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	<title>Mariyamman - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mariyamman&amp;diff=2756676&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bertramz: -Region unklar</title>
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		<updated>2025-04-09T22:01:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;-Region unklar&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Mari amman.jpg|mini|Statue der Mariamman im [[Sri Mariamman Temple (Singapur)|Sri Mariamman Temple]] im Stadtstaat [[Singapur]] (2010)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mariamman.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Mariamman, sits in lalitasana on a throne…&amp;#039;&amp;#039; (unbekannter Autor, um 1820);&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Göttin sitzt auf einem Thron in der ent&amp;amp;shy;spannten Pose „Lalitasana“: ein Bein ange&amp;amp;shy;winkelt, das andere herunterhängend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mariyamman&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mariamman&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Tamil]] {{lang|ta|மாரியம்மன்}} &amp;#039;&amp;#039;Māriyammaṉ&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|ˈmaːɾijamːən}}]) ist eine in [[Indien|Südindien]] und im Norden [[Sri Lanka]]s verbreitete  [[Hinduismus|hinduistische]] [[Göttin]]. Sie wird vor allem im Rahmen der [[Indische Volksreligion|Volksreligion]] als Dorfgöttin &amp;#039;&amp;#039;([[Gramadevata]])&amp;#039;&amp;#039; zum Schutz gegen [[Pocken]], [[Cholera]] und andere Krankheiten sowie für [[Regen]] angebetet. Auch [[Tamilen#Tamilen in der Diaspora|Tamilen in der Diaspora]] haben an vielen Orten Tempel zur Verehrung der Göttin errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakter ==&lt;br /&gt;
Die Göttin kann sowohl Krankheiten verursachen, als auch vor ihnen schützen oder sie heilen; außerdem kann sie von Menschen Besitz ergreifen. Sie ist wohltätig und fürsorglich zu ihren Verehrern, aber unnachgiebig und rachsüchtig zu denen, die ihr die Anbetung verweigern; so wird Mariyamman auch als blutrünstig und wild beschrieben. Häufig werden [[Statue]]n von Mariyamman am Eingang von Dörfern aufgestellt, um Fremde, unerwünschte Besucher und Feinde abzuwehren und fernzuhalten. Bei ihrem ekstatischen Tanz kann die Göttin „Perlen“ verstreuen, die Pocken (Blattern) auslösen;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bellinger 1999:314ff&amp;quot;&amp;gt;[[Gerhard Bellinger|Gerhard J. Bellinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Māri, Māriyammā(n).&amp;#039;&amp;#039; In: Derselbe: &amp;#039;&amp;#039;Knaurs Lexikon der Mythologie: über 3000 Stichwörter zu den Mythen aller Völker.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Knaur, München 1999, ISBN 3-426-66415-1, S.&amp;amp;nbsp;314 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; in Nordindien entspricht ihr die Pockengöttin [[Shitala]]. Pockenerkrankungen werden häufig als Mariyammans Strafe für eine Vernachlässigung ihres Kultes gesehen, die Pocken gelten als Zeichen der Anwesenheit der Göttin und werden als ihre Augen, Perlen oder Küsse bezeichnet. Verbreitet war der Glaube, dass es den Zorn der Göttin hervorruft, Pocken zu behandeln, und dass die Krankheit dadurch sogar noch schlimmer würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ikonographie ==&lt;br /&gt;
Dargestellt wird Mariyamman mit vier Armen, in der entspannten Pose „Lalitasana“ sitzend: ein Bein angewinkelt, das andere herunterhängend. Die Göttin trägt den Kopf einer [[Brahmanen|Brahmanenfrau]] (ihr erster wurde von ihrem Sohn abgetrennt, auf Anordnung ihres Mannes zur Strafe ihrer unkeuscher Gedanken) und hat den Körper einer [[Dalit|Unberührbaren]], was ihr widersprüchliches Wesen ausdrückt. Mariyamman trägt in ihren beiden rechten Händen ein Messer oder Schwert und eine kleine [[Rasseltrommel]] &amp;#039;&amp;#039;([[damaru]])&amp;#039;&amp;#039;, um die eine Schlange als Griff gewickelt ist; in ihren linken Händen trägt sie eine Schale &amp;#039;&amp;#039;([[Kalasha (Architektur)|kalasha]])&amp;#039;&amp;#039; und einen Dreizack &amp;#039;&amp;#039;([[trishula]])&amp;#039;&amp;#039; als metallene Waffe. Auf ihrem Kopf ist eine Futterschwinge befestigt. Mariyamman ist von roter Körperfarbe und trägt ein gelbes Kleid und eine Perlenkette um ihren Hals. Sie wird aber auch als schwarze Gestalt unter einem Baldachin von fünf Schlangen vorgestellt. Aus ihrem Mund ragen zwei kleine Zähne, Feuerzungen gehen von ihrem Kopf bis zu den Schultern. Mariyamman wird meist zusammen mit zwei „Dämoninnen“ dargestellt: Die linke stellt ihre freundliche und segnende Seite dar, die rechte ihre zerstörerische, wütende Seite, versinnbildlicht mit Reißzähnen und wilder Mähne. Das stolze Reittier &amp;#039;&amp;#039;([[vahana]])&amp;#039;&amp;#039; der Göttin ist ein männlicher [[Löwen|Löwe]] (wie auch bei den beiden Göttinnen [[Durga]] und [[Parvati]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungsmythen ==&lt;br /&gt;
In den Mythen über Mariyamman geht es meistens um ihre Keuschheit, Treue und Reinheit, um das Leiden ihrer Mutterschaft und darum, wie sie von ihrem Ehemann verletzt, verraten und betrogen wird. Von zentraler Bedeutung ist auch das Thema ihrer Enthauptung. Einem Mythos zufolge war Mariyamman die Ehefrau von &amp;#039;&amp;#039;[[Tirunalluvar]]&amp;#039;&amp;#039;, einem tamilischen Dichter, der ein [[Paria]] war (der untersten [[Kaste#Jati|Kastengruppe]] zugehörig). Bald litt sie an [[Pocken]] und ging auf der Suche nach Nahrung von einem Haus zum anderen. Um die Fliegen von ihren Wunden fernzuhalten, benutzte sie Blätter des [[Niembaum#Nutzung in der Medizin|Niembaums]] zum Fächern (in Indien eine weitverbreitete Volksmedizin). Als sie wieder gesund wurde, begannen die Leute sie als [[Göttin]] der Pocken zu verehren. Um die Pocken von ihrer Häusern fernzuhalten, hängen ihre Anhänger noch heute Niem-Blätter, die der Göttin heilig sind, über den Türen auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Whitehead 1921:115–116&amp;quot;&amp;gt;Henry Whitehead: &amp;#039;&amp;#039;The Religious Life of India – The Village Gods of South India.&amp;#039;&amp;#039; 2., erweiterte Auflage. Oxford University Press, London u.&amp;amp;nbsp;a. 1921, S. 115–116 (englisch; [https://archive.org/stream/thevillagegodsof00whituoft#page/114/mode/2up/search/mariamma online] auf archive.org).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Mythos erzählt Folgendes: Eines Tages kam die [[Trimurti]] (dreifache Gottheit) zu &amp;#039;&amp;#039;Nagavali&amp;#039;&amp;#039;, der Ehefrau des &amp;#039;&amp;#039;[[Piruhu]]&amp;#039;&amp;#039;, einem der berühmten sieben [[Rishi]]s, als dieser abwesend war. Trimurti wollte nach ihrer Schönheit und Tugend schauen, von der sie gehört hatte. Aber Nagavali, welche die dreifache Gottheit nicht kannte, war wütend über ihr Eindringen in ihr Haus und verwandelte sie in Kinder. Die Gottheit wurde wütend und beschimpfte und verfluchte Nagavali. So verblasste ihre Schönheit und ihr Gesicht wurde von Pocken entstellt. Als ihr Ehemann nach Hause kam und ihr hässliches entstelltes Gesicht sah, schickte er sie fort. Er verfluchte sie dazu, als „Dämon“ [[Reinkarnation|wiedergeboren]] zu werden und die gefürchtete Pockenkrankheit zu übertragen, weswegen Menschen sie lieben und verehren würden. Fortan hieß sie &amp;#039;&amp;#039;Mari&amp;#039;&amp;#039;, was in diesem Zusammenhang „die Veränderte“ bedeute.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Whitehead 1921:115–116&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Voorthuizen 2001:248ff&amp;quot;&amp;gt;Anne van Voorthuizen: &amp;#039;&amp;#039;Mariyamman’s sakti: the miraculous power of a smallpox goddess.&amp;#039;&amp;#039; In: Anne-Marie Korte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Women and Miracles Stories: A Multidisciplinary Exploration&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studies in the history of religions.&amp;#039;&amp;#039; Band 88). Brill, Leiden / Boston 2001, S. 248 ff. (englisch; {{Google Buch |BuchID=E9IawerQz10C |Seite=248 |Linktext=Seitenvorschauen}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer anderen Version kann Mariyamman aufgrund ihrer Tugend, Reinheit und Treue viele Wundertaten erwirken, etwa Sand zu Töpfen formen oder einen Krug zum Kochen bringen, indem sie ihn auf ihren Kopf stellt. Einmal, als ihr Ehemann nicht zu Hause ist, beobachtete Mariyamman zwei vorbeikommende [[Gandharva]]s (Halbgötter), die sich sexuell vereinigten, und beneidete diese. Aber dadurch verlor sie ihre magischen Kräfte. Als ihr Mann nachhause kam und dies bemerkte, unterstellte er ihr Ehebruch und befahl dem Sohn, sie als Strafe für ihr sexuelles Missverhalten zu enthaupten. Später belebte er sie wieder mit dem Kopf einer Brahmanenfrau und dem Körper einer Unberührbaren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Voorthuizen 2001:248ff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannt ist Mariyamman auch als &amp;#039;&amp;#039;[[Durgamma]]&amp;#039;&amp;#039;, der Tochter eines Brahmanen. Sie wurde vor der Ehe von ihrem Mann verführt. Eines Tages äußerte er den Wunsch, die Zunge einer Kuh zu verzehren. Als Durgamma erkannte, dass ihr Mann ein Unberührbarer in Verkleidung eines Brahmanen war, nahm sie sich vor Wut das Leben. Sie verwandelte sich nach ihrem Tod in eine Göttin, um sich an ihm zu rächen. Sie nahm eine Sichel, um dem Betrüger den Kopf abzuschlagen (nach anderen Versionen des Mythos verbrannte sie ihn zu Asche), und ihn so ebenfalls zu demütigen und zu erniedrigen. Dadurch wurde sie zur Schutzgöttin der betrogenen Ehefrauen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Voorthuizen 2001:248ff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Renuka}} In einer Variante des Mythos ist Mariamma die Mutter des [[Parashurama]] (sechster [[Avatara|Avatar]] des Gottes [[Vishnu]]). Auf Befehl seines Vaters, des [[Rishi]]s [[Jamadagni]], soll er seine Mutter köpfen, weil sie beim Anblick eines Gandharvas [[Keuschheit|unkeusche]] Gedanken hatte. Doch in dem Moment kommt eine Pariafrau vorbei, die Mariamma aus Mitleid umarmt, um sie zu schützen. Daraufhin enthauptet Parashurama beide Frauen gleichzeitig mit einem Schlag. Sein Vater gewährt ihm jedoch den Wunsch, seine Mutter gleich danach wieder zusammenzusetzen und wiederzubeleben. In der Eile vertauscht er aber die Köpfe und setzt seiner Mutter versehentlich den Kopf der Pariafrau auf, während diese den Kopf von Mariamma aufgesetzt bekommt. Fortan wird sie als Göttin Mariamma mit einem Pariakörper verehrt, während die andere zu &amp;#039;&amp;#039;[[Yelamma]]&amp;#039;&amp;#039; wird und die wütende Seite der Göttin darstellt. Dieser werden (in früheren Zeiten) [[Wasserbüffel]] geopfert, während für Mariamma Ziegen und Hühner geschlachtet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Whitehead 1921:115–116&amp;quot; /&amp;gt; Diese Variante ist eine tamilische Übertragung des Mythos der [[Renuka]] als Ehefrau von Jamadagni: Nach ihrer Enthauptung wird sie wieder zum Leben erweckt und ist fortan die Göttin Mariyamman, die Pocken sowohl verteilt, als auch heilen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meyer 1986:15–19&amp;quot;&amp;gt;Eveline Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Aṅkāḷaparamēcuvari: A goddess of Tamilnadu, her myths and cult&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Südasienforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 107). Steiner, Wiesbaden / Stuttgart 1986, ISBN 3-515-04702-6, S. 15–19 (englisch).&amp;lt;br /&amp;gt;Zitiert nach Anne van Voorthuizen: &amp;#039;&amp;#039;Mariyamman’s sakti: the miraculous power of a smallpox goddess.&amp;#039;&amp;#039; In: Anne-Marie Korte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Women and Miracles Stories: A Multidisciplinary Exploration&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studies in the history of religions.&amp;#039;&amp;#039; Band 88). Brill, Leiden / Boston 2001, S. 252–254 (englisch; {{Google Buch |BuchID=E9IawerQz10C |Seite=252 |Linktext=Seitenvorschauen}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einem anderen Mythos zufolge ist Mariyamman die Schwester [[Vishnu]]s und als [[Maya (Philosophie)|Mahamaya]] bekannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Voorthuizen 2001:248ff&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;!--bleibt zu prüfen.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verehrung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Procession de Mariamman.jpg|mini|Die blumengeschmückte Statue von Mariyamman wird zu einer [[Prozession]] ausgeführt ([[Madurai]] in Tamil Nadu, 2013)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mariyamman wird vor allem bei den untersten [[Kaste|Kasten]] und den [[Dalit|Unberührbaren]] und insbesondere bei Frauen verehrt, dagegen erkennen die [[Brahmanen|brahmanischen Priester]] sie nicht an. Um 1920 berichtet Henry Whitehead, ein &amp;#039;&amp;#039;Right Reverend&amp;#039;&amp;#039; ([[Bischof]]) der [[Anglikanische Gemeinschaft|Anglikanischen Kirche]], dass zu den [[Prozession]]en und Festivals der Göttin auch Tieropfer gehörten. Die Brahmanen würden sich weder daran beteiligen, noch die Weihestätten der Göttin betreuen. Stattdessen versuchten sie, die Verehrung der Göttin auf die Verehrung der Hauptgötter [[Shiva]] oder [[Vishnu]] umzulenken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Whitehead 1921:19,30&amp;quot;&amp;gt;Henry Whitehead: &amp;#039;&amp;#039;The Religious Life of India – The Village Gods of South India.&amp;#039;&amp;#039; 2., erweiterte Auflage. Oxford University Press, London u.&amp;amp;nbsp;a. 1921, S. 19 und 30 (englisch; [https://archive.org/stream/thevillagegodsof00whituoft#page/18/mode/2up/search/mariamma online] auf archive.org).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mariyamman wird auch mit Fruchtbarkeit und Wohlstand in Verbindung gebracht, ihr Gatte in dem Zusammenhang ist &amp;#039;&amp;#039;[[Muniyanti]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bellinger 1999:314ff&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mariyamman wird in den verstreuten Gemeinden der [[Tamilen#Tamilen in der Diaspora|tamilischen Diaspora]] in aller Welt und besonders bei den Hindus auf der [[Malaysia|malaiischen Halbinsel]] verehrt. In [[Hannover]] steht seit 2007 ihr zu Ehren der [[Sri-Muthumariamman-Tempel Hannover|Sri-Muthumariamman-Tempel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritual ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mulaipari Procession Kolaipandi Madurai District 2015.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Mulaipari-[[Prozession]]:&amp;#039;&amp;#039; junge Frauen tragen [[Opfer (Religion)|Opfergaben]] an Mariyamman bei einem Fruchtbarkeitsfest ([[Madurai]], 2015)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Ritualen muss Mariyamman besänftigt werden. Zu ihrem Kult gehört ein Ritual des [[Feuerlauf|Feuerlaufs]], bei dem Männer über glühende Kohlen rennen und sich schließlich vor dem Bild der Göttin zu Boden werfen. Der Göttin werden in manchen Regionen auch blutige, männliche [[Tieropfer]] (Schweine, Hühner, Ziegen), &amp;#039;&amp;#039;[[Balis]]&amp;#039;&amp;#039; genannt, dargebracht, die vor ihrem Schrein geköpft werden. Früher sollen ihr auch Menschenopfer dargebracht worden sein. Die beliebteste Opfergabe ist jedoch das &amp;#039;&amp;#039;[[Pongal]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Mischung aus Reis und grünen Bohnen, die meistens im Tempelkomplex oder Schrein gekocht werden, in Terracottatöpfen mit Feuerholz. Eine Feier ihr zu Ehren ist das &amp;#039;&amp;#039;Blumenfest&amp;#039;&amp;#039; in [[Pudukkottai]]. Einige rasieren sich dabei die Haare ab, während andere ekstatische Tänze, begleitet von Trommelschlägen aufführen oder sich auf dem Boden rollen. Männer und Frauen tragen leuchtend gelbe [[Sari (Kleidung)|Saris]] und laufen in den heißen Sommermonaten auch meilenweit mit Wassertöpfen, gefüllt mit [[Kurkuma]] und Niem-Blättern oder brennenden Töpfen auf ihren Schultern, während Angehörige Gaben auf Bambusstangen legen. Es werden auch verschiedene Gelübde &amp;#039;&amp;#039;([[vratas]])&amp;#039;&amp;#039; abgelegt, wobei man von Gläubigen mit Wasser überschüttet wird. Einige wichtige Rolle spielen auch die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;[[Matangi|Matangis]]&amp;#039;&amp;#039;, Frauen aus den unteren Kasten (&amp;#039;&amp;#039;[[Madiga]]&amp;#039;&amp;#039; genannt), von denen man glaubt, dass sie in einer Art [[Trance|Trancezustand]] und von der Göttin besessen sind. Diese sind unverheiratet und haben ihr Amt ein Leben lang inne. Die &amp;#039;&amp;#039;Matangi&amp;#039;&amp;#039; verkörpert die Göttin und tanzt in dieser Zeit wie wild umher, trinkt Rauschmittel und stößt ihr Hinterteil auf die herumstehenden Leute. Vorbeigehende im oder vor dem Tempel, besonders Mitglieder der höheren Kasten, suchen den Kontakt zu ihr und werden von ihnen mit großer Freude bespuckt und beschimpft und so mit Glück gesegnet. Was sonst undenkbar wäre und als schlimmste Verunreinigung gelten würde, ist hier ausdrücklich gewünscht, Gläubige suchen die Nähe der Matangi. Während dieses Festes sind die üblichen Schranken der verschiedenen Kasten und alle sozialen Normen kurzfristig aufgehoben und konterkariert. Der Sinn des Festes ist es die Wurzeln des Dorfes und der unteren Kasten zu bestätigen. Bei ihren jährlichen Hochzeitsfeierlichkeiten in &amp;#039;&amp;#039;[[Kannapuram]]&amp;#039;&amp;#039; wird Mariyamman, während einer Nacht zumindest teilweise kurzzeitig als Witwe verstanden. Sie wird meist in der Form eines Steines in der Erde, der ihr Gesicht und ihren Kopf darstellen soll, verehrt, während das ganze Dorf ihren Körper bildet. Dorfbewohner leben ihrem Verständnis nach also auf oder in dem Körper der Göttin. Eines ihrer größten Feste findet in &amp;#039;&amp;#039;[[Samayapuram]]&amp;#039;&amp;#039; statt. Dort werden rituelle [[Kasteiung|Selbstgeißelungen]] mit heiligen Waffen durch Zunge und Wangen vorgenommen, um die Göttin zu beschwichtigen. Ein Wagen mit dem Bildnis der Göttin wird dabei von den Gläubigen mit Seilen an ihren Wangen befestigt, durch das Dorf und um den Tempel der Göttin gezogen. Bei einigen Festen zu Ehren der Mariyamman finden auch Prozessionen mit Lichtlampen statt. In der Nacht tragen Gläubige Öllampen in einer Prozession.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Younger 1980-12:493–517&amp;quot;&amp;gt;Paul Younger: &amp;#039;&amp;#039;A temple festival of Māriyammaṉ.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the American Academy of Religion.&amp;#039;&amp;#039; Band 48, Nr. 4, Dezember 1980, S. 493–517 (englisch; Studie zum Tempelfestival von Samayapuram, [[Tiruchirappalli]]; [[doi:10.1093/jaarel/XLVIII.4.493]]; [https://www.jstor.org/stable/1463443 JSTOR:1463443]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste von Mariyamman-Tempeln ==&lt;br /&gt;
[[Datei:007 Mariamman (25596899307).jpg|mini|Statue der Göttin mit [[Dreizack]] &amp;#039;&amp;#039;([[trishula]])&amp;#039;&amp;#039; am [[Sri Mariamman Temple (Singapur)|Sri Mariamman Temple in Singapur]] (2017)]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Weiterleitungen hierhin: [[Mariamman Temple]], [[Sri Mariamman Temple]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch: [[:en:Mariamman#Temples Outside India]]&lt;br /&gt;
--&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die folgenden Tempel der [[Muttergöttin]] Mariyamman wurden von [[Tamilen|tamilischen]] Hindugemeinschaften erbaut&amp;amp;nbsp;– einige Namen beginnen mit der heiligen Anrede &amp;#039;&amp;#039;[[Shri|Sri]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Muthu&amp;#039;&amp;#039; auf [[Tamil]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable zebra&amp;quot; style=&amp;quot;background:#FFFFF3; font-size:95%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe8&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Name !! Ort !! Land&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Mariamman Temple (Bangkok)|Mariamman Temple]]&amp;lt;!--[[:en:Mariamman Temple, Bangkok]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| [[Bangkok]] || Thailand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Mariamman Temple (Ho-Chi-Minh-Stadt)|Mariamman Temple]]&amp;lt;!--[[:en:Mariamman Temple, Ho Chi Minh City]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| [[Ho-Chi-Minh-Stadt]] || Vietnam&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Mariamman Temple (Pretoria)|Mariamman Temple]]&amp;lt;!--[[:en:Mariamman Temple, Pretoria]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| [[Pretoria]] || Südafrika&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Mariamman Temple (Tiruchirappalli)|Mariamman Temple]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Younger 1980-12:493–517&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;!--[[:en:Samayapuram Mariamman Temple]]--&amp;gt;&lt;br /&gt;
| [[Samayapuram]] ([[Tiruchirappalli|Trichy]]) || Südindien&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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| [[Negombo]] || Sri Lanka&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
| [[Sri Mahamariamman Tempel Saar|Sri Mahamariamman Tempel]]&lt;br /&gt;
| Sulzbach-[[Altenwald]] || Deutschland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Shitala]] („Mutter Shitala“: nordindische Göttin der Pocken, Masern und Erkrankungen allgemein)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Brigitte Sebastia: &amp;#039;&amp;#039;Māriyamman – Mariyamman: Catholic Practices and Image of Virgin in Velankanni (Tamil Nadu).&amp;#039;&amp;#039; French Institute of Pondicherry, 2002 (englisch).&lt;br /&gt;
* Margaret Egnor: &amp;#039;&amp;#039;The changed mother or what the smallpox goddess did when there was no more smallpox.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Contributions to Asian Studies.&amp;#039;&amp;#039; 1984 (englisch).&lt;br /&gt;
* [[Hans Manndorff]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Dorfgöttin Maramma und andere weibliche Gottheiten in Südindien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Völkerkunde.&amp;#039;&amp;#039; Band 15. 1960, S. 17–33.&amp;lt;!--nix online.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Anne van Voorthuizen: &amp;#039;&amp;#039;Mariyamman’s sakti: the miraculous power of a smallpox goddess.&amp;#039;&amp;#039; In: Anne-Marie Korte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Women and Miracles Stories: A Multidisciplinary Exploration&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studies in the history of religions.&amp;#039;&amp;#039; Band 88). Brill, Leiden / Boston 2001, S. 248 ff. (englisch; {{Google Buch |BuchID=E9IawerQz10C |Seite=248 |Linktext=Seitenvorschauen}}).&lt;br /&gt;
* Henry Whitehead: &amp;#039;&amp;#039;The Religious Life of India – The Village Gods of South India.&amp;#039;&amp;#039; 2., erweiterte Auflage. Oxford University Press, London u.&amp;amp;nbsp;a. 1921, S.&amp;amp;nbsp;29–33, 115/116 und 161 (englisch; ein &amp;#039;&amp;#039;Right Reverend&amp;#039;&amp;#039;, Bischof der [[Anglikanische Gemeinschaft|Anglikanischen Kirche]]; [http://archive.org/stream/thevillagegodsof00whituoft#page/28/mode/2up/search/Mariamma online] auf archive.org).&lt;br /&gt;
* Paul Younger: &amp;#039;&amp;#039;Playing Host to Deity: Festival Religion in the South Indian Tradition.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-803221-8 (englisch; {{Google Buch |BuchID=FEULEi4YTywC |Linktext=Leseprobe}}).&lt;br /&gt;
* Paul Younger: &amp;#039;&amp;#039;A temple festival of Māriyammaṉ.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the American Academy of Religion.&amp;#039;&amp;#039; Band 48, Nr. 4, Dezember 1980, S. 493–517 (englisch; Studie zum Tempelfestival von Samayapuram, [[Tiruchirappalli]]; [[doi:10.1093/jaarel/XLVIII.4.493]]; {{JSTOR|1463443}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Mariamman}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=133350479|VIAF=6120016}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fruchtbarkeitsgottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilgottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsgottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliche Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gottheit des Hinduismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tamilen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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