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	<title>Michael Kohlhaas - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Michael_Kohlhaas&amp;diff=86151&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-39428-20: /* Handlung */ Eigenname Kohlhaas lautet im Genitiv Kohlhaas’</title>
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		<updated>2026-01-08T23:01:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Handlung: &lt;/span&gt; Eigenname Kohlhaas lautet im Genitiv Kohlhaas’&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- {{Infobox Drama (kein Drama)&lt;br /&gt;
|T = Michael Kohlhaas&lt;br /&gt;
|OT =&lt;br /&gt;
|Gattung = Novelle&lt;br /&gt;
|OS = deutsch&lt;br /&gt;
|Autor = [[Heinrich von Kleist]]&lt;br /&gt;
|LitVorl =&lt;br /&gt;
|EJahr = [[1810]]&lt;br /&gt;
|UA =&lt;br /&gt;
|UAort =&lt;br /&gt;
|OrtZeit = Deutschland, Mitte 16. Jhdt.&lt;br /&gt;
|Pers =&lt;br /&gt;
* Michael Kohlhaas&lt;br /&gt;
* Elisabeth Kohlhaas&lt;br /&gt;
* Nagelschmidt&lt;br /&gt;
* Räuberbande&lt;br /&gt;
* Martin Luther&lt;br /&gt;
* Heinrich von Geusau&lt;br /&gt;
* Graf Wrede&lt;br /&gt;
* Wenzel von Tronka&lt;br /&gt;
* Hinz und Kunz von Tronka, verwandt mit Wenzel von Tronka&lt;br /&gt;
* Kurfürst von Brandenburg&lt;br /&gt;
* Kurfürst von Sachsen&lt;br /&gt;
* Zigeunerin&lt;br /&gt;
* Nebenpersonen&lt;br /&gt;
}}--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Erstausgaben für Wikipedia I 092.jpg|mini|Beginn der Erzählung &amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
im Novellenband von 1810]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Novelle]] von [[Heinrich von Kleist]]. Ein erstes Fragment erschien in der [[Phöbus (Zeitschrift)#Sechstes Heft, Juni 1808|Juniausgabe 1808]] von [[Heinrich von Kleist|Kleists]] Literaturzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Phöbus (Zeitschrift)|Phöbus]]&amp;#039;&amp;#039;. In vollständiger Form wurde sie 1810 im ersten Band von Kleists &amp;#039;&amp;#039;Erzählungen&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und handelt vom Pferdehändler Michael Kohlhaas, der gegen ein Unrecht, das man ihm angetan hat, zur [[Selbstjustiz]] greift und dabei nach der Devise handelt: &amp;#039;&amp;#039;[[Fiat iustitia et pereat mundus]]&amp;#039;&amp;#039; (dt.: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Carl August Hugo Burkhardt]] |Titel=Der historische Hans Kohlhase und Heinrich von Kleist’s Michael Kohlhaas |Ort=Leipzig |Datum=1864 |Online=https://digital.zlb.de/viewer/image/15815596/1/ |Abruf=2018-10-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Ernst Bloch]] nannte daher Michael Kohlhaas auch den „[[Don Quijote]] rigoroser bürgerlicher Moralität“.&amp;lt;ref&amp;gt;Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Unverworrene Idee, Übereinstimmung des Willens mit dem Endzweck&amp;#039;&amp;#039; im Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;Über den Begriff Weisheit.&amp;#039;&amp;#039; Gesamtausgabe in 16 Bänden. Suhrkamp, Band 10, 1953, S.&amp;amp;nbsp;355–395, S.&amp;amp;nbsp;376. Vgl. Bloch: &amp;#039;&amp;#039;Über Rechtsleidenschaft innerhalb des positiven Gesetzes. Kohlhaas und der Ernst des [[Minos]].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Naturrecht und menschliche Würde.&amp;#039;&amp;#039; GA Bd. 6, ebd. 1961, 1972, S. 93–96; Auszug in Rainer Siegle (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas. Mit Materialien.&amp;#039;&amp;#039; Klett, Stuttgart 1979 u. ö., Reihe: Editionen. ISBN 3-12-351500-1, S. 138–140.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisches Vorbild der Figur war [[Hans Kohlhase]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Pins - Woodcuts for Heinrich von Kleist’s Michael Kohlhaas 07.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;קולהאס משחרר את כנופיתו&amp;#039;&amp;#039; („Er löst seinen Heerhaufen auf“), Holzschnitt von [[Jacob Pins]] für die [[Ivrit|hebräischsprachige]] Ausgabe von 1953]]&lt;br /&gt;
=== Politischer Hintergrund ===&lt;br /&gt;
Um 1800 sorgten in [[Preußen]] sowohl die außenpolitischen Misserfolge (Niederlage im Krieg gegen [[Napoleon Bonaparte|Napoleon]]) als auch die unklaren innenpolitischen Verhältnisse (unterschiedliches Verhalten deutscher Fürsten gegenüber Napoleon) für Unzufriedenheit. Kleist stellte sich entschieden gegen Frankreich, seine Haltung war reformbestimmt. „Kohlhaas lebt in jenen Dekaden des frühen 16. Jahrhunderts, als sich der [[Absolutismus|absolutistische]] Staat zu etablieren beginnt, gleichzeitig aber das staatsrechtliche Denken des [[Mittelalter]]s seinen Einfluss noch nicht verloren hat. Im absolutistischen Staat ist der [[Selbsthilfe (Recht)|Selbsthilfe]] kein Raum mehr gegeben. Das unterscheidet ihn von der mittelalterlichen Gesellschaftsverfassung. Der mittelalterliche &amp;#039;&amp;#039;[[Sachsenspiegel]]&amp;#039;&amp;#039; drückte nicht nur das Recht, sondern gar die Pflicht des Einzelnen aus, die ungesetzlichen Handlungen der Obrigkeit zurückzuweisen. Von hier aus gesehen, kann man sagen, dass in Kleists Kohlhaas mittelalterliche und frühabsolutistische Rechtsvorstellungen miteinander im Streit liegen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wörtlicher Auszug aus dem Nachwort von Paul Michael Lützer in: &amp;#039;&amp;#039;„Michael Kohlhaas“ von Heinrich Kleist.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, 1982, S.&amp;amp;nbsp;121.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine rechtlich-politischen Forderungen brachte er in seinem &amp;#039;&amp;#039;Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039; zum Ausdruck, ohne dabei politischer [[Agitation]] verdächtigt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historischer Kohlhaas ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Hans Kohlhase}}&lt;br /&gt;
In seiner Novelle verarbeitete Heinrich von Kleist die Geschichte von Hans Kohlhase. Dieser lebte im 16. Jahrhundert als Kaufmann im brandenburgischen [[Alt-Kölln|Cölln]] an der Spree. Am 1. Oktober des Jahres 1532 begab er sich auf eine Reise zur [[Leipziger Messe]]. Auf dem Weg dorthin wurden ihm jedoch auf Geheiß des [[Deutscher Adel#Edelfreie|Junkers]] Günther von Zaschwitz (auch: Zaschnitz) zwei seiner Pferde abgenommen mit der Begründung, er habe sie gestohlen. Kohlhase versuchte, juristisch dagegen vorzugehen. [[Vergleich (Recht)|Vergleichsverhandlungen]] fanden am 13. Mai 1533 auf der [[Burg Düben]] statt, führten jedoch zu keiner friedlichen Beilegung des Konfliktes. Ein Grund bestand vor allem darin, dass der Ritter von Zaschwitz inzwischen verstorben war und seine Erben eine angemessene Entschädigungszahlung verweigerten. Aus diesem Grund erklärte Kohlhase 1534 die [[Fehde]] und es wird berichtet, dass er Häuser in [[Wittenberg]] niederbrannte. Er beging weitere Verbrechen. Schließlich wurde er ergriffen und am 22. März 1540 in Berlin öffentlich hingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrike Rückert: [http://www.deutschlandfunk.de/vorbild-fuer-kleists-novelle-die-hinrichtung-von-hans.871.de.html?dram:article_id=314930 &amp;#039;&amp;#039;Vorbild für Kleists Novelle – Die Hinrichtung von Hans Kohlhase.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Deutschlandfunk]] vom 22. März 2015, abgerufen am 10. Januar 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinrich von Kleist blieb in der Schilderung der Ereignisse jedoch nicht authentisch, da ihm die Untersuchungsakten von 1539 nicht zugänglich waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
=== Handlung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Personendiagramm Michael Kohlhaas (Kleist).png|mini|Personenkonstellation von Michael Kohlhaas]]&lt;br /&gt;
Der im [[Brandenburg]]ischen lebende, angesehene Rosshändler Michael Kohlhaas reist mit zum Verkauf bestimmten [[Hauspferd|Reitpferden]] nach [[Sachsen]]. Unterwegs wird er jedoch an der Burg des [[Adel|Junkers]] Wenzel von Tronka mit der willkürlichen Forderung nach einem [[Reisepass|Passierschein]] aufgehalten. Nachdem Kohlhaas in Dresden festgestellt hat, dass es einen solchen Passierschein nicht gibt, erfährt er bei seiner Rückkehr, dass seine beiden als [[Pfand (Recht)|Pfand]] zurückgelassenen Pferde durch den Einsatz in harter Feldarbeit abgemagert und damit wertlos geworden sind. Zudem ist sein Knecht Herse von den Bediensteten des Junkers brutal misshandelt worden. Schwer verletzt konnte er sich noch bis Kohlhasenbrück durchschlagen und erzählt dem Rosshändler nun in allen Einzelheiten, was ihm und den beiden Rappen auf der Tronkenburg angetan wurde. Gegen dieses Unrecht reicht Kohlhaas beim Kurfürsten von Sachsen eine Klage ein, die jedoch auf Drängen der Familie von Tronka abgewiesen wird. Weitere Versuche Kohlhaas’, sich Gehör zu verschaffen, enden mit Beschimpfungen und Drohungen und schließlich mit dem Tod seiner Frau, die ihre Beschwerde beim brandenburgischen Kurfürsten anbringen will, aber beim Versuch, zu ihm vorzudringen, von einem Büttel schwer verletzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Enttäuscht darüber, dass er auf juristischem Weg keine Gerechtigkeit erfährt, beginnt Kohlhaas nach dem Verlust seiner Frau einen Rachefeldzug gegen den Junker Wenzel von Tronka: Er möchte nicht in einem Land leben, „in welchem man mich in meinen Rechten nicht schützen will. Lieber ein Hund sein, wenn ich von Füßen getreten werden soll, als ein Mensch!“ Er überfällt die Tronkenburg und tötet alle Bewohner. Den Junker selbst, der als einziger entkommen konnte, verfolgt er mit einem wachsenden [[Heerhaufen]] zunächst bis zum Klosterstift Erlabrunn und schließlich bis nach [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]], das er mehrmals in Brand setzt. Einem Gerücht zufolge gelangt Kohlhaas schließlich nach [[Leipzig]], das er ebenfalls anzünden lässt. In der Folge kommt es zu einem Gespräch mit [[Martin Luther]], der Kohlhaas zuvor öffentlich verurteilt hat. Nachdem dieser ihm jedoch seine Situation geschildert hat, erwirkt Luther durch eine Bittschrift für Kohlhaas dessen [[freies Geleit]] nach Dresden, um die Klage erneut vor Gericht bringen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Dresden lebt Kohlhaas zunächst unbehelligt im Schutz des freien Geleits. In der Zwischenzeit haben sich versprengte Reste seines aufgelösten Heerhaufens gesammelt und ziehen raubend und plündernd durch das Land. Ihr Anführer ist Johann Nagelschmidt, der vorgibt, der [[Statthalter]] und Vertraute von Kohlhaas zu sein. Tatsächlich aber hatte Kohlhaas ihn wegen verschiedener Gräueltaten hängen lassen wollen. Nur die Entlassung des Haufens aufgrund der [[Amnestie]] rettete Nagelschmidts Leben. Kohlhaas kann den Verdacht entkräften, mit Nagelschmidt zu kollaborieren. Bald darauf jedoch bemerkt er, dass sein Haus von Wachen umstellt ist und er unter [[Hausarrest#Hausarrest im öffentlichen Recht|Hausarrest]] steht. Da erreicht ihn ein Bote von Nagelschmidt, den der Kurfürst selbst mit dessen Brief zu ihm geschickt hat, um den Verdacht zu überprüfen, ob Kohlhaas mit Nagelschmidt gemeinsame Sache macht. Der will ihn aus [[Dresden]] befreien und bietet ihm das Kommando über den inzwischen in militärische Bedrängnis geratenen Haufen an. Kohlhaas nimmt dieses Angebot an, jedoch nur, damit er aus Dresden entkommen kann, um sich „nach der [[Levante]] oder Ostindien“ einzuschiffen. Die Behörden haben sowohl die Botschaft als auch die Antwort abgefangen. Dies liefert schließlich den Grund für seine Verhaftung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der Zeit ersucht der König von Polen, im Streit mit dem Haus Sachsen stehend, den Kurfürsten von Brandenburg, gemeinsam gegen dieses vorzugehen. Nun betreibt der Kurfürst von Brandenburg die Sache von Kohlhaas. Um diesen vor weiterem Unrecht zu bewahren, bietet er ihm einen fairen Prozess in Berlin an. Der führt dann tatsächlich zur Verurteilung des Junkers von Tronka auf [[Schadensersatz]], allerdings wird zugleich auch Kohlhaas wegen [[Landfriedensbruch]]s zum Tode verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor der Hinrichtung erfährt der Kurfürst von Sachsen, dass sich Kohlhaas im Besitz einer [[Zigeuner]]-[[Prophezeiung]] befindet, die dieser in einer Kapsel an seiner Brust immer bei sich trägt, ohne dass er den Inhalt kennt. Er behält sie bei sich, weil die Wahrsagerin ihm bei der Übergabe mitgeteilt hatte, dass sie sein Leben schützen werde. Sie beinhaltet den Namen des letzten Herrschers aus dem Hause des sächsischen Kurfürsten, das Datum, wann er sein Reich verlieren werde, und den Namen dessen, durch den das Reich ende. Alle Versuche des sächsischen Kurfürsten, ihm diese Prophezeiung abzunehmen, misslingen. Dessen Bemühungen, Kohlhaas vom brandenburgischen Kurfürsten begnadigen zu lassen, scheitern daran, dass der sächsische Kurfürst selbst, um seiner Anklage mehr Nachdruck zu verleihen, den Kaiser in Wien um Beistand gebeten hatte, der nun durch seinen Ankläger in Berlin den Landfriedensbruch, dessen Kohlhaas sich schuldig gemacht hat, aufs Schärfste verfolgen lässt. Auf dem [[Schafott]] nimmt sich Kohlhaas vor den Augen des inkognito anwesenden, aber von ihm erkannten sächsischen Kurfürsten die Kapsel ab, liest den Inhalt und verschluckt den Zettel mit der Prophezeiung. Der sächsische Kurfürst, dessen Rechtsbruch für Kohlhaas unverzeihlich ist, so dass er lieber in den Tod geht, als ihm den Zettel zu geben, erleidet einen [[Nervenzusammenbruch]], während sowohl der brandenburgische Kurfürst als auch Kohlhaas selbst völlig mit sich im Reinen sind, denn die Gerechtigkeit ist wiederhergestellt worden. Kohlhaas erblickt vor seinem Tode noch die vom Junker von Tronka dickgefütterten Rappen und vermacht sie seinen beiden ältesten Söhnen. Er ist einverstanden damit, für seinen Rachefeldzug, der auch Unschuldige das Leben gekostet hat, aufs Schafott zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verschiedene Rechtsauffassungen ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039; reflektiert den ständigen Konflikt zwischen verschiedenen Rechtsauffassungen, insbesondere denen des [[Mittelalter]]s und denen der [[Aufklärung]]. Kohlhaas selbst scheint sich in seinen Gedanken bzw. Handlungen nahe an denen aufklärerischer Philosophen, beispielsweise [[John Locke]]s, zu bewegen. Seine Selbstjustiz könnte dementsprechend als Austritt aus dem [[Vertragstheorie|Gesellschaftsvertrag]] gedeutet werden: Nachdem der Staat seiner Pflicht, Gerechtigkeit zu schaffen, nicht nachgekommen ist, nimmt Kohlhaas das Gesetz selbst in die Hand. &amp;#039;&amp;#039;Kohlhaas: „Verstoßen […] nenne ich den, dem der Schutz der Gesetze versagt ist! […] und wer ihn mir versagt, der stößt mich zu den Wilden der Einöde hinaus; er gibt mir […] die Keule, die mich selbst schützt, in die Hand“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Reclam-Ausgabe, S.&amp;amp;nbsp;44, Z.&amp;amp;nbsp;13 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Kohlhaas’ Rechtsübertretungen lassen sich durch die Philosophie Lockes rechtfertigen, der in &amp;#039;&amp;#039;Die natürlichen Rechte des Menschen&amp;#039;&amp;#039; schreibt: „Ein jeder hat somit das Recht, diejenigen, die das Gesetz überschreiten, in dem Maße zu strafen, wie es nötig ist, eine neue Verletzung zu verhindern“. Andererseits stehen Kohlhaas’ Taten in keinem Verhältnis zu dem an ihm verübten Unrecht; insbesondere durch seine Mordbrennereien kommen viele Unbeteiligte und Unschuldige zu Schaden. Bei seinen Gesetzesüberschreitungen spielen neben seinem Rechtsgefühl Faktoren wie z.&amp;amp;nbsp;B. verletzter Stolz oder der Wunsch nach Rache (für seine getötete Frau) eine wesentliche Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kohlhaasens aufklärerische Gedanken stellen einen [[Anachronismus]] dar. Da Kohlhaas laut der Erzählung in der „Mitte des 16. Jahrhunderts“, also vor der Zeit der Aufklärung lebte, liegt es nahe, dass Kleist Vorstellungen seiner eigenen Epoche auf seine (historische) literarische Figur projizierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Widersprüchlich ist auch Kohlhaasens juristische Forderung nach Genugtuung – ein Begriff, der an die (mittelalterliche) Duell- und Fehdepraxis erinnert. Auch seine „Kohlhaasischen Mandate“ lassen einen solchen Schluss zu; das [[Fehde]]recht war allerdings zu Kohlhaas’ Zeit schon außer Kraft, was jedoch von großen Teilen des Adels, aus dem von Kleist ja selber stammte, ignoriert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kohlhaas’ unerschütterliches Verlangen nach Gerechtigkeit findet im Laufe der Erzählung auf verschiedene Weise Ausdruck: Nachdem der legale Weg fehlschlägt und Kohlhaas dabei sogar seine Frau verliert, weiß er sich nicht mehr anders zu helfen als durch Selbstjustiz. In diesem Vorhaben wird er allerdings vollkommen maßlos, sein persönlicher Racheakt gegen den Junker weitet sich zu einem blutigen Feldzug gegen alles und jeden aus. Das später über ihn verhängte Todesurteil akzeptiert Kohlhaas wiederum als gerechte Strafe, wodurch sich abschließend bestätigt, dass Gerechtigkeit für ihn allerhöchsten Wert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
[[Franz Kafka]] erwähnte in einem Brief&amp;lt;ref&amp;gt;Kafkas Brief an Felice Bauer vom 9. zum 10. Februar 1913.&amp;lt;/ref&amp;gt; an [[Felice Bauer]] die Novelle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gestern abend habe ich Dir nicht geschrieben, weil es über Michael Kohlhaas zu spät geworden ist (kennst Du ihn? Wenn nicht, dann lies ihn nicht! Ich werde Dir ihn vorlesen!), den ich bis auf einen kleinen Teil, den ich schon vorgestern gelesen hatte, in einem Zug gelesen habe. Wohl schon zum zehnten Male. Das ist eine Geschichte, die ich mit wirklicher Gottesfurcht lese, ein Staunen faßt mich über das andere, wäre nicht der schwächere, teilweise grob hinuntergeschriebene Schluß, es wäre etwas Vollkommenes, jenes Vollkommene, von dem ich gern behaupte, daß es nicht existiert. (Ich meine nämlich, selbst jedes höchste Literaturwerk hat ein Schwänzchen der Menschlichkeit, welches, wenn man will und ein Auge dafür hat, leicht zu zappeln anfängt und die Erhabenheit und Gottesähnlichkeit des Ganzen stört.)“&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Heller, Jürgen Born (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Briefe an Felice und andere Korrespondenz aus der Verlobungszeit.&amp;#039;&amp;#039; 11. Aufl. 2009 (Taschenbuch), S. 291 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmungen ==&lt;br /&gt;
* 1967: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039;. Regie: [[Wolf Vollmar]] (TV-Siebenteiler, Titelrolle [[Rolf Boysen]])&lt;br /&gt;
* 1969: &amp;#039;&amp;#039;[[Michael Kohlhaas – der Rebell]]&amp;#039;&amp;#039;. Titelrolle: [[David Warner]]; Regie: [[Volker Schlöndorff]]&lt;br /&gt;
* 1999: &amp;#039;&amp;#039;[[Reiter auf verbrannter Erde]]&amp;#039;&amp;#039; (Orig. &amp;#039;&amp;#039;The Jack Bull&amp;#039;&amp;#039;). Regie: [[John Badham]], nach Motiven der Novelle&lt;br /&gt;
* 2012: &amp;#039;&amp;#039;[[Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel|Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel]]&amp;#039;&amp;#039;. Regie: [[Aron Lehmann]]&lt;br /&gt;
* 2013: &amp;#039;&amp;#039;[[Michael Kohlhaas (2013)|Michael Kohlhaas]].&amp;#039;&amp;#039; Regie: [[Arnaud des Pallières]] (Titelrolle: [[Mads Mikkelsen]])&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/2247597/ „Ewiger Kampf um Gerechtigkeit“ – Neu im Kino: „Michael Kohlhaas“ von Arnaud de&amp;lt;!--sic!--&amp;gt; Pallières], Rezension von Jörg Taszman im Deutschlandradio Kultur vom 18. September 2013, abgerufen am 19. September 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kinematografischen Bereich werden Filme wie &amp;#039;&amp;#039;[[Sugarland Express]]&amp;#039;&amp;#039; (1974) von [[Steven Spielberg]] oder &amp;#039;&amp;#039;[[Zeit der Vergeltung]]&amp;#039;&amp;#039; (1985) von [[Matthew Robbins]] dem Kohlhaas-Motiv zugeschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{internetquelle|hrsg = WordPress.com|url = http://muvika.wordpress.com/2009/11/20/youth-in-revolt-the-legend-of-billie-jean/|titel = Youth in Revolt: The Legend of Billie Jean|sprache = englisch|datum = 2009-11-20|zugriff = 2013-04-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertonung ==&lt;br /&gt;
* 2024: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas,&amp;#039;&amp;#039; op. 123, Oper von [[Stefan Heucke]]. Libretto vom Komponisten und Ronny Scholz (Uraufführung am [[Theater Regensburg]])&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.oper-magazin.de/kritiken/auffuehrungen-international/michael-kohlhaas-regensburg-2024/ |titel=Michael Kohlhaas, Theater Regensburg ¦ OPER! |datum=2024-05-27 |sprache=de-DE |abruf=2024-05-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2025: Die österreichische Musikgruppe Allerseelen veröffentlichte das Lied &amp;quot;Schwefelfaden. Michael Kohlhaas&amp;quot; auf der CD Compilation Mysterium Tremendum: https://mindonfireproduktionen.bandcamp.com/track/schwefelfaden-michael-kohlhaas, . https://www.discogs.com/de/release/35392405-Various-Mysterium-Tremendum-The-dark-side-of-salvation-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspiel ==&lt;br /&gt;
* 1929: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas.&amp;#039;&amp;#039; Regie: [[Franz Joseph Engel (Regisseur)|Franz Joseph Engel]], u.&amp;amp;nbsp;a. mit [[Rudolf Rittner]] (Michael Kohlhaas), [[Marianne Rub]] (Lisbeth, seine Frau), [[Herbert Brunar]] (Wenzel von Tronka), [[Bruno Gerhard]] (Hans von Tronka), [[Friedrich Reinicke]] (Kunz von Tronka) und [[Siegfried Bruck]] (Burgvogt der Tronkenburg/Meister Himboldt) ([[Schlesische Funkstunde]])&lt;br /&gt;
* 1953: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas.&amp;#039;&amp;#039; Regie: [[Ulrich Lauterbach]], u.&amp;amp;nbsp;a. mit [[Walter Richter]] (Kohlhaas), [[Heinz Schimmelpfennig (Schauspieler)|Heinz Schimmelpfennig]] (Herse, Kohlhaas’ Knecht), Annedore Huber (Lisbeth, Kohlhaas’ Frau), [[Friedrich Schoenfelder]] (Prinz Christian von Meißen), [[Konrad Georg]] (Junker Wenzel von Tronka)&lt;br /&gt;
* 1962: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist.&amp;#039;&amp;#039; [[Norddeutscher Rundfunk]], Regie: [[Kraft-Alexander zu Hohenlohe-Oehringen|Kraft-Alexander]], u.&amp;amp;nbsp;a. mit [[Walter Richter]] (Kohlhaas), [[Eva-Ingeborg Scholz]] (Lisbeth), [[Josef Dahmen]] (Herse), [[Robert Meyn]] (Wenzel), [[Richard Münch (Schauspieler)|Richard Münch]] (Prinz Christian)&lt;br /&gt;
* 1974: &amp;#039;&amp;#039;«Michael Kohlhaas» von Heinrich von Kleist.&amp;#039;&amp;#039; [[Sender Freies Berlin]]. Hörspielbearbeitung: [[James Saunders (Schriftsteller)|James Saunders]], Regie: [[Rolf von Goth]], mit [[Hans Dieter Zeidler]] (Michael Kohlhaas), [[Carla Hagen]] (Lisbeth Kohlhaas), [[Lothar Blumhagen]] (Kurfürst von Sachsen), [[Ernst Wilhelm Borchert]] (Martin Luther)&lt;br /&gt;
* 1976: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist.&amp;#039;&amp;#039; DDR, Komposition: [[Reiner Bredemeyer]], Regie: Hans-Dieter Meves, u.&amp;amp;nbsp;a. mit [[Horst Hiemer]] (Kohlhaas), [[Petra Kelling]] (Lisbeth), [[Klaus Manchen]] (Herse), [[Wilfried Ortmann]] (Luther), [[Jörg Gudzuhn]] (Junker von Tronka), [[Helmut Schellhardt]] (Burgvogt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörbuch ==&lt;br /&gt;
* 1972: Aufnahme des Südwestfunk, ungekürzte Lesung von Günther Sauer.&lt;br /&gt;
* 2001: Der Hörverlag – &amp;#039;&amp;#039;Novellen, gelesen von [[Rolf Boysen]].&amp;#039;&amp;#039; In dieser Ausgabe auch die Lesung von Michael Kohlhaas.&lt;br /&gt;
* 2008: Edition Hörbuch – &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas.&amp;#039;&amp;#039; Vollständige Lesung. Klett Verlag.&lt;br /&gt;
::Gelesen von Axel Thielmann, MP3-Format&lt;br /&gt;
::Gelesen wird die Textausgabe, zusätzlich enthält die CD den Text vollständig als PDF-Datei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2008: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist.&amp;#039;&amp;#039; Ungekürztes Hörbuch. LibriVox.&lt;br /&gt;
*:Gemeinfreies, also kostenlos verfügbares, Hörbuch&lt;br /&gt;
*:Gelesen wird vom gemeinfreien Text, der auf projekt-gutenberg.org abrufbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.projekt-gutenberg.org/kleist/kohlhaas/kohlhaas.html |titel=Heinrich von Kleist – Michael Kohlhaas – Aus einer alten Chronik (1810) |werk= |abruf=2020-06-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*:Verfügbar in MP4, MP3 und Ogg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2017: Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist, Reclam Hörbücher - Gelesen von Hans Sigl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Bearbeitungen, Adaptationen und Anspielungen ==&lt;br /&gt;
* 1828 erschien eine Bearbeitung von [[Gotthilf August von Maltitz]] unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Hans Kohlhas&amp;#039;&amp;#039; als Buch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10114363_00003.html |titel=MDZ-Reader {{!}} Band {{!}} Hans Kohlhas / Maltitz, Gotthilf A. von {{!}} Hans Kohlhas / Maltitz, Gotthilf A. von |abruf=2019-11-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ein Bühnenstück von [[Willy Winkler]], &amp;#039;&amp;#039;Eines Menschen Recht&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahre 1951, wurde 1958 in Bad Düben aufgeführt.&lt;br /&gt;
* Die Tragödie &amp;#039;&amp;#039;Palmsonntag eines Rosshändlers&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(Egy lócsiszár virágvasárnapja)&amp;#039;&amp;#039; des ungarischen Schriftstellers [[András Sütő]], erschienen 1975 und verarbeitet die Geschichte von Michael Kohlhaas, um die Umstände des [[Nicolae Ceaușescu|Ceaușescu-Regimes]] mit einem historischen Beispiel zu beleuchten.&lt;br /&gt;
* 1978 dramatisierte [[Frieder Schuller]], der damalige Dramaturg des deutschen Theaters von [[Sibiu|Hermannstadt]] in [[Rumänien]], Kleists Novelle unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Viele Grüße Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039;. Es kam zu ersten Proben, doch dann erhielt Schuller den Pass zur Ausreise und musste Rumänien verlassen. Die Aufführung, in der es um Willkür, Pass- und Grenzkonflikte ging, wäre im damaligen kommunistischen Rumänien vorhersehbar verboten worden.&lt;br /&gt;
* [[Elisabeth Plessen]] griff in ihrem 1979 erstmals erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039; die Kleistsche Geschichte auf und rekonstruierte sie teilweise aus historischen Dokumenten und Gerichtsakten. Insbesondere schildert sie Episoden aus Kohlhaas’ Kindheit und Jugend. Der Roman wurde von der Kritik positiv aufgenommen und war ein Verkaufserfolg.&lt;br /&gt;
* In dem Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Ragtime (Roman)|Ragtime]]&amp;#039;&amp;#039; von [[E. L. Doctorow|Edgar Lawrence Doctorow]] ist der Erzählstrang über das Leben des schwarzen Musikers &amp;#039;&amp;#039;Coalhouse Walker&amp;#039;&amp;#039; deutlich an &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039; angelehnt, worauf auch der Vorname anspielt. 1981 wurde das Buch unter der Regie von [[Miloš Forman]] [[Ragtime (Film)|verfilmt]].&lt;br /&gt;
* [[Christoph Hein]] bezog die Thematik auf die DDR in &amp;#039;&amp;#039;Der neuere (glücklichere) Kohlhaas. Bericht über einen Rechtshandel aus den Jahren 1972/73.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;In: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Nachtfahrt und früher Morgen&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1994, S. 81–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In [[Peter Bieri|Pascal Merciers]] Roman &amp;#039;&amp;#039;Der Klavierstimmer&amp;#039;&amp;#039; (1998) spielt die Geschichte von Michael Kohlhaas eine entscheidende Rolle. Dort ist er nicht nur eine der Hauptfiguren und Inspirationsquelle für eine Oper, sondern das Thema Selbstjustiz und die unterschiedlichen Auffassungen von Gerechtigkeit ziehen sich leitmotivisch durch den gesamten Roman.&lt;br /&gt;
* Eine andere literarische Bearbeitung ist der historische Roman von Corinna Bethke &amp;#039;&amp;#039;Bis vor den Richterstuhl Gottes: Die Fehde des Hans Kohlhase&amp;#039;&amp;#039; (Halle 2007).&lt;br /&gt;
* 2015 wurde am [[Maxim-Gorki-Theater]] in [[Berlin]] [[Yael Ronen]]s Bearbeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Yael Ronen#Das Kohlhaas-Prinzip, frei nach Heinrich von Kleist (2015)|Das Kohlhaas-Prinzip]]&amp;#039;&amp;#039; uraufgeführt.&lt;br /&gt;
* In dem 2017 erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Qualityland]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Marc-Uwe Kling]] wird der Protest des Protagonisten Peter Arbeitsloser mehrmals mit Kohlhaas’ Handeln verglichen.&lt;br /&gt;
* 2021 wurde an der Berliner [[Schaubühne am Lehniner Platz|Schaubühne]] &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039; in Regie von [[Simon McBurney]] und Annabel Arden uraufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilhelm Amann: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas. Oldenbourg Textausgaben – Text, Kommentar und Materialien.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2009, ISBN 978-3-637-00794-9.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Barthel: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ (1808–1810). Werden und Wirkung.&amp;#039;&amp;#039; Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 1993, ISBN 3-931060-07-1.&lt;br /&gt;
* Tilman von Brand, Jörg Scherz: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas. Oldenbourg Unterrichtsmaterial Literatur – Kopiervorlagen und Module für Unterrichtssequenzen.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-637-00796-3.&lt;br /&gt;
* Tilman von Brand: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas. Oldenbourg Textnavigator für Schüler – Inhaltsangabe, Analyse des Textes und Abiturvorbereitung.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-637-00795-6.&lt;br /&gt;
* Tilman von Brand: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas. Oldenbourg Interpretationen.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-637-00387-3.&lt;br /&gt;
* [[Carl August Hugo Burkhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Der historische Hans Kohlhase und Heinrich von Kleist’s Michael Kohlhaas.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1864 ([https://digital.zlb.de/viewer/image/15815596/1/ Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Klaus-Michael Bogdal: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039;. Fink, München 1981, ISBN 3-7705-1943-4.&lt;br /&gt;
* [[Helga Gallas]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Textbegehren des Michael Kohlhaas. Die Sprache des Unbewußten und der Sinn der Literatur&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1981, ISBN 3-499-25162-0.&lt;br /&gt;
* Bernhard Greiner: &amp;#039;&amp;#039;Kleists Dramen und Erzählungen: Experimente zum ‚Fall‘ der Kunst&amp;#039;&amp;#039;. UTB / Francke, Stuttgart / Tübingen / Basel 2000, ISBN 3-8252-2129-6 (UTB) / ISBN 3-7720-2276-6 (Francke).&lt;br /&gt;
* Bernd Hamacher: &amp;#039;&amp;#039;Erläuterungen und Dokumente: Heinrich von Kleist. Michael Kohlhaas.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-016026-X.&lt;br /&gt;
* Dirk Jürgens: &amp;#039;&amp;#039;Textanalyse und Interpretation zu Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Königs Erläuterungen und Materialien, Bd. 421). C.&amp;amp;nbsp;Bange Verlag, Hollfeld 2012, ISBN 978-3-8044-1963-6.&lt;br /&gt;
* Wolf Kittler: &amp;#039;&amp;#039;Die Geburt des Partisanen aus dem Geist der Poesie: Heinrich von Kleist und die Strategie der Befreiungskriege&amp;#039;&amp;#039;. Erw. Neuausgabe. Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 2011, ISBN 978-3-940494-42-9.&lt;br /&gt;
* Manfred Mitter: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas. Interpretationsimpulse.&amp;#039;&amp;#039; Merkur, Rinteln 2007, Textheft: ISBN 978-3-8120-0852-5, CD-ROM: ISBN 978-3-8120-2852-3.&lt;br /&gt;
* Theodor Pelster: &amp;#039;&amp;#039;Lektüreschlüssel. Heinrich von Kleist: „Michael Kohlhaas“.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-015334-5.&lt;br /&gt;
* Andrea Rinnert: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas. Interpretationshilfe. Deutsch.&amp;#039;&amp;#039; Stark, Hallbergmoos 2006, ISBN 978-3-89449-500-8.&lt;br /&gt;
* Ditmar Skrotzki: &amp;#039;&amp;#039;Ist Kleists Erzählung vom Kohlhaas wirklich die Geschichte des Rebellen Kohlhaas? Oder: Wie stoppt man den Teufel, der auf zwei Rappen durch Sachsen reitet?&amp;#039;&amp;#039; Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 1993, ISBN 3-931060-08-X.&lt;br /&gt;
* Stefanie Tieste: &amp;#039;&amp;#039;Heinrich von Kleist. Seine Werke&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Heilbronner Kleist-Materialien für Schule und Unterricht, Band&amp;amp;nbsp;2. Hrsg. [[Günther Emig]]). Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 2009, ISBN 978-3-940494-15-3.&lt;br /&gt;
* [[Andreas Voßkuhle]], Johannes Gerberding: &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas und der Kampf ums Recht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[JuristenZeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 2012, S. 917 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://imwerden.de/pdf/kleist_michael_kohlhaas.pdf Text der Novelle]&lt;br /&gt;
* [https://librivox.org/michael-kohlhaas-by-heinrich-von-kleist/ Lesung] bei librivox.org&lt;br /&gt;
* [https://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/schiller-kleist/schiller-kleist3.html Rechtslage in &amp;#039;&amp;#039;Michael Kohlhaas&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/projekte/epik/kohlhaas/index.html Unterrichtshilfe mit Stundenverläufen und Arbeitsblättern aus der Reihe &amp;#039;&amp;#039;Neue Medien im Deutschunterricht&amp;#039;&amp;#039;, einer Fortbildungsveranstaltung des Regierungspräsidiums Stuttgart]&lt;br /&gt;
* {{ADB|16|448|450|Kohlhase, Hans|[[Rochus von Liliencron|v. L.]]|ADB:Kohlhase, Hans}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Kleists Werke}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4099270-6|LCCN=n/90/601790|VIAF=185513233}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Michael Kohlhaas| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Novelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk von Heinrich von Kleist]]&lt;br /&gt;
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