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	<title>Martin Moller - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-11-15T15:26:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gedenktag: &lt;/span&gt; ÖHL ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Martin Moller.png|mini|Kupferstich von Martin Moller in der [[Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Martin Moller&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[10. November]] [[1547]] in Ließnitz, heute [[Kropstädt]] bei Wittenberg; † [[2. März]] [[1606]] in [[Görlitz]]) war ein deutscher [[Mystiker]] und [[Kirchenlieddichter]]. Er gilt als Mitbegründer der [[Evangelische Kirche|evangelischen]] [[Erbauungsliteratur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Bei der Peterskirche  (Görlitz) Martin Moller.jpg|mini|[[Gedenktafel]] in [[Görlitz]]]]&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch der Stadtschule in [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]] von 1560 bis 1566 kam Moller 1566 auf das neu gegründete Gymnasium in Görlitz, wo er von dessen erstem Rektor [[Petrus Vincentius]] und dessen Kollegen Laurentius Ludovicus eine intensive [[Renaissance-Humanismus|humanistische]] und theologische Bildung nach den Prinzipien [[Philipp Melanchthon]]s erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Vermittlung seines Lehrers Ludovicus wurde er 1568 [[Kantor]] und [[Prediger]] im schlesischen [[Lwówek Śląski|Löwenberg]]. 1572 erhielt er ein Pastorat im benachbarten Kresselsdorf. Mit dieser ersten Berufung wurde er, wie damals gebräuchlich, automatisch in Wittenberg [[Ordination|ordiniert]]. Moller erhielt 1575 das Pastorat in [[Sprottau]] und nahm schließlich 1600 eine Berufung als Hauptpastor an der Peter- und Paulskirche in Görlitz an. Das mangelnde formelle Theologiestudium galt dem Rat der Stadt als entbehrlich, da er schließlich „den Grund der Lehre und Studien“ bereits vor Jahren hier am Görlitzer Gymnasium erlernt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch schon im ersten Jahr seiner Görlitzer Tätigkeit wurde er in die Debatte um den &amp;#039;&amp;#039;schlesischen [[Kryptocalvinismus]]&amp;#039;&amp;#039; hineingezogen. Insbesondere [[Salomon Gesner]] griff ihn hart an. In seiner &amp;#039;&amp;#039;Warnung an die … Gemeinen in Schlesien, das sie sich für einreißenden Calvinischen … Irrthumben … vorsehen wollen&amp;#039;&amp;#039; (1601) griff Gesner Mollers soeben erschienenes Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Praxis Evangeliorum&amp;#039;&amp;#039; scharf an. Moller erwiderte im Folgejahr mit seiner &amp;#039;&amp;#039;Apologia&amp;#039;&amp;#039; (1602). In der Tat sah sich Moller dem [[Philippisten|Philippismus]] verpflichtet und versagte sich der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts einsetzenden [[Konfessionalisierung|lutherisch-konfessionellen Engführung]] der reformatorischen Theologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moller erblindete schon wenige Jahre nach seinem Amtsantritt an der Peter- und Pauls-Kirche und verstarb im Alter von 59 Jahren in Görlitz. Unter seinen Gemeindekindern befand sich auch der junge [[Jacob Böhme]], der später in Konflikt mit Mollers Amtsnachfolger Gregor Richter (1560–1624) geraten sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mollerlinde ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mollerlinde_Gehlergruft_(re)_Jakobigruft_(li)_Alter_Friedhof_Görlitz.JPG|mini|„Mollerlinde“]]&lt;br /&gt;
Auf dem [[Nikolaikirchhof Görlitz|Nikolaifriedhof]] in Görlitz steht die &amp;#039;&amp;#039;Mollerlinde&amp;#039;&amp;#039;, um die es im Zusammenhang mit Martin Moller verschiedene [[Sage|Sagen]] gibt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.goerlitz.de/Die_Sage_von_der_Linde_auf_dem_Kirchhof.html |titel=Görlitz - Die Sage von der Linde auf dem Kirchhof |sprache=de |abruf=2022-12-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wertung ==&lt;br /&gt;
Mollers wichtigste Leistung war die Mitbegründung einer evangelisch-lutherischen [[Erbauungsliteratur]]. Es lag ihm vor allem daran, die reformatorischen Lehraussagen wie die der [[Rechtfertigung (Theologie)|Rechtfertigung]] aus Glauben in [[Gebet]] und [[Meditation]] für die persönliche, alltägliche [[Frömmigkeit]] wahrnehmbar zu machen. Dazu bediente er sich der reichen Überlieferung der vorreformatorischen Mystik. Durch seine Schriften wurden beispielsweise [[Bernhard von Clairvaux]] und [[Johannes Tauler]] auch für die evangelische Spiritualität zugänglich und beeinflussten hierdurch wiederum die künftige Erbauungsliteratur und Kirchenlieddichtung. Moller erwähnte auch [[Arnulf von Löwen]]s als &amp;#039;&amp;#039;Oratio Rhythmica&amp;#039;&amp;#039; bekannte Meditation &amp;#039;&amp;#039;Salve, mundi salutare&amp;#039;&amp;#039; über die Gliedmaßen des toten Jesus, die [[Dieterich Buxtehude]] später in seinem Kantatenzyklus [[Membra Jesu Nostri]] vertonte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moller schuf mehrere [[Geistliches Lied|Kirchenlied]]er, von denen einige noch heute im Evangelischen Gesangbuch zu finden sind, darunter: &amp;#039;&amp;#039;Heilger Geist, du Tröster mein&amp;#039;&amp;#039; ([[Evangelisches Gesangbuch|EG]] 128), Mollers deutsche Umdichtung von [[Stephen Langton]]s Pfingst-[[Sequenz (Liturgie)|Sequenz]] &amp;#039;&amp;#039;[[Veni Sancte Spritus]] et emitte&amp;#039;&amp;#039;, sowie &amp;#039;&amp;#039;Nimm von uns Herr du treuer Gott&amp;#039;&amp;#039; ([[Evangelisches Gesangbuch|EG]] 146). Wohl zu Unrecht zugeschrieben wird ihm das Lied &amp;#039;&amp;#039;Ach Gott, wie manches Herzeleid&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieses könnte von [[Konrad Hojer]] verfasst sein. Jedenfalls „wird das Lied: &amp;#039;&amp;#039;Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit&amp;#039;&amp;#039; … ihm mit größerem Rechte zugeschrieben, als Martin Moller, in dessen Meditationes vom J. 1587 es zuerst gedruckt ist, da dieser es gerade zu den Liedern stellt, die er ausdrücklich als von andern gemacht bezeichnet.“ – {{ADB|12|709|710|Hojer, Konrad|l. u.|ADB:Hojer, Konrad}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Sebastian Bach]] schrieb in seinem zweiten [[Bachkantate|Kantatenzyklus]] eine Choralkantate über beide Lieder, 1724 &amp;#039;&amp;#039;[[Nimm von uns, Herr, du treuer Gott]]&amp;#039;&amp;#039; (BWV 101) und 1725 &amp;#039;&amp;#039;[[Ach Gott, wie manches Herzeleid, BWV 3]]&amp;#039;&amp;#039;. 1727 begann er eine weitere Kantate &amp;#039;&amp;#039;[[Ach Gott, wie manches Herzeleid, BWV 58]]&amp;#039;&amp;#039;, mit der ersten Strophe des Chorals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
Das [[VD 16|Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16)]] listet insgesamt 30 Einträge zu Martin Moller, darunter:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;MEDITATIONES sanctorum Patrum.Schöne, Andechtige Gebet, Tröstliche Sprüche, Gottselige Gedancken … Aus den heyligen Altvätern: Augustino, Bernhardo, Taulero, vnd andern, fleissig … zusammen getragen vnd verdeutschet.&amp;#039;&amp;#039; Görlitz: 1. Teil 1584, 2. Teil 1591 (und viele weitere Auflagen)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Manuale De praeparatione ad mortem. Heylsame vnd sehr nützliche betrachtung, wie ein Christen Mensch aus Gottes Wort sol lernen Christlich leben, vnd Seliglich sterben.&amp;#039;&amp;#039; Görlitz 1593&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere, nach 1600 erschienene Titel (siehe [[VD 17]]):&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Praxis Evangeliorum. Einfeltige erklerung und nützliche betrachtung der Evangelien, so auff alle Sontage und vornemesten Fest Jährlich zu predigen verordnet sind: Für alle frome Hertzen, die sich in jetzigen letzten Zeiten vom Sündlichen WeltLaufft absondern und auff die Erscheinung unsers Herrn Jesu mit Frewden warten&amp;#039;&amp;#039;. ([[Postille]] in vier Bänden). Görlitz 1601&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kurtze Apologia und Verantwortung etlicher wenig Lehr und Troststücke, so von Doctore Salomone Gesnero, Professore zu Wittenberg, in dem new außgangen Buche, Praxis Evangeliorum genandt, angefeindet und verdächtig gehalten werden&amp;#039;&amp;#039;. Görlitz 1602&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Thesaurus precationum: Andächtige Gebet, und tröstliche Seufftzen, aus den ordentlichen Sontages und Fest Evangelien, darinnen die vornembsten Lehren unnd Trost, so der Text mit bringet, zum rechten Brauch gezogen, und neben dem Heyligen Vater unser und Psalmen, täglich mit grossem nutz können gebraucht werden; Mit einem ordentlichen Register&amp;#039;&amp;#039;. Görlitz 1603&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedenktag ==&lt;br /&gt;
1. März im [[Evangelischer Namenkalender|Evangelischen Namenkalender]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Frieder Schulz]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Gedächtnis der Zeugen – Vorgeschichte, Gestaltung und Bedeutung des Evangelischen Namenkalenders&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie]], Band 19. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1975, S.&amp;amp;nbsp;69–104, Namenliste S.&amp;amp;nbsp;93–104 ([https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00051793_00008.html?prox=true&amp;amp;phone=true&amp;amp;ngram=true&amp;amp;context=%22Jahrbuch+f%C3%BCr+Liturgik+und+Hymnologie%22&amp;amp;pubYear=%7B1975%7D&amp;amp;hl=scan&amp;amp;fulltext=%22Jahrbuch+f%C3%BCr+Liturgik+und+Hymnologie%22&amp;amp;mode=simple Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Elke Axmacher: &amp;#039;&amp;#039;Praxis Evangeliorum: Theologie und Frömmigkeit bei Martin Moller (1547–1606)&amp;#039;&amp;#039;. (Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte, 43). Zugl.: Berlin, Kirchliche Hochschule, Habil.-Schr. 1986. Göttingen 1989. ISBN 3-525-55150-9.&lt;br /&gt;
* {{ADB|22|128|128|Moller, Martin|L. u.|ADB:Moller, Martin}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|18|1||Moller, Martin|[[Robert Stupperich]]|118870874}}&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629191554/http://www.bautz.de/bbkl/m/moller_m.shtml |autor=[[Theodor Mahlmann]]|artikel=MOLLER, Martin|band=6|spalten=45-48}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118870874}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118870874}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118870874|LCCN=n92092356|VIAF=36977511}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Moller, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des evangelischen Namenkalenders]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchenlieddichter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbauungsliteratur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mystiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lutherischer Theologe (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1547]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1606]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Moller, Martin&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Möller, Martin&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mystiker und Kirchenlieddichter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=10. November 1547&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kropstädt]] bei [[Lutherstadt Wittenberg|Wittenberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. März 1606&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Görlitz]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ktiv</name></author>
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