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	<title>Melanine - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Orci: lf</title>
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		<updated>2026-03-01T13:55:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt Melanine, nicht zu verwechseln mit [[Melamin]] und [[Melatonin]].&lt;br /&gt;
* Zu dem Biathleten siehe [[Wladimir Michailowitsch Melanin]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Zebrafish embryos.png|mini|Vier Tage alte Embryonen des [[Zebrabärbling]]s, unten eine [[Albinismus|Albino]]-Mutation ohne Melanin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Melanine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|μέλας|mélas}} „schwarz“) sind in der belebten Natur weit verbreitete dunkelbraune bis schwarze oder gelbliche bis rötliche [[Pigment (Biologie)|Pigmente]]. Sie bewirken die Färbung der [[Haut]], [[Haar]]e, [[Feder]]n und [[Auge]]n. Chemisch handelt es sich um [[Copolymer]]e mit [[Indole|Indolverbindungen]] als Untereinheiten. Sie kommen in Wirbeltieren und Insekten, als [[Farbstoff]] in der Tinte von [[Tintenfische]]n (siehe [[Sepia (Farbstoff)|Sepia]]) und auch in Mikroorganismen und Pflanzen vor. Melanine entstehen durch die enzymatische [[Oxidation]] des [[Tyrosin]]s (enzymatische Bräunung). Gebildet wird Melanin bei Wirbeltieren in den [[Melanozyten]] der Haut sowie in der [[Aderhaut]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, 255. Auflage. Berlin/New York 1986, ISBN 3-11-007916-X, S. 1041.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Iris (Auge)|Iris]] des Auges.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.aerztekammer-bw.de/20buerger/30patientenratgeber/a_f/albinismus.html |text=Was ist Albinismus? |wayback=20120517020842}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim Menschen und anderen [[Primaten]] kommt [[Neuromelanin]], dessen dortige Funktion unklar ist, in der [[Substantia nigra]] des [[Gehirn]]s vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Struktur ==&lt;br /&gt;
Trotz langjähriger Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, die exakte Struktur eines Melanins aufzuklären. Es gilt als sicher, dass es sich um [[Copolymer]]e handelt, deren Untereinheiten [[Indol]]verbindungen sind, die hauptsächlich über C-C-Bindungen verknüpft sind. Die Schwierigkeit liegt in der [[Löslichkeit|Unlöslichkeit]] der Melanine in jedem Lösungsmittel, in ihrer ausgeprägten [[Heterogenität]] und im Fehlen von wohldefinierten spektralen oder physikochemischen Signalen. Außerdem sind sie schwer von biologisch gleichzeitig entstehenden [[Protein]]en zu trennen.&amp;lt;ref&amp;gt;Pezzella, Alessandro et al. „An integrated approach to the structure of Sepia melanin. Evidence for a high proportion of degraded 5, 6-dihydroxyindole-2-carboxylic acid units in the pigment backbone.“ [[Tetrahedron]] 53.24 (1997): 8281-8286.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Banerjee, Aulie, Subhrangshu Supakar, and Raja Banerjee. „Melanin from the nitrogen-fixing bacterium Azotobacter chroococcum: a spectroscopic characterization.“ PloS one 9.1 (2014): e84574.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine Übersicht zur Melaninbildung, Untersuchungsmethoden und Strukturelementen finden sich in zwei der folgenden Standardwerke zu Chemie und Biologie der Melanine.&amp;lt;ref&amp;gt;R.A. Nicolaus „Melanins“, Hermann Verlag, Paris 1968&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;G. Prota „Melanins and Melanogenesis“, Academic Press 1992&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Melanin beim Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorkommen und Varianten ===&lt;br /&gt;
Melanin tritt beim Menschen vor allem in zwei Varianten auf: eine braun-schwärzliche ([[Eumelanin]]) und eine hellere gelblich-rötliche ([[Phäomelanin]]) Variante, die schwefelhaltig ist. Beide sind nicht wasserlösliche Polymerisationsprodukte der Aminosäure Tyrosin. Es gibt auch andersfarbige Varianten, sogenannte Allomelanine, die aus [[Hydroxybenzol]]en entstehen. Diese finden sich vorwiegend in Pflanzen, Pilzen und Bakterien. Fast immer treten die Melanine als Mischtypen auf und sind zusätzlich mit Lipiden oder Eiweiß verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Melanine in der menschlichen Haut und den Haaren sind Mischformen aus Eumelaninen und den schwefelhaltigen Phäomelaninen. Das Mischungsverhältnis dieser beiden Melanintypen ist mitbestimmend für den Hauttyp eines Menschen. Dabei ist der Gehalt an Phäomelanin in tiefrotem Haar besonders hoch und nimmt über braune zu schwarzen Haaren hin ab. Eines der Hauptargumente für die UV-Schutzfunktion ist die Beobachtung, dass stark pigmentierte Bevölkerungsgruppen in geringerem Maße an sonneninduziertem Hautkrebs („[[Melanom]]“) erkranken als schwächer pigmentierte Bevölkerungsgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rothaarige Personen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, Melanome zu entwickeln. Deswegen wird angenommen, dass dieser Melanintyp die Haut weniger effizient schützt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;meduniwien&amp;quot;&amp;gt;Medizinische Universität Wien – AKH consilium: {{Webarchiv |url=http://hauttumoren-boesartige.universimed.com/ |text=&amp;#039;&amp;#039;Hautkrebs (Malignes Melanom)&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20100612013459}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Synthese und Transfer ===&lt;br /&gt;
Melanin wird in den Melanosomen der [[Melanozyt]]en (Hautzellen, die sich in der unteren Epidermis befinden) synthetisiert. Dabei katalysiert das Enzym [[Tyrosinase]] die ersten beiden Schritte von [[Tyrosin]] bis zum Zwischenprodukt Dopachinon, welches für beide Varianten gleich ist. Eumelanin wird schließlich unter anderem über das Zwischenprodukt Dihydroxyindol und Indolchinon gebildet; Phäomelanin hingegen durch die Addition der Aminosäure Cystein über das Zwischenprodukt Cysteinyl-Dopa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend gelangt es in den Melanosomen an den Rand der Melanozyten, wo es von benachbarten Keratinozyten aufgenommen wird. Dort legt sich das Melanin schützend um den Zellkern, um ihn vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Melaninbildung wird durch UVB-Strahlung angeregt. Dabei entstehen kleinste DNA-Schäden, die das [[Tumorsuppressorgen]] [[P53]] aktivieren, welches nun eine Signalkaskade auslöst, die zum Anstieg des MSH ([[Melanozyten-stimulierendes Hormon]]) führt, welches aus der [[Hypophyse]] freigesetzt wird. Das führt zu erhöhtem Melanozytenwachstum sowie der Aktivierung des Enzyms Tyrosinase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Funktionsweise ===&lt;br /&gt;
Inzwischen sind auch die photochemischen Prozesse, welche Melanin zu einem hervorragenden UV-Filter machen, untersucht worden. Es wurde gezeigt, dass Melanin mehr als 99,9 % der Strahlungsenergie in harmlose Wärme umwandelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meredith&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Meredith, Paul; Riesz, Jennifer |Titel=Radiative Relaxation Quantum Yields for Synthetic Eumelanin |Sammelwerk=Photochemistry and photobiology |Band=79 |Nummer=2 |Datum=2004 |Seiten=211–216 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies geschieht durch die ultraschnelle [[innere Umwandlung]] (engl. &amp;#039;&amp;#039;internal conversion&amp;#039;&amp;#039;) vom elektronisch angeregten Zustand in Vibrationszustände des Moleküls. Durch diese ultraschnelle Umwandlung verkürzt sich die Lebensdauer des angeregten Zustandes. Dadurch wird verhindert, dass sich freie Radikale bilden. Der angeregte Zustand des Melanins ist sehr kurzlebig und bietet deshalb einen exzellenten [[Photoprotektion|Photoschutz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Störungen der Melaninproduktion ===&lt;br /&gt;
Durch genetische Veranlagung bzw. durch im Laufe der Zeit erworbene Schäden an der Erbsubstanz kann die Synthese des Melanins gestört sein. Eine verminderte Bildung führt zu einer [[Hypopigmentierung]]. Ist die Produktion blockiert, so fehlen auch die Farbmittel in Haut, Haaren und Augen, wodurch sich eine sehr helle weiße Haut, eine ungewöhnlich helle Haarfarbe und blau, blaugraue oder grüne Augen ergeben, die je nach Einfallswinkel des Lichts &amp;#039;&amp;#039;rot&amp;#039;&amp;#039; erscheinen können. Man spricht von [[Albinismus]] und bezeichnet die betroffenen Organismen als Albinos. Bei Überproduktion ([[Hyperpigmentierung]]) treten vermehrt dunkle Flecken in der Haut auf ([[Leberfleck]]e, [[Sommersprossen]]), die bösartig ([[Malignes Melanom|Melanom]]) werden können. Die Melaninproduktion kann durch den Wirkstoff [[Rucinol]] gezielt unterbrochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftler der [[Johannes Gutenberg-Universität Mainz|Universitäten in Mainz]] und [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Kiel]] haben 2016 weitere Details zum molekularen Mechanismus der enzymkatalysierten Oxidation der Melaninbildung aufgedeckt. Im Zentrum dieser Untersuchungen stehen die Aktivitäten der Enzyme [[Tyrosinase]] und [[Polyphenoloxidase|Catecholoxidase]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Even Solem, Felix Tuczek, Heinz Decker |Titel=Tyrosinase versus Catechol Oxidase. One Asparagine Makes the Difference |Sammelwerk=Angewandte Chemie International Edition |Band=55 |Nummer=8 |Verlag=WILEY Online Library |Datum=2016-02-18 |ISSN=1521-3773 |Seiten=2884–2888 |Sprache=en |DOI=10.1002/anie.201508534}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Melanin bei Wirbeltieren ==&lt;br /&gt;
In Tieren kommt sowohl das gelbe bis rote Phäomelanin als auch das braune bis schwarze Eumelanin vor. Bei beiden Varianten geht die Biosynthese von Tyrosin aus. Tyrosin wird zunächst hydroxyliert, dann zu einem Chinon oxidiert und schließlich oxidativ polymerisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Manickam Sugumaran |Titel=Comparative Biochemistry of Eumelanogenesis and the Protective Roles of Phenoloxidase and Melanin in Insects |Sammelwerk=Pigment Cell Research |Band=15 |Nummer=1 |Datum=2002-02 |Seiten=2–9 |DOI=10.1034/j.1600-0749.2002.00056.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das wichtigste Intermediat bei der Biosynthese ist Levodopa.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanine Barek, Manickam Sugumaran, Shosuke Ito, Kazumasa Wakamatsu |Titel=Insect cuticular melanins are distinctly different from those of mammalian epidermal melanins |Sammelwerk=Pigment Cell &amp;amp; Melanoma Research |Band=31 |Nummer=3 |Datum=2018-05 |Seiten=384–392 |DOI=10.1111/pcmr.12672}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Synthese des Phäomelanins wird vor der Polymerisation noch Cystein an die Tyrosinderivate gebunden. Die Hydroxylierung und die Bildung des Chinons wird bei Wirbeltieren durch die Tyrosinase katalysiert und die Polymerisation durch ein Oxidoreduktase. Das Eumelanin lässt sich weiter unterteilen in zwei Strukturgruppen, die sich durch die An- oder Abwesenheit der Carboxylgruppe des Tyrosinvorläufers unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Melanin bei Säugetieren ===&lt;br /&gt;
Bei Säugetieren findet die [[Biosynthese]] von Melanin in speziellen Zellen, den [[Melanozyt|Melanocyten]], statt. Die Melanogenese ist ein hochkomplexer Prozess, bei Mäusen wurden beispielsweise 85 verschiedene Gene nachgewiesen, die darauf Einfluss nehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Eine gute Versorgung mit essentiellen Metallen ([[Magnesium]], [[Calcium]], [[Eisen]], [[Kupfer]], [[Zink]]) führt bei domestizierten Säugetieren oft zu einer dunkleren Fellfarbe. Ein Zusammenhang zwischen der Versorgung von [[Hauskatze]]n mit essentiellen Aminosäuren und ihrer Fellfarbe wurde ebenfalls nachgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Kevin J. McGraw |Titel=An update on the honesty of melanin-based color signals in birds: New insights into melanin plumage |Sammelwerk=Pigment Cell &amp;amp; Melanoma Research |Band=21 |Nummer=2 |Datum=2008-04-21 |Seiten=133–138 |DOI=10.1111/j.1755-148X.2008.00454.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Melanin bei Vögeln ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Синица (Parus major, fem), Битцевский лес.jpg|links|mini|Die Färbung von Kohlmeisen beruht teilweise auf Melanin.]]&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu anderen Mechanismen der Färbung ist die Färbung durch Melanine bei Vögeln primär erblich bedingt. Diese Färbung spielt auch eine Rolle bei der [[Assortative Paarung|assortativen Paarung]] von Vögeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexandre Roulin, Anne-Lyse Ducrest |Titel=Genetics of colouration in birds |Sammelwerk=Seminars in Cell &amp;amp; Developmental Biology |Band=24 |Nummer=6–7 |Datum=2013-06 |Seiten=594–608 |DOI=10.1016/j.semcdb.2013.05.005}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine gute Versorgung mit Calcium führt bei [[Schleiereulen]] und [[Zebrafinken]] zu dunklerer Federfarbe bzw. flächenmäßig größerer Färbung. Ein ähnlicher Effekt trat auch bei [[Kohlmeise]]n auf, wenn die Umgebung mit [[Cadmium]] bzw. [[Blei]] verschmutzt war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Die rötliche Farbe von Hühnerfedern basiert auch Phäomelanin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Melaninproduktion ist „teuer“, sie kostet den Organismus viel Kraft. Weiße Flecken im Federkleid von schwarzen Vögeln wie [[Amsel]]n oder [[Raben und Krähen|Rabenvögeln]] deuten auf Mangelernährung hin. Die Größe des schwarzen Brustflecks beim männlichen [[Haussperling]] ist ein Indikator seiner biologischen [[Fitness (Biologie)|Fitness]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Melanin bei Insekten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Vanessa cardui Eupatorium.jpg|links|mini|Die dunklen Muster beim Distelfalter werden durch Melanin verursacht.]]&lt;br /&gt;
Auch bei Insekten kommen Phäomelanin und Eumelanin vor. Wie bei den Wirbeltieren verläuft die Biosynthese ausgehend von Tyrosin über hydroxylierte und Chinonderivate. Die genauen Reaktionsschritte sind aber andere und statt der Tyrosinase kommt bei den Insekten die [[Phenoloxidase]] vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Das wichtigste biosynthetische Intermediat ist anders als bei Wirbeltieren das Dopamin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Melanine sind für schwarze Färbungen bei [[Insekten]] verantwortlich. Bei der Art &amp;#039;&amp;#039;[[Oncopeltus fasciatus]]&amp;#039;&amp;#039; werden verschiedene Gene in verschiedenen Körperregionen exprimiert, die die Bildung von Melaninen in dort entweder befördern oder unterdrücken und dadurch ein bestimmtes Muster erzeugen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Monica deLacerdaRocha |Titel=Estudo do atraso de grupo em grandes compensadoras de dispersão |Ort=Campinas |Datum=1999 |Kommentar=UniversidadeEstadualdeCampinas |DOI=10.47749/t/unicamp.1999.186684}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnliche genetische Mechanismen bei der Flügelfärbung des [[Asiatischer Marienkäfer|Asiatischen Marienkäfers]] und des [[Distelfalter]]s wurden ebenfalls untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Xu Chen, Da Xiao, Xiaoyan Du, Xiaojun Guo, Fan Zhang, Nicolas Desneux, Liansheng Zang, Su Wang |Titel=The Role of the Dopamine Melanin Pathway in the Ontogeny of Elytral Melanization in Harmonia axyridis |Sammelwerk=Frontiers in Physiology |Band=10 |Datum=2019-08-27 |DOI=10.3389/fphys.2019.01066 |PMC=6719567 |PMID=31507439}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Linlin Zhang, Arnaud Martin, Michael W Perry, Karin R L van der Burg, Yuji Matsuoka, Antónia Monteiro, Robert D Reed |Titel=Genetic Basis of Melanin Pigmentation in Butterfly Wings |Sammelwerk=Genetics |Band=205 |Nummer=4 |Datum=2017-04-01 |ISSN=1943-2631 |Seiten=1537–1550 |DOI=10.1534/genetics.116.196451 |PMC=5378112 |PMID=28193726}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Insekten sind Melanine neben der Färbung auch noch wichtig für die Immunantwort und die Wundheilung. Durch die Bildung von Melanin können nicht nur Wunden verschlossen werden, sondern auch Pathogene eingeschlossen werden, um sie unschädlich zu machen. Anders als bei Wirbeltieren kommt bei Insekten nur Eumelanin aus decarboxylierten Vorläufern vor, welches verschiedene Vorteile hat, da diese Vorläufer schneller polymerisieren und leichter abgebaut werden, sodass Melanogenese eine schneller und lokal begrenzte Reaktion bei Verletzungen ermöglicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Da größere Mengen Chinone oder Melanin auch die Insekten selbst schädigen können, verfügen sie über einen Regulierungsmechanismus, der eine Überproduktion bzw. weitere Verteilung dieser Stoffe im Körper verhindert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hongnan Kan, Chan-Hee Kim, Hyun-Mi Kwon, Ji-Won Park, Kyung-Baeg Roh, Hanna Lee, Bum-Joon Park, Rong Zhang, Jinghai Zhang, Kenneth Söderhäll, Nam-Chul Ha, Bok Luel Lee |Titel=Molecular Control of Phenoloxidase-induced Melanin Synthesis in an Insect |Sammelwerk=Journal of Biological Chemistry |Band=283 |Nummer=37 |Datum=2008-09 |Seiten=25316–25323 |DOI=10.1074/jbc.M804364200}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschiedene bakterielle Pathogene, die Insekten befallen, bilden [[Rhabduscin]], das die Phenoloxidase und damit die Melaninbildung hemmt, wodurch diese Bakterien die Immunantwort der Insekten zum Teil umgehen können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maria Eugenia Nuñez-Valdez, Anne Lanois, Sylvie Pagès, Bernard Duvic, Sophie Gaudriault |Titel=Inhibition of Spodoptera frugiperda phenoloxidase activity by the products of the Xenorhabdus rhabduscin gene cluster |Sammelwerk=PLOS ONE |Band=14 |Nummer=2 |Datum=2019-02-22 |Seiten=e0212809 |DOI=10.1371/journal.pone.0212809 |PMC=6386379 |PMID=30794697}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Schmetterlingen der Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Colias]]&amp;#039;&amp;#039; spielen Melanine eine Rolle bei der Wärmeregulierung. In kälteren Gegenden sind die Schmetterlinge dunkler gefärbt und können damit mehr Licht in thermische Energie umwandeln, während Exemplare in wärmeren Gegenden im Allgemeinen heller gefärbt sind und eine übermäßige Erwärmung durch einfallendes Licht vermeiden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ward B. Watt |Titel=Adaptive Significance of Pigment Polymorphisms in Colias Butterflies. I. Variation of Melanin Pigment in Relation to Thermoregulation |Sammelwerk=Evolution |Band=22 |Nummer=3 |Datum=1968-09 |Seiten=437 |DOI=10.2307/2406873}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Moskitos der Gattungen Aedes und Anopheles hängt die Melaninproduktion in den Eiern auch mit deren Resistenz gegen Trockenheit zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Luana C. Farnesi, Helena C. M. Vargas, Denise Valle, Gustavo L. Rezende |Titel=Darker eggs of mosquitoes resist more to dry conditions: Melanin enhances serosal cuticle contribution in egg resistance to desiccation in Aedes, Anopheles and Culex vectors |Sammelwerk=PLOS Neglected Tropical Diseases |Band=11 |Nummer=10 |Datum=2017-10-30 |ISSN=1935-2735 |Seiten=e0006063 |DOI=10.1371/journal.pntd.0006063 |PMC=5679640 |PMID=29084225}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Melanin bei Pilzen ==&lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2007 berichtet von [[Pilze]]n, die wahrscheinlich mittels Melanin ionisierende Strahlung ([[Radiosynthese]]) in für ihren Organismus nutzbare Energie umwandeln ([[radiotrophe Pilze]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ekaterina Dadachova et al.: &amp;#039;&amp;#039;Ionizing Radiation Changes the Electronic Properties of Melanin and Enhances the Growth of Melanized Fungi.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;PLoS ONE&amp;#039;&amp;#039; 2(5), 2007, [[doi:10.1371/journal.pone.0000457]].&amp;lt;br /&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/pilz-frisst-radioaktivitaet/ &amp;#039;&amp;#039;Pilz frisst Radioaktivität.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;wissenschaft.de&amp;#039;&amp;#039; vom 23. Mai 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdrücklich hervorgehoben wird, dass die Rolle des Melanins bei der Energieerzeugung im Organismus nach wie vor unklar ist und die Radioaktivität durch den Metabolismus nicht verringert wird. Klar ist lediglich, dass bei den aus Proben aus dem versiegelten [[Katastrophe von Tschernobyl|Kernreaktorblock 4 von Tschernobyl]] stammenden Pilzen&lt;br /&gt;
* eine höhere [[Grundumsatz|Stoffwechselrate]] gegeben war, wenn sie mit Melanin angereichert wurden, als bei unbehandelten Pilzen,&lt;br /&gt;
* bei der Energieerzeugung Veränderungen in der [[Elektronenkonfiguration]] der [[Elektronenhülle]] ihres Melanins nachgewiesen wurden. Dies weist auf ein verändertes [[Energieniveau]] hin, das bei der Erzeugung von Energie auch zu erwarten ist,&lt;br /&gt;
* eine auf das Vierfache gestiegene [[Reduktion (Chemie)|Reduzierung]] von [[Nicotinamidadenindinukleotid|NAD+]] zu beobachten ist, wenn sie bestrahlt werden. Dabei handelt es sich um einen Stoffwechselvorgang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer um den Faktor 500 erhöhten [[Strahlenbelastung]] war die Aktivität des [[Stoffwechsel|Metabolismus]] von &amp;#039;&amp;#039;Wangiella dermatitidis&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Cryptococcus neoformans]]&amp;#039;&amp;#039; [[Signifikanz (Statistik)|signifikant]] höher im Vergleich zur normalen Aktivität unter der [[Radioaktivität#Natürlich vorkommende Radioaktivität|natürlichen Strahlenbelastung]]. Geht man von einstelligen [[Sievert (Einheit)|Millisievert]]-Werten für die Hintergrundstrahlung aus, so beginnen beim Menschen bei Akutdosen im Bereich des fünfhundertfachen derselben (also Werte von und über 500 Millisievert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.cdc.gov/nceh/radiation/emergencies/arsphysicianfactsheet.htm |titel=CDC Radiation Emergencies – Acute Radiation Syndrome: A Fact Sheet for Physicians |werk=Center for Dicease Control and Prevention |datum=2022-04-08 |sprache=en-US |abruf=2023-01-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) Symptome der akuten [[Strahlenkrankheit]] spätestens Stunden bis Tage nach der Exposition. Leichte Symptome treten hierbei ab ca. 300 Millisievert auf, das Vollbild zeigt sich ab etwa 700 Millisievert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Brian Nett |url=https://howradiologyworks.com/acute-radiation-syndromes/ |titel=Acute Radiation Syndromes &amp;amp;#91; Hematopoietic, GI, CNS &amp;amp;#93; for Radiologic Technologists |werk=How Radiology Works |datum=2020-05-12 |sprache=en-US |abruf=2023-01-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachweis ==&lt;br /&gt;
Der quantitative Nachweis von Melaninen gelingt nach chemischem Abbau und Trennung mittels [[Hochleistungsflüssigkeitschromatographie|HPLC]]. Im Fall von Eumelanin funktioniert der Abbau mittels [[Kaliumpermanganat]] und Säure und der Nachweis über das Abbauprodukt [[Pyrrol-2,3,5-tricarbonsäure]]. Bei Phäomelanin funktioniert der Abbau mittels [[Iodwasserstoffsäure]] und der Nachweis über die Abbauprodukte [[3-Aminotyrosin]] bzw. das isomere [[4-Amino-3-hydroxyphenylalanin]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Shosuke Ito, Kazumasa Wakamatsu |Titel=Quantitative Analysis of Eumelanin and Pheomelanin in Humans, Mice, and Other Animals: a Comparative Review |Sammelwerk=Pigment Cell Research |Band=16 |Nummer=5 |Datum=2003-10 |Seiten=523–531 |DOI=10.1034/j.1600-0749.2003.00072.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* McNamara, M. E., Rossi, V., Slater, T. S., Rogers, C. S., Ducrest, A. L., Dubey, S., &amp;amp; Roulin, A. (2021): &amp;#039;&amp;#039;Decoding the evolution of melanin in vertebrates.&amp;#039;&amp;#039; Trends in ecology &amp;amp; evolution, 36(5), 430-443.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikibooks|Biochemie und Pathobiochemie: Tyrosin-Stoffwechsel|Tyrosin-Stoffwechsel}}&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tp/features/Astronautennahrung-aus-Tschernobyl-3413646.html populärwissenschaftlicher Artikel 2 zur Arbeit von Casadevalls Team]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pigment (Biologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Haut]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biopolymer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indol]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Orci</name></author>
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