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	<title>Memento mori - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Memento_mori&amp;diff=24996&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wolly0209: /* Historischer und geistesgeschichtlicher Hintergrund */lf</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Historischer und geistesgeschichtlicher Hintergrund: &lt;/span&gt;lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert den lateinischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;Memento mori&amp;#039;&amp;#039;; zu anderen Bedeutungen siehe [[Memento Mori (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:BambergApocalypseFolio053rLastJudgement.JPG|mini|Das [[Jüngstes Gericht|Jüngste Gericht]]. Aus der [[Bamberger Apokalypse]], um 1000. Auftraggeber der Handschrift war entweder [[Otto III. (HRR)|Otto&amp;amp;nbsp;III.]] oder [[Heinrich II. (HRR)|Heinrich&amp;amp;nbsp;II.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG Epitaph Memento Mori Amrum Nebel.jpg|mini|Barockes [[Epitaph]] an der Dorfkirche in [[Nebel (Amrum)|Nebel]] (Amrum) mit Memento-Mori-Inschrift aus dem Jahr 1645&amp;amp;nbsp;– Übersetzung: oben „Sei dir deiner Sterblichkeit bewusst“&amp;amp;nbsp;/ unten „Gestern mir, heute dir“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Memento mori&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Symbol der [[Vergänglichkeit]] ([[Vanitas]]) aus dem antiken Rom, das bis heute verwendet wird. Er entstammt dem [[Latein]]ischen und bedeutet sinngemäß „Sei dir der Sterblichkeit bewusst“ oder „Bedenke, dass du sterben musst“.&amp;lt;ref&amp;gt;Erklärung der lateinischen Formen: {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;mementō&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;amp;nbsp;= [[Imperativ (Modus)|Imperativ]] (Befehlsform, „erinnere dich, sei dir bewusst“) von {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;meminī, meminisse&amp;#039;&amp;#039;; &amp;#039;&amp;#039;morī&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;amp;nbsp;= [[Infinitiv]] [[Passiv]], [[Deponens]] („sterben“). Nach einer anderen Erklärung wäre {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;mementō morī&amp;#039;&amp;#039;}} die Kurzform von {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;mementō moriendum esse&amp;#039;&amp;#039;}} (mit dem [[Gerundivum]]): „Bedenke, dass du sterben musst.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein solcher Ausdruck ist typisch für die [[Philosophie der Antike]]. Vielen antiken Philosophen galt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod als sehr wichtig, bspw. [[Demokrit]], [[Plato]] und den [[Stoiker]]n. Der Ausdruck in der konkreten Formulierung „memento mori“ verbreitete sich aufgrund der Verwendung bei einem Ritual bei [[Römischer Triumph|Triumphzügen im antiken Rom]]. Bei diesem Ritual stand oder ging hinter oder nahe dem siegreichen Feldherrn ein Begleiter, häufig ein Sklave. Manchmal hielt er einen Gold- oder Lorbeerkranz über den Kopf des Siegreichen. Er mahnte ihn ununterbrochen mit Worten wie „{{lang|la|Mementō morī}}“ oder auch „{{lang|la|Mementō tē hominem esse}}“ („Bedenke, dass du ein Mensch bist“) bzw. „{{lang|la|Respice post tē, hominem tē esse mementō}}“ („Sieh dich um und bedenke, dass auch du nur ein Mensch bist“).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Bernhard Woytek]] |Titel=„Hominem te memento!“ |TitelErg=Der mahnende Sklave im römischen Triumph und seine Ikonographie |Sammelwerk=[[Tyche (Zeitschrift)|Tyche]] |Band=30 |Datum=2015 |Seiten=193–209 |DOI=10.15661/tyche.2015.030.16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer und geistesgeschichtlicher Hintergrund ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hans Holbein the Younger, Der Künig, NGA 48240.jpg|mini|Ausschnitt aus dem Holzstich &amp;#039;&amp;#039;Totentanz&amp;#039;&amp;#039; ([[Hans Holbein der Jüngere]], 1538). Holbein zeigt hier, dass die Pest weder Stand noch Klasse kannte.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rathausuhr Detail.jpg|mini|hochkant|{{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;Mors certa hora incerta&amp;#039;&amp;#039;}} (Leipziger [[Neues Rathaus (Leipzig)|Neues Rathaus]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem gegen Ende des [[Frankenreich]]s während des sogenannten „[[Saeculum obscurum|Dunklen Jahrhunderts]]“ 882–962 das kirchliche Leben moralisch auf einen Tiefpunkt gesunken war und sich schwere Missstände entwickelt hatten,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Fischer-Wolpert: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Päpste.&amp;#039;&amp;#039; Marix Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-68-1, S. 175.&amp;lt;/ref&amp;gt; führte in einer Gegenbewegung zu Beginn des [[Hochmittelalter]]s vor allem die &amp;#039;&amp;#039;[[cluniazensische Reform]]&amp;#039;&amp;#039; zu einer gesteigerten Askese und Reinigung von allem Weltlichen innerhalb der Kirche, insbesondere in den Klöstern, mit einer zunehmenden [[Mystik]] (am bekanntesten ist die Benediktinerin [[Hildegard von Bingen]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert A. Frenzel]], [[Elisabeth Frenzel]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Daten deutscher Dichtung]]. Chronologischer Abriss der deutschen Literaturgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;I. 4.&amp;amp;nbsp;Aufl. dtv, München 1967, S.&amp;amp;nbsp;17.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um die 150&amp;amp;nbsp;Reformklöster wurden damals allein in Deutschland gegründet (europaweit waren es um die 2000), darunter vor allem im süddeutschen und österreichischen Raum [[Kloster St. Blasien (Schwarzwald)|St.&amp;amp;nbsp;Blasien]], [[Kloster Hirsau|Hirsau]] als Zentrum der [[Hirsauer Reform]], [[Kloster Melk|Melk]] und [[Kloster Zwiefalten|Zwiefalten]]. Zentral war dabei vor allem der Gedanke der [[Vanitas]], aus dem zwangsläufig gefolgert wurde, es sei im Leben am wichtigsten, sich auf den Tod vorzubereiten und auf das darauf folgende [[Letztes Gericht|Letzte Gericht]], um so das eigene Seelenheil zu gewährleisten. Ähnliche Ideen hat es auch später und in anderen Religionen immer wieder gegeben, doch selten in dieser absoluten Konsequenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der cluniazensischen Reform, als diese an Kraft verlor und Cluny zu einer sehr reichen Abtei geworden war mit den damit einhergehenden Dekadenzerscheinungen, war die Gründung des [[kontemplativ]] orientierten [[Zisterzienser]]ordens ab 1112 mit dem Ziel, wieder streng nach der [[Regula Benedicti|Benediktinerregel]] in Armut und nach dem allerdings erst im späten Mittelalter formulierten Grundsatz {{lang|la|[[Ora et labora|Ōrā et labōrā]]}} zu leben. Entscheidend für das Aufblühen und die Expansion der Zisterzienser war [[Bernhard von Clairvaux]]. Mehrere Päpste unterstützten die Reform, vor allem [[Leo&amp;amp;nbsp;IX.]], [[Gregor&amp;amp;nbsp;VII.]], [[Urban&amp;amp;nbsp;II.]] und [[Paschalis&amp;amp;nbsp;II.]], indes der [[Investiturstreit]] mit dem deutschen König und späteren römischen Kaiser [[Heinrich IV. (HRR)|Heinrich&amp;amp;nbsp;IV.]] tobte und politische Wirren mit mehreren [[Gegenpapst|Gegenpäpsten]] den Heiligen Stuhl erschütterten. Die drei letzten Päpste waren zuvor Mönche in der [[Abtei Cluny]] gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Fischer-Wollpert, S. 65–71, 175f., 204ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das katastrophale epidemische &amp;#039;&amp;#039;Auftreten der Pest in Europa&amp;#039;&amp;#039; ab Mitte des 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts führte erneut zu einer Verstärkung des Memento-mori-Gedankens (dazu [[Geschichte der Pest]]). Auch in der bildenden Kunst finden sich vor allem an und in Kirchen- und Klosterbauten jener Zeit auffallend häufig Darstellungen des Memento mori. Typisch sind [[Totentanz]]-Darstellungen und später [[Pestsäule]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebräuchlich ist auch {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;Mementō mortis&amp;#039;&amp;#039;}} („Gedenke des Todes“). Mit dem Motiv in Zusammenhang stehen Sinnsprüche wie {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;[[Media vita in morte sumus|Mediā vītā in morte sumus]]&amp;#039;&amp;#039;}} („Mitten im Leben sind wir im Tode“) oder &amp;#039;&amp;#039;[[Liste lateinischer Phrasen/M#Mors certa hora incerta|{{lang|la|Mors certa, hōra incerta}}]]&amp;#039;&amp;#039; („Der Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss“), beispielsweise auf der [[Neues Rathaus (Leipzig)|Rathausuhr]] in [[Leipzig]] (um 1900). Allerdings zeigt sich hier wie auch in anderen Formen bereits eine nachcluniazensische Verflachung des ursprünglich tiefen philosophisch-theologischen Konzeptes der cluniazensischen Reform zugunsten einer nur noch dekorativen Funktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mittelalterliche Literatur ==&lt;br /&gt;
Bereits in der Zeit der [[Karolinger]] hatte es hier und da Dichtungen mit vergleichbarer Thematik gegeben, die sich mitunter auch schon des [[Endreim]]es statt des alten [[Stabreim]]es bedienten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut de Boor]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Literatur von Karl dem Großen bis zum Beginn der höfischen Dichtung.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;1. 4.&amp;amp;nbsp;Aufl. C.H. Beck, München 1949, S.&amp;amp;nbsp;74ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch erst im beginnenden Hochmittelalter wurde Memento mori mit der cluniazensischen Reformbewegung für etwa 100 Jahre zur bestimmenden Grundidee. Zentral war innerhalb der cluniazensischen Reform, dass die Kirche nun auch in der Sprache der Laien zu reden begann, also in Deutsch, nicht mehr in Latein. Entsprechend setzte nun eine [[frühmittelhochdeutsch]]e Literatur ein, in deren Zentrum religiöse Texte standen und die von 1060 bis 1170 dauerte. De Boor schreibt: {{&amp;quot;|Die asketischen Ideale des Mönchstums werden auch dem Laien als erstrebenswerte Lebensform gepredigt, und vor dem drohenden &amp;#039;&amp;#039;memento mori&amp;#039;&amp;#039; und den ewigen Entscheidungen des [[Letztes Gericht|Letzten Gerichtes]] wird ihm die Nichtigkeit alles Irdischen klargemacht und wird er zu einem Leben der Weltabkehr und Diesseitsverneinung aufgerufen.}} Die entsprechende Literatur wird daher auch „cluniazensisch“ genannt und eine ihrer wesentlichen Formen war die Reimpredigt.&amp;lt;ref&amp;gt;De Boor, S. 136ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt sechs dieser großen, teils auch in Beichtform verfassten Reimpredigten sind uns erhalten: das [[Ezzolied]], das zusammen mit dem Memento mori in derselben Ochsenhausener Handschrift überliefert ist, &amp;#039;&amp;#039;Himmel und Hölle&amp;#039;&amp;#039; (es enthält die berühmte Klage: „{{lang|gmh|In der hello dâ ist tôt âno tôt}}“), die [[Wiener Genesis]], das [[Annolied]]&amp;amp;nbsp;– dem Stil nach eine [[Heiligenvita]]&amp;amp;nbsp;– und zuletzt das [[Merigarto]], Rest eines Schöpfungsberichts mit der frühesten Darstellung Irlands.&amp;lt;ref&amp;gt;De Boor, S. 143–154.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Reimpredigt „Memento mori“ ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Inf. 18 Sandro Botticelli.jpg|mini|Die Qualen des 8.&amp;amp;nbsp;Höllenkreises im 18.&amp;amp;nbsp;Gesang der [[Göttliche Komödie|Göttlichen Komödie]] Dantes, dargestellt von [[Sandro Botticelli]]. Die dargestellten Strafen wie Verbrennen und Zerhacken wurden im Mittelalter durchaus wörtlich verstanden, und man versuchte dem durch Frömmigkeit möglichst zu entgehen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reimpredigt „Memento mori“ ist wie die Fassung&amp;amp;nbsp;S des Ezzoliedes in der [[Ochsenhausen]]er Handschrift überliefert und wurde um 1070 im Reformkloster Hirsau im [[frühmittelhochdeutsch]]en [[Alemannische Dialekte|alemannischen Dialekt]] verfasst,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.german.sbc.edu/mementomori.html |wayback=20101116153047 |text=&amp;#039;&amp;#039;Memento mori&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– Text mit Übersetzung}}&amp;lt;/ref&amp;gt; der mitunter, etwa von Braune, aber auch noch dem Althochdeutschen zugerechnet wird, da er eine Übergangsform darstellt. Das Gedicht ist fortlaufend geschrieben, jedoch in Strophen mit Reimpaaren gegliedert.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Braune: &amp;#039;&amp;#039;Althochdeutsches Lesebuch.&amp;#039;&amp;#039; 13. Aufl. bearb. v. Karl Helm. Max Niemeyer Verl., Tübingen 1958, S. 174.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thema ist der ewige Gegensatz von Diesseits und Jenseits, Gott und Welt. Die Welt ist schlecht und voller Übel, sie ist vergänglich und durch den Tod bestimmt. Das gilt auch für alle Arten von weltlicher Ordnung mit arm und reich, edel oder niedrig. Der Mensch hat jedoch einen freien Willen, die {{lang|gmh|&amp;#039;&amp;#039;selbwala&amp;#039;&amp;#039;}}, der ihm von Gott gegeben wurde. Damit muss er sich im irdischen Leben bewähren mit Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Verschenken des Reichtumes. Das bedeutet aber keine Erziehung zum christlichen Gemeinschaftsleben, wie das in Memento-mori-Predigten der cluniazensischen Spätzeit üblich wurde, sondern eine Form der Weltentsagung und Vorbereitung auf das [[Jüngstes Gericht|Jüngste Gericht]]. Von Heilsgewissheit ist keine Rede mehr, was bleibt, ist nur die bange Furcht vor dem Schicksal nach dem Tod und der Endgültigkeit und Strenge des göttlichen Urteils, dem man sich zu unterwerfen hat.&amp;lt;ref name=boor148&amp;gt;De Boor, S. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Friedhofsportal in Ramsau (Bayern).jpg|mini|Friedhofsportal in [[Ramsau bei Berchtesgaden|Ramsau]] mit der Aufschrift: „Gedenk o Mensch, daß du Staub bist und wieder zu Staub werden wirst.“ {{Bibel|Gen|3|19}}]]&lt;br /&gt;
Mit ursächlich für diese Haltung ist die theologische Inkonsequenz des [[Neues Testament|Neuen Testamentes]]: hier Sündenvergebung durch Christi Tod am Kreuz etwa in den [[Römerbrief|Römer-]], [[Galaterbrief|Galater-]] und [[Korintherbriefe]]n des [[Paulus von Tarsus|Paulus]], dort [[Eschatologie|eschatologische]] Androhung schrecklichster Höllenstrafen etwa in der [[Offenbarung des Johannes]],&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Hennig (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Jerusalemer Bibellexikon&amp;#039;&amp;#039;. 3. Aufl.  Hänssler Verlag, Neuhausen-Stuttgart 1990, ISBN 3-7751-2367-9, S. 224f.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie sie vor allem von [[Dante Alighieri]] in der 1307 begonnenen [[Göttliche Komödie|Göttlichen Komödie]] so drastisch geschildert werden, in deren Zentrum der lange, mühevolle Weg einer Seele zum himmlischen Heil steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Jens (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kindlers Neues Literaturlexikon.&amp;#039;&amp;#039; Kindler Verlag, München; Komet Verlag, Frechen 1988/1998, ISBN 3-89836-214-0, Bd. 1 S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Memento-mori-Gedanke legt dabei die Betonung auf den nur durch enorme Anstrengungen des Menschen abzumildernden Strafcharakter und lässt den Erlösungsgedanken weitgehend unbeachtet. Während der Kirchengeschichte hat sich der Schwerpunkt zwischen diesen beiden Polen immer wieder einmal hin und her verschoben, doch selten so unerbittlich extrem wie hier. In der [[Reformation]] war etwa die bereits von [[Augustinus]] entworfene [[Rechtfertigungslehre]] das Zentrum der lutherischen [[Gnadenlehre]], und damit stand der Erlösungsgedanke im Mittelpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The New [[Encyclopedia Britannica]].&amp;#039;&amp;#039; 15. Aufl. Encyclopedia Britannica Inc., Chicago 1993, ISBN 0-85229-571-5, Bd. 6. S. 662.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkungen ==&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;spätcluniazensischen Periode&amp;#039;&amp;#039; sind asketische Memento-mori-Bußpredigten vor allem neben einigen unbedeutenderen Dichtern vom „Armen Hartmann“ und insbesondere in vollkommenerer Form von [[Heinrich von Melk]] überliefert. Dabei entwickelt sich die Reimpredigt endgültig zu einer eigenen Gattung. Besonders Heinrich gibt dabei dem Gefühl einer Zeitenwende Ausdruck, in deren Verlauf die rein religiös bestimmte Lebenshaltung dem Aufziehen einer Kultur Platz macht, in der das Diesseits grundsätzlich bejaht wird: die höfische Kultur des Hochmittelalters, in deren Zentrum dann der sehr diesseitige, lebensbejahende [[Minnesang]] stand, der allerdings der Dichtung der cluniazensischen Periode formal viel verdankt (z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Strophe]] und den [[Endreim]]). Heinrich führte das letzte Rückzugsgefecht der cluniazensischen Lebensrichtung gegen diesen von ihm als schlechte Sitte empfundene positive weltliche Sichtweise. Er wehrte sich vor allem gegen den erneuten Einbruch der drei Hauptlaster bei der Geistlichkeit: [[Habsucht]], [[Simonie]] und üppigen Lebenswandel. In diesem Kampf, der ihn schließlich sogar zum Satiriker werden ließ, ersetzte er die rein aufs Jenseits zielende Memento-mori-Thematik immer mehr durch Sozialkritik, die bisher nur ein Seitenthema bei der Tadelung alles Weltlichen und dem Primat von [[Demut]] und [[Nächstenliebe]] gewesen war.&amp;lt;ref&amp;gt;De Boor, S. 179–187.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von [[Giuseppe Verdi|Verdi]] und anderen kongenial vertonte hochmittelalterliche Sequenz {{lang|la|[[Dies irae]]}} in lateinischer Sprache ist eine der bedeutendsten künstlerischen Bearbeitungen des Memento mori der Folgezeit überhaupt und war bis 1970 [[Liturgie|liturgischer]] Teil der katholischen Totenmesse ([[Requiem]]). Als Autor gilt [[Thomas von Celano]] (*&amp;amp;nbsp;um 1190; †&amp;amp;nbsp;um 1260), Freund und Biograph von [[Franz von Assisi]]. Das vermutlich von [[Thomas von Kempen]] verfasste spätmittelalterliche {{lang|la|[[Sic transit gloria mundi]]}} entstammt wohl ebenfalls noch dieser nachwirkenden Geisteshaltung und zeigt Verwandtschaft mit dem [[Fortuna]]-Motiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Wiederbelebung während der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Pestzüge degenerierte der Memento-mori-Gedanke nach und nach endgültig zum rein äußerlichen Motiv des [[Ablasshandel]]s, wie ihn zu Beginn des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts besonders spektakulär der Dominikaner [[Johann Tetzel]] mit dem Slogan „Sobald der Gülden im Becken klingt&amp;amp;nbsp;/ im huy die Seel im Himmel springt“ betrieben hat und derart mit ein Auslöser der [[Reformation]] [[Martin Luther]]s wurde. Kurzzeitig flackerte der [[Vanitas]]- und Memento-mori-Gedanke nochmals im frühen [[Barock]] während der Schrecken des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] auf; ein bekanntes und eindrückliches Beispiel ist [[Andreas Gryphius]]’ Gedicht „{{lang|la|Vanitas! Vanitatum! Vanitas!}}“. Der Vanitas-Begriff geriet in der [[Moderne]] weitgehend in Vergessenheit. Heute kennt auch das [[Bildungsbürgertum]] ihn kaum noch (bzw. rezipiert nur den Bedeutungsteil „[[Eitelkeit]]“, wohl beeinflusst durch das englische Wort {{lang|en|vanity}}). In der Volksfrömmigkeit des 17. bis 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts vergegenwärtigten gegenständliche Darstellungen wie das [[Betrachtungssärglein]] das &amp;#039;&amp;#039;Memento mori&amp;#039;&amp;#039; in handgreiflicher Weise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl in christlichen Zusammenhängen&amp;amp;nbsp;– zum Beispiel mit Bezug auf [[Psalm 90|Psalm&amp;amp;nbsp;90,12]]&amp;amp;nbsp;– die Endlichkeit des Lebens immer wieder betont wird,&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Muchlinsky: &amp;#039;&amp;#039;[https://fragen.evangelisch.de/frage/3469/feierabendziegel-mit-spruch Feierabendziegel mit Spruch]&amp;#039;&amp;#039;, [[Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik#evangelisch.de|evangelisch.de]]; vgl. [[Feierabendziegel]]&amp;lt;/ref&amp;gt; werden die Themen Sterben und Tod ansonsten öffentlich eher selten thematisiert. Als zum Beispiel am 12.&amp;amp;nbsp;Juni 2005 Apple-Gründer [[Steve Jobs]] vor Absolventen der [[Stanford-Universität]] in Kalifornien eine Memento-mori-Rede hielt (in der er seine ein Jahr zuvor entdeckte Krebserkrankung thematisierte), wurde diese Rede als denkwürdig rezipiert;&amp;lt;ref name=&amp;quot;rp&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=RP Online |url=https://rp-online.de/politik/der-tod-ist-die-beste-erfindung_aid-13164739 |titel=„Der Tod ist die beste Erfindung“ |datum=2011-10-07 |sprache=de |abruf=2021-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sein Satz {{&amp;quot;|Sprache=en|Death is very likely the single best invention of Life}} (etwa: „der Tod ist die beste Erfindung des Lebens“)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=© Stanford University Stanford, California 94305 Copyright Complaints Trademark Notice |url=http://news.stanford.edu/news/2005/june15/jobs-061505.html |titel=&amp;#039;You&amp;#039;ve got to find what you love,&amp;#039; Jobs says |datum=2005-06-14 |sprache=en |abruf=2021-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde allgemein bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Memento mori in nichtchristlichen und historischen Religionen ==&lt;br /&gt;
Voraussetzung war und ist dafür stets die Vorstellung eines wie immer gearteten [[Totengericht]]es, wie es vor allem in den [[Abrahamitische Religionen|abrahamitischen Religionen]] Christentum und Islam existiert, aber auch in der Religion des alten Ägyptens und dem Zoroastrismus in Erscheinung tritt. Totengericht ist hier eine Instanz, die nach gutem und bösem Verhalten im Leben, also moralisch urteilt, wobei Gut und Böse moralische relative und kulturspezifische Größen darstellen. Insgesamt fehlt zudem in allen unten aufgeführten Beispielen der grundlegende [[Vanitas]]-Gedanke weitgehend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die [[Altägyptische Religion|Religion des alten Ägyptens]] angeht, so existiert dort zwar ein strenges Totengericht, dessen moralisches Konzept auch christliche Vorstellungen beeinflusst hat;&amp;lt;ref&amp;gt;Britannica, Bd. 24, S. 111.&amp;lt;/ref&amp;gt; magische Formeln und Amulette, wie sie vor allem ab dem [[Neues Reich|Neuen Reich]] im [[Ägyptisches Totenbuch|Totenbuch]] beschrieben sind, ermöglichen es den Verstorbenen jedoch, dieses Gericht quasi auszutricksen, eine für die abrahamitischen Religionen geradezu perverse Vorstellung. Zudem finden ethische Verfehlungen nur relativ geringe Berücksichtigung, im Zentrum des Verfahrens vor dem Thron von [[Osiris]] stehen vielmehr Vergehen in juristischem Sinn, Verletzung von Anstandsregeln, Übertretung von kultischen Vorschriften usw., also ein sogenanntes [[Sündenbekenntnis|negatives Sündenbekenntnis]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Helck, Eberhard Otto: &amp;#039;&amp;#039;Kleines Lexikon der Ägyptologie&amp;#039;&amp;#039;. 4. Aufl. Harrassowith Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04027-0, S. 134f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Tartaros]] der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] wiederum ist ein spezieller Strafort für Feinde (die [[Titan (Mythologie)|Titanen]], [[Tantalos]]) und Konkurrenten der Götter selbst. Der [[Hades]] hingegen wurde als einheitlicher und ewiger Aufenthaltsort aller Toten verstanden. Eine irgend geartete Memento-mori-Ideologie erübrigte sich damit. Hingegen begann die griechische Philosophie schon seit [[Pindar]], [[Heraklit]] und [[Hesiod]], vor allem aber bei [[Platon]] in Buch&amp;amp;nbsp;10 der [[Politeia]], zahlreiche Gedanken dazu zu entwickeln, die später teilweise auch ins Christentum Eingang fanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Cavendish, Trevor O. Ling: &amp;#039;&amp;#039;Mythologie. Eine illustrierte Weltgeschichte des mythisch-religiösen Denkens.&amp;#039;&amp;#039; Christian Verlag, München 1981, ISBN 3-88472-061-9, S. 134f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem alten römischen Brauch stand hinter einem siegreichen Feldherrn, für den ein [[Römischer Triumph|Triumphzug]] begangen wurde, ein Sklave oder Priester, der ihm einen Lorbeerkranz oder die goldene Eichenlaubkrone des Jupitertempels über den Kopf hielt und wiederholt mahnte: {{&amp;quot;|Sprache=la|Mementō moriendum esse!}} („Bedenke, dass du sterben musst!“, sinngemäß). Dies war mehr eine Warnung vor der [[Hybris]], sich gegenüber dem Volk für göttlich zu halten, weniger Erinnerung an die persönliche Vanitas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept der [[Reinkarnation|Seelenwanderung]], wie es vor allem im [[Hinduismus]] und [[Buddhismus]] zu finden ist (aber auch in der griechischen Philosophie), enthält zwar ähnliche Vorstellungen, die aber auf einem hierarchischen Weg zum Endziel des [[Nirwana]]s führen sollen ([[Dharma]] und [[Karma]]) und denen daher die Endgültigkeit des göttlichen Urteils fehlt. Das Böse als Begriff hat sich in diesen Religionen daher auch nicht als [[Ethische Grundprinzipien|ethische Kategorie]] herausgebildet. Der Tod wird außerdem lediglich als Schlaf vor der Wiedergeburt betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Britannica, Bd. 7, S. 175f; Johannes Laube: (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Böse in den Weltreligionen.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-14985-8, S. 201; Richard Waterstone: &amp;#039;&amp;#039;Indien. Götter und Kosmos, Karma und Erleuchtung, Meditation und Yoga.&amp;#039;&amp;#039; Taschen-Verlag, Köln 2001, ISBN 3-8228-1335-4, S.&amp;amp;nbsp;126f; Tom Lowenstein: &amp;#039;&amp;#039;Buddhismus&amp;#039;&amp;#039;. Taschen-Verlag, Köln 2001, ISBN 3-8228-1343-5, S. 16f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Zoroastrismus]], in dessen Zentrum erstmals der [[Freier Wille|freie Wille]] des Menschen steht, kennt ein striktes Totengericht. Dessen Urteile führen zwar zur Bestrafung, die jedoch nicht endgültig ist, sondern durch den Endsieg [[Ahura Mazda]]s über das Böse [[Ahriman]]s egalisiert wird. Memento mori impliziert jedoch die unwiderrufliche Endgültigkeit einer Strafe, die es daher unbedingt zu vermeiden gilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Monika Tworuschka, Udo Tworuschka: &amp;#039;&amp;#039;Religionen der Welt. In Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Bassermann Verlag, München 1992/2000, ISBN 3-8094-5005-7, S.&amp;amp;nbsp;251f; Gottfried Hierzenberger: &amp;#039;&amp;#039;Der Glaube in den alten Hochkulturen: Ägypten, Mesopotamien, Indoeuropäer, Altamerikaner.&amp;#039;&amp;#039; Lahn Verlag, Limburg 2003, ISBN 3-7867-8473-6, S. 91–98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem [[Judentum]] ist trotz der [[Kabbala]] der Memento-mori-Gedanke ebenfalls recht fremd geblieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Hennig, S. 224f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Islam]] beruht die erste Prüfung durch den Todesengel nur in der Feststellung, ob der Verstorbene ein Muslim ist. Beim Jüngsten Gericht wird hingegen moralisch gewertet. Askese war hierbei jedoch weitgehend fremd, und ein Mönchtum wie im Christentum ist hier trotz der islamischen Mystik kaum entwickelt. Entscheidend dabei ist allerdings die strikte islamische [[Prädestinationslehre]]. Sie gab {{&amp;quot;|keinen Raum für die Ausgestaltung eines autonomen Bösen, da das Böse nicht mit dem Seinsgrund des Menschen verknüpft wurde. Die christliche Tradition, die sehr eng mit dem Problem des in Sünde geborenen, von der Erbsünde belasteten Menschen verknüpft ist, ist kein islamisches Thema.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Laube, S. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Todessehnsucht]] islamistischer [[Selbstmordattentäter]] ist sogar das Gegenteil des Memento-mori-Gedankens, denn sie glauben, durch ihre Tat sei für sie als [[Märtyrer]] ([[Märtyrer#Islam|Schahid]]) das Paradies mit seinen Freuden auf direktem Wege und ohne Letztes Gericht sicher.&amp;lt;ref&amp;gt;Hughes, S. 463f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Literatur nach hat diese Haltung nur oberflächlich mit Religion zu tun, mehr mit einem modernen Identitätsdenken, das den individuellen Tod einer unsterblichen Idee unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Talal Asad: &amp;#039;&amp;#039;On Suicide Bombing&amp;#039;&amp;#039;, New York: Columbia Univ. Press 2007, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Rezeption in Dichtung, Musik und Bildender Kunst ==&lt;br /&gt;
Das Memento-mori-Motiv verblich mit der Zeit zum rein formalen Motto auf Grabsteinen, zum Sinnspruch in Todesanzeigen und erscheint schließlich nur noch als rein künstlerisches Motiv von [[Stillleben]]. Als Stilmotiv findet es sich in allen Epochen der Kunst. Typische Motive im [[Vanitas-Stillleben]] sind faulende Früchte, mit Fliegen besetzte Granatäpfel, umgekippte Weingläser, Totenschädel und ähnliche die Vergänglichkeit symbolisierende Objekte. Motivisch verwandt ist auch die Darstellung des [[Totentanz]]es, etwa von [[Hans Holbein der Jüngere|Hans Holbein dem Jüngeren]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wehrens&amp;quot;&amp;gt;Hans Georg Wehrens: &amp;#039;&amp;#039;Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. „Muos ich doch dran – und weis nit wan“&amp;#039;&amp;#039;. Schnell &amp;amp; Steiner, Regensburg 2012, S. 14, 49ff. und 145ff. ISBN 978-3-7954-2563-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder des [[Der Zug des Todes|Todeszuges]] von [[Gustav Spangenberg (Maler)|Spangenberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee des &amp;#039;&amp;#039;Memento mori&amp;#039;&amp;#039; zieht sich aber, wenn auch abgeschwächt und areligiös, bis in die [[Neuzeit]] durch und findet sich hier z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Salvador Dalí]], dem Fotografen [[Man Ray]] oder dem [[Pop Art|Pop-Art]]-Künstler [[Andy Warhol|Warhol]]. Filmisch wurde das Thema unter anderem von [[Ingmar Bergman]] 1957 in [[Das siebente Siegel]] und 1998 von [[Martin Brest]] in [[Rendezvous mit Joe Black]] behandelt. Die [[Schweden|schwedische]] [[Rockmusik|Rock]]-Band [[Ghost (Band)|Ghost]] griff das Konzept 2018 in ihrem Titel {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;Pro Memoria&amp;#039;&amp;#039;}} aus dem Album [[Prequelle]] auf, der den Hörer vor dem Hintergrund des [[Schwarzer Tod|Schwarzen Todes]] dazu anstößt, sich stets des Sterbens bewusst zu sein ({{&amp;quot;|Sprache=en|Don’t you forget about dying, don’t you forget about your friend death}}).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://genius.com/Ghost-pro-memoria-lyrics |titel=Ghost – Pro Memoria |abruf=2021-10-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die US-amerikanische Rockband [[Polyphia]] benannte ihr im Jahre 2022 veröffentlichtes Album &amp;#039;&amp;#039;[[Remember That You Will Die]]&amp;#039;&amp;#039;, was eine Übersetzung ins Englische entspricht. Laut ihrem Gitarristen Tim Henson geht es darum, den Tag zu nutzen und Dinge zu erledigen, die erledigt werden müssen, bevor man es nicht mehr kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sam Law |url=https://www.altpress.com/polyphia-remember-that-you-will-die-interview/ |titel=How Polyphia helped bring virtuoso guitar music back with Remember That You Will Die |hrsg=[[Alternative Press]] |sprache=en |abruf=2022-10-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2023 veröffentlichte die Band [[Depeche Mode]] ein Album mit dem Namen [[Memento Mori (Depeche-Mode-Album)|Memento Mori]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Zum folgenden Abschnitt: Wie in der Quelle zu lesen ist, hatte die Reise mit diesem Flugzeug einen rein praktischen Grund: Es waren kurzfristig keine anderen Maschinen verfügbar. Auch Depeche Mode waren nur Mieter. Daher Abschnitt zunächst auskommentiert. --&amp;gt;&amp;lt;!-- Zum NATO-Treffen in Vilnius (Litauen) am Dienstag, dem 11. Juli 2023, wo es um Geld, Waffen und symbolische Unterstützung für die Ukraine sowie um Schwedens angestrebte Mitgliedschaft im Militärbündnis ging, kam die luxemburgische Delegation mit einem Jet der Band [[Depeche Mode]] mit am Rumpf aufgeklebtem &amp;#039;&amp;#039;Memento Mori&amp;#039;&amp;#039;-Totenkopf.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.volt-magazin.de/news-electro-industrial-post-punk-cold-wave/delegation-jet-von-depeche-mode-nato-treffen-vilnius&amp;lt;/ref&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;6&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Skibby kirke 13.JPG|Mittelalterliches [[Fresko]]. Das Bild ist ein Ausschnitt aus dem Deckengemälde der Kirche in [[Skibby Kommune|Skibby]] auf Seeland in Dänemark und zeigt die Lebensfreude dreier junger Könige mit tigergescheckten Pferden, Jagdhunden und Falken und danach den Tod, dem sie entgegenreiten.&lt;br /&gt;
 Mementomori1.JPG|Memento Mori an einem Rosenkranz aus dem frühen 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert, Leben (Antlitz) und Tod (Schädel), gespalten an einem Kopf, als [[Amulett]].&lt;br /&gt;
 Innsbruck 2 335.jpg|Ein Ausstellungsstück im [[Schloss Ambras]] (Österreich). Gerippe, in starkem, tänzerischem Kontrapost dargestellt. [[Hans Leinberger]] zugeschrieben, im Inventarverzeichnis von 1596.&lt;br /&gt;
 Tübingen Stiftskirche Grab 5.jpg|[[Stiftskirche (Tübingen)|Stiftskirche St.&amp;amp;nbsp;Georg, Tübingen]]. Detail eines der Grabmonumente: Memento mori. Dem Stil nach ([[Putto|Putte]]) aus dem [[Barock]].&lt;br /&gt;
 Paul Cézanne - Still Life with a Skull.JPG|[[Paul Cézanne]]: &amp;#039;&amp;#039;Stillleben mit Schädel&amp;#039;&amp;#039;, 1895–1900&lt;br /&gt;
 Death anita ree8.jpg|[[Anita Rée]]: &amp;#039;&amp;#039;Stillleben mit Hebbels Totenmaske&amp;#039;&amp;#039;, 1915&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Todessymbolik]]&lt;br /&gt;
* [[Ars moriendi]]&lt;br /&gt;
* [[Die drei Lebenden und die drei Toten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andrea von Hülsen-Esch]], [[Hiltrud Westermann-Angerhausen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zum Sterben schön. Alter, Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute&amp;#039;&amp;#039;. Schnell &amp;amp; Steiner, 2006, ISBN 978-3-7954-1899-1.&lt;br /&gt;
* Johannes Laube (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Böse in den Weltreligionen.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-14985-8.&lt;br /&gt;
* Heiner Meininghaus: &amp;#039;&amp;#039;Memento mori&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Weltkunst]]&amp;#039;&amp;#039;. 71.&amp;amp;nbsp;Jahrgang Nr.&amp;amp;nbsp;12. 2001. S.&amp;amp;nbsp;1856–1859.&lt;br /&gt;
* Richard Waterstone: &amp;#039;&amp;#039;Indien. Götter und Kosmos, Karma und Erleuchtung, Meditation und Yoga.&amp;#039;&amp;#039; Taschen-Verlag, Köln 2001, ISBN 3-8228-1335-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://acdh.oeaw.ac.at/abacus/ |titel=ABaC:us, Austrian Baroque Corpus |hrsg= Österreichische Akademie der Wissenschaften |abruf=2015-06-18 |abruf-verborgen=ja |kommentar= Memento-mori- und Totentanzliteratur digital}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4169407-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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