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	<title>Michael Czacheritz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T08:07:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Michael_Czacheritz&amp;diff=2278026&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gudrun Meyer: /* Leben */ Korr BKL-Link</title>
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		<updated>2023-05-21T16:58:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; Korr BKL-Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Michael Czacheritz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[1420]] in [[Nysa|Neisse]], [[Fürstentum Neisse]]; † [[2. Juni]] [[1489]] in [[Kłodzko|Glatz]], [[Grafschaft Glatz]]) war [[Augustiner-Chorherren|Augustiner-Chorherr]] und von 1456 bis zu seinem Tod 1489 [[Propst]] des zum [[Erzbistum Prag]] gehörenden [[Augustiner-Chorherrenstift Glatz|Augustiner-Chorherrenstifts Glatz]]. Die von ihm verfasste Stiftschronik [[Cronica Monasterii Canonicorum Regularium (S. Augustini) in Glacz]] ist ein wichtiges Dokument zur Geschichte des [[Grafschaft Glatz|Glatzer Landes]] im 14. und 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Michael Czacheritz war der Sohn einer deutschen bürgerlichen Familie aus Neisse. Da er anlässlich der [[Immatrikulation]] an der [[Artistenfakultät]] der [[Universität Wien]] im Jahre 1441 keine Aufnahmegebühr entrichten musste, kann angenommen werden, dass seine Familie nicht sehr begütert war. 1448 erlangte er den Abschluss eines [[Sieben Freie Künste|„magister artium liberalium“]]. Aus dem Verzeichnis „magistri regentes“ der Universität ergibt sich, dass er in diesem Jahr bereits selbst Vorlesungen an der Artistenfakultät hielt. Das schon vorher begonnene Studium des [[Kirchenrecht|Kanonischen Rechts]] setzte er fort und schloss es mit dem Baccalaureat ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht bekannt, wann sich Czacheritz der geistlichen Laufbahn zuwandte und dem Orden der Augustiner-Chorherren beitrat. Am 15. August 1452 legte er die [[Ordensgelübde]] am Wiener [[Dorotheerkloster|Kloster St. Dorothea]] ab, das damals ein bedeutendes Reformkloster der Augustiner-Chorherren war und vom Herrscherhaus unterstützt wurde. 1456 wurde er vom [[Ordensoberer|Superior]] des Dorotheerklosters, dem das Recht zur Ernennung des Propstes („potestas eligendi praepositi“) für das Glatzer Augustiner-Chorherrenstift übertragen worden war, zum Nachfolger des verstorbenen Glatzer Propstes Jakobus ernannt. Dieser hatte sich zwar bemüht, die während der [[Hussitenkriege]] vernachlässigte klösterliche Ordnung wieder einzuführen, hatte jedoch damit keinen Erfolg. Deshalb hatte er sich, wie schon sein Vorgänger Heinrich Foytisdorf, an den Wiener [[Klostervorsteher]] mit der Bitte um Unterstützung gewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Wien brachte Michael Czacheritz drei weitere Mönche mit: den Magister Johannes von Rosenberg, Nikolaus von [[Zittau]] und den Baccalaureus Wenzel. Obwohl er bestrebt war, die notwendigen Reformen in Glatz durchzuführen, stieß er auf Ablehnung der dortigen Mönche. Zudem musste er sich schon bald mit der politischen Situation auseinandersetzen, die durch die Wahl [[Georg von Podiebrad|Georgs von Podiebrad]] zum König von Böhmen entstanden war und die auch das geistliche Leben beeinträchtigte. König Georg wurde vor allem von den [[Breslau]]ern abgelehnt, während ihn der Glatzer [[Klerus]] und die Glatzer Bevölkerung anerkannten. Da er bemüht war, den Glatzer Klerus aus dem Streit der [[Utraquisten]] mit der [[Alte Kirche|Alten Kirche]] herauszuhalten, las Propst Michael anlässlich eines Besuchs des Königs im Juli 1458 im Stift eine [[Heilige Messe|Messe]] für ihn und verweigerte ihm auch den [[Kuss (Liturgie)#Friedenskuss|Friedenskuss]] nicht. Da auch der Glatzer Landeshauptmann [[Hans von Warnsdorf]] die Position der Alten Kirche vertrat, wurde er von Propst Michael in die [[Kommunität]] der Augustiner-Chorherren aufgenommen. 1462 entsandte Michael zwei Mönche in das Glatzer Mutterkloster [[Augustiner-Chorherrenstift Raudnitz]], das während der [[Hussitenkriege]] weitgehend untergegangen war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Z-B8oH5Spt0C&amp;amp;pg=PA75&amp;amp;lpg=PA75&amp;amp;dq=Czacheritz&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=2e4fujWW26&amp;amp;sig=jJkU22tjmgeWle4p1_elsbkPzvg&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=112wTaKEM4uTswbetr39Cw&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result#v=onepage&amp;amp;q=Czacheritz&amp;amp;f=false Entsendung zweier Mönche in das Mutterkloster nach Raudnitz]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der Anhänglichkeit der Glatzer an ihren [[Landesherr]]n Georg von Podiebrad, der 1459 das Glatzer Land zur Grafschaft Glatz erhoben und seine Söhne zu Grafen von Glatz ernannt hatte, wurde die Grafschaft Glatz am 4. Juni 1467 vom [[Päpstlicher Legat|Päpstlichen Legaten]] und damaligem Bischof von [[Bistum Lavant|Lavant]], [[Rudolf von Rüdesheim]], mit dem [[Interdikt (Kirchenrecht)|Interdikt]] belegt. Als wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen [[Matthias Corvinus]] und Georg von Podiebrad das Glatzer Land sehr zu leiden hatte und auch der Stiftsbesitz in [[Szalejów Dolny|Schwedeldorf]] verwüstet wurde, erlaubte Propst Michael am 29. Juni 1467 seinen Mönchen, Zuflucht in anderen Stiften zu suchen. Er selbst begab sich zusammen mit dem Pfarrer von [[Radków|Wünschelburg]] im Auftrag des Glatzer Klerus zum Päpstlichen Legaten nach Breslau, um die Aufhebung des Interdikts zu erreichen. Nach tagelangen Verhandlungen, in denen er den Legaten Gehorsam und Unterstützung des Klerus und Volkes versprach, erreichte er zwar die Aufhebung, die der Legat jedoch kurze Zeit später widerrief. Deshalb unternahm Propst Michael im November d. J. zusammen mit dem Glatzer [[Johanniterkommende Glatz|Johanniter-Komtur]] Johannes von Troppau und dem Grafschafter [[Dekan (Kirche)|Dechanten]] Johann Rasor eine weitere Reise zum Legaten nach Breslau. Auf dem Weg dorthin nahmen sie am 29. November in der [[Nysa|Neissener]] [[Bischofshof (Nysa)|Bischofsresidenz]] Kontakt mit dem Breslauer Bischof [[Jost II. von Rosenberg|Jodok von Rosenberg]] auf, um ihn um Unterstützung zu bitten. Er konnte zwar nicht die Verhängung des Banns verhindern, erreichte aber immerhin, dass die Verkündigung zunächst zurückgehalten wurde. Das am 14. November 1467 ausgestellte Interdikt wurde über alle Orte verhängt, die zu Georg von Podiebrad hielten. Als Georgs Podiebrad Sohn, Herzog [[Heinrich I. (Münsterberg-Oels)|Heinrich d. Ä.]], der mit seiner Frau [[Ursula von Brandenburg]] auf dem [[Festung Glatz#Von der Grenzburg zum Schloss|Schloss Glatz]] residierte, an Weihnachten 1467 verlangte, dass die Geistlichen trotz des Interdikts Gottesdienste für die Gläubigen halten sollen, mussten die Augustiner-Chorherren, die sich an das Interdikt hielten, Glatz vorübergehend verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mit dem Interdikt demonstrierte Macht des Papstes fand jedoch nicht die Zustimmung der [[Liste der Erzbischöfe von Prag#Administratoren|Prager Administratoren]], die nun das Glatzer Dekanat, das eines der wenigen war, das zur Alten Kirche hielt, zu einem [[Archidiakonat]] erhoben. Dadurch erlangte es in der kirchlichen Verwaltung größere Rechte. Propst Michael, der sich immer noch in Breslau aufhielt, betonte in einem deutsch geschriebenen Brief an den Rat der Stadt Glatz, dass man der Kirchenobrigkeit gehorchen müsse. Erst zwei Jahre nach dem Tod Georgs von Podiebrad kam es durch die Bemühungen des Herzogspaares und des Propstes Michael 1473 zur Aufhebung des Interdikts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1475 gelang es Propst Michael, das während der [[Hussitenkriege]] eingezogene Stiftsgut [[Kostomlaty pod Řípem|Kostomlath]] wiederzuerlangen. Im selben Jahr bestätigte Herzog Heinrich d. Ä. dem Stift die bisherigen Privilegien und Rechte. 1482 konnte das Stift einen Grund in [[Szalejów Górny|Oberschwedeldorf]] erwerben, wo es ein Jahr später auch ein Grundstück von Herzog Heinrich d. Ä. erhielt, der im Tausch dafür eines in [[Jaszkowa Dolna|Niederhennigsdorf]] bekam. Die seit 1365 bestehenden Spannungen mit den Glatzer Johannitern bestanden auch während der Amtszeit des Propstes Michael. Ursächlich hierfür war, dass die Augustiner-Chorherren mit Zustimmung des Prager Bischofs [[Johann Očko von Wlašim]] eine [[Lateinschule]] errichtet hatten, obwohl ihnen dieses von ihrem [[Stifter|Fundator]] [[Ernst von Pardubitz]] ausdrücklich verboten worden war. Er hatte selbst die Lateinschule der Johanniter besucht und wollte so verhindern, dass sie durch eine weitere Lehranstalt in ihrem Bestand gefährdet werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Amtszeit des Propstes Michael wurden Stift und Stiftskirche, die während der kriegerischen Ereignisse verwüstet worden waren, instandgesetzt. 1466 wurde die Orgel durch den Breslauer Meister Wilhelm Kalteysen ausgemalt. 1477 erfolgte eine Renovierung des Stifts, wobei auch ein [[Refektorium]] neu erbaut wurde. Unterhalb des Refektoriums entstand eine dem [[Augustinus von Hippo|hl. Augustinus]] und seiner Mutter [[Monika von Tagaste]] geweihte Kapelle. Die Anzahl der Mönche stieg während der Amtszeit von Propst Michael auf 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Glatzer Propst verfasste Michael Czacheritz eine Chronik des Augustiner-Chorherrenstifts, das 1349 vom ersten Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz und seinen Brüdern gegründet worden war. Anhand älterer Dokumente und Aufzeichnungen verzeichnete Czacheritz auch die vor seiner Amtszeit liegenden Jahre von 1349 bis 1456. Teile dieser Chronik benutzte 1516 der Breslauer Kanoniker [[Valentin Krautwald]] für die Vita des Ernst von Pardubitz, mit der dessen Heiligsprechung erreicht werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Michael Czacheritz, der vermutlich die bedeutendste Glatzer Persönlichkeit seiner Zeit war und wegen seines Reformeifers auch vom Päpstlichen Legaten [[Nikolaus von Kues]] zu [[Visitation]]en herangezogen wurde, starb am 2. Juni 1489 in Glatz. Als Nachfolger im Amt des Propstes folgte ihm der aus Breslau stammende Benedikt Polkenhayn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Arno Herzig]], [[Małgorzata Ruchniewicz]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Glatzer Landes.&amp;#039;&amp;#039; DOBU-Verlag u. a., Hamburg u. a. 2006, ISBN 3-934632-12-2, S. 10, 54, 76–85 und 87.&lt;br /&gt;
* [[Joseph Kögler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Chroniken der Grafschaft Glatz.&amp;#039;&amp;#039; Neu bearbeitet und herausgegeben von [[Dieter Pohl (Heimatforscher)|Dieter Pohl]]. Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Die Pfarrei- und Stadtchroniken von Glatz – Habelschwerdt – Reinerz mit den zugehörigen Dörfern.&amp;#039;&amp;#039; Pohl, Modautal 1993, ISBN 3-927830-09-7, S. 89–103 (&amp;#039;&amp;#039;Geschichtsquellen der Grafschaft Glatz.&amp;#039;&amp;#039; Reihe A: &amp;#039;&amp;#039;Ortsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; NF 2).&lt;br /&gt;
* Wojciech Mrozowicz: &amp;#039;&amp;#039;Michael Czacheritz aus Neisse und seine Chronik der Glatzer Augustiner-Chorherren&amp;#039;&amp;#039;. In: Gerhard Kosellek (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Anfänge des Schrifttums in Oberschlesien bis zum Frühhumanismus&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 1997,   S. 193–210.&lt;br /&gt;
* Wojciech Mrozowicz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Cronica monasterii canonicorum regularium (s. Augustini) in Glacz&amp;#039;&amp;#039;. Wratislaviae MMIII, ISBN 83-909164-8-7 (deutsche Zusammenfassung S. XXVII–XXXVI).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Geschichtsquellen Person|10431558X}}&amp;lt;ref&amp;gt;Angabe „Schlesien, dioec. Breslau“ nicht korrekt. Glatz bzw. die [[Grafschaft Glatz]] haben damals weder zu Schlesien noch zum [[Erzbistum Breslau|Bistum Breslau]] gehört. Zugehörigkeit zu Schlesien erst nach dem [[Hubertusburger Frieden]] 1763 und bis 1972 zum [[Erzbistum Prag|Bistum Prag]] gehörig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [https://hds.hebis.de/herder/Search/Results?lookfor=Michael+Czacheritz&amp;amp;trackSearchEvent=Einfache+Suche&amp;amp;type=allfields&amp;amp;search=new&amp;amp;submit=Suchen Literatur von und über Michael Czacheritz im Bibliotheks- und Bibliographieportal / Herder-Institut]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=10431558X|VIAF=15204681}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Czacheritz, Michael}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Augustiner-Chorherr]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stiftspropst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Schlesien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Glatzer Land)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1420]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1489]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Czacheritz, Michael&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Propst des Augustiner-Chorherrenstifts in Glatz und Verfasser der dortigen Stiftschronik&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1420&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Nysa|Neisse]], [[Fürstentum Neisse]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. Juni 1489&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Kłodzko|Glatz]], [[Grafschaft Glatz]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gudrun Meyer</name></author>
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