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	<title>Martin Rosebery d’Arguto - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T17:39:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Martin_Rosebery_d%E2%80%99Arguto&amp;diff=1113412&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;OTFW am 7. November 2025 um 17:21 Uhr</title>
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		<updated>2025-11-07T17:21:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Martin Rosebery d’Arguto&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Pseudonym für &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mosche Rosenberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Martin Rozenberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; * {{JULGREGDATUM|24|12|1890|Link=1}} in [[Szreńsk]]; † nach Dokumentenlage vermutlich Oktober 1942 zwischen [[Dachau]] und [[Auschwitz-Birkenau]]) war ein [[Stimmbildung|Stimmbildner]], [[Gesangspädagogik|Gesangspädagoge]], [[Chorleitung|Chorleiter]], [[Dirigent]] und [[Komponist]], der vor allem für seine Beiträge zur [[Arbeiterlied|Arbeitermusikbewegung]] bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolperstein Rankestr 28 (Charl) Martin Rosenberg.jpg|mini|[[Stolperstein]] am Haus, Rankestraße 28, in [[Berlin-Charlottenburg]]]]&lt;br /&gt;
Martin Rosebery d’Arguto wurde 1890 als zweites von sieben Kindern eines Getreidehändlers in Schrensk im von Russland okkupierten Teil Polens unter dem Namen Mosche Rosenberg geboren. Er entwickelte künstlerisches Talent und politisches Interesse. Nachdem er sich 1905 in Warschau der polnischen Unabhängigkeitsbewegung angeschlossen hatte, weshalb er von der russischen Polizei verfolgt wurde, floh er wenig später nach Österreich, um weiterer Verfolgung zu entgehen. In Wien und danach Italien studierte er Musik&amp;lt;ref&amp;gt;{{LexMusikNS|00002233|Autor=Juliane Brauer}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurde schließlich habilitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang der 1920er Jahre ging Rosebery d’Arguto nach [[Deutschland]]. In [[Berlin-Neukölln]] übernahm er einen seit 1890 bestehenden gemischten [[Chor (Musik)|Chor]] der [[Deutscher Arbeiter-Sängerbund|Arbeitersängerbewegung]] und gestaltete diesen in einen Gesangsverein mit hohem musikalischen Anspruch um. Die sich bald „Gesangsgemeinschaft Rosebery d’Arguto“ nennende Vereinigung spezialisierte sich in den Folgejahren auf die pädagogische Arbeit und verhalf Arbeiterkindern zu einer musischen Ausbildung. Die nach ihm benannte Gesangsgemeinschaft positionierte sich weder explizit sozialdemokratisch noch kommunistisch, wohl aber politisch eindeutig links. Statt der immer gleichen Heimatlieder komponierte er, der selbst zeitweilig SPD-Mitglied war, viele eigene Werke und erreichte mit diesen Hunderte Menschen, vor allem Arbeiterkinder. Mit seinen großen Vokalwerken schuf er ein Gemeinschaftserleben, das sich von den zeitgenössischen Grabenkämpfen der Linken abhob.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Wegner: Arbeitermusik: Versuch einer Gegenhegemonie, in: Marcel Bois, Bernd Hüttner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte einer pluralen Linken.&amp;#039;&amp;#039; Heft 1, Papers, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 2010, S. 51–54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Repressionen gegen die Arbeitermusikbewegung nach 1933 geriet auch der von den Nationalsozialisten abschätzig als „Martin Rozenberg“ bezeichnete Jude immer stärker in Bedrängnis. Es folgten Auftrittsverbote des Chores unter seiner Leitung und schließlich Berufsverbot. 1939, kurz vor dem [[Überfall auf Polen|deutschen Überfall auf Polen]], verließ Rosebery d’Arguto Deutschland, kehrte aber wenig später wegen wichtiger Erledigungen nach [[Berlin]] zurück. Dort wurde er sofort von der [[Gestapo]] verhaftet und am 13. September 1939 in das [[Konzentrationslager Sachsenhausen]] bei [[Oranienburg]] deportiert. In Sachsenhausen baute er heimlich in &amp;#039;&amp;#039;Block 37&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;38&amp;#039;&amp;#039; einen Chor der jüdischen Gefangenen auf und versuchte seine Arbeit fortzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. Oktober 1942 wurde er ins [[KZ Dachau]] verlegt. Einem Befehl Hitlers aus demselben Jahr nachkommend, wonach sämtliche noch im Reich befindliche Juden nach [[Auschwitz-Birkenau]] zu deportieren seien, wurde auch Rosebery d’Arguto am 19. Oktober 1942 in einen Zug Richtung Vernichtungslager verbracht. Ob er unterwegs starb oder unmittelbar nach Ankunft getötet wurde, ist unklar, da sich sein Name in keiner Auschwitz-Lagerliste findet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Konopatsch |Titel=Martin Rosebery d’Arguto. Dirigent von Arbeiterchören, Stimmbildner, Gesangsreformer |Reihe=Jüdische Miniaturen |BandReihe=Band 283 |HrsgReihe=Hermann Simon |Verlag=Hentrich &amp;amp; Hentrich |Auflage=1 |Ort=Berlin, Leipzig |Datum=2021 |ISBN=978-3-95565-459-7 |Kapitel=Die Spur verliert sich |Seiten=74–77}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Martin Rosebery d’Arguto ist heute fast völlig vergessen. Dies kann als ein Ergebnis der nationalsozialistischen Politik angesehen werden. So wurden sämtliche Dokumente Rosebery d’Argutos, darunter auch Aufzeichnungen für eine geplante Veröffentlichung zum Thema Musikpädagogik sowie Kompositionen von den Behörden planmäßig vernichtet. In einem Keller versteckte weitere Dokumente fielen einem Bombenangriff zum Opfer. Zeitgenössische Zeitungsartikel und vor allem Äußerungen von Mitgliedern der Gesangsgemeinschaft und anderen Zeitgenossen deuten allerdings auf eine große Bedeutung Rosebery d’Argutos hin. Insbesondere seine musikpädagogischen Ansätze galten seinerzeit als modern und bahnbrechend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosebery d’Arguto verfasste auch eine Reihe von Kompositionen, vorwiegend Chorwerke, von großer Qualität. Hier stechen vor allem die &amp;#039;&amp;#039;Absoluten Sinfonischen Gesänge&amp;#039;&amp;#039; hervor, in der er die [[menschliche Stimme]] wie ein [[Musikinstrument|Instrument]] behandelte und auf Worte verzichtete. Überliefert sind zudem einige Kompositionen aus seiner Gefangenschaft in Sachsenhausen. Bekannt wurde vor allem der &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Todessang&amp;#039;&amp;#039; (1942), den sein überlebender Mithäftling [[Aleksander Kulisiewicz]] nach dem Krieg bei Konzerten als Sänger oft aufgeführt hat. Diesen singen heute nur noch wenige Menschen auf der Welt, darunter der Jiddisch-Bühneninterpret [[Daniel Kempin]]: „Zwei Menschen auf der Welt singen dieses Lied noch – einer davon bin ich“.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Höhner: &amp;#039;&amp;#039;Mit dem moralischen Zeigefinger. Mazl un Shlamazl: Daniel Kempin singt jiddische Lieder vom Glück und Unglück.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Westdeutsche Zeitung,&amp;#039;&amp;#039; 11. November 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dokumente zu Martin Rosebery d’Arguto und der gleichnamigen Gesangsgemeinschaft finden sich vor allem im Arbeiterliedarchiv der [[Akademie der Künste (Berlin)]], wo eine eigene Sammlung für Rosebery d’Arguto existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darstellung Rosebery d&amp;#039;Argutos in der bildenden Kunst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Meidner]]: Rosebery d&amp;#039;Arguto (1920, Zeichnung)&amp;lt;ref&amp;gt;Abbildung in: Klaus Kändler u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Berliner Begegnungen. Ausländische Künstler in Berlin 1918 bis 1933.&amp;#039;&amp;#039;  Dietz Verlag, Berlin 1987, S. 340&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedenken ==&lt;br /&gt;
Am 29. Oktober 2025 wurde vor seinem ehemaligen Wohnort, [[Berlin-Charlottenburg]], Rankestraße 28, ein [[Stolperstein]] verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Adolf Knoblauch: &amp;#039;&amp;#039;Gesangs-Gemeinschaft Rosebery d&amp;#039;Arguto.&amp;#039;&amp;#039; In: Der Sturm. Monatsschrift für Kultur und die Künste, Berlin, 15/1924&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/sturm1924/0259/image,info |titel=Der Sturm: Monatsschrift für Kultur und die Künste (15.1924) |sprache=de |abruf=2023-07-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Digitalisat)&lt;br /&gt;
* Peter Andert: &amp;#039;&amp;#039;Rosebery d’Arguto: Versuche zur Erneuerung des proletarischen Chorgesangs&amp;#039;&amp;#039;. In: Klaus Kändler, Helga Karolewski, Ilse Siebert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Berliner Begegnungen. Ausländische Künstler in Berlin 1918 bis 1933. Aufsätze – Bilder – Dokumente&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der DDR für Deutsche Kunst und Literatur des 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;). Dietz, Berlin 1987, ISBN 3-320-00836-6, S. 340–345&lt;br /&gt;
* H. Duncker: &amp;#039;&amp;#039;Rosebery d’Arguto: Seine kulturgeschichtliche Tat.&amp;#039;&amp;#039; In: Internationale Reformzeitschrift für Musik. Mai/Juni 1923, Nr. 7/8, Sonderheft: Rosebery d’Arguto (Wiedergabe in: Andert, s. a. o., S. 346–347)&lt;br /&gt;
* Aleksander Kulisiewicz: &amp;#039;&amp;#039;Adresse: Sachsenhausen. Literarische Momentaufnahmen aus dem KZ.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. v. Claudia Westermann. Aus dem Polnischen von [[Bettina Eberspächer]]. Bleicher, Gerlingen 1997, ISBN 3-88350-731-8.&lt;br /&gt;
* Jörn Wegner: &amp;#039;&amp;#039;Die Arbeitermusikbewegung im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Kulturation. Online-Journal für Kultur, Wissenschaft und Politik&amp;#039;&amp;#039; 2/2008 [http://www.kulturation.de/ki_1_text.php?id=43 (Web-Ressource)].&lt;br /&gt;
* [[Juliane Brauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Musikalische Gewalt und Über-Lebens-Mittel Musik. Jüdische Musiker im Konzentrationslager Sachsenhausen. Teil 2: „Ein Mensch mit großer Würde.“ Rosebery d&amp;#039;Arguto.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;musica reanimata-Mitteilungen,&amp;#039;&amp;#039; Nr. 64 (Januar 2008), S. 1–19.&lt;br /&gt;
* Peter Konopatsch: &amp;#039;&amp;#039;Martin Rosebery d’Arguto. Dirigent von Arbeiterchören, Stimmbildner, Gesangsreformer&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Miniaturen&amp;#039;&amp;#039;; Band 283). Hentrich &amp;amp; Hentrich Verlag, Berlin / Leipzig 2021, ISBN 978-3-95565-459-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{LexMusikNS|00002233|Autor=Juliane Brauer}}&lt;br /&gt;
* [https://archiv.adk.de/bigobjekt/4241 Sammlung Rosebery d&amp;#039;Arguto] im Archiv der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste, Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1159079773|LCCN=n96072911|VIAF=15525944}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Rosebery d Arguto, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komponist (Arbeiterlied)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Sachsenhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häftling im KZ Dachau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Todesopfer im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pole]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1890]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1942]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Rosebery d’Arguto, Martin&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Rosenberg, Mosche (Geburtsname); Rozenberg, Martin (NS-Spottname); Rosenberg, Martin Moszek (Häftlingsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=polnischer Stimmbildner, Gesangspädagoge, Chorleiter, Dirigent und Komponist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=24. Dezember 1890&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Szreńsk]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=Oktober 1942&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Auschwitz-Birkenau]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;OTFW</name></author>
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