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	<title>Mindestreserve - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Schimst: aktualisiert</title>
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		<updated>2025-12-10T09:20:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+Wichtige Mindestreservesätze&lt;br /&gt;
!Zentralbank&lt;br /&gt;
!Satz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Chinesische Volksbank]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot; | 8,4 %&amp;lt;ref&amp;gt;Gewichteter Durchschnitt seit 6. Dezember 2021. The Economist, 11. Dezember 2021, S. 59.&lt;br /&gt;
{{Internetquelle |url=https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-12-06/china-cuts-reserve-requirement-ratio-again-as-economy-slows |titel=China Shifts Toward Easing as Property Downturn Hits Growth |werk=Bloomberg |datum=2021-12-06 |zugriff=2021-12-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Europäische Zentralbank]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot; | 1,0 %&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/geldpolitik/mindestreserven/mindestreserven-602268 &amp;#039;&amp;#039;Mindestreserven&amp;#039;&amp;#039;] seit 18. Januar 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Federal Reserve System]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot; | 0,0 %&amp;lt;ref name=&amp;quot;fed&amp;quot;&amp;gt;Federal Reserve: [http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/reservereq.htm &amp;#039;&amp;#039;reservereq&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Bank Rossii]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot; | 3,5 %{{0}}&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Schweizerische Nationalbank]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot; | 4,0 %{{0}}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mindestreserven&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind im [[Bankwesen]] [[Bankguthaben|Pflichtguthaben]], die [[Kreditinstitut]]e kraft [[Gesetz]]es bei ihrer [[Zentralbank]] unterhalten müssen. Sie sind nicht täglich zu halten, sondern innerhalb einer &amp;#039;&amp;#039;Mindestreserveperiode&amp;#039;&amp;#039; im Durchschnitt und betragen im [[Eurosystem]] derzeit 1 % der sogenannten Mindestreservebasis.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: Glossareintrag [https://web.archive.org/web/20151222133429/https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Glossareintraege/M/mindestreserve.html &amp;#039;&amp;#039;Mindestreserve&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://web.archive.org/web/20151222141202/https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Service/Schule_und_Bildung/die_mindestreservepflicht.html &amp;#039;&amp;#039;Mindestreservepflicht&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt; Banken erhalten – außer beim [[Negativzins]]niveau – [[Habenzins]]en für diese Reserveguthaben. Zentralbanken einiger Länder, wie Australien, Kanada, Großbritannien oder Schweden, fordern zurzeit keine Mindestreserve.&amp;lt;ref&amp;gt;Europäische Zentralbank: [https://www.ecb.europa.eu/explainers/tell-me/html/minimum_reserve_req.de.html &amp;#039;&amp;#039;Minimum Reserve&amp;#039;&amp;#039;]; Was ist die Mindestreservepflicht?&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jagdish Handa: &amp;#039;&amp;#039;Monetary Economics&amp;#039;&amp;#039;, 2nd, Routledge, 2008, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Wegen der gesetzlichen Pflicht kann die einzelne [[Geschäftsbank]] diese Guthaben bei der Zentralbank nicht anderweitig, etwa als [[Kredit]] auf dem [[Interbankenmarkt]], verwenden. Sie muss deshalb ihre [[Liquiditätsplanung]] darauf abstellen, dass sie in normalen Zeiten über die hinterlegte Mindestreserve nicht verfügen kann. „Fließt einer Bank durch den [[Zahlungsverkehr]] ihrer Kundschaft beispielsweise an einem Tag Zentralbankgeld ab, mindert das die bestehende Zentralbankgeld-Einlage, welche die Bank aufgrund der Mindestreservepflicht unterhält. Der Bank steht es dann frei, ihre Einlage durch Kreditaufnahme am [[Geldmarkt]] noch am gleichen Tag wieder zu erhöhen – oder aber abzuwarten, ob ihr an den folgenden Tagen Zentralbankgeld zufließt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://web.archive.org/web/20151222141202/https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Service/Schule_und_Bildung/die_mindestreservepflicht.html &amp;#039;&amp;#039;Mindestreservepflicht&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die gesetzliche Verpflichtung ist die Mindestreserve Teil der [[Bankenregulierung]]. Der ursprüngliche Gedanke der Mindestreserven war die Schaffung einer [[Liquidität]]sreserve der Banken, wenn in Zeiten einer [[Bankenkrise]] massenhafte Abhebungen durch Bankkunden ([[Bankansturm]]) drohen. Doch erkannte man schnell ihre weit darüber hinausgehenden [[volkswirtschaft]]lichen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Mindestreserve als Instrument der Notenbankpolitik tauchte erstmals im &amp;#039;&amp;#039;Free Banking Act&amp;#039;&amp;#039; des Staates [[New York (Bundesstaat)|New York]] im April 1838 auf. Danach mussten die Banken 100 % der von ihnen ausgegebenen Banknoten sowie der bei ihnen gehaltenen Einlagen in Form von [[Hypothekendarlehen]] oder [[Staatsanleihe]]n halten. Die Mindestreserve verdankt also ihren Ursprung dem Sicherheitsbedürfnis der Kunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hjalmar Horace Greeley Schacht: &amp;#039;&amp;#039;Magie des Geldes&amp;#039;&amp;#039;, 1966, S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt; US-weit sollte später der Umlauf von [[Banknote]]n durch eine [[Barreserve]] gedeckt werden, um die Einlösbarkeit der Banknoten gegen Münzen sicherzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kurt Tudyka|Kurt P. Tudyka]]: [https://books.google.de/books?id=4mFuNs5xVbcC&amp;amp;pg=PA75&amp;amp;dq=Mindestreserve+usa&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Mindestreserve%20usa&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;System und Politik der Mindestreserve&amp;#039;&amp;#039;], 1964, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Inkrafttreten des &amp;#039;&amp;#039;National Banking Act&amp;#039;&amp;#039; im Februar 1863 wurde zunächst nur in [[Louisiana]] und [[Massachusetts]] die Reservehaltung gegen umlaufende Banknoten gesetzlich gefordert. US-weit schuf der &amp;#039;&amp;#039;Federel Reserve Act&amp;#039;&amp;#039; vom Dezember 1913 die Rechtsgrundlage dafür, dass Banken beim [[Federal Reserve System]] eine Mindestreserve ({{enS|„Minimum reserve requirements“}}) zu unterhalten hatten. Ab Mai 1933 durften die Reservesätze im Falle einer Kreditexpansion erhöht werden. Ab August 1935 durften die Reservesätze frei variiert werden und dienten nicht mehr der Liquiditätssicherung, sondern avancierten zu einem Instrument der [[Geldpolitik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche [[Kreditwesengesetz]] (KWG) vom Dezember 1934 sah in §&amp;amp;nbsp;16 KWG die Haltung einer variablen „Barreserve“ durch Banken bei der [[Reichsbank]] vor. Die Reserve galt „nicht nur als erster Puffer im Falle eines Runs, sondern die Notwendigkeit, von jedem neugeschaffenen Kredit einen Teil der Barreserve zuführen zu müssen, soll die Neigung zur Kreditausweitung vermindern“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Jessen: &amp;#039;&amp;#039;Reichsgesetz über das Kreditwesen vom 5. Dezember 1934&amp;#039;&amp;#039;, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch {{§|16|kredweg|juris}} KWG a.F. wurde der gesetzliche Rahmen für die Mindestreserve als neues Instrument der Geldpolitik geschaffen. Die hierin noch „Barreserve“ genannte Reserve ist der Vorläufer der heutigen Mindestreserve.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Zöller: &amp;#039;&amp;#039;Staatsbank der DDR und Deutsche Bundesbank&amp;#039;&amp;#039;, in: Deutschland-Archiv, 1991, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mindestreserve wurde erstmals im Juni 1947 durch ein Landeszentralbank-Gesetz in der [[Amerikanische Besatzungszone|amerikanischen Besatzungszone]] in Deutschland eingeführt und im März 1948 erstmals durch die [[Bank deutscher Länder]] erhoben. Im Mai 1952 führte man Reserveklassen ein, die nach der Höhe der reservepflichtigen Verbindlichkeiten gestaffelt waren. Im Februar 1956 übernahm das [[Bundesbankgesetz]] (BBankG) die Mindestreserveregelung in §&amp;amp;nbsp;15 Abs.&amp;amp;nbsp;1 BBankG für [[Sichteinlage|Sichtverbindlichkeiten]] (bis 30 % der Sichtverbindlichkeiten), [[Termingeld|befristete Verbindlichkeiten]] (20 %) und [[Spareinlage]]n (10 %). Es schuf die Voraussetzung für die Mindestreservepflicht, weil sie als Mittel der Geld- und Währungspolitik gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: &amp;#039;&amp;#039;Geschäftsbericht 1957&amp;#039;&amp;#039;, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Deren operative Umsetzung fand Eingang in die &amp;#039;&amp;#039;Anweisung der Deutschen Bundesbank über Mindestreserven&amp;#039;&amp;#039; (AMR) vom Mai 1958. Nachdem die Bundesbank im Dezember 1974 einen Konzeptwechsel im Hinblick auf die Bedeutung einzelner geldpolitischer Instrumente vollzog, gehörten die Mindestreserven zum wichtigsten Instrument der Grobsteuerung. Während die Grobsteuerung den langfristigen Zentralbankgeldbedarf steuerte, sollte die Feinsteuerung kurzfristige Schwankungen am [[Geldmarkt]] korrigieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Angelika Müller: [https://books.google.de/books?id=kRiojTC4aIwC&amp;amp;pg=PA157&amp;amp;lpg=PA157&amp;amp;dq=Hans+B%C3%BCschgen+Mindestreserve&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=fBtwUJSxDO&amp;amp;sig=-myDSbUdSThXtMPVsX7IvnaIFs4&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0CCgQ6AEwAWoVChMIiIiY-v-PyQIVIqhyCh3qnAT5#v=onepage&amp;amp;q=Hans%20B%C3%BCschgen%20Mindestreserve&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Die Mindestreserve&amp;#039;&amp;#039;], 1992, S. 175 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. April 2024 teilte die [[Schweizerische Nationalbank]] mit, dass sie die Mindestreserveerfordernis der inländischen Banken erhöht und die Nationalbankverordnung per 1. Juli 2024 entsprechend anpasst. Außerdem hebt sie zu diesem Zeitpunkt den Mindestreservesatz von derzeit 2,5 auf 4 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.snb.ch/public/publication/de/www-snb-ch/publications/communication/press-releases/2024/pre_20240422/0/pre_20240422.de.pdf |titel=Nationalbank erhöht Mindestreserveerfordernis der Banken |format=PDF |werk=snb.ch |datum=2024-04-22 |abruf=2024-04-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.srf.ch/news/schweiz/hoehere-mindestreservepflicht-nationalbank-erhoeht-mindestreserve-anforderung-fuer-banken |titel=Höhere Mindestreservepflicht - Nationalbank erhöht Mindestreserve-Anforderung für Banken |werk=srf.ch |datum=2024-04-22 |abruf=2024-04-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;Passiv-Mindestreserve&amp;#039;&amp;#039; liegt vor, wenn die Mindestreserve von bestimmten Einlagen erhoben wird, die auf der [[Passivseite]] der [[Bankbilanz]] verbucht werden. Entsprechend handelt es sich um eine &amp;#039;&amp;#039;Aktiv-Mindestreserve&amp;#039;&amp;#039;, wenn als Bezugsgröße für die Mindestreserve das [[Kreditportfolio]] oder [[Kreditgeschäft]] zur Berechnung herangezogen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Borchert]]: [https://books.google.de/books?id=VUTMBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA109&amp;amp;dq=mindestreserve+aktiv&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=mindestreserve%20aktiv&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Mindestreservekonzeptionen&amp;#039;&amp;#039;], 1987, S. 108 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese wurde von [[Hans Büschgen]] in seiner 1965 erschienenen [[Habilitationsschrift]] über Mindestreserven vorgeschlagen. Bei der &amp;#039;&amp;#039;Zuwachs-Mindestreserve&amp;#039;&amp;#039; wird die Mindestreservepflicht nicht auf die mindestreservepflichtigen Einlagen bezogen, sondern lediglich auf deren Zuwachs.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alfred Katz (Jurist)|Alfred Katz]]/[[Claus Köhler]]: [https://books.google.de/books?id=1ijSsSU4-akC&amp;amp;pg=PA271&amp;amp;dq=Federal+Reserve+System+Mindestreserve&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Federal%20Reserve%20System%20Mindestreserve&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Geldwirtschaft: Geldversorgung und Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;], Band 1, 1977, S. 271.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
Die [[EZB]] übernahm im November 1998 substanziell das auf der Passiv-Mindestreserve beruhende deutsche [[Mindestreserve-System]] ({{enS|„minimum reserves“}}) und führte es in den [[EU-Mitgliedstaaten]] als für alle Banken verbindlich ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Verordnung (EG) Nr. 2531/98 vom 23. November 1998, Amtsblatt L 318.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das heutige Mindestreserve-System des [[Eurosystem]]s ist in Art.&amp;amp;nbsp;19 der Satzung des [[Europäisches System der Zentralbanken|Europäischen Systems der Zentralbanken]] (&amp;#039;&amp;#039;EZB-Satzung&amp;#039;&amp;#039;), der &amp;#039;&amp;#039;EG-Ratsverordnung über die Auferlegung einer Mindestreservepflicht durch die Europäische Zentralbank&amp;#039;&amp;#039; und in der &amp;#039;&amp;#039;EZB-Verordnung über Mindestreserven&amp;#039;&amp;#039; geregelt. Die EZB kann nach Art.&amp;amp;nbsp;19.1 EZB-Satzung zur Verwirklichung der geldpolitischen Ziele verlangen, dass die in den Mitgliedstaaten niedergelassenen Kreditinstitute Mindestreserven auf Konten bei der EZB und den nationalen Zentralbanken unterhalten. Die Mindestreserve-Sätze sind global auf 10 % der reservepflichtigen [[Verbindlichkeit]]en begrenzt (Art.&amp;amp;nbsp;4 Abs.&amp;amp;nbsp;1 EZB-Verordnung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berechnung ==&lt;br /&gt;
Berechnungsgrundlage sind nach Art. 5 und Art. 6 Abs. 1 der Mindestreserve-Verordnung&amp;lt;ref&amp;gt;[http://data.europa.eu/eli/reg/2021/378/oj Verordnung (EU) 2021/378 der Europäischen Zentralbank vom 22. Januar 2021 über die Auferlegung einer Mindestreservepflicht (Neufassung) (EZB/2021/1)].&amp;lt;/ref&amp;gt; die reservepflichtigen Einlagen des [[Passivgeschäft]]s. Hierzu gehören täglich fällige Einlagen (Übernachteinlagen), Einlagen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu zwei Jahren, Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von bis zu zwei Jahren, Bankschuldverschreibungen ([[Sparbrief]]e) mit vereinbarter Laufzeit von bis zu zwei Jahren sowie [[Geldmarktpapier]]e. Auch Einlagen mit vereinbarter Laufzeit von über zwei Jahren, Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von über zwei Jahren, [[Repogeschäfte]] und [[Schuldverschreibung]]en mit vereinbarter Laufzeit von über zwei Jahren sind grundsätzlich mindestreservepflichtig, unterliegen jedoch derzeit einem Reservesatz von 0 %. Von diesen reservepflichtigen Verbindlichkeiten muss ein bestimmter [[Prozentsatz]], der &amp;#039;&amp;#039;Mindestreserve-Satz&amp;#039;&amp;#039;, als Mindestreserve vom reservepflichtigen Kreditinstitut bei der zuständigen Zentralbank als Guthaben unterhalten werden. Durch Anwendung der Mindestreserve-Sätze auf die genannten reservepflichtigen Verbindlichkeiten ergibt sich das &amp;#039;&amp;#039;Mindestreserve-Soll&amp;#039;&amp;#039;, das als Monatsdurchschnitt ermittelt wird. Das Mindestreserve-Soll wird wie folgt ermittelt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\text{Mindestreserve-Soll} = {\text{( Sichteinlagen} + \text{befristete Einlagen} + \text{Spareinlagen} + \text{Schuldverschreibungen/Repogeschäfte )}}  \cdot {\text{Mindestreserve-Satz}}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tatsächlich unterhaltenen Mindestreserve-Guthaben sind das &amp;#039;&amp;#039;Mindestreserve-Ist&amp;#039;&amp;#039;, das mit dem Mindestreserve-Soll identisch sein muss. Kommt es zur Unterschreitung dieses Mindestreserve-Solls durch das Mindestreserve-Ist, wird dies mit einem Sonderzins von bis zu 5 Prozentpunkten über dem durchschnittlichen [[Spitzenrefinanzierungsfazilität|EZB-Spitzenrefinanzierungssatz]] [[sanktion]]iert (Art.&amp;amp;nbsp;7 Abs.&amp;amp;nbsp;1a EZB-Verordnung). Wird das Mindestreserve-Soll tatsächlich überschritten, liegt eine &amp;#039;&amp;#039;Überschussreserve&amp;#039;&amp;#039; vor, die ebenfalls verzinst wird. Auch das Mindestreserve-Soll wird – als Ausgleich für den Wegfall der [[Rediskont]]kredite – verzinst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktionsweise ==&lt;br /&gt;
=== Überschussreserve ===&lt;br /&gt;
Unterhält eine Geschäftsbank bei der Zentralbank ein Guthaben, das die Mindestreserve übersteigt, so heißt der Unterschiedsbetrag [[Überschussreserve]].&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://web.archive.org/web/20150723233236/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichte/2015/2015_06_monatsbericht.pdf?__blob=publicationFile &amp;#039;&amp;#039;Monatsbericht Juni 2015&amp;#039;&amp;#039;], S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; Früher waren die Überschussreserven sehr gering. In der Eurozone nahmen sie jedoch von 1,2 Mrd. Euro 2009 bis auf 2 816,7 Mrd. Euro November 2020 zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://www.bundesbank.de/resource/blob/855872/079260cf2037fdceb14badb308bd247b/mL/2021-01-monatsbericht-data.pdf &amp;#039;&amp;#039;Monatsbericht Januar 2021&amp;#039;&amp;#039;], S. 42*.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den USA stiegen die Überschussreserven ab Herbst 2008 rasant an; im Juli 2015 beliefen sie sich auf 2,5 Bio. Dollar.&amp;lt;ref&amp;gt;FRED: [https://research.stlouisfed.org/fred2/series/EXCSRESNS &amp;#039;&amp;#039;Überschussreserven&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überschussliquidität ===&lt;br /&gt;
Die Europäische Zentralbank definiert &amp;#039;&amp;#039;Überschussliquidität&amp;#039;&amp;#039; als Summe von Überschussreserve und [[Einlagefazilität]].&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://web.archive.org/web/20151220094627/https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=32028&amp;amp;lv3=62312 &amp;#039;&amp;#039;Definition Einlagefazilität&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://web.archive.org/web/20140421183749/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Monatsberichte/2014/2014_01_ezb_mb.pdf?__blob=publicationFile &amp;#039;&amp;#039;EZB-Monatsbericht Januar 2014&amp;#039;&amp;#039;] (PDF), S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Überschussliquidität stieg ab Herbst 2008 sprunghaft an.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank: [https://web.archive.org/web/20140421183749/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Monatsberichte/2014/2014_01_ezb_mb.pdf?__blob=publicationFile &amp;#039;&amp;#039;EZB-Monatsbericht Januar 2014&amp;#039;&amp;#039;] (PDF), S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== A. In die Mindestreserve einbezogene Verbindlichkeiten mit positivem Reservesatz ===&lt;br /&gt;
Einlagen:&lt;br /&gt;
* täglich fällige Einlagen&lt;br /&gt;
* Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu 2 Jahren&lt;br /&gt;
* Einlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von bis zu 2 Jahren&lt;br /&gt;
Ausgegebene Schuldverschreibungen:&lt;br /&gt;
* Schuldverschreibungen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu 2 Jahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. In die Mindestreserve einbezogene Verbindlichkeiten mit einem Reservesatz von 0 % ===&lt;br /&gt;
Einlagen:&lt;br /&gt;
* Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von über 2 Jahren&lt;br /&gt;
* Einlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von über 2 Jahren&lt;br /&gt;
* Repogeschäfte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgegebene Schuldverschreibungen:&lt;br /&gt;
* Schuldverschreibungen mit vereinbarter Laufzeit von über 2 Jahren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== C. Nicht in die Mindestreserve einbezogene Verbindlichkeiten ===&lt;br /&gt;
* Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die selbst Mindestreserve unterhalten&lt;br /&gt;
* Verbindlichkeiten gegenüber EZB und NZBs&lt;br /&gt;
* Verbindlichkeiten aufgrund geldpolitischer Maßnahmen des ESZB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methode ===&lt;br /&gt;
Die Pflicht, eine bestimmte Menge an Mindestreserven zu halten, muss von den Geschäftsbanken im Euro-Währungsraum nicht tagesgenau erfüllt werden. Die notwendige Mindestreserve (&amp;#039;&amp;#039;Mindestreserve-Soll&amp;#039;&amp;#039;) wird von der EZB anhand der reservepflichtigen Verbindlichkeiten der Vormonatsbestände ermittelt. Dabei müssen derzeit genau 1 % dieser reservepflichtigen Verbindlichkeiten von den Kreditinstituten vorgehalten werden. Von der ermittelten Mindestreserve kann jedoch noch ein Abzug von pauschal 100.000,00 EUR Freibetrag erfolgen. Die durch dieses Verfahren ermittelte Mindestreserve ist dabei jeweils maßgeblich für die im übernächsten Monat beginnende Mindestreserve-Erfüllungsperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Berechnung der bestehenden Mindestreserve (&amp;#039;&amp;#039;Mindestreserve-Ist&amp;#039;&amp;#039;) erfolgt dabei anhand aller Tagesbestände auf dem Konto bei der EZB. Die Tagesbestände werden dabei addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Die Erfüllungsperiode endet dabei meist am Dienstag der ersten oder zweiten Woche eines Monats. Am darauffolgenden Tag beginnt dann entsprechend die neue Mindestreserveperiode.&amp;lt;ref&amp;gt;EZB: [http://www.ecb.int/press/pr/date/2009/html/pr090529.de.html &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichung der unverbindlichen Kalender für die Mindestreserve-Erfüllungsperioden in den Jahren 2010 und 2011&amp;#039;&amp;#039;], 29. Mai 2009, abgerufen am 14. Juni 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der exakte Termin orientiert sich dabei an den Sitzungen des [[EZB-Rat]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bilanzierung ==&lt;br /&gt;
Mindestreserven werden aus Sicht der reservepflichtigen Institute nach {{§|12|rechkredv|juris}} Abs.&amp;amp;nbsp;2 [[Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung|RechKredV]] unter den täglich fälligen Guthaben einschließlich der täglich fälligen [[Fremdwährung]]sguthaben bei Zentralnotenbanken ausgewiesen, verbergen sich also hinter den gesamten Zentralbankguthaben. Sie sind damit Bestandteil der [[Barreserve]]. Die Mindestreserve gehört damit zur [[Liquidität 1. Grades]], auch wenn sie in Normalzeiten für die hinterlegenden Banken nicht verfügbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß [[Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Kapitaladäquanzverordnung)|Kapitaladäquanzverordnung]] (Art.&amp;amp;nbsp;119 Abs.&amp;amp;nbsp;4) erhalten Mindestreserven dasselbe Risikogewicht wie andere Forderungen gegenüber der Zentralbank, werden also nicht als [[Risikoposition]] auf die [[Eigenmittel (Kreditinstitut)|Eigenmittel]] angerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volkswirtschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Anders als bei den meisten geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken können sich die Banken den Mindestreserven nicht entziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Katz/Claus Köhler: &amp;#039;&amp;#039;Geldwirtschaft: Geldversorgung und Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1977, S. 228.&amp;lt;/ref&amp;gt; es besteht [[Kontrahierungszwang]]. Die Mindestreserve-Politik der Zentralbank kann darin bestehen, dass sie den Mindestreserve-Satz erhöht oder senkt. Da die Mindestreserve einen Bestandteil der [[Geldbasis]] bildet, vergrößert (verringert) eine Erhöhung (Senkung) der Mindestreserven die [[Zentralbankgeldmenge]].&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Hanusch/[[Thomas Kuhn (Finanzwissenschaftler)|Thomas Kuhn]]: [https://books.google.de/books?id=WGidBwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA255&amp;amp;dq=Mindestreserve+geldmenge&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Mindestreserve%20geldmenge&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;], 1992, S. 255.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil Veränderungen der [[Monetäre Basis|Zentralbankgeldmenge]], z.&amp;amp;nbsp;B. im Rahmen von [[Quantitative Lockerung|quantitativer Lockerung]], zu Veränderungen des [[Zinsniveau]]s und [[Preisniveau]]s führen können,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Bofinger]]: [https://books.google.de/books?id=9xf5w5-zssgC&amp;amp;pg=PA216&amp;amp;dq=Mindestreserve+geldmenge&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Mindestreserve%20geldmenge&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;], 2011, S. 226.&amp;lt;/ref&amp;gt; kann die Mindestreserve-Politik mittelbar auch das Preisniveau und damit die [[Preisniveaustabilität]] beeinflussen. Die Zentralbankgeldmenge wiederum ist Teil des Geldmarkts, so dass sich die Mindestreserve-Politik auch auf den Geldmarkt auswirkt. Hier vermindert die Erhöhung der Mindestreserve das [[Geldangebot]] und umgekehrt. Auf die [[Geldmenge]] hingegen, welche durch die [[Giralgeldschöpfung]] der Geschäftsbanken im Rahmen ihrer Kreditvergabe bestimmt wird, hat die Mindestreserve jedoch keinen direkten Einfluss.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Claudio Borio und Piti Disyatat |url=https://www.bis.org/publ/work292.htm |titel=Unconventional monetary policies: an appraisal |werk=BIS Working Paper 292 |hrsg=Bank of International Settlements |datum=2009-11-20 |seiten=19 |zugriff=2018-06-10 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die irreführende, aber weit verbreitete Vorstellung eines [[Geldschöpfungsmultiplikator]]s, der besagt, dass aus Zentralbankgeld ein Vielfaches an Giralgeld geschöpft werden könne, wurde zwar von Zentralbanken in verschiedenen Publikationen hinreichend widerlegt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Deutsche Bundesbank |url=http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2017/2017_04_25_monatsbericht_geldschoepfung.html |titel=Wie Geld entsteht |datum=2017-04-25 |zugriff=2018-06-10 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20171029235606/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2017/2017_04_25_monatsbericht_geldschoepfung.html |archiv-datum=2017-10-29 |offline= |archiv-bot=2022-12-16 08:17:54 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bank of England |url=https://www.bankofengland.co.uk/quarterly-bulletin/2014/q1/money-creation-in-the-modern-economy |titel=Money creation in the modern economy |werk= |hrsg= |datum= |zugriff=2018-06-10 |sprache=en |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180612142857/https://www.bankofengland.co.uk/quarterly-bulletin/2014/q1/money-creation-in-the-modern-economy |archiv-datum=2018-06-12   }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, findet sich aber nichtsdestotrotz nach wie vor noch in manchen Lehrbüchern, in denen er wie folgt präsentiert wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem [[Geldschöpfungsmultiplikator]]-Modell hat die Mindestreserve direkte Auswirkungen auf die [[Geldschöpfung]] der Banken. Grund hierfür ist, dass der Mindestreservesatz einen – restriktiven – Bestandteil im Geldschöpfungsmultiplikator-Modell darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;M1 = M0\cdot\underbrace{\left(\frac{1+BH}{RS + BH}\right)}_\text{Multiplikator}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;math&amp;gt;M1&amp;lt;/math&amp;gt; ist die Geldmenge, die sich aus dem Multiplikatoreffekt ergibt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;math&amp;gt;M0&amp;lt;/math&amp;gt; ist das Zentralbankgeld,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;math&amp;gt;RS&amp;lt;/math&amp;gt; ist der Reservesatz der Banken (der Anteil der Einlagen, der freiwillig oder unfreiwillig nicht als Kredit vergeben wird),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;math&amp;gt;BH&amp;lt;/math&amp;gt; ist die Bargeldhaltung der Haushalte und Unternehmen (das Verhältnis ihres [[Bargeld]]bestands zu ihrem [[Buchgeld]]bestand).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[geometrische Reihe]]nentwicklung führt dazu, dass eine Erhöhung des Mindestreserve-Satzes eine Reduzierung des Geldschöpfungspotenzials der Geschäftsbanken bewirkt und umgekehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hilmar Götz: [https://books.google.de/books?id=etuoBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA164&amp;amp;dq=Bundesbankgesetz+Mindestreserve&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=Bundesbankgesetz%20Mindestreserve&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;], 1977, S. 165.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies hat zur Folge, dass Banken bei einer Erhöhung der Mindestreserven weniger Kredite vergeben können und umgekehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich sind Geschäftsbanken in ihrer Kreditvergabe – und damit in der Schöpfung von [[Buchgeld|Giralgeld]], welches M1 maßgeblich bestimmt – nicht durch die Mindestreserve begrenzt, wenn die Mindestreservesätze hinreichend niedrig sind, wie es in entwickelten Volkswirtschaften der Fall ist. Das Gewähren von Krediten durch Geschäftsbanken erfordert kein [[Monetäre Basis|Zentralbankgeld]] &amp;#039;&amp;#039;ex-ante,&amp;#039;&amp;#039; da solvente Geschäftsbanken das zur Erfüllung der Mindestreserve erforderliche Zentralbankgeld stets &amp;#039;&amp;#039;ex-post&amp;#039;&amp;#039; durch das Hinterlegen von den bei der Kreditvergabe erhaltenen entsprechenden [[Sicherheiten]] bei der Zentralbank erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Deutsche Bundesbank |url=http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2017/2017_04_25_monatsbericht_geldschoepfung.html |titel=Wie Geld entsteht |werk= |hrsg= |datum=2017-04-25 |zugriff=2018-06-10 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20171029235606/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2017/2017_04_25_monatsbericht_geldschoepfung.html |archiv-datum=2017-10-29 |offline= |archiv-bot=2022-12-16 08:17:54 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies erfolgt gegen gewisse Abschläge&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=European Central Bank |url=https://www.ecb.europa.eu/paym/coll/risk/liquidity/html/index.en.html |titel=Haircut categories |zugriff=2018-06-10 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und zum jeweils gültigen [[Leitzins]] entweder über die [[Hauptrefinanzierungsgeschäfte]] oder die [[Spitzenrefinanzierungsfazilität]] der Zentralbank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist zu beachten, dass eine Geschäftsbank die Mindestreserve über den Durchschnitt einer Mindestreserveperiode, aber nicht am Ende eines bestimmten Tages innerhalb dieser Periode aufweisen muss.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fed&amp;quot; /&amp;gt; Eine Beschränkung der Kreditvergabe durch die Mindestreserve würde daher erst bei sehr hohen Mindestreservesätzen bindend wirken, wie es etwa in manchen Schwellen- und Entwicklungsländern oder im Rahmen von bestimmten [[Kapitalverkehrskontrolle]]n der Fall ist. Die Mindestreservesätze von Zentralbanken in entwickelten Volkswirtschaften liegen jedoch typischerweise so niedrig (in der Eurozone derzeit bei 1 %), dass sie keine begrenzende Wirkung auf die [[Geldschöpfung]] durch Geschäftsbanken haben. Hierbei ist festzuhalten, dass es sich nicht um eine Theorie, sondern um eine schlichte Beschreibung des Faktischen  handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Deutsche Bundesbank |url=http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/FAQ_Listen/faq_zum_thema_geldschoepfung.html?docId=175742 |titel=Häufig gestellte Fragen zum Thema Geldschöpfung |werk= |hrsg= |datum= |zugriff=2018-06-10 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140924065038/http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/FAQ_Listen/faq_zum_thema_geldschoepfung.html?docId=175742 |archiv-datum=2014-09-24 |offline= |archiv-bot=2022-12-16 08:17:54 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in normalen Zeiten beobachtbare Zusammenhang von Geldbasis und Geldmenge stellt somit keine Kausalität, sondern eine Korrelation dar, die jedoch beispielsweise in einer [[Liquiditätsfalle]] zusammenbricht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Paul De Grauwe |url=https://voxeu.org/article/european-central-bank-lender-last-resort |titel=The European Central Bank as a lender of last resort |werk=VoxEU.org |datum=2011-08-18 |zugriff=2018-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sascha Bützer |Titel=(Monetary) Policy Options for the Euro Area: A Compendium to the Crisis |Sammelwerk=Monetary Policy, Financial Crises, and the Macroeconomy |Verlag=Springer International Publishing |Ort=Cham |Datum=2017 |ISBN=978-3-319-56260-5 |Seiten=125–162 |Online=https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-319-56261-2_7 |Abruf=2018-06-10 |DOI=10.1007/978-3-319-56261-2_7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geldschöpfung]]&lt;br /&gt;
* [[Offenmarktpolitik]]&lt;br /&gt;
* [[Lombardpolitik]]&lt;br /&gt;
* [[Rückkaufvereinbarung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4170010-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Bank)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldpolitik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schimst</name></author>
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