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	<title>Marabout - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Mhobl am 10. November 2025 um 20:58 Uhr</title>
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		<updated>2025-11-10T20:58:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Marabout 1894.jpg|mini|[[Jean Lecomte du Noüy]] – Marabout in Verzückung]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Chebika Marabout.JPG|mini|Marabout-Mausoleum bei [[Chebika]], [[Tunesien]]]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Grobowiec Marabuta-Maroko.jpg|mini|Grab, Mausoleum &amp;#039;&amp;#039;(ḍarīḥ)&amp;#039;&amp;#039; eines Heiligen in [[Südmarokko]]]]&lt;br /&gt;
[[Bild:Ait herbil 1620.jpg|mini|Marabut von Aït Herbil bei [[Tamanart]], Südmarokko; die kleinen aufrecht stehenden Steinplatten sind Hinweise auf einen [[Berber]]friedhof.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Marabut Sidi Ouarzig.jpg|mini|Sidi Ouarzig - südlich von Sidi Ifni]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Marabout&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Marabou oder Marabut) ist im [[Maghreb]] und in [[Westafrika]] ein [[islam]]ischer [[Heiliger]], meist aus der Tradition des [[Sufismus]] (islamische [[Mystik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort ist von dem arabischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;Murābit&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|مرابط|d=murābiṭ}}) abgeleitet, der das aktive [[Partizip]] zu dem Substantiv &amp;#039;&amp;#039;[[Ribat|ribāṭ]]&amp;#039;&amp;#039; bildet. Dieses wiederum ist eine Kurzform des im Koran ([[Sure 8]]:60) verwendeten Ausdrucks &amp;#039;&amp;#039;ribāṭ al-chail&amp;#039;&amp;#039;, der das „Zusammenziehen der Pferde“ für den Kampf gegen die Ungläubigen bezeichnet. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Murābit&amp;#039;&amp;#039; liegt auch dem Namen der marokkanischen [[Almoraviden]]-Dynastie zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Vermittlung des portugiesischen &amp;#039;&amp;#039;marabuto&amp;#039;&amp;#039; und des spanischen &amp;#039;&amp;#039;morabito&amp;#039;&amp;#039; erscheint der Begriff bereits in mitteleuropäischen Reiseberichten aus dem 17. Jahrhundert. Auch die [[Grab]]stätte eines Marabout selbst wird manchmal so genannt. Einige dieser Gräber gelten als heilige Stätten; sie besitzen angeblich [[Baraka (Segenskraft)|heilsame Kräfte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marabouts in Marokko ==&lt;br /&gt;
Um die Grabstätten berühmter, überregional verehrter Persönlichkeiten entstanden vor allem in [[Marokko]] Sufi-Zentren; man nennt sie &amp;#039;&amp;#039;[[Zaouia|zâwija]]&amp;#039;&amp;#039;, im [[Maschrek|islamischen Osten]] heißen sie &amp;#039;&amp;#039;chânkah&amp;#039;&amp;#039; und auf Türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[tekke]]&amp;#039;&amp;#039;. Man erkennt die Anlagen zumeist an den mit Kalk geweißten Kuppelbauten &amp;#039;&amp;#039;([[qubba]])&amp;#039;&amp;#039;. Einige Zawiyas in Marokko beherbergen in der Nähe des Grabes auch eine Bibliothek, in der die vom Lokalheiligen und seinen Nachfolgern gesammelten Handschriften aus allen Bereichen der islamischen Wissenschaften aufbewahrt werden. Die bekannteste Zawiya im Südosten Marokkos ist die im Jahre 1575 gegründete Zawiya des [[Nasiriyya (Sufi-Orden)|Nasiriyya]]-Ordens&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[The Encyclopaedia of Islam. New Edition]]&amp;#039;&amp;#039;. Brill, Leiden. Bd. 7, S. 1009&amp;lt;/ref&amp;gt; in [[Tamagrūt]], südlich von [[Zagora (Marokko)]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam&amp;#039;&amp;#039;. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 10, S. 170&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Atlas-Gebirge]] ist die az-Zawiya al-ʿAyyāschīya in Sīdī Ḥamza durch ihre reichhaltige Bibliothek, die der Gründer Abū Sālim al-ʿAyyāschī bereits im 17. Jahrhundert angelegt hatte, bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam.&amp;#039;&amp;#039; New Edition. Brill, Leiden. Bd. 1, S. 795&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gesamtbestand der Bibliothek ist erstmals im Jahre 2009 in einem sorgfältig zusammengestellten, nach Themenbereichen der islamischen Wissenschaften geordneten Katalog in vier Bänden publiziert worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ḥamīd Laḥmar: &amp;#039;&amp;#039;al-Fihris al-waṣfī li-maḫṭūṭāt Ḫizāna az-Zāwīya al-Ḥamzawīya al-ʿAyyāšīya bi-iqlīm ar-Rašīdīya.&amp;#039;&amp;#039; Rabat 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch ganze Clans können maraboutischen Charakter besitzen, so etwa die [[Kunta]] in [[Mauretanien]] und [[Mali]], deren Oberhaupt aus der berühmten Familie [[Sidi Ahmad al-Baqqai|al-Baqqai]] zwischen ca. 1830 und 1894 in [[Timbuktu]] residierte und einen großen spirituellen, aber auch politischen Einfluss über die [[Mauren]] und die [[Tuareg]] ausübte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Spitze einer Zawiya steht ein unmittelbarer Nachkomme des Marabout, der die Einkünfte verwaltet und unter den anderen Mitgliedern der Maraboutfamilie verteilt. Marabouts können sowohl Männer als auch Frauen sein; Erstere nennt man im Allgemeinen &amp;#039;&amp;#039;[[sidi]]&amp;#039;&amp;#039; (aus: &amp;#039;&amp;#039;saiyidi&amp;#039;&amp;#039; = „mein Herr“) oder „mulai“ (aus: &amp;#039;&amp;#039;maulaya&amp;#039;&amp;#039; = „mein Herr“), heilige Frauen führen den berberischen Titel &amp;#039;&amp;#039;lalla&amp;#039;&amp;#039; („Herrin“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Heiligen, deren historische Existenz überliefert ist, gibt es Marabouts, deren Ursprung nicht nachweisbar ist; sie sind oft namenlos oder tragen fantasievolle Namen wie &amp;#039;&amp;#039;Sidi al-Muchfi&amp;#039;&amp;#039;: (= „der Verborgene“), &amp;#039;&amp;#039;Sidi Qadi al-Hadscha&amp;#039;&amp;#039;: (= „der die Bedürfnisse – des Suchenden – erfüllt“), &amp;#039;&amp;#039;Bou Schta&amp;#039;&amp;#039; (aus: &amp;#039;&amp;#039;Abu Schita&amp;#039;&amp;#039;): „der Regenspender“, abgeleitet aus &amp;#039;&amp;#039;schita&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;#039;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;: „Winter“, d.&amp;amp;nbsp;h. die regenreiche Jahreszeit. Ihre Heiligtümer sind einfache, mit Steinen umzäunte Anlagen ohne Kuppel. Sagenumwoben und mit Sicherheit unhistorisch sind die Grabstätten des Prophetengefährten Sidi Sahbi in [[Kairouan]] und des [[Abu Lubaba]] in [[Gabès]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kult der [[Sieben Heilige von Marrakesch|Sieben Heiligen von Marrakesch]] basiert auf historischen Persönlichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass [[nordafrika]]nische Ortsnamen, die mit &amp;#039;&amp;#039;Sidi&amp;#039;&amp;#039; beginnen, (wie [[Sidi bel Abbès]]) auf männliche Marabouts zurückzuführen sind, deren Kult heute noch lebendig oder schon verblasst ist. Weibliche Heilige werden mit &amp;#039;&amp;#039;Lalla&amp;#039;&amp;#039; angesprochen (siehe [[Lalla Takerkoust]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marabouts in Westafrika ==&lt;br /&gt;
In der traditionellen hierarchischen Sozialstruktur in [[Mauretanien]] (siehe [[Ethnien in Mauretanien]]) bilden Marabouts neben den Kriegern &amp;#039;&amp;#039;(hassan)&amp;#039;&amp;#039; eine der beiden oberen Klassen der [[Bidhan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Französisch-Westafrika|französischen Kolonialzeit]] gab es in der senegalesisch-mauretanischen Zone eine Anzahl von Marabouts, die mit der Kolonialmacht zusammenarbeiteten: Hierzu gehörten Saad Buh (gestorben 1917) von der [[Fādilīya]], [[Malik Sy]] (gestorben 1922) von der [[Tidschānīya]], Sidiyya Baba (gestorben 1924) und [[Amadu Bamba]] (gestorben 1927), der Begründer der [[Murīdīya]]. Sie waren als die &amp;#039;&amp;#039;grands marabouts&amp;#039;&amp;#039; bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. David Robinson: &amp;#039;&amp;#039;Paths of accommodation: Muslim societies and French colonial authorities in Senegal and Mauritania, 1880–1920&amp;#039;&amp;#039;. Ohio University Press, Athens, Ohio 2000. S. 3, 241.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da es aber immer wieder Gerüchte über bevorstehende muslimische Aufstände gab und die Kolonialbehörden subversive Aktivitäten von muslimischer Seite fürchteten, ließen sie  die Marabouts streng überwachen und schränkten ihre Kontakte zu Muslimen aus anderen Ländern ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. El Hadji Samba A. Diallo: &amp;#039;&amp;#039;Les Métamorphoses des Modèles de Succession dans la Tijāniyya Sénégalaise.&amp;#039;&amp;#039; Publisud, Paris, 2010. S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Senegal]] entstand im 20. Jahrhundert eine neue Klasse von Marabouts, die sich neben ihrer religiösen Aktivität auch intensiv auf politischer Ebene betätigten. Beispiele für diese „politischen Marabouts“ sind neben Amadu Bamba Babakar Sy, der 1927 innerhalb der Sy-[[Tidschaniyya]] die &amp;#039;&amp;#039;Dahiratoul Moustarchidina wal Moustarchidaty&amp;#039;&amp;#039; gründete, [[Ibrahim Baye Niass]] und [[Serigne Saliou Mbacké]], der fünfte [[Kalif]] der Murīdīya. Durch die Herausbildung von erblichen [[Kalifat]]en in Murīdīya und Tidschānīya wurden andere Marabouts an den Rand gedrängt. Sie sind meist nur noch in sekundären Funktionen innerhalb dieser Bruderschaften tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu El Hadji Samba A. Diallo: &amp;#039;&amp;#039;Les Métamorphoses des Modèles de Succession dans la Tijāniyya Sénégalaise.&amp;#039;&amp;#039; Paris 2010. S. 468.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christian Coulon: &amp;#039;&amp;#039;Pouvoir maraboutique et pouvoir politique au Sénégal.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Université de Paris, Paris 1976 (Mémoire ou Thèse d&amp;#039;Etat), überarbeitete Buchausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Le marabout et le prince. Islam et pouvoir au Sénégal.&amp;#039;&amp;#039; Éditions A. Pedone, Paris 1981, ISBN 2-233-00100-1 (&amp;#039;&amp;#039;Institut d’études politiques de Bordeaux. Centre d’étude d’Afrique poire.&amp;#039;&amp;#039; Série Afrique noire. Bibliotheque 11).&lt;br /&gt;
* [[Edmond Doutté]]: &amp;#039;&amp;#039;Notes sur l&amp;#039;Islâm maghribin. Les Marabouts.&amp;#039;&amp;#039; Leroux, Paris 1900.&lt;br /&gt;
* [[Reinhart Dozy|R. Dozy]]: &amp;#039;&amp;#039;Supplément aux Dictionnaires Arabes.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. 3. Édition. Brill [u.&amp;amp;nbsp;a.], Leiden 1967, S. 502.&lt;br /&gt;
* Amber B. Gemmeke: &amp;#039;&amp;#039;Marabout women in Dakar. Creating trust in a rural urban space.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Mande worlds Bd. 3&amp;#039;&amp;#039;) Leiden 2008, ISBN 978-3-8258-1349-9 (Zugleich: Leiden, Diss., 2008).&lt;br /&gt;
* Liliane Kuczynski: &amp;#039;&amp;#039;Les marabouts africains à Paris.&amp;#039;&amp;#039; CNRS Éditions, Paris 2003, ISBN 2-271-06087-7.&lt;br /&gt;
* [[Miklos Muranyi]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Prophetengenossen in der frühislamischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Selbstverlag des Orientalischen Seminars der Universität Bonn, Bonn 1973, S. 155–164 (&amp;#039;&amp;#039;Bonner orientalistische Studien.&amp;#039;&amp;#039; NS 28), (Zugleich: Bonn, Diss., 1973), (Kap. Die Prophetengenossen im islamischen Volksglauben).&lt;br /&gt;
* Fabienne Samson: &amp;#039;&amp;#039;Les marabouts de l&amp;#039;islam politique. Le Dahiratoul Moustarchidina wal Moustarchidaty, un mouvement néo-confrérique sénégalais.&amp;#039;&amp;#039; Karthala, Paris 2005, ISBN 2-84586-663-1 (&amp;#039;&amp;#039;Hommes et sociétés&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* [[Edvard Westermarck]]: &amp;#039;&amp;#039;Ritual and Belief in Morocco.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Macmillan, London 1926.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Marabouts (Islam)}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.marokko-erfahren.de/marabout_01.html &amp;#039;&amp;#039;Marabout-Grabmäler in Marokko&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4318762-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Maghreb]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personenbezeichnung (Sufismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilige Person des Islam| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islamischer Titel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mhobl</name></author>
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