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	<title>Marie-Georges Picquart - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bujo am 6. Juni 2025 um 15:35 Uhr</title>
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		<updated>2025-06-06T15:35:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Picquart.jpg|mini|Marie-Georges Picquart, 1906]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Picquart 2.jpg|mini|Picquart in der Uniform des 4. Zuaven-Regiments, 1887]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab Picquart.jpg|mini|Grabmal auf dem Friedhof Saint-Urbain in Straßburg]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marie-Georges Picquart&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[6. September]] [[1854]] in [[Straßburg]]; † [[19. Januar]] [[1914]] in [[Amiens]]) war ein französischer Heeresoffizier (zuletzt im Rang eines [[Général de division]]) und Beteiligter in der [[Dreyfus-Affäre]]. Er war von 1906 bis 1909 Kriegsminister Frankreichs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Picquart wurde am 6. September 1854 in Straßburg als Sohn von Marie Charles François Hubert Picquart und Louise Henriette Mélanie geb. Debenesse geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Nach Abschluss des dortigen Gymnasiums besuchte er ab November 1872 die Militärakademie in [[Militärschule Saint-Cyr|Saint-Cyr]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Le Grand écho du Nord de la France |Verlag=Écho du Nord |Ort=Lille |Datum=1890 |Online=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/cb32783482h/date |Abruf=2019-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 30. August 1873 wurde er zum [[Korporal]] und im selben Jahr zum Sergeant befördert. Am 1. Oktober 1874 erfolgte seine Ernennung zum [[Unterleutnant]]. Am 28. Dezember 1876 während seiner Zeit an der Schule für den Generalstab wurde er zum Leutnant befördert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.leonore.archives-nationales.culture.gouv.fr/ui/?ACTION=RETROUVER&amp;amp;FIELD_1=NOM&amp;amp;VALUE_1=PICQUART&amp;amp;NUMBER=8&amp;amp;GRP=0&amp;amp;REQ=((PICQUART)%2520:NOM%2520)&amp;amp;USRNAME=nobody&amp;amp;USRPWD=4$%252534P&amp;amp;SPEC=9&amp;amp;SYN=1&amp;amp;IMLY=&amp;amp;MAX1=1&amp;amp;MAX2=1&amp;amp;MAX3=100&amp;amp;DOM=All |titel=Marie-Georges Picquart |werk=Basé Leonore |hrsg=culture.gouv.fr |datum= |abruf=2019-12-11 |sprache=fr}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde zum Hauptmann ernannt, als er in einem in [[Algerien]] stationierten [[Zuaven]]-Regiment vom 8. März 1879 bis 21. Mai 1880 diente. Danach nahm er im Rang eines Majors an den Feldzügen in [[Tonkin]] und [[Annam]] (20. Oktober 1885 bis 30. Juni 1886) teil. Am 5. Juli 1887 wurde er in die [[Ehrenlegion]] aufgenommen. Am 14. Mai 1888 erhielt er den Befehl über ein [[Bataillon]]. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich lehrte er an der [[École militaire (Frankreich)|École de Guerre]] und wurde in den Stab General [[Gaston de Galliffet]]s berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Dreyfus-Affäre ==&lt;br /&gt;
1895 übernahm er das [[Deuxième Bureau]] von Oberst [[Jean Sandherr]]. Hier erhielt er von General [[Raoul Le Mouton de Boisdeffre|Raoul de Boisdeffre]] den Auftrag, nach weiteren Beweisen gegen den bereits wegen Hochverrats verurteilten Hauptmann [[Alfred Dreyfus]] zu suchen. Persönlich von dessen Schuld überzeugt, fand er dabei heraus, dass Beweismittel gegen diesen gefälscht worden waren und der wahre Verräter [[Ferdinand Walsin-Esterházy]] war. Er teilte diese Ergebnisse seinen Vorgesetzten mit, die sich jedoch weigerten, das Verfahren neu zu eröffnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Picquart wurde auf Anraten des Generals [[Charles Arthur Gonse]] von Kriegsminister [[Jean-Baptiste Billot]] auf eine vorgeschobene Inspektionstour geschickt. Im Anschluss an diese erfolgte seine Versetzung nach Algerien und [[Tunesien]]. In der Befürchtung, dort bei einem Unfall oder Gefecht zu sterben, legte er die von ihm festgestellten Fakten schriftlich nieder, vertraute sich einem befreundeten Anwalt an und legte den Fall dem General de Pellieux dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen forderte Esterházy ein [[Militärgericht]]sverfahren, um seine Unschuld zu beweisen. Das Verfahren fand hinter verschlossenen Türen statt und richtete sich gegen Picquart. Ein Richter musste General de Pellieux daran erinnern, dass Picquart nicht der Angeklagte sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Vincent Duclert: &amp;#039;&amp;#039;Die Dreyfus-Affäre&amp;#039;&amp;#039;,  1994, S. 53&amp;lt;/ref&amp;gt; Esterházy wurde einstimmig entlastet und Picquart wegen Weitergabe von Staatsgeheimnissen und Beweisfälschung verhaftet und 60 Tage in [[Mont Valérien]] inhaftiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Émile Zola]]s offenem Brief [[J’accuse]] wurde dieser der Verleumdung angeklagt und am 23. Februar 1898 schuldig gesprochen. Picquart war als Zeuge vernommen worden und hatte zugunsten Zolas ausgesagt. Oberst [[Hubert-Joseph Henry]] hatte Picquart während des Prozesses als Lügner bezeichnet, worauf es zu einem [[Duell]] mit [[Degen (Waffe)|Degen]] kam, weswegen Picquart aus der Armee ausgestoßen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juni 1898 hielt der neue Kriegsminister [[Godefroy Cavaignac]] eine Rede vor der [[Abgeordnetenkammer (Frankreich)|Abgeordnetenkammer]], in der er alle Anschuldigungen gegen Dreyfus bekräftigte. Im September wurde Picquart verhaftet und ins Pariser [[Cherche-Midi-Gefängnis|Militärgefängnis Cherche-Midi]] gebracht, wo er die nächsten elf Monate verbrachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. November begann der Prozess gegen ihn, der mit einem Schuldspruch endete. Das Urteil wurde aber am 8. Dezember ausgesetzt. Am 3. Juni 1899 wurde der Schuldspruch gegen Dreyfus von 1894 kassiert und dieser in [[Rennes]] wieder vor Gericht gestellt. Erneut sagte Picquart als Zeuge zugunsten Dreyfus’ aus. Dieser wurde am 9. September erneut schuldig gesprochen. Das Gericht erkannte allerdings mildernde Umstände an. Am 19. September 1899 begnadigte Präsident [[Émile Loubet]] Dreyfus. Der Präsident des Ministerrates, [[Pierre Waldeck-Rousseau]], beabsichtigte, einen Schlussstrich zu ziehen, und brachte am 17. November ein Amnestiegesetz auf den Weg, das alle an der Dreyfus-Affäre Beteiligten betraf.&amp;lt;ref&amp;gt;Vincent Duclert: &amp;#039;&amp;#039;Die Dreyfus-Affäre&amp;#039;&amp;#039;,  1994, S. 82&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. Dezember erhielt es Gesetzeskraft. Erst am 12. Juli 1906 hob der [[Kassationshof (Frankreich)|Kassationsgerichtshof]] das zweite Urteil gegen Dreyfus auf und sprach ihn frei, womit er endgültig rehabilitiert war. Dreyfus wurde zum [[Geschwader|Schwadronschef]] und Picquart zum Brigadegeneral ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=L&amp;#039;affaire Dreyfus : la révision du procès de Rennes : débats de la Cour de cassation (chambres réunies) 15 juin 1906-12 juillet 1906. T2 |Datum=1906 |Online=https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k1128162 |Abruf=2019-12-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 27. November 1906 wurde er zum [[Général de division]] befördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die weitere Karriere ==&lt;br /&gt;
Am 25. Oktober 1906 wurde er im [[Kabinett (Politik)|Kabinett]] [[Georges Clemenceau]]s [[Kriegsministerium#Frankreich|Kriegsminister]]. Er hielt den Posten bis zum 20. Juli 1909. Anschließend übernahm er als Nachfolger von [[Joseph Joffre|General Joffre]] den Befehl über das [[II. Armeekorps (Frankreich)|2e corps d’armée]] in [[Amiens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Januar 1914 starb er in Amiens im Alter von 59 Jahren an den Folgen ([[Urämie]]) eines Reitunfalls.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.leonore.archives-nationales.culture.gouv.fr/ui/?ACTION=RETROUVER&amp;amp;FIELD_1=NOM&amp;amp;VALUE_1=PICQUART&amp;amp;NUMBER=8&amp;amp;GRP=0&amp;amp;REQ=((PICQUART)%2520:NOM%2520)&amp;amp;USRNAME=nobody&amp;amp;USRPWD=4$%252534P&amp;amp;SPEC=9&amp;amp;SYN=1&amp;amp;IMLY=&amp;amp;MAX1=1&amp;amp;MAX2=1&amp;amp;MAX3=100&amp;amp;DOM=All |titel=Marie-Georges Picquart |werk=LH/2150/38 |hrsg=Base Leonore |datum= |abruf=2019-12-08 |sprache=fr}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Picquart erinnern heute die &amp;#039;&amp;#039;Rue du Général Picquart&amp;#039;&amp;#039; in Straßburg, die &amp;#039;&amp;#039;Avenue Colonel Picquart&amp;#039;&amp;#039; in [[Brüssel]] und die &amp;#039;&amp;#039;Place Marie-Georges Picquart&amp;#039;&amp;#039; in [[Geudertheim]]. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem [[Cimetière Saint-Urbain|Friedhof St. Urbain]] in Straßburg (Sektion 5-7-19).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Strasbourg-Neudorf. Cimetière Saint-Urbain&amp;#039;&amp;#039; (= Guide des cimetières n°1 de la Ville de Strasbourg). Strasbourg 2007, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roman ==&lt;br /&gt;
Der englische Schriftsteller [[Robert Harris]] veröffentlichte 2013 über die Dreyfus-Affäre den Thriller &amp;#039;&amp;#039;An Officer and a Spy&amp;#039;&amp;#039; (deutsche Übersetzung &amp;#039;&amp;#039;Intrige&amp;#039;&amp;#039;), der aus der Perspektive Picquarts geschildert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Gina Thomas: &amp;#039;&amp;#039;Der Spion, der nicht siegte&amp;#039;&amp;#039;. Interview, in: [[FAZ]], 26. Oktober 2013, S. 35&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Roman wurde 2019 von [[Roman Polański]] [[Intrige (Film)|verfilmt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Vincent Duclert]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Dreyfus-Affäre. Militärwahn, Republikfeindschaft, Judenhaß&amp;#039;&amp;#039;. Übersetzt von Ulla Biesenkamp. Wagenbach, Berlin 1994.&lt;br /&gt;
* Jean Jolly (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire des parlementaires français.&amp;#039;&amp;#039; Band VII. Paris 1972.&lt;br /&gt;
* [[George Whyte]], &amp;#039;&amp;#039;Die Dreyfus Affäre – Die Macht des Vorurteils&amp;#039;&amp;#039;, Übersetzung aus dem Englischen von Oliver Mallick, Vorwort von Sir [[Martin Gilbert]]. Lang, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-60218-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Marie-Georges Picquart|audio=1|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118742426}}&lt;br /&gt;
* Bild [https://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb40452147m General Picquart auf einem Pferd]&lt;br /&gt;
* [https://www.leonore.archives-nationales.culture.gouv.fr/ui/?ACTION=RETROUVER&amp;amp;FIELD_1=NOM&amp;amp;VALUE_1=PICQUART&amp;amp;NUMBER=8&amp;amp;GRP=0&amp;amp;REQ=%2528%2528PICQUART%2529%2520%253aNOM%2520%2529&amp;amp;USRNAME=nobody&amp;amp;USRPWD=4%2524%252534P&amp;amp;SPEC=9&amp;amp;SYN=1&amp;amp;IMLY=&amp;amp;MAX1=1&amp;amp;MAX2=1&amp;amp;MAX3=100&amp;amp;DOM=All Literatur über Marie-Georges Picquart] in der [[Base Léonore]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste|AMT={{nowrap|[[Liste der Verteidigungsminister von Frankreich|Kriegsminister von Frankreich]]}}&lt;br /&gt;
|ZEIT=[[Kabinett Clemenceau I|25.10. 1906 – 20.07. 1909]]&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=&amp;lt;br /&amp;gt;{{nowrap|[[Eugène Étienne]]}}&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=&amp;lt;br /&amp;gt;{{nowrap|Jean Brun}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118742426|LCCN=no2009111970|VIAF=37060670}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Picquart, MarieGeorges}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Dreyfus-Affäre)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Whistleblower]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer eines Justizirrtums]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Général de division (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegsminister (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generalstabsoffizier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1854]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1914]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Picquart, Marie-Georges&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Offizier, Kriegsminister und Beteiligter in der Dreyfus-Affäre&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=6. September 1854&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Straßburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. Januar 1914&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Amiens]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bujo</name></author>
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