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	<title>Meropis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-23T13:37:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2021-04-21T16:45:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das sagenhafte Land. Zu weiteren Bedeutungen siehe [[Meropis (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Delos Dionysos.jpg|mini|hochkant|Der Halbgott oder Daimon Silenos tritt in der Rahmenhandlung der Erzählung über Meropis als Berichterstatter auf.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Meropis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Griechisches Alphabet|griech.]]: Μεροπίς) bezeichnet ein mysteriöses, vom antiken Schriftsteller [[Theopompos]] von Chios beschriebenes Land, das dieser in seinem nur [[Fragment (Literatur)|fragmentarisch]] bei [[Claudius Aelianus]] überlieferten Werk „Philippika“ erwähnt ([[Die Fragmente der griechischen Historiker|FGrHist]] 115 F 75). Es sei das Land der &amp;#039;&amp;#039;Méropes&amp;#039;&amp;#039; (poet. „Menschen“) und liege jenseits des Weltmeeres ([[Okeanos]]). Die Bewohner dort würden doppelt so groß und doppelt so alt wie gewöhnliche Menschen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Theopompos lässt in seiner Erzählung den Halbgott [[Silenos]] von zwei Städten in Meropis berichten: Eusebes ({{lang|grc|Εὐσεβής}}, „Ort der Frommen“) und Machimos (Μάχιμος, „Ort der Krieger“). Während die Einwohnerschaft der frommen Stadt in Überfluss lebe, Feldfrüchte bekomme, ohne dafür die Felder bestellen zu müssen, und ohne jede Krankheit glücklich und fromm lebe, würden in der kriegerischen Stadt die Menschen bereits mit Waffen geboren. Machimos führe ständig Krieg und habe alle Nachbarvölker unterworfen. Die Leute von Machimos verfügten über einen solchen Überfluss an Edelmetallen, dass Gold bei ihnen fast weniger wert sei als bei den mediterranen Völkern das Eisen. Schließlich hätten zehn Millionen Krieger von Machimos das Weltmeer überquert, um die [[Hyperboreer]] anzugreifen. Als sie jedoch erfahren hätten, dass diese „die glücklichsten Menschen“ diesseits des Okeanos seien, hätten sie nur Verachtung für sie übrig gehabt und es deswegen verschmäht, noch weiter vorzurücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei große Ströme in Meropis werden erwähnt, der „Freudenfluss“ und der „Trauerfluss“. An ihren Ufern sollen Früchte tragende Bäume in der Größe hoher [[Platanen]] wachsen. Die Früchte am „Trauerfluss“ wirkten auf den, der sie esse, dergestalt, dass er sein ganzes weiteres Leben verweine, und zuletzt in diesem Zustande den Geist aufgebe. Wer aber die Früchte vom „Freudenfluss“ koste, der vergesse alles, was er zuvor geliebt habe; er werde nach und nach immer jünger und schließlich ende sein Leben als Kleinkind. Am äußersten Rand von Meropis gebe es zudem einen Ort namens Anostos ({{lang|grc|Ἄνοστος}}, „Ort ohne Wiederkehr“). Er gleiche einem gähnenden Abgrund, kenne weder Tag noch Nacht und werde von einem trüben, rötlichen Dunst bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Im Bereich der [[Klassische Philologie|Klassischen Philologie]] wird von den wenigen Autoren, die sich mit diesem Thema befasst haben, traditionell von einem fiktionalen Charakter der Meropiserzählung ausgegangen. Bereits [[Johann Heinrich Friedrich Meineke]], „Rector am Fürstl. Gymnasio zu [[Quedlinburg]]“, ging um 1787 in seiner Übersetzung der Texte [[Claudius Aelianus|Aelians]] aus dem Griechischen davon aus, es handele sich dabei – wie bei allen antiken Berichten über verschollene Länder im oder jenseits des Atlantischen Ozeans – um ein „Mährchen“. Zudem betrachtete er Theopomp nicht als glaubwürdigen Gewährsmann, sondern als „ein[en] starke[en] Dichter“.&amp;lt;ref&amp;gt;J. H. F. Meineke: &amp;#039;&amp;#039;Des Claudius Aelianus vermischte Erzählungen. Aus dem Griechischen überseɮt und mit Anmerkungen versehen.&amp;#039;&amp;#039; Quedlinburg, 1787&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders argumentierte in jüngerer Zeit sein französischer Kollege [[Pierre Vidal-Naquet]], der die Erzählung über Meropis der heutigen Lehrmeinung entsprechend zwar ebenfalls als fiktionalen Bericht einstuft, zu Theopompus aber bemerkt, dieser sei „alles andere als ein zu vernachlässigender Geschichtsschreiber“.&amp;lt;ref&amp;gt;Pierre Vidal-Naquet: &amp;#039;&amp;#039;Atlantis - Geschichte eines Traums.&amp;#039;&amp;#039; [[Verlag C. H. Beck|C.H. Beck]], München 2006, S. 39&amp;lt;/ref&amp;gt; In gewisser Weise habe er mit seiner Erzählung [[Platon]]s Dialog [[Kritias (Platon)|Kritias]] [[Plagiat|plagiiert]] und ihn ironisch nachgeahmt. Auch gebe es Bezüge zum Dialog [[Politikos]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pierre Vidal-Naquet: &amp;#039;&amp;#039;Atlantis - Geschichte eines Traums.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2006, S. 39–40&amp;lt;/ref&amp;gt; Ganz ähnlich deutet der deutsche Altphilologe [[Heinz-Günther Nesselrath]] Theopomps Erzählung: Sie sei weder eine [[Utopie]] noch diene sie als politische [[Allegorie]]. Vielmehr sei sie als [[Persiflage]] von Platons [[Atlantis]] zu verstehen. Der Altphilologe [[Robert von Pöhlmann]] betrachtete die Meropiserzählung und den Atlantisbericht als Beispiele für die Literaturgattung des antiken „Staatsromans“.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert von Pöhlmann: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der sozialen Frage und des Sozialismus in der antiken Welt.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, München 1925, S. 274ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Hethitologie|Hethitologe]] und Altertumskundler [[Emil O. Forrer]] dagegen, der den Begriff der „Meropisforschung“ als Teilgebiet der Erforschung vermuteter alter Kulturkontakte zwischen [[Europa]] und [[Amerika]] prägte, ging als akademischer „Außenseiter“ davon aus, dass mit Meropis der amerikanische Kontinent gemeint gewesen sei. Forrer, der einen [[Interdisziplinarität|interdisziplinären]] Betrachtungsansatz verfolgte, welcher Aspekte der [[Altorientalistik]], [[Altamerikanistik]], [[Klimatologie]], der historischen Sprachenforschung, [[Ethnologie]] und [[Historische Geographie|Geographie]] zusammenführte, stellte sogar Überlegungen zur [[Ortsbestimmung|Lokalisierung]] der im Meropisbericht erwähnten Örtlichkeiten an. So identifizierte er z.&amp;amp;nbsp;B. „Anostos“ mit einem Vulkan in der Nähe von [[San Salvador]].&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Oberheid: &amp;#039;&amp;#039;Emil O. Forrer und die Anfänge der Hethitologie: Eine wissenschaftshistorische Biografie.&amp;#039;&amp;#039; [[Verlag Walter de Gruyter|Walter de Gruyter]], Berlin 2007, S. 323–324&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute werden Annahmen und Modelle zur historisch-geographischen Interpretation der Meropiserzählung vorwiegend im [[grenzwissenschaft]]lichen Bereich entwickelt. Insbesondere im Kontext der [[Diffusionismus|diffusionistisch]] orientierten Atlantisforschung wird die Möglichkeit positiv diskutiert, dass die Erzählung über Meropis einen harten historischen Kern aufweisen könne. Hierbei wird zumeist auf die alte, im 19. Jahrhundert u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Alexander von Humboldt]] und [[Robert Prutz]] vertretene Annahme Bezug genommen, dass die Besatzungen phönizischer oder karthagischer Schiffe an amerikanische Küsten gelangt sein könnten&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände: Conversations-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 11. Auflage, Band 2, F.A. Brockhaus, 1864, S. 317 (siehe auch frühere und spätere Ausgaben)&amp;lt;/ref&amp;gt;, deren Aussagen dann in mythisierter Form zur Grundlage der Berichte von Theopompus, Platon und anderen wurden. Derartige Überlegungen, welche Meropis und seine Bewohner mit Amerika bzw. Atlantis in Verbindung bringen, finden sich bereits 1882 bei [[Ignatius Donnelly]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ignatius Donnelly: &amp;#039;&amp;#039;Atlantis, the Antediluvian World.&amp;#039;&amp;#039; [[James Harper (Verleger)|Harper &amp;amp; Brothers]], New York 1882, S. 27&amp;lt;/ref&amp;gt;; in jüngerer Zeit werden sie u.&amp;amp;nbsp;a. von dem britischen Historiker [[Peter James (Historiker)|Peter James]] vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter James: &amp;#039;&amp;#039;The Sunken Kingdom.&amp;#039;&amp;#039; Jonathan Cape, London 1996, S. 293&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* G. J. Aalders: &amp;#039;&amp;#039;Die Meropes des Theopomp.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historia (Zeitschrift)|Historia]]&amp;#039;&amp;#039; 27, 1978, S. 317–327.&lt;br /&gt;
* Heinz-Günther Nesselrath: &amp;#039;&amp;#039;Theopomps Meropis und Platon. Nachahmung und Parodie.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Göttinger Forum für Altertumswissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039; 1, 1998, S. 1–8. ([https://gfa.gbv.de/dr,gfa,001,1998,a,01.pdf online] als PDF-Datei, 38,06 kB)&lt;br /&gt;
* Emil O. Forrer: &amp;#039;&amp;#039;Homerisch und silenisch Amerika.&amp;#039;&amp;#039; (Selbstverlag), San Salvador, 1975&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fiktive Insel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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