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	<title>Mitogaku - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Keine Verbesserung Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-18018-10&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-18018-10&quot;&gt;~2026-18018-10&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/235813283&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/235813283&quot;&gt;235813283&lt;/a&gt; von Aka wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mitogaku&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Japanische Schrift|jap.]] {{lang|ja|水戸学}}; zu Deutsch etwa „Mito-Schule“) war eine [[Konfuzianismus|konfuzianisch]] bzw. [[Neokonfuzianismus|neokonfuzianisch]] und [[shintō]]isch ausgerichtete [[Schule (Wissenschaft)|Schule]] von Gelehrten und Intellektuellen, die im [[Mito (Han)|Mito]]-[[Han (Japan)|han]] organisiert war, einem Lehen, das durch einen der [[Gosanke|drei höchsten Zweige]] (&amp;#039;&amp;#039;go-sanke&amp;#039;&amp;#039;, [[Mito-Tokugawa]]) der [[Tokugawa]]-Dynastie regiert wurde. Die Mitogaku nahm im [[Japan]] der [[Edo-Zeit]] bis zur [[Meiji-Restauration]] aktiven Einfluss auf [[Politik]] und [[Ideologie]] im ganzen Land und brachte neben der [[Kokugaku]] einige der bedeutendsten Denker und Ideen für die ideologische Entwicklung im aufkommenden japanischen [[Nationalismus]] und [[Tennōismus]] gegen [[Bakumatsu|Ende des Shōgunats]] hervor. In diesem Rahmen war sie vor allem in der [[Ethnozentrismus|ethnozentrisch]]-[[Nativismus (Sozialwissenschaften)|nativistischen]] [[Sonnō jōi|Sonnō-jōi-Bewegung]] aktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Aktivitäten der Mitogaku waren wesentlich durch die von ihren Vertretern oft propagierte Auffassung bestimmt, dass Gelehrsamkeit ({{lang|ja|学問}}, &amp;#039;&amp;#039;gakumon&amp;#039;&amp;#039;) und Politik ({{lang|ja|政}}, &amp;#039;&amp;#039;matsurigoto&amp;#039;&amp;#039;) eine untrennbare Einheit bilden.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Geschichte der Mitogaku lassen sich dementsprechend zwei Phasen des Wirkens ausmachen, in denen jeweils einer der beiden Aspekte dominierte:&lt;br /&gt;
#[[Geschichtsschreibung]] (beginnend im späten 17. Jahrhundert)&lt;br /&gt;
#Kritisches Engagement in der Politik (beginnend im späten 18. Jahrhundert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Autoren bevorzugen dagegen eine geschichtliche Einteilung der Mitogaku anhand der Lehnsherren ([[Daimyō]]) des Mito-han, deren Amtszeiten in Korrespondenz mit bestimmten Entwicklungsphasen der Mitogaku gesetzt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.&amp;amp;nbsp;B. [[Horst Hammitzsch]]: „Aizawa Seishisai (1782-1863) und sein Werk Shinron“, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Monumenta Nipponica]]&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 3, No. 1. (Jan., 1940), pp. 61–74. Hammitzsch unterteilt dort in 1. Gründungszeit unter [[Tokugawa Mitsukuni]], 2. Wachstumszeit unter [[Tokugawa Harumori]] und 3. Reifezeit unter [[Tokugawa Nariaki]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Mitogaku ===&lt;br /&gt;
Die frühe Mitogaku war bestimmt durch das 1657 initiierte Projekt &amp;#039;&amp;#039;[[Dai Nihon shi]]&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|大日本史}}, „Geschichte Großjapans“). Unter diesem Namen begann auf Anweisung des damaligen Daimyōs des Mito-han, [[Tokugawa Mitsukuni]] ({{lang|ja|徳川光圀}}; 1628–1701), die Erstellung einer umfassenden Darstellung der japanischen Geschichte in schriftlicher Form. Diese sollte sich formal an Vorbildern aus der chinesischen Geschichtsschreibung, insbesondere am [[Shiji]] des [[Sima Qian]], orientieren und also Annalen (allgemeine Chronologie), Essays (spezielle, institutionelle Themen), Biographien (von besonderen Persönlichkeiten) und Tabellen (schematische Schaubilder) umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1672 wurde für diesen Zweck ein eigenes Institut, das (erst später so genannte) &amp;#039;&amp;#039;[[Shōkōkan]]&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|彰考館}}), eingerichtet und Gelehrte aus den verschiedensten Schulen und Teilen des Landes angeheuert, um dort am Projekt zu arbeiten; diese bildeten die erste Generation der Mitogaku. Zu ihnen gehörten u.&amp;amp;thinsp;a. der exil-chinesische [[Konfuzianismus]]-Gelehrte [[Chu Shun-shui]] ({{zh|c=朱之瑜|p=Zhū Zhīyú}}; jap. &amp;#039;&amp;#039;Shu Shunsui&amp;#039;&amp;#039;; 1600–1682), sein Schüler [[Asaka Tanpaku]] ({{lang|ja|安積澹泊}}; 1656–1737), der Daoismus-Gelehrte [[Hitomi Bokuyūken]] ({{lang|ja|人見卜幽軒}}; 1598–1670), der buddhistische Mönch [[Sassa Munekiyo]] bzw. [[Sassa Jitchiku]] ({{lang|ja|佐々宗淳}}; 1640–1698), der Kimongaku-Gelehrte [[Kuriyama Senpō]] ({{lang|ja|栗山潜鋒}}; 1671–1706) und [[Miyake Kanran]] ({{lang|ja|三宅観瀾}}; 1673–1718).&amp;lt;ref&amp;gt;{{EOS|Mitogaku|1357|Yazaki Hiroyuki|30. März 2007}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Antoni 1998, S. 158&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Shōkōkan befand sich zunächst in den Quartieren des Mito-Daimyōs in [[Edo]] (vgl. [[Sankin kōtai]]), bis [[Tokugawa Nariaki]] (1800–1860) im Jahr 1829 Daimyō des Mito-han wurde und den Sitz seiner Regierung sowie des Instituts in die [[Jōkamachi|Burgstadt]] [[Mito]] verlegen ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Origin of Iwato Kagura Dance Amaterasu by Toyokuni III (Kunisada) 1856.png|miniatur|Die Kami [[Amaterasu]], hier von [[Kunisada]] beim Verlassen ihrer Höhle dargestellt, begründete den Mythen nach die Souveränität des Tennō über Japan und galt daher den meisten Mitogaku-Gelehrten als höchste aller Gottheiten.]]&lt;br /&gt;
Die historiographische Arbeit der frühen Mitogaku war stark durch die damals im Rahmen des [[Bakufu]] einflussreich gewordene [[Kimongaku]] ({{lang|ja|崎門学}}) von [[Yamazaki Ansai]] ({{lang|ja-Hano|山崎闇斎}}; 1618–1682) geprägt, dessen Lehre aus einer Synthese von Shintō und Neokonfuzianismus in der Tradition der auf [[Zhu Xi]] zurückgehenden &amp;#039;&amp;#039;[[shushigaku]]&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|朱子学}}) bestand. Innerhalb der Kimongaku wurden die Berichte der stark mythologischen japanischen Geschichtswerke (vor allem [[Nihonshoki]] und [[Kojiki]]) wortwörtlich für wahr gehalten. Zudem seien in den Texten auch tiefere Ebenen von Sinn und Bedeutung enthalten, die ewige Wahrheiten enthielten und moralische und ethische Wirkung (insbesondere durch Erkenntnis rechter Formen von Verehrung, [[Kindliche Pietät|kindlicher Pietät]] und [[Loyalität]]) entfalten könnten. Diese Lehren wurden unter der Hypothese vereinheitlicht und systematisiert, dass Japan das Land der Götter (&amp;#039;&amp;#039;[[kami]]&amp;#039;&amp;#039;) und damit prinzipiell allen anderen Ländern überlegen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 8&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere, wichtige Vordenker der Mitogaku waren die [[Restauration (Geschichte)|restaurationistisch]]-(neo)konfuzianischen Reformer [[Kumazawa Banzan]] ({{lang|ja|熊沢蕃山}}; 1619–1691) und [[Ogyū Sorai]] ({{lang|ja|荻生徂徠}}; 1666–1724).&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 14&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichtsschreibung der Mitogaku hob besonders die (angeblich nie unterbrochene) dynastische Linie des [[Tennō]] hervor, denn der Tennō galt in der Mitogaku als mystisch-symbolische Verkörperung der Einheit Japans und damit auch der Kontinuität der japanischen Geschichte. Diese Darstellung hatte allerdings zur Folge, dass tatsächliche Machtverhältnisse (die oft durch militärische und wirtschaftliche Faktoren geprägt waren, die nur extrem selten vom Tennō dominiert waren) in den Annalen des &amp;#039;&amp;#039;Dainihonshi&amp;#039;&amp;#039; ausgespart wurden,&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 35&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; beziehungsweise für die Darstellung der [[Shōgun]]e kreative und innovative Ansätze erforderte.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 45&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Annalen und die Biographien, die 1720 abgeschlossen wurden, machte die Mitogaku zudem drei, damals innovative neue Interpretationen bezüglich der Frage legitimer Thronfolge:&lt;br /&gt;
#dass [[Jingū]] keine Tennō, sondern nur eine Regentin für ihren Sohn, den [[Ōjin]]-tennō gewesen sei,&lt;br /&gt;
#dass [[Temmu]] illegitimerweise den Thron [[Usurpation|usurpiert]] gehabt habe, der eigentlich seinem Neffen, dem Prinz [[Kōbun|Ōtomo]], zugestanden hätte,&lt;br /&gt;
#dass während des Schismas der [[Nanboku-chō|Nordhof-Südhof-Zeit]] der südliche Hof bei Yoshino die rechtmäßige Tennō-Linie gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maßgeblich für die historiographischen Interpretationen der Mitogaku war das konfuzianische Konzept &amp;#039;&amp;#039;meibun&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|名分}}), womit die rechte Übereinstimmung zwischen Name und Anteil bzw. Titel und Status der Mitglieder einer Gesellschaft gemeint war, also ein Ideal von in Begriffen systematisierbarer, legitimer Herrschaft, das als transzendente Idee der Beschreibung von historischen Prozessen logisch vorgelagert war. Dieses Konzept wurde im Japan des 18. des Jahrhunderts innerhalb der späten Mitogaku unter der Fujita-Fraktion dominant, da diese als Ursache der vielfachen politischen und sozialen Krisen dieser Zeit vor allem einen Niedergang der Moral ausmachte, der in den Missverständnissen über &amp;#039;&amp;#039;meibun&amp;#039;&amp;#039; zu finden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 38, 43–45.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Späte Mitogaku ===&lt;br /&gt;
Die Arbeit hatte am Shōkōkan ca. 70 Jahre weitgehend stagniert, bis sie unter dem neuen Direktor [[Tachihara Suiken]] ({{lang|ja|立原翠軒}}; 1774–1823), der sein Amt im Jahr 1786 antrat, neu belebt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 36, 39&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tachiharas Stoßrichtung, nicht die Arbeit an den noch ausstehenden Essays und Tabellen zu beginnen, sondern die Annalen und Biographien weiter mit Kommentaren auszuführen, stieß allerdings innerhalb der Mitogaku auf starke Opposition, weswegen er im Jahr 1803 zurücktreten musste. Sein Schüler und Rivale [[Fujita Yūkoku]] ({{lang|ja|藤田幽谷}}; 1774–1826) übernahm seinen Posten. Fujita war ein [[Samurai]] niedrigen Ranges und nicht-adeliger Herkunft, sowie neben [[Komiyama Fūken]] ({{lang|ja|小宮山楓軒}}; 1763–1840) eine der führenden Personen der Anti-Tachihara-Fraktion. Während Fujitas Amtszeit wurde die Ausrichtung der Mitogaku zunehmend politischer und dem Tennō noch untergebener. Zudem beschäftigte sich die Mitogaku, insbesondere nach dem Umzug des Shōkōkans von Edo nach Mito im Jahr 1829, vermehrt mit zeitgenössischen, innen- und sozialpolitischen Themen.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 40, 42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:藤田東湖.jpg|miniatur|Fujita Tōko, Darstellung aus dem &amp;#039;&amp;#039;Teikoku jinmeijiten&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|帝国人名辞典}}; 1907)]]&lt;br /&gt;
Wichtige spätere Mitogaku-Vertreter in der Tradition von Fujita waren sein Sohn [[Fujita Tōko|Tōko]] ({{lang|ja|藤田東湖}}; 1806–1855) und sein Schüler [[Aizawa Seishisai]] ({{lang|ja|会沢正志斎}}; 1782–1863), der 1825 mit seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;Shinron&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|新論}}, „Neue Thesen“) das theoretische Fundament für den japanischen Nationalismus legte. Aizawa argumentierte darin für eine Rückbesinnung auf das von ihm als mythologisch-archaisch vorgestellte [[Kokutai]]-Ideal (das für die späte Mitogaku zur grundlegenden Konzeption werden sollte&amp;lt;ref&amp;gt;Antoni 1998, S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und polemisierte in stark [[Xenophobie|xenophober]] Stoßrichtung gegen den [[Buddhismus in Japan|Buddhismus]] als eine genuin indische und damit Japan wesentlich fremde Religion, das den westlichen Mächten dienende [[Christentum in Japan|Christentum]], [[Sinozentrismus|sinozentrische]] Formen des Konfuzianismus, sowie das subversive Moment der [[Rangaku|Holland-Studien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Repräsentanten der späten Mitogaku waren [[Aoyama Nobuyuki]] ({{lang|ja|青山延于}}; 1776–1843) und sein Sohn [[Aoyama Nobumitsu|Nobumitsu]] ({{lang|ja|青山延光}}; 1808–1871), sowie [[Toyoda Tenkō]] ({{lang|ja|豊田天功}}; 1805–1864) und [[Kurita Hiroshi]] (栗田寛; 1835–1899).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die späte Mitogaku engagierte sich insbesondere in Bezug auf zwei Krisenherde der Politik im Tokugawa-Japan des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert. Innenpolitisch von äußerster Brisanz war das Kollabieren des [[Shinōkōshō]]-Systems in Form von zunehmender Verstädterung der Bevölkerung. Diese hatte zur Folge, dass einerseits die Bauern unter die Herrschaft immer weniger, reicher Großgrundbesitzer kamen und massive Hungerskatastrophen sowie Bauernaufstände ausbrachen und andererseits sich die [[Bushi]] in den Städten oftmals bei den immer mächtiger werdenden Händlern hoch verschuldeten. Diese Krise hing eng zusammen mit der außenpolitischen Lage Japans, die seit Beginn des Tokugawa-Shōgunats durch weitestgehende [[Abschließung Japans|Isolation Japans von der Außenwelt]] dominiert gewesen war, nun aber – wie auch das China der [[Qing-Dynastie]] und das indische [[Mogulreich]] – immer stärker unter den Druck der imperialistischen [[Handelskompanie]]n und [[Kolonialmacht|Kolonialmächte]] gelangte, wie z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Edikt zur Vertreibung fremder Schiffe]] des [[Bakufu]] aus dem Jahr 1825 deutlich zeigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Nariaki Tokugawa.jpg|miniatur|Tokugawa Nariaki, Daimyō des Mito-han von 1829 bis 1844]]&lt;br /&gt;
Die Antworten der Mitogaku auf diese Probleme bestanden in konservativ-restaurationistischen Reform-Vorschlägen, die sich auf das eigene Geschichtsbild der Mitogaku beriefen und teilweise in den [[Tempō-Reformen]] ({{lang|ja|天保の改革}}, &amp;#039;&amp;#039;tempō no kaikaku&amp;#039;&amp;#039;) im Mito-han umgesetzt werden konnten. 1837 stellte Tokugawa Nariaki eine Liste von Reformen mit höchster Priorität auf:&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die [[Landreform]] &amp;#039;&amp;#039;keikai no gi&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|経界の義}}; [[Kataster]]-Neubewertung und Umverteilung der Steuerlasten)&lt;br /&gt;
# Die Militärreform &amp;#039;&amp;#039;dochaku no gi&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|土着の義}}; Rückkehr der Samurai aufs Land)&lt;br /&gt;
# Die [[Bildungsreform]] &amp;#039;&amp;#039;gakkō no gi&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|学校の義}}; Einrichtung einer Akademie für das Han und regionaler Schulen auf dem Land)&lt;br /&gt;
# Die Personalreform &amp;#039;&amp;#039;sōkōtai no gi&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|総交代の義}}; Auflösung des permanenten Stabs in Edo)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere für die ersten drei Reformpunkte konnte die Mitogaku entscheidende Ideen umsetzen. So hatte Aizawa schon im &amp;#039;&amp;#039;Shinron&amp;#039;&amp;#039; die Rückkehr der Samurai aufs Land gefordert, damit u.&amp;amp;nbsp;a. die Verteidigung der Küsten gewährleistet werden könnte. Fujita Tōko beteiligte sich in führender Position aktiv an der Kataster-Neubewertung. Diese hatte u.&amp;amp;nbsp;a. dadurch weitreichende Konsequenzen, dass mit der Landreform kooperierende Eliten auf dem Land mit dem [[Landsamurai]]-Status, der bis zur Amtszeit von Nariaki noch käuflich gewesen war, belohnt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 132–9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am bedeutendsten für die Mitogaku war aber wohl die Bildungsreform, durch die ihre Ideale und Ansichten einer bislang unerreichbar hohen Anzahl von Japanern vermittelt wurden. An der Eröffnungszeremonie der [[Han-Schule]] namens [[Kōdōkan (Mito)|Kōdōkan]] ({{lang|ja|弘道館}}) im Jahr 1841, an der Samurai in der Kriegskunst und in freien Künsten von Lehrern aus der Mitogaku ausgebildet werden sollten, waren ca. dreitausend Personen höchsten Ranges aus den verschiedenen Gesellschaftsschichten anwesend. Die Bauarbeiten dauerten aber noch weitere Jahre an, so dass die abschließenden Eröffnungszeremonien erst 1857 stattfinden konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 117–20.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Ausbildung von Eliten auf dem Land (anfangs hauptsächlich in Medizin, später auch in (neo)konfuzianischer Moralphilosophie) wurden mehrere sogenannte &amp;#039;&amp;#039;kyōkō&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|郷校}}) eingerichtet: das Keigyōkan im Minato-mura (1835), das Ekishūkan im Ōta-mura (1837), das Kōgeikan (später Kashūkan) im Ōkubo-mura (1839) und das Jiyōkan (1850).&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 123.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abe Masahiro Portrait.png|miniatur|Abe Masahiro, Rōjū im Tokugawa-bakufu von 1843 bis 1857]]&lt;br /&gt;
Zwar wurden die Tempō-Reformen durch Intervention des Bakufu in Gestalt des [[Rōjū]] [[Abe Masahiro]] ({{lang|ja|阿部正弘}}; 1819–1857) im Jahr 1844 gestoppt und teilweise rückgängig gemacht. Als Gründe hierfür wurden u.&amp;amp;nbsp;a. geltend gemacht, dass in den Reformen zu viel der eh knappen finanziellen Mittel des Mito-han für Bauprojekte wie das Kōdōkan verwendet, Schusswaffen angesammelt und [[Rōnin]] von außerhalb des Hans angeheuert worden waren. Zudem wurden Maßnahmen getadelt, bei denen der [[Schrein-Shintō]] auf Kosten [[buddhistischer Tempel]] aufgewertet worden war (vgl. [[Shinbutsu-Bunri]]) und auch buddhistische Idole und Glocken eingeschmolzen wurden, um daraus Kanonen zu bauen.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 139&amp;amp;thinsp;f., 147.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nariaki wurde unter Hausarrest gestellt, die Macht im Mito-han drei anderen Daimyō übergeben und die an den Reformen beteiligten Mitogaku-Gelehrten ihrer Ämter enthoben. Dies rief eine Protestbewegung hervor, deren Mitglieder bis 1845 zumeist zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die Haltung des Bakufu änderte sich jedoch radikal, nachdem [[Matthew Calbraith Perry|Matthew Perry]] am 8. Juli 1853 mit seinen [[Schwarze Schiffe|Schwarzen Schiffen]] in der [[Bucht von Edo]] eintraf. Nariaki wurde begnadigt und zum militärischen Berater des Bakufu ernannt. Er blieb dies zwar nur kurze Zeit, hatte mit seinen Ideen jedoch erheblichen Einfluss auf die Außenpolitik des Bakufu.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 139–41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Webarchiv|url=http://web.jjay.cuny.edu/~jobrien/reference/Ob104.html |wayback=20071015061529 |text=Nariakis Bemerkungen zur außenpolitischen Krise auf Anfrage des Bakufu im August 1853 |archiv-bot=2019-05-02 00:48:54 InternetArchiveBot }}, übersetzt ins Englische von Joseph V. O’Brien.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Versöhnung mit dem Bakufu konnte Nariaki durch seinen Sohn [[Tokugawa Yoshiatsu|Yoshiatsu]] ({{lang|ja|徳川慶篤}}; 1832–1868) seine Reformpolitik wieder aufnehmen, so dass während der Ansei-Zeit (1854–60) neun weitere Schulen auf dem Land gebaut wurden, die diesmal unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;bunbukan&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|ja|文武館}}) firmierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 143&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese nicht mehr nur für die Eliten zugänglichen Landschulen trugen im Angesicht der [[Konvention von Kanagawa]] und anderer vom Bakufu offensichtlich nicht mehr zu bewältigenden Schwierigkeiten erheblich zur Propagierung der [[Sonnō jōi|Sonnō-jōi-Bewegung]] und der politischen Radikalisierung der Landbevölkerung auf nationaler Ebene bei. An den Schulen im Mito-han wurden vor allem die Kriegskünste gelehrt, was die Grundlage für die im September 1855 erstmals im Mito-han aufgestellten Bauern-Milizen ({{lang|ja|農兵}}, &amp;#039;&amp;#039;nōhei&amp;#039;&amp;#039;) bildete.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 143–9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:SakuradaGate2.jpg|miniatur|Das Sakurada-Tor, Ort des Attentats auf Ii Naosuke]]&lt;br /&gt;
Nachdem Tokugawa Nariaki sich in verschiedenen Fragen gegen den mittlerweile zum [[Tairō]] im Bakufu avancierten, konservativen [[Daimyō]] [[Ii Naosuke]] gestellt hatte, wurde Nariaki 1858 wiederum unter Hausarrest gestellt. Ii unterdrückte jegliche Opposition gegen seine Politik in der sogenannten [[Ansei-Säuberung]] von 1858 bis 1859. Dies hatte schließlich zur Folge, dass er am 3. März 1860 von radikalen Mito-Reformern (15 Samurai und 3 Shintō-Priester) am Sakurada-Tor vor der [[Burg Edo]] ermordet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 141&amp;amp;thinsp;f., 149&amp;amp;thinsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Entwicklungen im Mito-han kulminierten schließlich am 27. März 1864, als sich etwa 150 Samurai, Priester und (größtenteils) Bauern aus der radikal-reformatorischen Gruppierung (darunter Fujita Tōkos Sohn [[Fujita Koshirō|Koshirō]] ({{lang|ja|藤田小四郎}}; 1842–1865)) auf dem Berg [[Tsukuba (Berg)|Tsukuba]] versammelten und ihre Absicht erklärten, &amp;#039;&amp;#039;sonnō jōi&amp;#039;&amp;#039; zu propagieren. Auf ihrem Weg durch mehrere Lehen in den folgenden Monaten, während dessen sich ihre Anzahl auf 1.500 bis 2.000 Mann erhöhte, verbreiteten sie politische Schriften, die voll auf der Ideologie der Mitogaku fußten und lieferten sich mehrere Schlachten mit den Truppen des Bakufu, bis sie im Dezember desselben Jahres niedergeschlagen wurden. Diese als [[Tengu-Aufstand|Tengu-Aufstände]] ({{lang|ja|天狗党の乱}}, &amp;#039;&amp;#039;Tengutō no ran&amp;#039;&amp;#039;) bekannt gewordenen Unruhen waren der erste frühe Vorläufer der [[Meiji-Restauration]] (1868), die im Mito-han besonders brutal verlief.&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 152–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Auflösung der Han im Jahr 1871 verschwand die materielle Basis für die Mitogaku. Das &amp;#039;&amp;#039;Dainihonshi&amp;#039;&amp;#039; wurde schließlich unter Anleitung der Tokugawa-Familie im Jahr 1906 mit ca. vierhundert Bänden ({{lang|ja|巻}}, &amp;#039;&amp;#039;kan&amp;#039;&amp;#039;) fertiggestellt und dem [[Meiji]]-tennō überreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://tokugawa.gr.jp/suifu_info_e.htm |wayback=20070517154618 |text=Bericht der Suifu-Meitokukai-Stiftung |archiv-bot=2019-05-02 00:48:54 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Koschmann 1987, S. 2&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Klaus J. Antoni]]: &amp;#039;&amp;#039;Shintô und die Konzeption des japanischen Nationalwesens (Kokutai) : der religiöse Traditionalismus in Neuzeit und Moderne Japans / von Klaus Antoni&amp;#039;&amp;#039;. In: B. Spuler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der Orientalistik]] : Abteilung 5, Band 8&amp;#039;&amp;#039;, Brill, Leiden, Boston, Köln 1998, S. 156–173 et passim. ISBN 90-04-10316-3.&lt;br /&gt;
* [[J. Victor Koschmann]]: &amp;#039;&amp;#039;The Mito Ideology : Discourse, Reform and Insurrection in Late Tokugawa Japan, 1790–1864&amp;#039;&amp;#039;. University of California Press, Berkeley, Los Angeles und London, 1987. ISBN 0-520-05768-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{EOS|Mitogaku|1357|Yazaki Hiroyuki|30. März 2007}}&lt;br /&gt;
* [http://www.oriental.cam.ac.uk/jbib/edoint7.html Bibliografie zur Mitogaku und Kokugaku] auf der Website der Cambridge University&lt;br /&gt;
* [http://www.lib.ibaraki.ac.jp/mitogaku/ Übersicht zur Mitogaku] auf der Website der Ibaraki University Library - Japanisch&lt;br /&gt;
* William Theodore de Bary: &amp;quot;[http://www.columbia.edu/~wtd1/w4030/sjt/Ch22.pdf The Spread of Neo-Confucianism in Japan]&amp;quot;, draft chapter 22 for Volume II of 2nd. Ed. of &amp;#039;&amp;#039;Sources of Japanese Tradition&amp;#039;&amp;#039; - Englisch, PDF (372,9 kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Naticarl</name></author>
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