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	<title>Menagerie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kaiserliches Pavillon Schoenbrunn August 2006.jpg|mini|300px|Der von [[Jean Nicolas Jadot de Ville-Issey|Jean Nicolas Jadot]] entworfene und [[1759]] erbaute [[Pavillon]] der Menagerie des [[Habsburg]]er [[Hofstaat|Hofes]], des heutigen [[Tiergarten Schönbrunn|Tiergartens Schönbrunn]] in [[Wien]].]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Menagerie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine historische Form der [[Tierhaltung]] und als solche der Vorläufer des [[Zoo|zoologischen Gartens]], der sich erst im Laufe des [[19. Jahrhundert]]s entwickelte. Der Begriff Menagerie stammt aus dem [[Französische Sprache|Französischen]] und ist, dem bäuerlichen Wortschatz entlehnt, seit dem [[17. Jahrhundert]] als Bezeichnung für eine höfische Tierhaltung belegt. Die [[Encyclopédie méthodique]] von 1782 definiert Menagerie als „établissement de luxe et de curiosité“. Erst später wurde der Begriff auch auf Wanderausstellungen ([[Wandermenagerie]]), die durchs Land zogen und auf [[Jahrmarkt|Jahrmärkten]] gastierten, übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Höfische Menagerien ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Versailles M2.JPG|mini|300px|Die höfische Menagerie im Schlosspark von [[Schloss Versailles|Versailles]] zur Zeit Ludwigs XIV.]]&lt;br /&gt;
Eine höfische Menagerie war direkt an den Hof eines [[Aristokrat]]en oder eines [[Herrscher]]s angegliedert. So befand sie sich meist im Garten eines größeren Anwesens oder, ähnlich wie [[Fasanerie]]n und [[Orangerie]]n, in einem [[Schlosspark]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Hofstaat|höfischen]] Menagerien unterscheiden sich von zoologischen Gärten dadurch, dass sie von Adeligen getragen und nicht primär wissenschaftlich ausgerichtet waren. Sie dienten zur Demonstration von Macht oder Reichtum und gaben der adeligen Gesellschaft die Möglichkeit zur Zerstreuung. Nur vereinzelt wurden sie auch zu Orten wissenschaftlicher Studien. Zoologische Gärten hingegen waren in den meisten Fällen Gründungen des [[Bürgertum]]s und wurden von Verantwortlichen getragen, die einen [[wissenschaft]]lichen und [[Pädagogik|pädagogischen]] Anspruch vertraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im [[Mittelalter]] gab es höfische Menagerien. Die wohl bedeutendste war die königliche Menagerie im [[Tower of London]], die 1235 unter [[Heinrich III. (England)|Heinrich III. von England]] (1207–1272) ihren Anfang nahm, unter anderem mit einem [[Elefant Ludwigs IX.|Elefanten]]. Im 16. Jahrhundert begann auch die [[italien]]ische [[Aristokratie]], in den Gärten ihrer Residenzen am Rande der Städte exotische Tiere zu halten. Dazu gehörte vor allem auch die Villa von Kardinal [[Scipione Caffarelli Borghese|Scipione Borghese]] (1577–1633) bei [[Rom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im frühen 15. Jahrhundert wurde im [[Castelo de São Jorge|Schloss São Jorge]] in [[Lissabon]] eine königliche Menagerie eingerichtet. Nach der Schlacht von Ceuta im Jahre 1415 brachte König [[Johann I. (Portugal)|Johann I. von Portugal]] zwei [[Berberlöwe]]n nach Lissabon zurück, die in einem großen Raum in seinem Palast von Lissabon gezeigt wurden. Dieser Raum des Palastes wurde als &amp;#039;&amp;#039;Casa dos Leões&amp;#039;&amp;#039; ([[Portugiesische Sprache|Portugiesische]]: das „Haus der Löwen“) bekannt; heute wird das Gebiet von einem berühmten Restaurant mit demselben Namen genutzt. Später, 1494, verbrachte der [[Nürnberg]]er [[Humanismus|Humanist]] und Geograph [[Hieronymus Münzer]] fünf Tage in Lissabon und sah diese Löwen, von denen er behauptete, sie seien die schönsten wilden Tiere gewesen, die er je gesehen hatte. Das Wildgehege [[Manuel I. (Portugal)|König Manuels I. von Portugal]] im [[Paço da Ribeira|Palast zu Ribeira]] in Lissabon wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Europa bestaunt wegen der kolossalen [[Dickhäuter]], die Manuel aus Indien zu importieren pflegte und von denen der Elefant [[Hanno (Elefant)|Hanno]] und &amp;#039;&amp;#039;[[Rhinocerus|Dürers Rhinozeros]]&amp;#039;&amp;#039; als Geschenke an [[Leo X.|Papst Leo X.]] berühmt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einer regelrechten Blüte kamen die Menagerien, seit [[Ludwig XIV.]] (1638–1715) im [[Schlosspark]] von [[Schloss Versailles|Versailles]] in den Jahren 1663/64 einen [[Königliche Menagerie von Versailles|Komplex aus Gehegen]] für [[Exotische Tiere im frühneuzeitlichen Frankreich|exotische Tiere]] anlegen ließ. In dieser Menagerie wurden ab 1664 exotische Tiere gehalten. Von 1668 bis 1681 lebte hier der [[Elefant Ludwigs XIV.]] Der Gehegekomplex in Versailles war fächerförmig um einen Platz herum angeordnet, in dessen Mitte ein Pavillon mit Kuppeldach stand. Die rund um einen achteckigen Zentralbau als symmetrisches Rondell gruppierte [[Barockarchitektur|Barockanlage]] wurde zum Vorbild vieler anderer höfischer Menagerien, so auch für die 1752 entstandene Menagerie im Schlosspark von [[Schloss Schönbrunn|Schönbrunn]]. Die Menagerie von Schönbrunn besteht als einzige bis heute, sie hat sich allerdings zu einem wissenschaftlich orientierten, modernen Tiergarten entwickelt. Aufgrund der örtlichen Kontinuität wird der heutige [[Tiergarten Schönbrunn]] vielfach als ältester Zoo der Welt bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höfische Menagerien aber folgten in ihrer [[Architektur]] nicht unbedingt nur dem französischen Vorbild, sondern es entstanden später auch Menagerien im [[Englischer Landschaftspark|englischen Gartenstil]], wie etwa die Menagerie des [[Preußen|preußischen]] Königs [[Friedrich Wilhelm III. (Preußen)|Friedrich Wilhelm III.]] (1770–1840) auf der [[Pfaueninsel]] in [[Berlin-Wannsee]]. Die Leidenschaft vieler Fürsten für die Haltung exotischer Tiere ging jedoch mit der Zeit zurück. Auch durch den Aufstieg des Bürgertums wurden die höfischen Menagerien allmählich verdrängt und die bürgerlichen zoologischen Gärten traten an ihre Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wandermenagerien ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Geyer.tierbude.jpg|mini|250px|[[Johann Geyer (Maler)|Johann Geyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Innere einer Tierbude&amp;#039;&amp;#039;, 1835; Öl auf Leinwand, 56,3 × 70,3 cm; [[Museum der bildenden Künste Leipzig|Museum der bildenden Künste]], [[Leipzig]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:MEZ 1922 07 29 8 menagerie blanc in meran 1.png|mini|Werbeschaltung der &amp;#039;&amp;#039;Südtiroler Landeszeitung&amp;#039;&amp;#039; für die in [[Meran]] weilende &amp;#039;&amp;#039;Menagerie Blanc&amp;#039;&amp;#039;, Sommer 1922]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Wandermenagerie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts zogen in [[Mitteleuropa]] so genannte [[Wandermenagerie]]n mit ihren &amp;#039;&amp;#039;Tierbuden&amp;#039;&amp;#039; von Ort zu Ort und befriedigten die Sensationslust der Bevölkerung, indem sie dieser [[Exotik|exotische]] Tiere zur Schau darboten. Die Wandermenagerien sind von den höfischen Menagerien zu unterscheiden. Ihre Betreiber, die Menageristen, gehörten zum [[Fahrendes Volk|fahrenden Volk]] und damit zu den gesellschaftlichen Außenseitern. Erst später gelangten einige durch ihre Tierschauen zu Ansehen und Reichtum. Teilweise führten sie sogar große Tiere wie [[Elefanten]] oder [[Giraffe]]n mit sich und erregten dadurch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung, die solche Tiere nicht kannte. Eine der bedeutendsten Wandermenagerien in Europa in der ersten Hälfte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts war die der [[Niederlande|niederländischen]] [[Menagerie van Aken|Brüder &amp;#039;&amp;#039;van Aken&amp;#039;&amp;#039;]]. Die Darbietungen des Berliner Tierschaustellers Garnier wurden in ganz Europa bekannt, als in den Jahren 1819 und 1820 [[Elefanten von Garnier|zwei Elefanten]] aus seiner Menagerie durch Kanonenkugeln getötet wurden. Der Elefant [[Baba (Elefant)|Baba]] zum Beispiel war zwischen 1824 und 1840 so populär, dass die Wandermenagerien ihre Dickhäuter zuweilen unter demselben Namen vorführten. In den [[Vereinigte Staaten|USA]] kam die Menagerie &amp;#039;&amp;#039;Van Amburgh&amp;#039;&amp;#039; zu großer Berühmtheit, zumal sie eine der wenigen war, die den [[Sezessionskrieg|Amerikanischen Bürgerkrieg]] (1861–1865) überlebte. Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts machte [[P. T. Barnum]] den Elefanten [[Jumbo (Elefant)|Jumbo]] mit einer Tournee durch die Vereinigten Staaten weltberühmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Menagerien heute ==&lt;br /&gt;
Vor allem die höfischen Menagerien sind ein historisches Phänomen und als solche heute nicht mehr in Funktion. Diese historische Form der Tierhaltung ist mittlerweile vollständig durch moderne [[Zoo]]s&amp;amp;nbsp;– sowohl in ihrer programmatischen Ausrichtung als auch in ihrem architektonischen Erscheinungsbild&amp;amp;nbsp;– abgelöst worden. In Versailles beispielsweise sind im Park des [[Schloss Versailles|Versailler Schlosses]] nur noch die architektonischen Reste und der architektonische Grundriss zu besichtigen. Auf der Pfaueninsel in Berlin existieren zwar noch einzelne [[Voliere]]n, doch die königlich-preußische Menagerie besteht nicht mehr in ihrer Gesamtheit. Allein im [[Tiergarten Schönbrunn]] werden auch in den historischen (der modernen Zootierhaltung angepassten) Menageriegebäuden weiterhin exotische Tiere gehalten. Seinem Namen, seinem Selbstverständnis und auch der Definition eines Zoos nach ist er heute ein wissenschaftlich ausgerichteter [[Zoologischer Garten]] und keine höfische Menagerie mehr. Trotzdem kann das barocke Ensemble noch immer einen guten Eindruck von der Architektur höfischer Menagerien nach dem Vorbild von Versailles vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine einzige Institution trägt den Namen „Menagerie“ noch heute. Dies ist die &amp;#039;&amp;#039;[[Ménagerie du Jardin des Plantes]]&amp;#039;&amp;#039; in Paris, die allerdings bereits von ihrer Entstehung an den modernen, bürgerlichen Zoologischen Gärten zuzurechnen ist. So entstand sie [[1793]] als Gründung des Bürgertums und bot namhaften Naturwissenschaftlern die Möglichkeit, exotische Tiere zu erforschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eric Baratay, Elisabeth Hardouin–Fougier: &amp;#039;&amp;#039;Zoo. Von der Menagerie zum Tierpark&amp;#039;&amp;#039;. [[Verlag Klaus Wagenbach]], Berlin 2000. ISBN 3-8031-3604-0 (Aus dem Französischen; Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;Zoos&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Daniel Hahn: &amp;#039;&amp;#039;The Tower Menagerie. Being the amazing true story of the Royal collection of wild and ferocious beasts&amp;#039;&amp;#039;. Simon &amp;amp; Schuster, London 2003. ISBN 0-7432-2081-1&lt;br /&gt;
* [[Mitchell Ash|Mitchell G. Ash]], Lothar Dittrich (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Menagerie des Kaisers – Zoo der Wiener. 250 Jahre Tiergarten Schönbrunn&amp;#039;&amp;#039;. Pichler, Wien 2002. ISBN 3-85431-269-5&lt;br /&gt;
* Bettina Paust: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur barocken Menagerie im deutschsprachigen Raum&amp;#039;&amp;#039; = Manuskripte für Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft 43. [[Wernersche Verlagsgesellschaft]], Worms 1996. ISBN 978-3-88462-942-0&lt;br /&gt;
* Annelore Rieke–Müller, [[Lothar Dittrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Löwe brüllt nebenan. Die Gründung Zoologischer Gärten im deutschsprachigen Raum 1833–1869&amp;#039;&amp;#039;. [[Böhlau Verlag]], Köln 1998.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Menageries|Menagerie}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.zoovienna.at/ Tiergarten Schönbrunn]&lt;br /&gt;
* [http://www.pfaueninsel.info/ Panorama-Rundgang über die Pfaueninsel]&lt;br /&gt;
* [https://www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/pfaueninsel/ Stiftung preußische Schlösser und Gärten – Pfaueninsel]&lt;br /&gt;
* [http://www.schaubuden.de/ Wandermenagerien auf Schaubuden.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4433443-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zootierhaltung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schlösser (Architektur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (18. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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