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	<title>Mellah - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mellah&amp;diff=904135&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: Unicode-Zeichen entfernt/ersetzt</title>
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		<updated>2025-04-09T06:26:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Unicode-Zeichen entfernt/ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zu anderen Bedeutungen siehe [[Mellah (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mellah&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|ملاح&amp;amp;lrm;|d=mallāḥ}}) ist das traditionelle [[Jüdisches Viertel|jüdische Viertel]] in [[Marokko|marokkanischen]] Städten; es liegt stets in der Nähe der arabischen Altstadt, der [[Medina (Stadtteil)|Medina]]. In [[Tunesien]] und [[Libyen]] wird der Stadtteil für die (einheimische) jüdische Bevölkerung (tunesisch &amp;#039;&amp;#039;Twansa&amp;#039;&amp;#039;) als (arabisch) &amp;#039;&amp;#039;Hara&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Georges Bensoussan |Titel=Juifs en pays arabes – Le grand déracinement, 1850–1975 |Hrsg=Denis Maraval |Sammelwerk=Collection Texto |Auflage=2 |Verlag=Éditions Tallandier |Ort=Paris |Datum=2021 |ISBN=979-1-02105090-7 |Seiten=67, 69, 74, 81, 84–93, 97}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Guillaume Calafat, Mathieu Grenet |Titel=Méditérranées&amp;amp;nbsp;: Une histoire des mobilités humaines (1492–1750) |Verlag=Éditions Points |Ort=Paris |Datum=2023 |Reihe=Collection Points Histoire |NummerReihe=H610 |ISBN=978-2-7578-9818-5 |Seiten=434 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet. Die aus [[Livorno]] stammenden &amp;#039;&amp;#039;Grana&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; lebten außerhalb der &amp;#039;&amp;#039;Hara&amp;#039;&amp;#039; (Plural &amp;#039;&amp;#039;Harāt&amp;#039;&amp;#039; ([[Stadtviertel#Weitere regionale Bezeichnungen|Stadtviertel]])).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Die [[Etymologie]] der Ortsbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;mellah&amp;#039;&amp;#039; ist unklar; die dem Begriff zugrunde liegende [[Wurzel (Linguistik)|Wurzel]] ist m-l-ḥ ({{arS|مَلَحَ&amp;amp;lrm;|DMG=malaḥa|de=salzig sein/werden}} oder alternativ vokalisiert: {{ar|مَلُحَ|DMG=maluḥa|de=schön, hübsch, elegant sein}}),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hans Wehr: &amp;#039;&amp;#039;Arabisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Wiesbaden 1968, S. 820.&amp;lt;/ref&amp;gt; das Genus hingegen maskulin.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[:ar:الملاح_(حي_يهودي)|arab. Artikel]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Vermutung ist, dass an der Stelle der Mellah von [[Fès]] ursprünglich Salzsümpfe waren. Später wurde damit [[Metonymie|metonymisch]] ein Ort bezeichnet, wo gesalzene Produkte aufbewahrt werden; zudem kam die [[Volksetymologie]] als „versalzener, verfluchter Ort“ in Umlauf. Darüber hinaus war eine Legende in Umlauf, der zufolge die Juden das Recht hätten, die Köpfe der Hingerichteten zum Zweck der Konservierung und späteren öffentlichen Präsentation einzusalzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Mellah von Fès ===&lt;br /&gt;
Die älteste Mellah ist die von Fès, die im Jahr 1438 von [[Abdalhaqq II.]], dem letzten [[Sultan]] der [[Meriniden]], eingerichtet wurde. Ein Jahr zuvor war aus einem vermutlich geplanten Zufall das Grab mit dem angeblich unversehrten Leichnam von [[Idris II.]] (791–828) gefunden worden. Damit war die Absicht verbunden, den Kult um die [[Idrisiden]] und ihre [[scherif]]ische Abstammung wiederaufleben zu lassen, was die geschichtliche Bedeutung und folglich das Ansehen des Merinidenherrschers stärken sollte. Die Bevölkerung reagierte begeistert und mit einer religiösen Erwartungshaltung. In dieser Atmosphäre verbreitete sich die Meldung, in den [[Moschee]]n von Fès sei Wein gefunden worden, was den Juden angelastet wurde. Daraufhin begannen großangelegte [[Pogrom]]e gegen die Juden. Zu ihrem Schutz ließ der Sultan sie aus ihrem bisherigen Stadtviertel &amp;#039;&amp;#039;Kairouan&amp;#039;&amp;#039; in der Medina in die befestigte Neustadt &amp;#039;&amp;#039;Fès el Jedid&amp;#039;&amp;#039; bringen, wo auf einem salzigen (arabisch &amp;#039;&amp;#039;mellah&amp;#039;&amp;#039;) Gelände nahe dem Königspalast ihr neues Wohnviertel entstand, das &amp;#039;&amp;#039;Mellah&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Jane S. Gerber: &amp;#039;&amp;#039;Jewish Society in Fez. 1450–1700. Studies in Communal and Economic Life.&amp;#039;&amp;#039; (Studies in Judaism in Modern Times, Bd. 6) E. J. Brill, Leiden 1980, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mellahs in Marokko ===&lt;br /&gt;
Nach dieser Mellah wurden bald alle &amp;#039;&amp;#039;Harat al-Yahoud&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|حارة اليهود&amp;amp;lrm;|DMG=ḥāra(t) al-yahūd|de=Stadtviertel der Juden}})&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. H. Wehr: &amp;#039;&amp;#039;Arabisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, Wiesbaden 1968, S. 192.&amp;lt;/ref&amp;gt; in Marokko benannt. Der Historiker [[Georges Bensoussan (Historiker)|Georges Bensoussan]] schreibt: „Die Mellah war kein hermetisch geschlossenes Ghetto.“ Die Gründe für die Einrichtung von jüdischen Vierteln waren ähnlich wie die im [[mittelalter]]lichen Europa: Der Staat wollte die Wirtschaftskraft der jüdischen Bevölkerung für sich nützen und sie vor etwaigen Ausschreitungen durch die andersgläubige Mehrheitsbevölkerung und den Stämmen der Umgebung schützen. Deshalb wurde die Mellah häufig in der Nähe des königlichen Palastes oder der [[Kasbah]] des Gouverneurs errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Bettina Marx: &amp;#039;&amp;#039;Juden Marokkos und Europas, Das marokkanische Judentum im 19. Jahrhundert und seine Darstellung in der zeitgenössischen jüdischen Presse in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien&amp;#039;&amp;#039; Lang, Frankfurt a. M. 1990, ISBN 978-3-631-44069-8, S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Mitte des 16. Jahrhunderts taucht die Bezeichnung auch in [[Marrakesch]] auf und 1682 in [[Meknès]], als es kurzzeitig zur Hauptstadt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1807&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Shalom Bar Asher |Titel=The Jews of North Africa and the Land of Israel in the Eighteenth and Nineteenth Centuries: The Reversal in Attitude toward &amp;#039;Aliyah&amp;#039; (Immigration to the Land) from 1770 to 1860 |Hrsg=Lawrence A. Hoffman |Sammelwerk=The Land of Israel: Jewish Perspectives |Verlag=University of Notre Dame Press |Ort=Notre Dame (Indiana) |Datum=1986 |Reihe=Studies of Judaism and Christianity in Antiquity |NummerReihe=6 |ISBN=0-268-01280-6 |Kapitel=12 |Seiten=297–315,&amp;amp;nbsp;hier S. 305 |Kommentar=dort zitiert in: D. Corcos: &amp;#039;&amp;#039;Studies in the History of the Jews of Marocco&amp;#039;&amp;#039;, Jerusalem 1976, S. 92 ff., siehe Fußnote 59, ebd., S. 314}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden separate Viertel in allen Städten mit jüdischer Bevölkerung [[Dekret|dekretiert]]. Durch [[Urbanisierung|Landflucht]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; lebten 70 %&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; der marokkanischen Juden um 1900 in den Städten. Nur die wohlhabendsten durften in der [[Kasbah]] wohnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Anders als in den ebenfalls überwiegend armen muslimischen Vierteln, war die Mellah zunehmend überbevölkert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; So berichtete Albert Benarroya&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; 1912 für den Ort El-Kasar in [[Spanisch-Marokko]] von Häusern mit sechs fensterlosen Zimmern, bewohnt von etwa 45&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Personen (7&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Personen pro Zimmer), zusätzlich zu den häufig im gleichen Raum gehaltenen Hühnern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Bitten um Vergrößerung der Mellah oder um Erlaubnis, die Mellah verlassen und einen Wohnsitz außerhalb ihrer Mauern nehmen zu dürfen, wurden von den Autoritäten ignoriert. In [[Essaouira|Mogador]] lebten im Hungerjahr 1877 beispielsweise 12.000&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Juden in der Mellah. Weitere Hungerjahre wegen Trockenheit waren 1867–1869, 1878–1884, 1891–1893 und 1896–1897.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1888 hatten in Fès nur sechs&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; jüdische Kaufleute dank konsularischem Schutz eines europäischen Staats einen Wohnsitz in einem der muslimischen Viertel. Vier Jahre später (1892) bewilligte der Sultan zwar die Verlegung der Mellah von Mogador,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; die Administration verschleppte jedoch das Vorhaben. Das Leben in der Mellah war von allgemeiner Armut, [[Analphabetismus]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; und Prostitution&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; geprägt. Der ärmste Teil der Mellah wurde als &amp;#039;&amp;#039;b&amp;#039;hira&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; bezeichnet. Ihre Bewohner lebten zwischen Abfällen&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; und Fäkalien&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die Gesundheit der meisten Juden war durch Mangelernährung und oft auch Alkoholismus schlecht (Konsum von [[Mahia]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; auch bei Frauen und Kindern), die Lebenserwartung war gering.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Die Kinder kamen meist überarbeitet&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; und müde in den Schulunterricht der französischen Hilfsorganisation &amp;#039;&amp;#039;[[Alliance Israélite Universelle]]&amp;#039;&amp;#039;, die versuchte, durch ihre Schulen, Suppenküchen und Kleiderverteilung an die Kinder die Lage zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gründung des Staates [[Israel]] wanderten die meisten jüdischen Marokkaner dorthin aus, so dass diese Viertel heute überwiegend von Moslems bewohnt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [https://books.google.de/books?id=c6fALw8d9ZoC&amp;amp;pg=PA4&amp;amp;lpg=PA4&amp;amp;dq=mellah+commons&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=ImbrFptbjM&amp;amp;sig=ACfU3U3GDkQl0c2N-Z8d1ooc1vO52blgKg&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjive36iIfiAhWlPOwKHTARAW0Q6AEwDXoECAcQAQ#v=onepage&amp;amp;q=mellah%20commons&amp;amp;f=false Emily Gottreich: &amp;#039;&amp;#039;The Mellah of Marrakesh: Jewish and Muslim Space in Morocco&amp;#039;s Red City.&amp;#039;&amp;#039;] Indiana University Press 2006, ISBN 978-0-253-21863-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Marokko)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Traditionelle jüdische Siedlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fès]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtbaugeschichte (Islam)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judentum in Marokko]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Religion (Marokko)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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