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	<title>Meinung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Meinung&amp;diff=32493&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ute Erb: /* Bedeutung außerhalb der Philosophie */ keine doppelte Hervorhebung bitte</title>
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		<updated>2025-01-17T09:27:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bedeutung außerhalb der Philosophie: &lt;/span&gt; keine doppelte Hervorhebung bitte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den erkenntnistheoretischen Begriff. Siehe auch: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Politische Meinung]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Ihre Meinung]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Meinungen der Physiker]]&amp;#039;&amp;#039; bzw. [[Meinunger]].}}&lt;br /&gt;
Unter einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Meinung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Auffassung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird in der [[Erkenntnistheorie]] eine von [[Wissen]] und [[Glauben]] unterschiedene Form des &amp;lt;nowiki&amp;gt;Für&amp;lt;/nowiki&amp;gt;[[Wahrheit|wahr]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;haltens&amp;lt;/nowiki&amp;gt; verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer verbreiteten philosophischen Begriffsverwendung ist das Meinen ein Fürwahrhalten, dem sowohl subjektiv als auch [[Objektivität|objektiv]] eine [[Hinreichende und notwendige Bedingung|hinreichende]] [[Begründung]] fehlt. Dadurch unterscheidet sich das Meinen vom Glauben und vom Wissen. Von Glauben spricht man, wenn jemand eine Aussage für wahr hält, ihre Wahrheit also subjektiv als gesichert erscheint, obwohl der Glaubende keine objektiv zureichende Begründung dafür angeben kann. Der Unterschied zum Wissen besteht darin, dass der Wissende nicht nur von der Wahrheit der Aussage überzeugt ist, sondern auch über eine objektiv zureichende Begründung dafür verfügt. Diese Abgrenzung der drei Begriffe ist allerdings in der Philosophie nicht allgemein anerkannt, insbesondere hinsichtlich der Unterscheidung von Meinung und Glauben. In englischen Texten wird diese Unterscheidung nicht vorgenommen; &amp;#039;&amp;#039;belief&amp;#039;&amp;#039; kann sowohl mit „Meinung“ als auch mit „Glaube“ übersetzt werden. Hinzu kommt, dass in der Alltagssprache oft nicht zwischen „Meinung“, „Glaube“ und „[[Überzeugung]]“ unterschieden wird. Weder alltagssprachlich noch fachsprachlich hat sich eine einheitliche Begriffsverwendung durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung außerhalb der Philosophie ==&lt;br /&gt;
;Lehrmeinung: Eine [[Lehrmeinung]] wird durch die [[Expertise]], das [[Wissen]] und das Nachdenken ihres Vertreters bestimmt. Anders als die &amp;#039;&amp;#039;persönliche Meinung&amp;#039;&amp;#039; ist sie nicht eine Frage von dessen [[Persönlichkeit]]. Der Sprachgebrauch entspricht einer [[Denotation]] des Wortes „Meinung“, die neben anderen Bedeutungen seit dem [[Frühneuhochdeutsch]]en verbreitet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Persönliche Meinung: [[Umgangssprache|Umgangssprachlich]], in der [[Sozialpsychologie]] und in einigen weiteren Wissenschaften versteht man unter Meinung eine von direkter Betroffenheit, von individuellen [[Wertvorstellung]]en, [[Geschmack (Kultur)|Geschmack]] und/oder [[Emotion|Gefühlen]] geprägte [[Einstellung (Psychologie)|Einstellung]] eines Menschen gegenüber einem bestimmten Gegenstand. In Ausdrücken und Redewendungen wie „[[Meinungsfreiheit]]“, „[[Diskussion|Meinungsaustausch]]“, „eine Meinung äußern“ und „jemandem die Meinung sagen“ wird deutlich, dass in demselben Sinne auch einzelne [[Aussage]]n als „Meinung“ bezeichnet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Öffentliche Meinung: Persönliche Meinungen können zur [[Öffentliche Meinung|öffentlichen Meinung]] werden, wenn sie in einer Gesellschaft öffentlich diskutiert und als vorherrschend und repräsentativ betrachtet werden. Zwischen der persönlichen Meinung einerseits und der öffentlichen Meinung andererseits bestehen vielfältige und komplexe Wechselwirkungen, mit deren Beschreibung sich die [[Soziologie]], die [[Politikwissenschaft]], die [[Betriebswirtschaftslehre]], die [[Literaturwissenschaft|Literatur-]] und [[Medienwissenschaft]] und die [[Volkskunde]] beschäftigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie und Bedeutungswandel ==&lt;br /&gt;
=== Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Das Wort „Meinung“ geht auf [[Urgermanisch|germanisch]] &amp;#039;&amp;#039;*mainô&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Hjalmar Falk]], [[Alf Torp]] |Titel=Wortschatz der germanischen Spracheinheit |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=1979 |ISBN=3-525-26405-4 |Seiten=302}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Althochdeutsch|ahd.]] &amp;#039;&amp;#039;meinunga&amp;#039;&amp;#039; und [[Mittelhochdeutsch|mhd.]] &amp;#039;&amp;#039;meinunge&amp;#039;&amp;#039; zurück; das Substantiv ist eine Ableitung des Verbs &amp;#039;&amp;#039;meinen&amp;#039;&amp;#039;. Im ursprünglichen Sinne bezeichnete es die [[Bedeutung]] oder den Sinn einer Aussage oder von Zeichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grimm&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&amp;amp;mode=Vernetzung&amp;amp;lemid=GM03450 |titel=Meinung |zugriff=2013-10-14}} Deutsches Wörterbuch von Jakob Grimm und Wilhelm Grimm.&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch [[Martin Luther|Luther]] benutzte den Ausdruck in diesem alten Sinne:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Die Weise ist, daß man wenig Worte mache, aber viel und tiefe Meinungen oder Sinne. Je weniger Worte, je besser das Gebet, je mehr Worte, je ärgerlicher das Gebet.&lt;br /&gt;
 |Autor=Martin Luther&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Eine Auslegung des Vaterunsers&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Martin Luther |url=http://das-lebendige-wort.de/Christliche_Texte/eine_auslegung_des_vater_unsers.htm |titel=Eine Auslegung des Vater Unsers |zugriff=2013-10-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;meaning&amp;#039;&amp;#039; hat diese Bedeutung sich im [[Englische Sprache|Englischen]] bis heute erhalten. Im Deutschen kam sie auch beim jungen [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]] gelegentlich noch vor:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=GÖTZ. Was soll das?&amp;lt;br /&amp;gt;RATH. Ihr wollt nicht hören. Fangt ihn!&amp;lt;br /&amp;gt; GÖTZ. Ist das die Meinung?&lt;br /&gt;
 |Autor=Johann Wolfgang von Goethe&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Götz von Berlichingen (Goethe)|Götz von Berlichingen]].&amp;#039;&amp;#039; 4. Akt, 2. Szene}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Absicht, Gesinnung oder Beurteilung ===&lt;br /&gt;
Im Sinne von „Vorhaben“ und „[[Absicht]]“, von (freundlicher oder übelwollender) „[[Gesinnung]]“ und von „[[Werturteil]]“ im engsten Sinne wird &amp;#039;&amp;#039;Meinung&amp;#039;&amp;#039; heute nicht mehr verwendet:&amp;lt;ref name=&amp;quot;grimm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=BUTTLER. Wisst Ihr andern Rat, des Kaisers Meinung zu vollziehen?&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Friedrich Schiller]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Wallensteins Tod]].&amp;#039;&amp;#039; 4. Akt, 6. Auftritt}}&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=LEICESTER. […] Der Rang, den ich bekleide, das Vertrauen, wodurch die Königin mich ehrt, muß jeden Zweifel in meine treue Meinung niederschlagen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Friedrich Schiller&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Maria Stuart (Drama)|Maria Stuart]].&amp;#039;&amp;#039; 4. Akt, 6. Auftritt}}&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=WALTER. […] Ihr gebt mir schlechte Meinungen, Herr Richter.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Heinrich von Kleist]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Der zerbrochne Krug]].&amp;#039;&amp;#039; 7. Auftritt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lehrmeinung ===&lt;br /&gt;
In einem moderneren Sinne war „Meinung“ die auf Kenntnis und Erwägung gegründete Auffassung, die jemand von etwas hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grimm&amp;quot; /&amp;gt; Diese Verwendung, die sich in dem Wort &amp;#039;&amp;#039;[[Lehrmeinung]]&amp;#039;&amp;#039; bis heute erhalten hat, findet sich bereits in Luthers Übersetzung des [[Neues Testament|Neuen Testaments]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Von den Jungfrauen aber habe ich kein Gebot des Herrn; ich sage aber meine Meinung [γνώμην, gnōmēn], als der ich Barmherzigkeit erlangt habe vom Herrn, treu zu sein.&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[1. Brief des Paulus an die Korinther|1. Korinther]]&amp;#039;&amp;#039; 7.25 (Luther, 1912)&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/1_korinther/7/#25 |titel=1. Korinther 7.25 (Luther, 1912) |zugriff=2013-10-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Auch im 18. Jahrhundert war sie noch weit verbreitet:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Der Herr D. Heumann war der erste, welcher in seinen Actis Philosophorum seine Gedanken etwas umständlicher darüber entdeckte, und aus den [[Elpistiker]]n die Christen machte. Der Herr Pastor Brucker wählte eine andere Meinung, und machte Stoiker daraus […]&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Gotthold Ephraim Lessing]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Wohlmeinender Unterricht für alle diejenigen, welche Zeitungen lesen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Karl Lachmann |Titel=Gotthold Ephraim Lessing. Sämtliche Schriften |Band=5 |Verlag=Voß |Ort=Berlin |Datum=1838 |Seiten=47 |Online={{Google Buch|BuchID=5fgTAAAAQAAJ|Seite=47|Linktext=eingeschränkte Leseprobe}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unzureichend begründetes Fürwahrhalten ===&lt;br /&gt;
Spätestens [[Immanuel Kant|Kant]] verstand „meinen“ und „Meinung“ auch im Sinne der griechischen Philosophie (siehe [[#Griechische Philosophie|weiter unten]]), also als &amp;#039;&amp;#039;Doxa&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Meinen ist ein mit Bewußtsein sowohl subjektiv als objektiv unzureichendes Fürwahrhalten.&lt;br /&gt;
 |Autor=Immanuel Kant&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Kritik der reinen Vernunft]].&amp;#039;&amp;#039; 1781, S. 822}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Persönliche Meinung ===&lt;br /&gt;
Im heutigen Sinne bezeichnet eine „Meinung“ meist eine persönliche Auffassung, die jemand von einer Sache hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grimm&amp;quot; /&amp;gt; In dieser Bedeutung wird das Wort spätestens seit dem 18. Jahrhundert gebraucht:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=LADY MILFORD. […] Kann ich eine Freude dran finden, sie was zu fragen, wenn ich voraus weiß, was sie mir antworten werden? Oder Worte mit ihnen zu wechseln, wenn sie das Herz nicht haben, andrer Meinung als ich zu sein?&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Friedrich Schiller]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Kabale und Liebe]].&amp;#039;&amp;#039; 2. Akt, 1. Szene}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den [[Konnotation]]en des Wortes zählt nicht nur [[Subjektivität]] und emotionale Einfärbung der Auffassung, sondern auch ein gewisser Gegensatz zum zuverlässigen [[Wissen]] und zum gründlichen Durchdachthaben; gelegentlich impliziert das Wort sogar ein [[Irrtum|Irren]]:&amp;lt;ref name=&amp;quot;grimm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Deine geliebte Tochter Marcebille, da alle Wachen auf dem Posten ruhig, in Meinung, dass der Riese sie beschützte, ward uns entführt […]&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Ludwig Tieck]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Kaiser Octavianus.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ludwig Tieck |Titel=Sämmtliche Werke |Band=Erster Band |Verlag=Tétot Frères |Ort=Paris |Datum=1837 |Seiten=76 |Online={{Google Buch|BuchID=oUdXAAAAYAAJ |Seite=76|Linktext=eingeschränkte Leseprobe}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die persönliche Meinung ist in Deutschland unter den besonderen Schutz der [[Meinungsfreiheit]] gestellt, welche in {{Art.|5|gg|juris}} Abs. 1 [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|GG]] [[Kodifikation|kodifiziert]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
=== Griechische Philosophie ===&lt;br /&gt;
„Meinung“ zählt zu den Grundbegriffen der [[Erkenntnistheorie]] und wird bereits in der [[Antike Philosophie|antiken Philosophie]] behandelt. Die Unterscheidung von [[Wissen]] und Meinung wird erstmals in [[Xenophanes]]’ &amp;#039;&amp;#039;Fragmenten&amp;#039;&amp;#039; vorgenommen. Xenophanes wollte sich vom [[Absolutheitsanspruch]] der [[Mythos|Mythen]] befreien und war auf der Suche nach forschungsorientierter [[Erkenntnis]]. Er ging davon aus, dass endgültige [[Wahrheit]] allein den Göttern zugänglich sei; da er jedoch nicht an göttliche [[Offenbarung]] glaubte, konnte er nur schlussfolgern, dass der menschlichen Erkenntnis endgültiges Wissen grundsätzlich versagt bleibe. „Meinung“ verstand er, etwa dem heutigen Begriff einer „[[Hypothese]]“ entsprechend, als bloße Annäherung an die Wahrheit, als Scheinwissen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Franz Schupp |Titel=Geschichte der Philosophie im Überblick |Band=Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Antike&amp;#039;&amp;#039; |Verlag=Felix Meiner |Ort=Hamburg |Datum=2003 |ISBN=3-7873-1701-5 |Seiten=88f}};&amp;lt;br /&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Franz von Kutschera |url=http://epub.uni-regensburg.de/12665/1/ubr05633_ocr.pdf |titel=Das Fragment 34 von Xenophanes und der Beginn erkenntnistheoretischer Fragestellungen |zugriff=2013-10-17 |format=PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Parmenides]] unterschied in seiner ebenfalls fragmentarisch erhaltenen Schrift &amp;#039;&amp;#039;Über die Natur&amp;#039;&amp;#039; (5.&amp;amp;nbsp;Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr.) &amp;#039;&amp;#039;Aletheia&amp;#039;&amp;#039; (ἀλήθεια, „Wahrheit“) und &amp;#039;&amp;#039;Doxa&amp;#039;&amp;#039; (δόξα, „Meinung“). Im Gegensatz zu Xenophanes hielt er menschliche Erkenntnis für möglich, schränkte jedoch ein, dass sie ausschließlich durch [[Denken]] (νοεῖν, &amp;#039;&amp;#039;noein&amp;#039;&amp;#039;) erlangt werden könne; die auf Beobachtung basierende [[Naturphilosophie]] gelange ‒ ebenso wie der Mythos ‒ lediglich zur Meinung, also zum Schein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://12koerbe.de/pan/parmen.htm |titel=Parmenides: Fragmente |zugriff=2013-10-15}};&amp;lt;br /&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jan Rohls |Titel=Offenbarung, Vernunft und Religion |Sammelwerk=Ideengeschichte des Christentums |Band=1 |Verlag=Mohr Siebeck |Ort=Tübingen |Datum=2012 |ISBN=978-3-16-151012-0 |Seiten=48 |Online={{Google Buch|BuchID=QhASb6KkSWYC|Seite=48|Linktext=eingeschränkte Leseprobe}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Jahrhundert später unterschied [[Sokrates]] die &amp;#039;&amp;#039;Doxa&amp;#039;&amp;#039; von der &amp;#039;&amp;#039;[[Episteme|Epistêmê]]&amp;#039;&amp;#039; (ἐπιστήμη, „Wissen“). [[Platon]] folgte ihm darin und bezog „Meinung“ auf die veränderlichen, sinnlich wahrgenommenen Dinge, die kein Wissen im engen Sinne zulassen; er unterschied zwei Gestalten der Meinung, nämlich die Vermutung (εἰκασία, &amp;#039;&amp;#039;eikasia&amp;#039;&amp;#039;) einerseits und den [[Glauben]] bzw. die [[Überzeugung]] (πίστις, &amp;#039;&amp;#039;pistis&amp;#039;&amp;#039;) andererseits.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jan Rohls |Titel=Offenbarung, Vernunft und Religion |Sammelwerk=Ideengeschichte des Christentums |Band=1 |Verlag=Mohr Siebeck |Ort=Tübingen |Datum=2012 |ISBN=978-3-16-151012-0 |Seiten=53–56 |Online={{Google Buch|BuchID=QhASb6KkSWYC|Seite=53|Linktext=eingeschränkte Leseprobe}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Aristoteles]] wich davon insofern ab, als er feststellte, dass jeder Meinung zwangsläufig eine Überzeugung (&amp;#039;&amp;#039;pistis&amp;#039;&amp;#039;) innewohne: &amp;#039;&amp;#039;„denn es ist nicht möglich, dass jemand, der eine Meinung hat, von dem, was ihm wahr zu sein scheint, nicht überzeugt ist“&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[De anima]].&amp;#039;&amp;#039; Buch III, Teil 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Arkesilaos]] vertrat im 3.&amp;amp;nbsp;Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr. die Auffassung, dass nicht nur der [[Wahrnehmung|Sinneswahrnehmung]] nicht zu trauen sei, sondern dass auch [[Intelligibel|Intelligibles]], also Gegenstände, die nur über den [[Verstand]] zu erfassen sind, nicht mit letztlicher [[Gewissheit]] erkannt werden können. Er begründete damit den [[Skeptizismus]] innerhalb der [[Platonische Akademie|Platonischen Akademie]] und riet den Philosophen, auf die Formulierung von Lehrmeinungen ganz zu verzichten. Eine entgegengesetzte Position nahmen die [[Stoa|Stoiker]] um [[Zenon von Kition|Zenon]] ein, die großes Vertrauen in [[Begründung]] und [[Argument]]ation (λόγος, &amp;#039;&amp;#039;[[lógos]]&amp;#039;&amp;#039;; lat. &amp;#039;&amp;#039;ratio&amp;#039;&amp;#039;) hatten und Wissen dann gelten lassen wollten, wenn das Gewusste durch keinerlei Argumentation widerlegt werden könne. Meinungen verstanden die Stoiker als &amp;#039;&amp;#039;„schwache oder falsche Annahmen“&amp;#039;&amp;#039;. Über die Klassiker (Sokrates, Platon, Aristoteles) gingen sie hinaus, indem sie als Wahrheitskriterium, das Meinung und Wissen voneinander schied, das &amp;#039;&amp;#039;Erfassen&amp;#039;&amp;#039; (κατάληψις, &amp;#039;&amp;#039;katalepsis&amp;#039;&amp;#039;; lat. &amp;#039;&amp;#039;comprehensio&amp;#039;&amp;#039;) einführten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sextus Empiricus]]: &amp;#039;&amp;#039;Adversus mathematicos VII&amp;#039;&amp;#039;, 151; {{Literatur |Autor=Friedo Ricken |Titel=Antike Skeptiker |Verlag=Beck |Ort=München |Datum=1994 |ISBN=3-406-34638-3 |Seiten=36f |Online={{Google Buch|BuchID=i4tYWondbqQC |Seite=36|Linktext=eingeschränkte Leseprobe}}}};&amp;lt;br /&amp;gt;{{Literatur |Autor=Barbara Guckes |Titel=Zur Ethik der älteren Stoa |Verlag=Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht |Ort= |Datum=2004 |ISBN=3-525-30143-X |Seiten=84f |Online={{Google Buch|BuchID=F791Z6QLPxIC|Seite=84|Linktext=eingeschränkte Leseprobe}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Scholastik ===&lt;br /&gt;
[[Thomas von Aquin]] und die Vertreter der [[Scholastik|Spätscholastik]], die sich eingehend mit Aristoteles auseinandergesetzt haben, verstanden unter &amp;#039;&amp;#039;opinio&amp;#039;&amp;#039; eine Meinung, bei der der Verdacht mitschwingt, dass die Wahrheit einer Aussage nur irrtümlich angenommen wird. Daneben benutzte Thomas den Ausdruck gelegentlich auch, um eine bloße Neigung zum Fürwahrhalten zu bezeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Rudolf Schüßler |url=http://pe.uni-bayreuth.de/file/material/9ebfb3fe-2a60-11e0-919f-003005831ff3/Direkter_DoxVol_Aquinff_24-4-11.pdf |titel=Doxanischer Voluntarismus bei Thomas von Aquin |werk= |hrsg= |datum= |archiv-url=https://web.archive.org/web/20131021182521/http://pe.uni-bayreuth.de/file/material/9ebfb3fe-2a60-11e0-919f-003005831ff3/Direkter_DoxVol_Aquinff_24-4-11.pdf |archiv-datum=2013-10-21 |zugriff=2013-10-21 |format=PDF; 245&amp;amp;nbsp;kB |sprache=}};&amp;lt;br /&amp;gt;{{Literatur |Autor=Edmund Byrne |Titel=Probability and Opinion |Sammelwerk=A study in the medieval presuppositions of post-medieval theories of probability |Verlag=Martinus Nijhoff |Ort= |Datum=1968 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeitliche Philosophie ===&lt;br /&gt;
[[Baruch de Spinoza|Spinoza]] unterschied in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Ethica, ordine geometrico demonstrata|Ethik]]&amp;#039;&amp;#039; (1677) drei Stufen der Erkenntnis: Einbildung bzw. Meinung (&amp;#039;&amp;#039;imaginatio&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;opinio&amp;#039;&amp;#039;), [[Vernunft]] (&amp;#039;&amp;#039;ratio&amp;#039;&amp;#039;) und [[Intuition|intuitive]] Erkenntnis (&amp;#039;&amp;#039;scientia/cognitio intuitiva&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christof Ellsiepen |Hrsg=Michael Hampe, Robert Schnepf |Titel=Die Erkenntnisarten |Sammelwerk=Baruch de Spinoza. Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt |Auflage=Berlin |Verlag=Akademie Verlag |Ort=Berlin |Datum=2006 |ISBN=3-05-004126-9 |Seiten=133ff |Online={{Google Buch|BuchID=hhjOSRm_n4UC |Seite=133|Linktext=eingeschränkte Leseprobe}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als empirisches Wissen, das auf Wahrnehmung und [[Erinnerung (Psychologie)|Erinnerung]] beruht, war &amp;#039;&amp;#039;imaginatio&amp;#039;&amp;#039; für ihn die niedrigste Art der Erkenntnis; sie entspringt seiner Auffassung nach ja nicht der Aktivität des menschlichen [[Geist]]es, sondern wird von diesem nur passiv wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Catherine Newmark |Titel=Passion – Affekt – Gefühl |Sammelwerk=Philosophische Theorien der Emotionen zwischen Aristoteles und Kant |Verlag=Felix Meiner |Ort=Hamburg |Datum=2008 |ISBN=978-3-7873-1867-4 |Seiten=160}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Immanuel Kant|Kant]] verwendete &amp;#039;&amp;#039;Meinung&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;meinen&amp;#039;&amp;#039; im selben Sinne wie die Griechen; einer Meinung liegt für ihn immer eine mögliche Erfahrung zugrunde, während in Urteilen [[a priori]] kein Meinen stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;Kritik der Urteilskraft, §90f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Erkenntnistheorie der Gegenwart spielt der Begriff „Meinung“ u.&amp;amp;nbsp;a. beim [[Gettier-Problem]] eine zentrale Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Marcus Birke: &amp;#039;&amp;#039;Meinung/Glaube.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hans Jörg Sandkühler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie.&amp;#039;&amp;#039;  Band 2, Meiner, Hamburg 2010, ISBN 978-3-7873-1999-2, S. 1522–1526.&lt;br /&gt;
* [[Alwin Diemer]]: &amp;#039;&amp;#039;Meinen, Meinung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 5, Schwabe, Basel 1980, Sp. 1017–1023.&lt;br /&gt;
* [[Theodor Ebert (Philosoph)|Theodor Ebert]]: &amp;#039;&amp;#039;Meinung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Neue Pauly]].&amp;#039;&amp;#039; Band 7, Metzler, Stuttgart/Weimar 1999, ISBN 3-476-01477-0, Sp. 1161–1163.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Mittelstraß]]: &amp;#039;&amp;#039;Meinung.&amp;#039;&amp;#039; In: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039;, 2., neubearbeitete Auflage, Bd. 5, Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02104-5, S. 308–309.&lt;br /&gt;
* [[Peter Ptassek]], [[Birgit Sandkaulen-Bock]], Jochen Wagner, Georg Zenkert: &amp;#039;&amp;#039;Macht und Meinung. Die rhetorische Konstitution der politischen Welt&amp;#039;&amp;#039;, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1992, ISBN 978-3-525-30505-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* [[Patrick Gensing]]: [https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/306450/faktum-meinung/ &amp;#039;&amp;#039;Faktum = Meinung?&amp;#039;&amp;#039;] [[Aus Politik und Zeitgeschichte]], [[bpb]], 13. März 2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4038459-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Ute Erb</name></author>
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