren bestehen Einflüsse im Bereich der Wortbildung und Syntax.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Enge Beziehungen bestanden auch im Bereich der Literatur und Dichtung, beispielsweise beruht die norwegische [[Thidrekssaga]] (13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert) nach eigener Auskunft auf „(nieder)deutschen“ und „sächsischen“ Vorlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;„Diese Saga ist zusammengesetzt nach der Erzählung deutscher Männer … Und wenn du einen Mann aus jeder Burg in ganz Sachsland nimmst, so werden alle diese Saga auf dieselbe Weise erzählen“ (A.&amp;amp;nbsp;Raszmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Sage von den Wölsungen und Niflungen: Den Wilcinen und König Thidrek von Bern in der Thidrekssaga&amp;#039;&amp;#039;. Rümpler, 1858, S.&amp;amp;nbsp;2) Inwiefern damit tatsächlich originär niederdeutsche oder nicht eher (oder zumindest auch) hochdeutsche Vorlagen gemeint sind, ist in der Forschung umstritten; niederdeutscher Ursprung wird v.&amp;amp;nbsp;a. deswegen bezweifelt, weil mittelniederdeutsche Heldenepik ansonsten kaum belegt ist. Dass eine solche jedoch zumindest in späterer Zeit existierte, belegt z.&amp;amp;nbsp;B. [[Ermenrichs Tod|das Lied von Ermenrichs Tod]]. Dass daneben hochdeutsche Lieder auch spontan ins Niederdeutsche übertragen wurden, belegt z.&amp;amp;nbsp;B. ein mittelniederdeutsches Fragment des [[Hürnen Seyfrit]] aus Livland, vgl. Jürgen Beyer, John L. Flood: &amp;#039;&amp;#039;Siegfried in Livland? Ein handschriftliches Fragment des „Liedes vom Hürnen Seyfrid“ aus dem Baltikum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Lied und populäre Kultur / Song and Popular Culture.&amp;#039;&amp;#039; Band 45, 2000, ISSN 1619-0548, S. 35–71, [[doi:10.2307/849573]] (jstor.org [abgerufen am 7. September 2022]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelniederdeutsche Schreibtradition endete im Wesentlichen um die Mitte des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts, bedingt durch den Niedergang der Hanse, die Durchsetzung hochdeutscher (mitteldeutscher) Kanzleisprachen in Norddeutschland sowie die Verbreitung der hochdeutschen Bibelübersetzung Luthers im Rahmen der Reformation. Obgleich die erste vollumfängliche Veröffentlichung von Luthers Bibelübersetzung tatsächlich in &amp;#039;&amp;#039;mittelniederdeutscher&amp;#039;&amp;#039;, nicht in hochdeutscher Sprache erfolgte ([[Lübecker Bibel (1533/34)|Lübecker Bibel, 1533/34]], übertragen von [[Johannes Bugenhagen]], genannt „Dr.&amp;amp;nbsp;Pomeranus“) und weitere niederdeutsche Bibeln bis 1615 gedruckt wurden,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://menora-bibel.jimdofree.com/historische-bibeln/deutsch/niederdeutsche-bibeln/ |titel=Niederedeutsche Bibeln – Online |sprache=de |abruf=2022-09-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkte Luthers mitteldeutsche Übersetzung in der Folge normativ. Mittelniederdeutsche Texte des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurden noch bis ins 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert weiter herausgegeben (so etwa &amp;#039;&amp;#039;[[Reineke Fuchs|Reineke de Voss]] mit eener vorklaring der olden Sassischen Worde&amp;#039;&amp;#039;. Gedrucket to Eutin 1797, dorch Bened. Christ. Struve, Hofboekdrücker&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=S. B. B. Developers |url=https://digital-beta.staatsbibliothek-berlin.de/ |titel=Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin |abruf=2022-09-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;). Zu den letzten noch als mittelniederdeutsch anzusprechenden Neudichtungen (allerdings bewusst archaisierend) könnte &amp;#039;&amp;#039;Hennynk de Han&amp;#039;&amp;#039; (Minden 1732) zählen, eine Fortsetzung von Reineke de Voss, die gezielt dessen Sprache nachahmt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Die Poesie |Sammelwerk=Geschichte der mittelniederdeutschen Literatur |Verlag=De Gruyter |Datum=1925-12-31 |ISBN=978-3-11-162026-8 |DOI=10.1515/9783111620268-004 |Seiten=5–36}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Beginn der [[Niederdeutsche Sprache|neuniederdeutschen]] (plattdeutschen) Mundartliteratur seit dem späten 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert liegen nur wenige Schriftzeugnisse vor, die teilweise als „Frühneuniederdeutsch“ bezeichnet werden&amp;lt;ref&amp;gt;Nikos Saul, Ulrike Stern: [https://germanistik.uni-greifswald.de/storages/uni-greifswald/fakultaet/phil/germanistik/Institut/Arbeitsbereiche/niederdeutsch/Kompetenzzentrum_fuer_Niederdeutschdidaktik/Didaktisches_Material/Jugend_verkloort_Platt/DIN_A4/lzn_infografiken_uni-greifswald_a4_6.pdf &amp;#039;&amp;#039;Nedderdüütsche Texte von’t Middelöller bet hüt – ein Utwåhl.&amp;#039;&amp;#039;] [[Länderzentrum für Niederdeutsch]] in Bremen&amp;lt;/ref&amp;gt; und den Übergang zwischen dem Mittelniederdeutschen und dem modernen Niederdeutschen dokumentieren. Diese beinhalten u.&amp;amp;nbsp;a. Anekdoten, Scherz- und Hochzeitsgedichte.&amp;lt;ref&amp;gt;Hubertus Menke: &amp;#039;&amp;#039;Gelegenheit schafft Dichtung. Zu den niederdeutschen Hochzeitscarmina. Mit einem Neufund.&amp;#039;&amp;#039; In: Thomas Riis (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Tisch und Bett. Die Hochzeit im Ostseeraum seit dem 13. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt/M. u.&amp;amp;nbsp;a. 1998, S. 139–164 (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Kieler Werkstücke&amp;#039;&amp;#039;. Reihe A: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, 19).&amp;lt;/ref&amp;gt; Teilweise stehen diese noch in mittelniederdeutscher Schrifttradition, indem sie bewusst auf Regionalismen verzichten (etwa die Schriften von [[Johann Lauremberg]], gest. 1658), die Gelegenheitsgedichte dieser Zeit zeigen aber bereits (und oft erstmals) sprachliche Merkmale der späteren neuniederdeutschen Dialekte. [[Caspar Abel]] verarbeitete das Absterben der (mittel)niederdeutschen Schrifttradition in &amp;#039;&amp;#039;Die hülflose Sassine&amp;#039;&amp;#039; (1735/36) literarisch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Die Poesie |Sammelwerk=Geschichte der mittelniederdeutschen Literatur |Verlag=De Gruyter |Datum=1925-12-31 |ISBN=978-3-11-162026-8 |DOI=10.1515/9783111620268-004 |Seiten=5–36, hier S. 28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regionale Ausprägungen der Schriftsprache ==&lt;br /&gt;
Die frühen mittelniederdeutschen Texte waren noch deutlich von der gesprochenen Sprache geprägt. Dort kamen verkürzte, mündliche Formen vor wie &amp;#039;&amp;#039;semme&amp;#039;&amp;#039; (statt &amp;#039;&amp;#039;sineme&amp;#039;&amp;#039;, „seinem“), &amp;#039;&amp;#039;sir&amp;#039;&amp;#039; (statt &amp;#039;&amp;#039;siner&amp;#039;&amp;#039;, „seiner“), &amp;#039;&amp;#039;eyr&amp;#039;&amp;#039; (statt &amp;#039;&amp;#039;einer&amp;#039;&amp;#039;, „einer“). Diese Texte waren landschaftlich geprägt, gaben aber keinen Dialekt wieder. In der späteren [[Geschriebene Sprache|Schriftsprache]] versuchten die Schreiber, diese verkürzten Formen zu vermeiden und [[Etymologie|etymologisch]] korrektere Formen zu verwenden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bischoff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. und im frühen 16. Jahrhundert übte durch die [[Devotio moderna]] das östliche [[Mittelniederländisch]] Einfluss auf das [[Münsterland|münsterländische]] schriftliche Mittelniederdeutsch aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bischoff&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur | Autor=[[Karl Bischoff (Germanist)|Karl Bischoff]] | Herausgeber=Gerhard Cordes, Dieter Möhn | Titel=Mittelniederdeutsch | Sammelwerk=Handbuch zur niederdeutschen Sprach- und Literaturwissenschaft | Verlag=Erich Schmidt Verlag | Ort=Berlin | Datum=1983 | Seiten=98–118 (§&amp;amp;nbsp;3.2) | ISBN=3-503-01645-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Westfälische Dialekte|Westfälischen]] und im [[Ostfälisch]]en gab es [[Mitteldeutsche Sprachen und Dialekte|mitteldeutsche]] Einflüsse, besonders im Elbostfälischen. Das Hochdeutsche muss den dortigen Schreibern geläufig gewesen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bischoff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Sprachwissenschaftler nehmen an, dass vom südlichen Ostfälisch aus schreibsprachliche Einflüsse auf das übrige [[Ostfalen]] ausgegangen sind. Das südliche Ostfalen gilt als das stärkste geistige Zentrum des frühen Mittelniederdeutschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bischoff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wird das geschriebene Mittelniederdeutsch zunehmend einheitlicher. Diese mittelniederdeutsche Schriftsprache ist aus dem damaligen [[Ostniederdeutsch]]en entstanden und wurde besonders durch Lübeck geprägt. Diese überregionale Schriftsprache setzt eine überregionale mündliche Verkehrssprache voraus, die nicht erhalten ist, aber angenommen werden muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bischoff&amp;quot; /&amp;gt; Andererseits wurde diese Theorie nie bewiesen, und in westfälischen Städten (wie Herford, Münster und Osnabrück) wurde nur ein sehr geringer Einfluss aus Lübeck nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Mähl: &amp;#039;&amp;#039;Low German texts from Late Medieval Sweden.&amp;#039;&amp;#039; In: Lennart Elmevik, Ernst Håkon Jahr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Contact between Low German and Scandinavian in the Late Middle Ages: 25 Years of Research&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Acta Academiae Regiae Gustavi Adolphi.&amp;#039;&amp;#039; Band 121). Uppsala 2012, S. 113–122, hier: S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachdenkmäler ==&lt;br /&gt;
[[Datei:LB1494Kolophon.jpg|mini|Lübecker Bibel (1494), letzte Seite mit Druckvermerk]]&lt;br /&gt;
Neben den mittelniederdeutschen Urkunden stellen insbesondere folgende Werke wichtige Sprachdenkmäler der mittelniederdeutschen Sprache dar:&lt;br /&gt;
* Der &amp;#039;&amp;#039;[[Sachsenspiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Sammlung sächsischen Rechts um 1225, das bis in das 19. Jahrhundert die Rechtsprechung in Europa maßgeblich beeinflusste,&lt;br /&gt;
* die &amp;#039;&amp;#039;[[Sächsische Weltchronik]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Prosa-[[Chronik]] aus dem 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert,&lt;br /&gt;
* die &amp;#039;&amp;#039;[[Magdeburger Schöppenchronik]]&amp;#039;&amp;#039;, 1350–1516 entstanden,&lt;br /&gt;
* das &amp;#039;&amp;#039;[[Berlinisches Stadtbuch|Berlinische Stadtbuch]]&amp;#039;&amp;#039;, um 1380–1498,&lt;br /&gt;
* die &amp;#039;&amp;#039;[[Chronica novella]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Hermann Korner]], Lübeck, ab 1416 (auch in Latein),&lt;br /&gt;
* das &amp;#039;&amp;#039;[[Redentiner Osterspiel]]&amp;#039;&amp;#039;, ein Mysterienspiel von 1464,&lt;br /&gt;
* die [[Lübecker Bibel (1494)]], [[Inkunabel]] gedruckt von [[Steffen Arndes]] in Lübeck, 1494,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Reynke de vos]]&amp;#039;&amp;#039;, gedruckt in der &amp;#039;&amp;#039;Mohnkopf-[[Buchdruck|Offizin]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Hans van Ghetelen]] in Lübeck, 1498, ein [[Tierepos]], das in viele Sprachen übersetzt und zum Beispiel als [[Reineke Fuchs]] von [[Johann Wolfgang von Goethe]] bearbeitet wurde,&lt;br /&gt;
* die [[Lübecker Bibel (1533/34)]] oder &amp;#039;&amp;#039;Bugenhagenbibel&amp;#039;&amp;#039;,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Ermenrichs Tod]]&amp;#039;&amp;#039; (1535), ein später Beleg der [[Dietrichepik]] in niederdeutscher Sprache&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;De düdesche Schlömer&amp;#039;&amp;#039;, ein geistliches Drama des [[Jedermann]]-Themas, von [[Johannes Stricker]] (1584),&lt;br /&gt;
* [[Nathan Chyträus]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Alte Todtendantz Sächsisch&amp;#039;&amp;#039; (1597), die älteste philologische Ausgabe eines niederdeutschen Textes,&lt;br /&gt;
* [[Tönnies Fonne]]s Handbuch der [[Russische Sprache|russischen Sprache]] (1607).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wörterbücher ==&lt;br /&gt;
Der Wortschatz des Mittelniederdeutschen ist gesammelt im &amp;#039;&amp;#039;Mittelniederdeutschen Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039; von Karl Schiller und August Lübben (1875–1881), im &amp;#039;&amp;#039;Mittelniederdeutschen Handwörterbuch&amp;#039;&amp;#039; von August Lübben und Christoph Walther (1885–1888) und im [[Mittelniederdeutsches Handwörterbuch|Mittelniederdeutschen Handwörterbuch]] von Agathe Lasch und Conrad Borchling (1923–).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Hansesprache]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Agathe Lasch]]: &amp;#039;&amp;#039;Mittelniederdeutsche Grammatik&amp;#039;&amp;#039;. Niemeyer, Halle 1914. (2. unveränderte Auflage: Niemeyer, Tübingen 1974. ISBN 3-484-10183-0). Digitalisat der [http://archive.org/details/mittelniederdeu00lasc ersten Auflage]&lt;br /&gt;
* Robert Peters: &amp;#039;&amp;#039;Mittelniederdeutsche Sprache&amp;#039;&amp;#039;. In: Jan Goossens (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Niederdeutsch. Sprache und Literatur. Eine Einführung. Band 1: Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Wachholtz, Neumünster 1973, S. 66–115.&lt;br /&gt;
* Kurt Otto Seidel: &amp;#039;&amp;#039;Mittelniederdeutsche Handschriften aus Bielefelder Bibliotheken. Beschreibungen – Texte – Untersuchung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Göppinger Arbeiten zur Germanistik]].&amp;#039;&amp;#039; Band 452). Kümmerle Verlag, Göppingen 1986, ISBN 3-87452-688-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Mittelniederdeutsch}}&lt;br /&gt;
* [http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?term=Schiller-L%FCbben&amp;amp;index=siglen Schiller-Lübben]: Das Mittelniederdeutsche Wörterbuch von Schiller/Lübben als Faksimile-Ausgabe im Rahmen von [http://www.mediaevum.de/wb1.htm Mediaevum.de]&lt;br /&gt;
* [http://www.koeblergerhard.de/wikiling/index.php?f=mnd wikiling] &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Mittelniederdeutsch (und andere alte Sprachen)&lt;br /&gt;
* [http://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de/doQuery.asp?search=1&amp;amp;resultsize=30 Niederdeutsche Inkunabeln] im [[Gesamtkatalog der Wiegendrucke]], z.&amp;amp;nbsp;B. das niederdeutsche &amp;#039;&amp;#039;[http://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/BRANSEB.htm Narrenschiff]&amp;#039;&amp;#039;, der nd. &amp;#039;&amp;#039;[http://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/TOTENTA.htm Totentanz]&amp;#039;&amp;#039; und der Roman &amp;#039;&amp;#039;[http://www.gesamtkatalogderwiegendrucke.de/docs/HISTORI.htm#ParisEtVienne Paris und Vienne]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [http://titus.uni-frankfurt.de/ Project TITUS], auch mit [http://titus.uni-frankfurt.de/indexd.htm?/texte/texte2.htm#mndt Mittelniederdeutschen] Texten&lt;br /&gt;
* [http://andpuzik.narod.ru/Mnd.htm &amp;#039;&amp;#039;Mittelniederdeutsch (1150–1650)&amp;#039;&amp;#039;], russisches Lehrbuch über die &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Deutschen Sprache&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.oa.uni-hamburg.de/datenbanken/hamburger-threse.html Das Virtuelle Hamburgische Urkundenbuch]&lt;br /&gt;
* [http://www.plattmaster.de/medeloller.htm Mittelniederdeutsche Schriftsprache im Vergleich mit modernem Plattdeutsch]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.bis.uni-oldenburg.de/~havekost/needer/rey1-1.htm | wayback=19980710161714 | text=Reynke de vos}}&lt;br /&gt;
* [http://germanic-studies.org/Mittelniederdeutsche-Lehnwoerter-in-den-skandinavischen-Sprachen.htm Mittelniederdeutsche Lehnwörter in den skandinavischen Sprachen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Epochen der Niederdeutschen Sprache}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niederdeutsche Sprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachstufe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korpussprache]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ralf Roletschek</name></author>
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