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	<title>Mehrstimmigkeit - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T03:05:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mehrstimmigkeit&amp;diff=378802&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Literatur */</title>
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		<updated>2026-01-06T06:21:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mehrstimmigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Musiktheorie]] ein Oberbegriff für Musizierweisen, bei denen mehrere [[Stimme (Musik)|Stimmen]] (oder Melodien) gleichzeitig erklingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrstimmigkeit ist das Gegenstück zu Einstimmigkeit oder [[Monophonie]]. Diese war in der abendländischen Musiktradition bis zum [[9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]] üblich und ist in zahlreichen anderen Musiktraditionen die Regel. Auf Englisch nennt man die Mehrstimmigkeit &amp;#039;&amp;#039;polyphony&amp;#039;&amp;#039;, im Deutschen wird die Bedeutung von [[Polyphonie]] zumeist enger gefasst und bezeichnet eine der [[#Homophonie, Polyphonie und Heterophonie|Hauptformen]] der Mehrstimmigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrstimmigkeit existierte in der [[Instrumentalmusik]], etwa mit [[Bordun]]saiten, lange bevor man anfing, mehrstimmig zu singen. Die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Crota&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Rota,&amp;#039;&amp;#039; war ein meist mit drei Saiten bespanntes altes [[Streichinstrument]] mit flachem Steg und ohne die Seiteneinbuchtungen des modernen Geigenkörpers. Dadurch war der [[Bogen (Streichinstrument)|Bogen]] gezwungen, zu gleicher Zeit über alle drei [[Saite]]n zu streichen, wodurch zur auf der ersten Saite gespielten Melodie der Grundton und die Quinte nach Art eines [[Dudelsack]]es mitklangen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Musik.&amp;#039;&amp;#039; In: E. Götzinger: &amp;#039;&amp;#039;Reallexicon der Deutschen Altertümer.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1885, S. 674–698. {{zeno.org|20002775298}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung des [[Organum]]s setzte, aufbauend auf dem einstimmigen [[Gregorianischer Choral|gregorianischen Gesang]], vermutlich mindestens seit Ende des 9. Jahrhunderts die vokale Mehrstimmigkeit (zunächst als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zweistimmigkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Torkewitz: &amp;#039;&amp;#039;Das älteste Dokument zur Entstehung der abendländischen Mehrstimmigkeit: Eine Handschrift aus Werden a.d. Ruhr: Das Düsseldorfer Fragment&amp;#039;&amp;#039;. Archiv für Musikwissenschaft. Beihefte, Band 44. Franz Steiner Verlag, 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; So fügten Sänger der [[Choralschola]] ihren gregorianischen Chorälen ab dem 12. Jahrhundert Texte (als [[Tropus (Gregorianik)|Tropierungen]]) und dem &amp;#039;&amp;#039;[[cantus firmus]]&amp;#039;&amp;#039; einen &amp;#039;&amp;#039;[[discantus]]&amp;#039;&amp;#039; als zweite Stimme hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutende Vertreter der Mehrstimmigkeit im 15. und 16. Jahrhundert waren die Komponisten [[Guillaume Dufay]], [[Josquin Desprez]], [[Giovanni Pierluigi da Palestrina]] (dessen &amp;#039;&amp;#039;Kyrie&amp;#039;&amp;#039; aus der Messe &amp;#039;&amp;#039;Assumpta est Maria&amp;#039;&amp;#039; bereits eine sechsstimmige Komposition ist), [[Orlando di Lasso]] und [[Carlo Gesualdo]]. Kunstvolle Mehrstimmigkeit schaffende Komponisten der [[Franko-flämische Musik|Franko-flämischen Schule]], zu denen auch [[Jacob Obrecht]] und [[Heinrich Isaac]] gezählt werden, wird auch als niederländischer&amp;lt;ref&amp;gt;J. Wolf: &amp;#039;&amp;#039;Der niederländische Einfluss in der mehrstimmigen gemessenen Musik bis zum Jahre 1480.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tijdschrift van de Vereniging voor nederlandse muziekgeschiedenis&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 6, 1900, und Nr. 7, 1904.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stil und deren Komponisten als „Niederländer“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_N/Niederlaender.xml &amp;#039;&amp;#039;Oesterreichische Musiklexikon online&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Homophonie, Polyphonie und Heterophonie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Formen der Mehrstimmigkeit bilden die [[Homophonie (Musik)|Homophonie]], die [[Polyphonie]] sowie die [[Heterophonie]] als Zwischenstufe zwischen Ein- und Mehrstimmigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim homophonen Satz bzw. Akkordsatz gibt es Hauptstimmen, welche die Hauptmelodie tragen, und Nebenstimmen, die der Begleitung dienen. Sie dominiert in der abendländischen Tradition in der [[Wiener Klassik]] und [[Romantik]], in der [[Rockmusik|Rock-]], [[Popmusik|Pop-]] und [[Country-Musik]] sowie in einigen Spielformen des [[Jazz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Polyphonie oder Vielstimmigkeit sind die Stimmen melodisch und rhythmisch weitgehend selbständig. In der abendländischen Tradition dominierte sie im [[Musik des Mittelalters|Mittelalter]] und in der [[Musik der Renaissance|Renaissance]]; im [[Barockmusik|Barock]] gab es homophone und polyphone Musikstile (polyphon etwa die [[Fuge (Musik)|Fuge]], homophon die [[Monodie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Heterophonie folgen alle Stimmen grob der gleichen Melodie, diese wird jedoch in vielen Stimmen jeweils unterschiedlich variiert. Sie ist besonders in asiatischen Traditionen anzutreffen und in der abendländischen Musizierpraxis selten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Formen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Form der Mehrstimmigkeit findet sich ab Mitte des 17. Jahrhunderts in Werken für Melodieinstrumente ohne Begleitung. Man unterscheidet eine manifeste und eine latente Mehrstimmigkeit.&lt;br /&gt;
Am bedeutendsten sind die Solowerke von Johann Sebastian Bach (BWV 1001–1013) für Violine, Violoncello und Flöte.&lt;br /&gt;
Manifeste Mehrstimmigkeit bedeutet, dass tatsächlich zwei oder mehr Töne gleichzeitig erklingen. Diese werden z.&amp;amp;nbsp;B. durch Doppelgriffe bei den Streichern hervorgebracht.&lt;br /&gt;
Latente Mehrstimmigkeit bedeutet, dass eine einstimmig notierte und realisierte Linienführung wie ein mehrstimmiger Satz zu hören und zu verstehen ist. Der Musikwissenschaftler [[Ernst Kurth (Musikwissenschaftler)|Ernst Kurth]] prägte für diese Satzweise den Begriff des „linearen [[Kontrapunkt]]s“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Kurth: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen des linearen Kontrapunkts: Einführung in Stil und Technik von Bachs melodischer Polyphonie.&amp;#039;&amp;#039; Bern 1917&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Tonsatz|Sätze]] für mehrere Gesangs- oder Instrumentalstimmen, gespielt von in der Renaissance zu homogenen Familien erweiterten und auch neu entwickelten Musikinstrumenten, werden in der Notation häufig in [[Notensystem (Musik)#Akkolade|Akkoladen]] (auch: „Systemen“) zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrstimmigkeit existiert in verschiedenen Kulturen der Welt. Besonders weit ist die Heterophonie verbreitet, etwa in den klassischen [[Klassische arabische Musik|arabischen]], [[Klassische türkische Musik|türkischen]] und [[Chinesische Musik#Melodik und Harmonik|chinesischen]] Musiktraditionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine voll ausgebildete Polyphonie ist neben der abendländischen Tradition in vergleichsweise wenigen Traditionen anzutreffen. Beispielsweise untersuchte der französisch-israelische [[Musikethnologie|Musikethnologe]] [[Simha Arom]] afrikanische Formen der Mehrstimmigkeit und [[Polyrhythmik]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Simha Arom]]: &amp;#039;&amp;#039;African Polyphony and Polyrhythm: Musical Structure and Methodology&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press, 1991. ISBN 0-521-24160-X.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Tonsysteme im subsaharischen Afrika}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere, von der abendländischen Tradition unabhängige Ausprägungen der Mehrstimmigkeit finden sich in [[Georgien]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ich.unesco.org/en/RL/georgian-polyphonic-singing-00008 Georgian Polyphonic Singing], Website des [[Immaterielles Kulturerbe|Immateriellen Kulturerbes der UNESCO]], abgerufen am 23. September 2021&amp;lt;/ref&amp;gt;, auf dem südlichen Balkan ([[Iso-Polyphonie]]) sowie in Südostasien ([[Gamelan]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{OeML|Mehrstimmigkeit|Mehrstimmigkeit|RF}}&lt;br /&gt;
* [[Theodor Göllner]]: &amp;#039;&amp;#039;Formen früher Mehrstimmigkeit in deutschen Handschriften des späten Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Schneider, Tutzing 1961.&lt;br /&gt;
* [[René Frank (Komponist, 1974)|René Frank]]: &amp;#039;&amp;#039;Mehrstimmiges Singen. Einführung der Mehrstimmigkeit in Kinder- und Jugendchören.&amp;#039;&amp;#039; Praxisbuch. Tectum, Marburg 2005, ISBN 3-8288-8884-4.&lt;br /&gt;
* [[Wieland Ziegenrücker]]: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 152–155 (&amp;#039;&amp;#039;Homophoner und polyphoner Satz&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4169330-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiktheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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