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	<title>Massaker von Talheim - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T09:09:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Massaker_von_Talheim&amp;diff=746141&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;IsUpper: /* Deutung */ Erg</title>
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		<updated>2026-04-27T13:42:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Deutung: &lt;/span&gt; Erg&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Infotafel Massaker von Talheim.JPG|mini|Einweihung der Infotafel am 26. Juli 2008; links Talheims Bürgermeister Rainer Gräßle, rechts die Leiterin einer Ausstellung zum Massaker von Talheim]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landesmuseum Württemberg Stuttgart Neolithikum 018.jpg|miniatur|Schädel eines 20 bis 30 Jahre alten Mannes, der im Massaker von Talheim getötet wurde. [[Landesmuseum Württemberg]], [[Stuttgart]]]]&lt;br /&gt;
Im [[jungsteinzeit]]lichen ([[Linearbandkeramische Kultur|linearbandkeramischen]]) &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Massaker von Talheim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; kamen um 5100 v.&amp;amp;nbsp;Chr. auf dem Gebiet des heutigen Ortes [[Talheim (Landkreis Heilbronn)|Talheim]] bei [[Heilbronn]] (Baden-Württemberg) 34 Menschen gewaltsam zu Tode. Das Vorkommnis wurde durch spektakuläre Skelettfunde im Jahre 1983 bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Befund ==&lt;br /&gt;
Im März 1983 stieß der Talheimer Weinbauer Erhard Schoch, als er ein [[Frühbeet]] bei seinem Haus im [[Gewann]] „Pfädle“ tieferlegen wollte, auf menschliche Knochen und meldete dies den Behörden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tatort Talheim&amp;quot;&amp;gt;Helmuth Voith: &amp;#039;&amp;#039;Archäologisches Landesmuseum Konstanz: „Tatort Talheim - 7000 Jahre später“. Kommissar Archäologe ermittelt&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Schwäbische Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 12. März 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer drei Quadratmeter großen Grube lagen Skelettteile kreuz und quer übereinander, wahllos übereinander geworfen und in gut 7000 Jahren auf rund zwölf Zentimeter Höhe zusammengepresst. Insgesamt wurden die Überreste von 34 Menschen gefunden, die durch [[Gewalt]]einwirkung ums Leben gekommen waren, genauer die [[Skelett]]e von neun Männern, sieben Frauen und zwei Erwachsenen unbestimmten Geschlechts, alle etwa in der Altersspanne von 20 bis 60 Jahren, sowie von 16 Kindern und Jugendlichen im Alter von zwei bis 20 Jahren. Die meisten Skelette weisen unverheilte Schädeltraumata auf. Charakteristische Bruchstücke aus der [[Bandkeramische Kultur|Bandkeramischen Kultur]] weisen darauf hin, dass sich das Geschehen – vergleichbar dem Geschehen beim [[Massaker von Kilianstädten]] – in der frühen [[Jungsteinzeit]] zutrug.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fundberichte&amp;quot;&amp;gt;Joachim Wahl &amp;amp; Hans Günther König: &amp;#039;&amp;#039;Anthropologisch-traumatische Untersuchung der menschlichen Skelettreste aus dem bandkeramischen Massengrab bei Talheim, Kreis Heilbronn&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Fundberichte Baden-Württemberg&amp;#039;&amp;#039; 12, 1987&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutung ==&lt;br /&gt;
[[Knochenbruch|Impaktfrakturen]] deuten darauf hin, dass einige Opfer mit [[Klinge#Silexklingen|Silexklingen]] erschlagen wurden, die für [[Linearbandkeramische Kultur#Werkzeuge|Hiebwerkzeuge der Linearbandkeramischen Kultur]] als typisch gelten. Auch Pfeilschüsse sind belegt, die Tat dürfte mithin bei guten Lichtverhältnissen geschehen sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fundberichte&amp;quot; /&amp;gt; Die Knochen aus Talheim sind durch [[Radiokarbondatierung|&amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C-Datierung]] im Mittel auf ein Alter von rund 5000 Jahren [[Radiokarbonmethode#Kalibrierung|cal BC]] datiert worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Wild Eva Maria, Stadler Peter, Häusser Annemarie, Kutschera Walter, Steier Peter, Teschler-Nicola Maria, Wahl Joachim, Windl Helmut J, „Neolithic massacres: Local skirmish or General warfare in Europe?“ Proceedings of the 18th International Radiocarbon Conference. &amp;#039;&amp;#039;Radiocarbon&amp;#039;&amp;#039; 46/1, 2004, 377–385, hier S. 383. ([http://www.academia.edu/1389024/Wild_Eva_Maria_Stadler_Peter_Hausser_Annemarie_Kutschera_Walter_Steier_Peter_Teschler-Nicola_Maria_Wahl_Joachim_Windl_Helmut_J_2004_2003_Neolithic_massacres_Local_skirmish_or_General_warfare_in_europe_Radiocarbon_46_1_377-385 online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Knochen können folglich der späten [[Bandkeramische Kultur|Bandkeramik-Zeit]] zugeordnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mehrere Schädel [[Knochenbruch|Frakturen]] am Hinterkopf aufwiesen, wegen der Altersstruktur der Gruppe wie auch wegen der nicht-rituellen [[Bestattung]] nimmt man an, dass die Täter die Gruppe wohl am Morgen oder aus dem Hinterhalt überfielen und die Opfer anschließend verscharrten. Weil Verletzungen am Hinterkopf überwogen und weil kein Skelett Parier- oder Abwehrverletzungen aufweist,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Armin Eich]], &amp;#039;&amp;#039;Die Söhne des Mars. Eine Geschichte des Krieges von der Steinzeit bis zum Ende der Antike.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-68229-2, S.&amp;amp;nbsp;25.&amp;lt;/ref&amp;gt; dürfte es von Seiten der Opfer keine starke Gegenwehr gegeben haben, sie dürften zumeist im Schlaf oder auf der Flucht erschlagen worden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fundberichte&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Massaker von Talheim wird von [[Jens Lüning]] als Beleg sozialer Spannungen gegen Ende der Bandkeramik angeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Lüning, „Grundlagen sesshaften Lebens“, in: Spuren der Jahrtausende. Katalog zur Ausstellung, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1337-2, S. 217–218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittels [[Isotopenuntersuchung|Isotopen-Analysen]] des [[Zahnschmelz]]es fand man heraus, dass die Toten zu drei Gruppen gehörten, von denen nur eine vor Ort heimisch war. Daher geht eine weitere Deutung davon aus, dass es sich aufgrund fehlender weiblicher Knochen aus dieser Gruppe der Überfallenen um einen steinzeitlichen Frauenraub gehandelt habe. Forscher um [[Alexander Bentley]] von der Universität von [[Durham]] und [[Joachim Wahl]] vom Landesamt für Denkmalpflege in Konstanz vermuten deshalb, „dass die Frauen bei dem Gemetzel von den Angreifern gezielt verschont und anschließend entführt worden waren. Warum sich allerdings noch weitere Menschen am Tatort aufhielten, ist noch immer unklar. Bei den Frauen, die den beiden anderen Gruppen angehörten, kannten die Angreifer jedenfalls keine Gnade: Sie wurden ebenfalls ermordet.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=T. Douglas Price, Joachim Wahl, R. Alexander Bentley |Titel=Isotopic evidence for mobility and group organization among Neolithic farmers at Talheim, Germany, 5000 BC |Hrsg= |Sammelwerk=European Journal of Archaeology |Band=9 |Nummer=2–3 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2006 |ISBN= |ISSN=1461-9571 |DOI=10.1177/1461957107086126 |Seiten=259–284 |Online=https://www.cambridge.org/core/journals/european-journal-of-archaeology/article/isotopic-evidence-for-mobility-and-group-organization-among-neolithic-farmers-at-talheim-germany-5000-bc/D91669D981DAB6903C9E99289ABAC6E2 |Abruf=2018-10-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Massaker von Talheim: Frauenraub in der Steinzeit |Online=http://www.spektrum.de/news/frauenraub-in-der-steinzeit/958066 |Abruf=2018-10-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Massaker von Talheim: Mordende Steinzeitmenschen wollten Frauen rauben |Sammelwerk=Spiegel Online |Datum=2008-06-03 |Online=http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/massaker-von-talheim-mordende-steinzeitmenschen-wollten-frauen-rauben-a-557225.html |Abruf=2018-10-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gundula Lidke: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Bedeutung von Gewalt und Aggression im Neolithikum Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung Norddeutschlands.&amp;#039;&amp;#039; Dissertationsschrift, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 2005 [https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/binary/KYQC5QZRC67H4SV6CLQW33VIQQPMDNB5/full/1.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstellung ==&lt;br /&gt;
Das Massaker von Talheim war im Herbst/Winter 2007/2008 Gegenstand der Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;Tatort Talheim&amp;#039;&amp;#039; im Archäologie-Museum der [[Städtische Museen Heilbronn|Städtischen Museen Heilbronn]] im [[Deutschhof (Heilbronn)|Deutschhof]], wo weiterhin Exponate zum Thema zu sehen sind. Die Wanderausstellung war außerdem vom 16. Februar bis 22. Juni 2008 im [[Neanderthalmuseum]] in [[Mettmann]], vom 28. Februar bis 10. Mai 2009 im [[Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg|Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg]] in [[Konstanz]] und vom 26. April 2011 bis 8. Januar 2012 im Museum der Varusschlacht in Kalkriese&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.kalkriese-varusschlacht.de/ |titel=VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land gGmbH - Museum und Park Kalkriese |zugriff=2018-10-05 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 2008 wurde bei der Fundstelle eine Informationstafel als Teil eines historischen Rundwanderwegs der Gemeinde Talheim enthüllt, die die Hintergründe des Fundes und den Fund selbst erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Andrea Zeeb-Lanz]], [[Fabian Haack]], [[Silja Bauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Menschenopfer – Zerstörungsrituale mit Kannibalismus – Schädelkult: Die aussergewöhnliche Bandkeramische Anlage von Herxheim in der Südpfalz.&amp;#039;&amp;#039; ([http://www.projekt-herxheim.de/pdf/Mitt_Hist_Ver_Pfalz_Herxheim_Zeeb_Haack_Bauer.pdf] auf projekt-herxheim.de)&lt;br /&gt;
* Thomas Link, Hans-Christoph Strien: &amp;#039;&amp;#039;Geophysikalische Prospektionen im Umfeld des altneolithischen Massengrabs von Talheim, Landkreis Heilbronn.&amp;#039;&amp;#039; In: Christhard Schrenk, Peter Wanner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;heilbronnica 6. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Heilbronn 22, Jahrbuch für schwäbisch-fränkische Geschichte 38, Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 2016 ([https://stadtarchiv.heilbronn.de/fileadmin/daten/stadtarchiv/online-publikationen/heilbronnica6/online-publikationen-31-qf22-02-link-strien-massengrab-talheim.pdf] auf stadtarchiv.heilbronn.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Talheim massacre|Massaker von Talheim}}&lt;br /&gt;
* [[Gesichtsrekonstruktion|Rekonstruiertes Gesicht]] eines in Talheim getöteten älteren Mannes ([https://www.talheim.de/ceasy/resource/?id=10] auf talheim.de)&lt;br /&gt;
* Das Talheimer Massengrab – ein einzigartiger Fund aus der Jungsteinzeit ([https://www.talheim.de/de/Unser-Talheim/Massengrab-aus-der-Jungsteinzeit] auf talheim.de)&lt;br /&gt;
* Gewalträtsel der Steinzeit: Mord am Neckar – Podcast von [[Geo Epoche]] ([https://plus.rtl.de/podcast/verbrechen-der-vergangenheit-5eyh7jmt2v3ee])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Massaker von Schletz]]&lt;br /&gt;
* [[Massaker von Kilianstädten]]&lt;br /&gt;
* [[Massaker von Halberstadt]]&lt;br /&gt;
* [[Massengrab von Wiederstedt]]&lt;br /&gt;
* [[Massaker von Koszyce]] ([[Kugelamphoren-Kultur]])&lt;br /&gt;
* [[Massaker von Potočani]] ([[Chalkolithikum|Kultur des Chalkolithikum]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=49/04/57.50/N |EW=09/11/09.75/E |type=landmark |region=DE-BW |dim=3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Prähistorisches Massaker|Talheim]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Talheim (Landkreis Heilbronn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundort der Linearbandkeramik|Talheim]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz im Landkreis Heilbronn|Talheim]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Prähistorisches Massengrab|Talheim]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Jungsteinzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jungsteinzeit (Mitteleuropa)]]&lt;/div&gt;</summary>
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