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	<title>Maulaffe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T10:54:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Maulaffe&amp;diff=190705&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;PerfektesChaos: tk k</title>
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		<updated>2025-11-26T15:17:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;tk k&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kienspanhalter Niederrhein 18-19 Jh.JPG|mini|Maulaffe mit eingeschobenem Kienspan, niederrheinisch, 18./19.&amp;amp;nbsp;Jh.]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Maulaffen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gähnaffen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden seit dem [[Mittelalter]] tönerne, kopfförmige Halter für [[Kienspan|Kienspäne]] bezeichnet, in deren offenes Maul man den Kienspan steckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 15. Jahrhundert wird unter &amp;#039;&amp;#039;Maulaffe&amp;#039;&amp;#039; (im 16. Jahrhundert auch &amp;#039;&amp;#039;Affenmaul&amp;#039;&amp;#039;) ein Gaffer verstanden, „einer, der mit offenem Maul dasteht und gafft“ – bis heute gebräuchlich in der [[Redewendung]] „Maulaffen feilhalten“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;[[Aschaffenburger Maulaff]]&amp;#039;&amp;#039; ist eine Holzfigur, die im Museum des [[Schloss Johannisburg|Schlosses Johannisburg]] der [[Unterfranken|unterfränkischen]] Stadt [[Aschaffenburg]] steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft des Ausdrucks ==&lt;br /&gt;
Vermutlich liegt dem Ausdruck die mittelalterliche Lebenswirklichkeit zu Grunde: Man klemmte sich bei Arbeiten im Dunkeln, wenn man beide Hände frei haben musste, einen brennenden Kienspan zwischen die Zähne, um ein wenig Beleuchtung zu haben. Noch der frühneuzeitliche Kartograf [[Olaus Magnus]] illustriert und beschreibt dies Mitte des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Olaus Magnus - About Lighting and Torches of Kindling.jpg|mini|[[Olaus Magnus]], &amp;#039;&amp;#039;[[Historia de gentibus septentrionalibus]]&amp;#039;&amp;#039;, Band&amp;amp;nbsp;2, Kap.&amp;amp;nbsp;16]]&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Vber das braucht man auch durch alle mittnächtige Länder des Kienholtz in allerley Gestalt / wie die gemeinen Haußkertzen / Nemlich also / wann einer mit beiden henden zuschaffen hat / steckt er etliche dünn geschnittne spän / so vil er will vnter die gürteln, vnd nimpt ein brennenden spon in den mundt / … geht also hin vnd wider wo er will / … vnd arbeitet was jm gefelt&lt;br /&gt;
 |Quelle=Historien der Mittnachtigen Länder&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Buch 2 („Das Ander Buch“), Kapitel 16, Basel 1567 (d.i. deutschsprachige Ausgabe der &amp;#039;&amp;#039;[[Historia de gentibus septentrionalibus]]&amp;#039;&amp;#039;); [https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10803950_00127.html Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek].&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewöhnlich wurde der Kienspan aber auf einem Tonklotz abgelegt. Es war wohl naheliegend, solchen Tonklötzen das Aussehen menschlicher Gesichter zu geben und den Span in deren ausgearbeiteten Mund zu klemmen. Funde von solchen tönernen Kienspanhaltern gibt es aus dem 13. und 14. Jahrhundert, in Berichten ist die Bezeichnung einer solchen Halterung noch am Beginn des 20. Jahrhunderts belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. zum Letzteren die Beschreibung von Martha Wolf. In: Viktoria Arnold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Als das Licht kam“. Erinnerungen an die Elektrifizierung&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2003, S. 35 f.; [http://books.google.de/books?id=Epn4O_GBuhkC&amp;amp;pg=PA35 books.google.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Österreich]] nannte man diese Halter &amp;#039;&amp;#039;Geanmaul&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Maulauf&amp;#039;&amp;#039;, in Süddeutschland &amp;#039;&amp;#039;Gähnaffen&amp;#039;&amp;#039;. Daraus abgeleitet wurde dann auch die Redewendung „jemandem einen Gähnaffen machen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die später verwendeten Kienspanhalter aus Eisen, die zangenförmig und höhenverstellbar waren, wurde der Name Maulaffe beibehalten, obwohl nichts mehr an den ursprünglichen tönernen Kopf erinnerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Redewendung]] „Maulaffen feilhalten“ erklärte man sich früher als eine direkte Übersetzung des [[Niederdeutsche Sprachen|niederdeutschen]] „dat mul apen hollen“ („Das Maul offen halten“). Dieser Irrtum geht zurück auf [[Martin Luther]]s Erklärung „Einer, der das Maul aufsperrt, den wir auf teutsch einen Maulaffen halten“. Allerdings ist damit weder das zweite Wort &amp;#039;&amp;#039;feilhalten&amp;#039;&amp;#039; (verkaufen) geklärt, noch kann damit erklärt werden, dass im Niederdeutschen auch die Redewendungen „Mulapen to kop hebben“ („Maulaffen im Verkauf haben“) und „Mulapen verköpen“ („Maulaffen verkaufen“) existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Redewendungen wie beim Maulaffen findet man auch zu Bezeichnungen weiterer Leuchter gebildet, wie zum Beispiel dem Kerzenhalter, aus dem das &amp;#039;&amp;#039;[[Lüsterweibchen|Leuchterweibchen]]&amp;#039;&amp;#039; wurde oder dem &amp;#039;&amp;#039;[[Ölgötze]]n&amp;#039;&amp;#039;, dessen Bezeichnung von einer Halterung für [[Öllampe]]n stammt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Bedeutungen des Ausdrucks „Maulaffe“ ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maulaff-1.jpg|mini|hochkant|Der [[Aschaffenburger Maulaff|Aschaffen&amp;amp;shy;burger Maulaff]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fladungen Maulaffenturm Maulaff-01.JPG|mini|hochkant|Die Maulaff-Figur am Fladunger Obertorturm gab ihm den Namen &amp;#039;&amp;#039;Maulaffenturm&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Der Ausdruck „Maulaffe“ wurde –&amp;amp;nbsp;abgesehen von der Redewendung&amp;amp;nbsp;– historisch in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet; eine gemeinsame Wurzel in Bezug auf das &amp;#039;&amp;#039;offene Maul&amp;#039;&amp;#039; anzunehmen, ist dabei zwar naheliegend, diese konnte aber bisher nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt es mit dem &amp;#039;&amp;#039;Aschaffenburger Maulaff&amp;#039;&amp;#039;, einer Holzfigur aus dem 18. Jahrhundert, eine regional bis in die Gegenwart sehr populäre Darstellung eines „Gaffers“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.aschaffenburg.de/de/Kultur__Tourismus/Stadtportrait/normal/chg/index_1106.html Der „Ascheberger Maulaff“.] Website der Stadt Aschaffenburg.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der letzte erhaltene Stadttorturm mit Toranlage in [[Fladungen]], der Obertorturm, wird auch als [[Liste der Baudenkmäler in Fladungen#Stadtbefestigung Fladungen|Maulaffenturm]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{DDB|Objekt|7JQEWLG7GUPSMNVQA7NJLBOTIVCMYTSR| Stadtarchiv Worms: &amp;#039;&amp;#039;Fladungen in der Rhön, Ortsansicht mit Stadtmauer, Obertorturm (Maulaffenturm) und Kirche&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weithalsige Variante des [[Erlenmeyerkolben]]s wurde ebenfalls als &amp;#039;&amp;#039;Maulaffe&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. beispielsweise das &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Arbeitsmethoden in der anorganischen Chemie&amp;#039;&amp;#039;, herausgegeben von Arthur Stähler et al., Veith &amp;amp; Co., Leipzig 1913, S. 99; siehe auch Uwe Neddemeyer: {{Webarchiv |url=http://www.zahnaerztekammernordrhein.de/uploads/tx_thpdfarchive/rzb01_2005.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Schatzkästchen im Eifeltal&amp;#039;&amp;#039;. |format=PDF; 2,6&amp;amp;nbsp;MB |wayback=20131105095952 |archiv-bot=2019-04-30 16:07:48 InternetArchiveBot}} In: &amp;#039;&amp;#039;Rheinisches Zahnärzteblatt&amp;#039;&amp;#039;, Januar 2005, Jg. 48, Heft 1, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich wurde ein [[Pferdeköpfe (Giebelschmuck)|Giebelschmuck mit Pferdeköpfen]] auf Bauernhäusern in Mecklenburg als &amp;#039;&amp;#039;Mulapen&amp;#039;&amp;#039; (Maulaffen) bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Chr. Petersen: &amp;#039;&amp;#039;Die Pferdeköpfe auf den Bauernhäusern, besonders in Norddeutschland&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher für die Landeskunde der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg&amp;#039;&amp;#039;. Band 3. Kiel 1860, S. 220 f.; [http://books.google.de/books?id=4K4tAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA220 Google-books.google.de].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Lutz Röhrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Homer – Nutzen&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Freiburg im Breisgau u.&amp;amp;nbsp;a. 1999, ISBN 3-451-04800-0, S. 1011 f. (= Herder-Spektrum, 4800).&lt;br /&gt;
* {{Deutsches Wörterbuch |Lemma=maulaffe |Band=12 |Sp=1796 |lemid=M02452}}&lt;br /&gt;
* {{Adelung-1793 |Lemma=Maulaffe, der |Band=3 |Seite=118 |SeiteBis=119 |zenoID=20000311405}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.lda-lsa.de/forschung/weitere_projekte/light_kultur/bruder_feuer/ &amp;#039;&amp;#039;Bruder Feuer. Im Licht der Frühe: Kienspäne&amp;#039;&amp;#039;.] Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Wenn nicht anders vermerkt: Alle Weblinks zuletzt abgerufen am 28. Dezember 2014. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Leuchte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Redewendung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;PerfektesChaos</name></author>
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