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	<title>Marktlagengewinn - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T10:59:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Marktlagengewinn&amp;diff=349625&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mike Krüger: Abschnittslink korr.</title>
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		<updated>2025-03-29T08:52:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittslink korr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marktlagengewinn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Q-Gewinn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|&amp;#039;&amp;#039;windfall profit&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;windfall gain&amp;#039;&amp;#039;}}) ist in den [[Wirtschaftswissenschaft]]en ein dynamischer [[Gewinn]], der durch plötzliche, außergewöhnliche und unerwartete Veränderungen der [[Marktentwicklung]] zu eintretenden [[Kostensenkung]]en führt oder durch unerwartete zusätzliche [[Nachfrage (Mikroökonomie)|Nachfrage]] entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits der englische [[Ökonom]] [[David Ricardo]] thematisierte 1817 plötzliche Veränderungen der Marktlage.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archive.org/stream/worksofdavidrica00rica#page/158/mode/2up David Ricardo, &amp;#039;&amp;#039;Principles of Political Economy and Taxation&amp;#039;&amp;#039;, 1817, S. 159.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die umfassende wissenschaftliche Darstellung des Marktlagengewinns ist in der deutschsprachigen [[Fachliteratur]] 1955 auf [[Erich Preiser]] zurückzuführen.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Preiser, &amp;#039;&amp;#039;Multiplikatorprozess und dynamischer Unternehmergewinn&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Economics and Statistics, Vol. 167, No. 2/3 (1955), S.&amp;amp;nbsp;89–126.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er nannte ihn, auf [[John Maynard Keynes]] zurückgreifend,&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;A Treatise on Money&amp;#039;&amp;#039;, Vol. I, 1930, S. 113&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; auch &amp;#039;&amp;#039;Q-Gewinn&amp;#039;&amp;#039; (Quasimonopolgewinn). Bei Keynes sind {{enS|windfall gains}} eine exogene Abweichung vom normalen Unternehmergewinn durch „Monopolgewinne, Produzentenrenten und ähnliches“.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;A Treatise on Money&amp;#039;&amp;#039;, Vol. I, 1930, S. 123&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Marktlagengewinn bezeichnet Preiser auch als „dynamischen Marktlagengewinn“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ullrich Schillert, &amp;#039;&amp;#039;Gewinne als Quelle der Vermögenspolitik?&amp;#039;&amp;#039;, 1976, S. 183.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gehört nach Preiser neben dem [[Pioniergewinn]] zu den dynamischen Gewinnen. Anders als der planbare Pioniergewinn entsteht der Marktlagengewinn durch unverhofft oder zufällig auftretende Marktentwicklungen. Erich Preiser nennt ihn auch [[Knappheit]]sgewinn, der nicht mit Sicherheit kalkulierbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Preiser, &amp;#039;&amp;#039;Bildung und Verteilung des Volkseinkommens&amp;#039;&amp;#039;, 1961, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Marktlagengewinne beruhen also nicht auf entsprechenden Leistungen der [[Unternehmer]], sondern auf plötzlichen außergewöhnlichen Veränderungen der [[Marktsituation]].&amp;lt;ref&amp;gt;Momtchil Michliachki, &amp;#039;&amp;#039;Die Schlüsselrolle der deutschen Stromwirtschaft im europäischen Emissionshandel&amp;#039;&amp;#039;, 2009, ISBN 3868152504, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Volkswirtschaftlich entsteht der Knappheitsgewinn &amp;lt;math&amp;gt;Q&amp;lt;/math&amp;gt; bei einer positiven Differenz zwischen [[Nettoinvestition]] &amp;lt;math&amp;gt;I&amp;lt;/math&amp;gt; und [[Sparen|Nettoersparnis]] &amp;lt;math&amp;gt;S&amp;lt;/math&amp;gt;, also&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mbox{I} &amp;gt; \mbox{S}&amp;lt;/math&amp;gt;, mithin&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mbox{I} = \mbox{S} + \mbox{Q}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der umgekehrten Situation spricht man von &amp;#039;&amp;#039;Marktlagenverlusten&amp;#039;&amp;#039;. Beiden Situationen liegt ein Ungleichgewicht zugrunde. Bei steigender Nachfrage (etwa Wegfall eines [[Wettbewerb (Wirtschaft)|Konkurrenten]], [[Hamsterkauf|Hamsterkäufen]]) und kurzfristig [[Elastizität (Wirtschaft)|unelastischem]] [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]] treten [[Inflation|Preissteigerungen]] und/oder längere [[Lieferfrist]]en auf, die die [[Erlös|Umsatzerlöse]] der Anbieter erhöhen, wobei die [[Gesamtkosten]] zunächst gleich bleiben. Der Marktlagengewinn nimmt im Verlauf dieses [[Multiplikator (Volkswirtschaft)|Multiplikatorprozesses]] durch Anpassungsprozesse zunehmend ab, bis er schließlich ganz fortfällt:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mbox{Q} = \mbox{0}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann hat der Markt sein neues [[Marktgleichgewicht]] gefunden, und es gilt&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mbox{I} = \mbox{S}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel sind Gewinne durch die Steigerung des [[Wert (Wirtschaft)|Wertes]] eines [[Grundstück]]s durch Umwandlung in [[Bauland]] oder durch öffentliche [[Erschließung (Grundstück)|Erschließungsmaßnahmen]]. Eine zweite Variante taucht in der Wirtschaftspraxis häufiger auf, und zwar [[Kostensenkung]]en aufgrund unerwartet gesunkener [[Beschaffung]]spreise wie bei [[Rohstoff (Produktion)|Rohstoff-]], [[Betriebsstoff|Betriebs-]] und [[Hilfsstoff (Rechnungswesen)|Hilfsstoffkosten]]. Sinkt beispielsweise der [[Erdöl]]- und [[Motorenbenzin|Benzinpreis]] – bei konstanten Beschaffungsmengen und Umsätzen – entsteht ebenfalls ein Marktlagengewinn. Hieraus erklärt sich der von Keynes benutzte Begriff &amp;#039;&amp;#039;windfall&amp;#039;&amp;#039;, zu übersetzen als „unerwarteter Glücksfall, unerwartetes Geschenk“, weil die Entwicklung der Ölpreise von den [[Unternehmen]] nicht zu beeinflussen und auch kaum vorherzusehen ist und zu Zufallsgewinnen führt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=ym7NBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA78&amp;amp;dq=keynes+Q-Gewinn&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=keynes%20Q-Gewinn&amp;amp;f=false Klaus Rose, &amp;#039;&amp;#039;Theorie der Einkommensverteilung&amp;#039;&amp;#039;, 1965, S. 79.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besteuerung ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Übergewinnsteuer}}&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Ölpreiskrise#Zweite Ölpreiskrise 1979|Ölpreiskrise 1979]] machten [[Erdölgewinnung|erdölfördernde Unternehmen]] Marktlagengewinne. In den USA führte 1980 das [[Kabinett Carter]] eine &amp;#039;&amp;#039;Crude Oil Windfall Profit Tax&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Crude Oil Windfall Profit Tax Act (P.L. 96-223)&amp;lt;/ref&amp;gt; ein. 1988 wurde diese wieder abgeschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] wurde 1997 durch die [[Labour]]-Regierung eine &amp;#039;&amp;#039;windfall tax&amp;#039;&amp;#039; auf [[Privatisierung|privatisierte]] Versorgungsunternehmen, die ein [[Monopol]] innehielten, erhoben, die einen Teil der als unverhältnismäßig hoch angesehenen Gewinne wieder abschöpfen sollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strätling&amp;quot;&amp;gt;Rebecca Strätling, &amp;#039;&amp;#039;Die Aktiengesellschaft in Großbritannien im Wandel der Wirtschaftspolitik. Ein Beitrag zur Pfadabhängigkeit der Unternehmensordnung&amp;#039;&amp;#039;, Lucius und Lucius, 2000, ISBN 3-8282-0128-8, [https://books.google.de/books?id=8mRZnvKa6BcC&amp;amp;pg=PA134&amp;amp;hl=de S. 134 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[OECD]] kritisierte, dass eine &amp;#039;&amp;#039;windfall tax&amp;#039;&amp;#039; oft nicht diejenigen treffe, die die übermäßigen Gewinne erhielten, weil dieser Personenkreis die betreffenden Aktien bereits weiterverkauft habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;strätling&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/windfall-profit-48481 &amp;#039;&amp;#039;Windfall-Profit.&amp;#039;&amp;#039;] Eintrag im Gabler-Wirtschaftslexikon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4189935-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Körperschaftsteuer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftswissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mike Krüger</name></author>
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