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	<title>Marozia - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T06:11:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Wolly0209: /* Rezeption */lf</title>
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		<updated>2026-01-20T14:10:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Rezeption: &lt;/span&gt;lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marozia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* um 892 in [[Rom]]; † nach 932) war die Tochter des Grafen [[Theophylakt I. von Tusculum]] und [[Theodora I. von Tusculum|Theodora I.]] und beherrschte als selbst ernannte Senatorin (&amp;#039;&amp;#039;[[Senatrix]]&amp;#039;&amp;#039;) den [[Kirchenstaat]] von etwa 914 bis 932. Die Päpste [[Johannes X. (Papst)|Johannes X.]], [[Leo VI. (Papst)|Leo VI.]], [[Stephan VII.]] und [[Johannes XI. (Papst)|Johannes XI.]] waren von den von ihr geführten Familien des Stadtadels abhängig. Marozias Bild als machthungrige [[Pornokratie|Pornokratin]] ist wesentlich von der antirömischen Darstellung [[Liutprand von Cremona|Liutprands von Cremona]] geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In erster Ehe war sie mit [[Alberich I.]], in zweiter Ehe mit [[Guido von Tuszien]] und in dritter Ehe mit [[Hugo I. (Italien)|Hugo von der Provence]] verheiratet. Außerdem sei Marozia nach Liutprand in jungen Jahren die Geliebte von Papst [[Sergius III.]] gewesen und soll mit ihm einen Sohn gehabt haben, den späteren Papst [[Johannes XI. (Papst)|Johannes XI.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 932 wurde Marozia vermutlich gemeinsam mit Johannes XI. von ihrem Sohn [[Alberich II.]] entmachtet, als sie versuchte, ihren Ehemann Hugo zum Kaiser zu krönen, wodurch sie selbst zur Kaiserin erhoben worden wäre. Ihr Enkel Octavian wurde als [[Johannes XII.]] ebenfalls Papst. Nach 932 wird sie in der Geschichtsschreibung nicht mehr erwähnt, ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt, vermutlich starb sie in der Gefangenschaft. Nach einem [[Nekrolog (Totenverzeichnis)|Nekrolog]] starb sie am 26.&amp;amp;nbsp;Juni ohne Jahresangabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Herkunft, Familie ===&lt;br /&gt;
Marozia, der Name war eine zu ihrer Zeit gängige Verkleinerungsform von Maria, wurde wohl um 892 in Rom als Tochter des [[Theophylakt I. von Tusculum|Theophylakt]] und der [[Theodora I. von Tusculum|Theodora]] geboren. Ihr Vater bekleidete eines der drei höchsten Ämter im Lateranpalast, den eines &amp;#039;&amp;#039;vestararius&amp;#039;&amp;#039;, eines päpstlichen Kämmerers, zugleich war er &amp;#039;&amp;#039;[[magister militum]]&amp;#039;&amp;#039; und Senator. Er gehörte einer Familie der [[Via Lata]] an. Nach ihm benannten Geschichtsschreiber die Linie der Familie, die als Theophylakten bekannt wurde. Wohl über Marozia und ihren Sohn Alberich (II.) beherrschte dieser Zweig die römische Politik vom späten 9. bis in die Mitte des 10. Jahrhunderts. Ihre Fortsetzung fand sie in der Dynastie der Grafen von Tusculum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Mutter, Teodora &amp;#039;&amp;#039;vestararissa&amp;#039;&amp;#039;, entstammte ebenfalls einer römischen Aristokratenfamilie. Marozia hatte mindestens vier Geschwister, nämlich Theodora (II.), die bereits vor 945 starb, und von der die [[Crescentier]] abstammten, dann einen Bruder, der vielleicht den Namen Theophylaktos trug, der schon jung starb; schließlich Sergia und Bonifatius, die schon als Kinder starben und in [[Santa Maria Maggiore]] beigesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhältnis zu Papst Sergius III., widersprüchliche Quellenangaben ===&lt;br /&gt;
Wie [[Liutprand von Cremona]] in der &amp;#039;&amp;#039;Antapodosis&amp;#039;&amp;#039; (S. 58) berichtet, habe sie ein „nefarium adulterium“ mit Papst Sergius III. unterhalten, von dem sie ein Kind namens Johannes gebar, das später als Johannes XI. Papst wurde. Dies wird üblicherweise um 907 angesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Autoren akzeptierten die Verdammung durch Liutprand, andere, darunter [[Pietro Fedele]]&amp;lt;ref&amp;gt;Pietro Fedele: &amp;#039;&amp;#039;Ricerche per la storia di Roma e del Papato nel secolo X&amp;#039;&amp;#039;, in: Archivio della Società romana di storia patria, XXXIII (1910) 177–217; XXXIV (1911) 75–115 und 393–423.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Paolo Brezzi&amp;lt;ref&amp;gt;Paolo Brezzi: &amp;#039;&amp;#039;Roma e l’Impero medievale (774-1252)&amp;#039;&amp;#039;, Bologna 1947, S. 97–113.&amp;lt;/ref&amp;gt;, glaubten darin eher eine Verleumdung zu erkennen. Doch auch wenn Liutprand &amp;#039;&amp;#039;adulterium&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;luxuria&amp;#039;&amp;#039; gern als Machtinstrument der Frauen darstellte, so existieren doch immerhin zwei weitere Quellen, die unabhängig von Liutprands Werk den Vorgang bestätigen. In den Papstlisten des 10. Jahrhunderts erscheint nämlich jener Johannes als „ex patre Sergio papa“ ([[liber pontificalis]]), während [[Flodoard von Reims]] ihn für „filium Marie, que et Marocia dicitur“ erklärt (Annales, S. 381). Die eine Quelle bestätigt also die Vaterschaft des Papstes, die andere die Mutterschaft der Marozia. Andere Autoren hingegen können hier nicht aufgeführt werden, da sie, wie [[Gregorius Catinensis]] im [[Chronicon Farfense]] (Ende 11. Jahrhundert) von Liutprand abhängen. Andere Quellen glauben wiederum, Johannes sei ein Sohn [[Alberich I.|Alberichs I.]] gewesen, des Ehemanns der Marozia, und damit Spross einer legitimen Beziehung. Dabei war in dieser Zeit das [[Konkubinat]] genauso eine gängige Form der dauerhaften Beziehung zwischen Männern und Frauen, wie die Ehe der Priester. Die Konnotation war also keineswegs negativ, solcherlei Verhältnisse nicht selten. Die Autoren aus dem monastischen Bereich, wie etwa Liutprand, akzeptierten diese Bindungsformen nicht und beurteilten sie demzufolge äußerst negativ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe mit Alberich (915), Sarazenensieg, Stadtherrschaft ===&lt;br /&gt;
Um 915 verband sich Marozia mit [[Alberich I.]], Markgrafen von Spoleto und Camerino. Wieder wirft ein Mönch, diesmal Benedetto di Sant’Andrea del Soratte, Marozia vor, Alberich habe mit einer Tochter des Theophylakt „non quasi uxor sed in consuetudinem malignam“ gelebt (S. 153). Ein Spross aus dieser demzufolge illegitimen Verbindung sei Alberich von Rom gewesen, während nun Liutprand sich über die Legitimität bedeckt hält („ex Alberico autem marchione, Albericum“, S. 58). Schwer zu glauben wird die Vorstellung eines Konkubinats durch die vier oder fünf Kinder, die die beiden hatten, nämlich Alberich (II.) (geboren in einem Palast auf dem [[Aventin]]), Costantino, Sergio (später Bischof von [[Nepi]]), dann eine Tochter namens Berta und vielleicht noch eine weitere Tochter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie besagter Benedetto nahelegt (dem [[Ferdinand Gregorovius]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; folgte&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ferdinand Gregorovius]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart 1859–1872, Bd. VI, 1, S. 262 f., 281–292.&amp;lt;/ref&amp;gt;), stand dieses Familienbündnis auf dem Höhepunkt seiner Macht, nachdem es Johannes X. gelungen war, die zerstrittenen Fürstentümer zu einer Allianz gegen die [[Sarazenen]] zu vereinen. Dessen Truppen gelang [[Schlacht am Garigliano (915)|915 am Garigliano]] ein Sieg über besagte Sarazenen. Papst Johannes hatte dabei das Heer aus Rom und der Toskana persönlich geführt. Nun endlich verbesserten sich die Beziehungen zum [[Herzogtum Spoleto]] und auch innerhalb Roms. Marozia spielte dabei noch keine aktive Rolle, besaß aber eine Schlüsselposition für das Familienbündnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod der Clanhäupter, Machtkampf mit König Hugo von der Provence ===&lt;br /&gt;
Doch in den frühen 920er Jahren starb ein einflussreicher Angehöriger nach dem anderen, nämlich Theophylakt, Theodora, Alberich von Spoleto. In dieses Machtvakuum hinein regierte nun Johannes X., der 914 zum Papst aufgestiegen war. Er war bis dahin treuer Anhänger Theopylakts gewesen, auch wenn ihn Liutprand wiederum für einen Liebhaber der Theodora hält. Nun begann er eine offenkundig gegen Marozia und die hinter ihr stehende städtische [[Oligarchie]] gerichtete Politik. Er verbündetet sich mit [[Hugo I. (Italien)|Hugo von der Provence]], dem neuen König von Italien, Mitte 926 in [[Mantua]]. Darin sagte er ihm die Kaiserkrönung zu, die Überlassung der [[Sabina (Italien)|Sabina]], wo die Theopylakten Interessen hatten, sowie die Überlassung des Herzogtums Spoleto und der Mark von [[Camerino]] an seinen Bruder Petrus. Damit war Alberich von seinem Erbe ausgeschlossen, der Senat gespalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe mit Guido von Tuszien (926/927), Sieg über den Papst ===&lt;br /&gt;
Im Gegenzug ehelichte Marozia um 926/927 [[Guido von Tuszien|Guido oder Wido]], den [[Markgraf von Tuscien|Markgrafen der Toscana]] aus dem Hause der [[Bonifacius (Adelsgeschlecht)|Bonifacier]], der das Hegemoniebestreben Hugos ablehnte. Wie der Mönch Benedetto (Chronicon, S. 157) berichtet, weitete Markgraf Petrus, nachdem er in [[Orte (Latium)|Orte]] eine starke Burg errichtet hatte, dann warb er [[Magyaren|Ungarn]] an, die das römische Gebiet und die Toskana verwüsteten. Im Frühjahr 927 gelang es Marozia und Guido Petrus außerhalb Roms in Orte einzuschließen. Dies machte Hugo den Zug nach Rom unmöglich. Nachdem Ende des Jahres 927 Petrus in Rom eingedrungen war, wurde er wiederum dort belagert, während sich Hugo außerhalb Italiens aufhielt. Nach Liutprand gelang es dem Paar, Petrus zu überwältigen, der sich mit wenigen Getreuen im Lateran eingeschlossen hatte. Er wurde vor den Augen seines päpstlichen Bruders getötet. Im Juni 928 wurde auch der Papst eingekerkert, er starb im folgenden Jahr. Folgt man Liutprand, wurde er stranguliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unmittelbare Herrschaft Marozias, Eheprojekte (ab 927/928) ===&lt;br /&gt;
Nach diesem Sieg über den Papst und Markgrafen, über Johannes X. und Petrus von Spoleto, begann die Periode der unmittelbaren Herrschaft Marozias. Sie erlangte den Titel einer &amp;#039;&amp;#039;senatrix Romanorum&amp;#039;&amp;#039; (wie mehrere Quellen erweisen) und einer &amp;#039;&amp;#039;patricia&amp;#039;&amp;#039; (wie [[Flodoard]] behauptet). Aufgrund des Mangels an städtischen und privaten Dokumenten ist wenig über ihre Herrschaftstätigkeit bekannt. Während der Jahre 928 bis 932 trat nicht nur Johannes X. zurück, sondern drei Päpste wurden auf den Thron gehoben, nämlich [[Leo VI. (Papst)|Leo VI.]] (928), [[Stephan VII.]] (929–931) und schließlich ihr junger Sohn Johannes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Guidos im Jahr 929, der eine Tochter hatte, eine zweite Berta, jedoch keinen Erben, musste sich Marozia erneut nach einem adäquaten Heiratskandidaten umschauen. Hugo hatte die Toskana als Vikariat seinem Schwager Adalbert überlassen, womit auch dieser Weg verschlossen war. Möglicherweise, so [[Gina Fasoli]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gina Fasoli]]: &amp;#039;&amp;#039;I re d’Italia (888-962)&amp;#039;&amp;#039;, Florenz 1949, S. 107–114, 120–124, 239 f., hier: S. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergab sich die Versuchung, sich mit [[Byzantinisches Reich|Byzanz]] zu verbinden. Kaiser [[Romanos II.]] sollte dabei einen Prinzen seines Hauses mit einer der Töchter Marozias, möglicherweise der ersten Berta, verehelichen. Als jedoch im Februar 933 die kaiserliche Gesandtschaft in Rom eintraf, hatte Marozia bereits die Macht eingebüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marozia, die nach dem Tod ihres Gatten keinen Schutz für ihre Machtstellung mehr hatte, bot ihre Hand ihrem bisherigen Gegner Hugo an. Dieser akzeptierte das Angebot, zumal damit die [[Kaiserkrönung]] durch Johannes XI. verbunden war, und ihm damit die Herrschaft über Rom und die Toskana zufallen würde. Bereits im Juli 931 schickte Johannes das [[Pallium]] an [[Hilduin (Mailand)|Hilduin]], den Erzbischof von Mailand. Dies war eine deutliche Annäherungsgeste. Im Juli 932 kam Hugo zur Hochzeitsfeier nach Rom. Doch Alberich sah sein Erbe gefährdet und es kam zu einer Rebellion, in deren Verlauf Marozia und Hugo Ende Dezember 932 in der [[Engelsburg]] eingesperrt wurden. Dies berichten sowohl Benedetto als auch Liutprand und Flodoard.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz durch ihren Sohn Alberich (932), Tod (vor 936?) ===&lt;br /&gt;
Nach Benedetto (&amp;#039;&amp;#039;Chronicon&amp;#039;&amp;#039;, S. 166) fürchtete Alberich die Blendung durch Hugo, nach Liutprand habe Marozia vorgesehen, dass Alberich bei einer Feier Hugo das Wasser reiche. Stattdessen habe er ihn mit einer respektlosen Geste übergossen, woraufhin Alberich geohrfeigt worden sei. Um die Römer gegen Marozia und Hugo aufzubringen, habe Alberich nun eine frauen- und fremdenfeindliche Rede gehalten, gegen die Mutter und die „Burgundiones“ (Antapodosis, S. 97 f.). Außerdem, so wendet Liutprand gegen die Ehe ein, seien Hugo und Marozia zu nahe verwandt gewesen, denn Hugo sei ein Halbbruder des Guido von der Toskana gewesen. Marozia hätte ihren Kognaten niemals heiraten dürfen. So widersprechen sich die beiden Quellen, was den Auslöser des Aufstands betrifft. Vielleicht, so Gina Fasoli (S. 123), habe Hugo diese Reaktion provoziert, um einen Vorwand zur Entmachtung zu haben. Für den Stadtadel war seine Autonomie unvereinbar mit der Anwesenheit des Königs innerhalb der Stadtmauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Liutprand behauptet, das Ehepaar sei geflohen, blieb Marozia bei Flodoard in Rom (&amp;#039;&amp;#039;Historia Remensis Ecclesie&amp;#039;&amp;#039;, S. 416 und &amp;#039;&amp;#039;Annales&amp;#039;&amp;#039;, S. 381). Sie und Johannes wurden wohl unter Alberichs Aufsicht gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Dokument behauptet, Marozia sei 945 gestorben&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Il regesto del monastero dei Ss. Andrea e Gregorio ad Clivum Scauri&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von Alberto Bartola, Rom 2003, n. 68, S. 295–305.&amp;lt;/ref&amp;gt;, doch wahrscheinlich war sie schon 936 tot, als Alberich und König Hugo über eine Ehe zwischen Alberich und Alda von der Provence verhandelten, der Tochter des Königs (das heißt zwischen zwei angeheiraten Geschwistern). Todestag ist jedenfalls der 28. Juni, beigesetzt wurde sie im Kloster S. Ciriaco e Nicola an der [[Via del Corso|Via Lata]] (San Ciriaco de Camiliano).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Marozia gilt aufgrund ihres Bildes in der mittelalterlichen Geschichtsschreibung als eine der umstrittensten Figuren des Frühmittelalters. Für [[Benedetto di Sant’Andrea del Soratte]] war ihre Herrschaft über Rom als Sinnbild des weltlichen Jerusalem nur mit einem göttlichen Heilsplan erklärbar, wie ihn der Prophet [[Jesaja]] angekündigt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Benedetto zitiert zur Situation einer Beherrschung der Kirche durch eine Frau Jesaja (3, 4): „Subiugatus est Romam potestative in manu femine, sicut in propheta legimus: ‚Feminini dominabuntur Hierusalem!‘“, zitiert bei: Gina Fasoli: &amp;#039;&amp;#039;I re d’Italia (888-962).&amp;#039;&amp;#039; Florenz 1949, S.&amp;amp;nbsp;161.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Liutprand von Cremona]] bezeichnet Marozia nicht nur wie andere politisch einflussreiche Frauen seiner Zeit als &amp;#039;&amp;#039;scortum&amp;#039;&amp;#039; (Hure) und &amp;#039;&amp;#039;meretrix&amp;#039;&amp;#039; (Mätresse), sondern auch als „zitternde Venus“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fasoli-s108&amp;quot;&amp;gt;Gina Fasoli: &amp;#039;&amp;#039;I re d’Italia (888-962).&amp;#039;&amp;#039; Florenz 1949, S.&amp;amp;nbsp;108.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es wird angenommen, dass &amp;#039;&amp;#039;Senatrices&amp;#039;&amp;#039; wie Marozia, [[Theodora II. von Tusculum|Theodora II.]] oder [[Marozia II.]] Vorlagen für die Legende der [[Päpstin Johanna]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Kontrast bildet die [[Eloge]] des [[Eugenius Vulgarius]], der sich an Theodora als „sanctissima et Deo amata venerabilis matrona“ wendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Gina Fasoli]] ist Marozia kein Beispiel christlicher Bescheidenheit gewesen, doch sei die Grundlage ihrer Herrschaft anders geartet gewesen als bloßer Luxus und bloße Sündhaftigkeit: Marozia habe viel Talent, große Fähigkeiten und wenig Skrupel gebraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fasoli-s108&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Konfessionalisierung|konfessionellen Zeitalter]] wurde Marozia zum Symbol für den moralischen Zustand der katholischen Kirche und in protestantischen popularisierenden Werken als „die ärgste Maitresse“, die „Ertzverhurte“, „das böse Muster aller Unzucht“ oder „diese geile Römerin“ bezeichnet, um die Päpste zu diffamieren.&amp;lt;ref&amp;gt;So etwa in &amp;#039;&amp;#039;Die angetastete Jungfer-Ehr Der Lutherischen Kirchen, Von Einer schimpflichen Zulag / quasi solche / die in heiliger Offenbahrung Johannis vermeinte Grose Hur wär / In etlichen Sendschreiben an einen Römisch-catholischen Religiosen, Bescheidentlich gerettet / Durch Innocentium de Rouge.&amp;#039;&amp;#039; o. O., 1714, S.&amp;amp;nbsp;21 und 30 ([https://books.google.de/books?id=dAxWAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 19. Jahrhundert verarbeiteten Schriftsteller und Dramatiker vermehrt den historischen Stoff: [[Filippo Pistrucci]] schrieb 1839 die Tragödie &amp;#039;&amp;#039;Marozia&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Filippo Pistrucci: &amp;#039;&amp;#039;Marozia.&amp;#039;&amp;#039; London 1837 ([https://archive.org/details/bub_gb_n7J9feeEXr4C/page/n7 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; 1874 erschien &amp;#039;&amp;#039;Marozia. Scene storiche&amp;#039;&amp;#039; von [[Antonio Vismara]]&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Vismara: &amp;#039;&amp;#039;Marozia.&amp;#039;&amp;#039; Mailand 1874 ([https://archive.org/details/bub_gb_SpBumVb_g5YC/page/n3 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Raffaello Giovagnoli]] veröffentlichte ein Jahr später &amp;#039;&amp;#039;Marozia. Dramma storico in cinque atti in versi&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Raffaello Giovagnoli]]: &amp;#039;&amp;#039;Marozia. Dramma storico in cinque atti in versi.&amp;#039;&amp;#039; Mailand 1875 ([https://books.google.de/books?id=It5gAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Marozia-Stoff eignet sich bis in die Gegenwart zur Popularisierung durch seine Mischung aus Pornokratie, Kirchenkritik, Frauenverachtung und mittelalterlicher Stereotype:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/vatikan-päpste-und-die-pornokratie &amp;#039;&amp;#039;Sergius wird Papst – der Beginn der &amp;quot;Pornokratie&amp;quot; im Vatikan&amp;#039;&amp;#039;], [[Deutschlandfunk Nova]], 19. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Schriftsteller [[Eric Walz]] hat in seinem 2005 erschienenem [[Historischer Roman|historischen Roman]] „Die Herrin der Päpste“ Marozias Leben frei verarbeitet, [[Fritz Gesing|Frederik Berger]] schrieb ein Jahr später mit „Die heimliche Päpstin“ einen weiteren Roman darüber und zuletzt veröffentlichte [[Martin Spirig]] 2017 „Sex – Macht – Hurenherrschaft. Marozia – Historisch-Biografischer Roman“ zu dem Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Liutprandus Cremonensis, Antapodosis&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Die Werke Liudprands von Cremona&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Josef Becker (Bibliothekar)|Joseph Becker]], [[Monumenta Germaniae Historica]], Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum, XLI, Hannover und Leipzig 1915, S. 59, 71, 73, 81, 95–98.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Flodoardus Remensis, Historia Remensis Ecclesiae&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Martina Stratmann]], Monumenta Germaniae Historica, Scriptores, XXXVI, Hannover 1998, S. 416.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Auxilius und Vulgarius. Quellen und Forschungen zur Geschichte des Papstthums im Anfange des Zehnten Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Ernst Dümmler]], Leipzig 1866, S. 146 f.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Le liber pontificalis&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Louis Duchesne]], Bd. II, Paris 1892, S. 243.&lt;br /&gt;
* [[Vincenzo Federici (Paläograph)|Vincenzo Federici]]: &amp;#039;&amp;#039;Regesto del monastero di S. Silvestro de Capite&amp;#039;&amp;#039;, in Archivio della Società romana di storia patria, XXII (1899), doc. 3, a. 965.&lt;br /&gt;
* [[Gregor von Catino|Gregorio di Catino]], Il Chronicon Farfense…, hrsg. von Ugo Balzani, Bd. I (=Fonti per la storia d’Italia [Medio Evo], XXXIII), Rom 1903, S. 241 (Gregorius Catinensis).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Destructio monasterii Farfensis edita a domno Ugone abate&amp;#039;&amp;#039; (=Fonti per la storia d’Italia [Medio Evo], XXXIII), Rom 1903, S. 39 f.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Necrologi e libri affini della provincia romana&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von Pietro Egidi (=Fonti per la storia d’Italia [Medio Evo], XLIV), Rom 1908, S. 42.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Il Chronicon di Benedetto monaco di S. Andrea del Soratte e il Libellus de imperatoria potestate in Urbe Roma&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von Giuseppe Zucchetti (=Fonti per la storia d’Italia [Medio Evo], LV), Rom 1920, S. 158–160, 165 f.&lt;br /&gt;
* Giulio Savio: &amp;#039;&amp;#039;Monumenta onomastica Romana Medii Aevi (X-XII sec.)&amp;#039;&amp;#039;, Bd. III, Rom 1999, S. 977–982; Bd. IV, Rom 1999, S. 1153–1158, 1181–1186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{DBI|Verfasser=Tommaso di Carpegna Falconieri|ID=marozia_(Dizionario-Biografico)/|Lemma=Marozia|Band=70|SeiteVon=|SeiteBis=|Kommentar=|kurz=}}&lt;br /&gt;
* [[Harald Zimmermann (Historiker)|Harald Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Marozia&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Lexikon des Mittelalters]], Bd. VI, 1999, dtv, München 2002, Sp. 321.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629175808/http://www.bautz.de/bbkl/m/marozia_v_r.shtml |autor=Bruno W. Häuptli|band=22|spalten=808-811}}&lt;br /&gt;
* Valeria Beolchini: &amp;#039;&amp;#039;Tusculum 2. Tuscolo, una roccaforte dinastica a controllo della valle Latina&amp;#039;&amp;#039;, Rom 2006, S. 32, 34–37, 42, 46 f.&lt;br /&gt;
* Claudia Gnocchi: &amp;#039;&amp;#039;Sergio III&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Enciclopedia dei papi&amp;#039;&amp;#039;, II, Rom 2000, S. 62.&lt;br /&gt;
* Ambrogio M. Piazzoni: &amp;#039;&amp;#039;Leone VI&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Enciclopedia dei papi&amp;#039;&amp;#039;, II, Rom 2000, S. 68 f.&lt;br /&gt;
* Ambrogio M. Piazzoni: &amp;#039;&amp;#039;Giovanni XI&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Enciclopedia dei papi&amp;#039;&amp;#039;, II, Rom 2000, S. 70–72.&lt;br /&gt;
* Roland Pauler: &amp;#039;&amp;#039;Giovanni XII&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Enciclopedia dei papi&amp;#039;&amp;#039;, II, Rom 2000, S. 79.&lt;br /&gt;
* Cesare D’Onofrio: &amp;#039;&amp;#039;Mille anni di leggenda: una donna sul trono di Pietro&amp;#039;&amp;#039;, Rom 1978, S. 97, 181.&lt;br /&gt;
* Bernard Hamilton: &amp;#039;&amp;#039;The house of Theophilact and the promotion of the religious life among women in tenth century Rome&amp;#039;&amp;#039;, in Studia monastica, XII (1970) 195–217 (spekuliert ohne Quellen, Marozia sei in das Kloster S. Maria in Campo Marzio gesteckt worden).&lt;br /&gt;
* [[Girolamo Arnaldi]]: &amp;#039;&amp;#039;Alberico di Roma&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dizionario biografico degli Italiani&amp;#039;&amp;#039;, I, Rom 1960, S. 647–650.&lt;br /&gt;
* Girolamo Arnaldi: &amp;#039;&amp;#039;Alberico di Spoleto&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Dizionario biografico degli Italiani&amp;#039;&amp;#039;, I, Rom 1960, S. 659.&lt;br /&gt;
* Francesco Liverani: &amp;#039;&amp;#039;Frammenti di storia ecclesiastica&amp;#039;&amp;#039;, Bd. II, 1, Rom 1859, S. 45, 47 f., 65, 70–73, 75 f.&lt;br /&gt;
* Pierluigi Galletti: &amp;#039;&amp;#039;Del vestarario della Santa Romana Chiesa&amp;#039;&amp;#039;, Rom 1758, S. 46. ([https://books.google.de/books?id=yOhVAAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
* [[Valentin Ernst Löscher]]: &amp;#039;&amp;#039;Historie des römischen Huren-Regiments der Theodorae und Maroziae&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1705. ([https://books.google.de/books?id=XOQ-AAAAcAAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Digitalisat])&lt;br /&gt;
* [[Cesare Baronio]]: &amp;#039;&amp;#039;Annales ecclesiastici&amp;#039;&amp;#039;, Bd. X, Antwerpen 1618, S. 650, 663, 690, 693, 695 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Pornokratie]]&lt;br /&gt;
* [[Päpstin Johanna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119061511}}&lt;br /&gt;
* {{RegestaImp|Marozia}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119061511|LCCN=n98079095|VIAF=55931429}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied der Tuskulaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bonifacius (Adelsgeschlecht)|⚭Marozia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bosonide|⚭Marozia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Rom)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Person (Kirchenstaat)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 9. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 10. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Marozia&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Mariuccia&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Senatorin von Rom&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 892&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=nach 932&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Rom]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wolly0209</name></author>
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