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	<title>Min-Fest - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Min-Fest&amp;diff=1527509&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hans&#039; Käfer: Korrektur eines Tipp-, Rechtschreib-, oder Grammatikfehlers</title>
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		<updated>2023-08-24T09:26:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Korrektur eines Tipp-, Rechtschreib-, oder Grammatikfehlers&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Hieroglyphen Zweispaltig&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;W3:f-n R23:G13 O1:D21:X1&amp;lt;/hiero&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;Heb-ef-en-Min-peret&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;ḥb=f-n-Mnw-prt&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Herauskommen/Auszug des [[Min (ägyptische Mythologie)|Min]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = [[Altes Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;W3:f-n C8 O1:D21:X1-G7-O1:Z1&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME2-ERWEITERT = [[Mittleres Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME2-ERKLÄRUNG = Heb-ef-en-Min-peret-em-per&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;ḥb=f-n-Mnw-prt-m-prw&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Auszug des Min zu seinem Haus&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|NAME3-ERWEITERT = [[Neues Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME3 = &amp;lt;hiero&amp;gt;W3:f-n Y5:n R23:R12 O1:D21:X1 G7 Q1-O40&amp;lt;/hiero&amp;gt;&lt;br /&gt;
|NAME3-ERKLÄRUNG = Heb-ef-en-Min-peret-em-chetiu&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;ḥb=f-n-Mnw-prt-m-ẖtjw&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Auszug des Min zum Platz (Haus) der Treppe&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|BILD1 = Kamutef 1d.JPG&lt;br /&gt;
|BILD1-BREITE = 300px&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Auszug des Min zur „Treppe des Amun“ in [[Karnak]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Min-Fest&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Auszug des [[Min (ägyptische Mythologie)|Min]] zu seinem Haus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Auszug des Min zum Haus der Treppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) war eine religiöse Feierlichkeit zur Verehrung des [[Altes Ägypten|altägyptischen]] Gottes Min und ist bereits im [[Altes Reich (Ägypten)|Alten Reich]] seit der [[4. Dynastie]] (von&amp;amp;nbsp;2639&amp;amp;nbsp;bis&amp;amp;nbsp;2504&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) unter dem Namen „Auszug des Min“ belegt. Die in dieser Periode vorhandenen Texte verweisen auf die ursprüngliche Entstehung in [[Frühdynastische Periode (Ägypten)|frühdynastischer Zeit]], in der das Min-Fest zunächst als Kornopfer in der Darstellung des weißen Stiers als Wiedergeburt der Gottheit [[Osiris]] charakterisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Festlisten des Alten Reichs bildete das Min-Fest im Kalender der großen Feste den Abschluss. Im Verlauf der Geschichte [[Altes Ägypten|Altägyptens]] vollzog sich in der Ausrichtung des Min-Festes ein deutlicher Bedeutungswandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zum [[Neues Reich|Neuen Reich]] gerechneten [[18. Dynastie]] (von&amp;amp;nbsp;1550&amp;amp;nbsp;bis&amp;amp;nbsp;1291&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) sind Veränderungen in den Festriten zu bemerken. Spätestens ab Thronbesteigung des [[Pharao]]s [[Amenemope (König)|Amenemope]] (996&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) in der [[21. Dynastie|21.&amp;amp;nbsp;Dynastie]] sieht sich der jeweilige Herrscher selbst in der Rolle als weißer Stier und in diesem Zusammenhang als Min-Amun. Die vollständige Wandlung des ursprünglichen Charakters des Min-Festes ist vollzogen; die alte Tradition des Min-Festes endet daher mit Beginn der 21.&amp;amp;nbsp;Dynastie und wird mit den neuen Min-Amun-Festen fortgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Die Gottheit Min erfuhr in der [[Ägyptische Mythologie|ägyptischen Mythologie]] veränderte Symbolzuweisungen und wurde deshalb später mit mehreren anderen Gottheiten verschmolzen. Im [[Mittleres Reich (Ägypten)|Mittleren Reich]] ist erstmals die Verknüpfung von [[Amun-Re]] und Min zu [[Amun-Re-Kamutef]] („Amun-Re, Stier seiner Mutter“) belegt. In der [[Zweite Zwischenzeit|zweiten Zwischenzeit]] (von&amp;amp;nbsp;1648&amp;amp;nbsp;bis&amp;amp;nbsp;1550&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) folgen die Sonderformen [[Min-Amun|Min-Amun, Amun-Min]] („Min-Amun/Amun-Min, Stier seiner Mutter“) und [[Min-Kamutef]] („Min, Stier seiner Mutter“). Mit Beginn der 18. Dynastie (1550&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr.) verschmilzt Amun-Re-Kamutef zu [[Kamutef]] („Stier seiner Mutter“). Schließlich kommt spätestens in der 21. Dynastie [[Amenemope (ägyptische Mythologie)|Amenemope]] („Amun von Karnak“) als neue Statuengottheit hinzu, die sich von Kamutef ableitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Datierung ===&lt;br /&gt;
{{Infobox Hieroglyphen Zweispaltig&lt;br /&gt;
|TITEL = Ju-pesdjenet-em-duat&lt;br /&gt;
|NAME = &amp;lt;hiero&amp;gt;N9-G17-N15&amp;lt;/hiero&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Ju-pesdjenet-em-duat &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Jw-psḏnt-m-dw3t&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Neumondfest in der [[Duat]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|NAME-ERWEITERT = [[Altes Reich]]&lt;br /&gt;
|NAME2 = &amp;lt;hiero&amp;gt;N11:Z1 S-N35B&amp;lt;/hiero&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 1-nu-schemu &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;1-nw-šmw&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Erster Monat der Periode Schemu&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|NAME2-ERWEITERT = [[Neues Reich]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die ältesten Belege aus der [[4. Dynastie]] verweisen auf Ansetzung des Min-Festes in die Jahreszeit [[Schemu]]; im Festkalender vom [[Sonnenheiligtum des Niuserre]] ist das Min-Fest ebenfalls für die Jahreszeit Schemu belegt, ohne jedoch ein explizites Datum zu nennen. Nur im Kalender von [[Medinet Habu]] (MHK 1430) ist einmalig das Min-Fest auf den [[Schemu#Datierungen|11. Schemu I]] datiert. Als zusätzliche Bestimmung galt der Hinweis auf die Verbindung zum [[Ägyptischer Kalender|bürgerlichen Verwaltungskalender]]. Gleichzeitig ist das Min-Fest aber in den [[Mondkalender (Altes Ägypten)|altägyptischen Mondkalender]] terminiert. Auffallend ist auch, dass bei anderen Mondfesten entsprechende Zusatzangaben für den bürgerlichen Verwaltungskalender fehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Überarbeiten||Der nachfolgende Absatz ist nicht belegt und|grund=Die monatlichen &amp;quot;Feste des Himmels&amp;quot; wurden nur von Priestern begangen, um den Zeitlauf in Gang zu halten. Im Mondkalender ist das &amp;quot;Fortschreiten des Min&amp;quot; der optionale 30., oder immer der letzte Tag gewesen. (prüfen!) Die im Verwaltungskalender begangenen &amp;quot;Feste der Zeitläufe&amp;quot; mit ihren Prozessionen blieben davon unbenommen.}}Die oft genannte Auffassung, dass das Min-Fest sowohl an einem festen Tag im bürgerlichen Verwaltungskalender als auch an einem bestimmten Mondmonatstag gefeiert wurde, ist einerseits widersprüchlich und andererseits in der Praxis nicht möglich. Als einzige Erklärung bleibt die Annahme, dass der 11. Schemu I das Datum im bürgerlichen Verwaltungskalender im Jahr der erstmaligen Neuformulierung darstellt. Vermutlich ist dieser Teil des Kalenders von [[Medinet Habu]] eine Kopie des Kalenders im [[Ramesseum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Terminierung bezieht sich dann auf die Epoche von [[Ramses II.]], in welcher der 11. Schemu I mit einem [[Neumond]]tag zusammenfiel; speziell kommen hierfür das neunte, 34.&amp;amp;nbsp;und&amp;amp;nbsp;59.&amp;amp;nbsp;Regierungsjahr in Frage. In der Regierungszeit von [[Ramses III.]] fielen im dritten Regierungsjahr Neumondtag und 11. Schemu I zusammen; gleichzeitig stellt damit das dritte Regierungsjahr von Ramses III. die letzte Formulierungsmöglichkeit im Kalender dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Hinweis ergibt sich aus den Dekanlisten der [[Nutbuch#Pharaonische Zeit|Sethos-Schrift]], in denen [[Sebeschsen]], der [[Stern]] des Min, am Leib der [[Nut (ägyptische Mythologie)|Nut]] am 6.&amp;amp;nbsp;Schemu I in die Duat eintrat und als Datierungsgrundlage die verfügte Anordnung unter [[Sesostris III.]] ([[12. Dynastie]]) in dessen siebtem Regierungsjahr hatte. Unter Ramses III. ist die Datumsverschiebung um fünf Tage von Feierlichkeiten bekannt; beispielsweise bei dem [[Opet-Fest]], das vom [[Achet#Datierungen|14.&amp;amp;nbsp;Achet&amp;amp;nbsp;II]] auf den 19.&amp;amp;nbsp;Achet&amp;amp;nbsp;II verschoben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Ägypten in griechisch-römischer Zeit|griechisch-römischer Zeit]] sind bei entsprechender Zuweisung der Feierlichkeiten in den Mondkalender zwei [[Prozession]]szüge für den ersten und 15.&amp;amp;nbsp;Schemu&amp;amp;nbsp;I zum „[[Min-Amun|Geburtshaus des Min-Amun]]“ belegt, die zugleich auf die Verbindung zum Neu- und [[Vollmond]] verweisen. In den [[Chronokrat]]listen verlagerten sich die zugehörigen Tage des ägyptischen Verwaltungskalenders vom [[Peret (Altes Ägypten)#Datierungen|17.&amp;amp;nbsp;Peret&amp;amp;nbsp;II]] auf den 19.&amp;amp;nbsp;Schemu&amp;amp;nbsp;II, da der ägyptische Kalender im Zusammenhang der Ansetzungen des [[Sothis-Mondkalender]]s [[Inkompatibilität|inkompatibel]] war. Die Veränderungen der Festdaten im ägyptischen Verwaltungskalender sind im [[Tebtunis-Mondkalender#Der Tebtunis-Mondkalender|Tebtynis-Mondkalender]] ebenfalls gut dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Ägyptologie]] ist die jahreszeitliche Verbindung des Min-Festes mit der bevorstehenden Ernte unumstritten, weshalb nach den durchgängig genannten Schemu-Ansetzungen im Sothis-Mondkalender der Mondmonat [[Renutet]] als Gleichsetzung mit dem [[Februar]] den kalendarischen Rahmen als Festsetzungstermin der Feierlichkeiten darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Charakter des Min-Festes ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Min.JPG|mini|Darstellung der Gottheit Min]]&lt;br /&gt;
Das Min-Fest fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und unterscheidet sich daher von den großen publikumswirksamen Prozessionen, die eine große Wegstrecke benötigen, um den Ansprüchen der zujubelnden Bevölkerung gerecht zu werden. Dagegen beinhaltet das Min-Fest nur einen kurzen Zug, der an der Tempel-Kapelle startet und alsbald wieder dort endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Min-Fest zeigt durch die fehlende Öffentlichkeit den Charakter täglicher [[Ritus|Rituale]] zur Pflege und Speisung von Götterbildern, die sich in den verborgenen Tempelbereichen abspielen. [[Barke]]nprozessionen fehlen deshalb vollständig. Für die Gottheit Min wäre eine begleitende zujubelnde Bevölkerung unangebracht, da Min der Gott der Neubildung sowie des Wachstums des Pflanzenreiches ist. Er handelt dabei allein in einer geschützten [[Intimität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unvereinbarkeit mit einer öffentlichen Prozession entstammt seinem [[Mond]]charakter und damit verbunden der Lichtstärke mit [[Universum|kosmischen Kräften]]. Das Min-Fest ist verbunden mit der Aufgabe des Gottes Min, die [[Schöpfung|Ur-Schöpfung]] zu garantieren sowie das Erbe von [[Osiris]] zu schützen und an [[Horus]] weiterzugeben. Diese Aufgaben können nur in der Abgeschiedenheit und Dunkelheit seiner Tempel-Kapelle vollzogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bisherige Deutungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Socle de statue 01.jpg|mini|Sockel der Min-Statue]]&lt;br /&gt;
Der [[Ägyptologe]] [[Alexandre Moret]] setzte den weißen Stier mit Osiris gleich, der getötet wurde, um wieder erneuert [[Auferstehung|aufzuerstehen]]. Das Kornopfer symbolisiere dabei den Geist der Fruchtbarkeit, der die Wiederkehr eines kräftigen Nachfolgers zum Inhalt hat. In Gleichsetzung von [[Horus]], der durch die Ermordung seines Vaters Osiris durch [[Seth (ägyptische Mythologie)|Seth]] zum weltlichen Herrscher wurde, soll die Opferung des weißen Stiers das Bestehen des Königtums garantieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alexandre Moret]], [[Georges Davy]]: &amp;#039;&amp;#039;Des clans aux empires. L&amp;#039;organisation sociale chez les primitifs et dans l&amp;#039;Orient ancien&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[L’Évolution de l’humanité]]. Synthèse collective.&amp;#039;&amp;#039; Section 1, 6). La Renaissance du Livre, Paris 1923, S.&amp;amp;nbsp;173–175.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ähnlicher Wiese [[Interpretation|interpretierte]] der Ägyptologe [[Henri Gauthier]] das Kornopfer des weißen Stiers, der zum Abschluss der Feierlichkeiten getötet wurde. Diese Vorstellung ist noch immer Inhalt vieler literarischer Beschreibungen. Die Prozession des weißen Stiers stellte nach den bisherigen Meinungen den dritten Teil in der Min-Fest-Liturgie dar, die zeitgleich mit einer zweiten Prozession erfolgte, in welcher die Statue des Min mitgeführt wurde. Am Ende des dritten Teils schickte die Priesterschaft vier Vögel in die vier Himmelsrichtungen aus. Daran schloss sich im vierten Teil die Übergabe eines Bündels Korn-Ähren an den König durch den weißen Stier an. Die gleichzeitige Opferung des weißen Stiers nach Übergabe der [[Getreide|Kornähren]] wurde als Garant einer gelungenen Ernte für die bevorstehende Erntezeit verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die angenommene Ritualabfolge hat einen Text als Grundlage, der sich nicht widerspruchslos mit den dargestellten Bildszenen in Zusammenhang bringen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Egberts: &amp;#039;&amp;#039;In quest of meaning.&amp;#039;&amp;#039; Leiden 1995, S.&amp;amp;nbsp;361.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ägyptologe [[Émile Chassinat]] weist auf die Umstände hin, dass eine Opferung des weißen Stiers in altägyptischen Texten unerwähnt bleibt und [[Ikonografie|ikonografische]] Darstellungen des Stieropfers fehlen. Außerdem ergeben sich in Verbindung mit dem Prozessionsverlauf bei genauer Deutung der Bilddarstellungen Probleme, diese als Tötung zu interpretieren. Im Ergebnis fußen die in der [[Ägyptologie]] meist vorliegenden älteren Erklärungen hauptsächlich auf den [[Theorie]]n der &amp;#039;&amp;#039;Myth and Ritual School&amp;#039;&amp;#039;, die insbesondere von Alexandre Moret vertreten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neue Untersuchungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Min-Fest.JPG|mini|Darstellung der Prozession des weißen Stiers im zweiten Hof auf der Ostwand im [[Ramesseum]]]]&lt;br /&gt;
Eine Schlachtung des weißen Stiers in den Innenräumen eines altägyptischen Tempels ist nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung nahezu ausgeschlossen, da Tiere vor ihrer Schlachtung als Gottesopfer von den Priestern auf göttliche Hinweise untersucht wurden und eine Tötung bei entsprechender Sichtung eines Zeichens undenkbar war. Über Ausführung und Art einer rituellen Schlachtung gibt kein altägyptischer Text detailliert Auskunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund neuer Untersuchungen der [[Liturgie|liturgischen Texte]] erscheinen die bisherigen Interpretationen daher unwahrscheinlich, da der weiße Stier zusätzlich eine wichtige Rolle in der Königsideologie spielte und als Vermittler des Königtums verstanden wurde. Das Leben des weißen Stiers symbolisierte das Leben und die Fortdauer der Regierungszeit des jeweiligen Königs sowie die Bestimmung seines Thronfolgers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzende Beschreibungen der bildlichen Darstellungen sowie neu gefundene Paralleltexte und Festbeschreibungen aus Göttertempeln in [[Ägypten in griechisch-römischer Zeit|griechisch-römischer Zeit]] können frühere Deutungen sowie Interpretationen des Min-Festes ebenfalls nicht mehr in der bisherigen Form bestätigen. Es ergibt sich nun eine neue und klare Abfolge der Riten, die den weißen Stier in das Zentrum des Min-Festes rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festablauf ==&lt;br /&gt;
=== Eröffnung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Cryosphinx.jpg|mini|Cyro-Sphinx (Sphinx-Allee)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Festes trugen die Priester den [[Pharao|König]] auf einer [[Sänfte]] aus seinem Palast, der sich im Neuen Reich in der Nähe des [[Tempel des Amun-Re (Karnak)|Amun-Tempel in Karnak]] befand. Bevor sich der Prozessionszug in Bewegung setzte, sprach der König die Eröffnungsworte: „Der König möge wegen der Schönheit seines Vaters an seinem schönen Fest der Treppe zu ihm getragen werden, um seinem [[Ka (ägyptische Mythologie)|Ka]] zu opfern“. Anwesend waren neben dem König und der Großen Königlichen Gemahlin die Söhne des Königs, die Wachen sowie eine beschränkte Anzahl von Beamten und Priestern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend bildeten zwei [[Anubis|Anubis-Schakale]] als „Öffner der Wege“ und die [[Statue]]n der königlichen Ahnen das Gefolge. Nachdem die Tore des [[Pylon (Ägypten)|zehnten Pylons]] von Karnak durchschritten waren, erreichte der Festzug über die [[Sphinx (ägyptisch)|Sphinx-Allee]] den [[Tempel des Kamutef (Karnak)|Tempel des Kamutef]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ankunft am Tempel des Kamutef ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kamutef 2 Tempel.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kamutef-Haupttempel Karnak&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;1: Vorhöfe&amp;lt;br /&amp;gt;2: Säulenhalle&amp;lt;br /&amp;gt;3: Sonnenraum (nicht überdacht)&amp;lt;br /&amp;gt;4 und 6: Vorraum der Kapelle&amp;lt;br /&amp;gt;5 und 7: Kapelle&amp;lt;br /&amp;gt;8: Querraum&amp;lt;br /&amp;gt;9 bis 11: Statuenschreine&amp;lt;br /&amp;gt;12 bis 17: Kultgegenstände und Zubehör&amp;lt;br /&amp;gt;18 bis 24 und 28 bis 36: Kapellen&amp;lt;br /&amp;gt;27 und 37: Kapellenhalle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König, der bereits im Kamutef-Tempel erwartet wurde, schritt zu den heiligen [[Schrein|Götterschreinen (Räume 9 bis 11)]]. Unmittelbar vor diesen Räumen, dem „Allerheiligsten“, stand die auf einem Tragegestell befestigte Statue des Min, die nun symbolisch nur über eine sehr kurze Wegstrecke in die kleine Querhalle (Raum 8) transportiert wurde. In den kleinen Kapellen (Räume 5 und 7) standen wahrscheinlich die wichtigen Kultgegenstände „[[Gottesschatten (ägyptische Mythologie)|Gottesschatten]]“ und „[[Lattichgarten]] des Min“, die später in den Prozessionszug integriert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Darstellungen von [[Medinet Habu]] [[Weihung|weihte]] die Priesterschaft die [[Ithyphallos|ithyphallische]] Statue des Gottes Min während parallel laufender Opferungen, die im offenen Sonnenhof (Raum 3) vorbereitet waren. In den Texten sind die Opfergaben genauer beschrieben: „Rinder, Bier, Wein, Gänse und andere gute Sachen“. Demnach wurden die [[Trankopfer|Trank-]] und [[Opfer (Religion)|Brandopfer]] im Sonnenhof frisch zubereitet. Zusätzlich war die Luft mit [[Weihrauch]]-Schwaden durchtränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Überführung der schweren Steinstatue auf einem Traggestell ist schwer vorstellbar, da die Türdurchlässe nur einen Meter breit waren und nur wenige Priester die Götterstatue berühren durften. Auf Darstellungen des Min-Festes aus der Regierungszeit von [[Ramses III.]] wird die Gottesstatue von einem Priester mit einer langen dünnen Stange und einer kleinen Königsstatue symbolisch abgestützt, was bei einer Anfertigung aus massivem Stein jedoch unmöglich wäre. Daher muss es sich um eine Statue aus Holz gehandelt haben, die bereits von Anfang an in den Vorhöfen (Raum 1) stand und für die weitere Prozession im Säulensaal (Raum 2) geschmückt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Trank- und Brandopfern [[Salböl|salbte]] der [[Sem (Priester)|Sem-Priester]] die Holzstatue im Vorhof und reinigte sie rituell in einer weiteren Weihung. Auf vielen Bildern ist zu sehen, wie der König persönlich die Statue stützte. Der weiße Stier befand sich zum Zeitpunkt der Götterstatuensalbung noch in seinem eigenen Kulttempel und wurde nach Beendigung der Opferhandlungen im Anbau des Kamutef-Tempels auf seine Aufgabe vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiterer Verlauf ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kamutef-Tempel (Anbau).PNG|mini|Anbau des Kamutef-Tempels&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kulttempel des weißen Stiers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;für das Min-Fest&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;38: Hof für den weißen Stier&amp;lt;br /&amp;gt;39: Gang zu den Kulträumen&amp;lt;br /&amp;gt;40: Weißer Stier (Warteposition)&amp;lt;br /&amp;gt;41: Stall des weißen Stiers&amp;lt;br /&amp;gt;42: Gang zu den Kulträumen&amp;lt;br /&amp;gt;43-45: Räume für Kultgegenstände]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weiße Stier zeichnet sich durch eine schwarze Fellzeichnung an der linken Schläfe aus, die ihn als heiliges Tier des Min kennzeichnet. Zusätzlich ist er mit zwei Federn der Sonnenkrone geschmückt, der Hals ist mit einem wertvoll bestickten roten Tuch verziert. Der weiße Stier stellt das Verbindungsglied zwischen Mond und [[Sonne]] dar und symbolisierte so [[Harmachis|Horus im Horizont]], der die aufgehende Sonne personifizierte. Mit [[Chepre|Chepri]] verschmolz er als Symbol des ewigen Lebens und der Auferstehung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den vierten Teil eröffnete die Prozession des weißen Stiers in den Vorhöfen des Anbaus seines Kulttempels, der sich die weitere Prozession der Götterstatue anschloss. Im sechsten Teil schnitt die Priesterschaft feierlich vor dem weißen Stier ein Bündel [[Getreide|Kornähren]] ab, um das Wohlwollen des weißen Stiers für die bevorstehende Ernte und die Erneuerung der Königsherrschaft zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgte das Abschießen von Pfeilen und die Auflassung von Vögeln in die vier Himmelsrichtungen. Den Abschluss bildete der achte Teil der Prozession, der mit der Rückkehr der Min-Statue unter begleitenden [[Räuchern (Zeremonie)|Räucherungen]] und [[Trankopfer|Libationen]] in der Tempel-Kapelle endete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Arne Egberts]]: &amp;#039;&amp;#039;In quest of meaning. A study of the ancient Egyptian rites of consecrating the meret-chests and driving the calves&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Egyptologische uitgaven.&amp;#039;&amp;#039; Band 8). 2 Bände. Nederlands Institut voor het Nabije Oosten, Leiden 1995, ISBN 90-6258-208-7 (Zugleich: Dissertation, Universität Leiden, 1993).&lt;br /&gt;
* [[Frank Feder]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Ritual „saha-ka-sehnet“ als Tempelfest des Gottes Min.&amp;#039;&amp;#039; In: Rolf Gundlach, Matthias Rochholz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Feste im Tempel&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ägypten und Altes Testament, Akten der Ägyptologischen Tempeltagungen.&amp;#039;&amp;#039; Teil 2). 4. Ägyptologische Tempeltagung, Köln, 10. – 12. Oktober 1996. Harrassowitz, Wiesbaden 1998, ISBN 3-447-04067-X, S. 31–54.&lt;br /&gt;
* Frank Feder: &amp;#039;&amp;#039;Gruß Dir, Min-Amun, Herr der Sehnet-Kapelle – Eine Hymne auf ihrem Weg durch die Kultgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; In: Caris-Beatrice Arnst: &amp;#039;&amp;#039;Begegnungen – Antike Kulturen im Niltal. Festgabe für [[Erika Endesfelder]], Karl-Heinz Prise, [[Walter-Friedrich Reineke|Walter Friedrich Reineke]], [[Steffen Wenig]].&amp;#039;&amp;#039; Wodtke &amp;amp; Stegbauer, Leipzig 2001, ISBN 3-934374-02-6, S.&amp;amp;nbsp;111–122.&lt;br /&gt;
* [[Catherine Graindorge]]: &amp;#039;&amp;#039;Vom weißen Stier des Min zu Amenemope: Metamorphosen eines Ritus.&amp;#039;&amp;#039; In: Carola Metzner-Nebelsick (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rituale in der Vorgeschichte, Antike und Gegenwart. Studien zur Vorderasiatischen, Prähistorischen und Klassischen Archäologie, Ägyptologie, Alten Geschichte, Theologie und Religionswissenschaft&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Internationale Archäologie. Arbeitsgemeinschaft, Symposium, Tagung, Kongress.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). Interdisziplinäre Tagung vom 1.–2. Februar 2002 an der Freien Universität Berlin. Leidorf, Rahden 2003, ISBN 3-89646-434-5, S.&amp;amp;nbsp;37–43.&lt;br /&gt;
* [[Rolf Krauss]]: &amp;#039;&amp;#039;Sothis- und Monddaten. Studien zur astronomischen und technischen Chronologie Altägyptens&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Hildesheimer ägyptologische Beiträge.&amp;#039;&amp;#039; Band 20). Gerstenberg, Hildesheim 1985, {{Falsche ISBN|3-8067-8086-X}}.&lt;br /&gt;
* [[Christian Leitz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen]].&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;P – nbw&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Orientalia Lovaniensia analecta.&amp;#039;&amp;#039; Band 112). Peeters, Leuven u. a. 2002, ISBN 90-429-1148-4, S. 288–291.&lt;br /&gt;
* [[Herbert Ricke]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Kamutef-Heiligtum Hatschepsuts und Thutmoses&amp;#039; III. in Karnak. Bericht über eine Ausgrabung vor dem Muttempelbezirk&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur ägyptischen Bauforschung und Altertumskunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 3 und 2, {{ZDB|503160-6}}). Schweizerisches Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde, Kairo 1954.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Ägyptischer Kalender}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religiöses Fest (Altes Ägypten)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hans&#039; Käfer</name></author>
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