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	<title>Mitglied - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Derkoenig: Wikiquote und Commonscat mit Helferlein hinzugefügt</title>
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		<updated>2025-07-08T20:48:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wikiquote und Commonscat mit &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Wurgl/8Schwestern&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Wurgl/8Schwestern (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Helferlein&lt;/a&gt; hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mitglied&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[konstitutiv]]er Angehöriger ([[natürliche Person|natürliche]] oder [[juristische Person]]) eines [[Kollegialorgan]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Konstitutiv&amp;#039;&amp;#039; bedeutet hier, dass es diese [[Personenvereinigung]] ohne Mitglieder gar nicht geben könnte, weil die Existenz einer Personenvereinigung nur durch ihre Mitglieder gewährleistet ist. Nach der Art der [[Freier Wille|Freiwilligkeit]] gibt es freiwillige Mitglieder oder die [[Pflichtmitgliedschaft]] durch Zwang kraft [[Gesetz]]es oder [[Satzung (öffentliches Recht)|öffentlicher Satzung]]. Während freiwillige Mitglieder durch eigene [[Entscheidung]] in das Kollegialorgan eintreten, geschieht dies bei Pflichtmitgliedern dadurch, dass sie bestimmte [[Eigenschaft]]en aufweisen, die sie zur Mitgliedschaft zwingen. Wer diese Eigenschaften besitzt, ist automatisch Pflichtmitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Fördermitglied}}Neben &amp;#039;&amp;#039;ordentlichen Mitgliedern&amp;#039;&amp;#039; kann es Mitglieder mit geringeren Rechten geben &amp;#039;&amp;#039;(außerordentliche Mitglieder)&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet zum Beispiel als &amp;#039;&amp;#039;fördernde Mitglieder&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Mitglieder mit beratender Stimme&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;korrespondierende Mitglieder&amp;#039;&amp;#039;, dazu [[Anwartschaft|Anwärter]] und [[Postulant]]en. Ist die Mitgliedschaft für bestimmte Mitglieder kostenlos, spricht man von [[Ehrenmitglied]]ern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind juristische Personen oder rechtsfähige Personengemeinschaften Mitglied eines Vereins oder Verbands, werden sie durch ihre Organe bzw. gesetzlichen Vertreter repräsentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bmj.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Leitfaden_Vereinsrecht.html |titel=Leitfaden zum Vereinsrecht |hrsg=[[Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz]] |datum=2016-09 |sprache=de |abruf=2023-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Helmut Martell |url=https://www.verbaende.com/report/artikel/wie-ueben-juristische-personen-ihr-mitgliedschaftsrecht-in-verbaenden-aus-1887/ |titel=Wie üben juristische Personen ihr Mitgliedschaftsrecht in Verbänden aus? |werk=Verbändereport |hrsg=Deutsches Verbände Forum |datum=2008-01 |sprache=de |abruf=2023-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Man spricht hier von &amp;#039;&amp;#039;institutionellen Mitgliedern&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;institutioneller Mitgliedschaft&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;korporativer Mitgliedschaft&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Sinne werden Personen aufgrund ihres [[Verhalten (Psychologie)|Verhaltens]], [[Aussehen]]s oder ihrer [[Gesinnung]] zu Mitgliedern einer [[Soziale Gruppe|Gruppierung]] gerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitgliedschaft ==&lt;br /&gt;
Nach [[Niklas Luhmann]] ist Mitgliedschaft soziologisch eng mit der Rolle in einem System verbunden. So muss man erst Mitglied in einer Organisation sein, um die Möglichkeit zu erhalten, weitere ausdifferenzierte Rollen in der Organisation anzunehmen. Durch die Mitgliedschaftsfrage entsteht außerdem eine klare Trennung zwischen System und Umwelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Luhmann&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Niklas Luhmann |Titel=Funktionen und Folgen formaler Organisation |Verlag=Duncker &amp;amp; Humblot |Ort=Berlin |Datum=1964}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Allgemein lässt sich sagen, dass Eintritts- und Austrittsmöglichkeiten die Erwartungen der Organisation an ihre Mitglieder legitimieren, was in anderen sozialen Systemen, wie etwa in Familien, nicht möglich ist. Durch die Formulierung von Eintritts- und Austrittsmöglichkeiten ist es überhaupt erst möglich, Mitgliedschaftsbedingungen zu formulieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Luhmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entscheidung über den Beitritt in eine Organisation können verschiedenste Motive seitens der Handelnden eine Rolle spielen. Mit der Entscheidung für den Eintritt wird entscheidet die Person sich für die Anerkennung der Regeln, Strukturen, Zwecke und Erwartungen, die die Organisation vorgibt – sie akzeptiert die Mitgliedschaftsbedingungen. Also werden die Motivationen für den Eintritt mit der Entscheidung neutralisiert, sodass die beigetretenen Mitglieder die gleichen Interessen im Sinne der Organisation verfolgen können, bzw. sie können belangt werden, wenn sie sich nicht (mehr) an die Mitgliedschaftsbedingungen halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Niklas Luhmann: &amp;#039;&amp;#039;Funktionen und Folgen formaler Organisationen.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-08341-5, S. 41 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luhmann betont darüber hinaus, dass ein zentraler Unterschied darin liegt, ob die Mitgliedschaft in einer Organisation per Zwang oder durch Freiwilligkeit besteht. Entscheiden sich Individuen freiwillig, einer Organisation anzugehören, erleichtert das den Zugriff der Organisation auf das Individuum immens. Die Drohung des Ausschlusses aus der Organisation bei Nicht-Einhaltung der Mitgliedschaftsbedingung ist eine der Sanktionsmöglichkeiten, die die freiwillige Mitgliedschaft eröffnet. Gerade weil die Mitglieder einer Organisation austauschbar sind, kann ihnen mit der Auswechslung gedroht werden. Vor dem Hintergrund dieser Drohung kann die Organisation auf effizienterem Wege mehr Macht über Individuen ausüben, als es in einer Zwangsorganisation, wie dem Militär, der Fall ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Niklas Luhmann: &amp;#039;&amp;#039;Funktionen und Folgen formaler Organisationen.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-08341-5, S. 39 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Mitgliedschaftsbegriff in den Rechtswissenschaften ==&lt;br /&gt;
Unter Mitgliedschaft versteht man das [[Rechtsverhältnis]] der Mitglieder zu einer Personenvereinigung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Köbler]]: &amp;#039;&amp;#039;Etymologisches Rechtswörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 1995, S. 271.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Rechtsverhältnis entsteht durch (schriftliche) Beitrittserklärung und Zulassung des Beitritts durch die Personenvereinigung (vgl. {{§|15|geng|juris}} [[Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften|GenG]]). Es handelt sich um einen Aufnahmevertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Rspr|BGHZ 101, 193}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Mitgliedschaft entsteht auch durch Aufnahme (manchmal mit bestimmten [[Symbol]]handlungen und [[Ritual]]en), [[von Amts wegen]] oder durch [[Geburt]]. Sie ist verbunden mit bestimmten [[Recht]]en, zum Beispiel der Teilnahme an eigens für Mitglieder geplanten [[Tätigkeit|Aktivitäten]], als auch mit [[Pflicht (Recht)|Pflichten]], etwa der Entrichtung von festgesetzten [[Mitgliedsbeitrag|Mitgliedsbeiträgen]] oder der Übernahme bestimmter [[Funktion (Organisation)|Funktionen]], die zur [[Organisation]] der jeweiligen Personenvereinigung dienen, so zum Beispiel [[Schriftführer]], [[Pressereferent|Presse-]] oder [[Kassenwart]]e/[[Kassenprüfer]]. Sie endet zum Beispiel durch Abwahl, Ausschluss, Austritt, [[Rücktritt]], Tod des Mitglieds oder [[Auflösung (Gesellschaftsrecht)|Auflösung]] der Personenvereinigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Mitgliedschaften bei kommerziellen &amp;#039;&amp;#039;Klubs&amp;#039;&amp;#039; (etwa [[Buchgemeinschaft]]en) bürden den Mitgliedern weitergehende Verpflichtungen auf und verlangen den regelmäßigen [[Kaufvertrag|Kauf]] von Produkten, beispielsweise Büchern oder Tonträgern. Es handelt sich dabei aber nicht um Klubs im klassischen Sinne, sondern um [[Vertriebssystem]]e, die ein [[Abonnement]] anbieten. Bei solchen Mitgliedschaften ist das vorherige Studium des [[Allgemeine Geschäftsbedingungen (Deutschland)|Kleingedruckten]], insbesondere der [[Kündigungsfrist]], ratsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arten ===&lt;br /&gt;
Mitgliedschaften gibt es juristisch gesehen vor allem in folgenden Bereichen:&lt;br /&gt;
* [[Berufsständische Körperschaft]]en:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=erakBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA54&amp;amp;dq=Notarkammer+pflichtmitglieder&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwi_9KOIp4LgAhVNZFAKHS_VCT0Q6AEIOjAD#v=onepage&amp;amp;q=Notarkammer%20pflichtmitglieder&amp;amp;f=false Gunther Schwerdtfeger: &amp;#039;&amp;#039;Individuelle und kollektive Koalitionsfreiheit.&amp;#039;&amp;#039; 1981, S. 54.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** [[Gewerbetreibender|Gewerbetreibende]]: [[Industrie- und Handelskammer]] (in Österreich [[Wirtschaftskammer Österreich|Wirtschaftskammer]]) gemäß {{§|2|ihkg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Gesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern|IHKG]].&lt;br /&gt;
** [[Handwerksbetrieb]]e sind gemäß {{§|90|hwo|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 [[Handwerksordnung|HandwO]] Mitglied der [[Handwerkskammer]].&lt;br /&gt;
** [[Freier Beruf (Deutschland)|Freie Berufe]]: [[Apothekerkammer]], [[Architektenkammer]], [[Ärztekammer (Deutschland)|Ärztekammer]], [[Landwirtschaftskammer (Deutschland)|Landwirtschaftskammer]], [[Notarkammer]], [[Patentanwaltskammer]], [[Rechtsanwaltskammer (Deutschland)|Rechtsanwaltskammer]], [[Steuerberaterkammer]] u.&amp;amp;nbsp;ä. Die Berufsangehörigen sind hier [[Pflichtmitglied]]er.&lt;br /&gt;
** [[Arbeitnehmer]]kammern in [[Arbeitnehmerkammer Bremen|Bremen]] und im Saarland.&lt;br /&gt;
* Die [[berufsständische Versorgung]] wird durch [[Versorgungskasse]]n der Ärzte, Apotheker, Anwälte, Künstler usw. sichergestellt (etwa [[Bayerische Ärzteversorgung]]).&lt;br /&gt;
* [[Deichverband|Deichverbände]]: Verbandsmitglieder können unter anderem gemäß {{§|4|wvg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Wasserverbandsgesetz|WVG]] die jeweiligen Eigentümer von Grundstücken und Anlagen, jeweilige Erbbauberechtigte sowie Inhaber von Bergwerkseigentum (dingliche Verbandsmitglieder) sein.&lt;br /&gt;
* [[Einlagensicherung]]:&lt;br /&gt;
** Voraussetzung für das Betreiben des [[Bankgeschäft]]es ist die Pflichtmitgliedschaft des [[Kreditinstitut]]s in einer Einrichtung der Einlagensicherung ({{§|23a|kredwg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Kreditwesengesetz|KWG]]).&lt;br /&gt;
** Für [[Versicherungsunternehmen]] ([[Lebensversicherung]], [[Krankenversicherung]], [[Sachversicherung]]) ist gemäß {{§|221|vag_2016|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Versicherungsaufsichtsgesetz (Deutschland)|VAG]] die Mitgliedschaft in einem [[Sicherungsfonds]] Pflicht.&lt;br /&gt;
* [[Gebietskörperschaft (Deutschland)|Gebietskörperschaften]] (Bund, Länder, Gemeinden) haben Pflichtmitglieder gemäß [[Gemeindeordnungen in Deutschland|Gemeindeordnung]], und zwar die [[Einwohner]] mit [[Wohnsitz (Deutschland)|Wohnsitz]] im Gebiet (§&amp;amp;nbsp;21 Abs.&amp;amp;nbsp;1 GemO NRW).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=xUkfBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=gebietsk%C3%B6rperschaft+Pflichtmitgliedschaft+einwohner&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiOs9j9w4PgAhXLaVAKHWfHCawQ6AEILTAB#v=onepage&amp;amp;q=gebietsk%C3%B6rperschaft%20Pflichtmitgliedschaft%20einwohner&amp;amp;f=false Thorsten Franz: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Verwaltungswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2013, S. 47.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Genossenschaft]]en: Die Inhaber von [[Geschäftsguthaben]] einer Genossenschaft werden als Mitglieder dieser Genossenschaft bezeichnet ({{§|1|geng|juris}} [[Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften|GenG]]). Die Pflichtmitgliedschaft im [[Prüfungsverband]] ({{§|54|geng|juris}} GenG) ist Voraussetzung für die [[Eintragung]] ins [[Genossenschaftsregister]] ({{§|11|geng|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 Nr.&amp;amp;nbsp;3 GenG). Man unterscheidet bei Genossenschaften zwischen dem [[Ordentliches Genossenschaftsmitglied|ordentlichen]] und dem [[Investiertes Genossenschaftsmitglied|investierten Mitglied]].&lt;br /&gt;
* Die Eigentümer von [[Acker|Feldern]] und [[Wald|Wäldern]], die zusammen weniger als 75&amp;amp;nbsp;ha ausmachen und einem gemeinschaftlichen [[Jagdbezirk]] angehören, bilden eine [[Jagdgenossenschaft]] ({{§|9|bjagdg|juris}} [[Bundesjagdgesetz|BJagdG]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Die meisten [[Jagdschein]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;inhaber sind heute im [[Deutscher Jagdverband|Deutschen Jagdverband]] (DJV) organisiert. Das Reichsjagdgesetz sah in §&amp;amp;nbsp;56 vor, dass die Jagdscheininhaber im Reichsbund „Deutsche Jägerschaft“ zusammengeschlossen waren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Organmitglied]]er sind im [[Organisationsrecht]] natürliche Personen, welche die von der [[Rechtsordnung]] vorgesehenen [[Aufgabe (Pflicht)|Aufgaben]] eines [[Organ (Recht)|Organs]] von [[Juristische Person|juristischen Personen]] oder [[Personenvereinigung]]en wahrnehmen oder ausüben.&lt;br /&gt;
* [[Pflichtversicherung]]en sind Versicherungssysteme mit gesetzlicher Zwangsmitgliedschaft wie bei [[Sozialversicherung]] und [[Berufsgenossenschaft]]. Die Sozialversicherung umfasst Personen, die kraft Gesetzes oder Satzung &amp;#039;&amp;#039;(Versicherungspflicht)&amp;#039;&amp;#039; oder auf Grund freiwilligen Beitritts oder freiwilliger Fortsetzung der Versicherung &amp;#039;&amp;#039;(Versicherungsberechtigung)&amp;#039;&amp;#039; versichert sind ({{§|2|sgb_4|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Viertes Buch Sozialgesetzbuch|SGB&amp;amp;nbsp;IV]]). Der Gesetzgeber darf durch die Anordnung von Zwangsmitgliedschaft und Beitragspflichten in einem öffentlich-rechtlichen Verband der Sozialversicherung die allgemeine Betätigungsfreiheit des Einzelnen durch Einschränkung ihrer wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht unerheblich einengen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Rspr|BVerfGE 97, 271}}, 286&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Berufsgenossenschaft sind die Beschäftigten pflichtversichert ({{§|2|sgb_7|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Siebtes Buch Sozialgesetzbuch|SGB VII]]).&lt;br /&gt;
* [[Politische Partei]]en haben Parteimitglieder, deren Aufnahme und Austritt sowie Rechte und Pflichten durch eine Satzung geregelt sein müssen ({{§|6|partg|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 [[Parteiengesetz (Deutschland)|PartG]]).&lt;br /&gt;
* [[Studentenschaft|verfasste Studentenschaften]] (in Österreich: [[Österreichische Hochschülerschaft|Hochschülerschaft]]) sind außer in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt Zwangskörperschaften, die an die [[Immatrikulation]] anknüpfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=qSkG1dconNcC&amp;amp;pg=PA64&amp;amp;dq=pflichtmitgliedschaft+Studentenschaft&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwibh_HL9YbgAhVJuqQKHaXKC6QQ6AEILTAB#v=onepage&amp;amp;q=pflichtmitgliedschaft%20Studentenschaft&amp;amp;f=false Alexander Weichbrodt: &amp;#039;&amp;#039;Das Semesterticket.&amp;#039;&amp;#039; 2001, S. 64.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Verein]]e haben gemäß {{§|31a|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] Vereinsmitglieder, deren Mitgliedschaft nach {{§|38|bgb|juris}} BGB weder [[Übertragbarkeit|übertragbar]] noch [[Erbschaft|vererblich]] ist. Erforderlich sind nach {{§|56|bgb|juris}} BGB mindestens sieben Mitglieder. Der [[Deutscher Olympischer Sportbund|Deutsche Olympische Sportbund]] ist mit rund 27 Millionen Mitgliedern die größte Personenvereinigung Deutschlands.&lt;br /&gt;
* [[Versorgungskasse]]n bestehen aus Pflichtmitgliedern für die [[Beamtenversorgung]].&lt;br /&gt;
Körperschaftlich organisierte Organisationen erheben [[Umlage (Kommunalrecht)|Umlagen]], die übrigen Organisationen legen eine Beitragspflicht in ihren Satzungen fest oder sind kostenlos (Organmitglieder). Bei privatrechtlichen [[Gesellschaft (Gesellschaftsrecht)|Gesellschaften]] gibt es keine Mitglieder, sondern [[Gesellschafter]] oder [[Aktionär]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besondere Formen der Mitgliedschaft ===&lt;br /&gt;
==== Akademien ====&lt;br /&gt;
[[Akademie#Geschichte der wissenschaftlichen Akademien|Akademien]] sind [[Gelehrtengesellschaft]]en zur Förderung der Wissenschaften, der Kunst und Kultur, sowie ihrer Erforschung. Sie sind keine [[Lehren|Lehrinstitute]], obwohl sie meist nach verschiedenen Fachrichtungen in Klassen organisiert sind. Ihre Arbeit vollzieht sich in gemeinsamen [[Besprechung|Sitzungen]] ihrer Mitglieder, während der die Forschungsergebnisse vorgetragen werden, die dann wiederum in Sitzungsberichten oder [[Abhandlung]]en veröffentlicht werden. Die Zahl ihrer lebenden Mitglieder ist in der Regel begrenzt, die jeweils durch [[Nachwahl]] und Neuberufung aufrechterhalten wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Politische Parteien ====&lt;br /&gt;
Nach {{Art.|9|gg|juris}} [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]] hat jeder das Recht, einer [[Politische Partei|politischen Partei]] anzugehören. In der Praxis ist jedoch die Parteimitgliedschaft an bestimmte Bedingungen geknüpft (Alter, Zahlung eines Mitgliedsbeitrages, keine Zugehörigkeit zu einer anderen politischen Partei). Grundsätzlich ist keine Partei verpflichtet, dem Aufnahmeantrag des Antragstellers nachzukommen. Eine bestehende Parteimitgliedschaft kann sowohl vom Mitglied als auch von der Partei beendet werden, wobei jedoch die Partei niemanden grundlos ausschließen kann ([[Parteiausschluss]]).&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Politische Partei#Mitgliedschaft|titel1=Parteimitgliedschaft}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Parlamente ====&lt;br /&gt;
Abgeordnete des [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestages]] und der [[Landesparlament|Landtage]] der Länder sind Mitglieder im Parlament ({{§|1|abgg|juris}} [[Abgeordnetengesetz|AbgG]]). Sie verwenden auf offiziellen Briefen das Kürzel &amp;#039;&amp;#039;MdB&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;MdL&amp;#039;&amp;#039; für &amp;#039;&amp;#039;Mitglied des Bundes-/Landtags&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Österreich]] werden die Ländervertreter im [[Bundesrat (Österreich)|Bundesrat]] nicht direkt gewählt und deshalb als Mitglieder des Bundesrates bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Religionsgemeinschaften ====&lt;br /&gt;
Nach {{Art.|4|gg|juris}} GG [Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit] wird in Deutschland die ungestörte Religionsausübung gewährleistet. Das Vereinswesen wurde großenteils auf die christlichen Gemeinden (Kirchen) übertragen, die oftmals die äußere Form eines Vereins haben, aber [[öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaft]]en sind. Mitglied in einer [[Christliche Kirche|christlichen Kirche]] wird man in der Regel durch die [[Taufe]], häufig bereits als [[Kindertaufe|Kleinkind]]. Da ein Säugling bei der Taufe jedoch keine bewusste Entscheidung trifft, ist diese Form der Mitgliedschaft unfreiwillig. Sie kann vom Mitglied nur dann aufgehoben werden, wenn es die sogenannte [[Religionsmündigkeit]] erlangt hat, d.&amp;amp;nbsp;h. mindestens 14 Jahre alt ist. Andernfalls muss dies durch dessen [[Erziehungsberechtigter (Deutschland)|Erziehungsberechtigten]] geschehen. Für Erwerbslose ist eine Mitgliedschaft in der Regel nicht mit Kosten verbunden, Erwerbstätige zahlen eine [[Kirchensteuer (Deutschland)|Kirchensteuer]], die ihnen automatisch vom Gehalt abgezogen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Frühe Neuzeit|frühen Neuzeit]] war es mancherorts in [[Reformierte Kirchen|reformierten]] und [[Lutherische Kirche|lutherischen]] Gemeinden üblich, von Reisenden und Neuzugezogenen ein [[Kirchenzeugnis]] zu verlangen, welches bestätigte, dass der Besitzer, auf den es namentlich ausgestellt war, bereits zuvor Mitglied einer protestantischen Gemeinde gewesen ist. Hierzu konnte eine [[Taufe|Tauf]]- oder [[Heiratsurkunde]] dienen, aber auch eine vom Pfarrer der alten Gemeinde ausgestellte schriftliche Bestätigung, die dann im engeren Sinne als Kirchenzeugnis bezeichnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Mitgliedschaft in einer [[Freikirche]] erfolgt in der Regel durch freiwilligen Beitritt, sofern die Glaubenssätze der Kirche akzeptiert werden können. Die Aufnahme geschieht durch die Taufe. Einen verpflichtenden Mitgliedsbeitrag gibt es nicht, jedoch ist es üblich, den [[Zehnt|zehnten Teil]] seines Einkommens zu zahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionsgemeinschaften können jedoch nicht verpflichtet werden, dem Antrag des Antragstellers nachzukommen. Eine [[Exkommunikation]] ist möglich, wenn das Mitglied gegen die geltenden Glaubenssätze lebt bzw. diese ablehnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Strafrecht ====&lt;br /&gt;
Ein in einer Tätergruppe handelnder [[Krimineller]] oder [[Terrorist]] kann nach deutschem Strafrecht als &amp;#039;&amp;#039;Mitglied einer [[Kriminelle Vereinigung|kriminellen]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[Terroristische Vereinigung|terroristischen Vereinigung]]&amp;#039;&amp;#039; gemäß {{§|129|stgb|juris}}, {{§|129a|stgb|juris}} [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]] bestraft werden. Andere Staaten kennen in ähnlicher Form den Straftatbestand der Mitgliedschaft in einer [[Verschwörung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vereine ====&lt;br /&gt;
Viele Personen sind Mitglied in einem Verein und üben ihre Rechte in der [[Vereinsrecht (Deutschland)#Mitgliederversammlung|Mitgliederversammlung]] gemäß {{§|32|bgb|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Satz&amp;amp;nbsp;1 BGB aus. Dadurch zeigt das Vereinsmitglied seiner Umwelt, dass es &amp;#039;&amp;#039;seinen&amp;#039;&amp;#039; Verein und/oder seine Ziele unterstützt. Als Gegenleistung erhalten Vereinsmitglieder die Möglichkeit, zum Beispiel bei [[Sport]]- oder [[Musik]]vereinen, unter fachmännischer Aufsicht zu trainieren oder zu proben und in der Öffentlichkeit zu spielen bzw. aufzutreten. Mitglieder von Vereinen mit [[kultur]]ellem Charakter wollen [[Tradition]]en aufrechterhalten und/oder verbreiten. [[Sozial]]e Vereine und ihre Mitglieder wollen anderen helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Genossenschaften ====&lt;br /&gt;
Die [[Investiertes Genossenschaftsmitglied|investierte Mitgliedschaft]] an einer Genossenschaft wurden 2006 zur Kapitalbeschaffung eingeführt und erfüllt den eigentlichen Förderzweck der Genossenschaft nicht, was laut Kritikern im Widerspruch zum Genossenschaftsgedanken steht. Investierte Mitglieder sehen die Genossenschaft als Finanzanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Status ===&lt;br /&gt;
==== Ordentliche Mitglieder ====&lt;br /&gt;
Ordentliche Mitglieder sind Personen, die einem [[Organ (Recht)|Organ]] (zum Beispiel [[Vorstand]], [[Aufsichtsrat]], [[Hauptversammlung]] oder [[Vereinsrecht (Deutschland)#Mitgliederversammlung|Mitgliederversammlung]]) vollständig und mit [[Stimmrecht]] angehören. Daneben kann es „Mitglieder mit beratender Stimme“ geben, also ohne das Recht, bei [[Abstimmung]]en oder [[Wahl]]en mitzuwirken. Ob &amp;#039;&amp;#039;Ehrenmitglieder&amp;#039;&amp;#039; zu den ordentlichen Mitgliedern gerechnet werden, wird unterschiedlich gehandhabt. In einigen Vereinigungen (z.&amp;amp;nbsp;B. Feuerwehr) werden aus dem aktiven Dienst ausgeschiedene ordentliche Mitglieder als &amp;#039;&amp;#039;passive Mitglieder&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, für die eigene Regelungen gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ordentliche Mitglieder im Deutschen Bundestag ====&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung ordentliches Mitglied wird beispielsweise für Abgeordnete des [[Deutscher Bundestag|Deutschen Bundestags]] verwendet in Bezug auf die Ausschüsse, wobei ordentliche Mitglieder in den einzelnen Ausschüssen ein [[Stimmrecht]] haben und ihm ständig angehören. Die stellvertretenden Mitglieder hingegen gehören dem Ausschuss nur an, wenn ein ordentliches Mitglied verhindert ist oder ausscheidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Korrespondierende Mitglieder ====&lt;br /&gt;
„Korrespondierende Mitglieder“ sind üblicherweise Mitglieder, die entweder den formalen Kriterien einer ordentlichen Mitgliedschaft nicht genügen, beispielsweise als auswärtige Mitglieder,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/Mitglied &amp;#039;&amp;#039;Mitglied&amp;#039;&amp;#039;], [[Duden online]], abgerufen am 1. April 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder durch eine korrespondierende Mitgliedschaft geehrt wurden. So vergibt der [[Verein Deutscher Ingenieure]] die korrespondierende Mitgliedschaft an ausländische Ingenieure oder Vertreter nicht technischer Fachgebiete, die sich in besonderer Weise um die technisch-wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeit des Vereins verdient gemacht haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=VDI zeichnet Wissenschaftler aus |Sammelwerk=[[VDI nachrichten]] |Band=73 |Nummer=49/50 |Datum=2019-12-06 |ISSN=0042-1758 |Seiten=39}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Mitglieder von Amts wegen ====&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;Mitglied [[von Amts wegen]]&amp;#039;&amp;#039; ist eine Person, die allein deshalb Mitglied des [[Gremium]]s wird, weil sie eine bestimmte Stellung außerhalb des Gremiums innehat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind etwa die Mitglieder des Deutschen Bundestages &amp;#039;&amp;#039;von Amts wegen&amp;#039;&amp;#039; auch Mitglieder der [[Bundesversammlung (Deutschland)|Bundesversammlung]], die den [[Bundespräsident (Deutschland)|Bundespräsidenten]] wählt. Zusätzlich werden ebenso viele Mitglieder der Bundesversammlung von den Volksvertretungen der Länder gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder von Amts wegen werden manchmal als &amp;#039;&amp;#039;geborene Mitglieder&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Das ist ungenau; in manchem [[Adel]]s&amp;amp;shy;verein kann man durch Geburt Mitglied werden. Mit dem alten Wort &amp;#039;&amp;#039;küren&amp;#039;&amp;#039; (für &amp;#039;&amp;#039;wählen&amp;#039;&amp;#039;) kann man von &amp;#039;&amp;#039;geborenen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;gekorenen&amp;#039;&amp;#039; Mitgliedern sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Investierte Mitglieder ====&lt;br /&gt;
[[Investiertes Genossenschaftsmitglied|Investierte Mitglieder]] treten einer Gemeinschaft primär mit einer Gewinnerzielungsabsicht bei, der eigentliche Zweck der Gemeinschaft steht nicht oder kaum im Vordergrund. Eine Organisation kann sich über investierte Mitglieder Kapital beschaffen, um dieses für ihre Zwecke einsetzen zu können. [[Wohnungsbaugenossenschaft|Wohnungsbaugenossenschaften]] bedienen sich investierter Mitglieder, um ihren wohnungswirtschaftlichen Zweck besser erfüllen zu können. Vereinsmitglieder, die einem Verein lediglich aus Prestigegründen beitreten und den Verein dadurch mit Kapital oder Beitragseinnahmen ausstatten, könnte man auch als investiertes Mitglied bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
{{Anker|Mitgliederin}} Von der [[Genus#Das Genussystem der deutschen Sprache|grammatisch neutralen]] Sachbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;das Mitglied&amp;#039;&amp;#039; finden sich gelegentlich falsch [[Movierung|abgeleitete]] [[Wortform]]en wie &amp;#039;&amp;#039;Mitgliederinnen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Liebe Mitgliederin&amp;#039;&amp;#039;, um sich auf Frauen zu beziehen. Die [[Gesellschaft für deutsche Sprache]] nennt solche geschlechtsspezifischen Ableitungen von [[Geschlechtergerechte Sprache#Sexusindifferente Personenbezeichnungen|geschlechtsindifferenten Personenbezeichnungen]] „bewusst überspitztes Gendern“ (auch falsch: &amp;#039;&amp;#039;Personin, Menschin&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gesellschaft für deutsche Sprache]]: [https://gfds.de/standpunkt-der-gfds-zu-einer-geschlechtergerechten-sprache/#Generisch &amp;#039;&amp;#039;Leitlinien der GfdS zu den Möglichkeiten des Genderings.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;gfds.de.&amp;#039;&amp;#039; August 2020, Abschnitt 3&amp;amp;nbsp;d): &amp;#039;&amp;#039;Generische Substantive ohne Movierung&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 3. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von geschlechtsneutralen Oberbegriffen können keine weiblichen (oder männlichen) Formen gebildet werden, weil sie aus sich heraus [[Generisch (Linguistik)|generisch]] sind und Personen beliebigen Geschlechts bezeichnen können &amp;#039;&amp;#039;([[Sexus]]-indifferent)&amp;#039;&amp;#039;. Die Plural[[Suffix|endung]] &amp;#039;&amp;#039;-er&amp;#039;&amp;#039; des grammatisch neutralen Substantivs &amp;#039;&amp;#039;Mitglied&amp;#039;&amp;#039; hat nichts mit der Endung &amp;#039;&amp;#039;-er&amp;#039;&amp;#039; eines maskulinen [[Nomen Agentis]], also einer aus einem Verb abgeleiteten Personenbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;(malen → der Mal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;er&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; / die Maler&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;in&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;)&amp;#039;&amp;#039;, zu tun.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden.de 2019&amp;quot;&amp;gt;Duden-Sprachwissen: [https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/%E2%80%9ELiebe-Mit%C2%ADglieder%C2%ADinnen-und-Mit%C2%ADglieder%E2%80%9C-%E2%80%93-Personen%C2%AD%C2%ADbezeich%C2%ADnungen &amp;#039;&amp;#039;„Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder“? – Personenbezeichnungen mit festem Genus.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Duden#Duden online|Duden online]].&amp;#039;&amp;#039; 2019, abgerufen am 22. Januar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Genderleicht Textlabor18&amp;quot; /&amp;gt; Weil der Wortbestandteil „Glied“ aber auch die Bezeichnung für das männliche Geschlechtsteil ist (siehe [[Penis des Menschen]]) und die Assoziation „mit Glied“ anklingen lasse, wurde in [[Feminismus|feministischen]] Kreisen manchmal &amp;#039;&amp;#039;Mitklit&amp;#039;&amp;#039; („mit [[Klitoris]]“) als [[Gendern|gegenderte]] Form für Frauen vorgeschlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Genderleicht Textlabor18&amp;quot;&amp;gt;Textlabor #18: [https://www.genderleicht.de/Textlabor/mitgliederin-geht-das/ &amp;#039;&amp;#039;Mitgliederin – geht das?&amp;#039;&amp;#039;]  In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journalistinnenbund#genderleicht.de|Genderleicht.de]].&amp;#039;&amp;#039; 6. Juni 2020, abgerufen am 22. Januar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 2018 war die ARD-Moderatorin [[Anne Will]] in ihrer Talk-Sendung &amp;#039;&amp;#039;[[Anne Will (Fernsehsendung)#Gendersprache|Anne Will]]&amp;#039;&amp;#039; mit der Wortbildung &amp;#039;&amp;#039;Mitgliederinnen&amp;#039;&amp;#039; aufgefallen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul-Josef Raue]]: [http://www.journalismus-handbuch.de/anne-will-in-der-gender-falle-mitgliederinnen-und-mitglieder-9442.html &amp;#039;&amp;#039;Anne Will in der Gender-Falle: Mitgliederinnen und Mitglieder.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Journalismus-Handbuch.de.&amp;#039;&amp;#039; 22. Januar 2018, abgerufen am 3. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch aktuell findet sich diese Wortschöpfung in zahlreichen Dokumenten und Artikeln,&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielsweise bei Katharina Hamberger: [https://www.deutschlandfunk.de/kandidatur-um-cdu-parteivorsitz-so-wollen-sich-roettgen.1773.de.html?dram:article_id=471524 &amp;#039;&amp;#039;Kandidatur um CDU-Parteivorsitz: So wollen sich Röttgen, Laschet und Merz präsentieren.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutschlandfunk]].&amp;#039;&amp;#039; 3. März 2020, abgerufen am 3. Oktober 2020; Zitat: „Die Kandidaten werden sich demnach nicht vor Ort, sondern digital bei den Mitgliederinnen und Mitgliedern präsentieren […]“.&amp;lt;/ref&amp;gt; beispielsweise im Februar 2020: „Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder von [[Hertha BSC]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Meldung (dpa): [https://www.bz-berlin.de/berlin-sport/hertha-bsc/hertha-boss-gegenbauer-schreibt-email-an-alle-mitglieder &amp;#039;&amp;#039;Nach Klinsmann-Attacke in SPORT BILD: Hertha-Boss Gegenbauer schreibt Email an alle Mitglieder.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[B.Z.|BZ-Berlin.de]].&amp;#039;&amp;#039; 26. Februar 2020, abgerufen am 3. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein früher Gebrauch ist bereits für 2011 nachgewiesen,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hermann Unterstöger]]: [https://www.sueddeutsche.de/service/sprachlabor-109-liebe-mitgliederinnen-1.1110598 &amp;#039;&amp;#039;Sprachlabor (Nr. 109): Liebe Mitgliederinnen!&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Süddeutsche Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 20. Juni 2011, abgerufen am 3. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; als beispielsweise die [[Bild (Zeitung)|Bild-Zeitung]] bewusst über die &amp;#039;&amp;#039;Mitgliederinnen&amp;#039;&amp;#039; ihres Leserbeirats berichtete und selbst der [[Deutscher Germanistenverband|Deutsche Germanistenverband]] die Form zur Ansprache seiner Mitglieder verwendete.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralf Neukirch: [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-92536984.html &amp;#039;&amp;#039;Gleichberechtigung: Sein Name ist Sie.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Spiegel]].&amp;#039;&amp;#039; 22. April 2013, abgerufen am 3. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stiftung für Zukunftsfragen: &amp;#039;&amp;#039;Immer mehr Vereine – immer weniger Mitglieder: Das Vereinswesen in Deutschland verändert sich.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Forschung Aktuell.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 35, Nr. 254, 16. April 2014 ([https://www.stiftungfuerzukunftsfragen.de/newsletter-forschung-aktuell/254/ online] auf stiftungfuerzukunftsfragen.de).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Members|Mitglied}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* Bundesverband der Vereine und des Ehrenamtes: [https://bundesverband.bvve.de/vereine-in-deutschland/ &amp;#039;&amp;#039;Vereine in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;bundesverband.bvve.de.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Elizabeth Grenier: [https://www.dw.com/de/die-deutschen-und-ihre-vereine/a-48403682 &amp;#039;&amp;#039;Meet the Germans: Die Deutschen und ihre Vereine.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Welle]].&amp;#039;&amp;#039; 1. Mai 2019 („Sportclubs, Umweltschutzorganisationen: Wer in Deutschland wohnt, kommt um Vereine nicht herum“).&lt;br /&gt;
* Frida Thurm: [https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-09/vereinssterben-vereine-land-laendlicher-raum-statistik &amp;#039;&amp;#039;Vereinsterben: Deutschlands Vereine sind auf Landflucht.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]].&amp;#039;&amp;#039; 5. September 2018 („Kegeln oder Klimaschutz? Während in der Stadt viele Vereine gegründet werden, schließen sie in den Dörfern oft, zeigt eine Studie“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4114609-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vereinswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Planung und Organisation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Derkoenig</name></author>
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