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	<title>Miles christianus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-25T11:16:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Miles_christianus&amp;diff=2182334&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 11. Mai 2024 um 04:12 Uhr</title>
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		<updated>2024-05-11T04:12:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Miles christianus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lateinisch]] für „christlicher Soldat“; auch &amp;#039;&amp;#039;Miles Christi&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Miles Dei&amp;#039;&amp;#039;, „Soldat Christi“, „Soldat Gottes“, sowie „Militia Christi“) ist eine Bezeichnung für die Sichtweise eines [[Christentum|Christen]] als Kämpfer, Streiter&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Christian Naser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;‚Der geistliche Streit‘. Synoptischer Abruck der Fassungen A, C, B und D. Kommentar und Motivgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Texte und Wissen.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Würzburg 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder Kriegsmann [[Jesus Christus|Jesu Christi]] in der Welt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Peraldus Vices and Virtues.jpg|mini|Der Miles christianus in emblematischer Waffenrüstung vereint mit den [[sieben Tugenden]] im Kampf gegen die [[sieben Todsünden]] (links), [[Peraldus]]: &amp;#039;&amp;#039;Summa de virtutibus et vitiis&amp;#039;&amp;#039;, (ca. 1230) [[British Library]], Harleian MS 3244 ff. 27v–28]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neues Testament und Urchristentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirchheim (Euskirchen) St. Martinus64.JPG|mini|hochkant|links|[[Martin von Tours]] als „&amp;#039;&amp;#039;miles christi&amp;#039;&amp;#039;“, Glasfenster [[St. Martinus (Kirchheim)]]]]&lt;br /&gt;
Die Überlieferung sieht für die Jünger Jesu eine kriegerische Veränderung der Zustände oder eine gewaltsame Herbeiführung eines messianisch handelnden Erlösers nicht vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{B|Mt|26|52}}; {{B|Lk|9|53–55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl entfalten die Briefe des [[Apostel Paulus|Apostels Paulus]] und die das Leben als &amp;#039;&amp;#039;Militia spiritualis&amp;#039;&amp;#039; begreifende [[Stoa]] Anklänge an soldatische oder kämpferische Metaphorik. Dazu zählen im übertragenen Sinne auch Waffen, wie etwa die „Waffen der Gerechtigkeit“ oder die „Waffen des Lichts“ {{Bibel|Röm|13|12}}, der „Panzer des Glaubens und der Liebe“ {{Bibel|1 Thess|5|8}} oder die „[[Waffenrüstung Gottes]]“; das „Gürten mit Wahrheit, den Schild des Glaubens“ gegen die „feurigen Geschosse des Bösen“, den „Helm des Heils“ und das „Schwert des Geistes“ {{Bibel|Eph|6|13–17}}; sowie auch der geistliche Streiter, Soldat oder Kämpfer {{Bibel|2 Kor|10|3–6}}, {{Bibel|2 Tim|2|3f.}}, der zwar in der Welt lebe, der aber nicht mit den Waffen dieser Welt kämpfe. Der nicht zum Kanon gehörende [[Erster Clemensbrief|erste Clemensbrief]] bezeichnet alle Christen als Streiter Christi: „Seid streitsüchtig, Brüder, und Eiferer – für das, was zum Heil dient!“ (1 Clem 37).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Weiteren findet sich bei [[Origenes]] die Kennzeichnung der christlichen [[Asket]]en als „Soldaten Christi“. Mit den Schriften [[Tertullian]]s, [[Cyprian von Karthago|Cyprians]] und den [[Märtyrerakten]] verbreitete sich die kämpferische Metaphorik weit in die christliche Latinität (&amp;#039;&amp;#039;sacramentum, statio, vexilla, signum, donativum&amp;#039;&amp;#039;). So beschrieb [[Facundus von Hermiane]] [[Athanasius der Große|Athanasius den Großen]] als &amp;#039;&amp;#039;Magister militiae Christi&amp;#039;&amp;#039;, so dass im 6. Jahrhundert die [[Benediktiner]] als geistlichen Grundsatz schließlich programmatisch formulierten: „Wir müssen unser Herz und unseren Leib zum Kampf rüsten, um den göttlichen Weisungen gehorchen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Regula, Prolog, 40&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Kirche kam hingegen für Christen eine Beteiligung am Militär wegen des damit verbundenen Kaiserkultes oftmals nicht in Betracht (siehe auch: [[Kriegsdienstverweigerung#Spätantike|Kriegsdienstverweigerung in der Spätantike]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelalter ==&lt;br /&gt;
Im 10. bzw. 11. Jahrhundert wandelte sich die Deutung des christlichen Streiters von der geistlichen Metapher zum wörtlich verstandenen „christlichen Ritter“ und „Soldaten Gottes“. Zunächst übte der Ritter in der [[Gottesfrieden]]sbewegung als bewaffneter Friedensgarant von Kirche und Gläubigen eine weltliche Gewaltfunktion aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der aufkommenden Klosterreformen und des [[Investiturstreit]]s sah sich Papst [[Gregor VII.]] veranlasst, den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Militia christiana&amp;#039;&amp;#039; und die paulinische Rede vom „guten Kämpfer Christi“ auf die bewaffneten Kräfte der &amp;#039;&amp;#039;Milites sancti Petri&amp;#039;&amp;#039; zu konzentrieren. Das Papsttum bediente sich nunmehr des Adels, der unter Einsatz militärischer Gewalt weltliche römische Interessen durchsetzen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Aufruf zum [[Erster Kreuzzug|ersten Kreuzzug]] 1095 verlieh Papst Urban II. den Soldaten die ehrenvolle Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Milites Christi&amp;#039;&amp;#039;. Damit einher ging die Institutionalisierung von Riten zur „Verteidigung und Schutz […] für Kirchen, Witwen und Waisen, für alle Diener Gottes gegen das Wüten der Heiden“,&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei Weddige, S. 176.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei der kirchliche [[Waffensegnung|Schwertsegen]] und die weltliche [[Schwertleite]] rituell verschmolzen. Die &amp;#039;&amp;#039;Milites christiani&amp;#039;&amp;#039; etablierten sich nunmehr in den geistlichen [[Ritterorden]] ([[Geschichte des Johanniterordens|Johanniter]], [[Deutscher Orden]]), zum Schutz der Pilger und zum Kampf gegen die Ungläubigen, wobei die Militarisierung der Orden auf die 1145 mit der Bulle &amp;#039;&amp;#039;[[Militia Dei]]&amp;#039;&amp;#039; bestätigten [[Templerorden|Templer]] zurückgeht, zu denen unter anderem der [[Schwertbrüderorden]] zählte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hl. [[Bernhard von Clairvaux|Bernhard]] (1091–1153) unterschied in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[Liber ad milites templi de laude novae militiae]]&amp;#039;&amp;#039; über die Neugründung des Templerordens zwischen &amp;#039;&amp;#039;Militia saecularis&amp;#039;&amp;#039; („weltlichen Streitern“) und &amp;#039;&amp;#039;Militia Christi&amp;#039;&amp;#039; („christlichen Streitern“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von manchen Märtyrern der frühen Kirche überlieferte Kult um sogenannte [[Soldatenheiliger|Soldatenheilige]] verbreitete sich im Mittelalter weiter. In den [[Heiligenvita|Viten]] von Heiligen wie [[Mauritius (Heiliger)|Mauritius]], [[Sebastian (Heiliger)|Sebastian]], [[Georg (Heiliger)|Georg]] und [[Jeanne d’Arc|Johanna von Orleans]] flossen teils geistliche, teils soldatische Tugenden zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeit ==&lt;br /&gt;
Durch die Erfahrung der Kreuzzüge diskreditiert und durch die einsetzende Säkularisierung der weltlichen Herrschaft verblasste das Bild vom &amp;#039;&amp;#039;Miles christianus&amp;#039;&amp;#039; im wörtlichen Sinne. Die geistlichen Ritterorden verlegten ihr Wirken in den karitativen Bereich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hl. [[Ignatius von Loyola|Ignatius]], wandte Prinzipien der militärischen Disziplin auf die Ausarbeitung seiner [[Exerzitien]] und die Gründung der [[Gesellschaft Jesu]] an. „Wer immer in unsrer Gesellschaft, die wir nach dem Namen Jesu benannt wissen möchten, unter der Fahne des Kreuzes für Gott streiten und allein dem Herrn und seinem Stellvertreter auf Erden, dem römischen Papste, dienen will“ […]&amp;lt;ref&amp;gt;Beginn der &amp;#039;&amp;#039;Formula Instituti&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auf der anderen Seite begegnet der Gedanke in Allegoresen oder in Liedern wie &amp;#039;&amp;#039;[[Vorwärts Christi Streiter]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Mir nach, spricht Christus, unser Held&amp;#039;&amp;#039;, im [[Pietismus]], der [[Erweckungsbewegung]] und auch in Strukturen des [[Methodistische und Wesleyanische Kirchen|Methodismus]] im 19. Jahrhundert. Als augenfällige zeitgenössische Spielart der Anwendung soldatischer Metaphorik gelten die [[Heilsarmee]] und die [[Legionäre Christi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Andreas Wang: &amp;#039;&amp;#039;Der miles Christianus im 16. und 17. Jahrhundert und seine mittelalterliche Tradition: Ein Beitrag zum Verhältnis von sprachlicher und graphischer Bildlichkeit.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Bern; Frankfurt (M.) 1975, ISBN 3261009330.&lt;br /&gt;
* Robert R. Bolgar: &amp;#039;&amp;#039;Hero or Anti-Hero? The Genesis and Development of the Miles Christianus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Concepts of the Hero in the Middle Ages and the Renaissance. Papers of the Fourth and Fifth Annual Conferences of the Center for Medieval and Early Renaissance Studies, State University of New York at Binghamton, 2–3 May 1970, 1–2 May 1971.&amp;#039;&amp;#039; Hg. von Norman T. Burns und Christopher J. Reagan. State University of New York Press, Albany 1975, S. 120–146.&lt;br /&gt;
* Jeffrey Ashcroft: &amp;#039;&amp;#039;Miles Dei – Gotes Ritter. Konrad’s Rolandslied and the Evolution of the Concept of Christian Chivalry.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Forum for Modern Language Studies&amp;#039;&amp;#039; 17 (1981), S. 146–166.&lt;br /&gt;
* [[Gerd Althoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Nunc fiant Christi milites, quid dudum extiterunt raptores. Zur Entstehung von Rittertum und Ritterethos.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Saeculum (Zeitschrift)|Saeculum]]&amp;#039;&amp;#039; 32 (1981), S. 317–333.&lt;br /&gt;
* Sabine Krüger: &amp;#039;&amp;#039;Character militaris und character indelibilis. Ein Beitrag zum Verhältnis von miles und clericus im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Institutionen, Kultur und Gesellschaft im Mittelalter. Festschrift für Josef Fleckenstein zum 65. Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; Hg. von Lutz Fenske, [[Werner Rösener]], [[Thomas Zotz]], Sigmaringen 1984, S. 567–580.&lt;br /&gt;
* Hilkert Weddige: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die germanistische Mediävistik.&amp;#039;&amp;#039; 6. Auflage, München 2006. [https://books.google.de/books?id=_TUGXblxQTwC&amp;amp;pg=PA175&amp;amp;hl=de Kapitel: &amp;#039;&amp;#039;Der miles christianus.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;175–177]. &amp;#039;&amp;#039;(Vorschau bei Google Bücher)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Hanns Christoph Brennecke: &amp;#039;&amp;#039;Militia Christi.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, 4. Auflage, Tübingen 2008, S. 1231–1233.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Miles Christianus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (Christentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreuzzüge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffe und Motive (Neues Testament)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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