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	<title>Meridianbogen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-26T15:30:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Meridianbogen&amp;diff=316416&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-06-10T06:00:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Meridianbogen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine nord-südlich verlaufende [[Messprofil|Messstrecke]] auf der [[Erdoberfläche]] oder ihr mathematisches Äquivalent auf dem [[Erdellipsoid]] bezeichnet (vgl. [[Meridian (Geographie)|Meridian]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstgenannte Messstrecke kann bei der „Methode der [[Gradmessung]]“ zur Bestimmung der mittleren [[Erdkrümmung]] und damit des [[Erdradius]] dienen. Dazu müssen auch die [[Geografische Breite|geografischen Breiten]] der beiden Streckenendpunkte (φ&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;, φ&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;) gemessen werden. Diese [[Breitenbestimmung]]en erfolgen [[Astrogeodäsie|astronomisch]], indem die [[Höhenwinkel]] von Sternen beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strecke wird nun auf [[Meeresniveau]] reduziert und ihre Länge mit dem Unterschied der geografischen Breiten verglichen. Hat der Meridianbogen die [[Geografische Länge|Länge]] &amp;#039;&amp;#039;B&amp;#039;&amp;#039; und die Breitendifferenz den Betrag β = |φ&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;-φ&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;|, so ergibt sich der lokale [[Krümmungsradius]] mit R = B/β. Zusammen mit einem zweiten Meridianbogen kann daraus die Form des Erdellipsoids abgeleitet werden – wie z.&amp;amp;nbsp;B. 1735–1740 bei den berühmten Expeditionen der [[Pariser Akademie]] nach [[Lappland]] und [[Peru]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit ca. 1900 werden in der [[Geodäsie]] jedoch statt der Meridianmethode ausgedehnte [[Netz (Geodäsie)|Vermessungsnetze]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Meridianbögen bis 1900 ==&lt;br /&gt;
Die ersten Meridianbögen der Wissenschaftsgeschichte dienten dem Nachweis der kugelförmigen [[Erdfigur]] und ihrer Größe. Nach der &amp;#039;&amp;#039;Erdmessung des [[Eratosthenes]]&amp;#039;&amp;#039; ist hier die Gradmessung des Kalifen [[Al-Ma&amp;#039;mun]] zu erwähnen, ein 2° langer Bogen bei [[Bagdad]], der für den Meridiangrad 122&amp;amp;nbsp;km ergab (heutiger Wert je nach [[Geografische Breite|Breitengrad]] 111–112&amp;amp;nbsp;km). Überliefert ist auch die Messung von [[Fernel]] 1525 nördlich von Paris mittels [[Sonnenbeobachtung]]en und Wagenrad-Umdrehungszählungen. Um 1615 vermaß [[Willebrord van Roijen Snell]] einen Meridianbogen zwischen [[Alkmaar]] und [[Bergen-op-Zoom]] erstmals mit der [[Triangulation (Geodäsie)|Triangulation]] großer Dreiecke. [[Jean Picard]] bestimmte 1670 als Erster die Länge des Meridianbogens durch Triangulation mit [[Quadrant (Astronomie)|Quadranten]], die [[Messfernrohr]]e mit [[Fadenkreuzokular]]en zum Anvisieren des Gestirns hatten. Damit wurde eine bis dahin nicht mögliche Präzision erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eine merkliche Abweichung von der Kugelform –&amp;amp;nbsp;also die [[Erdellipsoid|ellipsoidische]] Erdfigur&amp;amp;nbsp;– zu vermuten war, folgten im 18. und 19. Jahrhundert mehrere bedeutende [[Gradmessung]]en, vor allem&lt;br /&gt;
* die französische [[Erdmessung]] in Lappland und Peru&lt;br /&gt;
* der [[Meridianbogen Kremsmünster]] in Oberösterreich&lt;br /&gt;
* weitere Gradbögen in Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn, v.&amp;amp;nbsp;a. Rom&amp;amp;nbsp;– Rimini ([[Roger Boscovich]] 1751) und Brünn&amp;amp;nbsp;– Varasdin (Wiener Meridian) von  [[Joseph Liesganig]] 1761&lt;br /&gt;
* der [[Jean-Baptiste Joseph Delambre|Delambre]]-[[Méchain]]-Bogen von [[Dünkirchen]] nach Barcelona (erstmals über 1000&amp;amp;nbsp;km), 1792–1798&lt;br /&gt;
* der [[Gauß]]sche Bogen Göttingen&amp;amp;nbsp;– Altona (1821–1823), erstmals mittels streng mathematischer [[Ausgleichsrechnung]]&lt;br /&gt;
* der 2500&amp;amp;nbsp;km lange &amp;#039;&amp;#039;Great Arc&amp;#039;&amp;#039; in Indien (1802–1841 für die [[Große Trigonometrische Vermessung]])&lt;br /&gt;
* der 3000&amp;amp;nbsp;km lange [[Struve-Bogen]] in Osteuropa (1816–1852) und&lt;br /&gt;
* seine Einbindung in weitere Bögen für das europäische [[Bessel-Ellipsoid]]&lt;br /&gt;
* der [[Meridianbogen Großenhain-Kremsmünster-Pola]] (~1880–1910) von Sachsen bis zur Adria&lt;br /&gt;
* und erste Gradmessungen in den [[USA]] für das [[Hayford-Ellipsoid]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Meridianbögen des 20. Jahrhunderts ==&lt;br /&gt;
Ab etwa 1900 wurden neben astronomischen [[Breitenbestimmung|Breitenmessungen]] bzw. meridional ausgerichteten Vermessungsnetzen auch [[Längenbestimmung]]en (also Ost-West-Profile) gemessen, die ab etwa 1910 allmählich ausgedehnten [[Flächenmethode|Flächennetzen]] wichen – siehe [[Astro-geodätische Netzausgleichung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den modernen Meridianbögen sind von besonderer Bedeutung:&lt;br /&gt;
* der Meridianbogen von Spitzbergen (gemessen von Russland &amp;amp; Schweden 1898–1902). Mit 4,2° Amplitude (Breitendifferenz) ist er zwar relativ kurz, aber der nördlichste für die Erdmessung nutzbare Bogen&lt;br /&gt;
* der [[südamerika]]nische Meridianbogen von Kolumbien durch ganz [[Ecuador]] bis zum Norden Perus, die 1899–1906 erfolgte [[Nachmessung]] des berühmten französischen Bogens von 1735 bis 1740&lt;br /&gt;
* der westeuropäisch-afrikanische Bogen ([[Meridian von Paris]]) von den [[Shetland-Inseln]] bis [[Laghouat]] bei Algier. Er hat 27° Amplitude und 38 Stationen&lt;br /&gt;
* die [[nordamerika]]nische Breitengradmessung im 98°-Meridian von [[Mexiko]] bis zum [[Arktischer Ozean|Eismeer]] (1922)&lt;br /&gt;
* und weitere Meridionalketten der [[USA]] sowie der 23° lange, schiefe Bogen entlang der Ostküste&lt;br /&gt;
* die [[afrika]]nische Gradmessung im [[Geografische Länge|Längengrad]] 30° Ost, initiiert schon von Sir [[David Gill (Astronom)|David Gill]], aber erst 1953 vollendet. Verlauf von [[Kairo]] bis [[Kapstadt]], mit 65° Amplitude das längste Messprofil der klassischen Geodäsie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mathematische Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Ein Meridianbogen auf einem [[Rotationsellipsoid]] hat die genaue Form einer [[Ellipse]]. Daher lässt sich seine Länge – gezählt vom [[Äquator]] – als [[elliptisches Integral]] berechnen und in Form einer [[Potenzreihe|Reihe]] nach Funktionen der geografischen Breite φ darstellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;B = C\varphi + D\sin 2\varphi + E\sin 4\varphi + F\sin 6\varphi + \cdots&amp;lt;/math&amp;gt; usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste [[Koeffizient]] &amp;#039;&amp;#039;C&amp;#039;&amp;#039; hängt mit dem mittleren Erdradius zusammen und beträgt für das [[Bessel-Ellipsoid]] 111,120&amp;amp;nbsp;km/Grad. Der zweite Koeffizient &amp;#039;&amp;#039;D&amp;#039;&amp;#039; hängt mit der [[Erdabplattung]] zusammen und beträgt 15,988&amp;amp;nbsp;km. Die Werte für andere Ellipsoide unterscheiden sich ab der vierten Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung mittels [[Exzentrizität (Mathematik)|Exzentrizität]] &amp;#039;&amp;#039;e&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; gibt bereits [[Jean-Baptiste Joseph Delambre]] 1799:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\begin{align}B\approx&lt;br /&gt;
&amp;amp;\;a(1-e^2)\left\{\left(1+\frac{3}{4}e^2+\frac{45}{64}e^4+\frac{175}{256}e^6+\frac{11025}{16384}e^8\right)\varphi\right. \\&lt;br /&gt;
&amp;amp;\ -\frac{1}{2}\left(\frac{3}{4}e^2+\frac{15}{16}e^4+\frac{525}{512}e^6+\frac{2205}{2048}e^8\right)\sin 2\varphi \\&lt;br /&gt;
&amp;amp;\ +\frac{1}{4}\left(\frac{15}{64}e^4+\frac{105}{256}e^6+\frac{2205}{4096}e^8\right)\sin 4\varphi \\&lt;br /&gt;
&amp;amp;\ -\frac{1}{6}\left(\frac{35}{512}e^6+\frac{315}{2048}e^8\right)\sin 6\varphi \\&lt;br /&gt;
&amp;amp;\ +\frac{1}{8}\left.\left(\frac{315}{16384}e^8\right)\sin 8\varphi\right\}\\&lt;br /&gt;
\end{align}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Friedrich Robert Helmert]] benutzte &amp;lt;math&amp;gt;n=\frac{1-\sqrt{1-e^2}}{1+\sqrt{1-e^2}}\simeq\frac{e^2}{4}&amp;lt;/math&amp;gt; 1880:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\begin{align}B\approx&lt;br /&gt;
  &amp;amp;\;\frac{a}{1+n}\left\{\left(1+\frac{n^2}{4}+\frac{n^4}{64}\right)\varphi-\frac{3}{2}\left(n-\frac{n^3}{8}\right)\sin 2\varphi\right. \\&lt;br /&gt;
  &amp;amp;\ \left.+\frac{15}{16}\left(n^2-\frac{n^4}{4}\right)\sin 4\varphi-\frac{35}{48}n^3\sin 6\varphi+\frac{315}{512}n^4\sin 8\varphi\right\}\\&lt;br /&gt;
\end{align}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Formeln gab Kazushige Kawase 2009:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;B=\frac{a}{1+n}\sum_{j=0}^\infty\left(\prod_{k=1}^j\varepsilon_k\right)^2\left\{\varphi+\sum_{l=1}^{2j}\left(\frac{1}{l}-4l\right)\sin 2l\varphi\prod_{m=1}^l\varepsilon_{j+(-1)^m\lfloor m/2\rfloor}^{(-1)^m}\right\}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wobei &amp;lt;math&amp;gt;\varepsilon_i=3n/2i-n&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Erdquadrant]]&lt;br /&gt;
* [[Erdmessung]]&lt;br /&gt;
* [[Referenzellipsoid]]&lt;br /&gt;
* [[Struve-Bogen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Jean-Baptiste Joseph Delambre|J. B. J. Delambre]]: {{Webarchiv |url=http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/ECHOdocuView/ECHOzogiLib?pn=92&amp;amp;ws=1.5&amp;amp;ww=1&amp;amp;wh=1&amp;amp;mode=imagepath&amp;amp;url=/mpiwg/online/permanent/library/YTQVS0WC/pageimg |archive-is=20120711 | text=&amp;#039;&amp;#039;Méthodes Analytiques pour la Détermination d&amp;#039;un Arc du Méridien.&amp;#039;&amp;#039; précédées d&amp;#039;un mémoire sur le même sujet par A. M. Legendre}} De L&amp;#039;Imprimerie de Crapelet, Paris 1799, S. 72–73.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Robert Helmert|F. R. Helmert]]: [http://archive.org/stream/diemathematisch01helmgoog#page/n67/mode/2up &amp;#039;&amp;#039;Die mathematischen und physikalischen Theorieen der höheren Geodäsie.&amp;#039;&amp;#039; Einleitung und 1 Teil]. Druck und Verlag von B. G. Teubner, Leipzig 1880, S. 46–48.&lt;br /&gt;
* K. Kawase: [https://www.gsi.go.jp/common/000054736.pdf &amp;#039;&amp;#039;A General Formula for Meridional Distance from the Equator to Given Latitude.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,4&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Geographical Survey Institute.&amp;#039;&amp;#039; 119, 2009, S. 45–55. ({{ISSN|0430-9081}}; Japanisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.in-dubio-pro-geo.de/?file=ellip/marc0 Online-Berechnung von Meridianbogenlängen auf verschiedenen geodätischen Referenzellipsoiden]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematische Geographie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astrometrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geodäsie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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