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	<title>Maultier - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T03:15:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Maultier&amp;diff=26925&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Eugénie Pellissier (Matthes &amp; Seitz Berlin): Link Jutta Person</title>
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		<updated>2026-04-02T19:08:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link Jutta Person&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- kein Taxon --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem &amp;#039;&amp;#039;Maultier&amp;#039;&amp;#039; als Haus- und Nutztier; zu den Gleisketten-LKW der Wehrmacht siehe [[Maultier (Halbkettenfahrzeug)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Maultier grau.jpg|mini|Kopf eines Maultiers]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Maultier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Muli&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, (von {{laS}} &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|mulus}}&amp;#039;&amp;#039;, ‚Maultier‘, ‚Maulesel‘) ist das [[Kreuzung (Genetik)|Kreuzungsprodukt]] aus einer [[Hauspferd]]estute mit einem [[Hausesel]]hengst. Das so gezeugte Tier ist aus biologischer Sicht ein [[Hybride]]. Ein Hybride aus der umgekehrten Kombination, also aus einer Kreuzung von (Haus-)[[Hengst#Pferdehengst|Pferdehengst]] und (Haus-)Esels[[stute]], wird im [[Deutsche Sprache|Deutschen]] stattdessen als [[Maulesel]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hybride sind Maultiere mit seltenen Ausnahmen nicht fortpflanzungsfähig. Maultiere sind einfacher zu [[Zucht|züchten]] als Maulesel und werden aufgrund ihrer im Vergleich zu den Pferden größeren Ausdauer und Unempfindlichkeit als [[Zugtier|Zug-]] und [[Tragtier]]e verwendet, eignen sich aber auch gut als [[Reiten#Reittiere|Reittiere]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aussehen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Juancito.jpg|mini|Maultier (5 Jahre) auf Expedition in [[Tierra del Fuego (Argentinien)|Feuerland]]/südliches [[Argentinien]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;Maultier&amp;#039;&amp;#039; ist meist größer als sein Eselvater und etwas kleiner als die Pferdemutter. Es sieht dem Pferd ähnlicher, nicht zuletzt wegen des großen und gestreckten Kopfs und seines [[Fell]]s, das trotz der dickeren Haut dem Pferdefell sehr ähnlich sieht und in vielen Fällen sogar gleicht. Das Maultier behält jedoch, wohl als dominantes [[Vererbung (Biologie)|Erbmerkmal]] seines Eselvaters, die längeren [[Ohr]]en. Andererseits haben Maultiere kleinere [[Nüstern]] als Pferde, und die vier Gliedmaßen sind eher schlank ausgebildet. Der Schwanz von Maultieren gleicht wiederum dem der Pferde – weshalb er auch &amp;#039;&amp;#039;Schweif&amp;#039;&amp;#039; genannt wird – und besitzt im Gegensatz zu den Eseln keine [[Quaste]]. Die Fellfarben können wie bei den Pferden variieren, am häufigsten sind diese braun, schwarzbraun oder schwarz, seltener grau und extrem selten weiß. Es kommen auch gescheckte Maultiere vor, dann meistens in den Farben weiß/hellbraun oder weiß/dunkelbraun. Oftmals ist bei Tieren mit dunkleren Fellfarben ähnlich wie bei den Eseln der Bereich um das Maul weiß oder weißlich (Mehlmaul). Üblicherweise werden Maultiere mit einem [[Widerrist|Stockmaß]] zwischen 140 und 155&amp;amp;nbsp;cm gezogen, je nach Rasse der Eltern gibt es auch größere (bis über 190&amp;amp;nbsp;cm) oder sehr viel kleinere Maultiere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zucht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mother and son - Warmth, Galicia (Spain).jpg|mini|Pferdestute mit Maultierfohlen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mule-poitevine-montée SDA2014.JPG|mini|Ein Poitevin-Maultier bei der Internationalen Agrikultur-Schau 2014 in Paris, Frankreich]]&lt;br /&gt;
Bei der Vermischung des [[Genom|Erbgutes]] von Pferdestute (2n = 64 Chromosomen, n = 32) und Eselhengst (2n = 62 Chromosomen, n = 31) entsteht ein ungerader [[Polyploidie|Chromosomensatz]], der in der Regel keine [[Gamet|Geschlechtszellenbildung]] erlaubt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;huang&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4571621/|autor=Jinlong Huang et al.|titel=Donkey genome and insight into the imprinting of fast karyotype evolution|hrsg=Nature|datum=2015-09-16|abruf=2024-02-11|kommentar=[[doi:10.1038/srep14106]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Dies alleine kann nicht der Grund sein, da auch bei der Kreuzung Wildschwein x Hausschwein ein ungerader Chromosomensatz entsteht, und die Nachkommen fruchtbar sind--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichwohl können Maultiere den Geschlechtsakt ausführen und verfügen auch über einen natürlichen Geschlechtstrieb, wenn auch nicht so stark wie Pferde. Hengste sind stets unfruchtbar, gelegentlich kommen jedoch fruchtbare Stuten vor. Die größere Ähnlichkeit des Maultieres mit dem Muttertier (Pferd) beruht auf [[Epigenetik|nichtchromosomaler Vererbung]]. Dabei bringt die mütterliche [[Eizelle]] den Hauptteil der [[Organell|Zellorganellen]] in die [[Zygote]] ein, so dass in der [[Parentalgeneration|Filialgeneration]] mütterliche Merkmale vorherrschen. Maultier und Maulesel sind ein Paradebeispiel für das [[Imprinting]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;huang&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maultiere sind in der Regel größer als Maulesel, da das Muttertier eine Grenze für die Größe setzt und eine Pferdestute im Allgemeinen größer ist als eine Eselstute. Fohlen wachsen bei der Mutter auf und werden durch sie wesentlich geprägt; das Maultierfohlen wird also &amp;#039;&amp;#039;als Pferd&amp;#039;&amp;#039; aufgezogen, das Mauleselfohlen &amp;#039;&amp;#039;als Esel&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Frankreich]] werden speziell für die Maultierzucht besonders große [[Poitou-Esel]] gezogen. Durch Kreuzung mit [[Poitevin (Pferd)|Poitevin]]-Stuten werden sie dazu verwendet, eine große, rustikale Maultierrasse, das Poitevin-Maultier, zu züchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Momo 260905.jpg|mini|Junges Maultier aus den USA]]&lt;br /&gt;
Maultiere gelten als gutmütig und geradlinig, im Gegensatz zu Pferden auch als weit weniger scheu. Sie sind gegenüber Pferden gleichmäßiger belastbar und erholen sich sehr rasch von Strapazen. Damit verbunden ist auch eine besonders hohe Lebenserwartung von 45 bis über 50 Jahren, in Einzelfällen sogar noch mehr. Als Tragtiere sind Maultiere weitaus gutmütiger, sie können an einem Tag rund 150&amp;amp;nbsp;kg etwa 30 bis 40&amp;amp;nbsp;km weit transportieren. Als Zugtiere sind sie einsatzfreudiger und ausdauernder als Pferde, weshalb sie von Eignern von in der [[Landwirtschaft]] eingesetzten Tieren allgemein bevorzugt wurden. Maultiere bewährten sich besonders beim Ziehen von [[Pflug|Pflügen]] auf schwierigen Böden aus [[Tonminerale]]n, weshalb sie sich –&amp;amp;nbsp;vor allem in den USA&amp;amp;nbsp;– aufgrund ihrer Geradlinigkeit und Willensstärke den Ruf besonderer Sturheit erwarben (&amp;#039;&amp;#039;stubborn like a Missouri mule&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Stur wie ein Maultier aus Missouri&amp;#039;&amp;#039;). Maultiere sind wegen ihrer dickeren Haut gegenüber Pferden auch weit weniger empfindlich gegen hohe oder tiefe [[Temperatur]]en sowie ungünstiges [[Wetter]] wie Regen oder Schnee. Maultiere verfügen über eine wesentlich robustere gesundheitliche Konstitution und zudem über härtere Zähne, was Haltung, Einsatz sowie Fütterung besonders unter schwierigen geografischen und/oder klimatischen Bedingungen vereinfacht. Außerdem zeigen sie eine gewisse natürliche Resistenz gegen [[Insekten]] und [[Parasitismus|Parasiten]]. Die [[Huf]]e eines Maultiers sind härter als die eines Pferdes und ähnlich denen eines Esels an einen steinigen Untergrund angepasst und eher auf Trittsicherheit denn auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Damit verbindet das Maultier die Leistungsfähigkeit eines Pferdes bei größerer Ausdauer mit der Trittsicherheit eines Esels im Gelände. Dennoch kann ein vorwiegend als Reittier eingesetztes Maultier bei Bedarf kurzzeitig bis zu 60&amp;amp;nbsp;km/h schnell laufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Maultiere die Besonnenheit, die Ausdauer und die Trittsicherheit eines Esels in Kombination mit der Geradlinigkeit, der Kraft und dem Mut eines Pferdes besitzen. Ein Maultier ist daneben auch für ungeübte Reiter ein gutes Reittier, das im Allgemeinen gut beherrschbar ist und bei guter [[Pferdeausbildung|Ausbildung]] keine Überraschungen erwarten lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maultiere vertragen sich im Grunde sehr gut mit anderen Tieren, verhalten sich jedoch gegenüber Hunden im Allgemeinen weit weniger duldsam als Pferde, zudem sind sie weit weniger scheu und neigen bei Gefahr auch nicht dazu, einfach die Flucht zu ergreifen. Sie können mit allen Hufen in alle Richtungen [[ausschlagen]] und sind im Allgemeinen in der Lage, ihren Reiter gegen den Angriff von [[Wolf|Wölfen]] (Europa, Nordamerika) oder [[Puma]]s (Mittel- und Südamerika) zu verteidigen. Es sind Fälle belegt, in denen ein Maultier entsprechende angreifende Raubtiere durch Hufschläge und -tritte vertrieben oder gar getötet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Charles Darwin]] schrieb in Bezug auf die hervorragenden physischen Eigenschaften des Maultieres: &amp;#039;&amp;#039;Das Maultier scheint mir ein sehr erstaunliches Tier zu sein; es macht den Anschein, dass hier die Kunst die Natur übertroffen hat.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Mesopotamien ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Maultiere&amp;#039;&amp;#039; sind bereits aus dem [[Alter Orient|alten Orient]] belegt. Vielleicht züchteten bereits die [[Sumerer]] Maultiere, aus dieser Zeit sind jedenfalls Kreuzungen zwischen Esel und [[Asiatischer Esel|Onager]] belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Griechische und römische Antike ===&lt;br /&gt;
Auch in der [[Antikes Griechenland|griechischen]] Literatur werden Maultiere erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Antike]] galten Maultiere als die edelsten Tiere überhaupt. Aus diesem Grunde wurden die [[Tierarzt|Tierärzte]] im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] damals nicht Rossärzte (equomedici), sondern Maultierärzte (mulomedici) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Fundregion Kalkriese]] ([[Niedersachsen]]) fanden sich die Reste eines adulten Maultieres, das möglicherweise im Jahre 9 n.&amp;amp;nbsp;Chr. in der [[Varusschlacht]] getötet worden war. Wie die Reste einer Deichselkappe belegen, war es als Zugtier eingesetzt. Auch in dem römischen Lager [[Küssaberg|Dangstetten]], das im Zuge des [[Alpenfeldzug]]es (15 v.&amp;amp;nbsp;Chr.) von der [[Legio XIX]] angelegt worden war, fanden sich die Reste von fünf Maultieren von überwiegend jugendlichem Alter, was für eine Verwendung als Zugtiere spricht. Sie sind teilweise zerlegt worden, wurden also vielleicht auch gegessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knochenfunde von Maultieren sind jedoch eher selten. Eine sichere Unterscheidung zwischen Maultier, Pferd und Esel wird vor allem anhand der Zähne vorgenommen. Merkmalsüberschneidungen sind jedoch belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] sowie in der [[Neuzeit|neueren Zeit]] gelangten Maultiere in alle Erdteile und spielten vor allem als Lasttiere eine bedeutende Rolle, besonders in geografisch und klimatisch schwierigeren Gebieten.&lt;br /&gt;
[[Datei:20 Mule Team in Death Valley.jpg|mini|20-Maultier-Gespann im Death Valley, USA]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit, Moderne ===&lt;br /&gt;
In beiden [[Weltkrieg]]en kamen diese Tiere aufgrund ihrer günstigen Eigenschaften noch einmal auf praktisch allen Kriegsschauplätzen zahlreich zum Einsatz, im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] vorwiegend bei [[Gebirgstruppe]]n, im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] außerdem sowohl in kälteren Klimazonen wie den Steppen der [[Sowjetunion]] als auch in tropischen Gefilden wie [[Südostasien]]. Das italienische Heer setzte von 1872 bis 1991 hunderttausende Maultiere ein, vor allem im [[Gebirgskrieg 1915–1918]]. Bei der letzten Zählung 1918 wurden 520.000 Maultiere gezählt.&amp;lt;ref&amp;gt;L. VIAZZI und P. CARAVATI: [http://museodiffuso.feltrino.bl.it/home/root/doc/mulialpini.pdf &amp;#039;&amp;#039;MULI E ALPINI&amp;#039;&amp;#039;]. Ed. NORDPRESS, 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1950er Jahren ging in den [[Industrieländer]]n die Zahl der Maultiere nach der stetig zunehmenden Einführung moderner [[Landmaschine]]n und [[Lastkraftwagen]] stark zurück. In einigen Ländern wie z.&amp;amp;nbsp;B. den [[Vereinigte Staaten|USA]] erreichte ihre Zahl historische Tiefstände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute spielen Maultiere in weniger entwickelten Regionen der Welt nach wie vor eine wichtige Rolle in der [[Landwirtschaft]] sowie als Transportmittel. Außerdem haben sie ihre Bedeutung für [[militär]]ische Zwecke in gebirgigen sowie schwer zugänglichen Gegenden bis heute behalten. In Europa und den USA werden Maultiere in privater Hand nach wie vor in kleinerem Stil gezüchtet und gehalten, wohl auch zum Privatvergnügen und zur Traditionspflege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nutzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Recoilless Rifle mounted on a mule - NARA - 292567.jpg|mini|Maultier als Lastenträger beim Militär]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gebirgssanitaeter.jpg|mini|Gebirgssanitäter mit Maultier 1940]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Muliweg auf dem Heersberg, Schwäbische Alb.jpg|mini|Muliweg der [[4. Gebirgs-Division (Wehrmacht)|4. Gebirgsjägerdivision]] aus den Jahren 1940/41]]&lt;br /&gt;
Maultiere werden unter anderem als Zug- und Tragtiere, Reittiere, für militärische Zwecke ([[Train (Militär)|Trainpferde]]) oder für den Transport kostbarer [[Frachtgut|Fracht]] verwendet. Aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und Trittsicherheit waren Maultiere in der Geschichte besonders häufig bei [[Gebirgstruppe]]n im Einsatz, so unter anderem auch in beiden Weltkriegen in [[Kolonne (Militär)|Kolonnen]] als [[Lasttier]]e zum Transport von Waffen, Munition und Versorgungsgütern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der neuzeitlichen infrastrukturellen Erschließung der Alpenregion spielten die robusten Maultiere jahrhundertelang für die [[Handelsweg]]e über die Berge auf den [[Saumpfad]]en eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im privaten Einsatz als Reittiere konnten sich Maultiere bewähren, sie waren weitaus stärker und schneller als Esel, gleichzeitig wesentlich weniger scheu als Pferde und obendrein in der Anschaffung und im Unterhalt weit günstiger als letztere. Als Reittier waren sie häufig in den Alpenländern, Südeuropa (vor allem auf [[Sizilien]]), [[Südamerika]] sowie den Südstaaten der USA anzutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maultiere waren vor allem in wärmeren Klimazonen als Zugtier erste Wahl, da sie mit der dort vorherrschenden Hitze weit besser zurechtkamen als Pferde und zudem bei geringerem Futterverbrauch mehr und länger zu leisten imstande waren. So kam es, dass Maultiere schon früh zum Ziehen von [[Bergwerk]]s-[[Güterlore|Loren]] eingesetzt wurden. Ab etwa 1860 zogen sie vor allem in [[Mittelamerika|Mittel-]] und Südamerika, den [[Südstaaten]] der USA, einigen Ländern in [[Afrika]] sowie zum Teil später auch in [[Spanien]] im Gegensatz zur üblichen Praxis in anderen Erdteilen die [[Pferdebahn|Pferdestraßenbahnen]]. Um die Jahrhundertwende wurden wie auch die Pferde die zwar zugstarken und in Anschaffung sowie Unterhalt günstigeren –&amp;amp;nbsp;in manchen Fällen aber auch sturen&amp;amp;nbsp;– Maultiere bei den meisten Betrieben durch [[Geschichte des elektrischen Antriebs von Schienenfahrzeugen|elektrische]] [[Straßenbahn]]-Triebwagen ersetzt. Einige wenige &amp;#039;&amp;#039;Maultierbahnen&amp;#039;&amp;#039; verkehrten allerdings bis in die 1920er und 1930er Jahre – und zwei kleinere Bahnen dieser Art waren in [[Brasilien]] sogar noch bis in die 1960er Jahre in Betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in heutiger Zeit haben Maultiere ihre Bedeutung und Funktion als Tragtiere in unwegsamen Gegenden der Welt trotz allem technischen Fortschritt nicht verloren. So wurden zum Beispiel nach dem schweren [[Erdbeben]] im nördlichen [[Pakistan]] und dem angrenzenden [[Kaschmir]] im Herbst 2005 über 2000 Maultiere der &amp;#039;&amp;#039;Tiertransporteinheiten&amp;#039;&amp;#039; ([[Englische Sprache|englisch]]: Animal Transport Units – ATU) der [[Pakistanisches Heer|pakistanischen Armee]] mobilisiert, um die betroffene Bevölkerung in dem nur schwer zugänglichen Gebiet zu versorgen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://news.bbc.co.uk/2/hi/south_asia/4354440.stm Versorgungs-Maultiere in Kaschmir] (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen Fällen fanden ehemals zu Streitkräften gehörende Maultiere einen zweiten zivilen Verwendungszweck. So wurden zum Beispiel im Jahre 1975 in [[Hongkong]] von der [[British Army|Britischen Armee]] aus dem Dienst genommene Maultiere nach ihrer Entlassung und entsprechender Ausbildung vor Ort noch jahrelang für das [[Therapeutisches Reiten|therapeutische Reiten]] weiterverwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die größte Maultierpopulation in Deutschland befindet sich in [[Bad Reichenhall]] im Einsatz als Lasttiere für die dortigen [[Gebirgsjägertruppe (Bundeswehr)|Gebirgsjäger]] der [[Bundeswehr]] ([[Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230]]). Wenn auch ihre Zahl gegenüber früheren Zeiten etwas zurückgegangen ist, werden diese Tiere nach wie vor bis heute vor allem im Winter zur Versorgung abgelegener und mit Fahrzeugen nicht erreichbarer Höfe und Hütten eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildliche Darstellungen ==&lt;br /&gt;
Aus dem [[Assyrer|assyrischen]] Königspalast in [[Ninive]] sind Maultierdarstellungen aus der Zeit um 1000 bis 500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. bekannt, diese können jedoch nach Aussage einiger Experten noch älter sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zebroid]]&lt;br /&gt;
* [[La Arriera]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Angela von den Driesch, Joris Peters: &amp;#039;&amp;#039;Frühe Pferde- und Maultierskelette aus Auaris (Tell el-Dabʿa), östliches Nildelta&amp;#039;&amp;#039; In: Ägypten und Levante / Egypt and the Levant Bd. 11 (2001), Austrian Academy of Sciences Press S. 301–311&lt;br /&gt;
* H. Henseler: &amp;#039;&amp;#039;Ein fruchtbares Maultier.&amp;#039;&amp;#039; Verlag von M. &amp;amp; H. Schaper, Hannover 1925.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Schlüter (Archäologe)|Wolfgang Schlüter]] u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Archäologische Zeugnisse zur Varusschlacht? Die Untersuchung in der Kalkriese-Niewedder Senke bei [[Osnabrück]].&amp;#039;&amp;#039; In: [[Germania (Zeitschrift)|Germania]] 70, 1992, S. 307–349, [[doi:10.11588/ger.1992.53473]].&lt;br /&gt;
* [[Hans-Peter Uerpmann]] und Margarethe Uerpmann: &amp;#039;&amp;#039;Maultiere in der römischen Armee zur Zeit der Eroberungsfeldzüge in Germanien.&amp;#039;&amp;#039; In: Mostefa Kokabi, Joachim Wahl (Hrsg.), 8. Arbeitstreffen der Osteologen: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Archäozoologie und prähistorischen Anthropologie. 8. Arbeitstreffen der Osteologen, Konstanz 1993. im Andenken an [[Joachim Boessneck]].&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg.&amp;#039;&amp;#039; 53). Theiss, Stuttgart 1994, ISBN 3-8062-1155-8, S. 353–357.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Bödeker (Redakteur)|Ernst Bödeker]]: &amp;#039;&amp;#039;Maultierzucht und Maultierhaltung&amp;#039;&amp;#039;. Hannover 1908.&lt;br /&gt;
* [[Jutta Person]]: &amp;#039;&amp;#039;Esel. Ein Portrait&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 5 in Reihe &amp;#039;&amp;#039;Naturkunden&amp;#039;&amp;#039;, Herausgegeben von [[Judith Schalansky]], 5. Auflage, Matthes &amp;amp; Seitz Berlin, Berlin 2019&lt;br /&gt;
* [[Hans Hinrich Sambraus]]: &amp;#039;&amp;#039;Farbatlas Nutztierrassen.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer, Stuttgart 2001, 6. Aufl., ISBN 3-8001-3219-2, S. 276&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Galerie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Zoopraxiscope 16485d.gif|Maultier von [[Eadweard Muybridge]] (1893)&lt;br /&gt;
 Mule heart.jpg|Maultierherz&lt;br /&gt;
 Bobtail at mint.jpg|Maultier als Zugtier bei der Pferdestraßenbahn von [[New Orleans]] (USA) um 1890&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Mule|Maultier|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wikispecies|Equus mulus|Maultier}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4272518-5}}&lt;br /&gt;
* {{HLS|26237|Maultier|Autor= Peter Lehmann}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4272518-5|LCCN=sh85088316|NDL=00569242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vieh]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Säugetierhybride]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Haustier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Säumerei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pferde|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Eugénie Pellissier (Matthes &amp; Seitz Berlin)</name></author>
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