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	<title>Maya-Schrift - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T20:47:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Maya-Schrift&amp;diff=135931&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;IncaUrco: Revitalisierung</title>
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		<updated>2026-04-03T14:10:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Revitalisierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Detail from cast of wall panel from Temple of the Cross - NARA - 523585.jpg|mini|Hieroglyphen im Kreuztempel von Palenque, 7. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schrift der Maya&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Schrift, die von der [[Maya-Zivilisation]] Mittelamerikas über fast 2000 Jahre gebraucht wurde. Es handelt sich um eine sogenannte logosyllabische Schrift, deren Schriftzeichen sowohl als Logogramme, als Silbenzeichen oder kombiniert genutzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Texte der [[Maya]] finden sich vor allem auf alten Gebäuden und Monumenten (zum Beispiel in [[Tikal]]), in Form von [[Wandmalerei]]en (z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Bonampak]]) oder [[Epigraphik]]en, aber auch auf Keramik (z.&amp;amp;nbsp;B. der des [[Codex-Stil]]) und Schmuck. Daneben haben vier umfangreichere Handschriften die vorsätzliche Zerstörung von Maya-Schriften im Zuge der spanischen Eroberung überstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wissen um die Maya-Schrift war seit der spanischen Eroberung in Vergessenheit geraten. Ihre nahezu vollständige [[Entzifferung#Entzifferung in Archäologie und Linguistik|Entzifferung]] ist erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgt. Die Schrift gilt inzwischen als lesbar bzw. deutbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick ==&lt;br /&gt;
[[Datei:PakalImage2a.jpg|mini|Schreibvarianten des Namens von [[K’inich Janaab Pakal I.]], Herrscher Palenques im 7. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Die Maya-Schrift ist eine sogenannte [[logosyllabisch]]e [[Schrift]], was bedeutet, dass sich die [[Schriftzeichen]] aus [[Logogramm]]en und [[Silbenschrift|Silbenzeichen]] zusammensetzen können. Die Zeichen können allerdings auch getrennt voneinander stehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Christian M. Prager |Titel=Visual dimensions of Maya hieroglyphic writing: meanings beyond the surface |Hrsg=Philip J. Boyes, Philippa M. Steele, Natalia Elvira Astoreca |Sammelwerk=The Social and Cultural Contexts of Historic Writing Practices |Verlag=Oxbow Books |Datum=2021-03-23 |ISBN=978-1-78925-481-5 |DOI=10.2307/j.ctv2npq9fw.11 |Seiten=101-124}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meistens entsprechen die Logogramme tatsächlich existierenden Gegenständen oder Lebewesen, bei einigen ist jedoch kein Erkennen des eigentlichen Sinnes mehr möglich. Dagegen haben die [[Syllabogramm]]e eine andere Bedeutung, und zwar die der Silbendarstellung. Die meisten Syllabogramme sind im Muster [[Konsonant]]-[[Vokal]] vorhanden (zum Beispiel „BA“), wenige stellen nur Vokale dar. Von allen Logogrammen und Syllabogrammen gab es mehrere Varianten, sodass sich der Schreiber die seinem ästhetischen Verständnis am besten angepasste aussuchen konnte. Die ausgewählten Zeichen wurden in quadratischer Form so zusammengefügt, dass sie Worte bilden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben war nur wenigen Menschen im Umkreis königlicher Höfe vorbehalten, Schreibern, Malern, Bildhauern und Hofbeamten. 2021 waren über 12.000 schrifttragende Objekte bekannt. Das Zeicheninventar bestand aus rund 1.000 Zeichen, von denen heute zwar fast alle sprechbar, aber nur rund 70 % verstanden sind. Problematisch ist, dass, auch wenn die Phonetik eines Zeichens entziffert ist, seine Bedeutung nur entschlüsselt werden kann, wenn sie sich durch linguistische Vergleiche anhand moderner Maya-Sprachen oder anderen Vorkommen ableiten lässt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zahlen und Daten ==&lt;br /&gt;
=== Zahlen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Maya.svg|mini|Zeichen für 0 bis 19 in der Maya-Schrift]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1 maya head.png|mini|Die Kopfvariante für 1]]&lt;br /&gt;
Zahlen werden in der Maya-Schrift meist mit Punkten und Balken geschrieben. Ein Punkt hat den Wert 1 und ein Balken den Wert 5. Um eine Zahl von 1 bis 19 zu schreiben, werden so viele Balken und Punkte miteinander kombiniert, bis sie addiert den beabsichtigten Wert ergeben. Beispielsweise wird 17 mit drei Balken (3 × 5) und zwei Punkten (2 × 1) geschrieben. 0 wird entweder mit einer leeren Muschel oder mit einem Silbenzeichen mi geschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Nikolai Grube|Titel=Der Dresdner Maya-Codex. Der vollständige Codex|Verlag=Herder|Datum=2012|Seiten=35}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Punkten, Balken und der Muschel gibt es in der Maya-Schrift auch „Kopfvarianten“ für die Zahlen 0 bis 19. In diesem Fall wird jede Zahl mit dem Kopf eines bestimmten Gottes geschrieben. Beispielsweise wird 1 mit dem Kopf des Maisgottes geschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Robert J. Sharer, Loa P. Traxler|Titel=The Ancient Maya|Verlag=Stanford University Press|Datum=2006|Seiten=101-102}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlen ab 20 werden auf der Grundlage eines [[Vigesimalsystem]]s durch unterschiedliche Positionen ausgedrückt. Die niedrigste Position steht für Einer, die zweitniedrigste für 20er, die nächsthöhere für 400er usw.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Robert J. Sharer, Loa P. Traxler|Titel=The Ancient Maya|Verlag=Stanford University Press|Datum=2006|Seiten=101}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Daten ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Maya-Kalender}}&lt;br /&gt;
Zeiteinheiten bei den Maya beruhen ähnlich wie die Zahlen vorwiegend auf einem Vigesimalsystem. Die grundlegende Zeiteinheit heißt &amp;#039;&amp;#039;K&amp;#039;in&amp;#039;&amp;#039; und entspricht einem Tag. Die nächsthöhere Zeiteinheit ist &amp;#039;&amp;#039;Winik&amp;#039;&amp;#039; (bzw. &amp;#039;&amp;#039;Winal&amp;#039;&amp;#039;) und umfasst 20 K&amp;#039;in. Darauf folgt das &amp;#039;&amp;#039;Haab&amp;#039;&amp;#039; (bzw. &amp;#039;&amp;#039;Tun&amp;#039;&amp;#039;), das angepasst an das [[tropisches Jahr|tropische Jahr]] 18 (statt 20) Winik (d.&amp;amp;nbsp;h. 360 Tagen) entspricht. Ein &amp;#039;&amp;#039;Winikhaab&amp;#039;&amp;#039; (bzw. &amp;#039;&amp;#039;K&amp;#039;atun&amp;#039;&amp;#039;) umfasst zwanzig Haab, und ein &amp;#039;&amp;#039;Pik&amp;#039;&amp;#039; (bzw. &amp;#039;&amp;#039;Baktun&amp;#039;&amp;#039;) umfasst wiederum zwanzig Winikhaab, also 394 bis 395 Jahre. Nach dem gleichen Zwanzigersystem gibt es noch höhere Zeiteinheiten, die in den Inschriften aber nur selten verwendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Robert J. Sharer, Loa P. Traxler|Titel=The Ancient Maya|Verlag=Stanford University Press|Datum=2006|Seiten=102}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bis Ende des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, dass die Maya-Schrift von den [[Olmeken]] oder von der [[Isthmus-Schrift]] abstamme. Inzwischen konnte die frühe Maya-Schrift auf die Zeit von 300 bis 200 v.&amp;amp;nbsp;u.&amp;amp;nbsp;Z. vordatiert werden, Hinweise lassen eine noch frühere Entstehung möglich erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= William A. Saturno, David Stuart, Boris Beltrán|Titel=Early Maya Writing at San Bartolo, Guatemala |Sammelwerk=Science |Band=311 |Nummer=5765 |Verlag= |Datum=2006 |Seiten=1281–1283 |ISSN=0036-8075 |DOI=10.1126/science.1121745 |PMID=16400112}} &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=David Stuart, Heather Hurst, Boris Beltrán, William Saturno |Titel=An early Maya calendar record from San Bartolo, Guatemala |Sammelwerk=Science Advances |Band=8 |Nummer=15 |Datum=2022-04-15 |DOI=10.1126/sciadv.abl9290}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeinträchtigt ist die Kenntnis um die Ursprünge der Maya-Schrift dadurch, dass organische Schriftträger wie Papier oder Holz ebenso wie aus aufgetragener Farbe aus klimatischen Gründen kaum erhalten sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Berthold Riese]] |Titel=Die Maya |Nummer= |Auflage=8. überarbeitete |Verlag=C.H. Beck |Ort=München |Datum=2018 |Reihe=Beck’sche Reihe |NummerReihe=2026 |ISBN=978-3-406-72724-5 |Seiten=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst die aufwändigere Herstellung von Inschriften in Ton oder Stein ermöglichte Dauerhaftigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die früheste bekannte sicher datierbare Inschrift in Stein dokumentiert die Inthronisation eines [[Ajaw (Titel)|Herrschers]] in [[Tikal]] am 6. Juli 292.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Die Entstehung und Zunahme solcher Inschriften in der Klassik war eng mit der Etablierung und dem Aufstieg des Königtums und einer wohlhabenden Elite verbunden, so dass der Zerfall desselben auch das Ende steinerner Inschriften bedeutete. Die letzten solchen Inschriften [[Lange Zählung|langer Zählung]] im südlichen Tiefland stammen aus den Jahren 909 ([[Toniná]], Monument 101) bzw. 910 ([[Itzimté]], Stela 6) und markieren das Ende der klassischen Maya-Zivilisation.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Claire E. Ebert, Keith M. Prufer, Martha J. Macri, Bruce Winterhalder, Douglas J. Kennett |Titel=Terminal Long Count Dates and the Disintegration of Classic Period Maya polities |Sammelwerk=Ancient Mesoamerica |Band=25 |Nummer=2 |Datum=2014 |DOI=10.1017/S0956536114000248 |Seiten=337–356}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Maya-Zivilisation#Postklassik (ca. 1000–1697)|Postklassisch]] finden sich Inschriften fast ausschließlich nach kurzer Zählung und nur noch im nördlichen Tiefland. Auch dort endete die inschriftliche Tradition jedoch um 950.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Berthold Riese |Titel=Die Maya |Nummer= |Auflage=8. überarbeitete |Verlag=C.H. Beck |Ort=München |Datum=2018 |Reihe=Beck’sche Reihe |NummerReihe=2026 |ISBN=978-3-406-72724-5 |Seiten=106}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier stammen die letzten steinerner Inschriften langer Zählung aus den Jahren 948 in ([[Santa Rosa Xtampak#Monumente|Xtampak]], Gewölbedeckstein 2) und 998 ([[Chichén Itzá#Hieroglypheninschriften mit Daten|Chichén Itzá]], [[Chichén Itzá#Osario – Hohenpriestergrab|Osario-Pfeiler]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maya-Schrift blieb in geringerem Umfang weiter in Gebrauch bis zur Eroberung durch die Spanier im 16. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Aus dieser Zeit (Postklassik) stammen auch die bekannten [[Maya-Codices]]. Nur vier mit Sicherheit authentische dieser Handschriften haben die Vernichtung fast aller brennbaren Schriftträger durch [[Diego de Landa]] während der [[Konquistador|Conquista]] im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert überstanden. Diese sind:&lt;br /&gt;
* Der [[Codex Peresianus|Pariser Codex]] (22 Seiten, 1300–1500, Nationalbibliothek in [[Paris]])&lt;br /&gt;
* Der [[Codex Dresdensis|Dresdner Codex]] (74 Seiten, 1200–1250, [[SLUB Dresden|Sächsische Landesbibliothek]] in [[Dresden]])&lt;br /&gt;
* Der [[Codex Tro-Cortesianus|Madrider Codex]] (112 Seiten, &amp;gt;1503, [[Museo de América]] in [[Madrid]])&lt;br /&gt;
* Der [[Codex Grolier|Mexiko Maya Codex]] (11 Seiten, 1021–1230, [[Nationalmuseum für Anthropologie (Mexiko)|Nationalmuseum für Anthropologie]] in Mexiko-Stadt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzten Zeugnisse des [[Maya-Kalender]]s finden sich in der [[Maya-Zivilisation#Spanische Konquista und Kolonialzeit (1520–1821)|Kolonialzeit]]. Im Jahr 1655 werden in den „Annalen von Oxkutzcab“, einer Abschrift in [[Mayathan]] zweiter Generation eines ursprünglichen Hieroglyphentextes, Ereignisse der 1540er Jahre in kurzer Zählung genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Nikolai Grube (Hrsg.): Maya, Gottkönige im Regenwald. Könemann, Köln 2000, S. 142.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entzifferung ==&lt;br /&gt;
=== Grundlagen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:De Landa alphabet.jpg|mini|[[Diego de Landa]]s sogenanntes [[Landa-Alphabet]]]]Im 16. Jahrhundert beschäftigte sich [[Diego de Landa]], Bischof von [[Erzbistum Yucatán|Yukatan]], mit den Schriftzeichen der Maya. Von einem adligen Maya, vermutlich [[Gaspar Antonio Chi]], ließ er sich das spanische Alphabet in Maya-Schrift aufschreiben. Dieses sogenannte [[Relación de las cosas de Yucatán|Landa-Alphabet]] diente trotz Fehldeutungen als Grundlage für die spätere Forschung. Diego de Landa und dessen Mitwirkende verfolgten das Ziel einer konsequenten Durchsetzung des christlichen Glaubens. So ließ de Landa am 12.&amp;amp;nbsp;Juli 1562 im [[Autodafé|religiösen Eifer]] vor dem [[Franziskanische Orden|Franziskanerkloster]] San Miguel Arcángel in [[Maní (Yucatán)|Maní]] alles in Maya Geschriebene sowie die religiösen Figuren und Symbole der Mayas verbrennen, was er mit der Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[Relación de las cosas de Yucatán]]&amp;#039;&amp;#039; rechtfertigte, sodass heute nur noch Teile von vier [[Maya-Codices]] erhalten geblieben sind. Das Wissen um die Maya-Schrift ging als Folge der christlichen Conquista verloren, obwohl viele Maya-Sprachen bis heute weiterleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Erforschung der Maya-Schrift gab es bis zum 19. Jahrhundert nicht. Die Komplexität der Schrift, aber auch Fehler beim Kopieren der Glyphen erschwerten eine wissenschaftliche Betrachtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1830 gelang es [[Constantine S. Rafinesque-Schmaltz]], das Zahlensystem der Maya-Schrift zu verstehen. Er zeigte, dass es auf Punkten und Strichen basiert (ein Punkt steht für eine Eins, ein Strich für eine Fünf); außerdem deutete er einige Zeichen für verschiedene Götter, Tiere und Pflanzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1881 machte [[Alfred Maudslay]] für das Britische Museum umfangreiche Abdrücke und Fotografien der Glyphen und konnte europäischen Forschern so erstmals Kopien zugänglich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ethnologe [[Cyrus Thomas]] vermutete in der Maya-Schrift Konsonant-Vokal-Folgen (z.&amp;amp;nbsp;B. „cu“ oder „ti“) und unternahm Vergleiche mit den heute noch gesprochenen [[Maya-Sprachen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entzifferung des Kalenders ===&lt;br /&gt;
Die Grundlage für die Entzifferung der Maya-Schrift legte dann 1880 der deutsche Sprachwissenschaftler [[Ernst Förstemann]] (1822–1906), der den [[Dresdner Codex|Dresdner Mayacodex]] analysierte und das [[Maya-Kalender|Kalendersystem der Maya]] mitsamt seinen Jahreszyklen erklären konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WDL&amp;quot;&amp;gt;{{cite web |title=The Dresden Codex |date=1200 |url=http://www.wdl.org/en/item/11621/ |accessdate=2013-08-21 |website=[[World Digital Library]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er zeigte, dass die Maya auch die [[Null]] kannten und auf Basis eines [[Vigesimalsystem|20er-Systems]] sehr große Zahlen ausdrücken konnten. Die nutzten sie, um äußerst exakte Tabellen mit [[Sonnenfinsternis]]sen und [[Venusphase]]n zu erstellen, aus denen günstige und ungünstige Zeiten für Jagd, Aussaat oder Kriegführung hervorgingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Förstemann erkannte mit der sogenannten [[Kalenderrunde]] das Zeitsystem der Maya, die aus drei ineinander verzahnten Kreisen (außen 365 „Sonnentage“, in der Mitte 20 Namen und im inneren Kreis 13 Zahlen) besteht und sich nach 52 Jahren in ihrer Konstellation wiederholt. Ihm fiel auf, dass ein bestimmtes Datum, das in die Vergangenheit datiert ist, immer wieder auftauchte, und deutete es als Beginn der Maya-Zeitrechnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1905 verglich der US-amerikanische Verleger Joseph Goodman das Kalendersystem der Maya mit dem heutigen Kalender und datierte den Beginn der Maya-Zeitrechnung auf den 21. Februar 739 v. Chr. Das brachte den Durchbruch bei der Datierung zahlreicher Inschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Entzifferung der Silben- und Bildzeichen ===&lt;br /&gt;
Dem sowjetischen Wissenschaftler [[Juri Walentinowitsch Knorosow|Juri W. Knorosow]] gelang im Jahr 1952 ein entscheidender Schritt mit der Einbeziehung der bis dahin missverstandenen Angaben im sogenannten [[Landa-Alphabet]], das er richtig als [[Silbenzeichen]] für die [[Spanische Sprache|spanischen]] Buchstabennamen interpretierte. Er erkannte als Erster die Mischung von Silben- und [[Ideographie|Bildzeichen]] in der Maya-Schrift, was er bei dem Wort „chi-k&amp;#039;in“ (Westen) nachweisen konnte. Hier konnte er auch zeigen, dass ein Begriff, hier die Silbe „chi“, durch unterschiedliche Zeichen darstellbar war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine [[Hypothese]]n, die auch von dem Kanadier [[David H. Kelley]] (1924–2011) geteilt worden waren, und seine Anfangsentschlüsselung von Maya-Texten wurde vom seinerzeit führenden Maya-Forscher im Westen, dem Briten [[John Eric Sidney Thompson|J. E. S. Thompson]], als kommunistische Propaganda abgetan und fanden bis zu Thompsons Tod (1975) im Westen kaum Beachtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon hatten [[Heinrich Berlin]] und [[Tatiana Avenirovna Proskouriakoff|Tatiana Proskouriakoff]] 1962 nachgewiesen, dass die monumentalen Steininschriften historische und [[Dynastie|dynastisch]]-genealogische Details zum Gegenstand hatten. Sie zeigte die Geburt, Inthronisierung und Heirat ganzer Dynastien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab ungefähr 1980 machte die Entzifferung der Maya-Schrift schnelle und völlig unerwartete Fortschritte, die sich in einer von schneller Kommunikation getragenen internationalen Kooperation einer kleinen Gruppe von Fachwissenschaftlern vollzog. Wichtiger Impulsgeber war der amerikanische Sprachwissenschaftler [[Floyd Glenn Lounsbury]], der eine Generation junger Forscher stimulierte, darunter [[Linda Schele]] und [[David Stuart (Altamerikanist)|David Stuart]], der 1983 mit 18 Jahren jüngster Empfänger des „genius grant“ der [[MacArthur Fellowship]] wurde. Ihnen gelang mit der Entzifferung vieler bis dahin unbekannter Silben der Durchbruch. Eine wesentliche Erkenntnis war dabei, dass viele verschiedene Zeichen für eine Silbe stehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Varianten eines Bildzeichens am Beispiel &amp;#039;&amp;#039;Caban&amp;#039;&amp;#039; (Tag: 17, Himmelsrichtung: Osten, Farbe: Rot, Bedeutung: Bewegung, Erde)&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
MAYA-g-log-cal-D17-Kaban.png&lt;br /&gt;
DaySign Caban.svg&lt;br /&gt;
MAYA-g-log-cal-D17-Kaban-cdxW.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bekannte Gesamtkorpus aller schriftlichen Hinterlassenschaften der Maya wird in der [[Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya]] an der Abteilung für Altamerikanistik des Instituts für Archäologie und Kulturanthropologie der [[Universität Bonn]] zusammengetragen und kontextualisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://classicmayan.org/portal/?lang=de Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Revitalisierung ==&lt;br /&gt;
Nach dem Durchbruch bei der Entzifferung führen Wissenschaftler wie Linda Schele, Nikolai Grube oder Federico Fahsen seit den 1980er Jahren in Guatemala Workshops durch, bei denen sie Kenntnisse der Maya-Schrift an die heutigen [[Maya]] vermitteln. Diese Revitalisierungsbemühungen werden von Nichtregierungsorganisationen wie dem [[Proyecto Lingüístico Francisco Marroquín]] und [[Oxlajuuj Keej Maya Ajtz&amp;#039;ib&amp;#039;]] und teils auch von staatlichen Organisationen wie der [[Academia de Lenguas Mayas de Guatemala]] unterstützt und aufgegriffen, die in eigenen Publikationen z.&amp;amp;nbsp;B. Seitenzahlen mit den Zahlzeichen der Maya-Schrift schreiben. Während die historische Maya-Schrift vor allem von Sprechern der Ch’olan-Sprachen und der yukatekischen Sprachen verwendet wurde, wird sie im Rahmen der Revitalisierungsbewegung auch von Sprechern anderer Maya-Sprachen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Quiché-Sprache|Quiché]], [[Cakchiquel-Sprache|Cakchiquel]]) übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Alejandro J. Garay Herrera|Titel=Adopción y adaptación de la escritura jeroglífica maya por los mayas contemporáneos de Guatemala|Sammelwerk=The Mayanist|Nummer=6|Datum=2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt;       &lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
=== Filmdokumentation ===&lt;br /&gt;
Über die Entzifferung der Maya-Schrift wurde im Jahre 2008 von David Lebrun ein Dokumentarfilm gedreht, der auf dem Buch &amp;#039;&amp;#039;Breaking the Maya Code&amp;#039;&amp;#039; von [[Michael D. Coe]] basiert und die einzelnen Phasen der [[Entschlüsselung#Entschlüsselung in der Archäologie|Entschlüsselung]] ausführlich darstellt. Zudem werden die verwendeten Methoden anschaulich skizziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Maya-Code (OT: Breaking the Maya Code): &amp;#039;&amp;#039;Das Geheimnis der Maya-Schrift. Ein Code wird entschlüsselt.&amp;#039;&amp;#039; Dokumentarfilm, USA 2008, Buch und Regie: David Lebrun.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Breaking the Maya Code.&amp;#039;&amp;#039; USA 2008 (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Der Maya-Code.&amp;#039;&amp;#039; 2008).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.youtube.com/watch?v=dqzScCfV274 Deciphering the Maya Script: What We Know and What We don&amp;#039;t Know].&amp;#039;&amp;#039; Vortrag von Michael D. Coe an der University of California, Berkeley, 10. Oktober 2000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Michael D. Coe]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Geheimnis der Maya-Schrift. Ein Code wird entschlüsselt.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-498-00898-6.&lt;br /&gt;
* Michael D. Coe, Mark van Stone: &amp;#039;&amp;#039;Reading the Maya Glyphs.&amp;#039;&amp;#039; Thames &amp;amp; Hudson, London 2005 (2. Auflage), ISBN 978-0-500-28553-4.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Förstemann]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine historische Maya-Inschrift.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Globus.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 81 (1902), Nr. 10, {{ISSN|0935-0535}}, S. 150–153.&lt;br /&gt;
* [[Nikolai Grube]]: &amp;#039;&amp;#039;Maya. Gottkönige im Regenwald.&amp;#039;&amp;#039; Könemann-Verlag, Köln 2000, ISBN 3-8290-1564-X.&lt;br /&gt;
* Guy Leclair: &amp;#039;&amp;#039;Dossier scientifique sur „L&amp;#039;alphabet consonantique des scribes maya“.&amp;#039;&amp;#039; Comité National de la Recherche Scientifique, Paris 1994.&lt;br /&gt;
* Maria Longhena: &amp;#039;&amp;#039;Sprechende Steine. 200 Schriftzeichen der Maya&amp;amp;nbsp;– die Entschlüsselung ihrer Geheimnisse.&amp;#039;&amp;#039; Fourier, Wiesbaden 2003, ISBN 3-932412-55-9.&lt;br /&gt;
* John Montgomery: &amp;#039;&amp;#039;How to Read Maya Hieroglyphs.&amp;#039;&amp;#039; Hippocrene Books, New York 2002, ISBN 0-7818-0861-8.&lt;br /&gt;
* Christian M. Prager, Antje Grothe: &amp;#039;&amp;#039;Das Rätsel der Mayahieroglyphen im digitalen Zeitalter. Das Projekt Textdatenbank- und Würterbuch des Klassischen Maya.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Antike Welt.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 54 (2023), Nr. 3, S. 70–79.&lt;br /&gt;
* Günter Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Die Hieroglyphen der Maya-Handschriften.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin 1956 ([http://books.google.de/books?id=AJRimoppNI0C&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;amp;cad=0#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Google Books] Buchvorschau).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Maya writing}}&lt;br /&gt;
* [http://www.sven-gronemeyer.de/research/schrift.html Detailliertere Beschreibung der Maya-Schrift] von Sven Gronemeyer&lt;br /&gt;
* [https://www.heise.de/tp/features/Fruehe-Schriftzeichen-der-Maya-3404378.html Frühe Schriftzeichen der Maya (Telepolis)]&lt;br /&gt;
* [http://www.famsi.org/mayawriting/ Maya writing]&amp;amp;nbsp;– Foundation for the Advancement of Mesoamerican Studies, Inc. (FAMSI)&lt;br /&gt;
* [http://www.pauahtun.org/MayanGlyphs/ Mayan glyphs] after Wm. E. Gates and Sir J. E. S. Thompson&lt;br /&gt;
* [http://www.mesoweb.com/ Mesoweb]&amp;amp;nbsp;– Seite über mesoamerikanische Kulturen mit Akzent auf den Maya und ihrer Schriftsprache; ältere Artikel sind als PDF herunterladbar. Englisch und Spanisch.&lt;br /&gt;
* [http://www.famsi.org/mayawriting/codices/dresden.html Codex Dresdensis als PDF]&lt;br /&gt;
* [http://www.gockelmayatheory.com/ Wolfgang Gockel Heritage]&lt;br /&gt;
* [http://www.nightfirefilms.org/breakingthemayacode/the.production.htm Bebilderte englische Dokumentation der Produktionsfirma zum Film von Lebrun]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4443801-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mayaschrift}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hieroglyphen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Maya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;IncaUrco</name></author>
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