<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Milchsaft</id>
	<title>Milchsaft - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Milchsaft"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Milchsaft&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-30T03:51:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Milchsaft&amp;diff=659784&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;TheGlobetrotter am 23. August 2025 um 09:15 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Milchsaft&amp;diff=659784&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-08-23T09:15:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt den Milchsaft von Pflanzen, für den Milchsaft bei Tieren siehe [[Lymphe]].}}&lt;br /&gt;
{{QS-Biologie}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Pfungstadt fg18.jpg|mini|Austretender [[Toxin|giftiger]] Milchsaft der [[Wolfsmilch]] (Euphorbia).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Milchsaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chylus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; versteht man das von manchen [[Organismen]]-[[Taxon|Taxa]] gebildete flüssige [[Sekret]], das im [[Pflanzen]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;körper in Milchröhren oder in den [[Hyphe]]n von [[Pilze]]n gebildet und transportiert wird. Der Name des Milchsaftes rührt von seinem [[milch]]ig-trüben Aussehen her. Meist ist der Milchsaft weiß, selten auch gelb bis orange. Milchsaft besitzt eine mehr oder weniger dickflüssige Konsistenz und härtet an der Luft aus.&lt;br /&gt;
Eine bekannte Form des Milchsaftes ist &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Latex&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, welches den [[Naturkautschuk|Kautschuk]] liefert.&lt;br /&gt;
Ebenso bekannt ist der Milchsaft aus den unreifen [[Kapselfrucht|Kapselfrüchten]] des [[Schlafmohn]]s, aus dem das [[Opium]] (von griechisch &amp;#039;&amp;#039;opos&amp;#039;&amp;#039; ‚Saft‘&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und die darin enthaltenen [[Alkaloide]] (beispielsweise [[Morphin]]) gewonnen werden. Pflanzen mit Milchsaft wurden in der Antike und im Mittelalter auch häufig als Zauber- oder [[Hexe]]n-Pflanzen (dann auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hexenmilch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Teufelsmilch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt) betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organismen, bei denen Milchsaft vorkommt ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Papaversomniferum.jpg|mini|rechts|Schlafmohn, &amp;#039;&amp;#039;Papaver somniferum&amp;#039;&amp;#039;, aus dessen Milch Opium gewonnen werden kann.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Opium pod cut to demonstrate fluid extraction1.jpg|mini|rechts|Durch Anritzen unreifer Samenkapseln gewonnener Milchsaft von &amp;#039;&amp;#039;Papaver somniferum&amp;#039;&amp;#039; liefert beim Trocknen Opium. ]]&lt;br /&gt;
Pflanzenfamilien, in denen Milchsaft führende Vertreter vorkommen, sind unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Wolfsmilchgewächse]] (Euphorbiaceae): beispielsweise [[Zypressen-Wolfsmilch]] (&amp;#039;&amp;#039;Euphorbia cyparissias&amp;#039;&amp;#039;), [[Christusdorn (Euphorbia)|Christusdorn]] (&amp;#039;&amp;#039;Euphorbia millii&amp;#039;&amp;#039;), Weihnachtsstern (&amp;#039;&amp;#039;[[Euphorbia pulcherrima]]&amp;#039;&amp;#039;). Der getrocknete Milchsaft (die erhärtete „Wolfsmilch“) einiger sukkulenter Wolfsmilchgewächse wie vor allem &amp;#039;&amp;#039;[[Euphorbia resinifera]]&amp;#039;&amp;#039; wurde in der alten Pharmazie als &amp;#039;&amp;#039;Euphorbium&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Ulrich Stoll: &amp;#039;&amp;#039;Das „Lorscher Arzneibuch“. Ein medizinisches Kompendium des 8. Jahrhunderts (Codex Bambergensis medicinalis 1). Text, Übersetzung und Fachglossar.&amp;#039;&amp;#039; (Philosophische Dissertation Würzburg 1989) Steiner, Stuttgart 1992 (= &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv&amp;#039;&amp;#039;, Beiheft 28), ISBN 3-515-05676-9, S. 430.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;Euforbium&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 183. (&amp;#039;&amp;#039;Euforbium&amp;#039;&amp;#039; = „Eingetrockneter Milchsaft succulenter Euphorbia-Arten, besonders von E. resinifera Berg“).&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet.&lt;br /&gt;
* [[Mohngewächse]] (Papaveraceae): beispielsweise Schlafmohn (&amp;#039;&amp;#039;Papaver somniferum&amp;#039;&amp;#039;), [[Schöllkraut]] (&amp;#039;&amp;#039;Chelidonium maius&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Korbblütler]] (Asteraceae): beispielsweise [[Gewöhnlicher Löwenzahn]] (&amp;#039;&amp;#039;Taraxacum sect. Ruderalia&amp;#039;&amp;#039;), [[Gemüse-Gänsedistel]] (&amp;#039;&amp;#039;Sonchus oleraceus&amp;#039;&amp;#039;), [[Giftlattich]] (&amp;#039;&amp;#039;Lactuca virosa&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Maulbeergewächse]] (Moraceae): beispielsweise [[Gummibaum]] (&amp;#039;&amp;#039;Ficus elastica&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Hundsgiftgewächse]] (Apocynaceae): beispielsweise [[Immergrün]] (&amp;#039;&amp;#039;Vinca minor&amp;#039;&amp;#039;). Einschließlich der&lt;br /&gt;
** Unterfamilie [[Seidenpflanzengewächse]] (Asclepiadoideae): beispielsweise [[Schwalbenwurz]] (&amp;#039;&amp;#039;Vincetoxicum hirundinaria&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Wanzenpflanzengewächse]] (Roridulaceae): beispielsweise &amp;#039;&amp;#039;[[Roridula dentata]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Milchsaft kommt auch bei einigen [[Pilze]]n vor, beispielsweise bei der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Milchlinge]] (&amp;#039;&amp;#039;Lactarius&amp;#039;&amp;#039;), deren Hyphen weißen ([[Lärchen-Reizker]]) oder rot-orangen ([[Edel-Reizker]], [[Fichten-Reizker]], [[Lachs-Reizker]], [[Wechselblauer Edel-Reizker]], [[Weinroter Kiefern-Reizker]], [[Spangrüner Kiefern-Reizker]]) oder blau-grünen ([[Blaumilchender Reizker]], [[Indigo-Reizker]]) Milchsaft mit gesättigten Fettsäuren enthalten. Bei manchen Arten verfärbt sich der Milchsaft an der Luft. Einige Milchlinge schmecken roh mehr oder weniger scharf brennend, einzelne Arten können auch gekocht zu einer Vergiftung durch Magen-Darm-Reizung führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chemische Zusammensetzung ==&lt;br /&gt;
Milchsaft besteht hauptsächlich aus [[Isoprenoide]]n oder [[Terpene]]n, die artspezifisch in verschiedenen Anteilen in einer wässrigen Basis emulgiert werden. Daneben enthält Milchsaft in verschiedenen Anteilen [[Zucker]], [[Stärke]]körner, [[Tannine]], [[Glykoside]], [[Alkaloide]] (beispielsweise im [[Opium]] des [[Schlafmohn]]s), [[ätherische Öle]], [[Wachs]]e und [[Gummiharze]], organische [[Säure]]n, Stärke, [[Proteine]], [[Enzym]]e (z.&amp;amp;nbsp;B. Papain bei der [[Papaya]] &amp;#039;&amp;#039;Carica papaya&amp;#039;&amp;#039;) und Öle, die entweder darin [[Lösung (Chemie)|gelöst]], [[Emulsion|emulgiert]] oder [[Suspension (Chemie)|suspendiert]] sind.&lt;br /&gt;
Das Vorhandensein von emulgierten Tröpfchen der in Wasser unlöslichen organischen Stoffe (Isoprenoide, Öle) bewirkt die [[Opazität|milchige Trübung]] des Milchsafts. Häufig ist der Milchsaft wegen der darin enthaltenen Alkaloide oder Glykoside giftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 2000 Pflanzenarten enthalten als Bestandteil ihres Milchsafts mehr oder weniger große Mengen von [[Kautschuk]], doch nur bei etwa 500 von ihnen ist die Menge so groß, dass man von gummihaltigen Pflanzen sprechen kann. Der Gehalt an Kautschuk im Milchsaft dieser Pflanzen schwankt zwischen 1 % und 20 % der Trockenmasse (nach Nultsch, siehe Literatur). Kautschuk liegt in Form von feinen Partikeln in der proteinreichen Grundmasse suspendiert vor. Kautschuk enthaltender Milchsaft wird auch als &amp;#039;&amp;#039;Latex&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
Dem Kautschuk chemisch ähnlich sind [[Guttapercha]], [[Balata]] und [[Chicle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anatomie der Milchröhren ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Meyers b11 s0611.jpg|mini|Milchröhren (rechte Textspalte, untere Hälfte)]]&lt;br /&gt;
Die Milchröhren sind verzweigte [[Leitungsbahn|Gefäßsysteme]] in den [[Organ (Biologie)|Organen]] der Milchsaft bildenden höheren [[Pflanzen]], die den Milchsaft erzeugen und speichern. Milchröhren wurden erstmals 1679 von [[Marcello Malpighi]] beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterscheidet je nach der Entstehungsweise der Milchröhren zwischen gegliederten und ungegliederten Milchröhren. Außerdem unterscheidet man anastomisierende (durch Querverbindungen ein Netzwerk bildende) und nicht anastomisierende Milchröhren. Es gibt auch Arten mit einfachen milchsaftführenden Zellen, deren [[Cytoplasma]] nicht oder nur über [[Plasmodesmen|Plasmabrücken]] verbunden ist (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;[[Parthenium argenteum]]&amp;#039;&amp;#039;). Gegliederte Milchröhren haben beispielsweise &amp;#039;&amp;#039;[[Hevea brasiliensis]]&amp;#039;&amp;#039; (Kautschukbaum) und &amp;#039;&amp;#039;[[Lactuca serriola]]&amp;#039;&amp;#039; (Kompasspflanze). Ungegliederte Milchröhren besitzen &amp;#039;&amp;#039;[[Euphorbia lathyris]]&amp;#039;&amp;#039; (Kreuzblättrige Wolfsmilch) und &amp;#039;&amp;#039;[[Ficus elastica]]&amp;#039;&amp;#039; (Gummibaum).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungegliederte Milchröhren wachsen von der [[Keimung]] an mit der Pflanze mit und durchziehen den Pflanzenkörper als lange, mitunter weit verzweigte Schläuche.&lt;br /&gt;
Gegliederte Milchröhren entstehen später in der bereits ausgewachsenen Pflanze durch [[Zellfusion|Fusionierung]] von langgestreckten [[Parenchym]]zellen. Die Reste der aufgelösten Querwände sind im [[Mikroskop]] nur noch schwach sichtbar.&lt;br /&gt;
Durch Bildung von seitlichen Aussackungen können die Milchröhren seitliche Verzweigungen bilden und mit anderen Milchröhren in Verbindung treten (anastomisieren). Dadurch entsteht im Pflanzenkörper ein dichtes Netzwerk. In vielen Pflanzenarten bleiben jedoch die Schläuche auch ohne Querverbindungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von ihrer [[Physiologie]] und ihrer Funktionsweise her besteht kein Unterschied zwischen ungegliederten und gegliederten Milchröhren. Das Gefäßsystem ist in beiden Fällen vielkernig. Die [[Zellkern]]e und [[Mitochondrien]] werden dabei an die [[Zellmembran]] und die [[Zellwand]] gedrängt, während das gesamte Cytoplasma durch den Milchsaft ersetzt ist, in dem die restlichen [[Organellen]] (beispielsweise [[Ribosomen]]) enthalten sind. Milchsaft ist also keine tote Flüssigkeit, sondern lebendes Cytoplasma.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neubildung von Milchsaft ==&lt;br /&gt;
Wird das Gefäßsystem in einer lebenden Pflanze oder einem Pilz[[fruchtkörper]] verletzt, so fließt der Milchsaft mit den darin enthaltenen Ribosomen und [[Mitochondrien]] aus. Der austretende Milchsaft härtet an der Luft aus und verschließt so die [[Wunde]]. Unmittelbar nach dem Ausfließen beginnt sofort die Neubildung von Milchsaft, die je nach ausgeflossener Menge nach etwa 2 Tagen abgeschlossen ist. Das ist nur deshalb möglich, weil normalerweise einige funktionstüchtige Organellen und Zellkerne sowie Enzyme in den leergelaufenen Milchröhren verbleiben und die [[Synthese]] der im Milchsaft enthaltenen Stoffe durchführen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung des Milchsafts für die Organismen ==&lt;br /&gt;
Die Bedeutung des Milchsafts war zur Zeit seiner Entdeckung noch weitgehend unklar. Man vermutete zunächst, dass die Milchröhren zur Leitung und Speicherung von [[Nährstoffe]]n verwendet wurden (Hanstein 1864, Schmalhausen 1877). Später wurde deutlich, dass dazu in den Pflanzen die [[Siebröhre]]n dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eher wahrscheinliche Funktion des Milchsafts ist der Schutz gegen Tierfraß. Der bittere Geschmack und die [[Gift]]igkeit der enthaltenen Stoffe bewirkt, dass vor allem [[Wirbeltiere]] vom Fressen der milchsaftführenden Pflanzen abgeschreckt werden. Gegen die [[Raupe (Schmetterling)|Raupen]] des [[Wolfsmilchschwärmer]]s (&amp;#039;&amp;#039;Hyles euphorbiae&amp;#039;&amp;#039;) und des [[Oleanderschwärmer]]s (&amp;#039;&amp;#039;Daphnis nerii&amp;#039;&amp;#039;) nutzt dieser Schutz jedoch nichts. Möglicherweise haben sich in ihrem Stoffwechsel Schutzmechanismen gegen die giftigen Inhaltsstoffe entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Funktion des Milchsaftes dürfte der Schutz der Organismen vor [[Infektion]]en sein. Zum einen wirken die enthaltenen [[Gerbstoff]]e und Alkaloide [[Antibiotika|antibiotisch]], zum anderen wird durch das Eintrocknen und Festwerden des Milchsafts beim Austritt aus einer Wunde ein rascher [[Wundverschluss]] erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung des Milchsafts für den Menschen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Latex - Hevea - Cameroun.JPG|mini|Latexgewinnung]]&lt;br /&gt;
Milchsäfte verschiedenster Pflanzen, aber auch Harze, [[Baumsaft|Baumsäfte]], Honig, Blut, [[Bitumen]] und andere Substanzen, wurden schon seit dem [[Altpaläolithikum]] von [[Mensch]]en und [[Neandertaler]]n als [[Klebstoff|Klebemittel]] bei der [[Schäftung (Vor- und Frühgeschichte)|Schäftung]] zur Herstellung von Kompositgeräten verwendet,&amp;lt;ref&amp;gt;Yonatan Sahle: &amp;#039;&amp;#039;Ethnoarchaeology of compound adhesive production and scraper hafting: Implications from Hadiya (Ethiopia)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Anthropological Archaeology&amp;#039;&amp;#039;, Band 53, 2019, S. 43–50, {{doi|10.1016/j.jaa.2018.11.001}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; auch im [[Mittelpaläolithikum]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ilaria Degano, Sylvain Soriano, Paola Villa, Luca Pollarolo, Jeannette J. Lucejko, Zenobia Jacobs, Katerina Douka, Silvana Vitagliano, Carlo Tozzi: &amp;#039;&amp;#039;Hafting of Middle Paleolithic tools in Latium (Central Italy): New data from Fossellone and Sant’Agostino Caves&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[PLOS ONE]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 14, Nr. 6, Juni 2019, Artikel e0213473, {{doi|10.1371/journal.pone.0213473}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; und von [[Jäger und Sammler|Jägern und Sammlern]] des 21. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadley&amp;quot;&amp;gt;Lyn Wadley, Gary Trower, Lucinda Backwell, [[Francesco d’Errico]]: &amp;#039;&amp;#039;Traditional glue, adhesive and poison used for composite weapons by Ju/’hoan San in Nyae Nyae, Namibia. Implications for the evolution of hunting equipment in Prehistory&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;PLOS ONE&amp;#039;&amp;#039;, Band 10, Nr. 10, Oktober 2015, Artikel e0140269, {{doi|10.1371/journal.pone.0140269}} [https://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0140269&amp;amp;type=printable (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Alkaloide]], die im Milchsaft vieler Arten enthalten sind, werden vom Menschen schon lange medizinisch genutzt. In der [[Naturheilkunde]] wird der [[gift]]ige Milchsaft von [[Wolfsmilch]] („Wolfsmilch“, in getrockneter Form &amp;#039;&amp;#039;Euphorbium&amp;#039;&amp;#039;), Gänsedistel oder [[Schöllkraut]] gegen Magenbeschwerden, Leberschwäche und Kurzatmigkeit eingesetzt. Äußerlich wird der Milchsaft zur Verätzung von [[Warze]]n und verdünnt bei Hautkrankheiten eingesetzt. Wegen seiner Giftigkeit wurden und werden von verschiedenen Ethnien Pfeilspitzen mit Milchsaft benetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wadley&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Latex, der Milchsaft des [[Kautschukbaum]]s (&amp;#039;&amp;#039;Hevea brasiliensis&amp;#039;&amp;#039;), heißt in getrockneter Form [[Kautschuk]] und wird zur Produktion von [[Naturkautschuk]] verwendet. Durch [[Vulkanisation]], also das Einbringen von [[Schwefel]] und Erhitzen, wird das Material stabilisiert, dieses Endprodukt wird als [[Gummi]] bezeichnet. [[Latexkleidung]] wird üblicherweise aus natürlichem Gummi hergestellt, [[Schutzhandschuh#Material|Latexhandschuhe]] werden wegen der allergenen Wirkung oft durch Kunststoffe substituiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als umweltfreundliche Alternative zur Gewinnung des Rohstoffes auf Kautschukplantagen, für die oft [[tropischer Regenwald]] gerodet wird, wird mittlerweile auch Löwenzahn-Kautschuk vom [[Russischer Löwenzahn|Russischen Löwenzahn]] verwendet. Während aus diesem Produkt bereits [[Fahrradbereifung|Fahrradreifen]] erhältlich sind, befinden sich [[Reifen]] für LKW und PKW noch in der Testphase.&amp;lt;ref&amp;gt;Eileen Stiller: &amp;#039;&amp;#039;Blumen zu Reifengummi.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[National Geographic Deutschland|National Geographic]]&amp;#039;&amp;#039; Nr. 3 vom März 2022, S. 18–19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Milchsaft des [[Breiapfelbaum]]s ([[Chicle]]) dient zur Produktion von [[Kaugummi]]. Aus dem Milchsaft von [[Akazien]] gewinnt man [[Gummi arabicum]]. Zur Gewinnung des Milchsafts wird in jedem Fall die Rinde des Baumes v-förmig angeritzt, so dass die Flüssigkeit an einer Seite des Stamms heraustropft und dort in Behältern aufgefangen werden kann. Anschließend wird der Saft durch Verdampfung oder Zentrifugierung eingedickt und mit [[Ammoniak]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Milchsaft unreifer Fruchtkapseln des [[Schlafmohn]]s wird [[Opium]] gewonnen, das wie die davon abgeleiteten Produkte [[Morphin]] und [[Heroin]] nicht nur als Rauschdroge, sondern auch als Schmerzmittel Verwendung fand oder noch findet. Wegen der [[sucht]]erzeugenden Wirkung wird die medizinische Nutzung jedoch im Allgemeinen unter strenger Kontrolle durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Milchsaft der [[Convolvulus scammonia|orientalischen Purgierwinde]] diente wegen seines Gehaltes an dem glykosidischen Skammonin als drastisches [[Abführmittel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Latextest]] oder Latex-Agglutinationstest ist ein Verfahren der [[Laboratoriumsmedizin]] zum Nachweis und Sichtbarmachen von [[Antigen-Antikörper-Reaktion]]en, bei dem [[Antikörper]] oder [[Antigene]] an Latexpartikel gebunden wurden. Allerdings bestehen die Partikel meist aus [[Polystyrol]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book|title=LaborMedizin|url=https://books.google.de/books?id=ckZGSL8IZtcC&amp;amp;pg=PA75&amp;amp;hl=de|year=2011|publisher=Schattauer Verlag|isbn=978-3-7945-6656-3|pages=75}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Nultsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Botanik&amp;#039;&amp;#039;, 7. Auflage, Thieme, 1982&lt;br /&gt;
* Richter, Gerhard: &amp;#039;&amp;#039;Stoffwechselphysiologie der Pflanzen&amp;#039;&amp;#039;, 5. Auflage, Thieme, 1988&lt;br /&gt;
* [[Eduard Strasburger]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Botanik&amp;#039;&amp;#039;, 51. Aufl. 1978&lt;br /&gt;
* [[Otto Schmeil]]: &amp;#039;&amp;#039;Flora von Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, 88. Aufl., Quelle und Meyer, 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Latex}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenprodukt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenphysiologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TheGlobetrotter</name></author>
	</entry>
</feed>