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	<title>Marwan Barghuthi - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:%E2%B5%93/ARreplace&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:ⵓ/ARreplace (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;⇄&lt;/a&gt;; •4 externe Links geändert• &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:%E2%B5%93/externalURLform&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:ⵓ/externalURLform (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;🌐︎&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Marwan Barghouti.jpg|miniatur|hochkant|Marwan Barghuthi (um 2000)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marwan Barghuthi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|مروان البرغوثي|d=Marwān al-Barġūṯī}}, [[Palästinensisch-Arabisch|palästinensisch-arabisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Marwān il-Barghūthi&amp;#039;&amp;#039;, häufig &amp;#039;&amp;#039;Barghuti&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Barghouti&amp;#039;&amp;#039; geschrieben; * [[6. Juni]] [[1959]] in [[Kobar]] bei [[Ramallah]]) ist ein [[Palästinenser|palästinensischer]] [[Politiker]] und Führer der [[Palestinian National and Islamic Forces]]. Seit 2004 verbüßt er fünf [[lebenslange Freiheitsstrafe|lebenslange]] Haftstrafen plus 40 Jahre in einem israelischen Gefängnis, nachdem die israelischen Behörden ihn während der zweimonatigen Militäroperation im Jahr 2002, während der [[Zweite Intifada|Zweiten Intifada]] im besetzten Westjordanland, festgenommen und inhaftiert haben. Barghuthi lehnte es ab, sich gegen die Anschuldigungen und Beweise zu verteidigen, die auf Geständnissen beruhten, die unter Folter und Misshandlung erpresst worden seien. Er argumentierte, dass Israel nicht befugt sei, ihn als Beamten der [[Palästinensische Autonomiebehörde|Palästinensischen Autonomiebehörde]], die auf das [[Oslo-Friedensprozess|Oslo-Abkommen]] zurückging, zu verurteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Passing the Qalandia Checkpoint, Ramallah.jpeg|miniatur|Blick auf die [[Israelische Sperranlagen (Westjordanland)|Israelische Sperranlage]] des [[Qalandia]]-Checkpoints von der palästinensischen Seite, wichtigster Verbindungspunkt zwischen den Sektoren Westjordanland und Jerusalem, mit Mauer-Graffiti zugunsten der Befreiung Palästinas und einer Hommage an Jassir Arafat und Marwan Barghouti]]&lt;br /&gt;
Marwan Barghuthi stammt aus der im Westjordanland bekannten und politisch aktiven Barghuthi-Familie. Im Alter von 15 Jahren trat Barghuthi der [[Fatah]] bei, die 1969 unter Führung von [[Jassir Arafat]] die Vorherrschaft im antiisraelischen Dachverband der [[Palästinensische Befreiungsorganisation|Palästinensischen Befreiungsorganisation]] (PLO), übernommen hatte. Er studierte an der [[Universität Bir Zait]] im [[Westjordanland]], an der er seinen Abschluss als [[Master]] im Fach [[Internationale Beziehungen]] machte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.aljazeerah.info/News%20archives/2002%20News%20archives/August%202002%20News%20Items/Who%20is%20Marwan%20Al-Barghuthi.htm |sprache=englisch |titel=Profile: Marwan Barghouti |werk=Al-Jazeerah |zugriff=16. Oktober 2009 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20110514105932/http://www.aljazeerah.info/News%20archives/2002%20News%20archives/August%202002%20News%20Items/Who%20is%20Marwan%20Al-Barghuthi.htm |archiv-datum=2011-05-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Barghuthi war vier Jahre lang Präsident des Studentenrats und sorgte für die Vernetzung mit anderen Universitäten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.munzinger.de/search/go/document.jsp?id=00000023829 Marwan Barghuthi im Munzinger-Archiv]&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Politikumstudium zog sich wegen verschiedener Gefängnisaufenthalte hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Barghuthi heiratete 1984 eine Studienkollegin. Das Paar hat eine Tochter, Ruba (1986), und drei Söhne, Qassam (1985), Sharaf (1989) und Arab (1990). Daher ist Marwan Barghuthi auch als [[Abu (Beiname)|Abu]] Qassam und Abu Al-Qassam bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits während der [[Erste Intifada|Ersten Intifada]] trat Barghuthi als einer der militärischen Führer der Palästinenser im Westjordanland auf. 1987 wurde er deswegen von Israel verhaftet und nach [[Jordanien]] deportiert, von wo er erst nach Abschluss des [[Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung|Oslo-Abkommens]] 1994 zurückkehren konnte. Der [[Oslo-Friedensprozess]] (1993 und 1995) sah einen palästinensischen Staat an der Seite Israels vor, den die von der PLO kontrollierte Palästinensische Autonomiebehörde regieren sollte. In der Folge setzte er sich für den Friedensprozess und die Etablierung eines palästinensischen Staats ein. 1996 wurde er in den [[Palästinensischer Legislativrat|Palästinensischen Legislativrat]] gewählt, in dem er in Opposition zu Jassir Arafats Regierung stand. So kritisierte er Korruption und Menschenrechtsverletzungen durch die Autonomiebehörde, war aber als Generalsekretär der Fatah im Westjordanland weiterhin einer der wichtigsten Funktionäre der PLO. Nach dem Scheitern von [[Camp David II]] im Jahr 2000 zeigte sich Barghuthi desillusioniert und sagte eine erneute Intifada voraus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbc&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-13628771|titel=Profile: Marwan Barghouti|datum=2011-06-02|zugriff=2014-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kommandeur der [[Fatah Tanzim|Tanzim]]-Miliz im Westjordanland zählte er dann auch zu den Anführern der Zweiten Intifada. Er forderte ein Ende der Besetzung des Westjordanlandes und des [[Gazastreifen]]s durch [[Israel]] und billigte zu diesem Zweck auch das Vorgehen der militanten [[al-Aqsa-Märtyrerbrigaden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Die gefesselten Hände über dem Kopf&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Uri Avnery]] |url=https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-gefesselten-hande-uber-dem-kopf |titel=Die gefesselten Hände über dem Kopf |werk=[[Der Freitag]] |datum=2007-09-28 |zugriff=2009-10-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrmals führte Barghuthi Demonstrationsmärsche zu israelischen Checkpoints an, die teils gewaltvoll eskalierten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbc&amp;quot; /&amp;gt; Israel beschuldigte Barghuthi mehrmals, Mitglied der al-Aqsa-Brigaden zu sein, was dieser abstritt. Auch lehne er Gewalttaten gegen israelische Zivilisten, wie von den al-Aqsa-Brigaden begangen, ab. Jedoch riefen ebenjene Brigaden ihn 2002 zu ihrem Anführer aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bbc&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Israel verübte 2001 ein Attentat auf Marwan Barghuthi, das ihn nur knapp verfehlte und seinen Leibwächter tötete.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Muriel Asseburg]]: &amp;#039;&amp;#039;Palästina und die Palästinenser. Eine Geschichte von der Nakba bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77477-5. S. 172.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jean Shaoul: [https://www.wsws.org/de/articles/2023/11/30/8a6e-n30.html &amp;#039;&amp;#039;Marwan Barghouti, Israels bekanntester palästinensischer Gefangener&amp;#039;&amp;#039;], [[Internationales Komitee der Vierten Internationale|WSWS]], 1. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhaftung und Prozess ===&lt;br /&gt;
[[Datei:חומת מגן 27.jpg|miniatur|Marwan Barghuthi während der Verhaftung durch die Armee Israels in Ramallah]]&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Operation Schutzschild]] verhaftete ihn die Armee nach längerer Suche am 15. April 2002 in Ramallah. Er wurde nach Israel gebracht und einen Monat lang in Einzelhaft gehalten, ohne Rechtsbeistand verhört und dabei – nach eigenen Angaben – gefoltert (Schlafentzug, schmerzhafte Fesselungen (Shabeh), Todesdrohungen). Erst danach durfte er Besuch von seiner Frau und seinem Anwalt erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen des international Aufsehen erregenden Falles beschloss die Anklage, das Verfahren wegen der Verwicklung in tödliche Terroranschläge nicht vor einem eigentlich für Palästinenser zuständigen [[Militärgericht]], sondern vor dem zivilen Bezirksgericht Tel Aviv zu verhandeln, weil Militärgerichte abseits der Öffentlichkeit verhandeln.&amp;lt;ref&amp;gt;John Kifner: [https://www.nytimes.com/2002/07/12/world/israel-plans-publicized-trial-of-emerging-palestinian-figure.html &amp;#039;&amp;#039;Israel Plans Publicized Trial Of Emerging Palestinian Figure&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[The New York Times]]&amp;#039;&amp;#039;, 12. Juli 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Vorgehen war problematisch, da die [[4. Genfer Konvention]] Prozesse außerhalb der besetzten Gebiete verbietet. Daher bekämpfte Barghuthi diese Entscheidung mit Hilfe mehrerer Anwälte und berief sich auch auf seinen [[Diplomatenstatus]] und die Tatsache, dass er aus der Jurisdiktion der Palästinensischen Autonomiebehörde verbracht worden war. Nachdem dieser Beschwerde am 19. Januar 2003 nicht stattgegeben worden war, zog er seine Verteidiger zurück und beschloss, den Prozess zu boykottieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den eigentlichen Prozess lehnte er auch den gestellten [[Pflichtverteidiger]] ab und verbot ihm, ihn zu vertreten. Er bestritt sowohl die Anklage als auch die Rechtmäßigkeit des Verfahrens und weigerte sich, den Gerichtshof als solchen anzuerkennen. Sowohl sein Anwalt, dessen Anwesenheit im Zuschauerraum vom Gericht vorgeschrieben wurde, als auch der Angeklagte blieben den Rest des Prozesses passiv und stellten den etwa 100 Zeugen der Anklage keine einzige Frage. Nur am 29. September sprach Barghuthi in seinem Abschlussplädoyer eine Stunde lang, bezog sich jedoch nicht auf die Anklagepunkte, sondern wiederholte nur seine Ablehnung des gesamten „politisch motivierten“ Verfahrens.&amp;lt;ref&amp;gt;Simon Foreman: [https://www.ipu.org/hr-e/174/report.htm &amp;#039;&amp;#039;The trial of Mr. Marwan Barghouti&amp;#039;&amp;#039;], Inter-Parliamentary Union.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst sieben Monate später, am 20. Mai 2004, wurde er vom Gericht schuldig gesprochen und am 6. Juni 2004, seinem 45. Geburtstag, zu fünfmal lebenslänglich und 40 Jahren Gefängnis verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Daniel Vischer]] |url=https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20043816 |titel=Freiheit für Marwan Barghouti |hrsg=Schweizerische Parlamentsdienste |datum=2004-12-17 |zugriff=2025-06-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;SZ 20.05.04&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.sueddeutsche.de/politik/israel-barghuthi-in-mordprozess-schuldig-gesprochen-1.843976 |titel=Barghuthi in Mordprozess schuldig gesprochen |werk=Süddeutsche Zeitung |datum=20. Mai 2004 |zugriff=17. Oktober 2009 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20140903075559/http://www.sueddeutsche.de/politik/israel-barghuthi-in-mordprozess-schuldig-gesprochen-1.843976 |archiv-datum=2014-09-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es sah es als erwiesen an, dass Barghuthi in mehrere Anschläge verwickelt war, in eine Attacke in [[Maʿale Adummim]] 2001, bei der ein griechischer Mönch starb, sowie Anschläge im Jahr 2002 auf eine Tankstelle, ein Restaurant und einen Autobombenanschlag in Jerusalem, bei denen vier Israelis ums Leben kamen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.haaretz.com/news/court-sentences-marwan-barghouti-to-five-life-terms-1.124430 |titel=Court sentences Marwan Barghouti to five life terms |autor=Zvi Harel und Assaf Bergerfreund |werk=[[Haaretz]] |datum=2004-06-04|zugriff=2014-08-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aktivitäten im Gefängnis ===&lt;br /&gt;
Barghuthi überlegte, Nachfolger von Jassir Arafat zu werden und aus dem Gefängnis heraus für die Präsidentschaft zu kandidieren. Ihm wurden gute Chancen eingeräumt, die Wahl zu gewinnen, denn sowohl die breite Bevölkerung als auch radikalislamistische Palästinenser hätten Barghuti nach Einschätzung von Experten unterstützt. Der als charismatisch angesehene Barghuti hatte in der Bevölkerung einen starken Rückhalt; besonders bei jungen Menschen war er beliebt. Auf Druck seiner Fatah-Bewegung verzichtete er aber auf die Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl. Die Fatah hatte bereits den als gemäßigt geltenden früheren Ministerpräsidenten [[Mahmud Abbas]] als Kandidaten gekürt, der Arafat als Chef der PLO gefolgt ist und von den Vereinigten Staaten gestützt wird. Barghuthi unterstützte nun Abbas, hieß es in Presseberichten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Die gefesselten Hände über dem Kopf&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fr.de/politik/umstritten-11730098.html |titel=Porträt: Marwan Barghouti |werk=Frankfurter Rundschau |abruf=2009-10-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist Mitautor des 2006 publizierten &amp;#039;&amp;#039;[[Gefangenenpapier]]s&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marwan Barghuthi gilt in Ramallah als Schlüsselfigur sowohl im Konflikt zwischen den beiden verfeindeten Palästinenserorganisationen Fatah und [[Hamas]] wie auch im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Die gefesselten Hände über dem Kopf&amp;quot; /&amp;gt; Laut Umfragen von 2012 hätte er bei Präsidentenwahlen leicht jeden Hamas-Kandidaten schlagen können, egal ob er für die Fatah oder als Unabhängiger angetreten wäre. Politische Kommentatoren sahen ihn daher als logischen Nachfolger Abbas’.&amp;lt;ref&amp;gt;Avi Issacharoff: [http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/why-is-israel-ignoring-the-next-palestinian-president.premium-1.490203 &amp;#039;&amp;#039;Why is Israel ignoring the next Palestinian president?&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Haaretz]]&amp;#039;&amp;#039;, 26. Dezember 2012, abgerufen am 25. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 2009 wurde er in das Zentralkomitee der Fatah gewählt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SZ_11.08.09&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Deutsche Presse-Agentur]] |url=http://www.sueddeutsche.de/politik/283/483726/text/ |titel=Fatah leitet Verjüngungskur ein |werk=[[Süddeutsche Zeitung]] |datum=2009-08-11 |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20091115203050/http://www.sueddeutsche.de/politik/283/483726/text/ |abruf=2009-10-16|archiv-datum=2009-11-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende März 2012 rief Barghuthi anlässlich des [[Tag des Bodens|„Tages des Bodens“]] völlig überraschend zum Abbruch der Kooperation mit Israel auf. Er forderte einen Warenboykott und den Abbruch aller Verhandlungen der Autonomiebehörde mit Israel. In Anbetracht der verstärkten [[Israelische Siedlung|Siedlungsaktivitäten]] hätten die Palästinenser das „Recht auf alle Mittel des Widerstandes gegen die Besatzung“. Weiters rief er die Autonomiebehörde zu verstärkten diplomatischen Aktivitäten bei den Vereinten Nationen auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/barghouti-calls-on-palestinians-to-launch-popular-resistance-against-israel-1.420954 &amp;#039;&amp;#039;Barghouti calls on Palestinians to launch popular resistance against Israel.&amp;#039;&amp;#039;] Ha-Aretz am 27. März 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach diesem Aufruf kam er in [[Einzelhaft]] und bekam Besuchsverbot.&amp;lt;ref&amp;gt;Jack Khoury, Avi Issacharoff: [http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/marwan-barghouti-placed-in-solitary-confinement-in-israel-jail-after-call-for-popular-uprising-1.421998 &amp;#039;&amp;#039;Marwan Barghouti placed in solitary confinement in Israel jail after call for popular uprising.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Haaretz&amp;#039;&amp;#039;, 1. April 2012, abgerufen am 26. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee, Barghuti den Weg zur palästinensischen Präsidentschaft freizumachen, bestand mehrfach. 2013 unterzeichneten acht Friedensnobelpreisträger auf der südafrikanischen Gefängnisinsel [[Robben Island]], dem berüchtigtsten Gefängnis Südafrikas für politische Häftlinge, wo [[Nelson Mandela]], [[Walter Sisulu]], [[Ahmed Kathrada]] und [[Robert Sobukwe]] in Einzelhaft gehalten wurden, eine Erklärung, in der seine Freilassung gefordert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Oliver Eberhardt |url=https://www.nd-aktuell.de/artikel/1177499.israel-palaestina-gaza-verloren-zwischen-den-fronten.html |titel=Gaza: Verloren zwischen den Fronten. Fatah, Technokraten-Regierung, arabische Schirmherrschaft: Planspiele zur Zukunft von Gaza |werk=nd-aktuell.de |datum= |sprache=de |abruf=2023-11-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2021 kündigten Barghuthi und Nasser al-Kidwa überraschend an, mit einer gemeinsamen Liste bei den für Mai geplanten, dann aber kurzfristig verschobenen, Wahlen anzutreten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/wahlen-palaestinenser-wahl-wird-kurzfristig-verschoben-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210430-99-410354 |titel=Palästinenser-Wahl wird kurzfristig verschoben |werk=Süddeutsche Zeitung |datum=2021-04-30 |abruf=2025-06-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Barghuthi bisher trotz langer Haft nicht vergessen wurde, verdankt er seiner Frau Fadwa, die als Anwältin hauptberuflich für seine Freilassung kämpft. 2024 wurde beim Nahostkonflikt Barghuthi vielfach genannt, um den Frieden im Rahmen einer Zweistaatenlösung voranzutreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gefangenenaustauschversuche 2009 und 2023–2025 ===&lt;br /&gt;
Ende November 2009 wurde bekannt, dass Marwan Barghuthi auf der Liste jener Gefangenen stand, die im Zuge eines zukünftigen Gefangenenaustausches für den israelischen Soldaten [[Gilad Schalit]] freikommen sollen, weil er sich im Gefängnis immer wieder für die Versöhnung mit der Hamas ausgesprochen hat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.haaretz.com/hasen/spages/1130775.html | wayback=20091128112648 | text=Archivierte Kopie}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Israel hat sich jedoch in allen Verhandlungen immer gegen seine Freilassung ausgesprochen, was mit ein Grund für das jahrelange Nichtzustandekommen eines Abkommens war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Chaim Lewinson |url=https://www.haaretz.com/2011-10-11/ty-article/gilad-shalit-swap-deal-the-hamas-wish-list-of-prisoners/0000017f-e0cd-d7b2-a77f-e3cfbf8a0000 |titel=Gilad Shalit Swap Deal The Hamas Wish List of Prisoners |werk=Haaretz |datum=2011-10-11 |abruf=2025-06-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als dann am 11. Oktober 2011 eine Vereinbarung über den Gefangenenaustausch geschlossen wurde, gehörte er nicht zu den Freizulassenden. In diesem Punkt musste die inzwischen geschwächte Hamas ihre Forderungen stutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/hamas-shalit-deal-would-have-failed-had-we-insisted-on-top-palestinian-prisoners-1.389707 Hamas: Shalit deal would have failed …], [[Haaretz]], 13. Oktober 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Fatah konnte nicht daran interessiert sein, dass die Hamas die Lorbeeren für seine Freilassung erntete.&amp;lt;ref&amp;gt;Reuters: [http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/questions-remain-over-fate-of-imprisoned-palestinian-leader-1.389652 &amp;#039;&amp;#039;Questions remain over fate of imprisoned Palestinian leader&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Haaretz]]&amp;#039;&amp;#039;, 13. Oktober 2011, abgerufen am 26. Juni 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Gefangenenaustauschverhandlungen im [[Krieg in Israel und Gaza seit 2023]] zwischen Israel und der Hamas war eine wiederholte Forderung die Freilassung wichtiger verbündeter Anführer der Palästinenser. Dazu gehörte die Freilassung von Marwan Barghuthi (Zentralkomitee der Fatah) und [[Ahmad Sa&amp;#039;adat]] (Generalsekretär der [[Volksfront zur Befreiung Palästinas]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Abdelraouf Arnaout |datum=2023-12-21 |titel=Hamas demands release of 3 top Palestinian leaders in any hostage deal with Israel: Report |url=https://www.aa.com.tr/en/middle-east/hamas-demands-release-of-3-top-palestinian-leaders-in-any-hostage-deal-with-israel-report/3088889 |abruf=2024-09-28 |werk=[[Anadolu Ajansı]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass die Hamas darauf bestand, zwei prominente Nicht-Hamas-Persönlichkeiten auf die Liste zu setzen, spiegelte ihre strategischen Überlegungen hinsichtlich der Nachkriegszeit und ihrer Beziehungen zur Fatah und anderen palästinensischen Gruppierungen wider.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Einav Halab |url=https://www.ynetnews.com/article/bykadherkx |titel=As part of hostage deal, Hamas demands release of Israel’s most notorious prisoners |werk=[[Ynet]] |datum=2024-12-18 |abruf=2025-06-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 2025 weigerte sich [[Netanjahu]], ihn freizulassen. Es wird vermutet, dass Netanjahus Weigerung sowohl auf innenpolitische Bedenken als auch auf Bedenken hinsichtlich der Popularität des Gefangenen als palästinensische politische Persönlichkeit zurückzuführen sei. Für die Freilassung hatte sich auch [[Ronald Lauder]], Präsident des [[World Jewish Congress]], eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.timesofisrael.com/us-jewish-community-leader-lobbied-for-prominent-palestinian-prisoner-barghoutis-release/ |titel=US Jewish community leader lobbied for prominent Palestinian prisoner Barghouti’s release |werk=timesofisrael.com |datum=2025-10-12 |abruf=2025-10-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorfälle während der Haft ===&lt;br /&gt;
==== Besuch durch Itamar Ben Gvir im Hochsicherheitsgefängnis ====&lt;br /&gt;
[[Itamar Ben-Gvir]], rechtsextremer israelischer Sicherheitsminister, besuchte Barghuthi im August 2025 in einem Hochsicherheitsgefängnis. Gvir veröffentlichte ein 13-Sekunden-Video auf seinem Telegram-Kanal davon. Barghuthi wirkt im Video blass, schwach und seine Arme sind vor ihm zusammengebunden. Gvir droht Barghouti „Wer das Volk Israels schädigt, Kinder tötet oder Frauen angreift, den werden wir auslöschen“. Als Barghouti versucht, etwas zu sagen, wird er von Gvir unterbrochen „Nein, du musst das wissen, durch alle Zeiten hinweg.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Beaumont |Titel=Far-right Israeli minister taunts jailed Palestinian leader in prison visit |Sammelwerk=The Guardian |Datum=2025-08-15 |ISSN=0261-3077 |Online=https://www.theguardian.com/world/2025/aug/15/far-right-israel-minister-itamar-ben-gvir-taunts-jailed-palestinian-leader-marwan-barghouti-in-prison-visit |Abruf=2025-11-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Vorwurf der schweren Misshandlung 2025 ====&lt;br /&gt;
Im Oktober 2025 teilte sein Sohn Arab mit, dass Barghouti beim Transfer zwischen den Gefängnissen Ganot and Megiddo am 14. September 2025 von mehreren Gefängniswärtern massiv angegriffen worden sei und er um das Leben seines Vaters fürchte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.theguardian.com/world/2025/oct/15/palestinian-leader-marwan-barghouti-assaulted-by-israeli-prison-guards-son-says |titel=Palestinian leader Marwan Barghouti assaulted by Israeli prison guards, son says |werk=[[The Guardian]] |datum=2025-10-15 |zugriff=2025-10-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
[[Nazih Musharbash]] verglich die Bedeutung Barghutis für die Palästinenser mit der [[Nelson Mandela]]s für [[Südafrika]]. Eine Freilassung Barghutis durch Israel sei ein „Garant für den Frieden“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Tilo Jung]] |url=https://jung-naiv.podigee.io/922-nazih-musharbash-prasident-der-deutsch-palastinensischen-gesellschaft-gaza-hamas-israel-juden-frieden-krieg-volkerrecht |titel=#677 - Nazih Musharbash, Präsident der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft |werk=[[Jung &amp;amp; Naiv]] |datum=2023-12-13 |sprache=de |abruf=2023-12-19 |kommentar=Ab 3:11 Std. (192. Minute)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Bezug auf eine Erhebung des &amp;#039;&amp;#039;Palestinian Center for Policy and Survey Research&amp;#039;&amp;#039;, 2020 kommt [[Muriel Asseburg]] zum Ergebnis, dass Barghuti nach wie vor als aussichtsreiche, integere und einende Führungsperson gewertet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Muriel Asseburg |Titel=Palästina und die Palästinenser. Eine Geschichte von der Nakba bis zur Gegenwart |Auflage=6. |Verlag=C.H.Beck |Ort=München |Datum=2024 |ISBN=978-3406-83164-5 |Seiten=171-172, 349-350}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Marwan Barghouti|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{Munzinger|00000023829}}&lt;br /&gt;
* Christoph Dinkelaker: {{Webarchiv | url=http://www.zenithonline.de/deutsch/koepfe//artikel/volkstribun-hinter-gittern-003738/ | archive-is=20130726122944 | text=„Volkstribun hinter Gittern“: Porträt von Marwan Barghouti}}, [[Zenith (Magazin)|Zenith]]online&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=142946362|LCCN=nr97020258|VIAF=102425389}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Barghuthi, Marwan}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (Palästina)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fatah-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Nahostkonflikt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Palästinenser]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1959]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Barghuthi, Marwan&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Barghouti, Marwan&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=palästinensischer Politiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=6. Juni 1959&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Ramallah]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ⵓ</name></author>
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