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	<title>Martin R. Dean - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Martin_R._Dean&amp;diff=58252&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Prinzvonarabien: /* Autobiographische Werke */ es reicht wenn auf die Zitate mit Link verwiesen wird und hier nur die grundsätzliche Aussage aufgeführt wird.</title>
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		<updated>2026-02-05T12:28:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Autobiographische Werke: &lt;/span&gt; es reicht wenn auf die Zitate mit Link verwiesen wird und hier nur die grundsätzliche Aussage aufgeführt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Martin R. Dean.jpg|mini|Martin R. Dean]]&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Martin Ralph Dean&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Munzinger|00000022962|Abruf=2024-02-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (* [[17. Juli]] [[1955]] in [[Menziken]]) ist ein [[Schweiz]]er Gymnasiallehrer und [[Schriftsteller]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Martin R. Dean wuchs in [[Menziken]] im [[Kanton Aargau]] auf. Seine Mutter war Schweizerin, sein Vater stammte aus [[Trinidad und Tobago]]. Er besuchte die [[Alte Kantonsschule Aarau]] und studierte anschliessend an der [[Universität Basel]] Germanistik, Philosophie und Ethnologie. 1986 schloss er sein Studium mit einer Lizentiatsarbeit über [[Hans Henny Jahnn]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Perrudja]]&amp;#039;&amp;#039; ab. Er hielt sich längere Zeit in Italien am [[Istituto Svizzero di Roma]] und in Frankreich auf. 1992 war er &amp;#039;&amp;#039;Stadtbeobachter&amp;#039;&amp;#039; in [[Zug (Stadt)|Zug]]. Von 1992 bis 2020 unterrichtete er im Teilzeitpensum Deutsch am [[Gymnasium]] in [[Muttenz]] bei Basel. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit ist er auch als Kolumnist und Essayist u.&amp;amp;nbsp;a. für die [[Neue Zürcher Zeitung]], die [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]], [[WOZ Die Wochenzeitung]] und die [[Aargauer Zeitung]] tätig. Dean lebt seit 1976 in [[Basel]] und ist seit 1995 mit der Kulturwissenschaftlerin [[Silvia Henke]] verheiratet, mit der er eine Tochter hat. 2009 und 2020 erhielt er ein sechsmonatiges Atelierstipendium der [[Landis+Gyr]] Stiftung in [[London]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Die erste Veröffentlichung Deans, der 1982 im [[Carl Hanser Verlag]] erschienene Roman &amp;#039;&amp;#039;Die verborgenen Gärten&amp;#039;&amp;#039;, wurde von der Presse als «Überraschungscoup» beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Neidhart: &amp;#039;&amp;#039;Premiere eines neuen Autors.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Basler Zeitung]]. 27. März 1982.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schauplatz der Handlung ist eine alte, von einem labyrinthischen Garten umgebene Villa in Südfrankreich. In ihr verbringt der junge Manuel Kornell auf Einladung des sechzigjährigen, exzentrischen Millionärs Leo Brosamer ein Jahr als «Gardien». Als Gegenleistung verlangt Brosamer einen detaillierten Bericht über seinen Aufenthalt. Der Roman erzählt gleichzeitig eine Geschichte des [[Gartenbau]]s, während die Figuren in den Echoraum antiker [[Mythologie]]n ausgreifen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dean_KLG&amp;quot;&amp;gt;Rainer Landvogt, Axel Ruckaberle: &amp;#039;&amp;#039;Martin R. Dean – Essay.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.&amp;#039;&amp;#039; Edition text + kritik, München 15. Juni 2020, S. 2. ([http://www.nachschlage.net/search/document?index=mol-16&amp;amp;id=16000000094&amp;amp;type=text/html&amp;amp;query.key=rlhsa1n4&amp;amp;template=/publikationen/klg/document.jsp&amp;amp;preview= online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fünf lose miteinander verknüpfte Erzählungen entwerfen im 1984 erschienenen Werk &amp;#039;&amp;#039;Die Gefiederte Frau&amp;#039;&amp;#039; eine surreale Wirklichkeit. Ein Mann gerät im Zoologischen Garten in den Bann einer Frau, die zur «Geburtshelferin seiner Phantasie» wird. Doch in Wahrheit sind ihre verlockenden Gesten für einen Film gedacht, sind nichts anderes als einstudierte Reize, mit denen sie den Mann täuscht und enttäuscht. So entfalten alle Erzählungen ein Spiel der Obsessionen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Landvogt, Axel Ruckaberle: &amp;#039;&amp;#039;Martin R. Dean – Essay.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.&amp;#039;&amp;#039; Edition text + kritik, München 15. Juni 2020, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Geschichten zeugen von Bildphantasie und Fabulierlust.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 1988 veröffentlichte Roman &amp;#039;&amp;#039;Der Mann ohne Licht&amp;#039;&amp;#039; spielt mit Anleihen des [[Kriminalroman]]s. Im Zentrum steht der verstummte Schriftsteller Eugen Loder, der vom dreißigjährigen Journalisten Mario Dill für ein Interview aufgesucht wird. Nach seiner Abreise kommt Loder bei einem Feuer in seinem Haus um. Im nachgelassenen Manuskript, schlüpft Loder in die Rolle von Samuel Insull. «In ‹Der Mann ohne Licht› geht es um die materiellen Konsequenzen eines aufklärerischen Denkens, das zur technisch-instrumentellen Vernunft verkommen konnte.»&amp;lt;ref&amp;gt;Ralf Schnell: &amp;#039;&amp;#039;Birne mit Schatten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit&amp;#039;&amp;#039;. Nr. 39, 23. September 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Autobiographische Werke ===&lt;br /&gt;
Im autobiographischen Journal &amp;#039;&amp;#039;Ausser mir&amp;#039;&amp;#039; löst Dean das [[Narrativ (Sozialwissenschaften)|Narrativ]] des Romans weiter ins Essayistische, auf. Die einzelnen Kapitel des 1990 erschienenen Werks versammeln surrealistisch verrätselte Alltagsbeobachtungen über die Gesellschaft, sowie die [[Ästhetik]] des Schreibens und eine Spurensuche in die Karibik. «Denn das einzig noch mögliche Einende all dieser notierten Fragmente ist das Ich (des Schreibenden) – aber eben dies erweist sich immer wieder als das Fragwürdigste überhaupt.»&amp;lt;ref&amp;gt;Rainer Landvogt, Axel Ruckaberle: &amp;#039;&amp;#039;Martin R. Dean – Essay.&amp;#039;&amp;#039; In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.&amp;#039;&amp;#039; Edition text + kritik, München 15. Juni 2020, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 1994 erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;Der Guayanaknoten&amp;#039;&amp;#039; spaltet sich der Ich-Erzähler in Ralf und Daniel auf. Ralf lebt zurückgezogen in einer Basler Mansarde und schreibt an einem systematischen Grundlagenwerk über Knoten. Diese Geschichten drehen sich um seine multikulturelle Biographie und zeigen ihn als Kind einer Mutter mit norddeutschen Vorfahren und eines aus [[Trinidad und Tobago|Trinidad]] stammenden Vaters. Daniel ist ein nomadisierender, den erotischen Erlebnissen zugewandter [[Entfesselungskünstler]], der auf seinen Reisen durch Italien mit seiner Geliebten  widmet. Zuletzt treibt ihn seine Ich-Suche auf die «Vaterinsel» Trinidad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Die Ballade von Billie und Joe&amp;#039;&amp;#039;, 1997 veröffentlicht, ist ein [[Liebesroman]] und zugleich ein Roman über das [[Kino]], überlebensgrosse Gefühle und den Wunsch, die Leidenschaft in die [[Ewigkeit]] zu retten. Wie Filmsequenzen folgen die Erlebnismomente des Paares – der Mathematikstudentin Billie und des Italoschweizers Joe – aufeinander, wobei die Innen- und Aussensicht der Figuren changieren. Indem das Paar seine erotischen Ausbruchphantasien auslebt, jagt es einer unerfüllbaren Sehnsucht nach einer immerwährenden Liebesintensität hinterher. Auf einer wilden [[Roadmovie]]-Fahr durch Italien lernen sie den Filmproduzenten Morelli kennen, der ihnen die Wiedergeburt ihrer Liebe und Leidenschaft im und als Film anbietet. Während [[Barbara Sichtermann]] der filmischen Erzählweise eine besondere «poetische Energie» attestiert&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Sichtermann: &amp;#039;&amp;#039;Haar, Mund, hübsche Füsse.&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit.&amp;#039;&amp;#039; 20. März 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt;, beschreibt [[Peter Henning (Drehbuchautor)|Peter Henning]] den Roman als «ambitioniert missraten».&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Henning: &amp;#039;&amp;#039;An den Haaren herbeigezogen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Facts.&amp;#039;&amp;#039; 6. Februar 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wolfram Schütte]] dagegen lobt den Roman als gelungene Verbindung von Literatur und Kino.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfram Schütte: &amp;#039;&amp;#039;Die Wellen brechen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Rundschau.&amp;#039;&amp;#039; 19. März 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ein Buch des Übergangs und der Verwandlung präsentiert sich &amp;#039;&amp;#039;Monsieur Fume oder das Glück der Vergesslichkeit&amp;#039;&amp;#039;, erschienen 1998. Fume ist ein melancholischer Familienmensch, der, im Gegensatz zu den Figuren in Deans vorherigen Büchern, die Flucht in den Alltag antritt. Er ist Wolkenbeobachter, notiert das Flüchtige im [[Alltag]], schreibt fiktive Briefe an Adressaten in aller Welt, die er nie absendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Selbstfindung im Zeichen des Realismus ===&lt;br /&gt;
Mit dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Meine Väter&amp;#039;&amp;#039; tritt Dean 2003 in seine dritte, realistische Schaffensphase.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch: Mit Thomas Hettche, Matthias Politycki, Michael Schindhelm: &amp;#039;&amp;#039;Was soll der Roman. Manifest über einen relevanten Realismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit.&amp;#039;&amp;#039; 23. Juni 2005. ([https://www.zeit.de/2005/26/Debatte_1 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der vierzigjährige Basler Dramaturg Robert ist mit zwei Vätern aufgewachsen; sein leiblicher Vater Ray wie auch sein [[Stiefvater]] stammen beide aus [[Trinidad und Tobago|Trinidad]]. Ersterer aber wurde in der Familie totgeschwiegen. Um seine «Vaterlücke» zu schliessen, bricht Robert nach [[London]] auf. Er findet seinen Vater Ray nach einem [[Hirnschlag]] halbseitig gelähmt und stumm in einem Pflegeheim. Damit beginnt Roberts Suche nach seiner indischstämmigen Verwandtschaft in London wie auch in Trinidad, die ihn zurück in die [[Kolonialismus|koloniale]] Vergangenheit führt. Doch ereilt ihn ausgerechnet am Vorabend des örtlichen [[Karneval]]s eine [[Lebensmittelvergiftung]], die ihn ins Spital bringt. Pia Reinacher hat den Roman als «gewaltiges literarisches Projekt über Vatersuche und Vatermord, Identitätsverlust und Identitätskonstruktion durch den diffusen Schatten des Vaters» bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Pia Reinacher: &amp;#039;&amp;#039;Vatersprache, in Lügen erstickt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Allgemeine Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 13. August 2003. ([https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/vatersprache-in-luegen-erstickt-1120023.html online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Hartmut Buchholz sieht die Stärken des Romans in seiner «subtilen Komik» und vor allem im «Atmosphärischen»; Schwächen sieht er dagegen in der Konturierung der Figuren, der Dialogführung und den szenischen Zuspitzungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut Buchholz: &amp;#039;&amp;#039;Das Rätsel der Herkunft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Badische Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 21. Februar 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Selbstfindung]] steht auch im Mittelpunkt des 2011 veröffentlichten Romans &amp;#039;&amp;#039;Ein Koffer voller Wünsche&amp;#039;&amp;#039;. Filip Shiva Bellinger, Sohn einer Schweizer Arbeitertochter und eines indischen [[Guru]]s, soll sich mit Maia, einer Frau aus gut schweizerischem Haus vermählen. Um seinem Zögern Raum zu geben, reist er nach [[London]], wo er als Angestellter eines [[Reisebüro]]s Reisen in die [[Schweiz]] verkauft. Dieser Job öffnet ihm die Erinnerung an die Engstirnigkeit und den [[Rassismus]], den er als gemischtethnischer Junge in seiner Heimat erfahren hat. Ausdruck seiner instabilen [[Identität]] ist Filips Flunkerei; als «unzuverlässiger Erzähler» hat er immerzu das Bedürfnis, die Wirklichkeit mit seiner [[Kreativität]] verschönern zu müssen. [[Roman Bucheli]] findet den Roman angesiedelt auf dem «schmalen Grat zwischen Pathos und Parodie.»&amp;lt;ref&amp;gt;Roman Bucheli: &amp;#039;&amp;#039;Endstation Rosengarten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Zürcher Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 27. September 2011. ([https://www.nzz.ch/lesezeichen-1.12676018 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; «Die Stärke [...] ist seine intelligente Unterhaltsamkeit – eine gewisse Schwäche liegt in deren ungleicher Verteilung. Denn erst in der zweiten Romanhälfte schwingt sich das altbekannte Motiv der Schweizflucht zur wahren und verrückten Komödie auf.»&amp;lt;ref&amp;gt;Ursula März: &amp;#039;&amp;#039;Schweizflüchtling in London.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutschlandfunk Kultur.&amp;#039;&amp;#039; 24. Oktober 2011. ([https://www.deutschlandfunkkultur.de/schweizfluechtling-in-london.950.de.html?dram:article_id=140606 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lucas Brenner im 2014 erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;Das falsche Quartett&amp;#039;&amp;#039; ist ein leidenschaftlicher Lehrer. Besonders bemüht er sich um Nadia. Sein [[pädagogischer Eros]] aber wird von seiner Frau Lisa missdeutet. Deniz, der türkischstämmige Mitschüler von Nadia verliebt sich ebenfalls in sie. Schliesslich begeht Nadia einen Suizidversuch und wird in eine Klinik eingewiesen. Mit der (Klassen-)Lektüre von [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] &amp;#039;&amp;#039;[[Die Leiden des jungen Werthers|Werther]]&amp;#039;&amp;#039; und anderen Büchern will Brenner sie zu einer Reflexion über den Selbstmord führen. Als sie sich dennoch vor einen Zug wirft und stirbt, hängt er seinen Job an den Nagel und zieht sich in eine Berghütte im [[Kanton Tessin]] zurück. Der Roman ist «eine luzide Studie über Adoleszenz, jene biografische Etappe, in der die Nicht-mehr-Kinder und Noch-nicht-Erwachsenen um Identität und Selbstvergewisserung ringen – und mit ihren Dämonen kämpfen, nicht zuletzt mit dem Dämon erwachender Sexualität.»&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut Buchholz: &amp;#039;&amp;#039;Das Verschwinden der Jugend.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Badische Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 15. März 2014. ([https://www.badische-zeitung.de/das-verschwinden-der-jugend--81865410.html online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &amp;#039;&amp;#039;Verbeugung vor Spiegeln. Über das Eigene und das Fremde&amp;#039;&amp;#039;, erschienen 2015, beschreibt Dean verschiedene Arten der Selbstbegegnung. Als Spaziergänge durch die Gärten des Fremden finden sich darin nicht nur Porträts von [[Paris]] und [[London]], von Gärten und [[Autor]]en, sondern auch Bezüge zum eigenen Werk, insbesondere zu seinem Stiefvater. [[Roman Bucheli]] weist darauf hin, dass Dean auch über sich selber schreibt, «wo er als subtiler Exeget andere Autoren liest».&amp;lt;ref&amp;gt;Roman Bucheli: &amp;#039;&amp;#039;Im Dazwischen zu Hause.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Zürcher Zeitung. &amp;#039;&amp;#039; 16. Juni 2015. ([https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/im-dazwischen-zu-hause-1.18562691 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Buch stand 2015 auf der Shortlist des [[Schweizer Buchpreis]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Roman &amp;#039;&amp;#039;Warum wir zusammen sind&amp;#039;&amp;#039; von 2019 erfährt das Ehepaar Irma und Marc bei der Feier seines zwanzigsten Hochzeitstages, dass ihr Sohn Matti mit Irmas bester Freundin ein Verhältnis hat. Diesem Schock folgt die langsame Zersetzung der Ehe. Ein [[Zeitalter]] mit neuen Formen des Zusammenlebens kündigt sich an. Zeit, nochmals zu fragen, warum man [[Liebesbeziehung|zusammen ist]] und wie man am besten [[Lebensgemeinschaft|zusammenlebt]].&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Die Ehe in Zeiten der Instabilität.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Tagesspiegel.&amp;#039;&amp;#039; 4. April 2019. ([https://www.tagesspiegel.de/kultur/roman-von-martin-r-dean-die-ehe-in-zeiten-der-instabilitaet/24163184.html online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Philipp Theisohn]] sieht darin auch einen [[Zeitroman]]: «Dieser Text zeigt uns die Manufactum-Version von Tinder: eine Gesellschaft, die «Eifersucht» sagt, aber eigentlich libidinöse Defizienz meint, eine Ansammlung von Paaren, die ihre Vulgarität zwar nicht beim Sexting, aber immerhin beim Übersetzen französischer Gegenwartsliteratur lernen.»&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Theisohn: &amp;#039;&amp;#039;Auch mit der Liebe geht es nun bachab.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Zürcher Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 5. März 2019. ([https://www.nzz.ch/feuilleton/martin-r-dean-schreibt-einen-anti-liebesroman-ld.1464315 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deans Werk umfasst zudem zwei [[Theaterstück]]e, von denen eines, &amp;#039;&amp;#039;Gilberts letztes Gericht&amp;#039;&amp;#039;, 1992 am [[Theater Basel]] unter [[Frank Hoffmann (Regisseur)|Frank Hoffmann]] uraufgeführt wurde. Eine wachsende Zahl von Essays begleitet sein Schreiben, in denen er über gesellschaftspolitische Themen wie [[Rassismus]], [[Medizingeschichte]], Stadtarchitektur oder [[Ästhetik]] nachdenkt. 2005 erschien &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Fichtenbaum und Palme&amp;#039;&amp;#039;, eine kommentierte Textsammlung für den interkulturellen Deutschunterricht an [[Mittelschule]]n. Seine Bücher sind ins Französische, Dänische, Holländische und Schwedische übersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lexikon.a-d-s.ch/Person/18811 Liste der Werke]. Lexikon des Verbands Autorinnen und Autoren der Schweiz A*dS, abgerufen am 24. September 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die verborgenen Gärten&amp;#039;&amp;#039;. Roman. [[Carl Hanser Verlag|Carl Hanser]], München 1982.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die gefiederte Frau. Fünf Variationen über die Liebe&amp;#039;&amp;#039;. Carl Hanser, München 1984. DTV, München 1987, ISBN 3-423-10758-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Mann ohne Licht&amp;#039;&amp;#039;, Roman. Carl Hanser, München 1988. DTV, München 1996, ISBN 3-423-12139-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Außer mir. Ein Journal&amp;#039;&amp;#039;. Carl Hanser, München 1990.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gilberts letztes Gericht.&amp;#039;&amp;#039; Drama. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 1990. ([[Theater Basel]], 1992)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Guayanaknoten&amp;#039;&amp;#039;. Roman. Carl Hanser, München 1994. DTV, München 1997, ISBN 3-423-12304-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Ballade von Billie und Joe&amp;#039;&amp;#039;. Roman. Carl Hanser, München 1997, ISBN 3-446-18925-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Monsieur Fume oder Das Glück der Vergeßlichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Kurzprosa. Carl Hanser, München 1998, ISBN 3-446-19481-9.&lt;br /&gt;
* Mit Silvia Henke: &amp;#039;&amp;#039;Schlaflos&amp;#039;&amp;#039;. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 1999.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Meine Väter&amp;#039;&amp;#039;. Roman. München: Carl Hanser 2003. München: DTV 2005: ISBN 3-423-13306-6.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Fichtenbaum und Palme. Kommentierte Textsammlung für den interkulturellen Deutschunterricht an Mittelschulen&amp;#039;&amp;#039;. h.e.p. Verlag, Bern 2005, ISBN 3-03905-149-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein Koffer voller Wünsche&amp;#039;&amp;#039;. Roman. Jung und Jung, Salzburg 2011, ISBN 978-3-902497-92-5.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Falsches Quartett&amp;#039;&amp;#039;, Roman. Jung und Jung, Salzburg 2014, ISBN 978-3-99027-052-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verbeugung vor Spiegeln. Über das Eigene und das Fremde&amp;#039;&amp;#039;. Jung und Jung, Salzburg 2015, ISBN 978-3-99027-069-1.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Warum wir zusammen sind&amp;#039;&amp;#039;. Roman. Jung und Jung, Salzburg 2019, ISBN 978-3-99027-228-2.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.srf.ch/sendungen/52-beste-buecher/warum-wir-zusammen-sind-von-martin-r-dean Buchbesprechung in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;52 beste Bücher&amp;#039;&amp;#039; des Schweizer Radios (9. Juni 2019)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Mit Angélique Beldner: &amp;#039;&amp;#039;Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde.&amp;#039;&amp;#039; Atlantis/Kampa, Zürich 2021, ISBN 978-3-7152-5000-7.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein Stück Himmel&amp;#039;&amp;#039;. Roman. Atlantis, Zürich 2022, ISBN 978-3-7152-5001-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tabak und Schokolade&amp;#039;&amp;#039;. Roman. Atlantis, Zürich 2024, ISBN 978-3-7152-5039-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Essays (Auswahl) ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Flügelschlag eines brasilianischen Schmetterlings. [[Thomas Mann]]s «[[Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull]]» als Modell weltläufigen Erzählens.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. 9./10. Dezember 2006 ([https://www.nzz.ch/articleELO3Z-1.81815 online]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nach Hause kommen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. 24. Dezember 2018 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/nach-hause-kommen-architektur-praegt-die-identitaet-ld.1446412 online])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Sterblichkeit der Dinge nimmt zu.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. 18. Juli 2019 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/die-sterblichkeit-der-dinge-nimmt-zu-ld.1492708 online]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wie farbig ist die Schweiz?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[NZZ am Sonntag]]&amp;#039;&amp;#039;. 13. Dezember 2020 ([https://www.mrdean.ch/files/martin-r-dean/essays/wie-farbig-ist-die-schweiz-nzz-am-sonntag.pdf PDF]); 962 KB; abgerufen am 30. August 2021.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der geöffnete Körper macht uns sprachlos.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. 25. Januar 2021 ([https://www.nzz.ch/feuilleton/martin-r-dean-schaut-einem-chirurgen-waehrend-einer-operation-zu-ld.1597169 online]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ade, du weisse Selbstverständlichkeit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;. 3. August 2021 ([https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/warum-eine-minderheitenbewusste-sprache-der-literatur-nutzt-17466381.html online]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Schweiz muss sich mit ihrem spezifischen Rassismus auseinandersetzen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[NZZ am Sonntag]]&amp;#039;&amp;#039;. 12. Dezember 2020 ([https://nzzas.nzz.ch/kultur/wie-farbig-ist-die-schweiz-martin-r-dean-ld.1591427 online]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen und Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 1983: [[Rauriser Literaturpreis]] für &amp;#039;&amp;#039;Die verborgenen Gärten&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1988: [[Aargauer Literaturpreis]]&lt;br /&gt;
* 1988: Literaturpreis des Kulturkreises im [[Bundesverband der Deutschen Industrie]]&lt;br /&gt;
* 1988: Werkauszeichnung [[Migros|Migros-Genossenschaft]]&lt;br /&gt;
* 1988/89: Stipendiat im Istituto Svizzero in Rom&lt;br /&gt;
* 1990: Preis der Frankfurter Autorenstiftung&lt;br /&gt;
* 1992: Stadtbeobachter in Zug&lt;br /&gt;
* 1994: Gesamtwerkspreis der [[Schweizerische Schillerstiftung|Schweizerischen Schillerstiftung]]&lt;br /&gt;
* 1997: Gastdozentur als &amp;#039;&amp;#039;Poet in residence&amp;#039;&amp;#039; an der [[Universität Duisburg-Essen|Universität-Gesamthochschule Essen]]&lt;br /&gt;
* 1999: Förderpreis der [[Akademie der Künste (Berlin)|Akademie der Künste, Berlin]], [[Kunstpreis Berlin]]&lt;br /&gt;
* 2003: Einzelwerkpreis der Schweizerischen Schillerstiftung&lt;br /&gt;
* 2009 und 2020: Atelierstipendium der [[Landis+Gyr]]&lt;br /&gt;
* 2024: Nomination für den [[Schweizer Buchpreis]] mit &amp;#039;&amp;#039;Tabak und Schokolade&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Martin R. Dean}}&lt;br /&gt;
* {{Helveticat-GND|gnd=120268345}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|120268345}}&lt;br /&gt;
* [http://www.mrdean.ch/ Website von Martin R. Dean]&lt;br /&gt;
* {{ADS|18811}}&lt;br /&gt;
* [https://www.dichterlesen.net/personen/detail/martin-r-dean/ Lesungen mit Martin R. Dean zum Anhören und Herunterladen auf Lesungen.net]&lt;br /&gt;
* [https://m.srf.ch/sendungen/musik-fuer-einen-gast/martin-r-dean-schriftsteller-lehrer Musik für einen Gast auf SRF 2 Kultur]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=QOArHPgt2GY. Schriftstellerportrait Martin R. Dean] von [[Sabine Haupt (Literaturwissenschaftlerin)|Sabine Haupt]] und Roland Zag (1997), Video, 15 Min.&lt;br /&gt;
* [https://www.viceversaliteratur.ch/author/1343 &amp;#039;&amp;#039;Martin R. Dean&amp;#039;&amp;#039;], Biografie und Bibliografie auf [[Viceversa Literatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=120268345|LCCN=nr89000711|VIAF=116989691}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Dean, Martin R}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Essay]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Drama]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1955]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Dean, Martin R.&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Dean, Martin Ralph&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Schweizer Schriftsteller&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=17. Juli 1955&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Menziken]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Prinzvonarabien</name></author>
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