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	<title>Martin Dibobe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T00:01:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Martin_Dibobe&amp;diff=1258157&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Onkelkoeln: Kat-fix</title>
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		<updated>2025-06-15T17:43:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kat-fix&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Martin Dibobe Zugführer 1902.jpg|mini|hochkant=1.2|Martin Dibobe (dritter von links) mit Kollegen der Berliner Hochbahn im U-Bahnhof [[Bahnhof Berlin Warschauer Straße#U-Bahnhof|Warschauer Brücke]], 1902]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Benjamin Martin Dibobe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;ursprünglich Quane a Dibobe&amp;#039;&amp;#039; (* [[31. Oktober]] [[1876]] in [[Bonapriso]], [[Kamerun]];&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heiratsurkunde/Noster&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heiratsurkunde/Bennewitz&amp;quot; /&amp;gt; † nach [[1922]] vermutlich in [[Liberia]]) war ein Zugführer [[Kamerun|kamerunischer]] Herkunft und [[Bürgerrechtler]] zur [[Deutsches Kaiserreich|Kaiserzeit]] in [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kontraktarbeiter aus Kamerun angeworben, wurde er &amp;#039;&amp;#039;Ausstellungsobjekt&amp;#039;&amp;#039; bei einer [[Völkerschau]] bei der [[Berliner Gewerbeausstellung#Berliner Gewerbeausstellung 1896 in Treptow|Berliner Gewerbeausstellung 1896]]. Anschließend entschied er sich, in Berlin zu bleiben. Nach einer [[Schlosserei|Schlosserlehre]] und der Mithilfe beim Bau der Berliner Hochbahn begann er eine Lehre als Zugführer. Nach seiner Anstellung stieg er bald zum &amp;#039;&amp;#039;Zugführer 1.&amp;amp;nbsp;Klasse&amp;#039;&amp;#039; auf. Politisch engagierte sich Dibobe für die Rechte von [[Schwarzafrikaner]]n. Vermehrte Bekanntheit verschaffte ihm seine daraufhin entstandene &amp;#039;&amp;#039;Dibobe-Petition&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/gedenktafeln/detail/reichskolonialamt-/-dibobe-petition/3302 &amp;#039;&amp;#039;Reichskolonialamt / „Dibobe-Petition“&amp;#039;&amp;#039;.] Gedenktafeln in Berlin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://blackcentraleurope.com/sources/1914-1945/petitionen-an-die-deutschen-behorden-1919/ &amp;#039;&amp;#039;Petitionen an die Deutschen Behörden (1919)&amp;#039;&amp;#039;.] blackcentraleurope.com&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Annalena B.: [https://www.demokratiegeschichten.de/dibobe-petition/ &amp;#039;&amp;#039;Mehr Rechte für die Kolonien: Die Dibobe-Petition&amp;#039;&amp;#039;.] demokratiegeschichten.de, 3. Juli 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Engagements verlor er seine Stelle als Zugführer. 1922 beschloss er, mit seiner Familie nach Afrika zurückzukehren, und reiste zu diesem Zweck allein nach [[Kamerun]], das nun unter französischer Kontrolle stand. Die Franzosen, die befürchteten, dass er einen Aufstand zugunsten der Deutschen anzetteln würde, verweigerten ihm die Einreise. Ihm blieb deshalb nichts anderes übrig, als nach [[Liberia]] weiterzureisen. Zu diesem Zeitpunkt verliert sich jede Spur von ihm, aber es ist wahrscheinlich, dass er in Liberia starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2016 wird mit einer Berliner Gedenktafel am Haus Kuglerstraße 44 an ihn erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Frühe Jahre in Kamerun ===&lt;br /&gt;
Er wurde mit ursprünglichem Namen &amp;#039;&amp;#039;Quane a Dibobe&amp;#039;&amp;#039; als Sohn des Ortsvorstehers Kwane Dibobe und dessen Ehefrau Ollo, geb. Mudumbu, als Angehöriger der Volksgruppe der [[Duala (Volk)|Duala]] geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heiratsurkunde/Noster&amp;quot; /&amp;gt; Später tauften ihn deutsche [[Missionar]]e auf den Namen &amp;#039;&amp;#039;Martin Dibobe&amp;#039;&amp;#039;. Sein Vater war 1884 am Abschluss des ersten [[Schutzvertrag]]s mit Kamerun beteiligt, welcher formell die deutsche [[Kamerun (deutsche Kolonie)|Kolonialherrschaft über Kamerun]] einleitete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Bienert |Titel=Im Menschenzoo – Koloniale Vergangenheit: Das Museum Treptow erinnert an Berlins erste „Völkerschau“ und kämpft gegen Rassismus |Sammelwerk=[[Der Tagesspiegel]] |Ort=Berlin |Datum=2020-07-31 |Seiten=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon in Kamerun absolvierte Dibobe eine vierjährige Schulbildung in einer Gemeindeschule, anschließend verrichtete er von 1894 bis 1896 seinen Militärdienst bei der [[Marine]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In Berlin ===&lt;br /&gt;
==== Ausstellungsobjekt bei einer &amp;#039;&amp;#039;Völkerschau&amp;#039;&amp;#039; ====&lt;br /&gt;
Martin Dibobe kam 1896 im Alter von 20 Jahren nach Berlin, da er sich mit 95 Afrikanern unter anderem mit der Erwartung auf weitere Bildungschancen hatte anwerben lassen. Als Vertreter Kameruns für die Kolonialausstellung der [[Berliner Gewerbeausstellung#Berliner Gewerbeausstellung 1896 in Treptow|Berliner Gewerbeausstellung 1896]] im [[Treptower Park]] wurde er ab April 1896 sechs Monate lang zusammen mit anderen Afrikanern als menschliches &amp;#039;&amp;#039;Ausstellungsstück&amp;#039;&amp;#039; Besuchern vorgezeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://blackcentraleurope.com/sources/1850-1914/photographs-at-the-berlin-colonial-exhibition-1896/ |titel=Photographs at the Berlin Colonial Exhibition (1896) |werk=Black Central Europe |datum=2021-04-23 |sprache=en |abruf=2023-06-28 |kommentar=photos 5/6: Martin Dibobe}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Rahmen einer solchen [[Völkerschau]] mussten die Gezeigten leicht bekleidet &amp;#039;&amp;#039;afrikanisches Alltagsleben&amp;#039;&amp;#039; in dafür aufgebauten afrikanischen Dörfern darstellen. Als die &amp;#039;&amp;#039;Völkerschau&amp;#039;&amp;#039; startete, war es sehr kalt in Berlin. Da fast alle Afrikaner nur spärlich bekleidet waren, litten sie unter der Kälte und erkrankten teilweise.&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |id=mHQNspPzI5I |titel=Laudatio von Frau Oguntoye zur Einweihung der Gedenktafel für Martin Dibobe}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Völkerschau musste Dibobe auch mehrere Untersuchungen über sich ergehen lassen. So führte unter anderem die [[Charité]] Vermessungen für die sogenannte [[Rassentheorie]] durch. Ein Untersuchungsbericht über die durchgeführten Vermessungen vermerkte, Martin Dibobe sei „groß, kräftig, gut genährt“, sein Haar „glänzend braunschwarz, fast ganz in kleine enge Spiralen geordnet“ und die Unterlippe sei „etwas rötlich“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spd-helmholtzplatz.de/martin-dibobe/ |titel=Martin Dibobe |werk=spd-helmholtzplatz.de |datum=2015 |abruf=2021-06-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Seminar für Orientalische Sprachen]] analysierte seine Sprache. Der Ethnologe [[Felix von Luschan]] kam in einer anderen Untersuchung zu der Beurteilung, dass Dibobe ein „richtiger Hosen-Nigger“ sei, dessen psychische Eigenschaften vollkommen dem Bild entsprächen, die man sich nach seiner „schlechten Stirne und seinen mächtig entwickelten Fresswerkzeugen“ von ihm machen könne.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klewitz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas von Klewitz |Titel=Ein Kollege aus Kamerun |Sammelwerk=[[Märkische Oderzeitung|Märkische Oderzeitung Erkner]] |Datum=2016-12-30 |Seiten=10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Oktober 1896, als die Gewerbeausstellung beendet war, entschloss sich Dibobe, in Berlin zu bleiben und eine Schlosserlehre bei der Firma Conrad Schultz in [[Strausberg]] zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Eine kleine Feierlichkeit&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Officielle Ausstellungs-Nachrichten&amp;#039;&amp;#039;, 1896; [https://digital.zlb.de/viewer/image/34204200_1896/2853/#xywh=1267,2912,1120,129 zlb.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang 1900 verlobte er sich mit Helene Noster, der Tochter des Nähmaschinen-Fabrikanten [[Franz Noster]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Berliner Adressbuch|1901|1184| Noster, Franz |Teil=I |Seite=1160|Kommentar=Nähmaschinen versch. Systeme, Neue Schönhauser Straße (Fabrik)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; seines Vermieters. Nach mehreren Komplikationen heirateten sie am 12.&amp;amp;nbsp;Januar 1901, nachdem Dibobes Identität durch seinen Taufpfarrer der [[Basler Mission]] in Kamerun bestätigt worden war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heiratsurkunde/Noster&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Standesamt Berlin IX |Titel=Heiratsurkunde Dibobe, Noster |Nummer=25 |Datum=1901}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerbing&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Martin Dibobe bei der Hochbahn.jpeg|mini|hochkant=1.2|Bei der Hochbahn, 1902]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anstellung bei der Hochbahn ====&lt;br /&gt;
Nach seiner Lehre fand Dibobe eine Anstellung als Vorarbeiter bei den [[Siemens#Gründung durch Siemens und Halske|Siemenswerken]] für die Herstellung der Gitter der [[U-Bahn-Linie U1 (Berlin)#Die Anfänge|Berliner Hochbahn]] &amp;#039;&amp;#039;(heute&amp;amp;nbsp;U1)&amp;#039;&amp;#039;. Begeistert von der modernen Bahn, begann er später eine Ausbildung zum Zugführer. Nach erfolgreichem Abschluss stellte ihn die Betriebsleitung am 20.&amp;amp;nbsp;April 1902 bei der [[U-Bahn Berlin|Berliner Hochbahn]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Ein schwarzer Landsmann bei der Hochbahn |Sammelwerk=[[Berliner Volks-Zeitung|Volkszeitung]] |Datum=1902-04-22 |Kommentar=linke Spalte, erster Artikel |Online=https://dfg-viewer.de/show?id=9&amp;amp;tx_dlf%5Bid%5D=https://content.staatsbibliothek-berlin.de/zefys/SNP27974534-19020422-3-0-0-0.xml&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=2}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zunächst als Zugbegleiter und Schaffner tätig, wurde er schon bald zum Zugführer 1.&amp;amp;nbsp;Klasse und erlangte einen [[Beamtentum|Beamtenstatus]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Schwarzer Landsmann als Zugführer und Zugbegleiter eingestellt |Sammelwerk=[[Vossische Zeitung]], Abendausgabe |Datum=1902-04-22 |Kommentar=rechte Spalte, fünfter Artikel, unten |Online=https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&amp;amp;tx_dlf%5Bid%5D=https://content.staatsbibliothek-berlin.de/zefys/SNP27112366-19020422-1-0-0-0.xml&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=11&amp;amp;cHash=dd872a734ffaffdfe09290f08498546e}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Berliner Adressbuch|1903|305| Dibobe, Martin; Beamt.|Teil=I|Seite=285|Kommentar=Wohnhaft Warschauer Straße 55II}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Berliner Adressbuch|1919|460| Dibobe, Martin, Zugf. |Teil=I|Seite=448|Kommentar=Wohnadresse Kuglerstraße 20 (!!)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Später notierte er: „Durch Fleiß und einwandfreies Betragen habe ich mir eine Vertrauensstellung erworben und bin seit dem Jahr 1902 in ungekündigter Stellung als Zugführer 1.&amp;amp;nbsp;Classe thätig“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Philipp Wurm |url=https://www.spiegel.de/geschichte/kaiserreich-um-1900-wie-ein-kameruner-zum-berliner-zugfuehrer-aufstieg-a-1122905.html |titel=Black Power im Kaiserreich – Martin Dibobe, preußischer Afro-Sozi |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2017-02-06 |abruf=2021-06-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politisches Engagement ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1906/07 wurde Martin Dibobe von der [[Reichsregierung]] nach Kamerun geschickt, um als Berater beim Bau der dortigen Eisenbahn zu helfen und als Friedensstifter zu fungieren. Er reiste vom [[Hamburger Hafen]] am 13. September 1906 mit dem Dampfschiff &amp;#039;&amp;#039;[[Adolph Woermann (Schiff, 1888)|Frieda Woermann]]&amp;#039;&amp;#039; in seine Heimatstadt [[Douala]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Hamburger Passagierlisten, 1850-1934 |Band=373-7 I |Nummer=VIII A 1 Band 182 |Datum= |Seiten=2137 (Mikrofilmnummer: K_1796)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort beschwerten sich mehrere Stammeshäuptlinge über die grausame Behandlung durch die Kolonialbehörden und führten zahlreiche Fälle von Misshandlungen, Zwangsarbeit und Enteignung in einem Schreiben an den Reichstag auf. Martin Dibobe zeigte Verständnis und warb, von den [[Sozialdemokratie|Sozialdemokraten]] und ihrer kolonialkritischen Politik beeinflusst, für den Sozialismus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klewitz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Ehefrau Helene verstarb am 2.&amp;amp;nbsp;April 1910 mit 37 Jahren in der Privatklinik im [[Haus Unger]] in der [[Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Tiergarten#D|Derfflingerstraße]]&amp;amp;nbsp;21.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Standesamt Berlin III |Titel=Sterbeurkunde Helene Noster |Nummer=314 |Datum=1910}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drei Jahre später heiratete Dibobe am 8.&amp;amp;nbsp;September 1913 die Privatière Rosalie Amalie Adelheid Auguste Bennewitz, Tochter des Fischermeisters Michael Bennewitz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heiratsurkunde/Bennewitz&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Standesamt Berlin VIII |Titel=Heiratsurkunde Dibobe, Bennewitz |Nummer=777 |Datum=1913}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seinen Einsatz bei den Berliner Bahnen wurde Martin Dibobe schnell eine lokale Berühmtheit. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] trat er für die [[Kolonialrevisionismus|Wiedererlangung]] der afrikanischen [[Kolonie]]n Deutschlands ein. Dibobe sympathisierte offen und engagierte sich mit den deutschen Sozialdemokraten und in der [[Deutsche Liga für Menschenrechte|Liga für Menschenrechte]] für die Gleichberechtigung der Afrikaner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27.&amp;amp;nbsp;Juni 1919 forderte er in einer Petition Bürgerrechte für alle Menschen in den [[Deutsche Kolonien|deutschen Kolonien]]. Die Petition wird in der Forschung als &amp;#039;&amp;#039;Dibobe-Petition&amp;#039;&amp;#039; oder 32-Punkte-Programm bezeichnet. Darin forderten die Unterzeichner unter anderem die Gleichberechtigung und Freiheit ihrer Landsleute, Einführung des [[Bürgerliches Gesetzbuch|Bürgerlichen Gesetzbuches]] und Abschaffung der Sondergesetze, Zulassung von Afrikanern an Universitäten, Anerkennung von Ehen zwischen Weißen und Schwarzen, Abschaffung der Prügelstrafe und Zwangsarbeit, Freiheit des Handels und schließlich das Einstellen der Enteignungen. Zu diesem Zwecke sollte ein ständiger Repräsentant im Reichstag oder in der Nationalversammlung bestellt werden. Die Reichsregierung ließ diese Forderungen unbeantwortet. Zu der Petition, die an das [[Reichskolonialamt|Reichskolonialministerium]] gerichtet war, gehörte ein Schreiben an die [[Weimarer Nationalversammlung]], welches von siebzehn weiteren [[Afrodeutsche]]n unterschrieben war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerbing&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Gerbing |Titel=Afrodeutscher Aktivismus. Interventionen von Kolonisierten am Wendepunkt der Dekolonisation Deutschlands 1919 |Verlag=Peter Lang |Ort=Frankfurt am Main |Datum=2010 |Seiten=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Dibobe 1919 um ein Darlehen bat, um mit seiner Familie –&amp;amp;nbsp;er hatte inzwischen zwei Kinder&amp;amp;nbsp;– in seine Heimat zu reisen, wurde dieses vermutlich aufgrund seiner politischen Tätigkeiten abgelehnt. Zudem verlor er seine Stelle bei der Hochbahn als Zugführer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klewitz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch motivierte Reisen wie die von Martin Dibobe veranlassten den &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Afrikadienst&amp;#039;&amp;#039; am 10. Februar 1923 zu einem Rundschreiben „Betr. Europareisen von Togolenten“, das „an seine sämtlichen Kapitäne“ gerichtet war und in dem es unter anderem heißt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Es sind mehrfach solche Reisen aus politischen Gründen unternommen worden, wie z.&amp;amp;nbsp;B. auch die Schwarzen Mensah, Dibobe und N&amp;#039;dumbu. Während Mensah wieder nach der Küste zurückgekehrt ist, werden wir auch noch für die Heimschaffung N&amp;#039;dumbus sorgen. Der Dibobe befindet sich zurzeit in Monrovia. Wir ersuchen unsere Kapitäne, unter keinen Umständen die oben erwähnten Leute ohne ausdrückliche Anweisung der Reedereien wieder nach Deutschland zu bringen, ebenfalls nicht andere Schwarze, welche im sogenannten Auftrage von schwarzen Stämmen nach Deutschland reisen wollen. Die Leute sind hier in jeder Weise unerwünscht.&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;[[Die Rote Fahne (Österreich)|Die Rote Fahne]]&amp;#039;&amp;#039;, 29. März 1923&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|drf|29|03|1923|5|Auch ein Beitrag zur Negerfrage|HERVORHEBUNG=Dibobe}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. Januar 1920 ließ sich Dibobe von seiner zweiten Ehefrau scheiden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heiratsurkunde/Bennewitz&amp;quot; /&amp;gt; und heiratete am 20.&amp;amp;nbsp;März 1920 Alma Hedwig Helene Rodmann, geb. Finger.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Standesamt Berlin X c |Titel=Heiratsurkunde Dibobe, Rodmann |Nummer=287 |Datum=1920}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rückreise nach Afrika ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1922&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Nach {{Literatur |Hrsg=Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e.&amp;amp;nbsp;V. |Titel=Der Friedrichshainer Quane a (Martin) Dibobe. |Sammelwerk=mont klamott |Band=5 |Nummer=48 |Datum=2009-01 |Seiten=1–20}} im Jahre 1920&amp;lt;/ref&amp;gt;  beschloss er, auf eigene Kosten mit seiner Familie nach Afrika zurückzukehren. Sie reisten per Schiff nach [[Douala]] in [[Kamerun]], um dort u.&amp;amp;nbsp;a. einige Grundstücksangelegenheiten zu regeln. Die Einreise nach Kamerun wurde ihnen jedoch von der [[Kamerun#Deutsche Kolonie Kamerun|französisch-britischen Mandatsregierung]] verwehrt, da diese anscheinend eine pro-deutsche Erhebung befürchtete. Notgedrungen reiste die Familie deshalb zu Martin Dibobes Cousin in [[Liberia]]. In dessen Hauptstadt, [[Monrovia]], verliert sich die Spur der Dibobes. Vermutlich verstarb er in Liberia.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e.&amp;amp;nbsp;V. |Titel=Der Friedrichshainer Quane a (Martin) Dibobe. |Sammelwerk=mont klamott |Band=5 |Nummer=48 |Datum=2009-01 |Seiten=20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klewitz&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Galerie&lt;br /&gt;
| align = right|Datei: Berliner Gedenktafel Kuglerstr 44 (Prenz) Martin Dibobe.jpg|Berliner Gedenktafel am Haus Kuglerstraße 44, in Berlin-Prenzlauer Berg&lt;br /&gt;
| 3 = Datei:Gedenktafel Wilhelmstr 52 (Mitte) Wilhelmstraße 62.jpg&lt;br /&gt;
| 4 = Gedenktafel Dibobe-Petition in der Wilhelmstraße 62&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
* Im Treppenhaus-Rondell des Berliner [[U-Bahnhof Hallesches Tor]] ist ein Foto Martin Dibobes zu sehen, das neben anderen historischen Fotos hängt.&lt;br /&gt;
* Eine [[Berliner Gedenktafel]] erinnert seit dem 31. Oktober 2016, seinem 140. Geburtstag, an Dibobes Wohnhaus in der Kuglerstraße&amp;amp;nbsp;44 in [[Berlin-Prenzlauer Berg|Prenzlauer Berg]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/gedenktafeln/detail/martin-dibobe/3188 |titel=Martin Dibobehrsg |werk=Gedenktafeln in Berlin |abruf=2023-06-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist die erste Berliner Gedenktafel für eine Person afrikanischer Herkunft.&lt;br /&gt;
* Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte beriet im Jahre 2016 über mehrere Straßenumbenennungen im Afrikanischen Viertel. Darunter befand sich auch die Umbenennung der Lüderitzstraße in &amp;#039;&amp;#039;Martin-Dibobe-Straße&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=54 Sklavenhändler statt Kolonialbeamte? – Umstrittene Straßenumbenennung im Afrikanischen Viertel |Sammelwerk=Ecke – Zeitung für das „Aktive Zentrum“ Müllerstraße |Datum=2017 |Sprache=de |Online=https://digital.zlb.de/viewer/metadata/15534962_2017_4/1/}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Suchmaschine [[Google]] widmete Martin Dibobe am 27. Juni 2023 ein [[Google Doodle|Doodle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jens |url=https://www.googlewatchblog.de/2023/06/martin-dibobe-ein-google/ |titel=Martin Dibobe: Ein farbenfrohes Google-Doodle zu Ehren des U-Bahn-Fahrers und Bürgerrechtlers – alle Infos |werk=googlewatchblog.de |datum=2023-06-27 |sprache=de |abruf=2023-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e.&amp;amp;nbsp;V.&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Friedrichshainer Quane a (Martin) Dibobe.&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=mont klamott&lt;br /&gt;
   |Band=5&lt;br /&gt;
   |Nummer=48&lt;br /&gt;
   |Datum=2009-01&lt;br /&gt;
   |Seiten=1–20}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Katharina Oguntoye |url=https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/afrikanische-diaspora/59383/zuwanderung-1884-1945 |titel=Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1884 und 1945 |werk=bpb.de |hrsg=[[Bundeszentrale für politische Bildung]] |datum=2004-07-30 |abruf=2021-06-21 |kommentar=mit Bild von Martin Dibobe}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Susan Djahangard |url=https://www.tagesspiegel.de/berlin/deutsche-kolonialgeschichte-in-berlin-vom-forschungsobjekt-zum-zugfuehrer/14764698.html |titel=Deutsche Kolonialgeschichte in Berlin: Vom Forschungsobjekt zum Zugführer |werk=[[Der Tagesspiegel]] |datum=2016-10-31 |abruf=2016-10-31}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Philipp Wurm |url=https://www.spiegel.de/geschichte/kaiserreich-um-1900-wie-ein-kameruner-zum-berliner-zugfuehrer-aufstieg-a-1122905.html |titel=Black Power im Kaiserreich – Martin Dibobe, preußischer Afro-Sozi |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2017-02-06 |abruf=2021-06-21}}&lt;br /&gt;
* {{YouTube |id=mHQNspPzI5I |titel=Laudatio von Frau Oguntoye zur Einweihung der Gedenktafel für Martin Dibobe}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://blackcentraleurope.com/sources/1914-1945/petitionen-an-die-deutschen-behorden-1919/ |titel=Dibobe-Petition (Petitionen an die Deutschen Behörden (1919)) |werk=blackcentraleurope.com |sprache=de |abruf=2021-06-26}}&lt;br /&gt;
* [https://rubinero.blogs.sapo.pt/martin-dibobe-ein-bahnbrechender-145808 Martin Dibobe: ein bahnbrechender aktivist für afrikanische rechte.] rubinero.blogs.sapo.pt&lt;br /&gt;
* [https://sammlung-plewka.friedrichshain-kreuzberg-museum.de/themen/technik-fortschrittsglaube/ &amp;#039;&amp;#039;Martin Dibobe auf einer zeitgenössischen Postkarte&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1294137484|LCCN=|NDL=|VIAF=6174168850956167620001}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Dibobe, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgerrechtler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:U-Bahn Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Kamerun, Kolonie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vermisste/Verschollene Person (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kameruner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1876]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Dibobe, Martin&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Dibobe, Benjamin Martin (vollständiger Name); Dibobe, Quane (Geburtsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=kamerunischer Zugführer im Berlin der Kaiserzeit&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=31. Oktober 1876&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bonapriso]], [[Kamerun]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=nach 1922&lt;br /&gt;
|STERBEORT=unsicher: [[Liberia]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Onkelkoeln</name></author>
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