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	<title>Mater semper certa est - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T10:40:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mater_semper_certa_est&amp;diff=225110&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Abschnittlink korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-13T05:36:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mater semper certa est&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; („die Mutter ist immer sicher“) ist ein [[Römisches Recht|römischer]] [[Rechtssatz]], der die Zuschreibung der [[Mutter]]schaft bestimmt. Im Rechtssinne knüpft die [[Vermutung (Recht)#Widerlegliche und unwiderlegliche Vermutung|unwiderlegliche Vermutung]] daran an, dass biologisch beweisführende Ereignisse wie [[Schwangerschaft]] und [[Geburt]]svorgang offensichtlich und daher selbstevident sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harders&amp;quot;&amp;gt;Ann-Cathrin Harders: &amp;#039;&amp;#039;Mater semper certa est? – Plausibilisierung von Verwandtschaft im antiken Rom zwischen Natur, Recht und sozialer Praxis.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Antje Flüchter]], [[Birte Förster]], Britta Hochkirchen und [[Silke Schwandt]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Plausibilisierung und Evidenz: Dynamiken und Praktiken von der Antike bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Bielefeld University Press, Bielefeld 2023, S.&amp;amp;nbsp;27–50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft des Sprichworts ==&lt;br /&gt;
In den [[spätantike]]n &amp;#039;&amp;#039;[[Pandekten|Digesten]]&amp;#039;&amp;#039;, ist der [[Iulius Paulus]] zugeschriebene [[Klassik (Jurisprudenz)|spätklassische]] Rechtsgrundsatz „Quia mater semper certa est, etiam si volgo conceperit: pater vero is est, quem nuptiae demonstrant“ (deutsch: „Während die Mutter gewiss ist, auch wenn sie unehelich empfangen hat, ist der Vater tatsächlich der, den die Ehe als solchen ausweist“) enthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Iulius Paulus 4 &amp;#039;&amp;#039;Ad edictum libri LXXX&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;Digesten&amp;#039;&amp;#039; 2, 4, 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Faktum gilt dabei, dass Mutter eines Kindes stets die Frau ist, die das Kind geboren hat. Diese Regel war für Juristen jahrhundertelang unproblematisch. Im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] diente sie vor allem dazu, dass Eltern nicht zur Aussage gegen die eigenen Kinder vor Gericht vorgeladen werden durften. In diesem Zusammenhang war zu klären, wer die Eltern eines bestimmten Kindes sind. Allerdings konnten die Eltern eines Kindes (zeitweilig) unbekannt sein; dies traf z. B. oft auf [[Findelkind]]er zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung des Rechtsgrundsatzes in der Gegenwart ==&lt;br /&gt;
In der Gegenwart wurde der in den &amp;#039;&amp;#039;Digesten&amp;#039;&amp;#039; festgehaltene Grundgedanke im deutschsprachigen Raum in [[Österreich]] seit 1992 durch die Formulierung: „Mutter ist die Frau, die das Kind geboren hat“ (vgl. {{§|143|ABGB|RIS-B|DokNr=NOR40146730}} [[Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch|ABGB]]) und in Deutschland mit Wirkung ab 1998 durch die Formulierung: „Mutter eines Kindes ist die Frau, die das Kind geboren hat“ (vgl. {{§|1591|BGB|dejure}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]]) im Zuge von Kindschaftsrechtsreformen gesetzlich festgehalten. Die Mutterschaft kann nicht [[Anfechtung|angefochten]], lediglich durch [[Adoption (Deutschland)|Adoption]] aufgelöst werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harders&amp;quot; /&amp;gt; Gültigkeit kann der Rechtssatz nicht für alle weltweit existierenden Rechtsordnungen in Anspruch nehmen. Kategorien wie [[Mutterliebe#Leibliche und andere Mütter|Mütterlichkeit]] oder [[soziale Elternschaft]] spielen im Bezugssystem einer Rechtsordnung allenfalls unter Bezugnahme auf das [[Kindeswohl]] eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als neue Phänomene müssen [[Eizellspende]]n, [[Leihmutter]]schaften und [[In-vitro-Fertilisation]]en berücksichtigt werden. Als Reaktion auf neue Fortpflanzungstechniken musste im Recht der Gegenwart vor allem das Problem gelöst werden, wer als Mutter gilt, wenn die Geburt nicht durch die genetische Mutter erfolgt(e).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://verfassungsblog.de/mater-uberhaupt-nicht-semper-certa-est/ |titel=Mater überhaupt nicht semper certa est |hrsg=verfassungsblog.de |datum=2012-11-02 |abruf=2025-06-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zuordnung einer Vaterschaft gestaltet sich gemäß {{§|1592|BGB|dejure}} BGB in Deutschland komplizierter, denn sie ergibt sich rechtlich für jenen Mann, der mit der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt entweder [[Ehe|verheiratet]] ist (§{{§|1297|BGB|dejure}} ff. BGB), der die [[Vaterschaftsanerkennung|Vaterschaft anerkennt]] (§{{§|1594|BGB|dejure}} ff. BGB) oder dessen [[Vaterschaftsfeststellung|Vaterschaft gerichtlich festgestellt]] wird ({{§|1600d|BGB|dejure}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]], §§ 169 ff. [[Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit|FamFG]]). Elterliche Rechte werden durch den Akt der Zeugung nicht automatisch garantiert, vielmehr muss der leibliche Vater auch zum rechtlichen Vater werden. Das bedeutet umgekehrt, dass selbst bei offenkundigem Auseinanderfall der Personen von Vater und Erzeuger keine formlose Veränderung des Rechtszustands möglich ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Sabina Schutter: &amp;#039;&amp;#039;„Richtige Kinder“. Von heimlichen und folgenlosen Vaterschaftstests&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2011. ISBN 978-3-531-18059-5. Kapitel 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit der Entwicklung von [[DNA-Analyse]]n sind echte [[Realdefinition]]en möglich: Wer durch eine DNA-Analyse als Vater eines Kindes ermittelt wird, &amp;#039;&amp;#039;ist&amp;#039;&amp;#039; tatsächlich der biologische Vater des Kindes und &amp;#039;&amp;#039;gilt&amp;#039;&amp;#039; nicht bloß als solcher. Umgekehrt kann die Tatsache der biologischen Vaterschaft für ein außerhalb einer Ehe geborenes Kind auf der Grundlage eines DNA-Tests nicht mehr bestritten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem [[Abstammungsgutachten|Vaterschaftstest]] kann geklärt werden, welche rechtlichen Folgen die Tatsache hat, dass der Ehemann der Kindsmutter nachweislich nicht der biologische Vater des während der bestehenden Ehe geborenen Kindes ist. Sofern die Annahme, dass der Ehemann der Kindsmutter Vater des Kindes sei, nicht durch eine [[Vaterschaftsanfechtung]]sklage (früher: Ehelichkeitsanfechtungsklage) rechtskräftig angefochten wurde, gilt allerdings auch heute die zitierte lateinische Regel weiter, der zufolge automatisch derjenige Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mit dessen Mutter verheiratet war, als dessen Vater im Rechtssinn gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Latein im Recht]]&lt;br /&gt;
* [[Mutterschaftsanerkennung]]&lt;br /&gt;
* [[Abstammungsgutachten (DNA-Analyse)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sabina Schutter: &amp;#039;&amp;#039;„Richtige Kinder“. Von heimlichen und folgenlosen Vaterschaftstests&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2011. ISBN 978-3-531-18059-5.&lt;br /&gt;
* [[Sabine Walper]]: &amp;#039;&amp;#039;Mater semper certa est? – Psychologische Perspektiven neuer Elternschaften durch die Entwicklungen der Reproduktionsmedizin. Themenschwerpunkt Neue Elternschaften.&amp;#039;&amp;#039; In: Sabine Walper, Ulrike Lux, Christine Entleitner-Phleps, Ina Bovenschen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Praxis der Rechtspsychologie.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 27 (2017), Heft 2, S.&amp;amp;nbsp;21–45.&lt;br /&gt;
* [[Birte Förster]], [[Silke Schwandt]]: &amp;#039;&amp;#039;Plausibilisierung von Verwandtschaft im antiken Rom zwischen Natur, Recht und sozialer Praxis&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Plausibilisierung und Evidenz&amp;#039;&amp;#039;. Bielefeld University Press. ISBN 978-3-839-46978-1, S.&amp;amp;nbsp;11–24. 2023.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Andrea Büchler]]: [https://www.rwi.uzh.ch/elt-lst-buechler/famr/abstammungsrecht/de/html/chapter_1_12.html &amp;#039;&amp;#039;Familienrecht. Schweizer Zivilgesetzbuch. Kapitel 8 (Abstammungsrecht)&amp;#039;&amp;#039;]. Universität Zürich Rechtswissenschaftliche Fakultät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abstammungsrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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