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	<title>Marktrisiko - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T11:07:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Marktrisiko&amp;diff=161054&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leonry: Verlinkung korrigiert</title>
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		<updated>2024-11-30T14:26:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Verlinkung korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marktrisiko&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Marktpreisrisiko&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Marktpreisänderungsrisiko&amp;#039;&amp;#039;; {{enS|market risk}}) ist in der [[Betriebswirtschaftslehre]] ein [[Finanzrisiko]], das einem [[Marktteilnehmer]] durch negative Veränderungen des [[Marktwert]]s oder sonstiger [[Marktdaten]] auf einem [[Markt (Wirtschaftswissenschaft)|Markt]] erwächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das Marktrisiko ist eines der wichtigsten [[Risikobericht#Branchenübergreifende Risikoarten|Unternehmensrisiken]] und mit einer Bedrohung aus der künftigen [[Marktentwicklung]] verbunden,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Armin Töpfer, Anja Heymann |Titel=Marktrisiken |Hrsg=Dietrich Dörner, Péter Horváth, Henning Kagermann |Sammelwerk=Praxis des Risikomanagements |Datum=2000 |Seiten=227}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die aus [[Preis (Wirtschaft)|Preis]]- und [[Absatzvolumen|Mengenrisiken]] bestehen kann. Marktrisiken sind jedem [[Lagerhaltung|Bestand]] ([[Portfolio]]) immanent und beschreiben das [[Risiko]], das aus der Bestandhaltung eines Portfolios resultiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jürgen Kantowski |Titel=Einsatz von Realoptionen im Investitionscontrolling am Beispiel Biotechnologie |Online={{Google Buch |BuchID=D-pKIU57kwAC |Seite=50 |Hervorhebung=Marktrisiko}} |Datum=2011 |Seiten=50}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Marktrisiko besteht in der [[Verlustgefahr]] oder [[Gewinnchance]], dass sich durch die Bestandhaltung die Marktdaten negativ oder positiv zu Lasten oder zu Gunsten eines bestandhaltenden [[Wirtschaftssubjekt]]s ([[Unternehmen]], [[Privathaushalt]]e oder der [[Staat]]) entwickeln und zu einem [[Jahresfehlbetrag|Verlust]] oder [[Gewinn]] führen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
[[William F. Sharpe]] (1964) und John Lintner (1965) entwickelten das [[Capital Asset Pricing Model|Kapitalgutpreismodell]] (CAPM), welches das Gesamtrisiko eines [[Warenbestand]]s oder einer [[Finanzanlage]] in [[systematisches Risiko|systematisches]] und [[unsystematisches Risiko]] aufteilt. Das systematische Risiko beschreibt jenen Teil des Gesamtrisikos, der sich aus der Marktentwicklung ergibt. Dieses &amp;#039;&amp;#039;systematische Risiko&amp;#039;&amp;#039; wird oft als Marktrisiko im engeren Sinn bezeichnet. Es ergibt sich aus veränderten externen Marktdaten wie [[Preisniveau]], [[Zinsniveau]], [[Kursniveau]], [[Konjunktur]]risiken, [[Länderrisiko|Länderrisiken]], [[Schock (Volkswirtschaftslehre)|volkswirtschaftlichen Schocks]], gesetzlichen Auswirkungen wie [[Verbraucherschutz]], [[Steuer]]n, aber auch [[Krieg]]e, [[Naturkatastrophe]]n, [[politisches Risiko|politischen Risiken]], [[Umweltzustand|Umweltveränderungen]], [[demografische Entwicklung|demografischen Entwicklungen]] oder [[technologischer Fortschritt|technologischem Fortschritt]]. Dem systematischen Risiko unterliegen alle Marktteilnehmer und alle [[Handelsobjekt]]e gleichermaßen. Es lässt sich nicht [[Risikodiversifizierung|diversifizieren]], sondern durch [[Wertsicherungsstrategie]]n (etwa [[Buy and hold]], [[Orderzusatz#Kombinationen|Stop-Loss]]) reduzieren. Bei ihm wirkt der [[Betafaktor]] (β-Faktor) als [[Messgröße]] für die [[Volatilität]] eines bestimmten Handelsobjekts im Vergleich zur Volatilität des relevanten Gesamtmarkts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;unsystematische Marktrisiko&amp;#039;&amp;#039; betrifft das individuelle Risiko eines speziellen Handelsobjekts, dessen Risikoursache stets in ihm selbst begründet ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fred Wagner |Titel=Gabler Versicherungslexikon |Datum=2011 |Verlag=Gabler |ISBN=978-3-8349-0192-7 |Seiten=673}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Handelsobjekte auf demselben Markt sind hiervon nicht betroffen. Zum unsystematischen Risiko gehören beispielsweise [[Fehlentscheidung]]en des [[Management]]s wie etwa falsche [[Produktpolitik]] oder schlechtes [[Kostenmanagement]]. Auch das [[Bonität]]srisiko einer bestimmten [[Anleihe]], das [[Kreditrisiko]] eines [[Kredit]]s, der [[Kundenkredit]] sowie [[Havarie]]n gehören hierzu. Es lässt sich durch Portfoliobildung diversifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Für deutsche [[Aktie]]n besteht das systematische Marktrisiko in der Gefahr eines allgemeinen Kursverfalls, der beispielsweise am Rückgang des [[DAX]] als Leitindex zu messen ist. Das unsystematische Marktrisiko hingegen rührt von Änderungen einzelner [[Marktpreis]]e (z. B. eines einzelnen [[Aktienkurs]]es) her, die unabhängig von allgemeinen Marktbewegungen sind (&amp;#039;&amp;#039;Residualrisiko&amp;#039;&amp;#039;). Das unsystematische Risiko kann darin bestehen, dass sich die [[Unternehmensdaten]] einer bestimmten Aktiengesellschaft negativ entwickelt haben und zu einem Kursverfall dieser Aktie führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Anleihe]]n besteht das systematische Marktrisiko etwa in einer Veränderung des Zinsniveaus, die sich auf alle Anleihen auswirkt. Das unsystematische [[Zinsrisiko]] bildet den Teil des Zinsrisikos, der vom einzelnen [[Emittent (Finanzmarkt)|Emittenten]] bzw. der einzelnen [[Emission (Wirtschaft)|Emission]] herrührt. Ein wesentlicher Treiber des unsystematischen Zinsrisikos ist die [[Bonität]] des Emittenten. Somit ist das unsystematische Zinsrisiko einer Anleihe deren [[Kreditrisiko]] in Form eines Marktpreisrisikos, das im [[Credit Spread|Bonitätsaufschlag]] auf einen [[Risikofreier Zinssatz|risikofreien Zinssatz]] zum Ausdruck kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Sonderfall stellt der Begriff der &amp;#039;&amp;#039;Optionspreisrisiken&amp;#039;&amp;#039; dar, der alle aus dem Handel mit [[Option (Wirtschaft)|Optionen]] resultierende Risiken umfasst. Neben dem Risiko der Preisänderung des Basiswertes (das z. B. bei einer [[Aktienoption]] eine spezielle Form des Aktienrisikos ist) sind Optionen insbesondere dem Risiko sich ändernder [[Volatilität]]en (&amp;#039;&amp;#039;Volatilitätsrisiko&amp;#039;&amp;#039;) ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Anleger (Finanzmarkt)|Anleger]] kann dem Marktrisiko nur entgehen, indem er keine risikobehafteten Wertpapiere kauft. Da das Marktrisiko nicht diversifiziert werden kann, erhalten Investoren hierfür im Regelfall eine [[Risikoprämie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nichtbanken ==&lt;br /&gt;
Das Marktrisiko bei [[Nichtbank]]en umfasst den aktuellen und potenziellen [[Erfolg]] bzw. [[Misserfolg]] eines [[Unternehmen]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thorsten Schmitz, Michael Wehrheim |Titel=Risikomanagement |Seiten=36 |Online={{Google Buch |BuchID=9Se0VbG3sWEC |Seite=36 |Hervorhebung=Marktrisiko Marktanteil}} |Datum= 2006 |ISBN=3-17-019330-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Marktanteil]], [[Marktvolumen]], [[Marktwachstum]] und [[Marktpotential]] bergen Marktrisiken. Sie beinhalten die Veränderung der Wettbewerbsbedingungen an den Beschaffungs- und Absatzmärkten. Das Marktrisiko von Nichtbanken besteht konkret darin, dass auf den [[Beschaffung]]s- ([[Rohstoff (Produktion)|Roh-]], [[Hilfsstoff (Rechnungswesen)|Hilfs-]] und [[Betriebsstoff]]e) und [[Absatzmarkt|Absatzmärkten]] ([[Fertigerzeugnis]]se, [[Halbfabrikat]]e) die eigenen [[Unternehmensziel]]e nicht durchgesetzt werden können. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die zur [[Produktion]] erforderlichen Rohstoffe ganz oder teilweise nicht oder nur zu unerwartet höheren Preisen beschafft werden können oder die eigenen [[Produkt (Wirtschaft)|Produkte]]/[[Dienstleistung]]en ganz oder teilweise nicht oder nur zu niedrigeren als den geplanten [[Verkaufspreis]]en vermarktet werden können. Das Beschaffungsrisiko kann im Rahmen des [[Hedging]] ([[Derivat (Wirtschaft)|Derivate]], [[Lagerhaltung]]), Nutzung von [[Substitutionsgut|Substitutionsgütern]] oder verstärkte [[Verhandlungsmacht]] gegenüber [[Lieferant]]en verringert oder ausgeschaltet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thorsten Schmitz, Michael Wehrheim |Titel=Risikomanagement |Seiten=38 |Datum=2006 |ISBN=3-17-019330-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Absatzrisiko]] kann darin bestehen, dass die [[Nachfrage (Mikroökonomie)|Nachfrage]] nicht oder nicht vollständig gedeckt werden kann (&amp;#039;&amp;#039;quantitatives Marktrisiko&amp;#039;&amp;#039;), die [[Produktqualität]] nicht den [[Kundenerwartung]]en entspricht (&amp;#039;&amp;#039;qualitatives Marktrisiko&amp;#039;&amp;#039;), die falsche [[Zielgruppe]] (&amp;#039;&amp;#039;lokales Marktrisiko&amp;#039;&amp;#039;) oder der falsche Vermarktungszeitpunkt (&amp;#039;&amp;#039;temporäres Marktrisiko&amp;#039;&amp;#039;) ausgewählt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Herbert Strunz, Monique Dorsch |Titel=Management im internationalen Kontext. Mit 40 Fallstudien |Verlag=Oldenbourg Verlag |Ort=München |Auflage=2 |ISBN=978-3-486-59058-6 |Online={{Google Buch |BuchID=D3TpBQAAQBAJ |Seite=264 |Hervorhebung=Marktrisiko}} |Datum=2009 |Seiten=264}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Absatzrisiko kann beispielsweise durch [[Marktforschung]] und [[Marktanalyse]], [[Termingeschäft]]e ([[Devisentermingeschäft]]e bei [[Export]]en in [[Fremdwährung]]en) oder Erhöhung des relativen Marktanteils verringert werden ([[BCG-Matrix]]). Das höchste Marktrisiko besteht deshalb in der [[Markteinführung]] von [[Produktinnovation|Produkt-]] oder [[Finanzinnovation]]en, bei denen noch keine Marktanteile bestehen und das Marktpotenzial schwer vorhersehbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bankwesen ==&lt;br /&gt;
Auf die [[Kreditwirtschaft]] bezogen sind Marktrisiken die Verlustgefahren, die durch Marktbewegungen bei Finanzmarktrisiken auftreten können.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hannes Enthofer, Patrick Haas |Titel=Asset Liability Management/Gesamtbanksteuerung |Verlag=Linde Verlag |Ort=Wien |Datum=2016 |ISBN=978-3-7143-0262-2 |Online={{Google Buch |BuchID=SU5YCwAAQBAJ |Seite=95 |Hervorhebung=Marktrisiko}} |Seiten=95}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
[[Kreditinstitut]]e und sonstige [[Finanzdienstleistungsinstitut]]e sind auf den besonders [[Volatilität|volatilen]] [[Finanzmarkt|Finanzmärkten]] ([[Geldmarkt]] und [[Kapitalmarkt]]) tätig. Hier tauchen als marktspezifische Ausprägungen des Marktrisikos das [[Zinsänderungsrisiko]] (Änderungen des [[Marktzins]]es auf zinstragende [[Risikoposition]]en), [[Kursrisiko]] (bei [[Wertpapier]]en wie [[Aktie]]n, [[Anleihe]]n), [[Währungsrisiko]] ([[Exposure (Finanzwirtschaft)#Offene Positionen|offene Fremdwährungspositionen]] und [[Aufwertung (Währung)|Aufwertungs-]] und [[Abwertung (Währung)|Abwertungsrisiko]]), [[Rohstoff]]- ([[Commodities]]-) Risiko, Konzentrationsrisiko ([[Klumpenrisiko]], [[Granularität (Kredit)|Granularität]]) und [[Credit Spread#Spreadrisiko|Spreadrisiko]] ([[Ausfallrisiko|Ausfall-]] und [[Kreditrisiko]], [[Emittentenrisiko]], [[Gegenparteiausfallrisiko]]) auf. Wenn Rohstoffe und [[Edelmetall]]e auf [[Sekundärmarkt|Sekundärmärkten]] gehandelt werden, kann eine geringere [[Marktliquidität]] bestehen, die die Volatilität und damit das [[Marktliquiditätsrisiko]] vergrößern kann. Manche Autoren fügen zu den Marktrisiken noch das [[Refinanzierungskosten]]risiko hinzu.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hannes Enthofer, Patrick Haas |Titel=Asset Liability Management/Gesamtbanksteuerung |Verlag=Linde Verlag |Ort=Wien |Datum=2016 |ISBN=978-3-7143-0262-2 |Seiten=97}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Marktrisiken, Kreditrisiken und das [[operationelles Risiko|operationelle Risiko]] müssen vollständig durch [[Ökonomisches Kapital#Bankwesen|ökonomisches Kapital]] abgedeckt sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Strauß, &amp;#039;&amp;#039;Wertorientiertes Risikomanagement in Banken&amp;#039;&amp;#039;, 2008, S. 57; ISBN 978-3834913951&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bankenaufsichtsrecht ===&lt;br /&gt;
Das bei Finanzinstituten liegende Marktrisiko blieb [[bankenaufsicht]]s&amp;amp;shy;rechtlich lange unbeachtet. Erst der im August 1974 erlassene [[Grundsatz Ia]] sah ab Oktober 1990 die Berücksichtigung von Markt- und Zinsänderungsrisiken aus außerbilanziellen [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäften]] vor. Auch [[Basel I]] vom Juli 1988 brachte weltweit ab Dezember 1992 für Kreditinstitute lediglich eine Unterlegung von Kreditrisiken mit [[Eigenmittel (Kreditinstitut)|Eigenmitteln]]. Eine zusätzliche Unterlegung von Marktrisiken kam erst im Januar 1996 heraus („Basler Marktrisikopapier“) und war ab Dezember 1997 anzuwenden. Erfasst hiervon wurden Zinsänderungs-, Aktienkurs-, Fremdwährungs- und Edelmetallrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nach {{§|25a|kredwg|juris}} Abs. 1 [[Kreditwesengesetz|KWG]] im Dezember 2012 von der [[Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht|BaFin]] erlassenen [[Mindestanforderungen an das Risikomanagement (BA)]] konkretisieren in BTR 2 die in Kreditinstituten vorzunehmenden [[Aufbauorganisation|aufbau-]] und [[Ablauforganisation|ablauforganisatorischen]] Vorkehrungen. Danach dürfen Marktpreisrisiken nur eingegangen werden, wenn hierfür [[Kreditlinie#Besondere bankinterne Kreditlinien|Limitsysteme]] eingerichtet wurden. Über die vorhandenen Marktrisiken ist vierteljährlich ein [[Risikobericht]] zu erstellen (BTR 2.1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Systematische und detaillierte operative Vorgaben macht die seit Januar 2014 in allen [[Mitgliedstaaten der Europäischen Union|EU-Mitgliedstaaten]] geltende [[Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Kapitaladäquanzverordnung)|Kapitaladäquanzverordnung]] (englische Abkürzung CRR), die neben Kreditrisiken und [[Operationelles Risiko|operationellen Risiken]] bankenaufsichtsrechtlich auch Marktrisiken reguliert. Gemäß Art. 325 ff. CRR sind Marktrisiken mit Eigenmitteln zu unterlegen. In Art. 290 Abs. 5 CRR sind als wichtigste Marktrisikofaktoren Zinsen, Wechselkurse, Aktien, Kreditrisikospreads und Rohstoffpreise aufgezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ermittlung ===&lt;br /&gt;
Wie bei Kreditrisiken und operationellen Risiken bietet die Kapitaladäquanzverordnung (CRR) für die Ermittlung der Marktrisiken den [[Standardansatz]] (&amp;#039;&amp;#039;Marktrisiko-Standardansatz&amp;#039;&amp;#039;, abgekürzt MRSA) für das spezifische Marktrisiko im [[Handelsbuch]] an und lässt nach Art. 363 CRR auch erlaubnispflichtige bankinterne Modelle zu, sofern sie validiert sind (Art. 369 CRR). Eigenmittel sind nur für Nettopositionen, also je [[Basiswert]] für die Differenz von Kauf- und Verkaufspositionen (siehe [[Long und Short]]) vorzuhalten (Art. 327 CRR). Derivative [[Finanzinstrument]]e – beispielsweise [[Zinsterminkontrakt]]e und [[Zinsswap]]s – werden wie Wertpapiere behandelt (Art. 328 CRR). Fremdwährungs- und Edelmetallrisiken sind nur zu berücksichtigen, wenn ihre Nettoposition einen Schwellenwert von 2 Prozent des Eigenkapitals überschreitet. Bei der Ermittlung dieser Nettopositionen ist als [[Risikomaß]] ein Quantil der Verlustfunktion, der [[Value at Risk]] zu verwenden – der Begriff wurde eigens zur Steuerung der Marktrisiken etabliert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Daniela Uhlmann |Titel=Value-at-Risk basiertes&amp;lt;!-- Sic! Fehlende Durchkopplung --&amp;gt; Risikomanagement zur Beurteilung von Marktrisiken |Datum=2014 |ISBN=3956843886 |Seiten=6}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird im Finanzwesen oft vereinfachend als Synonym für das Marktrisiko selbst angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Auer |Titel=Methoden zur Quantifizierung von Marktpreisrisiken. Ein empirischer Vergleich |Datum=2002 |Ort=Lohmar/Köln |ISBN=3-89012-986-2 |Sammelwerk=Finanzierung, Kapitalmarkt und Banken |Hrsg=Hermann Locarek-Junge, Klaus Röder, Mark Wahrenburg |Band=16 |Seiten=14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Messung erfolgt anhand der [[Aktiva|Aktiv-]] und [[Passiva|Passivpositionen]] der [[Bankbilanz]], womit offene Positionen identifiziert werden können. Der [[Buchwert]] von [[Forderung]]en und [[Verbindlichkeit]]en gibt Auskunft über die Höhe der zukünftigen [[Zahlung]]en. Derivate sind nicht in der Bilanz erfasst, müssen aber trotzdem in die Nettopositionen eingehen. Optionsgeschäfte werden mittels des Deltafaktors erfasst (Art. 278 Abs. 2 CRR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Berücksichtigung des Marktrisikos kommt es vor, dass ein Geschäft kumulativ mit Eigenmitteln zu unterlegen ist. Ein [[Fremdwährungskredit]] besteht beispielsweise sowohl aus einem Kursrisiko (wegen des [[Währungsrisiko]]s) als auch aus dem Kreditrisiko des [[Kreditnehmer]]s,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Olaf Fischer |Titel=Allgemeine Bankbetriebswirtschaft |Online={{Google Buch |BuchID=MOWZBAAAQBAJ |Seite=29 |Hervorhebung=Marktrisiko CRR}} |Auflage=7 |Verlag=Springer Gabler |Datum=2014 |ISBN=978-3-8349-4666-9 |Seiten=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die beide – unabhängig voneinander – mit Eigenmitteln zu unterlegen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Durchführungsverordnung (EU) 680/2014 sind seit April 2014 die ermittelten [[Daten]] von den Banken auf Meldebögen für Marktrisiken zu übertragen, die auch die [[Meldewesen (Bank)|Meldung]] für das Risiko einer [[Kreditbewertungsanpassung]] (CVA) beinhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Versicherungswirtschaft ==&lt;br /&gt;
Das Marktrisiko der [[Versicherungswirtschaft]] ergibt sich aus ihrer Funktion als [[Kapitalsammelstelle]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gerlach Schreiber |Titel=Solvency II: Grundlagen und Praxis |Datum=2016 |Seiten=37}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Versicherungswirtschaft versteht man unter Marktrisiken die aus der Volatilität der Kapitalmärkte resultierenden Risiken der Vermögensanlage des [[Sicherungsvermögen]]s, die den Marktrisiken der Kreditwirtschaft ähneln. Aber nicht nur die bilanziellen [[Aktiva]] sind bei Versicherungen vom Marktrisiko betroffen; weitere Marktrisiken entstehen auch durch veränderte [[Diskontfaktor]]en bei [[Sachversicherung]]en und durch gewährleistete [[Garantie]]n und mögliche [[Überschussbeteiligung]]en in der [[Lebensversicherung]] auf der [[Passivseite]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Helmut Gründl, Helmut Perlet |Titel=Solvency II &amp;amp; Risikomanagement: Umbruch in der Versicherungswirtschaft |Online={{Google Buch |BuchID=uQyEBwAAQBAJ |Seite=275 |Hervorhebung=Marktrisiko Versicherungswirtschaft}} |Verlag=Gabler |Datum=2005 |ISBN=978-3-322-82234-5 |Seiten=275}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechnungslegung ==&lt;br /&gt;
In der [[Rechnungslegung]] setzt sich das Marktrisiko nach [[IFRS 7]] aus drei Teilrisiken zusammen:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=l-QP_Iw2eUAC&amp;amp;pg=PA348&amp;amp;dq=Finanzinstrument+marktrisiko&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwi8iJexqIHoAhUQGewKHUJTCMoQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=Finanzinstrument%20marktrisiko&amp;amp;f=false Jürgen Stauber, &amp;#039;&amp;#039;Finanzinstrumente im IFRS-Abschluss Von Nichtbanken&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 348]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Dem [[Zinsrisiko]], wonach der [[Beizulegender Zeitwert|beizulegende Zeitwert]] oder künftige [[Cashflow]]s eines [[Finanzinstrument]]s aufgrund von Änderungen des [[Marktzins]]es schwanken;&lt;br /&gt;
* dem [[Wechselkursrisiko]], wonach der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von [[Wechselkurs]]fluktuationen schwanken und&lt;br /&gt;
* einem sonstigen [[Preisrisiko]], wonach der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der [[Marktpreis]]e schwanken. &lt;br /&gt;
Sämtliche auf einem Markt auftretenden Finanzrisiken lassen sich einem dieser drei Teilrisiken zuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4506224-9}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzrisiko]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Planung und Organisation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Bank)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Versicherung)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leonry</name></author>
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