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	<title>Melioration - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Melioration&amp;diff=130043&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fraxinia09: neue Quelle eingefügt</title>
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		<updated>2026-04-05T06:57:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;neue Quelle eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt die Bedeutung in Bodenkunde und Landwirtschaft, für den gleichnamigen Begriff aus der Linguistik siehe [[Melioration (Linguistik)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Melioration&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, teils auch &amp;#039;&amp;#039;Meliorisation&amp;#039;&amp;#039; (von {{laS|melior|de=besser}}, umgangssprachlich auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bodenbewirtschaftung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;), ist ein Begriff der [[Bodenkunde]], [[Landschaftspflege]] und [[Wasserwirtschaft]], der innerhalb der deutschsprachigen Staaten unterschiedliche Verwendung findet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-W0321-0009, Römhild, Meliorationsmaschine, Drainage.jpg|mini|Meliorationsarbeiten bei [[Römhild]] (1980)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-09958-1138, Gross-Hennersdorf, Meliorationsarbeiten.jpg|mini|Meliorationsarbeiten bei [[Großhennersdorf]]: [[Feuchtwiese]]n sollen als [[Ackerland]] nutzbar gemacht werden (1946)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Historische Moor-Entwässerungsprojekte in Deutschland - Mooratlas 2023 Grafik 21.png|mini|Historische Moor-Entwässerungsprojekte in Deutschland]]&lt;br /&gt;
=== Maßnahmen der Bodenverbesserung ===&lt;br /&gt;
In Deutschland sind darin [[Kulturtechnik (Bodenkultur)|kulturtechnische]] Maßnahmen zur Werterhöhung des [[Boden (Bodenkunde)|Bodens]] zu sehen, also&lt;br /&gt;
* zur Steigerung seiner [[Ertrag]]sfähigkeit,&lt;br /&gt;
* zur Vereinfachung seiner [[Bewirtschaftung]] und&lt;br /&gt;
* zum Schutz vor Schädigung oder Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Maßnahmen sind zum Beispiel die [[Bewässerung|Be-]] oder [[Entwässerung]], [[Drainage (Boden)|Drainierung]], [[Eindeichung]] von [[Überschwemmungsgebiet]]en und die [[Urbarmachung]] von [[Ödland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilweise zählt auch die Kultivierung von [[Moor]]en und [[Heide (Landschaft)|Heide]] dazu, die [[Wildbachverbauung]], die Verbesserung von Bodengefüge und Nährstoffzustand (Lockerung verdichteter Bodenschichten, Anhebung des [[Boden-pH|pH-Wertes]], Entsteinung, [[Plaggendüngung]] usw.).&lt;br /&gt;
Spätestens seit der Jahrtausendwende wird jedoch darauf geachtet, keine Feuchtgebiete mehr zu zerstören (siehe [[Artensterben]]) und Interessenkollisionen von Landwirtschaft und [[Naturschutz]] zu vermeiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;umweltordner&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://umweltordner.i-gap.at:80/artikel.php?id=115 |text=Kommassierung und Rekommassierung |wayback=20050921035330}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Melioration wird gleichermaßen in [[Landwirtschaft|Land-]] und [[Forstwirtschaft]] sowie der [[Bodenkunde]] und der [[Wasserwirtschaft]] verwendet. Sie leitet sich vom lateinischen &amp;#039;&amp;#039;meliorare&amp;#039;&amp;#039; (verbessern) ab. &amp;#039;&amp;#039;Bodenmelioration&amp;#039;&amp;#039; ist beispielsweise insofern weitgehend gleichbedeutend mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bodenverbesserung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meliorationswesen in der DDR ===&lt;br /&gt;
Seit 1963 gab es in der DDR [[Meliorationsgenossenschaft]]en und seit 1968 [[Meliorationskombinat]]e, welche Dienstleistungen für die Landwirtschaft, also [[Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft|Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG)]], [[Volkseigenes Gut|Volkseigene Güter (VEG)]] und [[Gärtnerische Produktionsgenossenschaft]]en (GPG), erbrachten, um höhere Erträge und wirtschaftliche Effizienz zu erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Meliorationsgenossenschaften hatten Anteil an der Standorterkundung und den Vorstudien, wenn sich das Projekt in ihrem Einzugsgebiet befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zeit nahmen die Aufgaben immer mehr zu, die Projekte wurden größer und erfassten immer mehr zusammenhängende Gebiete. LPGs wurden zusammengeschlossen in größere KAP ([[Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion]]). So wurden ab 1968 die Volkseigenen (VE) Meliorationskombinate gegründet, welche auf Bezirksebene zur Unterstützung der Meliorationsgenossenschaften arbeiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufgabe der volkseigenen Meliorationskombinate war die Durchführung großflächiger Meliorationsmaßnahmen. Die Planungsbetriebe der Meliorationskombinate führten auf der Basis von Standorterkundungen sowie Boden- und Wasseranalysen Planung und Projektierung der Meliorationsmaßnahmen durch. Von den Baubetrieben der Meliorationskombinate erfolgte die bauliche Umsetzung der großen Meliorationsmaßnahmen. Die Meliorationsgnossenschaften führten kleine Meliorationsmaßnahmen im Einzugsgebietes ihres im Kreis durch und gewährleisteten Betrieb und Instandhaltung der Meliorationsanlagen ihrer Mitgliedsbetriebe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jürgen Wachholz |url=http://www.ddr-baumaschinen.de/Meliorationswesen%20der%20DDR.htm |titel=Meliorationstechnik in der DDR - DDR Baumaschinen |werk=DDR-Baumschinen.de |hrsg=Jürgen Wachholz |abruf=2020-07-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Tätigkeiten wurden fast auf dem gesamten Gebiet der DDR ausgeführt. Jeder Kreis hatte mindestens eine Meliorationsgenossenschaft, jeder Bezirk ein Meliorationskombinat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Organisation verlief bis zuletzt auf Bezirks- und Kreisebene und nicht auf Ebene der Einzugsgebiete, wie es in der Wasserwirtschaft der Fall war. Da das Meliorationswesen vor allem eine Dienstleistung für die Landwirtschaft darstellte, bestand eine enge Kooperation zwischen beiden, obwohl sie unterschiedlichen Ministerien unterstanden: die Wasserwirtschaft seit 1972 dem [[Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR|Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft (MUW)]], das Meliorationswesen (M.-kombinate und -genossenschaften) dem [[Ministerium für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Institutionen (MK und MG) gab es gut ausgebildete Fachkräfte. Weltweit der einzige Studiengang Meliorationswesen wurde an der [[Universität Rostock]] mit Abschluss als Diplom-Ingenieur angeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zeitreise: Melioration - Bodenentwässerung in der DDR  https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/zeitreise-melioration-bodenentwaesserung-in-der-ddr,nordmagazin-9030.html eingefügt am 5. April 2026&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Fachschule In Bad Freienwalde wurden Fachschulingenieure für Melioration ausgebildet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Wende wurden die vorhandenen Institutionen aufgelöst. Viele Beschäftigte mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Bodenverbesserung verloren ihre Arbeit oder wurden umgeschult. Das langjährig aufgebaute Potenzial an Erfahrungen und Kenntnissen blieb ungenutzt.&amp;lt;!-- Im Moment gibt es keine speziell für den Bodenschutz verantwortlichen Behörden, die die Landwirte zu Bodenschutzmaßnahmen und bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln überwachen und beraten. Besonders die derzeitige Beratung beim Pflanzenschutz ist am Verkauf von Pflanzenschutzmitteln interessiert, nicht am Landwirt, und schon gar nicht am Verbraucher, an der Öffentlichkeit, oder an der Umwelt.  Es gibt auch kein Gesetz, welches Verursacher von Bodenerosion (&amp;quot;Schlickerzeuger&amp;quot;) und Ausbringer von umweltschädlichen Pestiziden zwingt, sich an den daraus entstehenden Kosten zu beteiligen. Bei der Bodenerosion gibt es gar keine Beratung. Die Furchen werden so gezogen, dass der Traktorfahrer am schnellsten fertig wird, das heißt, dass die Furchen immer geradeaus gezogen werden, und in eine Richtung, wo man am wenigsten wenden muss. Ganz selten findet man Landwirte, welche sich halbwegs an die Topographie des Feldes anpassen, um die Bodenerosion möglichst gering zu halten oder ganz zu vermeiden. Da die wenigsten Landarbeiter auch Eigentümer des Landes sind, legen sie keinen Wert darauf; viele Landeigentümer verstehen oder interessieren sich auch nicht für Landwirtschaft, für sie ist es oftmals nur eine zusätzliche Geldquelle.  Diese Situation muss unbedingt berücksichtigt werden. Weil der Bodenverlust letztendlich die gesamte Gesellschaft betrifft, muss eben diese Gesellschaft durch den Staat die entsprechende Infrastruktur schaffen, welche dringend benötigt wird.   &amp;lt;&amp;lt;  Es erscheint fraglich, ob tatsächlich keine Behörde die &amp;quot;Verwendung von Pflanzenschutzmitteln überwacht&amp;quot;. Der Rest der Aussagen ist zu allgemein gehalten und eher wie eine persönliche Meinung formuliert. Wenn überhaupt gehören diese Inhalte wohl in den Artikel [[Bodenerosion]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Dienstleistungen der ehemaligen Meliorationsbetriebe gehörte eine an den Interessen sowohl der Landwirte als auch der Gesellschaft insgesamt orientierte Beratung.&lt;br /&gt;
Auch heute bedarf es der Unterstützung der Landwirte bei der Ausführung von Bodenschutzmaßnahmen, der Restaurierung von Waldschutzstreifen, Feldgehölzen, Windschutzstreifen, Terrassenanbau, Obstplantagen, Flussgehölzen und Feuchtgebieten sowie beim [[Integrierter Pflanzenschutz|integrierten Pflanzenschutz]], bei Projektierung und Ausführung von Be- und Entwässerungssystemen sowie bei Maßnahmen zur Wasserspeicherung und Grundwasserzuführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kritik am Meliorationswesen der DDR ====&lt;br /&gt;
Wie in der DDR üblich, waren auch Meliorationskombinate und -genossenschaften Bestandteil der „[[Kommandowirtschaft]]“, einer streng hierarchischen Struktur, deren Entscheidungen in letzter Instanz nicht von Fachleuten, sondern von Politikern getroffen wurden. Von 1958 bis 1981 war [[Gerhard Grüneberg]] Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees (ZK) der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) und von 1960 bis 1981 Sekretär für Landwirtschaft. Er betrieb die „Sozialistische Intensivierung“ (= industriemäßige Pflanzen- und Tierproduktion) und stützte sich dabei auf die Meliorationsbetriebe. Dabei konzentrierte man sich vorrangig auf Be- und Entwässerungssysteme und den Wirtschaftswegebau. Dem langfristigen Bodenschutz und den vielseitigen Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und ökologischer [[Biodiversität|Diversität]] wurde wenig Beachtung geschenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Negativbeispiele zählen besonders die umweltzerstörerischen Flurbereinigungsmaßnahmen in den 60er Jahren und bis in die 70er Jahre hinein. Vor allem die Zerstörung von [[Feldgehölz]]en, [[Hecke]]n und [[Windschutzstreifen]] hat negative Langzeitfolgen: erhöhte [[Bodenerosion]] durch Wind und Wasser, verringerter Grundwassereintrag durch erhöhten Oberflächenabfluss, negative Auswirkungen auf das Klima wie stärkere Winde, extreme Temperaturen, verringerte Luftfeuchtigkeit, weniger Niederschläge und damit auch Bodenfeuchtigkeit, was wiederum den Bedarf an Bewässerung erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kunz, Mohr, Werner |Hrsg=Brasseur, Jacob, Schuck-Zöller |Titel=Kap. 7. Niederschlag |Sammelwerk=Klimawandel in Deutschland; Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven |Verlag=Springer |Ort=Hamburg |Datum=2017 |ISBN=978-3-662-50397-3 |Seiten=58–64}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ellison, Morris, Locatelli, Sheil, Cohen, Murdiyarso, Gutierrez, van Noordwijk, Creed, Pokorny, Gaveau, Spracklen, Bargues, Tobella, Ilstedt, Teuling., Gebreyohannis, Gebrehiwot, Sands, Muys, Sullivan |Titel=Trees, forests and water; Cool insight for a hot world |Sammelwerk=Journal. Global Environmental Change |Band=43 |Verlag=Elsevier |Datum=2017-03 |Seiten=51–61 |DOI=10.1016/j.gloenvcha.2017.01.002}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich wurde der Einsatz von Pestiziden deutlich verstärkt. Es gab kaum noch Feldgehölze, die zuvor Nützlinge beherbergten, die für einen natürlichen Pflanzenschutz sorgten. Der Einsatz von Großmaschinen führte zu Bodenverdichtung. Das Fachpersonal der Meliorationsbetriebe hatte nur wenige Entscheidungskompetenzen. Die Vorgaben Grünebergs mussten ausgeführt werden. Ab 1981 wurden von seinem Nachfolger wieder Maßnahmen zum Bodenerhalt sowie Kontaminationskontrollen vorgenommen und Feldgehölze wiederhergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals liegen den Brandenburger [[Wasser- und Bodenverband|Wasser- und Bodenverbänden]] keine Daten zu verlegten Felddrainagen vor, deren Entwässerungswirkung die Folgen des [[Klimawandel]]s verschärft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Antonia Groß |url=https://taz.de/Wasserknappheit-in-Brandenburg/!6106031/ |titel=Wasserknappheit in Brandenburg: Stopfen gegen die Dürre |werk=[[taz]] |datum=2025-08-24 |abruf=2025-08-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Österreich ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu Deutschland versteht man in Österreich unter &amp;#039;&amp;#039;Melioration&amp;#039;&amp;#039; vor allem Maßnahmen zur [[Bodenordnung]] – also eine Änderung der [[Grundstück]]sgrenzen, um bessere Zufahrten, Schonung der [[Landschaft]] und ein besseres [[Straßennetz|Wegenetz]] zu erreichen. Das Ziel ist weniger eine höhere Fruchtbarkeit der Äcker als die Verbesserung ihrer Struktur. Diese Maßnahmen werden in Deutschland mit dem Begriff [[Flurbereinigung]] bzw. Flurneuordnung bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Optimierung und Landschaftspflege ===&lt;br /&gt;
Diese Maßnahmen&amp;amp;nbsp;– welche die [[Landwirt]]e oft noch nach der früheren Bezeichnung „Kommassierung“&amp;lt;ref name=&amp;quot;umweltordner&amp;quot; /&amp;gt; ([[Zusammenlegung]]) nennen&amp;amp;nbsp;– bestehen vor allem in der Zusammenlegung von zu kleinen Grundstücken bzw. ihrer besseren Formgebung. Auch die Richtung der [[Fahrweg]]e oder [[Böschung]]en wird optimiert, um ökonomische Bewirtschaftung und geringere [[Bodenerosion]] zu erreichen. Oft wird für eine komplette „Umlegung“ des [[Flurstück|Parzellenbestandes]] ein Zeitpunkt gewählt, zu dem der [[Kataster]] ohnehin neu zu [[Vermessung|vermessen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitgehende Beschränkung auf Maßnahmen der Bodenordnung hängt mit der jetzigen Situation der [[Landwirtschaft]] zusammen:&lt;br /&gt;
* Die weithin herrschende [[Überproduktion]] und der resultierende Preisverfall sind für Bauern im [[Hügelland]] und [[Gebirge]] schwieriger wettzumachen als im deutschen [[Ebene (Geographie)|Flachland]]. Die Bodenqualität kann kaum mehr verbessert werden.&lt;br /&gt;
* Die Gewinnung von mehr anbaufähigem Land, die nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] nötig war, ist daher nicht mehr sinnvoll. Statt Neuland („10. Bundesland“) etwa durch Trockenlegungen und Melioration geht es nun um bessere, dem [[Gelände]] und [[Umweltschutz]] angepasste Strukturen.&lt;br /&gt;
* Bei der [[Dünger|Düngung]] werden eher Reduktion der Ausbringung und Kontrolle ihres Effektes bezweckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ziele der Agrarbehörden ===&lt;br /&gt;
In [[Niederösterreich]] kooperiert die NÖ [[Agrarbezirksbehörde]] bei Kommassierungs-Verfahren nicht nur wie früher mit den [[Gemeinde]]n. Neben der besseren [[Bebaubarkeit]] der landwirtschaftlichen Flächen soll an bestimmten Flächen (z.&amp;amp;nbsp;B. an kleinen [[Gewässer]]n oder für früher brachliegende Böschungen) eine [[Rekommassierung]] möglich sein. So soll langfristig ein [[Biotop]]-Verbundsystem entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zusammenlegung erreicht man eine bessere Bearbeitbarkeit des früher durch [[Erbteilung]] oft stark zerstückelten Grundbesitzes (man nennt die schmalen, im Laufe der Zeit durch [[Grundstücksteilung]] entstandenen Flächen auch Riemenfelder, Riemenparzellen oder Lissen). Dadurch ist es möglich, biologisch wichtige Landschaftselemente wie [[Hecke]]n, Baumgruppen, [[Feuchtraum|Feuchträume]] usw. wieder in die Landwirtschaft einzubringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wildbach- und Lawinenschutz ===&lt;br /&gt;
Diese für [[Höhenstufe (Ökologie)|alpines]] Gelände, Siedlungen und [[Fremdenverkehr]] gleichermaßen wichtige Aufgabe untersteht in Österreich (und ähnlich auch in der [[Schweiz]]) nicht den Agrarbehörden, sondern eigenen, regionalen [[Geotechnik|geotechnischen]] Abteilungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweiz ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- schweizbezogen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-Mönchaltorf, Melioration-LBS H1-009007.tif|mini|Luftaufnahme des Meliorationsgebiets bei [[Mönchaltorf]] ([[Werner Friedli (Fotograf)|Werner Friedli]], 1946. [[Bildarchiv der ETH-Bibliothek]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz wurden ursprünglich alle Massnahmen zur Bodenverbesserung als Melioration bezeichnet. Der Begriff erfuhr im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eine Ausweitung. Seither umfasst er auch Massnahmen wie die [[Güterzusammenlegung]] und den [[Erosionsschutz]]. Mittlerweile bezeichnet der Ausdruck alle Formen der umfassenden Restrukturierung des landwirtschaftlich genutzten Raumes.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Glatthard: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007847/2016-11-29 &amp;#039;&amp;#039;Melioration&amp;#039;&amp;#039;] In: Historisches Lexikon der Schweiz, 2016&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange Zeit hatte der Hochwasserschutz eine vorrangige Bedeutung für die Erhaltung der Feldfluren. Die grossen Flusskorrektionen des 19. Jahrhunderts führten dazu, weite ehemalige Überschwemmungszonen und Feuchtgebiete zu urbanisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Wende zum 20. Jahrhundert begannen Gemeinden und landwirtschaftliche Genossenschaften vermehrt die vielerorts unzweckmässige Einteilung der Flurparzellen zu ändern. 1918 und 1924 erliess der schweizerische Bundesrat Vorschriften über die Güterzusammenlegungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Entwicklung der landwirtschaftlichen Bodenkunde und der Meliorationsverfahren wirkten in der Schweiz besonders die kantonalen [[Landwirtschaftsschule|landwirtschaftlichen Schulen]], die Abteilung für Kulturtechnik, [[Alpwirtschaft]] und Alpmeliorationen, später Abteilung für Kulturingenieur- und Vermessungswesen an der [[ETH Zürich]] sowie das eidgenössische [[Meliorationsamt]] und der &amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Kulturingenieur-Verein&amp;#039;&amp;#039; mit. Einflussreiche Personen und Hochschullehrer der ETH Zürich waren dabei [[Edouard Diserens]], [[Ernst Ramser]], [[Ernst Tanner (Ingenieur)|Ernst Tanner]], [[Theophil Weidmann]] und [[Friedrich Traugott Wahlen]]. Bei der Verbreitung des Fachwissens spielte die 1902 gegründete &amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Zeitschrift für Vermessungswesen und Kulturtechnik&amp;#039;&amp;#039; eine wichtige Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Neuer Name: &amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Zeitschrift für Vermessung und Kulturtechnik&amp;#039;&amp;#039;, seit 1948; &amp;#039;&amp;#039;Schweizerische Zeitschrift für Vermessung, Kulturtechnik und Photogrammetrie&amp;#039;&amp;#039;, seit 1953; &amp;#039;&amp;#039;Vermessung, Photogrammetrie, Kulturtechnik&amp;#039;&amp;#039;, seit 1972.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch:&lt;br /&gt;
* [[Meliorations- und Vermessungsamt des Kantons Zürich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziele der Melioration ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Landwirtschaft]] sollte bei der Planung von Meliorationsmaßnahmen auch mit [[Forstwirtschaft|Forst-]] und [[Wasserwirtschaft]], dem [[Naturschutz]] sowie der [[Stadtplanung|Stadt-]] und [[Regionalplanung|Regionalentwicklung]] zusammenarbeiten. Die Naturressourcen innerhalb einer natürlichen Territorialeinheit sollten gemeinsam mit einem Netzwerk der lokalen Interessengruppen verwaltet werden. Parallel sollte das [[Management von Wassereinzugsgebieten]] berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
Eine übergreifende zentrale Steuerung (in Deutschland etwa auf Bundes- anstelle nur auf Landesebene) kann sinnvoll sein, um bestimmt Effekte in ihrer Gesamtheit zu beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das übergeordnete Ziel sollte sein, sich der zukünftig zu erwartenden Klimaveränderung anzupassen und dieser entgegenzuwirken. Mit zunehmender Temperatur werden sich die Niederschlagsintensitäten erhöhen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kunz, Mohr, Werner |Hrsg=Brasseur, Jacob, Schuck-Zöller |Titel=Kap. 7. Niederschlag |Sammelwerk=Klimawandel in Deutschland; Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven |Datum=2017 |ISBN=978-3-662-50397-3 |Seiten=59-64}}&amp;lt;/ref&amp;gt; welche zu erhöhtem Bodenverlust führen, worauf die Bodenschutzmaßnahmen angepasst werden müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Pfeiffer, Eschenbach, Munch |Hrsg=Brasseur, Jacob, Schuck-Zöller |Titel=Kap. 20. Boden |Sammelwerk=Klimawandel in Deutschland: Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven |Nummer=22 |Verlag=Springer |Ort=Hamburg |Datum=2017 |ISBN=978-3-662-50397-3 |Seiten=203-214}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Infiltrationsrate des Oberflächenabflusses muss erhöht werden, um [[Überschwemmung]]en zu vermeiden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bronstert, Bormann, Bürger, Haberlandt, Hattermann, Heistermann, Schauchun Huang, Kolokotronis, Kundzewicz, Menzel, Meon, Merz, Meuser, Paton, Petrow, |Hrsg=Brasseur, Jacob, Schuck-Zöller |Titel=Kap. 10. Hochwasser und Sturzfluten an Flüssen in Deutschland |Sammelwerk=Klimawandel in Deutschland: Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven |Verlag=Springer |Ort=Hamburg |Datum=2017 |ISBN=978-3-662-50397-3 |Seiten=88-100}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Grundwasserzufuhr zu verbessern, da ebenfalls mit länger andauernden Trockenperioden zu rechnen ist. Insgesamt muss die Speicherkapazität erhöht werden. Eine an die Topografie des Feldes angepasste Restaurierung von Flurgehölzen auf landwirtschaftlichen Großlandflächen kann Desertifikationsprozesse abmildern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=López Cadenas, Fernandez, Gómez, Segura, Almansa, Alonso, Baratech, Bartolomé, Cocero, Delgado, Del Pozo, Gonzalez, Montalvo, Nicolás, Rabade, Tejera, Torrente, Tourné, |Hrsg=TRAGSA, TRAGSATEC |Titel=Restauración Hidrológico Forestal de Cuencas y Control de Erosión |Verlag=Editorial Mundi Prensa |Ort=Madrid, España |Datum=1994 |Sprache=es}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ellison, Morris, Locatelli, Sheil, Cohen, Mudiyarso, Gutierrez, Van Noordwijk, Creed, Pokorny, Gaveau, Spracklen, Bargues, Tobello, Ilstedt, Teuling, Gebreyohannis, Gebrehiwot, Sands, Muys, Sullivan |Titel=Trees, forests and Water: Cool Insight for a hot World |Sammelwerk=Journal Global Environment Change |Band=43 |Verlag=Elsevier |Datum=2017-03 |Sprache=en |DOI=10.1016/j.glovencha.2017.01.002}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Konflikt#Interessengegensatz|Interessenkollisionen]] zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sollten möglichst vermieden werden (Landwirtschaftsklausel, Naturschutzgesetz von [[Bundesnaturschutzgesetz|Bund]] bzw. [[Landesnaturschutzgesetz|Ländern]]). Meliorationsprojekte sollten nur erfolgen, wenn ein gesamt-[[Ökologie|ökologisches]] Gutachten vorliegt. Die (kurzfristigen) Nutzen sind mit (langfristigen) volkswirtschaftlichen Kosten und ökologischen Schäden abzuwägen ([[Umweltverträglichkeitsprüfung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten der landwirtschaftlichen Melioration ==&lt;br /&gt;
=== Hydromelioration ===&lt;br /&gt;
* [[Bewässerung]] in möglichst [[Nachhaltigkeit|nachhaltiger]] Weise, einschließlich der Verregnung von [[Gülle]]&lt;br /&gt;
* geeignete Verwendung und/oder Ableitung der [[Abwasser|Abwässer]] von Landwirtschaft, Industrie und der [[Gemeinde|Kommunen]]&lt;br /&gt;
* [[Entwässerung]] einschließlich Schaffung und Sicherung der Vorflut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturtechnische Maßnahmen ===&lt;br /&gt;
Dies sind Maßnahmen zur Werterhöhung des [[Boden (Bodenkunde)|Bodens]], also&lt;br /&gt;
* zur Steigerung seiner [[Ertrag]]sfähigkeit,&lt;br /&gt;
* zur Vereinfachung seiner [[Bewirtschaftung]] und&lt;br /&gt;
* zum Schutz vor Schädigung oder Zerstörung.&lt;br /&gt;
[[Kulturtechnik (Bodenkultur)|Kulturtechnische]] Maßnahmen sind zum Beispiel die Be- oder Entwässerung, die [[Eindeichung]] von [[Überschwemmungsgebiet]]en und die [[Urbarmachung]] von [[Ödland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bodenmelioration ===&lt;br /&gt;
* [[Bodengefüge]]-Melioration (Auflockerung des von schweren [[Traktor]]en [[Bodenverdichtung|verdichteten Bodens]])&lt;br /&gt;
** in leichten Fällen Auflockerung und Vermischung durch [[Regenwürmer#Bedeutung für die Bodenverbesserung|Regenwürmer]]&lt;br /&gt;
* besserer Nährstoffzustand (Düngen)&lt;br /&gt;
* Oberflächen- und [[Bodengefüge|Krumen]]-[[Entsteinung]], eventuell [[Tiefpflügen|Tiefumbruch]]&lt;br /&gt;
* Anhebung des [[Boden-pH|pH-Wertes]], beispielsweise durch [[Kalkung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturlandgewinnung und -rekultivierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ödlandkultivierung einschließlich [[Moor]]- und [[Heide (Landschaft)|Heide]]-Kultivierung&lt;br /&gt;
* Rekultivierung von [[bergbau]]lich genutztem Gelände, Schottergruben oder [[Mülldeponie]]n&lt;br /&gt;
* Landgewinnung an Küsten ([[Koog|Polder]])&lt;br /&gt;
* Bodensanierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bodenerhaltung, Bodenschutz ===&lt;br /&gt;
* [[Erosionsschutz]] gegen Wind und Wasser, Richtung des [[Pflug#Pflügen|Ackerns]]&lt;br /&gt;
* [[Windschutzstreifen]] (auch für den Artenschutz)&lt;br /&gt;
* [[Wildbachverbauung]], Schutz gegen [[Blaike]]n usw.&lt;br /&gt;
* [[Rutschhang]]sanierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Quentin, Johannes G. Schwerdtle: &amp;#039;&amp;#039;Dränagen in der Landwirtschaft. Neuanlage – Pflege – Reparaturen.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. DLG Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-7690-2029-8.&lt;br /&gt;
* Jakob Luchsinger, Joseph Wey, Arnold Schnyder: &amp;#039;&amp;#039;Landwirtschaftliches Meliorationswesen: Leitfaden für den Unterricht an landwirtschaftlichen Schulen der Schweiz, zugleich Lehrbuch für den praktischen Landwirt.&amp;#039;&amp;#039; Frauenfeld 1925.&lt;br /&gt;
** [[Ernst Ramser]], Arnold Schnyder, [[Ernst Tanner (Ingenieur)|Ernst Tanner]]: &amp;#039;&amp;#039;Landwirtschaftliches Meliorationswesen. Lehrbuch für den Unterricht an landwirtschaftlichen Schulen und Ratgeber für die Praxis der Landwirtschaft und Kulturtechnik.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben durch den Schweizerischen Verband der Lehrer an landwirtschaftlichen Schulen und Ingenieur-Agronomen. 2. Aufl., Bern 1943, 3. Aufl. 1947; 4. Aufl. 1964; 5. Auflage, bearbeitet von K. Hunkeler, Herbert Grubinger und Ernst Tanner, Bern 1970.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Amelioration workings|Melioration|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|7847|Melioration|Autor=Thomas Glatthard}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4038544-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenfruchtbarkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landnutzung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fraxinia09</name></author>
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